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bet sich gegen die Konjekturen desB. T.", fU schreibt: Es ist nicht richtig, daß nur ein politi» scherllnterredakteur" angestellt werden soll« Ebenso steht noch nicht fest, welche Ressorts g«< meinsam sein werden und welche nicht. Alles, was nach dieser Richtung hin verlautet, beruht nur auf Mutmaßungen. Unter allen Umstän» den wiü> dieNationalzeitung" ihre volle poli­tische Eelbstäichigkeit beibehalten, so sehr die» auch in böswilliger Absicht bestritten wird.

Aus Köln. Köln, 18. Mai. Bei den vo- rigen hiesigen Stadtratswahlen zweiter Klaffe wurden die Wahlen dreier Liberaler vom Zen­trum beanstandet und vom Oberverwaltungs­gericht für ungültig erklärt. Bei den heutigen zu Ende gegangenen Ersatzwahlen siegten sämt­liche Kandidaten der Zentrumspartei. Das Stadtverordnetenkollegium setzt sich nunmehr aus 28 Zetrums- und 17 liberalen Stadtverord­neten zusammen.

Der deutsche Besuch in London. London, 19. Mai. Die süddeutschen Bürgermeister und Stadträte besuchten heute das Postamt in Old Bailey, ferner das Haupttelephonamt, die Börse, die ihr lebhaftes Jntereffe erregte, die Royal Exchange und die Bank von England. Auf dem Zentralmarkt wurden sie von den Lastträgern im Chorus bewillkommnet.

Dr. Peters. München, 19. Mai. Dr. Karl Peters zog seine Beleidigungsklage gegen den Major Donat zurück, welche übermorgen in zweiter Instanz verhandelt werden sollte, nach­dem Major Donat auf Grund verschiedener mittlerweile gefällter Urteile seine Vor­würfe gegen Dr. Peters als unbe­gründet zurückgenommen hat. Major Donat hat an den Rechtsanwalt des Dr. Peter» in München folgenden Brief geschrieben:An­gesichts der drei später ergangenen nachstchenden gerichtlichen Urteile: 1. Nürnberg, 30. November 1907. Behauptungen, welche das subjektiv« Schuldbewuhtsein betreffen, wurden zugunsten Dr. Peters widerlegt; 2. Köln, 22. Januar 1908. Die Frage, ob Dr. Peters sich für berechtigt und verpflichtet halten konnte, die Todesstrafe aus- zusprechen, ist zu bejahen; 3. Breslau, 14. März 1908. Peters hat in dem Bewußtsein, sein gute» Recht auszuüben und das Wohl der ihm anver­trauten Station zu bewahren, also nicht aus ehrlosen Motiven gehandelt", hat sich meine am 30. Juni und 10. Oktober ausgesprochene Ueberzeugung modifiziert, so daß ich die mir damals entsprungenen Beleidigungen gegen Dr. Peters bedauere. Donat." Das Bekenntnis dieses wütenden Gegners dürfte für Dr. Peters ein neuer Sieg fein.

Der Fall Eulenburg. Das Befinden des Fürsten Eulenburg beffert sich, wie eine Berl. Korrefp. meldet, immer mehr, so daß die Hebet» führung des Fürsten nach dem Moabiter Unter­suchungsgefängnis noch in diesem Monat erfol­gen dürfte. Vorausgesetzt, daß der Eesundheits-

Deutsches Reich.

Bom Kronprinzen. Königsberg i. Pr., 19. Mai. Der Kronprinz und die Kronprinzessin wohnten heute auf Schloß Waldburg der Trau­ung der früheren Hofdame der Kronprinzessin, Gräfin Walpurgis zu Dohna-Schlobitten mit dem Leutnant im Regiment Garde du Corps, von Mutius, bei. Nach der Trauung traten die Kronprinzlichen Herrschaften die Rückreise nach Potsdam an.

Die Walhalla. München, 19. Mai. In der heutigen Sitzung des Finanzausschuffes der Kammer der Abgeordneten kam auf Anregung des Referenten Dr. Schaedler die Frage des Eigentumsverhältniffes der Walhalla bei Re­gensburg zur Sprache. Nach dem Willen König Ludwigs I. solle die Walhalla dem neuen Deut­schen Reiche übergeben werden. Fraglich aber sei, ob das Deutsche Reich, wie es 1871 unter Ausschluß Oesterreich» gegründet wurde, dem Reich entspreche, das König Ludwig im Auge gehabt habe. Kultusminister Wehner erklärte, daß über diese Angelegenheit ein Gutachten des Kronanwalts eingefordert worden, aber noch nicht eingelaufen sei.

