ihren
«Nachdruck verboten.)
47
Beilagen werden von unserer Expedition (Markt 21) unseren Ausgabestellen in Kirch- ßain, Neustadt und Wetter, sowie von »llen Postanstaiten und Landbriefträgern ent- gegengenommen.
men für die wertvollen Geschenke. Wir find tief beschämt durch die große Güte, die uns diese Geschenke hat zuteil werden lassen. Sollte es möglich sein, so werden Sie die Bande, welche sich zwischen uns und die beiden Provinzen gebildet haben, in Zukunft noch fester knüpfen."
Im Anschluß an die Uebergabe des Hochzeitsgeschenkes fand im Ständehaus ein Festmahl statt. Um 8V2 Uhr erfolgte die Abfahrt des Kronprinzenpaares zur Tonhalle, wo ein Festspiel „Vater Rhein" aufgeführt wurde. Dasselbe führte eine Serie von Bildern vom Rheinstrom und einige Phasen aus der Entwicklung rheinischen Lebens und Treibens vor. Das Festspiel, bei dem zahlreiche Künstler, Mitglieder des Offiziersvereins mit ihren Damen und 50 berittene Kavallerieunteroffiziere mitwirkten, fand bei den hohen Herrschaften und dem Publikum lebhaften Beifall. Der Kronprinz dankte in seiner Gattin und seinem Namen sämtlichen Mitwirkenden mit herzlichen Worten. Um 10y> Uhr fuhren die kronprinzlichen Herrschaften nach dem Parkhotel zurück.
Düsseldorf, 24. Mai. Nach dem Festspiel zeigte sich das Kronprinzenpaar mehrmals am Balkon des Park-Hotels. Die Kronprinzesiin warf Blumen zwischen das unten anwesende Publikum, das den hohen Herrschaften lebhafte Ovationen darbrachte. — Heute Morgen 10*4 Uhr nahm der Kronprinz die Parade der ehemaligen Gardisten ans dem Rheinland und Westfalen ab. Er ließ sich im Anschluß daran die Leute vorstellen, die in seiner Kompagnie gedient hatten, sowie einen alten Herrn, der noch unter Kaiser Wilhelm I. ausgebildet worden war, und einen anderen, der zur Geburtsstunde des Kronprinzen vor dem Schlöffe Posten gestanden hatte. Die Kronprinzessin blieb während der Parade im geschloffenen Automobil. Um 1034 Uhr traf das Kronprinzenpaar mit Gefolge in der Kapelle der allgemeinen städtischen Krankenanstalt ein. Dort erfolgte die Vorstellung des akademischen Rates, der anwesenden Beigeordneten, der Anstaltsgeistlichen und der anwesenden Damen. Von einer Besichtigung wurde wegen der vorgerückten Zeit Abstand genommen. — Einige Minuten nach 11 Uhr reiste das Kronprinzenpaar mit Gefolge in Automobilen nach Bonn ab. Die heutigen Veranstaltungen werden durch das kalte, regnerische Wetter stark beeinträchtigt, trotzdem aber wurden die hohen Herrschaften überall von der geduldig im strömenden Regen harrenden Menge jubelnd begrüßt.
Bestellungen für den Monat Juni auf die ^Oberhessische Zeitnng" nebst
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
mik ktu Literarischer Anzeiger«, „Landwirtschaftliche K-itage« nnd ,,Illustriert» K-nmta,,blatt«.
Deutsches Reich.
— Bom Reichsmilitärgericht. Der Senatspräsident beim Reichsmilitärgericht v. Richter wurde in den erbetenen Ruhestand versetzt. Zum
Sylvia antwortete nicht. Sie mochte den Bruder nicht anklagen.
Der Baron betrieb mit aller Eile die Ueber- siedelung nach dem einzigen Wirtshause des Dorfs. Richt eine Stunde länger mochte er die Gastfreundschaft dieses Mannes, den er einst Freund genannt, in Anspruch nehmen. Die Baronin zeigte sich sehr bestürzt über diesen Ausgang, der ihr völlig unerwartet kam.
„Die armen Kinder," jammerte sie. „Was ist da zu machen?"
Der Baron zuckte die Achseln.
