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s i n d."
Die „freundlichen Worte", die hier Herrn Dr. Pfannkuche gewidmet sind, lassen sich auch von freisinnigen Führern sagen, die sich lieber sozial-liberal, soziale Demokraten u. a. m. nennen. Es ist zwar nicht immer opportun, mit seiner Meinung so bervorzutreten, manchmal mutz man auch „berechtigte Eigentümlichkeiten" zurückstellen, um mehr Anschluß nach rechts zu suchen.
spräche zurechnen, und dann haben dre Volksschüler polnischer Familiensprache 1891: 0,83, 1896: 1,56, 1901: 3,08 und 1906 : 4,21 Hundertteile ausgemacht: das bedeutet eine Verfünffachung ihres Anteils in den letzten fünfzehn Jahren!
LriiljcheS Mich.
— Vom Flottenverein. Die Kreisgruppe Mülheim-Ruhr des Deutschen Flottenvereins befchloh, aus dem Flottenverein auszutreten, wenn nicht in Danzig das alte Präsidium mit dem Fürsten Salm-Horstmar an der Spitze und General Keim wiedergewählt würde. Angeblich sollen andere Ortsgruppen sich mit der gleichen Absicht tragen. Das wäre tief bedauerlich, da eine schärfere Herausforderung der Gegenpartei kaum denkbar ist. Bei dieser Sachlage wäre es vielleicht angebracht, daß die in Betracht kommenden Herren klipp und klar erklärten, dah steine Wiederwahl unter allen Umständen ablehnen würden.
— Gouverneur z. D. von Pnttkamer beim Reichskanzler. Der „Nordd. Allg. Ztg." zufolge, empfing der Reichskanzler am Montag u. a. auch der Gouverneur z. D. von Puttkamer.
— Ein Besuch Iswolskis in Berlin. Der russische Minister des Aeutzern, Iswolski, wird, dem „Berl. Tgbl." zufolge, im Lauf dieses Wahres rach Berlin kommen. Er wird entweder schon im nächsten Monat, oder im Herbst dort ein- tre^fen
— Die Englandreise deutscher Geistlicher zählt 140 Teilnehmer, unter ihnen auch Oberhofprediger Dryander, Generalsuperintendent Faber aus Berlin, Staatsrat v. Finkh-Olden- burg, Staatsminister v. Borries-Altenburg.
— Ein kräftiges Dementi. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Ein hiesiges Mittagsblatt behauptet, es sei beabsichtigt, dem Kaiser im Herbst eine Reichsdotation von 10—12 Millionen Mark zuzuwenden. Dem zu erwartenden Dementi gegenüber erklärt das Blatt int voraus, es werde sich dadurch nicht anfechten lassen. Es gebe Situ- tionen, in denen dementiert werden mutz, auch wenn die Nachricht wah sei. Wir lassen es dahingestellt sein, ob solche Situationen eintreten können. In dem vorliegenden Falle liegen die Dinge jedenfalls so, datz die Meldung mit aller Bestimmtheit für unwahr erklärt werden kann. Der Reichstag wird sich nicht mit einer Dotation für Seine Majestät zu befassen haben. Damit erledigt sich auch die Annahme, datz der Blockpolitik durch dieses Gerücht Verlegenheiten bereitet werden.
— Das Einfuhrverbot für Futtermittel. Nachdem nunmehr der Weidegang des Viehs begonnen hat und damit oie Gefahr der Ueber- tragung der Maul- und Klauenseuche auf inländische Viehbestände durch die Verwendung von holländischem Heu und Stroh in der Landwirt-
- Tie Freundinnen.
" Originalroman rIrene v. Hellmuth. (Fortsetzung.)