PostNationalzeitung. Wir berichteten kürzlich, daß Verhandlungen schwebten über die Verschmelzung derNationalzeitung" mit der freikonservativenPost". Jetzt weiß dasBerl. Tgbl." zu melden: Nur eine formelle Zustim­mung sei noch notwendig. Dem Chefredakteur derPost" solle für den politischen Teil derNa­tionalzeitung" ein Unterredakteur zugesellt wer­den, alle übrigen Resiorts werden für beide Blätter gemeinsam redigiert. DiePost" wen-

Eesetzes über den Versicherungsvertrag am 1. Mai darauf aufmerksam, daß dieses Gesetz alle Versicherungskaffen nötige, ihr Statut daraufhin zu revidieren, ob sie den Anforderungen de» Ge­setzes gerecht würden. Dabei würden die Kaffen zweifellos prüfen, ob nicht manche ihrer Ein­richtungen zu ändern sind. Hierbei werde ent­weder die Landesverwaltung oder das Auffichts- amt für die Privatversicherung mitzuwirken ha­ben, und es werde sich dabei ein brerterer Boden ''die jetzt schon vielfach geübte Tätigkeit des Aufsichtsbeamten bieten, in denjenigen Fällen, in denen nach Ansicht des Werkes die Arbeiter in einer der Sache nicht entsprechenden, versichere ungstechnisch nicht berechtigten Weise von den Kaffen behandelt würden, eine Abhilfe zu schaffen.

Diese Erklärung, auf deren Boden auch die Vertreter der Rechten standen, zeigt deutlich, wie Regierung, Parlament und Unternehmer felb;. an der Vervollkommnung der Fürsorge für die Arbeiter eifrig tätig sind, wie die Regierung dazu schon eher die Initiative ergriffen haben, als die sozialdemokratischen Agitatoren ihre Be­schwerden vom Stapel ließen und wie diese den gesunden Fortschritt, das Wohlbehagen der Ar­beiter und ihre gegenwärtige Wohlfahrt nur stören, aber nicht fördern können.

vom Auswärtigen Amt, der russische Wirkliche Staatsrat v. Baumgarten, Generalkonsul in Franffurt a. M.. der russische Staatsrat Baron Küster in Wiesbaden, der russische Erzpriester v Protopopow, Eeneraladjutant v. Deine», Re» gierungspräswent v. Meister, Kammerherrr Graf Matuschka, Landeshauptmann v. Krekel, Intendant Graf Bylandt-Caffel, Intendant Kammerherr v. Mutzenbecher, Oberbürgermei­ster v. Jbell, Kurdirektor v. Ebmeyer und Po­lizeipräsident v. Schenck. Die Musik führte die Kapelle des 80. Füsilierregimentes aus.

Wiesbaden, 19. Mai. Im Verlaufe der heu­tigen Tafel im Königlichen Schlöffe brachte der Kaiser die Gesundheit des Kaisers von Rußland aus. Die Musik spielte die russische Hymne.

Wiesbaden, 19. Mai. Der Kaiser und die Kaiserin machten heute nachmittag einen Aus­flug in Automobilen in ähnlicher Richtung wie gestern über Schlangenbad. Zur Abendtafel war Geheimrat Jacobi-Homburg v. d. H. ge­laden Abends wohnten die Majestäten einer Vorstellung im Kgl. Theater, die auf Aller­höchsten Befehl angesetzt war, bei. Gegeben wurde derRaub der Sabinerinnen". Der Reichskanzler ist heute Abend nach Berlin ab­gereist.

Der Kaiser in Wiesbaden.

