nn» den Keilagen: Literarischer Anzeiger«, „z<mdwirtschaft>iche K-iU-ge« «nd „JUnstrierte, S-nntn^dlatt«,
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lNachdruck verboten.)
Marburg
Freitag, 8. Mai 1908.
Deutsches Reich.
— De- Kaisers Reise. Pola, 8. Mai. Während des hiesigen achtstündigen Aufenthaltes war die Kaiserfamilie an Bord der „Hohen- zollern" verblieben. Der Kaiser erwiderte auf der österreichisch-ungarischen Jacht „Lakrorna" den Besuch des Marinekommandanten und des Statthalters. Hm 1 Uhr fand auf der „Hohen- zolletn" ein Frühstück statt, zu welchem der Ma- rtnekommandant Graf Montecucculi, der Statthalter Prinz zu Hohenlohe, der Korpskomman- dant Poticzek, der Hafenadmiral von Rippet und der Eskadre-Kommandant Kontreadmiral von Ziegler geladen waren. — Unter dem Salut der Geschütze sämtlicher österreichisch-ungarischen Schiffe verließ die deutsche Kaiserfamilie die
Aba. Everling (natl.) stellte ein Buck in Aussicht über die Wahlagitationen der katholi-
Deutscher Reichstag.
( Wahlprüfungen.
Reichstag, 151. Sitzung, 6. Mai.
Da die Vertagung des Reichstages bis zum Herbst unmittelbar bevorsteht, beeilte man sich endlich, mit einer Reihe von Wahlprüfungen und Petitionen noch kurz vorher aufzuräumen.
heftigen Angriffe sind freilich durch die Mandatsniederlegung des Abg. Schwabach (Memel-Heydekrug) ausgeschieden worden, aber es blieb noch genug Zündstoff. Gleich zum 1. Punkt Wahl des freisinnigen Abg. Eickhoff in Lennep-Mettmann, welche die Wahlprüfungs- kommission für gültig zu erklären beantragte, lagen zwei Anträge vor.
Abg. Groeber begründete den Zentrumsantrag, den General Keim und den Unterstaatssekretär v. Löbell eidlich darüber zu vern-h- men, ob seitens des Kolonialamts Schriften im Wahlkreise zu Gunsten Eickhoffs verteilt worden seien. Die Sozialdemokraten verschärften natür- It .) den Antrag, indem sie erst zu wisien wünschten, welche Persönlichkeit im Kolonialamt diese angebliche Aktion eingeleitet habe.
Abg. Müller-Iserlohn (frs. Vp.) bestritt jede amtliche Wahlbeeinflusiung.
Abg Dr. Heinze (nl.) protestierte gegen die zahllosen Wahlproteste, mit denen man jede Wahl anzufaffen suche.
Abg. v. Bertzen (Rp.) verwarf jede amtliche Wahlbeeinflusiung, verlangte aber für derartige Behauptungen Beweise.
schließlich wurde die Wahl des Abg. Eickhoff mit 147 gegen 143 Stimmen für giltig erklärt. (Bewegung.)
Betr die Wahl Böhme-Marburg beantragte die Kommission Beweiserhebungen, «blaß und Eenosien beantragten die Beweiserhebungen auf weitere sechs Protestpunkte zu erstrecken. Neumann Hofer (Frs. Vgg.) befür- worete den Antrag.
Nack den Ausführungen des Abg. Raab lWirtsch. Vgg.) wurde der Antrag Ablaß ab- gelehnt. Der Antrag der Kommission wurde itn.^nommen. Auch über die Wahl des Abg. Arnstadt (kons.) (Wahlkreis Mühlhausen-Langensalz«) wurde ohne Debatte Beweiserhebung beschlosien.
Nach einer Debatte über die Wahl des Abg. Bohle (Soz.) wurde beschlosien, über die Wahl Bohles nach dem Antrag Ablaß (freis.) weitergehende Beweiserhebungen zu veranstalten, als dis Kommission vorgeschlagen batte. Die Wahl des Abg. Dr. Potthoff (freis. Vgg.) wurde oh : Debatte für giltig erklärt. Die Wahl des
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Millionen, und die dritte Stelle nimmt Sachsen mit rund 13 Millionen ein. Auch diese Zahlen führen wieder den außerordentlichen großen Umfang dieses einen Zweiges der Arbeiterver- stcherung vor Augen.
