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{ mit dem Mreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhains m» de» K-U-gk«: .M'r»kisi^K«r«i,rr«,.r«d«'irtAMch» S-il««»'' »«d.,L«»erkrtr,

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J1Ö 1z 7 Kirchh ain und Wetter sowie bei unserer Expedition Markt 21.

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Marburg

Sonntag, 31. Mai 1908.

Die JnsertionSgebübr beträgt für die 7oespaltene Zeile oder deren Raum 16 Pfennig, für Reklamen 80 Pfennig. Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, Unwersitätsbuchbruckerek x5ul)T(|< Inhaber Dr. T. Hitzeroth, Marburg, Markt 21. Telephon 55.

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Drittes Blatt.

: '(Nachdruck verboten.)^

Elektrische Gefahren im Haushalt.

Von Dr. Rudolf Kreuschner. ? Ein jeder technische Fortschritt, der in größerem Umfange seinen Einzug in das Leden und Treiben der Menschheit hält, bringt neben großen Vorzügen, die entweder in der Ersparnis cn Kraft und Kosten liegen oder unser Dasein bequemer machen, oder überhaupt Nutzanwend­ungen bieten, an die man früher nicht dachte, euch gewiße Nachteile und Gefahren mit sich. Daß man vor unserem mit dem 19. Jahrhundert beginnenden Zeitalter der Maschinen zahlreiche Möglichkeiten der Verunglückung nicht kannte, von denen man heute gewohnt ist, täglich in den Zeitungen zu lesen, daß man nicht bei einem Eisenbahnunfall getötet worden, bei einer Dampfkesselexplosion auf See ertrinken,' im Fahrstuhl zerquetscht und im Straßengewühl von der Elektrischen gerädert werden konnte find Binsenwahrheiten, die keines Beweises bedür­fen und ebenso wenig imstande gewesen sind, dem Ciegeszug der Technik Einhalt zu tun.

Gleichwohl läßt sich nicht bestreiten, daß die Zahl der Arten und Unfälle, von denen wir da­heim und draußen bedroht sind, im steten Wach­sen begriffen ist. Als ein besonderes Schmerzens­kind der auf die Verhinderung von Unfällen ge­richteten Erstrebungen ist aber vor allem die Elektrotechnik zu betrachten. Ihr Anwendungs­gebiet beschränkt sich schon längst nicht mehr auf die Straße und öffentliche Lokalitäten. Sie bringt mit unwiderstehlicher Gewalt auch in un­sere Häuser ein. Der Schlächter und Wurst­macher, der unter seinen im Erdgeschoß befind­lichen Verkaufsräumen eine Wurstmacherei mit elektrischem Betrieb eingerichtet hat, führt den Starkstrom in das Souterrain ein, mit Stark­strom treibt der Bäcker seine Teigmaschinen, eine Wäschsplätterei heizt mit elektrischem Strom ihre Bügeleisen, von Tag zu Tag wächst in den Privatwohnungen die Zahl der elektrischen Beleuchtungsanlagen, und hoch oben am Giebel des Hauses verkündet ein von vielen hundert bunten elektrischen Glühlampen gebildetes Transparent, daß diese oder jene Bisquits, Schuhe, Zigaretten, Schokoladen oder Stiefel­wichsen die besten von der Welt sind. Ein mo­dernes Wohn- oder Geschäftshaus beherbergt deshalb ein dem oberflächlich betrachtenden Auge unsichtbares Durcheinander von Röhren für die Wasserleitung, Kanalisation, Dampf- oder Warmwasserheizung, von Drähten für Schwach­ströme und Kabeln für Starkströme, durch deren zufällige vom Menschen nicht gewollte Verbind­ung und gegenseitige Berührung die eigen­artigsten Unfälle entstehen können, die dem­jenigen. der von den Eigentümlichkeiten der Elektrizität nichts weiß, geradezu unheimlich und als ein Werk böser Geister erscheinen können.

Einige Beispiele, die der Unfallschronik der letzten Jahre entnommen sind, mögen, das eben Gesagte praktisch erläutern. Gewöhnlich ist der gefürchtete Kurzschluß, auf desien Schuldkonto man allerdings auch oft Vorkommnisie setzt, die ihm nicht zur Last fallen, die Ursache des Un­heils. Man bezeichnet als Kurzschluß jeden durch einen Fehler in der Isolation einer elektrischen Leitung entstandenen Nebenweg oder Neben­schluß für den Strom, wodurch in dem ordnungs- wäßigen Stromkreise der Strom geschwächt wird, während ein großer Teil des vagabondierenden Stromes einen Weg einschlägt, auf dem er durch feuergefährliches Erglühen gut leitender Sub­stanzen, Brandgefahr hervorruft oder durch Eintreten in lebende Körper Eesundheitsschadrg- ungen verursachen kann.

