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43. Jahrg.

Ertzes Blatt

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Der heutigen Nummer liegt bei Areisblatt Nr. 41.

beteiligten, war der Zweck die Besichtigung der Marineanlagen in Kiel und Umgebung. Es wurden den Abgeordneten eine Artillerieschietz- übung, ein Torpedoschietzen, Unterseeboots- und Torpedobootsmanöver, sowie ein Manöver der Hochseflotte vorgeführt, und besonders in Augen, schein genommen wurden die Werftanlagen in

Marburg

Mittwoch, 20. Mai 1908.

Man abonniert auf die täglich erscheinendeOberhes -z, Zeitung" bei allen Postämtern und unfern Zeitungsstel

Sfo 1IX Kirchh ain und Wetter sowie bei unserer Expedition Markt 21. * Der Bezugspreis beträgt durch die Post 2,25 Mk. (ohn

Bestellgeld), bei unfern Zeitungsstellen und der Expedition 2 M-.

stig beeinflußt worden ist.

Die Internationale »ereinigung für ge- setzlichen Arbeiterschutz wird von» 28. bis 30. September zu Luzern ihre fünfte Generalver­sammlung abhalten. Die Tagesordnung steht noch nicht fest. Vorher wird, wie dieSoziale Praxis" mitteilt, der 1906 eingesetzte Unteraus­schuß zur Beratung des Verbots der Nachtarbeit jugendlicher Arbeiter zusammentreten. Für die Generalversammlung sind die Berichte wie folgt verteilt: 1. Organisation und Tätigkeit der Ee- werbeaufficht in Deutschland. Prof Di. Kähler- Aachen. 2. Kinderarbeit und Kim^ schütz. Frl. Geist, Assistentin der hessischen FabKkinspektion. 3. Maximalarbeitstag: a) Bergbau: Bergrat von Rosenberg-Lipinski; b) Hütten- und Walz­werke: Reichstagsabg. Eiesberts; c) Fabrik­arbeiterinnen: Dr. van den Boom. 4. Export­hausindustrie: Dr. Meerwarth. 5. Internatio­nale Unfallversicherung: Prof. Dr. Laß. 6. Be­kämpfung der gewerblichen Gifte, a) Eiftliste: Prof. Dr. Sommerfeld; b) Bleigefahr in der keramischen Industrie: Dr. Kaup, c) Bleigefahr in den polygraphischen Gewerben: Prof. Dr. Hahn. 7. Nachtarbeit der Jugendlichen: Bureaus für Sozialpolitik und 8. Tätigkeitsbericht: Eene-, ralsekretär Prof. Dr. Francke.

Zusammenstöße von Forstbeamten mit Wilddieben. Nach denAmtlichen Mitteilungen aus der Abteilung für Forsten des Königlich Preußischen Ministeriums für kcndw rtschaft. Domänen und Forsten" sind in lern Jahrzehnt, 1897 bis 1906 bei Ausübung des Forst- und Jagdschutzes in den preußischen Staatsforsten 10 Tötungen und 17 Verwundungen von Forst­beamten und 12 bezw. 49 von Wilddieben und Forstfrevlern, auf beiden Seiten im ganzen 88 Zusammenstöße vorgekommen, bei welchen von der Waffe Gebrauch gemacht wurde. Unter den Verwundungen der ersteren Partei waren 7, der letzteren 24 schwer; von diesen letzteren hatte» sämtliche 3 Fälle des Jahres 1900 tödliche» Ausgang.

Eine französische Ausstellung in Berlin? DieTägl. Rdschau" hört, daß in kurzer Zeit die französische Ausstellung, die in London so großes Aufsehen erregt, nach Berlin in die Ausstel- lungshalle am Zoologischen Garten gebracht werden wird.

Fahrpläne der Kleinbahnen. Die amtk. Verl. Korrespondenz schreibt: Es ist mehrfach darüber geklagt worden, daß in den Fahrpläne» der Kleinbahnen auf zweckmäßigen Anschluß der dem Personenverkehre dienenden Kleinbahnzuge an die Züge der Eisenbahnen keine oder nur ge­ringe Rücksicht genommen werde. Der Minister« der öffentlichen Arbeiten hat deshalb die- niglichen Eisenbahndirektionen beauftragt, in Gemeinschaft mit den Regierungspräsidenten bei der Prüfung und Genehmigung der Kiernbahn- fahrpläne ihr Augenmerk darauf zu richten, daß selbstverständlich unter gebührender Berück­sichtigung der wirtschaftlichen Interessen der Kleinbahnunternehmungen auf die Gewahr, ung guter Anschlüsie der dem Personenverkehre dienenden Kleinbahnzüge an die Zuge der Eisenbahnen Bedacht genommen ist.