„Wir muffen Geduld haben; vielleicht besinnt sich der alte Starrkopf noch!"
XII.
Ein richtiges Schneetreiben hatte begonnen. Maja saß am Fenster und schaute den. lustigen Flockengewimmel zu. Auf ihrem lieblichen Gesicht lag ein ungewöhnlicher Ernst. Sie hielt die Hände im Schoß gefaltet. Fritz, der eben eintrat, wunderte sich, daß seine junge Herrin so still dasaß und kaum seinen Gruß erwiderte. Sie hatte sonst immer eine Neckerei oder ein freundliches Wort für den ehrlichen Alten bereit.
„Haben gnädiges Fräulein Aufträge für mich? Ich gehe, verschiedene Besorgungen zu machen," sagte Fritz.
„Nein, ich wüßte nicht, — doch halt, da fällt mir eben ein, meine Freundin teilte mir mit, daß die kleine Lilly, — Du weißt ja wohl — heftig erkrankt sei. Ich werde heute hinausfahren, das Kind zu besuchen. Du kannst mir irgendwo eine hübsche Puppe kaufen. Aber eine, die blonde Locken hat, verstehst Du? So eine wünscht die Kleine sich schon lange, und ich möchte ihr eine Freude machen."
„Aber Fräulein, bei dem Wetter wollen Sie fort?" wandte der Alte besorgt ein.
schon die Stimme des Knaben, der sich anscheinend mit einem der Diener herumstritt, denn es klang beinahe weinerlich, als er sagte: „Der Herr v. Brandt hat mir aber befohlen, es dem gnädigen Fräulein selbst zu geben!"
„Dummer Bengel, ich werde es schon besorgen!" schnarrte der Bediente.
Im Nu stand das junge Mädchen neben ihm.
„Was gibt es?" fragte sie hastig, mit fliegen, dem Atem.
Der Knabe reichte ihr das Kouvert. Er kannte die junge Dame bereits von ihren vielen Besuchen in Neunlinden. Der Diener entfernte sich eilig. Maja las mechanisch die Aufschrift.
„An Fräulein Reinau, — Wohlgeboren,* stand da. Dem Schreiber mußte die Hand gezittert haben, denn die Buchstaben erschiene« seltsam wackelig.
Maja riß den Umschlag ab.
„Sehr geehrtes Fräulein!" las sie. «Verzeihen Sie, wenn ich sie zu belästigen wage, und schreiben Sie dies der schweren Sorge einer geängstigten Vaters zu. Meine kleine Lilly ist todkrank! Der Arzt erklärt, daß As ein sehr bedenklicher Anfall von Diphtherie rst. Er gibt mir wenig Hoffnung, daß wir das zarte Leben erhalten werden; es müßte denn bald eine Wendung zum Befferen eintreten. Sie können sich denken, daß ich r: Verzweiflung bin. Lilly ist das Einzige, wa-, mir von dem verfehlten Leben noch übrig blieb! Das Kind verlangt stürmisch nach Ihnen! Ich glaube, daß schon Ihr Erscheinen allein genügt, uns alle zu beruhigen. Ich vermag der armen Kleinen nicht länger mehr zu widerstehen und vereinige meine Bitt« mit der des Kindes: Kommen Sie baldl Lilly hat furchtbare Sehnsucht.
Ihr ergebener
Arnold e, Brandt,* J | > (Fortsetzung folgt).
Senatspräsidenten des Reichsmilitärgericht, wurde Wirkt. Geh. Kriegsrat Ritter v. Hab^ ernannt.
— Eröffnung der hefiischen Landesansstel- lung. Darmstadt, 23. Mai. Anläßlich der Er- öffnung der Heffischen Landesausstellung fand heute nachmittag iy2 Uhr im Ausstellungsrestaurant ein Festessen statt, an welchem der Großherzog, die Minister, die Gesandten von Preußen, Rußland und England, die Prüft, deuten und viele Mitglieder beider Ständekammern, die Spitzen der Behörden, Vertreter der Landesbehörden und der hessischen Städte, sowie der Städte Frankfurt a. M., Mannheim, Caffel, Köln, Düffeldors usw., im ganzen etwa 200 Personen, teilnahmen.
