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mit dem Mreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain tz
und den Kerlagen: „Literarischer Amrrger«, „Kandwirtfchastliche Keilage" «nd „Illustriertes Kmmtagsblatt^
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Man abonniert auf die täglich erscheinende „Oberbessische -z« jjq Zeitung" bei allen Postämtern und unfern Zeitungsstellen in 11g Kirchhain »nd Wetter sowie bei unserer Expedition — Markt 21. — Der Bezugspreis beträgt durch die Post 2,25 Mk. (ohne Bestellgeld), bei unfern Zeitungsstellen und der Expedition 2 Mk.
Marburg
Mittwoch, 20. Mai 1908.
Die JnsertionSgebühr beträgt für die 7gehaltene Zeile ober deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. — Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, llniversitätsbuchdruckerei Inhaber Dr. C. Hrtzeroth .Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
43. Jahrg.
Zweites Blatt
42
«Nachdruck verboten.)'
Die Freundinnen.
<:nr Landtagswahl. •
Bekanntlich finden am 3. Juni d. I. die Ur- wahlen und am 16. Juni die Wahlen der Ab. geordneten zum preußischen Abgeordnetenhaus« i statt Betreffs des Wahlverfahrens durfte es angebracht sein, die hierfür geltenden hauptsächlichsten gesetzlichen Bestimmungen in Errn- '«erung zu bringen.
Die Berechtigung zur Wahl.
Wahlberechtigt ist jeder selbständige «reuste, der das 24. Lebenswahr vollendet hat im Besitze der bürgerlichen Ehrenrechte ist, nicht aus öffentlichen Mitteln Armenunterstütz- «nq empfängt und in der Gemeinde, in der er wählen will, mindestens sechs Monate seinen be- ständigen Aufenthalt oder Wohnsitz gehabt hm. Unter „selbständig" ist hier zu verstehen' Nicht unter Vormundschaft stehend oder in seinem Verfügungsrecht beschrankt sein. Ein eigener Haushalt ist nicht nötig; es können also auch Schlafburschen. Kostgänger Dienstboten usw. ihre Stimme abgeben. Ob jemmid Steuern zahl oder nicht, kommt Nicht in Betracht, durch die Höhe der Steuern wird nur die Klasienernteil- «ng bestimmt. Während bei der Reichstagsund Eemeindewahl derjenige, der Armenunter- stützung erhält, nicht wahlberechtigt ist, wenn er diese in dem Laufe des vorausgegangenen Iah- «^ 'erhalten »at, ifl r-i d-- L--d,-g-w°»< mir bann nicht n>aM6««W.
Zeit der Aufstellung der Wählerliste von der Armenverwaltung unterstützt wird.
Die Einteilung der Klassen.
Die Wahl ist in 3 Klassen, die nach dem Steuerbetrug gebildet werden abgestuft. Aber die Urwähler werden nicht für die ganze Gemeinde, wie es früher gewesen ist, sondern für jeden Urwahlbezirk in drei Klaffen geteilt. Di^e Einteilung geschieht folgendermaßen: Sämtliche Wähler eines Urwahlbezirks werden nach der Höhe ihrer Steuerleistung (direkte Staatsgemeinde-. Kreis-, Bezirks- und Provinzial- steuernj untereinander geschrieben, an ietzrer Stells stehen die. welche keine Steuer befahlen diese werden mit einer fingierten (als befahlt angenommenen) Steuer von 3 M eingestellt. Dann wird die ganze Steuersumme öusammen- oezählt und durch 3 geteilt. Das erste Drittel, b-3. die meist wenigen Hochstbesteuerten umfaßt bildet die erste Klaffe, die zweite Klaffe besteht aus denen, die die nächst niedrigen Steuerbe- träae bis zur Grenze des zweiten Drittels , zahlen und alle übrigen bilden dre dritte Klasse. Verringert sich jedoch durch die nicht zur Staats, steuer veranlagten Personen der dritten Abteil- ung und der für diese in Ansatz gebrachte Steuersatz von 3 die Eeiamtsteuersumme die auf die erste und zweite Abteilung entfällt, so wird bre erste und zweite Abteilung in der Werse gebildet, daß jeder die Halste der wirklich gezahlt Cteuersumme zugewiesen wird. Es zeigt sich also hier, daß man möglichst verhindert hat, daß
Originalroman von Irene v. Hellmuth. (Fortsetzung.)
