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Angra Pequena eine welche Zweigstationen und Aus zu versorgen Am 20. November
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in Bethanien, Euibis hatte.
1883 setzte Liideritz das
von Trinkwaffer und Nahrungsmitteln Kapstadt aus durch den Schoner „Meta" regelt.
Doch das Glück war Lüderitz indessen hold. Eine Enttäuschung nach der anderen den dem optimistisch veranlagten Manne,
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Auswärtige Amt von seiner Landerwerbuna in Kenntnis und erbat den Schutz des deutschen Reiches. Dies hatte zur Folge, daß der deutsche Konsul Lippert zu Kapstadt angewiesen wurde, das Lüderitzland unter seinen konsularischen Schutz zu nehmen. Mit diesem Hervortreten des deutschen Reiches stellten sich neue Schwierigkeiten dem Lüderitzschen Unternehmen entgegen, indem englische Kaufleute behaupteten, ältere Kaufrechte zu besitzen. Lüderitz reiste sofort nach Angra Pequena, versicherte sich bei Joseph Fredericks der rechtmäßigen Erwerbung und suchte nach Deutschland zurückgekehrt, beim Reichskanzler Fürst Bismarck eine Audienz nach, worauf am 24. April 1884 der Kapregierung die amtliche Mitteilung wurde, daß Lüderitzland unter deutschen Schutz gestellt sei. Ein lebhafter Notenwechsel zwischen England und Deutschland setzte ein, doch Bismarck ging seinen Weg. Am 7. Oktober 1884 ankerte das deutsche Kanonenboot „Möve" im Hafen von Angra Pequena und schon am 28. Oktober konnte der erste Schutzvertrag der deutschen Regierung mit Joseph Fredericks in Bethanien durch den deutschen Generalkonsul Nachtigall abgeschlossen werden und
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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
mtb de» Keilage«! Literarischer Aiqiigrr", „L<mdwirtsch»stUch, grilefle« nnb .Illustriert»,
mit fester Zuversicht an die Verwirklichung seiner Pläne glaubte. Hatten die von Direktor Pohle geleiteten Schürfungen nach Metallen nur ein negatives Resultat, indem die gefundenen Adern sich als zu klein und die Abbaukosten durch die damaligen unwirtlichen Boden- und horrend teuren Transportverhältnisse sich als viel zu groß erwiesen, so mißlang auch noch der Versuch, den Handel mit den Eingeborenen rentabel zu gestalten. Hierzu kam der Untergang der „Tilly", die schon den Hafen erreicht hatte und durch ein unglückseligesVerhängnis an dis schroffen Felsen von Angrapoint geworfen wurde und dort zerschellte. Großen Ausgaben standen nur geringe Einnahmen gegenüber und so kam es, daß das großangelegte Lüderitzsche Unternehmen seinem sicheren Untergang entgegenging. Rur ein kapitalkräftiges Konsortium konnte hier rettend eingreifen. 1885 bildete sich unter dem Namen „Deutsche Kolonialgesellschaft für Südwestafrika" ein solches Konsortium, welches von Lüderitz für den Betrag von 300 000 Mark und gegen Ueberlassung einer Anzahl Anteilscheine der neugegründeten Gesellschaft sämtliche Rechte — mit Ausnahme des Handelrechtes in Angra Pequena — erwarb.
Trotz aller Fehlschläge waren die Tatkraft und Hoffnungsfreudigkeit des Bremer Kaufmanns nicht gewichen. Für ihn war die Möglichkeit, in seinem veräußerten Gebiet doch noch rentable Erzfunde aufzudecken, nicht geschwunden. Mit eisernem Glauben lebte er dieser ihm ganz zu eigen gewordenen Ueberzeugung und teils mit eigenem Gelds, teils mit Unterstützung der interessierten neuen Gesellschaften rüstete Lüderitz 1886 wiederum eine Expedition aus, deren Leitung er selbst übernahm. Ingenieur Jselin und Seemann Steingröver waren seine Begleiter. Doch auch dieser Versuch zeitigte keine Erfolge. Von Angra Pequena aus durchstreifte Lüderitz über Bethanien das südliche Eebirgs- land bis an den Oranjefluß und bestieg bei Nabusfurt mit seinen Getreuen ein zusammenlegbares Segeltuchboot, in welchem sie glücklich
Marburg
Sonntag, 3. Mai 1908.
sollten Handelsgeschäfte mit den Eingeborenen getrieben werden und wurde zu diesem Zwecke in Haupffaktorei angelegt,
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Bestellungen
für dieMonate Mai und Juni aus die
tzOberhessische Zeitung" nebst ihren ßeilagen werden von unserer Expeditton Markt 21) unseren Ausgabestellen in Kirch - fain, Neustadt und Wetter» sowie von Men Postanstaiten und Landbriesträgern entlegengenommen.
der einen wärmeren Ton angeschlagen und blickte forschend aus ihren Begleiter.
„Wissen Sie nach," begann er, wie sich besinnend, „wie ich einmal Mücken und Käfer fing, ihnen die Flügel mit einem Zündhölzchen verbrannt: und mich dann ihrer unbeholfenen Bewegungen freute? Wie Sie da weinten und mich einen ungezogenen Buben schalten? Wie Sie mich bei der Mutter verklagten?
