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Zweites Blatt

Interesse mehr an geistigen Anregungen nimmt, er setzt das mechanische und teilt physische Leben, in das er Tag für Tag gezwängt ist, fort, wenn er die Tür der Fabrik hinter sich hat. Die einzig mögliche Lösung ist die Kürzung des Arbeits­tages: auch die 48 Stunden-Arbeitswoche ist bei den Männern im gleichförmigen industriellen Prozeh noch zu viel, um ihn an den idealen Gü­tern des Lebens und seiner Nation teilnehmen zu lasten." Da haben wir es! achtundvierzig Stunden Arbeit in der Woche ist noch zu viel! Das Verbandsorgan der Brauereiarbeiter greift denn auch das Gutachten des australischen Stu­dienreisenden mit großem Behagen auf und weist darauf hin, daß für den aufgeklärten, klassenbewußten Arbeiter überhaupt der Acht­stundentag nur eine Etappe zur weiteren Ver­kürzung der Arbeitszeit bedeute. Zunächst werde also der glückliche australischeLohnftlave", der sich jetzt acht Stunden täglichabrackern" muh, den Sechsstundentag zu fordern haben. Ob ihm dann genug Zeit und Geld zur Teilnahme an denidealen" Gütern des Lebens und der Nation bleiben wird? Wenn nicht, dann kann man es ja mit dem Vierstundentage versuchen!

I« Ovambolande. In neuerer Zeit kom­men immer dringendere Wünsche aus Deutsch- Südwestafrika betreffs stärkerer Heranziehung der kräftigen Ovambos zu Arbeiten. Schon feit 1893 werden in unserer Kolonie die Ovambos zu Schürfarbeiten, am Bahnbau usw. beschäf­tigt, die nach Durchque-ung der das Ovambo- land vom Damaraland trennenden, fast ganz unbewohnten breiten Steppe schon seit langen Jahren an der Etoschapsanne erscheinen, teils der ausgiebigen Jagd auf Antilopen, Gnus, Strauße usw. wegen, teils um Salz (salpeter- sauren Kalk) zu eigenen Gebrauch wie zu Han­delszwecken zu holen. Der deutsche Militär­posten Namutoni an der Etoschapsanne ist von der Werst des oft genannten Ovambohäuptlings Nechale, der am 28. Januar 1904, aufgestachelt durch Sendboten der Hereros, mit 600 seiner Ost-Ondogaleute Namutoni angriff, 120 Kilo­meter entfernt, während die Werst des jetzt ge­lähmten Nechale von der Werft seines älteren, mit ihm verfeindeten Bruders Kamvonds, wel­cher den ihn besuchenden Deutschen, wie Hart­mann, v. Winkler, Sixr v. Arnim usw., sehr freundlich gegenübertrat, 21% Kilometer ent­fernt ist. In der letzten Nummer derDeutschen Kolonialzeitung" behandelt Konsul Singel­mann-Braunschweig das interessante Ovambo- land in einem reich mit Bilderschmuck versehenen Aufsatze.

Harden in bengalischer Beleuchtung. In dem Stimmungsbericht derB. Z. a. M." über die Reichsgerichtsverhandlung des Prozestes Molkte-Harden heiht es:Weiterhin äußert sich der Angeklagte (Harden. D. Red.) über den Zeugen Eeritz, und als er lebhafter wird, unter­stützt ihn heftiger Blitz und Donner, und leuch­tendes Eewitterlicht zittert über die schlanke Ge­stalt im schwarzen Anzuge. Es ist ein eigen­tümlicher Eindruck, wie der Donnergott als Eideshelfer in die Verhandlung eingreift." Einfach widerlich!

Siidastika mit 15, Queensland mit 10, Aegypten mit 9. China und England mit je 8. Der Rest verteilt sich auf Ecuador, Guatemala, Vene­zuela, Kuba, Panama, Kolumbien, Honduras, Abessinien, Algier, den Kongostaat, Madagas­kar, Dahomey, Madeira, Sansibar, Marokko, Palästina, Indien, Japan, Afghanistan, Persien, die Philippinen, Sibirien, Turkestan, die Fidschi-Inseln, Rußland Frankreich, Oesterreich- Ungarn, Bulgarien, Serbien usw. usw.

Es gibt somit kaum ein Gebiet der Erde, über das nicht Anfragen eingelaufen und beant­wortet wären.

Von den 1777 Anfragenden, die ihr Alter an­gaben, waren 194 weniger als 20 Jahre, 1192 zwischen 20 und 30, 294 zwischen 30 und 40, 77 zwischen 40 und 50 und 20 über 50 Jahre alt, und von den 1979 Fragestellern, die Angaben über ihren Familienstand machten, waren 1372 ledig, 563 verheiratet und 14 verwitwet.