— Die fakultative Feuerbestattung. Berlin, 5. Mai. lieber die geplante Ordnung der Feuerbestattung in Preußen bringt die „Flamme" nähere Mitteilungen. Es bestand ursprünglich die Absicht, die Zulasiung der fakultativen Feuerbestattung in Preußen gesetzlich zu regeln, inzwischen ist aber von einer gesetzlichen Ordnung Abstand genommen, und die Regierung wird, wenn durch das Urteil des Oberverwaltungsgerickts in dem Hagener Falle das polizeiliche Verbot ausgehoben wird, sich damit begnügen, im Wege einer Verordnung die für den Gesetzentwurf beabsichtigten Bestimmungen zu erlassen. Danach soll der Betrieb eines Krematoriums weder ?srivatpersonen noch Vereinen, sondern nur Ve- öiben, Gemeinden und Kirchen gestattet werden. Die Todesursache muß durch das Zeugnis eines Arztes, nötigenfalls durch die eines be- amteten Arztes, zweifellos festgestellt sein. Es ist der Nachweis zu führen, daß der Verstorbene selbst den Wunsch einer Feuerbestattung hegte. Die Asche soll nicht zerstreut, sondern in würdiger Form aufbewahrt werden. Eine beerdigte Leiche darf nicht zum Zwecke der Einäscherung wieder ausgegraben werden. Die grundsätzliche entscheidende Verhandlung vor dem Oberverwalt- ungsgericht in Sachen des Hagener Prozesses findet am 15. d. M. statt.
— Eulenburg. Am Dienstag erschien nach Meldungen verschiedener Blätter in Liebenberg zum dritten Male die Eerichtskommisston unter Vorsitz des Untersuchungsrichters Schmidt zu einer längeren Vernehmung des Fürste» Eulenburg. Zugleich war auch der in Falkenthal wohnende Handelsmann Borchert nach Liebenberg zur Zeugenvernehmung berufe» worden. Ueber das Ergebnis der Untersuchung wird natürlich Stillschweigen bewahrt. Das Schloß wird weiterhin von Kriminalbeamten beobachtet. Der Zeuge Ernst ist nach Berlin abgereist um dem Fürsten Eulenburg gegenübergestellt zu werden. Dasselbe soll demnächst mit dem Zeugen Riedel geschehen.
— Zur Einigung im Baugewerbe. Breslau, 6. Mai. Nachdem gestern Abend die Breslauer sozialdemokratischen organisierten Maurer und vor einigen Tagen die Zimmerer den Berliner Schiedsspruch abgelehnt haben, beschloß heute Mittag, der „Schlesischen Zeitung" zufolge, der Verband des Breslauer Arbeitgeberbundes seiner für den Freitag einberufenen Generalversammlung die Aussperrung aller organisierten Maurer und Zimmerer für den nächsten Montag zu empfehlen, falls bis Freitag nicht die Annahme des Schichsspruchs erfolgt wäre.
Abg. Wölzl-München (natl.) beantragte die Wahlprüfungskommission für giltig zu erklären.
Abg. Groeber behauptete, die Liberalen suchten d-e politischen Rechte der Geistlichen zu verkürzen. Dieser Behauptung trat Abg. Heinze (natl.) entgegen, der nur dann die geistliche Be- einflusiung als vorwiegend ansehen will, wenn sie in amtlicher Eigenschaft erfolgt.
Abg. Everling (natl.) stellte e
schen Geistlichen, was das Zentrum zu allerhand Zurufen veranlaßte.
Abg. Dr. Burckyardt (Wirtsch. Vgg.) gab zu, daß den Geistlichen nicht das Recht genommen werden könne, politisch tätig zu sein.
Abg. v. Bolko (kons.) tadelte die ganze Art her Behandlung dieser Fragen und der Hereinziehung der Geistlichen in den politischen Kampf. (Beifall.)
Hierauf wurde die Wahl Wölzel für giltig erklärt.
Ohne Debatte wurde die Wahl des Abg. Wilde (natl.) und die Wahl des Abg. Zubeil (Soz.) für giltig erklärt.
Bei der Wahl Boening (kons.) wurde nach Kommissionsbeschluß Beweiserhebung beschlosien.
