mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
m» »en K-Uo-ein,Literarischer Anzeiger«, ,L<mr>wirtsch»ftliche Keila,«« and .Ollnftriertr« Sanatagoblatt«.
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Man abonniert auf di« täglich erscheinende „Oberhessische Zeitung" bet allen Postämtern und unsern Zeitungsstellen in Kirchh ain und Wetter sowie bei unserer Expedition — Markt 21. — Der Bezugspreis beträgt durch die Post 2,25 Mk. (ohne Bestellgeld), bei unsern Zeitungsstellen und der Expedition 2 Mk.
Marburg
Mittwoch. 27. Mai 1908.
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Die JnsertionSgebühr beträgt für die 7gespaltene Zeile
oder deren Raum "15 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. — ja 'Yrrfirji Druck. und Verlag: Joh. Aug. Koch, Unwersttätsbuchbruckeret
Inhaber Dr. C.Hitzeroth, Marburg, Markt21. — Telephon 55.
Der heutigen Nummer liegt bei Kreisblatt Nr. 43.
Erstes Blatt.
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Das Kronprinzenpaar in Köln.
Köln, 25. Mai. Der Kronprinz und die Kronprinzessin sind heute vormittag 11 Uhr hier eingetroffen und am Ubierring von dem Oberpräsidenten v. Schorlemer-Lieser, dem Regierungspräsidenten Dr. Steinmeister, Oberbürgermeister Wallraf und Kommerzienrat Theodor v. Guilleaume begrüßt worden. Hierauf fuhren die Herrschaften mit dem Gefolge durch die von Schulkindern, Vereinen und Publikum dichtbesetzten Ringstraßen zum Dom, wo das Metropolitankapitel mit dem Kardinal-Erzbischof Dr. Fischer an der Spitze der hohen Gäste harrte. Vor dem Dome hatten die Kriegervereine mit ihren Fahnen Aufstellung genommen. Rach der unter lebhaften Ovationen erfolgten Ankunft der kronprinzlichen Herrschaften im Dom hielt Kardinal-Erzbischof Dr. Fischer eine Ansprache. Rach einem Gesang des Domchors erfolgte ein Rundgang und die Besichtigung der Schatzkammer. Ueber den Domhof erfolgte sodann die Fahrt nach dem Rathaus, wo die Schülerinnen der höheren Schulen Aufstellung genommen hatten. Oberbürgermeister Wallraf hieß den hohen Besuch herzlich willkommen. Rach der Besichtigung der schönsten Säle des Rathauses begaben sich die Herrschaften in das Regierungsgebäude, woselbst bei dem Regierungspräsidenten Dr. Steinmeister um 12^ Uhr Frühftücks- tafel stattfand, an der außer dem Kronprinzen und der Kronprinzesiin Prinz Oskar von Preußen, Regierungspräsident v. Schorlemer-Lieser, Oberbürgermeister Wallraf teilnahmen. Rach dem Frühstück erfolgte die Weiterfahrt nach der Villa Theodor v. Guillaume, wo die Herrschaften abstiegen. Kurz nach 3 Uhr fuhren die hohen Herrschaften nach dem Rennplatz. In ihrer Begleitung befanden sich die Schaumburg-Lippe- schen Herrschaften aus Bonn und Prinz Oskar von Preußen. Aus Anlaß des ersten Besuches der Kronprinzesiin fand auf der Rennbahn ein Kronprinzesiin Cecilien-Rennen statt, das mit einem Gesamtpreis von 10 000 Mk. und mit
47 .Nachdruck verboten.)
Die Freundinnen.
Originalroman von Irene v. Hellmuth.
(Fortsehung.)
Rur einen Augenblick stand Maja und starrte auf das Briefblatt. Heiße Tränen rannen darauf. Dann kam eine fieberhafte Tätigkeit über sie. Laut und schrill tönte eine Klingel durch das Haus. Einige Diener stürzten eilig herbei.
„Fritz soll anspannen, — sofort!"
„Fritz ist doch ausgegangen," scholl es ihr entgegen.
