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43. Jahrg.
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! Nachdruck »erbeten.)
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unter der Wucht ......
bis jefct nil^ Zeit g«. Rede und Gegen-
Dejeuner für die Fürstlichkeiten statt. Der Kaiser verlieh die Krone zum Roten Adlerorden erster Klasse mit Eichenlaub dem Kommandierenden General des 14. Armeekorps Freiherrn v. Hoiningen gt. Huene, und den Kronenorden 1. Klasse dem Oberhofmarschall Freiherrn v. Freystadt, dem Staatsrat Dr. Reinhard, dem Finanzminister Honsell und dem Minister des Innern, Freiherrn v. Bodmann. — Weiter wird gemeldet: Der Kaiser, die Kaiserin und die Großherzogin Luise besuchten heute vormittag das Mausoleum. Später machte der Kaiser mit dem Kommandierenden General des 14. Armeekorps Besuche. Nachher nahmen die Majestäten den Tee beim Prinzen Max und besuchten sodann den preußischen Gesandten und Gemahlin. — Morgen wird der Kaiser der Einweihung der Hohkönigsburg beiwohnen und gedenkt sich alsdann 14 Tage in Wiesbaden aufzuhalten.
— Eine Audienz beim Reichskanzler. Di« „Nordd. Allg. Ztg." meldet: Der Reichskanzler empfing gestern nachmittag den kaiserlichen Botschafter in Londo-, Grafen Wolf-Metternich
— Eine neue Ordnung. Die bisherige Ordnung der praktischen Ausbildung der Kandidaten für das Lehramt an höheren Schulen in Preußen hat sich zwar in ihren grundlegenden Bestimmungen durchaus bewährt, da sie aber nach den bei ihrer Durchführung inzwischen gesammelten Erfahrungen und mit Rücksicht aus gewisse im Laufe der Zeit anderweit eingetre- tei.r Neuerungen einige Abänderungen im ein- zelnen bedurfte, so hat der Kultusminister eine neue „Ordnung" festgestellt und den Provinzialschulkollegien zugehen lassen.
— Die sächsische Wahlrechtsreform. Dresden, 12. Mai. In einer gestern abend abgehaltenen Sitzung der außerordentlichen Wahlrechtsdeputation wurde auf Verlangen des Staatsministers Grafen v. Hohenthal zunächst über den Regierungsentwurf paragraphenweise abgestimmt. Die ersten Paragraphen, welche von den Wahlen durch Vertretungskörperschaften handeln, wurden einstimmig abgelehnt. Ebenso einstimmige Ablehnung erfuhr das Prinzip der Verhältniswahlen. Auch der Abg. Goldstein (Soz.) stimmte gegen diese Verhältniswahlen, weil er solche nur in Verbindung mit dem allgemeinen, gleichen, direkten Wahlrecht wünscht. Staatsminister Graf v. Hohenthal erklärte, daß die Regierung auch jetzt noch auf ihrem Entwurf beharren müsse. Die Wahlrechtsdeputation beschloß, die bekannten Kompromißvorschläge in die übrigen Paragraphen der Regierungsvorlage hineinzuarbeiten. In einer weiteren Deputationsberatung soll über die Kompromißvor- schläge, welche bis jetzt 68 Unterschriften tragen, endgiltig abgestimmt werden.
— Der mecklenburgische Landtag. Schwerin, 12. Mai. Im Goldenen Saale des Schlosses fand heute vormittag 11 Uhr die Eröffnung des außerordentlichen Landtages statt.
— Som neuen Landtag. Wie der „Franks. Ztg." aus Berlin gemeldet wird, soll der preußische Landtag am 26. Juni auf einen Tag ein- berufen werden.