Ich möchte es aber doch erfahren!"
"Na wenn es sein muß; — ich machte, wre Du'weißt, gestern gegen Abend noch einen kleinen Spaziergang. Da ich ja fremd tn der Gegend bin, — habe ich mich natürlich verirrt, unb — da begegnete mir ein Herr, — der, na kurz, — der mir den rechten Weg zeigte, i>a5®? "kam' seltsam stockend und verlegen ^'^,Das ist doch weiter kein Abenteuer albernes Kind," meinte die Mutter achselzuckend.
^ch habe es Dir doch vorausgesagt.
'.Ich fürchte nur, Du verschweigst mrr noch etwas."
Fräulein Otti lächelte schalkhaft.
Nichts als den Namen, Mama. Er war ein s-hr hübscher Mann und hat sich mir vorge- steltt."
„Na, — und —?" —
„Damit Du auch das noch weißt, er nannte sich— Hugo von Trostberg. Ein schöner Name, nicht Mama? Ich finde ihn wenigstens sehr schön."
Dis Baronin betrachtete aufmerksam ihr Töchterchen, dessen Wangen eine rosige Glut überzog. „Du — Du —“
Sie drohte dem Mädchen lächelnd mit dem Finger. Dieses suchte abzulenken.
„Was sagst Du nur zu dieser Entdeckung, Mama?" Sie zeigte auf das Bild, das die Mutter zur Hand nahm und sinnend betrachtete.
irgend der Fall eintreten könnte, daß die mindersteuerkräftigen Urwähler der dritten Klaffe die Wähler der ersten und zweiten Klaffe verdrängen könnten. Wer keine Steuern bezahlt, wählt unter allen Umständen in der dritten Klaffe.
Die Urwahlbezirke.
Zum Zwecke der llrwahl werden Urwahlbezirke gebildet; in einem solchen dürfen nicht weniger als 750 und nicht mehr als 1749 Seelen vorhanden sein. Auf jede Vollzahl von 250 Seelen muß ein Wahlmann gewählt werden, wohlbemerkt nicht auf 250 Urwähler, sondern ohne Rücksicht auf die Zahl der Urwähler muß für jede 250 Seelen einer Gemeinde oder eines Bezirks ein Wahlmann gewählt werden. Der Urwahlbezirk muß mindestens 750 Seelen umfassen, so daß also drei Wahlmänner, für jede Klasse einer, gewählt werden können. Gemeinden, die diese Zahl nicht haben, müssen mit anderen Gemeinden zusammen wählen. Möglichst sollen die Urwahlbezirke so gebildet werden, daß die Zahl der in jedem derselben zu wählenden Wahlmänner durch drei teilbar ist. Zu drei Wahlmännern wählt jede Klasse einen, bei vier wählt die erste und dritte je einen, die zweite 2, bei fünf wählt die erste und dritte Klaffe je 2, die zweite 1, bei sechs wählt jede Klaffe 2.
Die Wahlmänner.
Die zu wählenden Wahlmänner müssen in dem Bezirke wohnen, dem die Urwähler angehören. Es kann also z. B. für den ersten Bezirk nur ein Urwähler dieses Bezirkes nicht des 2., 3. usw. als Wahlmann aufgestellt werden. Dagegen ist es gleichgültig, für welche Klaffe die Wahlmänner ernannt werden. Es kann also der Urwähler, der seiner Steuer nach der dritten Klasse angehört, nicht nur in dieser, sondern auch in der zweiten oder ersten als Wahlmann aufgestellt und gewählt weiden, und ebenso ist es mit den Wählern der andern beiden Klassen.
Der Abgeordnete.