Der Wo »en war längst wieder davongesahren und Mass stand noch immer mit hochklopfendem Herze^ in dem halbdunklen Flur unb lauschte. Es regte sich nichts in dem kleinen Hause, das so still und verlassen dalag inmitten der lautlos niederwallenden Schneemassen. Dei_ jungen Dame wurde ganz bang ums Herz. Sollte der Tode, engel bereits das zarte Leben vernichtet haben? Führte er das xinb hinüber in das Reich der Schatten? Wurde der kleine Mund nie mebr lächelnd „Tante Maja" rufen, wie er so ost getan? Würden Vie süßen Augen sich schlre- tzen^für immer? ,
Maja schauderte bei dem Gedanken. Wahrhaftig, das Kind war ihr ans Herz gewachsen. Si" fühlte erst jetzt, wie lieb sie das kleine, reize, -de Ding hatte. Wie war es nur möglich gewesen, daß sie es in der letzten Zeit so vernachlässigte. Weil der Vater des Kindes ein hartes Wort gesprochen? Wie töricht und klein kam sie sich jetzt vor.
Eben wollte sie her Türe zuschreiten, als diese von innen geöffnet wuri e und Arnold von Brandt heraustrat. Ein freudiger Schimmer flog über lein bleiches, abgehärmtes Gesicht. Er eie riff hastig Majas beide Hände und sagte bewegt: „O, ich danke Ihnen, datz Sie gekommen sind Mir wird ordentlich leichter. Ach, die bannen Tage und Rächte, die ich am Vettchen de; Kindes durchlebte, immer zwischen Furcht unh Hoffnung. Dazu das Bitten und Flehen der Kleinen: „Papa, tommt Tante Maja nicht?" — Es tat mir so weh, und da habe ich Ihnen geschrieben, trotzdem ich weiß, datz — es für Sie ein Opfer ist, wenn Sie kommen," L .. .
Maja sah ihn verwandt rt an.
„Ein Opfer, — wieso? Sie wissen doch, wie lieb" ich das Kind habe?"
Er senkte die Augen vor ihrem forschenden Blick. Er hielt noch immer wie selbstvergessen ihre Hände in den seinen und murmelte: „Sie sind in der letzten Zeit so — anders geworden, so ganz anders. Und man sagt auch, — daß Sie sich demnächst verloben wurden."
Maja fuhr auf. ,p , „
„Sagt man das" Ach, es ist ja die Unwahrheit! Ich weiß nichts dav-n, weiß nicht einmal mit wem."
Er lächelte bitter.
„Mit dem Bruder Ihrer Freundin natur- lick'. Leon von Schmellwitz macht kein Geheimnis daraus, datz seine Liebe erwidert wird und was ich mit eigenen Augen sah, schien das zu bestätigen."
Maja hatte eine qeftige Entgegnung auf den Lippen. Doch ein Blick i ui das sorgenvolle Gesicht ihres Gegenübers lief, sie das herbe Wort nicht aussprechen. Rub'g entgegnete sie: „Konnten Sie im Ernst glauben, ich würde diesen Menschen lieben? Rein das ist gegen Ihre Ueberzeugung. So gering denken Sie nicht von mir!"
Er sah sie an. Dann hob ein tiefer, befreiender Atemzug seine Brust und er bat mit weicher Stimme: „Verzeihen Sie mir, Fräulein Maja. Sie haben recht, — ich glaubte nicht darrn. Aber nun lasten Si: uns zu dem Kinde gehen."
Sie folgte dem voransch: eilenden Manne. In dem Wohnzimmer hatte man auf dem Sofa für Lilly ein bequemes Lager hergerichtet. Die alte Katharine erhob sich, als Maja eintrat.
Das junge Mädchen beugte sich tief über das von blonden Locken umwallte Kinderköpfchen um es ju küssen. In demselben Augenblick
„Nun?" , . .
„Mir träumte. Du warst immer tet mir und gingst gar nicht mehr fort; — ach, und das war so schön! Sag, Tante, kannst Du nicht bet mir bleiben?"
Eine kleine Pause entstand nach diesen Worten. Das junge Mädchen schaute angelegentlich zum Fenster hinaus, wo die Flocken noch immer in unermüdlichem Spiel vorbeitanzten und Herr von Brandt ging mit großen Schritten im Zimmer auf und ab. Man hörte sein rasches aufgeregtes Atemholen und endlich stieß er mühsam hervor: „Mein liebes Kind, Dein Traum muß ein Traum bleiben, — denn er ist zu schön, als daß er sich jemals verwirklichen könnte! Einen Himmel auf Erden gibt es nicht!"