Die Wahlen der Abg. Niederloehner, Everling, Herzog (Hofgeismar), Kaden und Eoerck, sowie Loescher wurden für giltig erklärt.
Bei der Wahl Schwartz-Lübeck, die die Kommission für giltig erklärt hatte, beantragte die linksliberale Fraktionsgemeinschast über 19 Proteftpunkte Beweis erheben zu lasien.
Nach längerer Debatte wurde der Antrag der Freisinnigen angenommen und Beweiserhebung beschlosien.
Heber die Wahl des Abg. Boltz-Trier wurde ebenfalls die Beweiserhebung beschlosien. Die Wahl des Abg. Lehmann-Wiesbaden rourbe für giltig erklärt.
Bei der Wahl des Abg. Henning 10. Frankfurt, wurde Beweiserhebung beschlosien.
Sodann nahm der Präsident Graf Stolberg anläßlich des morgigen 60jährigen Regierungs- Jubiläums des Kaisers Franz Josef das Wort und führte aus, der Reichstag betrachte ohne llnterschied der Partei die freundschaftlichen und vertrauensvollen Beziehungen zwischen dem deutschen Reiche und der österreichisch-ungarischen Monarchie, sowie das mitteleuropäische Bündnis als ein Hnterpfand des Friedens und die Wohlfahrt der Völker. (Lebhafter Beifall.) Jn- folgedesien haben wir, glaube ich, alle die herzlichsten Sympathien für das Fest, welches der hohe Verbündete feiert. Ich bitte Sie, mich zu ermächttgen, daß ich diesen Gefühlen in geeigneter Weise Ausdruck gebe. (Erneuter Beifall.)
„Hohenzollern". Zum Abschied waren alle hohen Militär- und Zivilfunkttonäre, der Bürgermeister, der Landeshauptmann, die Beamtenschaft, die Geistlichkeit, sowie viele Land- und Seeoffiziere erschienen. Die Majestäten bestiegen den Hofsonderzug, welcher um 4% Uhr nachmittags abfuhr. Die deutschen Schiffe bleiben einige Tage hier. Abends findet zu Ehren der deutschen Seeoffiziere eine gesellige Zusammenkunft im Marinekastno statt.
— Erhöhung der Zivilliste. Die „Köln. Volksztg." behauptet, daß dem preußischen Abgeordnetenhause bald nach seinem Zusammentritte eine Vorlage über eine beträchtliche Erhöhung der Zivilliste des Königs von Preußen zugehen werde; gleichzeittg sei man mit der Ausarbeitung einer Vorlage für den Reichstag beschäf- ttgt, in der eine hohe Dotation für den König von Preußen als Deutscher ^Kaiser gefordert werde. Schon vor einiger Zeit war diese Behauptung einmal in der Presie aufgetaucht, wurde aber sofort dementiert. Sie scheint durch die Wiederholung nicht richtiger geworden zu sein, denn die „Deutsche Tagesztg." stellt nach genauen Informationen fest, daß man mit einer solchen Vorlage sich bis jetzt in den zuständigen Resiorts nicht beschäftigt habe.
— Zwei Drittel Milliarden Berficherungs- marken — genau: 653 Millionen — sind im Jahre 1907 für die Alters- und Invalidenversicherung verwendet worden. Auf die einzelnen Lohnklasien verteilt sich diese Verwendung folgendermaßen: 1. Lohnklasie 76 Millionen, 2. Lohnklasie 178% Millionen, 3. Lohnklasie 159 Millionen, 4. Lohnklasie 120y2 Millionen und 5. Lohnklasie 119 Mill. Versicherungsmarken. Die größte Zahl von Versicherungsmarken hat die Rheinprovinz verbraucht, nämlich über 70 Millionen. Hierauf folgt das Königreich Sachsen mit 62% Millionen und die Provinz Schlesien mit rund 58 Millionen. In weiterem Abstande folgt die Provinz Brandenburg mit 41% Millionen; in Berlin find 34% Millionen Marken verwandt worden, in Sachsen-Anhalt und in Westfalen je 33 Millionen, in Hannover 30, in Württemberg und Baden je 22 Millionen, in Hesien-Nasiau 21% Millionen, in Ostpreußen 19 Millionen, in Elsaß-Lothringen fast 17 Millionen; am wenigsten Marken find im Groß- Herzogtum Oldenburg geklebt worden, nämlich nicht viel über 3 Millionen. Die einzelnen Lohnklasien verteilen sich vielfach ganz anders. In der ersten Klasie marschiert Schlesien mit 16 Millionen Marken an der Spitze, ihm folgt Ostpreußen mit 8 Millionen, im Köngreich Sachsen beträgt die Zahl der Marken nur noch 4 Millionen, und in der Rheinprovinz find gar nur etwas über 1 Million in der ersten Klasie verbraucht worden. In der Klasie 5 dagegen verwandte am meisten die Rheinprovinz mit 21% Millionen Marken, ihr folgt Berlin mit 13% BF— 1 ■
,Iein!" rief sie fest und bestimmt, „auf meine Beihilfe rechne nicht!"