Zum Abgeordneten ist jeder Preuße, also nicht nur der in einer besttmmten Gemeinde ansässige, wählbar, der das dreißigste Lebensjahr vollendet hat, die bürgerlichen Ehrenrechte besitzt und bereits ein Jahr lang dem preußischen Staatsverbande angehört. Die bei den Urwahlen gewählten W.chlmänner treten zu der ihnen bekannt zu gebenden Zeit zur Abgeordnetenwahl zusammen. Als Legittmation dient ihnen die von dem Wahlvorsteher ihres Urwahlbezirks eingebändigte und von ihnen unterschriebene Bestätigung ihrer Wahl. Die Wahl selbst ist, wie die in den Urwahlbezirken, öffentlich. Sie erfolgt durch Stimmgebung zu Protokoll. Der Protokollführer und die Beisitzer werden von den Wahlmännern auf den Vorschlag des, Wahlkommissars gewählt und bilden mit diesem den Wahlvorstand. Die Wahlen erfolgen, wie in der Wahlmännerwahl, nach absoluter Stimmen- mehrheit. Ergibt sich bet der ersten Absttmmung diese nicht, so wird zur engeren Wahl geschritten. Wahlstimmen, unter Protest oder Vorbehalt abgegeben, sind ungültig.
„Ich freue mich, Otti! Das junge Mädchen hat auf mich den allerbesten Eindruck gemacht. Ich denke, Hermann traf da eine ausgezeichnete Wahl. Aber wie sonderbar doch hier der Zufall spielt! Aber still, ich glaube, da kommt Hermann!"
Bild und Brief flogen in den Kasten zurück. Da wurde auch schon die Türe aufgerissen. Hermann Walter stand auf der Schwelle.
„Ist es möglich! — Mama! — Diese Ueber- raschung! Wie ich mich freue!" klang es jubelnd.
Im selben Augenblicke lag die Baronin von Albersdorf an der Brust ihres Sohnes.
„Wir haben uns lange nicht gesehen, Mama," begann er, nachdem er auch Otti lebhaft begrüßt hatte. Sie saßen nebeneinander auf dem bequemen Sofa und Hermann drängte:
„Run erzählt, wie kommt Ihr mitten im Winter hierher?" Wie geht es Papa? Ist er noch immer unversöhnlich?"
Eine kleine Wolke flog über die heitere Stirn des jungen Mannes.
„Der arme Papa!" seufzte Otti mit drolligem Ernst. „Du mußt nämlich wissen, wir haben ihn mitgeschleppt. Freiwillig ging er natürlich nicht, da mußten wir eine kleine Komödie aufführen. Das ganze habe ich ausgedacht und Du sollst sehen, mein Plan gelingt!"
Sie schaute triumphierend den Bruder an; dieser jedoch schien wenig Resp^t vor dem Genie seiner Schwester zu haben, denn er bemerkte in scheinbar geringschätzigem Tone: „Du wirst Dir was Rechtes ausgedacht haben, Du kleiner Kindskopf! Bist Du denn noch immer so schrecklich übermütig?“
Die Baronin stsest- einen kleinen Seufzer aus und Otti, ohne sich beirren zu lassen fuhr eifrig
Verzeichnis
der an hiesiger llniversttät für das Sommer- Semester 1908 immatrikulierter, bezw.
inskribierten Studierenden.