„Ich habe keine Zeit zu warten," rief Maja ungeduldig. „So steht doch nicht da und gafft, — dann soll eben ein anderer anspannen!"
In diesem Augenblick kam ihr Vater die Treppe herab.
„Was gibt es denn? Weshalb schreist Du denn so?"
„Ich muß augenblicklich fort," antwortete Maja.
„Nanu, — wo brennts denn?"
Der alte Herr hatte bereits den Zettel an sich genommen und durchgelesen. Nun stellte er sich breitspurig vor seine Tochter hin.
„Du, daraus wird nichts. Das dulde ich Nicht!"
! „Was meinst Du, Papa?"
„Ich meine, dieser Herr v. Brandt muß vollständig den Kopf verloren haben, sonst würde er nicht verlangen, daß Du zu einem diphtherie
einem Ehrenpreis der Kronprinzesiin bedacht war. Erster wurde „Sonnenstrahl", Besitzer E. Brandt-Schmerwitz, von Leutnant Braune ge- geritten. Leutnant Braune, der bereits in zwei vorangegangenen Rennen als Erster durchs Ziel kam, nahm aus der Hand der Kronprinzesiin einen Ehrenpreis in Gestalt eines silbernen Pokals entgegen. Gegen 5 Uhr begaben sich die Herrschaften nach der Villa des Kommerzienrats Guillaume zurück. Nach 7% Uhr fuhren die kronprinzlichen Herrschaften im Automobil ani Rhein vorbei nach dem Gürzenich. Das kron- prinzliche Paar wurde im Gürzenich von Oberbürgermeister Dr. Wallraf, dem Oberpräsidenten der Rheinprovinz, sowie Kardinalerzbischof Dr. Fischer empfangen und in den großen ELrzenich- saal geleitet. Nach dem Kaisermarsch von Wagner begann das Festmahl, an dem etwa 280 geladene Gäste teilnahmen. Oberbürgermeister Wallraf hielt die erste Rede, in der er dem Kronprinzenpaar ehrerbietigsten Willkommen entbot und die mit einem dreifachen Hoch auf den Kronprinzen und seine Gemahlin schloß. Der Kronprinz erhob sich unmittelbar nach den Worten des Oberbürgermeisters und erinnerte eingangs an die schönen Jahre, die er in der herrlichen Rheinprovinz als Student glücklich und sorgenlos verleben.durfte. Die Gefühle, die ihn heute an diesem Tage beseelten, würden ihm stets in Erinnerung bleiben und er sei überzeugt, daß sie auch auf seine geliebte Frau einen tiefen Eindruck gemacht hätten, namentlich in der Stadt Köln. Er hoffe, daß dieses Mal nicht das letzte Mal gewesen sein werde, daß sie in dem schönen Köln sein dürften. Der Kronprinz schloß: „Alles, was mir an Dankbarkeit in dieser Stunde durch mein Herz geht, lassen Sie mich in den Ruf zusammenfasien: Die Stadt Köln, ihre Bürger und ihr verehrter Herr Oberbürgermeister hurra, hurra, hurra!" Gegen 8% Uhr verließen die kronprinzlichen Herrschaften den Gürzenich und fuhren nach dem Haus des Kommerzienrats v. Guilleaume zurück. Um 9 Uhr 20 Min. trafen die kronprinzlichen Herrschaften am Landungsplatz am Wilhelmsplatz ein, von wo sie sich trotz strömenden Regens an Bord des Salondampfers „Kaiserin Friedrich" begaben, der sich zunächst rheinaufwärts bewegte. Die Illumination war eine glänzende. Beim Bismarckturm wandte sich das Schiff mit den Begleitschiffen wieder rheinabwärts. Den Glanzpunkt des Abends bildeten der von der Eisenbahnbrücke niedergehende Feuerregen und der in dunklem Rot erstrahlende Dom. Um 11 Uhr fuhren die Herrschaften mittels Sonderzuges der Rheinuferbahn nach Bonn zurück.
Drnisches Reich.