— Die süddeutschen Bürgermeister bei König Eduard. London, 23. Mai. Die süddeutschen Bürgermeister fuhren in offenen Equipagen 2'lm Buckinghampalast. Der deutsche Botschafter Graf Wolff-Metternich stellte dem Könige fünf Oberbürgermeister vor, welche dann die anderen Bürgermeister vorstellten. Der König hielt eine deutsche Ansprache, in der er auf das ausgezeich. nete Wetter hinwies und die Hoffnung aussprach, daß alle andern Umstände des Besuchs damit im Einklänge stehen möchten. Es sei ihm ein sehr großes Vergnügen, die deutschen Bürgermeister in seiner Residenz zu empfangen und ihnen herzlich Willkommen zu sagen. Der erste Bürgermeister von München, Geheimrat von Vorscht, dankte dem Könige in einer kurzen Ansprache für seine außerordentliche Güte, für die Einladung nach Windsor und den heutigen Empfang, den er und seine Kollegen aufs höchste zu würdigen wüßten. Worte fehlten ihm, um die Herzlichkeit der Gastfreiheit und die Eure zu schildern, die der Abordnung während ihrer ganzen englischen Reise zuteil geworden seien und von der sie die dankbarste Erinnerung mit nach Hause nehmen. Sie hoffe und glaube aufrichtig, daß der Austausch von Besuchen dazu beitragen werde, die bestehenden guten Beziehungen zwischen beiden Ländern noch zu stärken. Nach dem Empfang besichtigten die Bürgermeister verschiedene Staatsgemächer und Kunstschätze.
— Die Jubiläumstagung des Reichsverbandes der deutschen landwirtschaftlichen Genoffen« schäften. Wie bereits berichtet, begeht der Reichsverband der deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaften anläßlich des diesjährigen deutschen landwirtschaftlichen Genoffenschafts- tages in Mainz die Feier seines 25jährigen Bestehens Für die Tagung ist nunmehr die Zeit vom 8—11. Juli festgesetzt worden. Am 8. Juli eröffnet den Reigen der Veranstaltungen ein vcm Verband der hessischen landwirtschaftlichen Genoffenschaften gegebener Begrüßungsabend in der prächtigen Stadthalle. Am 9. Juli, vormit-
prinzlichen Herrschaften im Automobil unter großer Begeisterung des Publikums die Stadt und begaben sich durch die Barmer Anlagen und über die Höhenzüge durch Elberfeld über Mettmann nach Düsseldorf. In Barmen bildeten auf dem ganzen Wege, den das Kronprinzenpaar nahm, Kriegervereine und Schul- ttnder Spalier. Bei der Durchfahrt durch Elberfeld bildete ebenfalls die Schuljugend Spalier.
Nachmittags 3y2 Uhr traf das Kronprinzenpaar im Automobil in Düffeldorf ein. In Begleitung des hohen Paares befanden sich Oberpräsident Freiherr von Schorlemer, Regierungspräsident Schreiber, Adjutant Oberstleutnant v. Oppen uni) Hofdame Frl. v. Trotha. Am Portal des Parktores hatten sich Oberbürgermeister Marx, zahlreiche Beigeordnete und Stadtverordnete und eine Anzahl festlich gekleideter Ehrenjungfrauen versammelt. Der Oberbürgermeister richtete einige Worte herzlicher Begrüßung an das Kronprinzenpaar und die Tochter des Beigeordneten Greve überreichte der Kronprinzesiin einen Blumenstrauß. Die hohen Herrschaften zeigten sich später noch vonk Balkon des Hotels dem zahlreich versammelten Publikum, wobei sie mit stürmischen Hochrufen begrüßt wurden. Die Straßen und Plätze der Stadt sind festlich geschmückt. Das Wetter ist günstig. Abends 6 Uhr fuhr das Kronprinzenpaar unter dem Jubel der Menge nach dem Ständehaus. Im ersten Wagen saßen außer dem Kronprinzenpaare Oberbürgermeister vqn Marx. An der Treppe wurden die kronprinzlichen Herrschaften vom stellvertretenden Vorsitzenden des Provinziallandtages, Oberbürgermeister