578. Wehner, Ferd., med., Frankfurt a. M., Bahnhofstraße 18.
579. Schönbeck, Erich, phil., Barfüßerstraße 38.
580. Ehlers, Oswald, phil., Rethen, Kasernenstraße 8.
581. Möhn, Eugen, pharm., Dauborn, Ketzerbach 40.
582. Adolphi, Paul, phil., Leopoldstadt, Universitätsstraße 42.
583. Pauli, Franz, phil., Düsseldorf, Unter- gaffe 10.
584. Haferkamp, Hermann, phil., Borbeck, Bahnhofstraße 16.
585. Koch, Friedrich, phil., Bochum, Haspelstraße 4.
586. Schomburg, Fritz, phil., Hannover, Barfüßerstraße 25.
587. Gropp, Wilhelm, phil., Magdeburg, Ockershäuser Allee 34.
588. Schrader, Hans, phil., Altona-Ottensen, Frankfurterstraße 43.
589. Wittich, Robert, phil., Schmalkalden, Hofstadt 11.
590. Holtschmidt, Wilhelm, phil., Hagen i. SB., Grün 33.
591. Barth, August, phil., Altona, Frankfurterstraße 38.
592. Titze, Ernst, phil., Brandenburg, Hirschb. 6.
593. Schmitz, Georg, phil., Niedermendig, Skein- weg 24.
594. Weber, Adolf, math., Frankfurt a. M., Uferstraße 2.
595. Rody, Heinrich, phil., Oberlahnstein, Mauersträße 2.
596. Meyer, Wilhelm, phil., Magdeburg, Ockershäuserallee 34.
597. Reessing, Franz, phil., Limburg, Kappler« straße 10.
598. Kutscher, Richard, math., Arolsen, Unter« gasse 8.
599. Denker, Martin, phil., Barmen, Wilhelm» straße 4.
600. Stintes, Johann, phil., Kepen, Barfüßerstraße 24.
601. Huth, Eugen, phil., Herborn, Frankfurierstraße 40.
602. Stürmer, Peter, math., Ensdorf, llnterg. 9.
603. Keller, Alfred, phil., Koburg, Universitätsstraße 27.
604. Michalski Adolf, phil., Altona, Frank- furterstraße 38.
605. Hennes, Franz, phil., Schonnebeck, Pilgrimstein 22.
606. Freyhoff, Karl, phil., Oranienburg, Mauerstraße 3.
607. Bierbrauer, Karl, phil., Altenkirchen, Schloßtreppe 1.
608. Ruckes, Emil, math., M.-Gladbach, Stein- weg 39.
609. Schlotterhose, Bernhard, phil., Heyerode, Schneidersberg 1.
610. Florin, Otto, math., Iserlohn, Kasernenstraße 15i/o.
fort: „Also höre! Wir kannten doch durch Franz Deinen Aufenthaltsort. Das war zunächst das Wichtigste. Ich fragte nun Papa so zufällig, ob er schon mal hier gewesen wäre, ob die Gegend schön wäre und so weiter. Er, ohne den geringsten Argwohn, erzählte mir dann, daß hier ein Jugendfreund von ihm wohne. Darauf baute ich meinen Plan. Bisher ist alles gut gegangen. Mama litt doch sehr unter Papas verstocktem Sinn. Er wollte absolut nichts von Dir wissen, wenn auch verschiedne Anzeichen darauf Hinweisen, daß es bloß Eigensinn von ihm ist. Er will nur nicht nachgeben. Neulich traf ich ihn sogar mit Deinem Bild in der Hand. Er legte es zwar hastig weg, als ich eintrat, aber ich habe es doch gesehen und sagte mir: die Zeit ist günstig. Also steckte ich mich hinter unseren alten Hausarzt. Der mußte Mama für leidend erklären und ihr eine Reise verordnen. Du weißt, ich war immer der besondere Liebling des Doktors. Er ging auf mein Ansinnen ein. Ich muß sagen, er spielte die Rolle, die ich ihm zugeteilt, ganz außerordentlich gut. Aber auch mit Mama bin ich sehr zufrieden. Sie bewies ein Talent, das mich in Erstaunen setzte."
„Ich bin aber herzlich froh," unterbrach die Baronin den Redestrom der Tochter, „wenn meine Rolle ausgespielt ist, sie wird mir manchmal recht sauer. Hoffentlich ist es nicht umsonst gewesen. Papa sorgt sich sehr um mich, er tüt mir leid."
„Papa wird uns später dankbar sein,“ erklärte Fräulein Otti. „Also, nun paß auf! Er reiste ohne den geringsten Argwohn mit uns hierher zu seinem Jugendfreund. Da ihm von unserem guten Doktor dringend ans Herz gelegt wurde, der Mama ja nicht zu widersprechen, st» wird er sich auch Wem Wunsche fügen «nd