TsingtauBerlin. In absehbarer Zeit wird man von Tsingtau bis Berlin per Eisen- bahn fahren können und wird die Strecke tn 12 bis 10 Tagen zurücklegen, während ma» jetzt auf dem Seewege 47 Tage gebraucht. Di« Entfernung aus dem Seewege beträgt rund 22 500 Klm., während die Länge des Schienen­weges nur etwa 10 600 Klm., also nicht halb !»

Di« Jns«rtion»g«bühr beträgt für die 7gespalten« Zelle oder deren Raum 16 Pfennig, für Rellamen 80 Pfennig. Druck und Verlag: Joh. «ug. Koch, Unioersttätsbuchdrucknei Inhaber Dr. E. Hitzer-th .Marburg, Markt 21. Telephon «i.

Bevölkerung der Vereinigten Staaten mit der größten Genugtuung auf den gewaltigen Auf- sckwung blickt, den die von Ihnen vertretenen Lander bereits setzt genommen haben, einen Aufschwung des politischen Lebens und des wirt­schaftlichen Gedeihens, der nur unter politisch ge­sicherten Verhältnissen möglich ist."

Präsident Roosevelt dankte sodann für die gastfrei.ndliche Aufnahme, die die amerikanische Schlcchtflctte aus ihrer Fahrt nach dem Stillen Ozean in Südamerika und Mexiko gefunden und ttinnette schließlich daran, daß die vor einigen

Kiel, die damit in Verbindung stehenden Wohl- i gesunken. Nach der Reichs-Krimmalstatiftik fahrtseinrichtungen, die neuen Kasernements I haben sich vom Hundert der in den Jahren 1894 und sonstigen Anlagen in der Wik. sowie di, I bis 1902 zum ersten Male wegen eines Verbre- Neuanlagen in den jüngsten Marinestationen I chens oder Vergehens gegen Reichsgesetze Ver- Mürwik und Sonderburg. Die diesjährige Reise, I urteilten etwa 13 innerhalb der Zeit von durch-

Gebiet der Vereinigten I an der sich etwa die doppelte Zahl Abgeo^neter schMittch ay2 Jahren also in einem Zeiträume, anderen Nationen Besuche beteiligen wird, ist für die Zeit vom 13 bis 24. regelmäßigen Höchstbetrage der bei der

R§'stch"dEE-!-llsch»ft'd-r AbgwidE-n <ms I ni-i-chl bet ungünfiig »erlaufen« gälte bes be. dem Seewege nach Kiel, wo für dieses Jahr nur I dingten Strafaufschubs in vorstehender Ueber- der Besuch verschiedener neuer Schiffe, oarunter I sicht, in welcher u. E. für diese Vergleichung zu- des PanzerkreuzersBlücher", sowie des Unter« I ttefenb die durch Einleitung der Strafvollstreck­seebootes vorgesehen ist. Von dort g..,t die Fahrt I ung erledigten Fälle der Gesamtzahl der Fälle durch den Kaiser Wilhelm-Kanal nach der Nord- I ke5 bedingten Strafaufschubs, also einschließlich see'mr Besichtigung der an der Elbemundung, nicht endgültig erledigten, gegenüber-

speziell bei Cuxhaven, sowie an der Weftr- I »ud. Die Kriminalitätsziffer der Ju- mündung und am Jadebusen, endlich der Ve- Endlichen denen ganz überwiegend die bedingte festigungsanlagen auf Helgoland. Begnadigung zuteil wird, hat sich, wie dieSta-

m - Das Verlangen der Polen nach politischer ^tische Korespondenz" feststellt, in letzter Zeit

LkMschts ylClq. 1 Unabhängigkeit und Selbständigkeit, eine Forde- I tn <ßreu^en gebessert; es ist daher sehr wahr«