— Eesetzveröffentlichungen. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht das Gesetz betr. die Aen- derung des Gesetzes über die Einnahmen und Ausgaben der Schutzgebiete vom 30. März 1892 sowie das Gesetz betr. die Stempelabgabe von Erlaubniskarten für Kraftfahrzeuge ausländischer Besitzer vom 18. Mai 1908.
krank n Kinde gehst. Das darf man mir nicht zumuten! Jeder ist sich selbst der Nächste! Du könntest angesteckt werden! Die Krankheit ist sehr leicht übertragbar! Jeder Arzt kann Dir da.' bestätigen!"
Maja hörte kaum auf ihn.
„Papa, Du hälft mich bloß auf. „Es hilft Dir ja doch nichts."
„Das werden vir sehen! Heda!" rief er in den Hof hinaus, wo eben die, Pferde aus dem Stall geführt wurden, „nicht anspannen! Meine Tochter bleibt hier!"
Maja war ganz blaß geworden.
„Vater, fort gebe ich doch und sollte ich den Weg zu Fuß zurücklegen. Du kennst mich ja zur Genüge, denke ich."
Der Vater verlegte sich auf gütliches Zureden.
„Bedenke doch, Maja, ich habe keine ruhige Minute, wenn Du da draußen bist. Liegt Drr denn an den fremden Leuten mehr als an mir? Und es schickt sich auch nicht, daß Du hingehst und vielleicht stundenlang bleibst. Was sollen die Leute sagen!"
Maja lachte verächtlich.
„Darum kümmerst Du Dich auch noch, Papa? Darnach frage ich nicht."
„Aber ich ftage darnach? Man soll nicht über Dich reden!"
„Vater, für so kleinlich hätte ich Dich wirklich nicht gehalten! Das Kind ist totkrank, Du hörst es ja. Man wartet auf mich h Sehnsucht und Angst! Ich bin vielleicht im Stande, etwas zur Beruhigung der verzweifelnde« Vaters bei
— Neuordnung der preußischen Beamte«- Besoldungen. Die Mehrausgabe für die Beamtenbesoldungen in Preußen ist in der Presie auf 130 Millionen Mark berechnet. Rach den wiederholten Erklärungen der Staatsregierung wird für die Aufbesierung der Lehrergehälter ein Staatsbeitrag von zusammen 30 Millionen Mark, für die Aufbesierung der Gehälter der Geistlichen ein solcher von 15—17 Millionen in Aussicht genommen. Diese Summen sind in dem erwähnten Betrag von 130 Millionen Mark ein- geschlosien. Ebenfalls als unrichtig bezeichnet die „Post" die hier und da aufgetauchte Auf- fasiung, daß an die Zusammenberufung der Landtages gegen Ende des nächsten Monats sich unmittelbar die Beratung dieser Besoldungsvorlagen anknüpfen werde. Die Staatsregierung hat sich allerdings non der Auffassung leiten lasien, daß man in Preußen in dieser Beziehung wenigstens zunächst Hand in Hand mit dem Reiche gehen müsse und demzufolge die Vesol- dungsvorlagen bis zu dem Zeitpunkte zurück- gestellt, wo im Reiche mit der Inangriffnahme der Reichsfinanzreform zugleich die Bahn für die Besoldungserhöhungen frei wird. Mit der Reichsfinanzreform kann der Reichstag aber naturgemäß erst bei seinem Zusammentritt Ende Oktober befaßt werden. Dem Landtage können demzufolge auch die sechs zusammenhängenden Vorlagen, betr. die Besoldungserhöhungen und die Beschaffung der erforderlichen Deckungsmittel, gleichfalls erst zu diesem. Zeitpunkte zugehen. Die Zusammenberufung des Landtages Ende nächsten Monats erfolgt lediglich aus formalrechtlichen Gründen.