„Na, da siehst Tu, wie liebenswürdig meine Schwester ist!" rief Leon, sich an die entrüstet dreinblickende Tante wendend. Er lachte laut und hart auf — während aus seinen Augen ein Blitz des Hasies auf das Mädchen schoß, das hoch aufgerichtet vor ihm stand, ohne mit der Wimper zu zucken.
„Hnd weshalb willst Du nicht?" fragte Frau von Schmettwitz mit gerunzelter Sttrn.
„Weil ich es für kein Glück halte, nur des Geldes wegen geheiratet zu werden. Maja ist viel zu gut dazu. Sie ist mir auch viel zu lieb, als daß ich ihr nur mit einem einzigen Worte zureden möchte. Dich zu wählen — Dich, von dem man nicht einmal weiß--“
Sie brach jäh ab. Leon pflanzte sich drohend vor dem Mädchen auf.
„Was weiß man nicht?" zischte er. „Mädchen, ich rate Dir, halte Deine Zunge im Zaum, oder es könnte Dir übel bekommen! Rede mir nicht gegen meinen Plan — sonst —"
„Willst Du mich vielleicht schlagen?"
Er besann sich und entgegnete um vieles milder:
„Du reizest mich aber auch in unverantwortlicher Weise. Versprich mir wenigstens, nichts Nachteiliges bei Maja über mich zu sagen. Es ist ohnehin schlimm genug, daß Dir die Freundin lieber ist als der eigene Bruder. Sieh, es wäre ja ein großes Glück für uns alle, wenn Maja mich nähmt. Wir nagen ja hier am Hungertuch. Hnser Geld ist einmal hin, da muß man sehen, wieder neues Kapital in die Familie zu bringen. Das ist doch nichts schlechtes! An- vere tun es auch! Aber Ihr mit Euren veralteten Begriffen von Ehre und Rechtlichkeit! Dabei kann man verhungern. Freilich ist man -an» keinen Finger breit von dem votgezeichne-
Die Freundinnen.
Originalroman von Irene v. Hellmuth.
(Fortsetzung.)
.Sm," machte sie gedehnt. „Na, wir wollen sehen, war sich tun läßt. Die Geldmittel find zwar bei mir auch etwas knapp, aber eigentlich hast Du recht, Du siehst nicht elegant ans. Hnd wenn man sich um die Erbin einer Million bewerben will, dann muß schon etwas dabet riskiert werden. Aber wenn unser Plan gelingt Und Du einmal Millionär bist, dann vergiß auch Deine arme Tante nicht, hörst Du?"
„Gewiß nicht, liebe Tante verlaß Dich darauf," beteuerte er schmunzelns. „Wie ich schon sagte, das aufgewendete Kapital soll reichliche Zinsen tragen. Du bist die erste, die etwas bekommt. Du bist auch die einzige im ganzen Hause, mit der man ein vernünftiges Wort reden kann. Du verstehst mich wenigstens, deshalb unterhalte ich mich auch am liebsten mit Dir. War das nicht eine seltsame Heberein- fiimmung der Gedanken, als Du mir rietest, ick sollte mich um die kleine Maja bewerben? Ich hatte das Mädchen doch schon vom ersten Tage an ins Auge gefaßt."
Diese Lobeserhebungen schmeichelt» offenbar der alten, eitlen Dame sehr.