Spiritus-Bonn, dem Vorsitzenven des Provinzial-Ausschusies, Grafen Bejesiel v. Gymnich und dem Landeshauptmann v. Renvers empfangen. Hierauf fand die Ueberreichung des Hochzeitsgeschenkes im Foyer des Ständehauses statt, wobei Exzellenz Frhr. v. Landsberg eine Ansprache hielt. Das ganze Land, so führte er aus, habe von ganzem Herzen Anteil an dem für das Herrscherhaus und das ganze Land so bedeutungsvollen Ereignis der Verheiratung des Kronprinzenpaares genommen. Um diesem Gefühle Ausdruck zu geben, hätten die Provinzen Rheinland und Westfalen beschlosien, ein gemeinschaftliches Geschenk darzubringen. Im weiteren Verlaufe schilderte der Redner die Entstehungsgeschichte des Werkes. Alsdann überreichte er dem Kronprinzen ein Prachtbuchwerk. betitelt: „Silberner Tafelschmuck des Kronprinzenpaares". Der Kronprinz dankte mit folgenden Worten: „Den Vertretern der beiden Schwesterprovinzen, Rheinland und Westfalen, danke ich von ganzem Herzen im Namen meiner Frau und in meinem eigenen Na-
Die Freundinnen.
Originalroman rcn Irene v. Hellmuth.
t Fortsetzung.)
„Mein Vater hat vollständig recht," mischte sich Leon wieder ein.
„Ach was, die ganze Sache geht Sie gar nichts an," brauste der Baron zornig auf.
„Herr, Sie vergesien, daß Sie in unserem Hanse sind!"
„In Eurem Hause? Ha, ha! Ihr müßtet erst eines haben! Vorläufig ist dies noch nicht | der Fall? Ihr Herren von Habenichts!"
Diese letzte Bemerkung schlug dem Faß den Boden aus.
„Herr, beleidigen lasien wir uns nicht! Gehen Sie, — sonst —"
Leon schäumte vor Wut. Er wies nach der Türe. Zornig verließ der Baron das Gemach.
Sylvia lehnte an einem Pfeiler und weinte. Der Baron trat zu ihr. Seine Hand zitterte, ? Als er ihr weiches Haar streichelte.
„So etwas von Starrsinn ist mir in meinem Leben noch nicht vorgekommen," murmelte er. „Mit dem da drinnen ist nichts zu machen. Arme Sylvia, Du tust mir leid, wie viel mußt Du dulden. Vorläufig heißt es, sich in Geduld fügen. Denn daß Du den Fluch Deines Vaters nicht auf Dick laden willst, begreife ich ja vollkommen, obwohl sein ganzes Betragen ungerechtfertigt ist! Ich hoffe aber, er besinnt sich noch."
Sylvia schüttelte traurig den Kopf.
„Wenn Leon nicht wäre, dann vielleicht.
r Aber mein Bruder ist Hermanns erbitterter Feind; er hetzt den Vater fortwährend gegen Ihn auf*
„Ja, das bemertte ich allerdings auch. Aber «h begreife nicht, was zwischen den beiden vor- t<fall«« sein könnte?*
Marburg
Dienstag. 26. Mai 1908.
„Ach was, fürchtest Du Dich vor dem bißchen Schnee?"
„Ich? — O nein!"
„Na also — beeile Dich, wenn Du zurückkommst, dann fahren wir."
Majas Vater trat eben ein und das Gespräch wurde abgebrochen. Der alte Herr schien ebenfalls nicht in bester Laune zu sein. Er ging aufgeregt, die Hände auf dem Rücken, im Zimmer hin und her. Maja betrachtete ihn aus- mersam.
„Ist etwas vorgefallen, Papa?"
„Ja. leider. Mein alter, erprobter Inspektor Dörring, der seit dreißig Jahren draußen auf den Werken getreu seine Pflicht getan, ist plötzlich einem Schlaganfall erlegen. Ich muß selbst hinausfahren, um nach dem Rechten zu sehen. Denn wenn dort die leitende Hand fehlt, gebt gleich alles drunter und drüber. Der Mann war zuverlässig wie keiner. Ich fürchte mich davor, eine neue Wahl treffen zu muffen. Ich habe zwar tüchtige Beamte, aber gerade dieser Posten ist schwer zu besetzen, denn es muß ein ehrlicher, tüchtiger Mensch sein, weil es ein Vertrauensposten ist. Und ich weiß noch nicht, wo ich wieder einen Mann hernehmen soll, wie mein alter Dörring war."