— Statistisches. Der Präsident des Kaiserlichen Statistischen Amtes hat, wie wir hören, bei den in Betracht kommenden wirtschaftlichen Vereinigungen eine Erhebung über die in den verschiedenen Gewerbszweigen hauptsächlich in Gebrauch befindlichen Arbeitsmaschinen veran- staltet. Bei den bevorstehenden Veröffentlichungen über die Ergebnisse der Berufszählung vom 12. Juni 1907 sollen auch bei den stehenden Veröffentlichungen über die Ergebnisse der Berufszählung vom 12. Juni 1907 sollen auch bei den einzelnen Eewerbszweigen die für sie charakteristischen und von ihnen im größeren Umfange zur Anwendung gebrachten Arbeit-. Maschinen ausgeführt werden, um auch nach dieser Richtung einen Ueberblick über die Eigen- arten der Berufszweige zu geben. Die Ergeb- nisse der jetzt veranstalteten Erhebung sollen dazu dienen, diejenigen Arbeitsmaschinen kennen zu lernen, die nach dem Urteile der Männer der Praxis für die einzelnen Gewerbe einen be- deutenden und bestimmenden Wert haben.
— Zur Afsiire Eulenburg will eine Berliner Korrespondenz, angeblich von zuständiger Seite, erfahren haben: „Eine Hausuntersuchung bei dem Fischermeister Ernst in Starnberg hat schwer belastendes Material gegen den Fürsten Eulenburg in die Hände des Untersuchungsrichters gebracht. Inzwischen hat der Berliner Untersuchungsrichter einen Schriftsatz großen Umfanges von Harden erhalten, in welchem Harden eine lange Liste von Männern aufstellt, mit denen Fürst Eulenburg angeblich erweisbar unerlaubten Verkehr gehabt habe — bis in die allerletzte Zeit." — Dieselbe Korrespondenz be- hauptet, Fürst Eulenburg habe seine Taktik geändert. Er habe das systematische und beharrliche Leugnen aufgegeben und wünsche nun, al» Geisteskranker angesehen zu werden. Bei den letzten Vernehmungen habe der Fürst Fragens des Untersuchungsrichters, die sich auf die ihm zur Last gelegten schweren Verfehlungen bezogen, nicht mehr beantwortet, sondern betont, daß er sich an nichts mehr erinnern könne. Bei der ungewöhnlichen Schärfe des Verstandes, die der Fürst Eulenburg bisher an den Tag gelegt hat, werde jeder Unbefangene, und auch die Justiz, die Ausrede des Fürsten, daß sein Gedächtnis plötzlich vollkommen versage, lediglich als ein Geständnis seiner Schuld auffasse« können.
Ausland.
** Aus Portugal. Lissabon, 12. Mai. In der Pairskammer erwiderte der Ministerpräsident auf eine Anfrage, welche Ergebnisse die Untersuchung Über die Ermordung des König» Carlos und des Kronprinzen gehabt habe, et
achten.
Es war Ihnen natürlich ein Leichtes," fuhr in höhnischem Tone fort, „meine Schwester,
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ein unerfahrenes Mädchen, zu umgarnen. Wozu wären Sie denn sonst — Konwdiant!"
Die- Wort wirkte wie ein Schlag. Walter zuckte zusammen wie unter der Wucht eines Hiebes. Sylvia, die M, funken, sich einzumischen, da rede sich blitzartig gefolgt waren, umfaßte krampfhaft die wie zum Schlage erhoben« Hand
Hermanns. Sie sah mit rührender Bitte zu ibm auf und sofort glätteten sich seine Züge. Man sah es, die Augen des Mädchens übten eine große Macht auf den erzürnten Mann aus Um feine Lippen spielte sogar ein leises Lächeln, als er sagte: „Laß nur, Sylvia. Er hätte zwar eine Züchtigung verdient, aber um Deinetwillen fei sie ihm geschenkt. Er hat eben ein schlechtes Gewissen und das reißt ihn zu Torheiten hin. Wir zwei, wir gehören ja doch zusammen, nicht Liebling? Weshalb also streiten wir? Uns können Menschen nicht mehr trennen, — nur der Tod! Sei ruhig, mein Lieb! — Rein, — nicht weinen!“ wehrte er sanft, als er sah, wie sich die schönen Augen des Mädchens mit Tränen füllten. Nur kurze Geduld und Du bist mein, — ganz mein. Ich will Dich nicht traurig sehen, das weißt Du doch."