Nach dem Berufe waren unter den Anfra­genden am stärksten die Kaufleute, Handwerke und Landwirte vertreten.

Bemerkenswert ist, daß sich von den Anfra­genden nur 395 als mittellos bezeichneten, wäh­rend beinahe tausend zum Teil Über recht er­hebliche Summen verfügten; z. B. 32 über 10 000 M, 36 über 15 000 32 über 20 000 M,

14 über 30 000 -ll, 13 über 40 000 M, 8 über 60 000 M usw. bis zu 450 000 «M hinauf.

Von den Anfragen kamen aus Preußen 1735, und zwar aus Brandenburg mit Berlin 804, aus der Rheinprovinz 171, Schlesien 106, Ost­preußen 105, Sachsen 100, Hannover 92, West­falen 79, Hessen-Nassau 73, Schleswig-Holstein 72 Westpreußen 51, Pommern 42 und Posen 39.

'An der Spitze ter übrigen Bundesstaaten steht Bayern mit 252; es folgen das Königreich Sachsen mit 203, Hamburg mit 127, Württem­berg mit 139, Baden mit 93, Hessen mit 35, Sachsen-Weimar mit 18, Braunschweig mit 14, Mecklenburg-Schwerin mit 13, Lippe mit 11, Bremen mit 10 usw.

Aus den deutschen Kolonien kamen 14 An­fragen aus dem Auslande 193, davon 89 aus Oesterreich-Unaarn, 18 aus den Vereinigten Staaten von Amerika, 18 aus Rußland, 15 aus der Schweiz, 12 aus England usw.

Die Zentralauskunftsstelle für Auswanderer erteilt kostenlos schriftliche und mündliche Aus­kunft.

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchham

n> Knlag--: .Mer-rischer A-k-igrr", ^-»»wirtschaftlich- S-il-g°" «»»Illustrierte, S-mtt-g-stl-tt«.

Deutsches Reich.

Herr von Hollstein über die deutsch-fran­zösischen Beziehungen. Einem Mitarbeiter des Matin" hat der frühere Leiter im auswär­tigen Amt feine Ansicht über die deutsch-franzö­sischen Annäherungsversuche offenbart. Ueber Marokko hat er jede Antwort abgelehnt. Weiter .meinte er: Alle Menschen, die mit offenem Blick ins Leben sehen, hätten sicher die Erfahrung ge­macht, daß der Haß oft ein sehr kostspieliger Luxus ist. Vielleicht käme die Zeit (er würde sie nicht erleben), in der auch beide Völker den alten Haß als eine nutzlose Ausgabe vom Etat streichen. Annäherungsbestrebungen in der Alt des französischen Studentenbe­suchs sei en aber nutzlos. Sie würden ziemlich harmlos bleiben, wenn nicht aus solchen Dingen ein Teil der Franzosen zu schließen glaubte, daß nun int Deutschen Reiche die öffent­liche Meinung zu einer Revision des Frankfurter Vertrags reif sei. Das sei aber ein schwerer Irrtum, der nur arge Enttäuschungen zur Folge haben könnte. Die große Mehrheit des deutschen Volkes werde mit äußerster Energie die Errungenschaften des Frankfurter Vertrages verteidigen und in dieser Beziehung sei der Kai­ser mit seinem Volke einverstanden. Nie würde er dulden, daß man das Werk seines Großvaters antafte. Das Wohl der Völker hänge von der richtigen Weichenstcllung ab. Ueber die Zu­kunft könne er nichts sagen. Der Frieden habe gute Aussichten, wetl die politische Situation so verwickelt sei, daß niemand den Verlauf eines großen europäischen oder auch außereuropäischen Krieges vorauszusagen vermöge.

Früchte einerStudienreise". Kürzlich hat in derHilfe" Dr. Schachner, der nach dem Muster Eoehres als Arbeiter eine Studienfahrt unternommen hatte, feine Erfahrungen mitge­teilt. Der Verfasser hat in dem sozialistischen Probierlande Australien als Goldgräber und Schafscheerer gearbeitet, um die dortigen Ar­beitsverhältnisse zu studieren. Er ist dabei zu der Ueberzeugung gelangt, daß wohl die Land­arbeiter bei dem dort eingeführten Achtstunden­tage bestehen können, daß aber die Fabrik- und Landarbeiter selbst bei nur achtstündiger Tages­arbeit geistig veröden. Dem Industriearbeiter sei so schreibt Dr. Schachner, kaum irgend etwas geblieben, mit dem et teilnehme an dem Kultur­leben der Nation:Die vielbesprochene Kon­kurrenz der Vergnügungen der edlem mit den unedlern existiert für ihn nicht: das Arbeiten in der Fabrik hat ihn so abgestumpft, daß er kein

Marburg

Mittwoch, 27. Mai 1908.