„Sorge Dich nicht, Papa, guter Rat kommt ost über Nacht," meinte Maga.
Sie schien eifrig über etwas nachzudenken, doch sprach sie sich nicht aus. Ihre Augen verfolgten einen kleinen Bauernjungen, der einen Zettel in der Hand trug und eilig die Straße herablief. Er spähte aufmerksam umher und schien einen Vorübergehenden um etwas zu fra- gen. Der Mann zeigte auf das Haus und der Knabe verschwand rasch im Flur.
Maja ahnte, daß etwas vorgefallen war. Ihr Herz pochte plötzlich in raschen, ängstlichen Schlägen, ohne daß sie wußte, warum. Cie stand auf und ging hinaus. Da vernahm fie auch
Die Insertionsgebühr beträgt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. — ,
Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, Universitätsbuchdruckerei xjÖyTQt
Inhaber Dr. C.Hitzeroth, Marburg, Markt21. — Telephon 25.
Man abonniert auf die täglich erscheinende „Oücrhessische Zeitung" bei allen Postämtern und unfern Zeitungsstellen in Kirchhain und Wetter sowie bei unserer Expedition — Markt 21. — Der Bezugspreis beträgt durch die Post 2,25 Mk. (ohne Bestellgeld), bei unser« Zeitungsstellen und der Expedition 2 Mk.
h ----.... ■ .....
Das Kronprinzenpaar im Rheinland.
Barmen, 23. Mai. Um 10 Ahr 49 Min. trafen der Kronprinz und die Kronprinzessin ein, um an der Jahrh- ndertfeier der Stadt teilzunehmen. Sie wurden vom Bürgermeister Voigt, dem Minister des Innern v. Moltte, Oberpräfident v. Schorlemer und Regierungspräsident Schreiber empfangen. Die Herrschaften fuhren alsbald nach dem Rathausplatz zur Grundsteinlegung des neuen Rathauses. Bei Ihrem Eintreffen ertönten Fanfaren und ein Chor von 1200 Sängern trug „Die Allmacht" Lachner vor. Der Oberbürgermeister bewillkommnete den Kronprinzen und die Kronprinzessin und dankte für ihr Erscheinen. Sodann schilderte er die Entwicklung der Stadt. Hierauf wurde eine Kapsel mit der Urkunde über die Grundsteinlegung und einige Münzen mit dem Bildnis des Kaisers in den Grundstein gelegt. Mit einem Hoch auf den Kaiser schloß die Rede. Der Kronprinz dankte und tat die ersten drei Hammerschläge. Er fuhr dann nach der Ruhmeshalle zur Einweihung der Ausstellung für altbergische Jnnenkunst und moderne Kunstwerke aus Privatbesitz. Dort trug sich der prinz in das Goldene Buch der Stadt ein. Ar.f Veranlassung des Kronprinzen waren in der Ruhmeshalle vier Leute erschienen, die unter ihm gedient hatten. Er reichte jedem von ihnen die Hand und unterhielt sich mit ihnen. Hierauf erfolgte die Fahrt nach dem Gebäude der Konkordia zum Frühstück. Nach der Tafel wurde folgendes Telegramm an den Kaiser nach Prö- kelwitz gesandt: „Freudig bewegt und dankbar für den huldvollen Besuch Ihrer Kaiserlichen und Königlichen Hoheiten des Kronprinzen und der Frau Kronprinzessin zur Jahrhundertfeier - der Stadt Barmen, bittet Ew. Majestät die Barmer Bürgerschaft alleruntertänigst, die Erneuerung des Gelöbnisses unwandelbarer Treue und Ergebenheit entgegenzunehmen. Voigt, Oberbürgermeister."
Bei der Grundsteinlegung des Rathauses überreichte der Kronprinz mehrere Ordensaus- zeichnuntzen. Um 2% Uhr verließen die Kron-