Besondere Gefahren entstehen in unseren Wohnungen dadurch, daß Starkstromleitungen für elektrisches Licht aus Schönheitsrücksichten nicht offen sichtbar an den Wänden entlang ge­führt, sondern in deren Mauerwerk und Mörtel- vnwu'rf eingebettet werden, wo fie niemand außer dem Fachmann vermutet. Es ereignete sich nun vor kurzer Zeit in Antwerpen der Fall, daß in einer neubezogenen Wohnung die Ehe­frau eines Mieters einen langen Haken in eine Mauer schlug und pötzlich wie vom Blitz getrof­fen zu Boden sank. Es stellte sich heraus, daß die Spitze des Hakens die Isolierschicht eines in der Mauer liegenden Starkstromkabels verletzt hatte wodurch der Strom durch Vermittlung des Hakens in den Körper der Frau übertrat, die 'weil sie in nassem Schuhwerk auf naßem Boden stand, der Elektrizität als guter Leiter diente und den ganzen Strom empfing.

Aehnlich lag der Fall bei dem unheimlichen elektrischen Briefkasten, der anscheinend nach Willkür manchen, die Briefe in ihn hinein­steckten, empfindliche elektrische Schläge versetzte, während andere ihn ungestraft berühren durften.

Auch hier konnte man das Geheimnis dahin enträtseln, daß man bei seiner Befestigung an der Mauer des Hauses mit einem langen Nagel die Starkstromleitung getroffen hatte. Die Be­festigung war bei trockenem Wetter erfolgt, so daß der elektrische Strom den trockenes Schüh- werk tragenden und deswegen gegen den Erd­boden gut isolierten Arbeitern nichts anhaben konnte und zunächst niemand feine gefährlichen Eigenschaften ahnte. Das erste kräftige Regen­wetter brachte die Ueberraschung. Wer, in naßen Schuhen stehend, den Briefkasten berührte, stellte zwischen dem mit Elettrizilät gefüllten Brief­kasten und der Erde eine gute Verbindung her und bekam den elektrischen Strom am eigenen Leibe zu spüren, während bei trockenem Wetter der Strom sich nicht Durchgang verschaffen konnte.

Bei Berlin und in Wien ereigneten sich vor etwas mehr als Jahresfrist zwei in ihren Ur­sachen und Folgen identische Fälle. In dem Berliner Vorort war es die Dame des Hauses, in Wien ein Dienstmädchen, die bei Benutzung des häuslichen Bades, in der Wanne sitzend, die elektrische Stehlampe an einem stromführenden Teile der ungenügend verdeckten Metallurn- faßung berührten und, weil das Abflußrohr der Wanne die denkbar beste Verbindung mit dem Erdboden herstellte, den vollen Strom erhielten, der sie momentan tötete. Bei einer großen Be­triebsstörung auf der elektrischen Hochbahn in Newyork, die 1907 eintrat, ereignete es sich, daß die Feuerwehrleute, die einen in Brand gerate­nen Hochbahnzug löschten, vom elettrischen Strome schwer verletzt wurden, der entgegenge­setzt zur Richtung des Wasserstrahles aus den stromführenden Teilen der Bahn sich durch Ver­mittlung des Waßerstrahles den Weg zu den Feuerwehrleuten suchte. Derselbe Fall hat sich auch schon in Privatbesitzungen ereignet, wenn beim Sprengen eines Gartens der von einem Hydranten gegebene Wasserstrahl eine Stark­stromleitung traf, Ja es genügt schon, daß der Strahl der Leitung, ohne sie unmittelbar zu berühren, bis auf 20 oder 30 Zentimeter nahe kommt, um das lebensgefährliche Ueberfpringen der Elektrizität herbeizuführen.