— Ueber die Ausführung des MLnzgesehes lesen wir in einem Berliner Blatte: Im Anschluß an das inzwischen vom Kaiser vollzogene Münzgesetz wird man nun wohl bald Näheres über das Preisausschreiben hören, welches der Schatzsekretär im Reichstage in Aussicht stellte. Es wird sich bei diesem, nachdem das Dreftnark- stück wieder in den Münzverkehr kommt und in- folgedesien die Fünfmarkstücke wegen der Verwechselungsgefahr ihre bisherige Form beibehalten müsien, nur noch um das Fünfundzwanzigpfennigstück handeln und seine Ausgestaltung als handliche, der Verwechselung nicht ausgesetzte, dabei auch dem ästhetischen Be- dürfnisie genügende Münze. In den Verkehr kommen soll es nächsten Winter. Der neue Taler kommt aber jedenfalls schon eher in den Verkehr. Mit seiner Ausprägung kann sofort begonnen werden, wenn der Bundesrat der von uns bereits neulich beschriebenen Prob-prägung, die auch dem Reichstag ein Jahr I. ng Vorgelegen hat, feine Zustimmung gegeben hat.
— Ein Gruß aus Spanien. Auf ein Glückwunschtelegramm zum Geburtstage des Königs von Spanien telegraphierte dieser an den Prinzen Heinrich: „Die-liebenswürdige Beglückwünschung, die Du an mich richtetest, hat mich sehr behegt. Ich bitte Dich, mit den Chefs und Offizieren der ausgezeichneten kaiserlichen Marine, der anzugehören ich stolz bin, den Ausdruck meiner Gefühle tiefster Erkenntlichkeit und
zutragen! Und Du willst mich zurückhalten mit Deinen kleinlichen Bed. nken? Ich sage Dir, — ich muß hinaus! Also halte mich nicht länger auf."
Sie wollte an ihm vorüber, aber er hielt sie am Arme fest. Er war sehr zornig, das sah man.
„Ich will doch sehen, wer hier eigentlich Herr ist! Mit so einem widerspenstigen Kinde wie Du bist, hoffe ich noch fertig zu werden!"
Dann eilte er hinaus und ehe Maja sich noch besinnen konnte,-hatte er den Stall erreicht und den Schlüsiel abgezogen.
„So, und nun fahre, wenn Du kannst! Denn zum Laufen wird Dir bei diesem Schneegestöber doch die Lust vergehen, denke ich!"
Maja lachte zornig auf.
„Gott sei Dank gibt es in der Stadt noch mehr DroWen und Pferde," sagte sie dann ruhig.
Sie wandte sich ohne ein weiteres Wort um, stieg die Treppe empor und verschwand in ihrem Zimmer.
Sie nahm sich nicht Zeit, das Hauskleid mtt einem anderen zu vertauschen, sondern schlüpfte nur in ihren eleganten, pelzverbrämten Mantel, setzte das Mützchen auf, band den Schleier um und in kaum fünf Minuten trat sie wieder unter die Türe. Der Vater stand noch auf demselben Fleck. Offenbar überlegte er, was zu tun Jet. Zornig stampfte er mit dem Fuße auf, als Maja ihm zum Abschied die Hand reichte.
„Adieu, Papa! Du wolltest doch wegen des
meine größte Sympathie in Empfang z« «efr men. Ich bitte, daß Gott mich würdigt, Me Wünsche zu hören, welche ich für das Glück dar kaiserlichen Familie und für die Wohlfahrt Deutschlands hege. Alfons."
— Englandreise deutscher Pastore«. Dich Teilnehmer an der von uns bereits mehrfach erwähnten Englandreise deutscher Pastoren träfe« gestern in Bremen ein und traten heute wttt ihren Führern, den Herren William I. St«* und Rhodes, die Fahrt an. Von der Marburger Universität nimmt, soviel wir hören, Konststo» rialrat Prof. Mirbt an der Reife teil.