Das letztere war ganz leise gesprochen, aber Majas scharfes Ohr hatte es doch aufgefangen und in ihrer Seele stürmte es.
„Das kommt darauf an," sagte sie mit einer Stimme, der man fast das Herzklopfen anhören konnte. „Mancher Mensch könnte es wohl erreichen, — warum greift er nicht zu, wenn der rechte Augenblick da ist?"
„Warum?" klang es leidenschaftlich zuruck. „Weil so ein armer Mensch den Himmel nicht für sich beanspruchen darf, weil man es ihm als schnöde Eier nach den Schätzen anrechnen würde, die der Himmel birgt! Weil man es ihm nicht glauben würde, wenn er tausendmal versicherte, cs sei ihm nicht um Geld und Schätze zu tun! — Nur um den Himmel allein! Deshalb muß so ein Mensch sein Innerstes verschließen, nur damit niemand ahnt, wie es um ihn steht!" _ .
Ein tiefer, befreiender Atemzug hob Maiqs Brust. „Also deshalb," murmelte sie, Ei» Lächeln flog über ihr glühendes Erficht. .
(Fortsetzung folgt). ‘ ,
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- ' Man abonniert auf die täglich erscheinende „Oberhessi < che Marburg rt>er 'deren^Rmrm^P^ennig,^für Reklamen &)*Pfennig? — in Cfcfthtrt
M 125 Donnerstag. 28. Mai 1908.
Bestellgeld), bet unfern Zeitungsstellen und der Expedition 2 Mk. —
schast wesentlich herabgemindert ist, steht die I graphie könne sie sich nicht mehr besinnen. Eine SÄÄXXS'ÄX iÄWÄtaS Sanbesteit« ,U, Seit nicht «u «ntdq,-n ist. mH- S” .«n
bevor. I eintm Düsseldorfer Schausteller Stellenangebote
— Die Reichseisenbahnverwaltung hat ebenso I a[g Geschäftsführer und Repräsentanten mit je wie die preußisch-hessische im April des laufen- I 500 Mark monatlichem Anfangsgeyalt zuge- den Jahres keine guten Geschäfte gemacht. Sie gangen fein hat insgesamt 9,6 Millionen Mk. vereinnahmt I -
Erfolge eines freisinnigen Kandidaten.
ben. Noch größer aber ist der Fehlbetrag gegen- I Geestemünde haben am 20. d. M. die So- über dem monatlichen Einnahmedurchschnitt, wie I zfafdemokraten eine öffentliche Wählerversamm- er im Etat vorgesehen ist. Die Jahreseinnahme I jung abgehalten, in der der kandidierende „Geber Reichseisenbahnverwaltung ist im Etat auf I nofje« Schmalfeldt sein Programm entwickelte. 125,9 Millionen Mk. normiert, der Monats- I Hieraus erschien der freisinnige Gegenkandidat, durchschnitt also auf 10,5 Millionen Mk. Hinter I P^or Dr. Pfannkuche, der sich über die schlechte ihm ist die Aprileinnahme gar um 0,9 Millio- I Behandlung des Freisinns durch die sozialdemo- nen Mk. zurückgeblieben. Dagegen hat die Ein- I ^tischen Mandatsbewerber beklagte und sein nähme aus der Reichs-Post- und Telegraphen- I ooß{orntneil radikales Programm kundtat. Die Verwaltung einen guten Anlauf genommen. I Unterweser-Zeitung" berichtet, daß der frei- Ihre Jahreseinnahme ist im Etat für 1908 mit rtnnige Redner besonders „die Pfaffen im Ma- 644,1 Millionen Mk. angesetzt, der Monats- gehabt,, hätte, die immer noch päpstlicher als durchschnitt also mit 53,7 Millionen Mk. Da I ^apft sein wollten. Dr. Pfannkuche «gnn
die tatsächliche Einnahme des April 56,8 Mill. I fein Auftreten mit berechtigtem Stolze zu-
Mk. ausgemacht hat, so ist sie um 3,1 Millionen I ^gMen. Seinen Triumph schildert das ge- Mk. höher als der Monatsansatz des Etats ge- nannte Blatt rote folgt:
wesen. Man wird allerdings auch hier nicht I £ett Dr. Pfannkuche schnitt mit seiner Rede vergessen, daß das Osterfest diesmal ganz in den I ,0 "t p§.ß ihm nach Schluß derselben (von April gefallen ist. Auch ist zu beachten, daß, bet durchweg sozialdemokratischen wenn für 1907 die Post- und Telegraphen-Ver- I Bersammlung) stürmische Ovation dar« waltnng in ihrem Endergebnis schlecht abge- I gebta^t wurde, und daß ihm (der sozialdemo- schnitten hat, der Grund dafür weniger in dem x^tische Kandidat!) Herr Schmalfeldt auf Zurückbleiben der Einnahmen als in der Stei- I Ehrenwort erklärte, wenn ich nicht wüßte, daß gerung der Ausgaben über die Etatsansätze zu I freisinnigen Partei gehörten, würde ich
finden war. Hoffentlich genügen die im Etat I . 6ie fe;en nicht ein halber oder fünfsechstel, für 1908 ausgeworfenen Ausgabebetrage den f^Pei» ein ganzer Sozialdemokrat, tatsächlichen Anforderungen. I eie ^^11 mit aber auch rein nichts gelassen,
— Prozeß Peters—0. Bennigsen. Die vierte womit ich Sie angreifen könnte, denn alles, Strafkammer des Landgerichts Köln hob als I was Sie wollen, wollen auch die Berufungsinstanz das am 22. Januar d. I. et- I Sozialdemo traten. Es fragt sich aber kannte Urteil auf und erkannte auf Einstellung I nur> Sie, falls Sie Abgeordneter werden, des Verfahrens wegen zu spät erhobener Klage au$ in der Lage sind, alles das zu halten, was bezüglich der Anklage gegen den Redakteur der Sie uns hier vortrugen. Als Angehöriger der „Köln. Ztg." Dr. Brüggemann, während das freisinnigen Partei müßen Sie sich den Partei- Verfahren gegen Herrn v. Bennigsen für un- I geschlüsien und der Disziplin fügen, und die zulässig erklärt wurde, da auf Grund des § 22 I steht auf einem anderen Boden wie Sie. Fügen des Pretzgesetzcs Verjährung der Strafverfolg- | Sie sich aber nicht, bann fliegen Sie aus ung eingetreten fei. Sämtliche Kosten werden I fcci Partei, und gehen den Weg, den dem Privatkläger Dr. Peters auferlegt. | Eerlach, Breitscheidt usw. gegangen
— Reue Zeugen gegen Eulenburg. Aus München wird einem Leipziger Blatte berichtet: In der Eulenburg-Sache haben die Münchener Vernehmungen des Berliner Untersuchungsrichters auch zum Verhör einer früheren Easthofs- besitzcrin geführt, bei der Eulenburg einmal in Gesellschaft abgestiegen war, um mitten in der Nacht wiedr aus dem Hause gewiesen zu werden. Die Zeugin gab an, sie könne sich nicht erinnern, ob dies Eulenburg gewesen sei, ein Graf sei es gewesen, aber an die Ähnlichkeit mit der Photo-
fühlle sie sich am Arm gepackt und zurückge- risscn.
„Um Gotteswillen, Fräulein Maja, was tun Sie? — Das dürfen Sie nicht. Das Kind ist ja diphtheriekrank! Wie leicht könnte sich etwas auf Sie übertragen!" Es war ein Ton der höchsisn Angst, in dem Herr von Brandt diese Worte hervorstietz. In dem Herzen des Mädchens quoll es heiß empor. Dieser Mann sorgte sich also um sie. Und doch — weshalb sprach er vor kurzem so bittere Worte, die ihr noch heute in der Seele brannten. O, nur Gewißheit hätte sie haben mögen, Gewißheit über das, was er empfand! Aber wie sollte sie sich dieselbe ver- schasfen?
Lilly lag schwer atm nb in ben Kisten. Sie fuhr aus dem leichten Halbschlummer empor und ein glückliches Lächeln flog über ihr schmal gewordenes Gesichtchen, als sts Maja erblickte.