Leon stand diesem Ausbruch heißer Zärtlichkeit mit zusammengebissenen Zähnen gegenüber. Ein paar mal schien es, als wolle er sich aus das Paar stürzen, um es auseinander zu reißen. Doch ein Blick auf den stattlichen großen Mann, der ihn wohl um Kopfeslänge überragte, ließ den Feigling von seinem Vorhaben abstehen. Er begnügte sich, wütende Blicke auf die beiden zu werfen. Hermann hatte den Arm um Sylvia geschlungen und sie an sich gezogen. So standen sie. eng aneinander geschmiegt und sahen sich an. Die Gegenwart versank vor ihren Augen; sie dachten nur an die Zukunft, von der sie so viel Glück erhofften. Leon kochte vor Wut. Er hatte seiner Gewohnheit gemäß die Hände in den Hosentaschen vergraben und schaute unverwandt auf das Paar, das nicht die geringste Notiz von ihm nahm.
„Wie lange soll denn eigentlich diese Ko-
England, China und Japan.
:■ Man schreibt uns:
Wir lieben die Engländer nicht eben iiber- «aßig aber wir sind andererseits weit davon entfernt, ihre großen Fähigkeiten zu unter- «chätzen. Als Kolonisatoren haben sie Vorbrld- liches geleistet und ihre politische Begabung tritt einerlei ob es sich um innere oder äußere Polr- tik handelt, immer wieder aufs neue zutage. Einen glänzenden Beweis dieses politischen Scharfsinns liefert das Verhalten Englands in dem chinesisch-japanischen Konflikte, der mit Tatsu-Maru-Angelegenheiten begonnen und in kwn ausgedehnten Boykott gegen japanische Waren seine Fortsetzung gefunden hat.
Die Tatsu-Maru-Affäre hatte eine derartige Zuspitzung erfahren, daß der Ausbruch eines Krieges zwischen Japan und China immer wahrscheinlicher wurde. Daran aber konnte England nichts gelegen sein, denn der Krieg mußte ihm yus politischen Gründen unbequem fein, weil Japan voraussichtlich gesiegt und dadurch ein für den englischen Einfluß höchst fatales Ueberge- wicht in Ostasien erlangt hätte. Der Krieg mußte für England aber auch aus wirtschaftlichen Gründen unerwünscht sein, da China ein großer Abnehmer britischer Waren ist und durch einen unglücklichen Krieg auf lange Jahre hinaus seine Kaufkraft eingebüßt hätte. Was tat also England? In dem Augenblicke, wo Japan ein Ultimatum losließ, fragte es mit freundlicher Miene in Tokio an, was Japan eigentlich unter der China angedrohten „Ergreifung unabhängiger Schritte, um zu feinem Rechte zu kommen", verstünde. Diese Anfrage war für japanische Diplomaten deutlich genug; sie besagte, daß England nicht wünschte, daß es zum Aeutzersten käme. Demzufolge leugnete bte japanische Diplomatie vor der Öffentlichkeit kaltblütig ab, überhaupt ein Ultimatum erlassen zu haben, und sie zeigte sich zu Verhandlungen geneigt, die denn auch zu einer Verständigung führten.
So lähmte also England, nicht aus christlicher Nächstenliebe, um Blutvergießen zu verhindern, sondern aus praktischen, politischen und materiellen Interessen die Aktion Japans. Dieser japanischen Aktion aber folgte alsbald die chinesische Gegenaktion. Diese Gegenaktion ging nicht von der Regierung Chinas aus, sondern von dem chinesischen Mittelstände, dessen fett einigen Jahren sehr rege gewordenes Nationalbewußtsein, durch die von Japan der chinesischen Regierung aufgelegte Demütigung bei der Tat- su-Maru-Ängelegenheit aufs tiefste verletzt worden war. Die chinesische Kaufmannschaft ergriff der japanischen Herausforderung gegenüber diejenige Waffe, die ihr am besten handgerecht ist: den Boykott. Die Boykottbewegung pflanzte sich alsbald längs der ungeheuren chinesischen Küste fort, ja, selbst außerhalb der Grenzen Chinas erklärten nationalgesinnte chinesische Händler, mit Japan nichts mehr zu tun haben zu wollen. Nachdem dieser Boykott Wochen hindurch fortgegangen ist, greift England wiederum, wie bei der Tatsu-Maru-Angelegenheit, em, diesmal aber zugunsten Japans. Der englische Generalkonsul in Kanton ist angewiesen wor-
mödie noch dauern?" stieß er endlich mit vor Zorn entstellter Stimme hervor. „Glauben Sie, daß ich Ihre Zärtlichkeiten noch ferner mit an- sehen werde?"