611. Luthe, Willi, math., Neuenhofe, Elisabeth« straße 10. <
612. Beutler, Karl, phil., Reichenbach t Lutherstraße 6.
613. Radlich, Walter, phil., Luga«, Barfüßerstraße 9.
614. Rasch, Otto, phil., Frankershausen, Wil- Helmstraße 20.
615. Kaphengst, August, phil., Hamburg, Wettergasse 23.
616. Sinn, Werner, phil., Hagen, Untergaffe 9.
617. Hoorns, Theodor, phrl., Hamburg, Wettergasse 23.
618. Schwanecke, Hermann, ter. not., Wernigerode, Barfüßerstraße 38.
619. Luckhard, Ludwig, ter. not., Cassel, Ketzer- bach 17.
620. Rueff, Hans, phil., Würzburg, Barfüßerstraße 2.
621. Eraebet, Hermann, phil. et theol., Sommerfeld, Schwanallee 12.
622. Maier, Ludwig, phil., Cassel, Lutherstr. 18.
623. Bohnsack, Friedrich, pharm., Lübeck, Reitgasse 6.
624. Hetmens, Heinrich, phil., Aachen, Hof« stadt 23.
625. Sapp, Wilhelm, phil., Olpe, Wettergasse 18.
626. Martin, Waldemar, phil., Meisenheim, Barfüßerstraße 2.
627. Wasserlos, Ewald, ter. nat., Wald, Stein« weg 11.
628. Jacoby, Georg, math., Berlin, Ottenberg 1.
Nun prangt der Wald im jungen Grün und alle Welt pilgert hinaus. Aber man waat dabei oft zuviel, man erhitzt sich und erkältet sich dann und hat, wenn alles aut geht, doch ein paar unbehagliche Tage. Wer nun klug ist, der nimmt bei den ersten Anzeichen gleich ein Paar Fays ächte Sodmer Mineral-Pastillen — die hellen solch ein beginnendes Nebel ohne Umständlichkeiten und sicher und angenehm bekämpfen. Fays ächt« Sodener gehören in jeden Haushalt. Man kauft sie für 85 Pfg. die Schachtel in jeder Apotheke, Drogerie u. Mineralwasserhandlg.
Herraohaffs-Fuhrwerk
CappSerstr. 15 Franz Löohel* Pernspr. 321,
Glaserei Willi. Bamberger
Hofstadt 13 (Nahe dem Gymnasium).
2E Moderne Einrahmung von Bildern ~ Reinigen von alten Stahl- u. Kupferstichen.
Verantwortlich für die Redaktion: Dr. phil. Cftt’ Hitzerotb in M">rburg.
ins Theater mit uns gehen. Ich hefte, wenn er Dich erst singen gehött hat, dann wird er Dir leichter verzeihen, — und daß Du schön singen kannst, wissen wir; — denn etwas von Deinem Ruhm ist ja auch schon zu uns gedrungen. Natürlich weiß Papa nicht, daß der berühmte Walter sein Sohn ist. Er darf vorher auch nichts erfahren, sonst geht er nicht mit. Er muß vollständig überrumpelt werden. Hoffentlich machst Du mir keine Schande und fingst anständig!"
Sie sah den Bruder schelmisch lächelnd an.
Der klopfte fie auf die Wange: „Wettermädel, Dein Plan ist nicht schlecht" lobte er. „Wenn er gelingt, so bin ich vollständig glücklich. Denn daß Papa trotz meines Erfolges mir immer noch zürnt, hat mir manche trübe Stunde bereitet. — Aber sag, Schwesterchen, wo habt Ihr denn jetzt den Papa gelassen?"
„O, der fitzt bei seinem Jugendfreund und leistet ihm Gesellschaft. Wir sagten ihm, wir hätten allerlei zu besorgen in der Stadt Wir mußten Dich doch vorbereiten auf das, was kommen soll, nicht wahr? Es gilt jetzt nur noch Sorge zu tragen, daß er nicht Verdacht schöpft. Wir hatten gestern, als wir durch die Stadt fuhren, eine Heidenangst, Du könntest uns irgendwo in den Weg laufen, es ging aber ganz vortrefflich. Der Jugendfreund von Pap' wohnt nämlich gar nicht mehr hier. Er beharrte aber darauf, ihn zu besuchen, und da Mama auch ihrer „Nerven" wegen möglichst Ruhe haben soll, so paßte alles vorzüglich. Wir sind da auf dem Lande und doch nahe bei der Stadt. Einen stilleren Winkel konnten wir gar nicht finden als diese» einsame Nest, diese» — NeunlindenU'
(Fortsetzung folgt.) . ;
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