Das größte Aufsehen erregte aber ein seiner­zeit in allen elektrotechnischen Blättern bespro­chener Fall, bei dem ein von niemand bearg­wöhntes Wachstum der Pflanzen kn Verbindung mit anderen Zufälligkeiten ein schweres Unglück herbeiführte. Ein Bäckerbursche, der in einer in einem Garten liegenden Villa in Genf an einem Sommerabend Gebäck abzuliefern hatte und sich an das Parterrefenster der Küche lehnt, um sich mit dem Dienstmädchen zu unterhalten, erhält plötzlich einen furchtbaren elektrischen Schlag, der seinen Körper in konvulsive Muskel­krämpfe versetzt. Der Sohn des Eigentümers, der zuerst, weil er nur das Wehgeschrei hört, an einen Ueberfalk glaubt, stürzt hinaus, steht den Burschen mit glasigen Augen und ver­zerrten Zügen an der Mauer lehnen, packt ihn an und erhält dabei ebenfalls einen elektrischen Schlag, während der Bäckerjunge tot zu Boden sinkt. Ein Weilchen daraus unterfucht der Eigentümer die Unfallsstelle, in deren Nähe nirgendwo eine Stromleitung ist. Plötzlich statt auch er, als er einen Draht berührt, an dem sich Efeu und wilder Wein emporrankt, mit lautem Aufschrei zu Boden. Der herbeieilende Sohn, der ihn aufheben will, erlebt dasselbe Schicksal, ebenso geht es der hinzukommenden Tochter, und als der anwesende Polizist sich um die drei Ver­unglückten bemüht, sinkt auch er laut schreiend zu Boden. Bald darauf gelingt es dem Haus­eigentümer, sich von dem Efeudraht ftei zu machen und in diesem Augenblick ist auch von sämtlichen Verunglückten der schreckliche Bann weggenommen. Die genaue Untersuchung ergab folgendes. Das Haus wurde durch ein frei in der Luft geführtes Kabel mit einem Strom von 500 Volt Spannung zur elektrischen Beleuchtung versehen. An der Eintrittsstelle des Kabels, die oben am Dache lag, hatte man, um Unglücksfäl­len durch Ableitung des Stromes vorzubeugen, auch die Kletterpflanzen entfernt, aber auf ihr erneutes Wachstum nicht acht gegeben. Eine kräftig wachsende Ranke hatte nun den ihr zum Anhalt dienenden Draht soweit verschobew daß er in unmittelbare Berührung mit dem Stark­stromkabel trat, und von dem Augenblick an waren alle, das Spaliergerüst für die Pflanzen baldenden Drähte stromleitend geworden. In einem anderen Falle hatte der jugendliche Sohn eines Schlächtermeisters, der zu Weihnachten einen elektrischen Erperimentierkasten als Ge­schenk erhalten hatte, es unternommen, seinen erschöpften Bleiakkumulator, der zur Speisung von Miniaturglühlämpchen diente, aus der Starkstromleitung umzuladen, mit der sein Va­ter die im Souterrain belegene Wurstmacherei betrieb und seine Wohnung beleuchtete. Als er einen blanken Kupferdraht, der bereits mit dem Akkumulator verbunden war, in die Oeffnung eines sogenannten Steckkontastes einführte, fiel er tot zu Boden.

Aus den oben geschilderten Unfällen, deren Reihe beliebig lang fortgesetzt werden könnte, ergeben sich klar deren Ursachen und die Wege, um fie zu vermeiden.

Schwache Ströme, wie fie in den die Haus- klingeln bedienenden Drähten und in denjenigen der Fernsprechleitungen fließen, sind für sich allein nicht imstande, Leben und Gesundheit zu schädigen. Unfälle können beim Telephonbettteb int allgemeinen nut eintreten, wenn beim Be­ginn eines schweren Gewitters starke elektrische Strömungen eintreten oder wenn einem Tele­phondraht durch irgend einen unglücklichen Zu­fall Starkstrom zugeführt wird. Diese Fälle sind aber außerordentlich selten, so daß sie keine häufig drohende Gefahr bedeuten. Hochgefähr­lich ist hingegen immer der Starkstrom, wenn das Kabel eine Verletzung des isolierenden Schutzmantels erleidet oder stromführende Me­tallteile durch fehlerhafte Konstruktion von An­fang an bloßliegen. Es ist aber nur ein zu Un­recht eingewurzeltes Vorurteil voller Willkür, wenn man Ströme von weniger als 60 bis 80 Volt als harmlos und solche von mehr als 400 Lis 500 Volt als absolut tödlich bezeichnet. In einem italienischen Kraftwerk wurde vor kurzem ein Mann von einem Strome von 50 Volt auf der Stelle getötet, während bei den elektrischen Hinrichtungen im Staate Newyork Deliquenien der mehrmaligen Anwendung eines Stromes von mehreren tausend Volt trotzten. Die indi­viduelle Widerstandsfähigkeit gegen den elektri­schen Strom ist eben sehr verschieden groß, und ist bei nervösen Personen bedeutend herabgesetzt. Menschen mit trockener Haut sind weniger ge­fährdet, als solche, die stark besonders an Händen und Füßen schwitzen. Der Schlafende scheint stärkere Ströme vertragen zu können als der Wache, und auch sonst noch scheint sich die Widerstandsfähigkeit aus uns unbekannten Gründen bei den einzelnen Personen sehr ver­schieden zu gestalten.