O bitte," lächelte der junge Sanger ,ro- nisch, „genieren Sie sich nicht, wir wollen Sie nicht aufhalten. Gehen Sie nur, wenn Sie etwa» Besseres zu tun haben. Sie sehen doch, daß ^hre Gegenwart hier völlig überflüssig ist. Was wii auszumachen haben, brauchen Sie nicht zu hören, dasgeht uns allein an."
Leon wußte kaum, was er tat. Er schritt zur Türe. Draußen schüttelte er die Faust.
„Wir treffen uns schon wieder," murmelte er grimmig. , _
Sylvia schmiegte sich wie Schutz suchend an den Geliebten. , v ,
„Mir ist so bang, Hermann. Könnte ich doch mit Dir gehen, fort von hier, — weit fort.“
„Geduld, mein Mädchen, — Du sollst mit folgen, so bald als möglich."
„Nach einer kleinen Pause Hub Sylvia wieder an: „Ich bitte Dich, wenn Du Leon etwa zufällig begegnest, weiche ihm aus. Reize ihn nicht noch mehr; versprichst Du mir das?"
„Glaubst Du etwa, ich fürchte mich vor ihm?
„Nein, Hermann. Aber er ist eine hetm- tückische Natur und er haßt Dich, ich sah es an feinem Blick. Weshalb er Dir so feindlich gegenüber steht, ich weiß es nicht. Doch ich ahne etwas Furchtbares. Willst Du mir Näher« mitteilen?"
„O nicht doch, Sylvia. Du regst Dich übet- haupt viel mehr auf, als die Sache eigentlich wert ist. Was ich mit Deinem Bruder noch aus-, Kicher, habe, geschieht am besten unter vier;
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den dem dortigen Vizekönige den Rat zu geben, den Boykott zu unterdrücken. In Tokio war es eine Anfrage, in Kanton ist es ein Rai: man sieht die englische Diplomatie betreibt die Einmischung in so gemäßigter Form, daß das Selbstgefühl des betreffenden Staates nicht zu sehr verlcht wird.
Auch bei dieser neuerlichen Emmrschung spricht das eigenste Interesse Englands mit. Japan befindet sich gegenwärtig in einer recht bedenklichen Wirtschaftskrisis. Am Schlüsse eines Berichtes der Welt-Korrespondenz aus Tokio vom 16. April heißt es darüber: „In Japan besteht eine Krisis auf dem Handels- und Jndu- striemarkte. . . . Zwischen Export und Import ist das Mißverhältnis immer größer geworden. In den drei ersten Monaten dieses Jahres hat die Einfuhr die Ausfuhr bereits um 100 Millionen überflügelt, um 40 Millionen mehr als tm ganzen vorigen Jahre. Nur eine baldige Besserung der allgemeinen Lage in Amerika und China kann Japan die einzige Rettung vor einem völligen Krach bringen." Der chinesische Boykott bedeutet aber für Japan natürlich nicht eine Besserung, sondern eine Verschlechterung hinsichtlich des chinesischen Absatzmarktes und der von dem Berichterstatter der Welt-Korresondenz in Aussicht gestellte „völlige Krach" ist damit bedenklich nahe gertitft.
Dies aber wäre für England höchst unangenehm. Nicht nur, daß der englische Export an Japan einen guten Kunden verlieren wurde, nein der englische Sparer würde böse Verluste erleiden. Schon vor dem russisch-japanischen Kriege hatte England erhebliche japanische Anleihen ausgenommen, deren Beträge sich während des Krieges noch durch neue große Anleihen Japans wesentlich erhöhten. Hätte Japan von Rußland eine größere Kriegsentschädigung bekommen, so hätte es einen Teil seiner Kriegsanleihen zurückzahlen können. Da dies nicht der Fall war so blieb die Schuld in voller Höhe bestehen. Nun find die japanischen Anleihewerte, die nach der Seeschlacht von Tschuschima ihren Höhepunkt erreicht hatten, seitdem fortgesetzt herabgegangen. Wäre dieses Sinken ein allmähliches, so würde ein Wirtschaftskrach in Japan eine Katastrophe auf dem Markte der japanischen Anleihen Hervorrufen. Deshalb liegt es in Englands Interesse, den japanischen Waren ihren Absatz nach China wieder zu verschaffen und so den Krach hintanzuhalten. Neben diesem materiellen Vorteile wird noch der politische cm- geheimst, daß man sich dem Verbündeten gefällig gezeigt hat.