Wiesbaden, 19. Mai. Der Kaiser unter­nahm heute Vormittag einen Ausritt. Um 11 Uhr hielt der Kaiser eine Parade Über die Ear- nifonen Wiesbaden und Homburg v. d. H. vor dem Kurhause ab. Vom Schlöffe bis zum Kur- hause hatten Kriegervereine Aufstellung ge­nommen. Den Kaiser, den Feldmarschallstab in der Hand, ritt vom Schlöffe zum Paradeseld, be­gleitet vom Prinzen Friedrich Karl von Heffen und seinen Adjutanten. Die Kaiserin mit der Prinzessin Friedrich Karl von Heffen folgte im Wagen Der Parade wohnten u. a. bei: der russische Botschafter Graf von der Osten-Sacken, der russische Generalmajor v. Tatischow, der rus­sische erste Botschaftssekretär van der Vliet, der russische Fregattenkapitän Fürst Dolorukow, der russische Botschaftssekretär Fürst Wolkonsky, der rusfifche Botschaftssekretär v. Radkowitsch, der kommandierende General v. Eichhorn. Der Kaifer ritt die Fronten der aufgestellten Trup­pen ab und nahm einen Vorbeimarsch entgegen; er kehrte an der Spitze der Fahnenkompagnie nach dem Schloß zurück und nahm vor dem Por­tal des Schlaffes noch einen Vorbeimarsch der Fahnenkompagnie ab. ,

Später fand im königlichen Schloß beim 'Kaiserpaar anläßlich des Geburtstages des Kai­sers von Rußland Frühstückstafel statt. Hierbei faß der Kaiser zwischen dem russischen Botschafter Grafen von der Osten-Sacken und dem Reichs- kanzter Fürsten v. Bülow. An der Tafel nahmen außer den Damen und Herren der Umgebung, den fc. bei der Parade genannten Herren der russischen Botschaft, den direkten Vorgesetzten der in Parade gestanden habenden Truppen und dem Kommandeur der letzteren u. a. teil: der russische Wirkliche Geheime Rat v. Martens

Werkspensionskassen.

Besonders scharfe Angriffe richteten die So­zialdemokraten von jeher gegen die Bestrebun­gen wohlgesinnter Unternehmer, sich einen festen gtamm tüchtiger, gut gelohnter und deshalb zu­friedener Arbeiter zu schaffen. In neuester Zeit richtet sich dieser Kampf gegen die Werkspen« sionskaffen.

Diese werden in der Hauptsache durch die Beiträge des Werkes gespeist, zum Teil daneben durch kleine Beiträge oer Arbeiter. Eine Pen­sion wird verdient durch Arbeitsleistungen. Tritt der Arbeiter aus der Arbeitsstelle aus, so kann er nicht verlangen oder erwarten daß er trotzdem bei eintretender Arbeitsunfähigkeit -der Alter diese Pension erhält. Da» leuchtet jedem bei den Einrichtungen ein wo auf Bei­träge der Arbeiter verzichtet wird. Der Streit der M.'.nungen entsteht, wo die Arbeiter Bei- ttöge geleistet haben und nun diese eventl. ver­lieren würden. Ein Versicherungsanspruch wird durch Beitragsleistungen erworben, sagt man. Das ist richtig. Aber versicherungstechnisch ist es unmöglich, soll die Leistungsfähigkeit der Kaffe erhalten werden, volle Freizügigkeit der Arbeiter im Betriebe und in der Zugehörigkeit zur Pensionskaffe aufrecht zu erhalten und zu­gleich jedem die Arbeit niederlegenden Versicher­ten auch alles ^urückzugewähren, was sie als Beiträge gezahlt haben. Verficherungstechmsch rann es sich da immer nur darum handeln, etwa tn gewissem Umfange, soweit die Ausscheidenden ür ihre Einschüffe noch nicht voll befriedigt er- cheinen aus der Kaffe der Versicherung etnen Teil der Einschüsse zu erstatten. Keine Privat­gesellschaft, aber auch nicht das Reich geht werter und kann weiter gehen. ,