Die Volksschullehrer und die Parteien.

,r DerLiegnitzer Zeitung" entnehmen wir einer Zuschrift aus Lehrerkreisen das folgende: iSchöne Reden für die Schule waren Immer die Domäne liberaler Politiker. Wie weit ist aber die Tat von diesen Worten entfernt gewesen. Erinnert soll nur werden an die Sorge des kommunalen Freisinns für die Besserstellung der Lehrer in großen Städten, z. B. Berlin, Breslau und in Liegnitz war es auch nicht besser. Es ist bekannt, wie vor dem Lehrerbe- foldungsgesetz von 1891 Lehrer in reiferem Alter ein Eesamtgehalt von 1200 Mark bezogen, wie durch die schärfsten Maßnahmen der Regier­ungsbehörden solche Gemeinden gezwungen wer­den mußten, den Lehrern, die Eemeindeschul- lehrer heißen, ein besseres Gehalt zu geben. Wie absprechend wurde dabei in kommunalliberalen Verwaltungen der Lehrer abgeurteilt. Objettiv denkende Lehrer haben das nicht vergessen, sie denken jetzt noch mit Erregung daran,. Wie be­durfte es erst der ganzen politischen Einwirkung der Lehrer, wie mutzten sie das ganze Gewicht ihrer Machtstellung im politischen Leben erst liberalen Stadtparlamenten vor Augen halten, um eine Besserstell ing zu erreichen. Die Spatzen pfeifen es von den Dächern, daß die Drohung, nicht mehr im kommunalpol-tischen Leben den Liberalen die Kastanien aus dem Feuer zu holen, erst die hartgesottensten liberalen Stadt- vätec weich machen mußt», um etwas zu errei­chen. Das paßt nicht jedem Lehrer. Er will nickt durch politische Borfpanndienste sich das er­betteln, was er verlangen kann.

Es gefällt auch den L «-rem nicht, die auf dem Lande sitzen, in das liberale Horn zu blasen, um nur den Städtern Vorteile zu verschaffen. Wer wollte es diesen Kollegen verdenken, wenn sie dem Sirenengesänge liberaler Lehrerpolitiker nicht mehr folgen wollen, die ihnen versprechen: Wenn erst die liberale Zeit im Staate ange­brochen sein wird, dann sollt auch Ihr mit Euren Wünschen herankommen."

Die Landlehrer warten schon Jahrzehnte und merken, daß weder ihnen noch ihren Nachfol­gern dieser Zukunftswechsel eingelöst werden wird. Sie wollen daher ihre Sache in eigene Hand nehmen. Sie können weiterhin nicht dul­den, daß die rechtsstehenden Parteien, die ihnen nur helfen können, von freisinnigen Parteifana­tikern vor den Kopf gestoßen werden. Sie fra­gen nicht bei jedem Ministerwechsel, ob der Mi­nister auch liberal ist. Sie haben zu dem jetzigen Kultusminister, der offen bekannt hat,daß er mit allen Fasern seines Herzens an, der Volks­schule hängt", das feste Vertrauen, daß er sein ganzes Können für die Volksschule und ihre Leh­re einfetzen wird. Sie protestieren dagegen, daß in der Lehrerpresse offen oder versteckt diekon­servative" Gesinnung des Ministers als etwas Minderwertiges hingestellt wird. Er steht als oberster Chef und konservativer Mann nicht allein da; um ihn scharen sich viele Tausende konservativ gesinnter Lehrer.

Zu den konservativen Parteien und unserem Kultusminister haben wir das größte Vertrauen für die nächste Zukunft. Werden diese Hoff­nungen erfüllt, dann wird auch die Zeit bald kor.meii, wo die überwiegende Mehrzahl der Lehrer sich offen da hinstellt, wo sie im Grunde des Herzens sich hingezogen fühlt, dahin, wo man immer selbstlos national dachte und han­delte: Zur Rechten."

Unpolitische Taaesnachnchten.

Hamburg, 25. Mai. An Bord des aus Süd- Amerika eingetroffenen DampfersNeko wur­den pestverdächtige Ratten gefunden. Das Schrfs wird einer Ausgasung mit dem apparat unterworfen Die Werterloschung der Ladung wurde unter den üblichen Vorstchtsmatz- regeln gestattet. Menschen sind nicht erkrankt.