Abzuwarten bleibt freilich, ob die englische Intervention Erfolg haben wird. Der Chinese regt sich nicht leicht auf, aber er ist auch nicht leicht zu beruhigen. Und selbst wenn der Vizekönig von Kanton den besten Willen hätte, den englischen „Rat" zu befolgen, so ist es noch immer die Frage, ob er die Kaufmannschaft zur wirklichen Aufhebung des Boykotts zwingen kann.
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Die Freundinnen.
Originalroman von Irene v. Hellmuth. (Fortsetzung.)
„Was ist Dir Sylvia?" fragte er. „Du bist U erregt. Es ist hoffentlich nicht schlimm mit Deinem Papa? Wenn Du es wünschtest, werde ich c arten und in einigen Tagen wieder- komrnen." , _ ,
Leon würdigte er keines Blickes mehr. Doch dieser trat jetzt ganz nahe an ihn heran. In feinen Augen flammte ein Strahl tödlichen Hasses auf.
. „Das Wiederkommen können Sie sich sparen, Mein Herr," tief er zornig. „Es ist doch ver- febens! Und wenn Sie noch so ost anfragen wer- en, Sie werden immer dieselbe Antwort erholten. Sie lautet „nein“, und wird immer jo lauten. Merken Sie sich das gefälligst. Sie sparen sich nur Unannehmlichkeiten!“
Hermann trat einen Schritt zurück.
„Mein Herr/ begann er dann ruhig, „mit reichem Recht mischen Sie sich in eine Ange» egenheit, die Sie doch wenig kümmern kann. Hch habe Sie nicht gefragt! Von Ihnen will ch keine Antwort Höchen!“
„Mit welche' Rechte?“ zischte Leon. „Mein Datrr hat mich beauftragt, Ihnen in feinem Kamen zu antworten. Sie werden meine Schwester nicht heiraten!"
„Wollen Sie mich vielleicht daran hindern?" . Es klang ein unverkennbarer Hohn au» die« »n Worten. Da» brachte Lean noch mehr auf. f »Vielleicht l" .
Marburg
Donnerstag, 14. Mai 1908. Jnhaber^Dr. e?oth Marburg^'Markt 2L — Telephon 65.
„ Deutsches Reich.
— Vom Äaiferpaat. Karlsruhe, 12. Mai. Der Kaiser hörte heute vormittag den Vortrag des Chefs des Zivilkabinetts. Um 1 Uhr fand
„Ah, da wäre ich aber neugierig. Ich begreife nur nicht, wie ich zu der Ehre komme, von Ihnen in solcher Weise gehaßt zu werden. Sie fürchten vielleicht, ich könnte etwas — ausplaudern? Seien Sie ruhig! Ich werde es nicht tun, um Ihrer Schwester willen nicht!"
„Bah," machte Leon veracht!,ch, „,ch verstehe Sie" nicht, mein Herr!“
„Sie verstehen mich sehr wohl."
„Rein," schrie Leon außer sich. ,Zch sah Sie heute zum erstenmal. "
Hermann lachte spöttisch.
„Ach. das ist aber höchst merkwürdig. W,e kommt es denn, daß Sie mich schon so hassen?"
„Ich hasse Sie! — Ja!" gestand Leon. „Aber der Grund ist ein anderer, als Sie anzunehmen scheinen. Ich hasse Sie, weil Sie sich in eine alt- adelige Familie drängen wollen, weil Sie Ihre Augen zu meiner SHoester erheben. Ich suche nut zu verhindern, daß Sylvia Ihre Frau wird. Denn das wäre ein Schandfl« auf unserer Ehre!"
„Nehmen Sie sich in Acht," schrie Walter jetzt. Seine Sttrn rötete sich. „Ich wäre in der Lage, ganz andere „Schandflecke" aufzudecken."
Leon schien den Einwurf gar nicht zu be-