Das radikalste Vorbeugungsmittel ist es na­türlich, daß die die elektrischen Anlagen aus- ührende Firma gewißenhast genug ist, um chon bei der ersten Einrichtung das Bloßliegen iromführender Teile auszuschließen; denn hin- erher, wenn die Leitungen erst einmal in den Wänden liegen, ist es schwierig und kostspielig, die fehlerhafte Anlage von Grund aus zu ver­bessern. Da der Fall schon vorgekommen ist, daß an einem in einer Rabitzroand eingekitteten Lichtkabel durch die in einer Großstadt unver­meidlichen beständigen Erschütterungen des Bo­dens und der Häuser die Jsolierhülle hinwegge­schleudert und das ganze Drahtnetz der Rabitz- wand stromführend wurde, muß in zweifelhaften Fällen durch genaue elektrische Messungen das Jntaktsein der Kabel nachgeprüst werden. In Waschküchen, Kellern und Badezimmern dulde man keine transportablen elektrischen Stehlam­pen. Nützlich ist es, wenn jede mit elektrischem Licht ausgestattete Wohnung einen eigenen Ee- neralausschalter hat, um eventuell die Elektrizi­tät für die ganze Wohnung abzustellen. Der Njchtfachmann hüte sich ferner vor eigenem Manipulieren an den ihm unbekannten Appa­raten, faße die Glasbirnen, wenn er fie einmal auswechseln muß, nur am gläsernen Teil an oder benutze, wenn er nicht ganz sicher ist, daß der Strom ausgeschaltet ist, Handschuhe aus Kautschuk oder starker Seide.

Q- Vermischtes. ,n

Nahrungsmittelfälschung. Das Nahrungs­mittelamt in Bochum führt e:nen energischen Kampf gegen die Fälscher von Fleisch- und Wurstwaren. Vor einigen Wochen wurde der Metzgermeister Zimmermann in Bochum wegen Nahrungsmittelfälschung zu mehreren Monaten Gefängnis verurteilt. In dem Prozeße wurden grauenerregende Zustände in der Zimmermann- schen Wurstküche aufgedeckt. Mit den Erzeug- nißen dieser Wurstküche hatte sich jüngst wieder die Strafkammer zu beschäftigen. Die Ehefrau des Metzgers Zimmermann war auf Veranlas­sung des Nahrungsmittelamts wegen Feilhal­tens verdorbener Wurstwaren auf dem Wochen­markte vom Schöffengericht mit 60 Mk. Geld­strafe belegt worden. Gegen das Urteil legte die Angeklagte Berufung ein. Chemiker Dr. Send- Hoff hatte dem Stande der Angeklagten Mett­wurst und Blutschwartenmagen entnommen, welche modrig, faul und somit völlig ungenieß­bar waren. Nach dem Befunde war der Schwartenmagen aus Abfall hergerichtet. Nach der Aussage Dr. Sendhoffs kauft Zimmermann von den Kopfschlächtern des Schlachthofes dir Abfallstoffe auf und verwendet sie zur Wurst­fabrikation. Schließlich hat der Schlachthof- inspektor den Kopfschlächtern den Verkauf von Abfällen an Zimmermann verboten. Das Ver­bot wird aber von manchen umgangen, indem