Lindau, 25. Mai. Der Wirtschaftsgehilfe Bo 'tiger, der am 19. Mai bei Tegau (Reuß I. L.) seine Geliebte Boellmann ermordete wurde, heute in Reutin verhaftet. Boettger hat die Tat eingestanden.

Newyork, 25. Mai. Im Staate Oklahoma richteten andauernde Wolkenbrüche große Ver­heerungen an. Viele Städte, auch die Haupt­stadt haben unter den Ueberschwemmungen geht« ten. Die Stadt Gistbriestedt ist teilweise unter Wasser; der Verkehr stockt. Man befurchtet daß viele Personen umgelommen sind; Zch 'Lottan­woodflusse wurden mehrere in den Wellen trei­bende Leichen bemerkt.

Die Tätigkeit der Zeutrallmskmiftsstelle für Auswanderer.

DKG Die Zentralauskunftsstelle für Aus­wanderer in Berlin W. 9, Schellingstraße 4, hat im ersten Vierteljahre 1908 (1. Januar bis 31. März) in 2882 Fällen Auskunft an Auswander- ungslustige erteilt, und zwar in 2082 Fällen schriftliche und in 809 Fällen mündliche.

Beantwortet unirben insgesamt 4822 An­fragen über die verschiedenen Auswanderungs­gebiete. Davon bezogen sich 3410 auf die deut­schen Kolonien, und zwar auf Deutsch-Südwest- afritu 1434, Deutsch-Ostafriia 691, Kamerun 220, Togo 199, Samoa 121, Deutsch-Neuguinea 75, Karolinen, Palau und Marianen 66, Kiautschou 56 usw.

Unter den fremden Auswanderungsgebieten sieht Argentinien mit 323 Anfragen an der Spitze; dann folgen Südbrasilien mit 274, Ka­nada mit 102, Chile mit 92, die Vereinigten Staaten von Amerika mit 85, Nord- und Mittel­brasilien mit 53, Paraguay mit 37, Brasilien im allgemeinen 33, Mexiko mit 31, Uruguay mit 24, Bolivien mit 21, Ben» mit 17, Britisch-

Wissens«, Kunst Md M-n.

# Berlin, 25. Mai. DieNordd. Allg. Ztg." schreibt: Heute Mittag empfing der Reichskanz- ler die noch anwesenden Vorstandsmitglieder der Internationalen Vereinigung für Krebs­forschung, welche unter Führung des auf Le- benszeit gewählten Ehrenpräsidenten der Ver- einigung v. Leyden, von der Begründung der neuen Organisation Meldung wachten. Der Reichskanzler gab 'einem Danke für die ihm er­wiesene Aufmerksan'keit Ausdruck und betonte sein Interesse und sein: hohe Achtung für den ärztlichen Stand, dessen Leistungen und Per- dienste nicht nur auf fachwisienschaftlichem, son­dern auch auf sozialpolitischem Gebiet lagen, freue mich Ihrer Vereinigung, so fuhr der Kauz- ler fort weil ich jeden Schritt begrüße, der die gebildeten Nationen ?u gemeinsamer Arben ver­bindet; ereil gerade diese Ihre spezielle Arbeit von hoher Bedeutung ist, weil ich hoffe daß durch Ihren Zusammenschluß Ihr Arbeitsfell» vergrößert und Ihre Kraft erhöht werden mub. Ich wünsche Ihrer Vereinigung und Zhren Be­strebungen reichen Erfolg.

# Konstanz, 25. Mai. Heute früh starb Professor Adolf L'Arronge im Sanatorium ,Bellevue" in Kreuzlingen bei Konstanz.

Hessen-Nassa» imb Nachsiargebiete.