„Tante Maja," sagte sie matt, „bleibst Du nun bei mir?“
„Ja, mein Liebling, bis zum Abend. Und morgen komme ich wieder; und bann bringe ich Dir eine schöne Puppe mit.“
„Siehst Du, Papa? Tante Maja ist boch gekommen," roanbte sie sich an bieseu.
Das junge Mäbchen sah ihn ftagenb an. „Glaubten Sie, ich würbe nicht kommen?" Er nickte.
„Ich fürchtete, Sie hätten keine Zeit mehr für mich und das Kind. Doch ist nun alles gut. Maja, ich banke Ihnen, batz Sie mir bie häßlichen Zweifel nahmen; daß Sie gekommen sind."
Wieber traf sie ein aufleuchtenber Blick, wie vorhin in bem bämmertgen Flur. — Ach, nur Gewißheit, — Gewißheit! —
Maja war ganz in Gebauten versunken.
Lillys Stimme ließ sie aufsehen.
„Weißt Du, was wir geträumt hat, Tante
Maja?"
Erstes Blatt.
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>Das Polnische als Familiensprache preußischer Voltsschüler.
’ Zur Darstellung bet Schwierigkeiten, die dem Schulunterricht aus der Fremd- und Doppelsprachigkeit der Schüler erwachsen, hat die preußische Schulstatistik fortlaufend ermittelt, welche Sprache in den Familien der Schüler gesprochen wird. Die „Statistische Korrespondenz" gibt aus diesen Ermittelungen eine Reihe von Zahlen über bie polnische Familiensprache bei Volksschüler in ben Jahren 1891 bis 1906. Danach würbe 1891 ermittelt, daß in ben Familien von 4 916 476 Volksschülern 495 585 nur polnisch, vor 76 642 polnisch und beutsch gesprochen würbe. Im Jahre 1896 waren unter 5 236 826 Volksschülern Preußens 553 367 polnisch unb 87 245 polnisch und deutsch Sprechende, 1901 unter 5 670 870 Volksschülern 596 855 polnisch unb 116 875 polnisch unb deutsch, sowie endlich 1906 unter 6164 398 Schulern 671845 polnisch und 142 769 polnisch und deutsch Sprechende. Unter 100 Volksschülern waren 1891: 10,80 Prozent, 1896: 11,40 Prozent, 1901: 11,56 Prozent und 1906: 12,06 Prozent Kinder vorhanden, in deren Familien polnisch gesprochen wurde.
Der Anteil der polnisch bezw. polnisch unb deutsch sprechenden an der Gesamtzahl der Volksschüler ist demnach von Jahrfünft zu Jahrfünft gestiegen. Auf diejenigen Landesteile, in denen die Hauptmenge der polnischen Bevölkerung ihren Sitz hat, verteilt sich die Zunahme der polnisch sprechenden Tolksschüler solgenber- mafj-m: In Weitpr-utzen 1891: von hundert Dolksschülern 37,44, 1906: 41,08; in Posen 1891: 62,70, 1906: 66,09; im Regierungsbezirk Oppeln 1891: 62,67 und 1906: 63,40. Charakteristisch ist auch das Anwachsen der Volksschüler mit polnischer Familiensprache in dem rein deutschen Regierungsbezirk Arnsberg, in den bie Polen besonders stark ei '.drangen. Dort waren 1891 unter hundert Dolksschülern nur erst 0,46, aber »ebn Jahre später schon 1,99 und im Jahre 1906 sogar 2,93 mit polnischer Farniliensprache vorhanden.
In den letzten fünfzehn Jahren hat hiernach d'e polnische Sprache in den Provinzen Weft- preußen und Posen und in bem Regierungsbezirk Arnsberg sehr starke Fortschritte gemacht, im Regierungsbezirk Oppeln geringere unb überhaupt nur bann, wenn bie Zweisprachigen rnilberücksichtigt werden, während die rein polnische Familiensprache hier einen Rückgang zeigt. Von Oberschlesien gehen aber geradezu besonders viel Berg- und Industriearbeiter nach dein westfälischen und rheinischen Industriegebiete, und damit kommt dann bas starke An- schwellen der polnischen Familiensprache im Arnsbergischen zustande. In diesem rein deutschen Sprachgebiete kann man indessen die zweisprachigen getrost voll der polnischen Familien-