fie die Abfälle in Säcken über die Schlachthof- mauer dem Zimmermann übergeben. Frau Zimmermann entgegenete, das Wurstgeschäft sei auf ihre Tochter übergegangen. Sie habe von dem schlechten Zustand der Wurstwaren keine Kenntis beseßen. Dann habe sie die Wurst nur als Abfall an atme Leute (!) verkauft. Auf den Vorhalt des Vorsitzenden meinte sie naiv, na gegen billiges Geld dürfe sie doch schlechte Wurst als Abfall an arme Leute verkaufen. Das Ge­richt verwarf die Berufung der Angeklagten. In der Urteilsbegründung wird hervorgehoben, daß Metzger nach der Wochenmarktsordnung nut?; einwandfreies Fleisch zum Verkauf bringen dür»! fen. Wenn die Angeklagte nun auch nicht dien Inhaberin des Geschäftes fei, so wußte sie, daß die Wurst völlig verdorben war. Das Vorgehen,' solche Wurst als gesunde Ware auf dem Markt zu verkaufen, verdiene eine energische Strafe«! Die vom Schöffengericht verhängte Strafe wurde! trotz des straflosen Vorlebens der Angeklagten», als angemeßen angesehen. Das Gericht erklärt?, ferner, daß es Sache der Behörden sei, energisch' gegen Nahrungsmittelfälscher vorzugehen.

Aufruf.

Für di« Invaliden ans Deutsch-Südwest k 7] (Wiederholt.) !

Die vom Alldeutschen Verbände eingeleitete Sammlung von Liebesgaben für die Kämpfer in Deutsch-Südwest-Afrika hat das stattliche Ergeb« nis von 160 000 Mark gehabt. j

Dieser Betrag ist durch Bewilligung von Un­terstützungen an kranke und- notleidende Kämp­fer und ihre Angehörigen bis auf einen kleinen Rest aufgebraucht.

Bei der Prüfung der Verhältniße der Unter- stützungsbedürfttgen haben wir in vielen Fällen Einblick genommen in bitterste Not, und haben oft bedauert, nicht mehr für den Einzelnen tun zu können, ohne die übrigen Bedürftigen darun­ter leiden zu laßen.

Fortgesetzt laufen noch Gesuche um Beihilfen ein, die rasch eingehender behördlicher Unter­suchung sich als begründet Herausstellen; aber mehr: wir stich davon unterrichtet, daß in vielen Fällen demnächst eine Her­absetzung der Rentenbezüge von Teilnehmern am süd west afrikani­schen Feldzuge erfolgen wird, so daß die davon Betroffenen voraussichtlich zum gro­ßen Teil private Unterstützung in Anspruch neh­men müßen.

Beides; die noch bestehende Not zahlreicher Kämpfer und die sichere Aussicht auf die zu er­wartende Herabsetzung der Renten, läßt es als dringend erwünscht erscheinen, daß die Liebes­gabensammlung des Alldeutschen Verbandes new aufgefüllt werde. :4i

Wir haben die Nöte, ja in vielen Fällen das Elend kennen gelernt, das der krank und stech, aus dem Kriege heimkehrende Südwestafrikaner, durchzukosten hat, die Sorgen, denen hilfsbedürf, tige Angehörige solcher Zapfern unterliegens weil ihnen der Ernährer entweder durch ehrens vollen Tod fürs Vaterland in der Ferne geraubt wurde ober weil er selbst als arbeits- und er­werbsunfähig zurückgekommen ist. 3

Wir waren glücklich, durch Hilfeleistungen aus der Liebesgabensammlung einen Teil dieser Not haben lindern zu können. r!;

Nun, wo diese Not noch andauert, bitten wir alle, die es als Ehrenpflicht empfinden, die Tap- fern nicht in Sorgen und Elend verkümmern zu laßen, die ihr Leben und ihre Gesundheit zur Ehre des Reiches willig eingesetzt haben, uns durch weitere Spenden die Mittel zu beschaffen, in dringenden Fällen Hilfe zu leisten.

Das Verfahren, das bei der Bewilligung von Unterstützungen eingehalten wird, bietet die Gewähr, daß nur wirklich Notleidende und Würdige bedacht werden.

Gütige Spenden bitten wir an die Bermö« gens-Verwaltung des Älldeutschen Verbandes. E. m. b. H., Berlin W. 35, Steglitzerstr. 77. gte langen zu laßen. . 4 j|

Berlin, 20. Mai 1908.

Die Hauptleitung des Alldeutsche« Verbandest Rechtsanwalt Claß-Mainz. Superintendent >> Klingemann-Eßen. Generalleutnant z. D. von Liebelt, M. d. P., Berlin Dr. Joachim Graf von Pfeil, Friedensdorf. Major a. "D, Freiheg

. ... von Stößel, Potsdam.M