Cassel, 25. Mai. Nach kurzem schweren Lei­den verstarb hier der erste Geistliche der hie­sigen lutherischen Gemeinde, Herr Pfarrer Opper im Alter von 66 Jahren. Der Verewigte, ein geborener Hesse, erfreute sich nicht nur in sei­ner Gemeinde, sondern in weiten Kreisen un­serer Stadt allgemeiner Liebe und Hochschätzung. 80 000 Jt beträgt eine amerikanische Erb­schaft, welche dem Maurerssohn Hermann Müller 1885 in Ringsleben geboren, zugefallen ist. Der jetzige Aufenthalt des glücklichen Er­ben ist gänzlich unbekannt. Wer weiß, wo er jetzt steckt oder wer kann sonstige Auskunft über ihn geben? Wi: mitgeteilt wird, hat der Kurhessische Viehhändler-Verein, E. D., be­schlossen, den Casseler Fettviehmarkt nicht mehr zu beschicken. Der Eruno hierfür ist eine Poli­zeiverordnung, wonach das Treiben von Vieh im hiesigen Stadtbezirk verboten wurde. Auch dem Wunsche der Viehhändler, das Treiben von abends bis morgens zu erlauben, wurde nicht entsprochen. Jedenfalls wird, so heißt es in der Zuschrift weiter, die Folge eine starke Stei­gerung der Fleischpreise sein, da auch Schlachte und Landwirte sich mit den Händlern solidarisch erklärten. Ein junger Mann von 25 Jahren, Arbeiter, sprang gestern mittag gegen %12 Uhr von der Schlagd aus in die Fulda und er­trank. Die Mutter des Unglücklichen, die un­mittelbar vorher an einem Krämpfeanfall ge­litten hatte, mußte entsetzt den Vorfall ansehen. Es war ihr nicht möglich gewesen, den Rasenden zu retten. Die Leiche konnte noch nicht gelandet werden. _

Allendorf a. 25. Mai. Vor einigen Tagen wurde hier am Alleerasen von Baggerarbeitern Ms der Werra die Leiche ein« etwa 10jährigen

Die InsertionSgebÜhr beträgt für die 7gespaltene Zeile ,

oder deren Raum "15 Pfennig, fit Reklamen 30 Pfennig. iq Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, llniversttätSbuchdruckerei -oUmjl« Inhaber Dr. C.Hitzeroth, Marburg, Markt21. Telephon55.

Knaben gelänbet, die mit einer roten Bluse be­kleidet war. Die Leiche wurde als die des feit einiger Zeit vermißten Knaben Börner aus Wanfried erkannt. . , ,,

Bo« Eichsfelde, 24. Mai. Durch ein furcht- bares Schadenfeuer wurden in Bernshausen (Kr Duderstadt) das Wohnhaus und sämtliche Wirtschaftsgebäude des Landwirtes Heinrich Kurth, die Wohn- und Wirtschaftsgebäude des ^Landwirtes Trümper, sowie die Scheune des Schuhmachermeisters Kohlmeyer total etnge« äschert. Drei Rinder und acht Schafe kamen in den Flammen um. Vom Mobilar konnte fast nichts gerettet werden.

Fulda, 25. Mai. Bei einem vorgestern abend von 6 bis 8 Uhr über unsere Gegend niederge­gangenen sehr schweren Gewitter mit ^lektnschen Entladungen und wolkenbruchartigem Regen schlug der Blitz wiederholt ein. Kurz nach v Uhr in das Anwesen des Landwirts Nik^ Weh­ner in Lütterz (Kr. Fulda) und äscherte Scheune und Stallung ein. Da^ Wohnhaus, das zwar stark beschädigt wurde, blieb erhalten Ferner fuhr der Blitz in die Telephonleitung des Herrn Apothekers Eanß (Friedrichsmarkt). Dem Ge- schäftsinhaber, der gerade vor dem Telephon saß wurde durch die herausschlagenden Flam- men das Kopfhaar versengt. Sodann schlug der Blitz in den auf dem nördlichen Turm der Stadt­pfarrkirche befindlichen Blitzableiter und fuhr an diesem in Form einer leuchtenden Kugel in die ^Eisenach, 25. Mai. Ein 78jähriger Hand- werksbursche fand sich gestern vormittag auf der Polizeiwache ein, um die Stabtoerpftegungmit- zunehmen. Der alte Mann, ein Schuhmacher aus Schallenburg, ist au" feinen Janger SBanfeer. jähren noch niemals mit dem Strafrichter tn K°Hann?BNinden, 25. Mai. 300 Lokomotiv­führer der Bezirksverbände Köln und Berlin hielten, wie gemeldet, hier ihren Delegierten- tag ab. Sie beschlossen., zur wirksamen Standes- förberung eine einheitliche Landesorganisation mit dem Sitz in Köln ins Leben zu rufen.

Man abonniert auf di« täglich erscheinendeOberhessische Zeitung" bei alle« Postämtern und unser« Zeitungsstellen in Kirchhainmid Wetter sowie bei unserer Expedition Markt 21. Der Bezugspreis beträgt durch die Post 2,25 Mk. (ohne Bestellgeld), bei unfern ZeitimgSstellen und der Expedition 2 Mk.

Hochschulnachrichten.

X Berlin, 25. Mai. Der Geh. Medizinaler, ordentl. Professor an der Universität Berlin Dr. Heffter wurde zum ordentlichen Professor an d^ Kaiser Wilhelms-Akademie für das milttarärrt- liche Bildungswesen ernannt. - -----