Landtags-Einberufung. Durch die Presse rung, deren Erfüllung natürlich gleichbedeutend I peinlich, daß jene auch von der wohltätigen geht die Nachricht, die Staatsregierung beab- I wäre mit dem Verlust der gemischtsprachigen I Einrichtung des bedingten Strafaufschubs gün- sichtige, das neugewählte Abgeordnetenhaus I Provinzen für den preußischen Staat, wird rm- k ----

schon Ende Juni zu einer, wenn auch nur kurzen I mer, wenn man di: Vertreter der polnisch- Tagung einzuberufen. Dies scheint erfreulicher- I sprechenden Bevölkerung im Reichstage oder rm weise darauf hinzudeuten, daß die Staatsregie- I preußischen Landtag auf diesen Punkt des grotz- rung beabsichtigt, den neuen Abgeordneten als- polnischen Programms hinweist, mit größter bald Gelegenheit zu geben, die vielen, ihnen an- I Entschiedenheit als nicht vorhanden ableugnet.

läßlich der Wahlen ausgesprochenen Wünsche des I Und doch häufen sich die Fälle, die das Gegenteil Landes, u. a. auch noch die sehnlichst erwarteten I beweisen. In einer kürzlich in Posen abgehal« Besoldungsvorlagen ungesäumt zur Sprache zu I tenen öffentlichen Versammlung des polnischen bringen. Vereins Strasch, in der über das Rerchsvereins«

Fest der ausländischen Presse in Berlin. I gesetz debattiert wurde, erklärte «ist Redner: Berlin, 18. Mai. Der Verein der ausländischen IZur erfolgreichen Verteidigung sei vor allen Presse veranstaltet, heute Nachmittag im Fest- I Dingen Zusammenschluß nötig in Versamm- saale des HotelsKaiserhof" einen Empfang, I langen und Vereinen. Wie man sich heute in der der sehr zahlreich besucht war. Von höheren Be- I Strasch zusammenschließe, so werde man sich spä« amten waren Geheimrat Dr. Scheefer, Unter- I ter gestärkt im eigenen polnischen Staat, zusam- staatssekretär Stemrich, Unterstaatssekretär Dr. I menfindenl Die Zukunft werde bessere Seiten Wove? in Vertretung des Kultusministers, Ge- I bringen, es dürfe nur niemand versäumen, die Heimrat Hammann, Ministerialdirektor Wehr- Ziegelsteine zu dem großen Baue zusammenzu- mann in Vertretung des Ministers der öffent- I tragen. Er fordere die Anwesenden aus, ja, er lichen Arbeiten, Geheimer Oberregierungsrat I beschwöre sie, von Mund zu Mund zu agitieren. Lusensky in Vertretung des Handelsministers, I Jeder, auch der gleichgültigste, müsse wissen, wel- Eeheimrat Dr. v. Ziller in Vertretung des Mi- I ches Unrecht ihm zugefügt werde. In der Er- nisters des Innern u. a. gekommen. Fast voll- I kenntnis dessen dürfe man alsdann auf eine zählig waren die Vertreter der fremden Mächte I besiere Zeit rechnen." In derselben Versamm- erschienen, so der österreichisch-ungarische Bot- I lung erklärte ein anderer Redner es war ein schafter von Szögyny-Marich, der englisch« Bot- I Redakteur aus Bromberg den Anwesenden schaster Sir Fr Lascelles, der italienische Bot- I das Zustandekommen des sog. Sprachenverbots schafter Pansa, der spanische Botschafter Polo de im Reichsvereinsgesetz in folgender Weise: Bernabe, der schwedische Gesandte, der norwe-Weil die preußische Regierung ein gegen die gische Gesandte, der chinesische Gesandte, Ee- I polnische Sprache sich richtendes Gesetz nicht habe schäftsträger, Botschaftsräte und Militärattaches I machen können, sei ste an den Reichstag gegan- der verschiedenen Botschaften und Eesandtschaf- gen. Dieser habe sich aber wegen der Mehrheit ten; ferner sah man zahlreiche Konsuln, be- I seiner vernünftigen Leute nicht willfährig ge­kannte Parlamentarier, hervorragende Vertre- I zeigt. Da sei denn Bülow auf den Gedanken ter von Kunst und Wissenschaft, Literatur und gekommen, die Juden zu gewinnen; er habe ste Theater, bedeutende Industrielle, Bankiers und I zu einer Fete eingeladen, und dabei hätten sie große Kaufleute. I sich entschlossen, ihre Gerechtigkeit für ein Glas