Bei den Beratungen im Rerchstage waren insonderheit die Kruppschen Werkspenstons- Kassen, die auf solcher Grundlage aufgebaut sind, rote seit Jahren, so auch Heuer wieder Gegen­stand der hetzerischen Angriffe. Diese Ueber- tieibungen wurden von den Abgeordneten der Reichspartei v. Dirksen und Schultz an der Ham) authentischen Materials auf die jeder mensch­lichen Einrichtung anhaftenden Mängel und ein geringes Maß zurückgeführt. Sie stellten fest, daß 87 Proz. sämtlicher Arbeiter bei Krupp frei­willig ohne jede Einwirkung der Arbeiter aus­geschieden sind, also von einer Einschränkung der politischen Bewegungsfreiheit und Freizügigkeit nicht gesprochen werden könne. Ferner hätten bei 261 Sitzungen, die seit der Gründung der Käst: (von 1891 bis 1906) stattgefunden hatten, die von den Arbeitern gewählten Vertreter tn 244 Sitzungen die Mehrheit gehabt. Von 1885 bis 1907 hätten.bei Krupp 6400 Personen zu­sammen 17,7 Millionen Mark Pension bezogen und zwar jeder Pensionär rund 849 Mark im Jahre 1906, wovon der einzelne Pensionär im ganzen nur 425 bis 675 Mark bezahlt habe. Zu diesen Zahlungen habe die Firma Krupp über 16 Millionen Mark beigetragen. Das feien Leistungen, wie sie von keinem anderen Werke de Welt gewährt würden.

Der Staatssekretär im Reichsjusttzamt Dr. Nieberding machte zugleich bei der Beratung des

Man abonniert auf die täglich erscheinendeOberhessische ®ie Insertion« geb ührbetragt M we 7aqpEme««ie

Zeitung" bei allen Postämtern und unfern Zeitungsstellen tn UfCMVVUVQ oder deren Raum 16 Pfennig, für Reklamen 80 Pfemrig.

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i3!acf;trv.r? verboten.'

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So etwas Wichtiges könnte ich nicht eine Stunde lang verschweigen!"

3a das glaube ich!" lachte Hermann. Aber, wie erfuhrst Du es denn, wenn nicht von Sylvia?" . ,

O mir bleibt nichts verborgen," versicherte Otti 'schielte aber doch nach dem Schreibtisch, dessen Fächer eine bedenkliche Unordnung auf­wiesen. Und dann sprang sie rasch auf ein anderes Thema über:Nun sage aber schnell, wann sollen wir mit Papa in die Oper gehen, damit er ordentlich Respekt vor Dir bekommt.^

In wenigen Tagen findet die erste Auf­führung desProphet" statt," entgegnete Her­mann,ich denke, da leiste ich etwas!

Gut," lachte die Schwester,und falls Papa geneigt ist, Dir zu verzeihen, wo soll dann die große Versöhnung stattfinden?"

Am besten ist es, Ihr fahrt nach der Vor­stellung hierher in meine Wohnung. Ich werde mich beeilen mit dem Umkleiden und komme fofort nach! Ich werde fingen, wie tch noch nie gesungen, um das Herz des Vaters zu erweichen. Ich hege die feste Ueberzeugung, daß es mir gelingt! Und dann, Schwesterchen, dann sollst Du auch Deine Belohnung haben!"

Und worin wird dieselbe bestehen?"

'/Das weiß ich noch nicht. Du darfst Dir etwas von mit ausbitten!"

Otti lachte übermütig.

Wir werden sehen; vielleicht nehme ich Dich beim Wort!" _

Unter Lachen und Scherzen nahmen ste Ab­schied von einander.

Al» die kleine Baroneffe in Neunlinden an­kam und sich bei ihrem Papa erkundigt hatte, ob er sich während ihrer Abwesenheit nicht zu sehr gelangweilt habe, bat sie Sylvia, mtt ihr

Die Freundinnen.

Originalroman rrrt Irene v. Hellmuth.

(Fortsetzung.)

Hermann fuhr lebhaft auf bei Nennung die­ses Namens. Otti lachte so laut und übermütig, datz ec- auch aus die Mutter ansteckend wirkte.

In Neunlinden sagtest Du?" rief der Bru­der höchst überrascht. , , . ,

Allerdings," nickte Otti,da wohnt doch jetzt der Jugendfreund Papas. Hebrigens ein re-ht grämlicher, finsterer Mann, dieser Herr von Schmettwitz! Wenn Sylvia nicht wäre"

Die übermütige Baronesse kam nicht werter. Der junge Mann hatte sie stürmisch um den Hals gepackt und lief mit blitzenden Augen: Also Sylvia von Schmettwitz gefällt Dir, Cchwesterlein? Und Dir, Mama, kennst Du sie? Ach, was frage ich, sie m u ß Euch ja ge- fallen!"

Herrgott, laß mich doch los, Du erdrückst mich ja!"