»Ja, — und was ich noch sagen wollte," begann sie nach einer kleinen Weile, „wenn wir Sylvia für unsere-l Plan gewinnen könnten, so wäre da» sehr gut. Maja gibt viel auf ihr Hr- teil, und wenn Deine Schwester so nebenbei eine Bemerkung einfließen ließe, wie: „Mein Bruder ist ein braver Mensch, ein vortrefflicher Eha- .rafter, et hat nur Pech gehabt — und dergleichen Mehr^ oder wenn st.: ihr eine Andeutung machte, daß Du verliebt bist, dann würde die Sache sehr
ten Wege abgewichen, aber was Hilst das? Heutzutage gilt nur der etwas, der Geld hat. Die andern werden unterdrückt und niedergeworfen. Ich aber — ich will auf der Höhe stehen."
„So sieh zu, daß Du hinauf kommst, aber ich helfe Dir nicht dabei. Meine geliebte Maja soll Dir nicht zum Opfer fallen!"
„Was das wieder für eine Redensart ist," brauste Leon auf. „Ich will doch Deine „geliebte Maja" nicht fressen. Auf den Händen würde ich sie tragen. Hnd habe ich denn gar nichts in die Wagschale zu werfen? Eilt mein altadeliger Name nichts?"
Sylvia lachte spöttisch auf.
„Dein altadeliger Name! Wer kann sagen, ob Du ihn draußen nicht besudelt hast?"
„Mädchen," schrie er wild, „bringe mich nicht zum äußersten. Ich habe mich schlecht und recht durchgeschlagen, habe oft Hunger gelitten, während hier mein ganzes Erbteil verloren ging."
Er lentte wieder ein, immer noch in der Hoffnung, Sylvia umsttmmen zu können.
„Bedenke doch, Schwester, daß id) nichts unrechtes tue, wenn ich Maja zu gewinnen suchL Das ist nun mal das Los der reichen Mädchew daß sie des Goldes wegen geheiratet werden. Ob Maja nun einen andern nimmt oder mich, bleibt sich gleich. Nur dch dabei Dir und dem Vater etwas zu gute käme. Hnd als Deine Schwägerin oder Schwester stände sie Dir doch naher wie als Freundin. Sie würde sicher auch fm Dich sorgen, denn wenn Du keinen Pfennig Mitgift bekommst, wird fich schwerlich ein Mann für Dich finden." t
Heber Sylvias schönes Gesicht huschte flüchtig ein glückliches Lächeln. Doch sprach sse teil Wort und wandte ßch -um Gehen. /
gefördert. Lieber Gott, wie viele Menschen machen ihr Glück durch eine reiche Heirat! Warum solltest Du es nicht können? Du bßst doch ein stattlicher Kerl, und wenn Du erst in einem neuen Anzug steckst, kan es nicht fehlen. Dein zukünftiger Schwiegervater wird dann schon sorgen, daß Du einen Posten bekommst, wo Du Dich nicht so sehr anzustrengen brauchst. In seiner großen Fabrik findet fich gewiß etwas vergleichen!"
„O, Tante, Du bist so klug und gut wie ich noch keine Frau getroffen," rief Leon begeistert und führte galant die mageren Finger an seine Lippen.
Die Dame wurde dadurch immer mitteilsamer.
„Du bist viel klüger als Deine Schwester," versicherte fie, „Sylvia hat ihr Glück mit Füßen von sich gestoßen. Einen Freier, wie Hugo von Trostberg abzuweisen, ist schon heller Wahnsinn. Aber ich weiß schon, was dahinter steckt--"
Sie brach rasch ab, denn in diesem Augenblick trat Sylvia ins Zimmer und die Tante bernäch- aigte sich ihrer sogleich, um fie für ihren Plan zu gewinnen. „Dein Bruder hat mit Dir zu sprechen," begann fie ohne weitere Hmschweife und nickte dem Neffen ermuttgend zu.
Sylvia sah fragend von einem zum anderen und Leon begann:
„Es dürfte Dir kein Geheimnis geblieben fein, daß ich in Deine Freundin rettungslos verliebt bin. Es läßt mir keine Ruhe mehr. Tag und Nacht ber.te ich nur an fie. Hnd — da meinte die lante Du könntest etwas bei bet Sache tun, wenn Du mich gelegentlich ein wenig hetausstreichen wolltest, ober so nebenbei bemerken, wie es um mich steht. Willst Du, Sylvia?"
Er hatte bittend ihre Hand ergriffen, doch die Schwester machte sich mit einet raschen, ungeduldigen Bewegung frei, _______