Die Gesandten Mulay Hasids im Berliner Schnaps zu verkaufen Damit sie dre Leute wei- Schriftsteller-Klub. Die Gesandten Mulay Ha- terhin betrugen konnten hatten steJur den §

fids weilten am Sonntag Nachmittag zum Fünf- gestimmt. So geht dieEhrlichkeit aus, di

uhrtee im Berliner Schriftftellerklub. Der Vor- die großpolnischen Agitatoren im Verkehr mit sitzende begrüßte sie in einer kurzen Ansprache, I der Bevölkerung zur Schau tragen. DieseEh - in der er ausführte, daß die Mitglieder des I lichkeit" ist bekannt genug, sie wird durch die Klubs wie die überwiegende Mehrheit des deut- I fortgesetzten Versuche, den hochverräterisch schen Volkes ein starkes, selbständiges, von I Charakter der großpolnischen Bewegung abzu- Fremdmächten nicht bedrängtes Marokko leugnen für jeden der sehe" will, immer aufs wünsche Dies möchten die Gesandten ihrem I neue in das rechte Licht gesetzt. Deshalb erfüllt Gebieter, dem tatsächlichen Beherrscher Ma- die preußische Regierung nur einGebot staat- rokkos, Mulay Hafid, zum Ausdrucke bringen. I kicher Pflicht, wenn sie ihre Maßnkchmen und Der eine der beiden Gesandten antwortete in I Siele nach dem Grundsätze: Trau, schau, wem! einer wohlgesetzten Rede, die von dem Dolmet- I einrichtet.

scher der Marokkaner übertragen wurde, daß die I Der bedingte Strafaufschub. Nach der vom EesaiMen die Hochachtung und das Entgegen- I Reichsjustizamte dem Reichstage ootgelegten kommen, die sie überall gefunden hätten, wohl I Zusammenstellung der statistischen Ermittelun- zu schätzen wüßten. Nachdem sie etwa eine halbe I gen über die Anwendung des bedingten Straf- Stunde in regem Gespräch mit einer Reihe be- I aufschubs ist dieser seit seiner Einführung in kannter Zeitungsvertreter verweilt hatten, ver- I Preußen (am 23. Oktober 1895) bis Ende 1907 abschiedeten sie sich mit der vorzüglichen Hal- I im ganzen 82 456 Verurteilten zuteil geworden, tung, die ihr ganzes Auftreten auszeichnete. I Die Zahl der Fälle, in welchen in den einzelnen

Die Marine-Informationsreisen von I Jahren der bedingte Strafaufschub gewäh^ Reichstagsabgeordneten werden voraussichtlich I wurde, ist stetig gestiegen; während sie 1899 noch eine ständige Einrichtung werden, nachdem die I erst 4168 betrug, war sie 1903 mit 8770 schon vorjährige den Nutzen, der daraus für die Be- I doppelt so hoch und stieg 1906 auf 11166, 1907 Handlung der Marinefragen in der Budgetkom- I auf 11985, also annähernd auf das Dreifache. Mission entspringt, erwiesen hat. Bei der vor- I In dem Zeitraum von Ende 1899 bis Ende 1907 jährigen Reise, an der sich außer sechs Mitglie- I sich der Bruchteil der durch Begnadigung er- dern d.s Bundesrates 24 Reichstagsabgeordnete | lei»igten Fälle des bedingten Strafaufschubs ge­rade verdoppelt; schon am Jahresschlüsse 1906 umfaßte er etwas mehr als die Hälfte aller bis dahin vorgekommenen Fälle. Dagegen ist die Verhältnisziffer der durch Einleitung der Straf­vollstreckung beendeten Fälle 18991907 von 18 auf 13 Hundertteile also nicht unerheblich

Jahren erfolgte Rundreise des nordamerikani- sche. Staatssekretärs Elihu-Root insofern ein ungewöhnliches und deshalb bedeutsames Er­eignis war, als es zum ersten Mal geschah, daß ein amerikanischer Staatssekretär während seiner Amtszeit das Gebiet der Vereinigten Staaten verließ, um i abzustatten.Seine Reise war einzig in ihrer Art und Bedeutung. Sie wurde allein aus dem Grund« unternommen, weil wir Bürger der Wtnortfrt hott Ntnprtk^nprn I nordamerikanischen Union der Ueberzeugung ZltnCItltl OCH Zinieiuuncilt. I unsere Interessen mit den Interessen