Otti machte sich energisch aus den sie um­schlingenden Armen frei, und Hermann sagte mit glücklichem Lächeln:Ihr müßt nämlich wiffen daß Sylvia von Schmettwitz meine"

Deine Braut ist," rief Otti dazwischen,o, das ist uns nichts neues! Aber Du Heuchler schriebst uns davon kein Sterbenswort!"

Wie, das weißt Du auch? Hat Sylvia es Dir gefagt?"

O, die die mag sich hüten vor mir!" »ürnte Otti.

Eine ganze Nacht schon habe ich mit ihr in demselben Zimmer zugebracht und sie ließ sich nicht das Mindeste verlauten, daß sie Braut ist!

einen kleinen Spaziergang durch den Wald zu machen. Nur widerstrebend willigte diese ein.

Fräulein Otti hatte schon den Plan fertig, womit sie sich an Sylvia rächen wollte für das Verschweigen einerwichtigen Sache". In ihren- Köpfchen rumorte es, aus ihren Augen blitzte der Schalk. Sie war ungemein heiter und lustig. Auch Sylvia bemertte dies.

Sb scheinen sich ja in der Stadt sehr gut amüsiert zu haben?" fragte sie.

O, ja," war die rasche Antwott.Kennen Sb den Opernsänger Walter, der gegenwärtig so gefeiert wird?"

Sylvia sah zu Boden. Eine heiße Röte stieg ihr in die zarten Wangen.

»Ich ich hätte von ihm", sie stockte.

Nun sehen Sie, fuhr der kleine Quälgeist fort,von dem berühmten Manne komme ich eben. Ich muß Ihnen nämlich ein Geheimnis anvertrauen.

Sylvia blickte erwartungsvoll auf die junge Dame.

Ein Geheimnis, das Herrn Walter betrifft?

Allerdings. Er war der eigentliche Zweck unserer Reise. Papa darf aber vorläufig nichts ahnen. Denn wiffen Sie, weil Walter Opern­sänger ist, na, Sie können sich denken, daß da Papa nichts von ihm wiffen will und da ge­brauchten wir eine kleine List und hoffen nun den Papa günstig zu stimmen für Hermann, für meinen Hermann. Er ist ja nun ein be­rühmter Mann geworden, vielleicht, wenn Papa ihn fingen hört, läßt er sich doch bewegen, ihn als Sohn anzunehmen!

Otti schielte verstohlen nach Sylvia hin, um die Wirkung ihrer Worte zu beobachten. Sie

(Fortsetzung

hinein.

bemerkte, wie das junge Mädchen in heißer Er» regung die Hand auf das pochende Herz preßte. Sie mußte sich Mühe geben, das Lachen zu oer» beißen. Die beiden jungen Damen schritte» langsam auf einem schmalen Waldpfad dahin, der gerade Raum für zwei bot.

Bitte, erklären Sie mir, was soll da, heißen? stieß Sylvia endlich bebend hervor. Sie fprechen vonIhrem" Hermann? Kenne» Sie denn Herrn Walter schon länger?

Otti lachte.

O schon seit meiner frühesten Jugend! Mr spielten als Kinder zusammen und ich hatte de» hübschen, aufgeweckten Jungen schon itnm« herzlich lieb, obwohl er viel älter war al» ich. Ich trage auch sein Bild immer bei mir, hier, sehen Sie?

Sie zog aus bet Tasche eine kleine Phots» graphie bie sie eigens für diesen Zweck in bet Wohnung Hermanns zu sich gesteckt hatte und reichte ste Sylvia hin. Diese nahm mit zittern- bet Hand das Bild in Empfang und betrachtet« es lange. Ihr war, als träumte sie einen schwe­ren, unheimlichen Traum, aus dem sie erwache» mußte, um wieder frei atmen zu können. 3a» das waren feine guten, treuen, ehrlichen Au­gen, in bie ste so gerne hineingeblickt, bie so klar und liebevoll ihr entgegengeleuchtet in bene» sie ihr ganzes Glück gelesen. Unb bie sollte» nun auf einmal lügen? Es konnte, burft« nicht sein! Unb boch, bie» Mäbchen an ihr«» Seite, es schien bie Wahrheit zu teben.

Mit einer zornigen Gebetbe schleube« Sylvia bas Bilb weit von sich in ben Wald