— Saatenstand des Deutsche« Reichs «et Mitte Mai. Die eingeklammerten Zahlen sind von Mitte Mai 1907: Winterweizen 2,3 (3,0), Sommerweizen 2,6 (2,5), Winterspelz 2,1 (2,4), Winterroggen 2,6 (2,9), Sommerroggen 2,8 (2,4), Sommergerste 2,9 (2,3), Hafer 2,3 (2,4), Klee 2,3 (3,0), Luzerne 2,2 (2,6), Bewässerungs- wiesen 2,0 (2,2), andere Wiesen 2,4 (2,7). Wegen Auswinterung usw. umgepflügte Fläch« in Prozenten der Anbaufläche der betr. Frucht: Winterweizen 2,4 (2,4), Winterspelz 0,7 (4,1), Winterroggen 2,2 (4,1), Klee 1,4 (9,3, Luzerne 1,2 (7,9). Infolge der kalten und nassen Witterung des Vormonats machte das Wachstum der Früchte nur geringe Fottschritte und die Bestellung der FrLhjahrssaaten und Hackfrüchte wurde mehr oder weniger verzögert. Die durch Auswinterung usw. nötig gewordenen Um- pflügungen nahmen in diesem Jahre im allgemeinen einen geringen Umfang an. Der gegenwärtige Stand der Wintersaaten wird im allgemeinen als befriedigend bezeichnet' das.-gilt besonders von Winterweizen, Winterspelz'^und von den Frühsaaten des Winterroggens. Die. Bestellung der Sommerhalmfrüchte hatte unter der naßkalten Witterung viel zu leiden. Die rechtzeitig zur Aussaat gelangten Saaten sind fast überall gut ausgelaufen und haben sich größtenteils gut entwickelt, sind aber verschiedentlich stark mit Unkraut durchwachsen. Das Legen der Kartoffeln ging infolge der Nässe nur langsam vonstatten. Klee und Luzerne habe« sich in letzter Zeit sehr gebessert. Auch die Wiesen finden eine bessere Beurteilung als im monat.
AlisslMh.
** Der Besuch des Präsidenten FaM-res Bei König Eduard. Dover, 25. Mai. Präsident Fälliges ist heute mittag an Bord des „Leon Gambetta" hier eingetroffen. Er wurde vom Herzog von Eonnaught bei der Landung empfangen. Korporationen überreichten eine Adresse. — London, 25. Mai. Präsident Fälliges ist heute nachmittag 4 Uhr 15 Min. hier eingetroffen und vom König, dem Prinzen von Wales, dem Prinzen Christian von Schleswig- Holstein, den Herzögen von Argyll und Fife, sowie mehreren Mitgliedern des Kabinetts empfangen worden. — In den Begrüßungsartikeln der englischen Presse wird betont, daß
Inspektors nach der Fabrik hinaus fahren? Als» laß Dich nicht stören und sorge Dich nicht «« mich? Am Abend komme ich zurück."
Dann ging sie wirklich. Reinau hatte es nicht für möglich gehalten. Er sah ihr «ach^ indem er vor sich hinbrummte:
„Da seh mir einer den Tiotzkopf an. Was wi.l ich nun machen? Ich glaube immer, dieser Herr von Brandt steckt den. Mädel tiefer im Herzen, als es scheint."
Mit einem schweren Seufzer wandte er sich nach dem Stalle zurück und ließ sich sein Fuhrwerk anspannen. Maja war inzwischen nach dem nächsten Droschkenhalteplatz geeilt. Ohne z« fragen, reichte sie einem der dort auf- und abgehenden Kutscher ein Goldstück und sagte: „Fahren Sie mich, so ichnell Sie können nach Neunlinden hinaus! Aker ich habe Eile!"
Der Mann schien sehr verwundert. Mit offenem Munde starrte er auf die zierliche Dame, die gar nicht nach dem Preis fragte. Das kam selten vor. Maja war schon längst eingestiegen, als der Kutscher noch knixend, den Hut in der Hand, am Wagenschlag stand. Erst ein wiederholter Anruf des jungen Mädchens weckte ih« aus feinem Staunen. Umständlich zog er einen ledernen, vom Gebrauch schwarz gewogenen Beutel heraus, betrachtete erst einmal grinsend das funkelnde Goldstück, ehe er er« sorgfältig hineinlegte. Der jungen Dame krippelte es vot Ungeduld in allen Fingerspitzen. Endlich kltt- terte der Kutscher auf seinen hohen Sitz «n> hieb auf die Pferde et«. Der Wagen sauste bald auf der wohlbÄannte« Straße dahin, daß Nt