Die kurz erwähnteRede des Präsidenten Roose- I der übrigen Völker unseres Erdteils enger ver« pelt bei der Grundsteinlegung des Bureaugebäu- I knüpft find, als mit den Interessen irgend einet des der amerikanischen Staaten in Washington, I anderen Nation." Zum Schlüße gedachte der dessen Errichtung Andrew Carnegie durch eine I Präsident in Worten höchster Anerkennung und Spende von 750 000 Dollars ermöglicht hat, ist I Dankbarkeit der unvergänglichen Verdienste, die eine bedeutungsvolle Kundgebung im Sinne des I sich Staatssekretär Root um den materiellen panamerikanischen Gedankens. Der Präsident I und moralischen Zusammenschluß des republi- des größten und führenden amerikanische« Staa- I konischen Staatswesens der Neuen Welt erwor- tes bezeichnete den Bau eines eigenen Heims I ben habe, für dieses Bureau, das vor zwanzig Jahren er- I richtet wurde, als ein denkwürdiges Ereignis für alle Völker der westlichen Halbkugel, und fuhr dann fort:Das Gebäude, das nunmehr er­richtet wird, bringt zum Ausdruck, daß das Be­wußtsein der Interessen- und Arbeitsolidarität unter allen Völkern der Neuen Welt im Wachsen begriffen ist. Es beweist, daß das Bedürfnis, alle republikanischen Staatswesen der westlichen | Halbkugel durch wechselseitige Beziehungen die auf der Grundlage der Gerechtigkeit, des Wohl­wollens und gemeinsamer gedeihlicher Arbeit aufgebaut sind, einander näher zu führen und enger zu verbinden, in immer steigendem Grade von uns erkannt und erfaßt wird. In erster Linie möchte ich in unser aller Namen Mr. Andrew Carnegie für seine hochherzige Gabe danken, für eine Gabe, die allen Völkern der Neuen'Welt gewidmet und deshalb besonders 8u begrüßen ist, weil sie von einem Manne kommt, der mit ehrlichem und ernstlichem Be­mühen für den Frieden unter den Völkern gear­beitet hat. Denn wenn int allgemeinen noch ein «eiter Weg vor uns liegt, bis wir mit einiger Zuversicht von dem Tage sprechen können, an dem die Kriege verschwunden sein werden, ha­ben wir auf der westlichen Erdhälfte infolge von Bestrebungen, zu deren Symbol und Pflege die­ses Gebäude dienen soll, auf dem Wege zur Sicherung des Friedens unter uns selbst große Fortschritte gemacht.

Sodann begrüße ich als Präsident der nord- amerikanischen Union die Vertreter unserer Cchwesterrepubliken im Süden. In einer Hin­sicht sind ste unsere älteren Schwestern und wir das jüngere Volk, denn sie verkörpern in diesem Erdteil eine ältere Zivilisation als wir. Ihre Vorfahren, die spanischen und portugiesischen Er­oberer, Gesetzgeber und Staatengründer, hatten den tropischen Ländern und der südlich-gemäßig­ten Zone eine blühende Kultur gebracht zu einer Zeit, als das ganze übrige Amerika nörd­lich des Rio Grande noch eine unerschlossene Wildnis war. Die Völker, die Sie vertreten, hatten an zahlreichen Punften des gewaltigen Gebietes, das vom Colorado bis zum La Plata reicht amerikanische Universitäten begründet, hatten prachtvolle Städte erbaut und die Grund­lage für ein künftiges internattonales Leben geschaffen, bevor die Schiffe der Franzosen und Engländer, der Schweden und Holländer in den Häfen der nordatlantischen Seeküste heimisch ge­worden waren. Jahrhunderte lang entwickel­ten sich die verschiedenen Kulturen, jede auf eigenem Boden und auf eigene Weise, aber jede getrennt von der anderen. Jetzt sind wir in einem gemeinsamen Werdegang und gemein­same« Wachstum begriffen.

In Zukunft werden wir uns dadurch näher trete«, daß wir in größerem Umfange als bis­her einander geben und von einander nehmen, und zwar nicht nur Güter materiellen Wertes, sondern auch solche Güter, die der intellektuellen und geistigen Wohlfahrt unserer Gesamtheit die­nen. Im letzten Jahrhunderi ist die Entwick­lung in Nordamerika, im ganzen genommen, schneller vor sich gegangen als im Süden; in dem Jahrhundert aber, das vor uns liegt, wird, so glaube ich, hinsichtlich der Zunahme der Bevöl­kerung, des Reichtums und aller sonstige« Fort­schritte keinem anderen Teil dcr Welt eine so außerordentliche Entwicklung beschieden sein, als dem Ländergebiet von der nördlichen Grenze Mexikos bis zum fernen Süden unseres Kon­tinents. Und ich kann Sie versichern, daß die