„Ich erinnere mich noch ganz gut, daß es Ihnen immer Freude machte, die armen Tiere zu quälen!"
„Und Sie konnten das gar nicht sehen. Sie hatten eben ein zu weiches Herz. Es waren doch nur dumme Tiere, die das gar nicht so spürten! Aber die Menschen, die fühlen es, wenn sie leiden müssen!--Sehen Sie, so einer Fliege
bin ich jetzt zu vergleichen. — Eine Minute hat hingereicht, mir die Flügel zu versengen, — eine einzi : Minute! Nun wird mein Herz kranken an dem heißen Schmerz, den Sie mir zugefügt haben! — Sie wenden sich ab? — Sie find grausamer al» ich damals war, wenn ich Spatzen tot schoß! Denn der kleine Kerl war doch tot und wurde von Ihnen begraben, während ich vielleicht mein Leid durch ein langes Leben schleppen muß, — wenn Sie nicht Mitleid mit mir haben!"
Maja hatte sich abgewandt. Sie fühlte etwas wie Eckel aufsteigen bei diesen Worten. Die dreisten, zudringlichen Blicke dieses Menschen empörten sie bis ins Innerste. Sie bereute aufrichtig, daß sie ihn eingeladen hatte. Und gar mit ihm nach Neunlinden zu fahren, erschien ihr jetzt beinahe als eine Unmöglichkeit. Aber bei ihrem raschen Anerbieten vorhin waren ganz andere Gründe maßgebend gewesen. Sie dachte dabei an ein kleines Hau» am Waldesrand, Dort vorLberzufahren, bedeutete nur einen tut*
Die Jnsertionsgebühr beträgt für die.7gespaltene Zeil« oder deren Raum ‘15 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. — Druck und Verlag: Joh. Ang. Koch, Universitätsbuchdruckerei Inhaber Dr. 6. Hitzeroth .Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
zen Umweg. — Und sie wollte dort vorüberfahren ganz langsam — um mit ihrem Begleiter gesehen zu werden. Dabei wollte sie lachen — laut lachen und scherten mit ihm, — ja, lachen immerzu, — wenn auch das Herz wehtaj dabei. — Das sah ja niemand. Aber das Lachen sollte man sehen. Und einer, de: dann hinter den blütenweißen Vorhängen stand und mit brennenden Augen auf das Gefährt und die Insassen starrte — der mußte dann doch merken, daß man stky nichts aus ihm machte. — Maja schnippte bei diesem Gedanken mit den Fingern, — „nein, nicht so viel!" — Ja, das wollte sie ihm zeigen, dem, der sie so schwer gekränkt.
Ueber das alles grübelte sie noch nach, wäh. rend sie schweigend neben ihrem Begleiter herschritt. Sie würdigte ihn keines Wortes mehr. S' erreichten sie ihr vä erliches H"us. Es war das schönste und stattlichste Haus in der ganzen Straße. Leon von Schmettwitz biß die Lippen zusammen. Er merkte es wohl, daß die jung« Dame sein Benehmen übel aufnahm und er ärgerte sich unbeschreiblich über die begangene Dummheit. Er sah ein, daß er seine Sache falsch angefangen hatte und überlegte, wie er aller wieder gut machen könne.
Doch blieb ihi.r jetzt keine Zeit dazu. Staunen uno Bewunderung malten sich auf seinem blassen Gesicht, als er die kostbare innere Ein- richtunz betrachtete. Weiche rote Teppiche, von Messingstangen gehalten, bedeckten die Treppe deren Nischen von seltenen Blattpflanzen ausgefüllt waren. In den Zimmern herrschte eine gediegene Pracht. Uederall erblickte man künstlerisch ausgeführte Wand- und Deckengemälde, daneoen Gobelins von hohem Wirb geschnitzte Eichenmöbel, vergoldete Elaslüster, Spiegel öoe seinem venettanischeu Glas. ,,
(Fortsetzung folgt.)
Häuptlingsversammlung anwohnte, mußte des plötzlich ausbrechenden Aufruhrs wegen, schleunigst das Land verlassen. Da die Beziehungen seitens der Regierung nicht mehr ausgenommen wurden durfte deutscherseits angenommen werden, daß die Kapkolonie keinen Wert mehr auf die Ausübung der Schutzherrschaft über Südwestafrika lege. Bestärkt wurde diese Auffassung durch die ausweichende Antwort Lord Eranvills auf die Anfrage unseres auswärtigen Amtes, ob Lüderitz des englischen Schutzes sicher sei.
Inzwischen hatte der rührige Lüderitz eine kleine Expedition ausgerüstet, die von Kapstadt aus Westafrika v^n der Meerseite anlaufen sollte. Am 11. April 1883 vollzog sich die Landung in Angra Pequena, der heutigen Lüderitz- bucht und schon am 1. Mai wurde zu Bethanien der denkwürdige Kaufakt mit Joseph Fredericks abgeschlossen, dem am 25. August desselben Jahres die weitere Erwerbung der ganzen Küste vom Oranjefluß bis zum 26 Grad südlicher Breite — 75 Kilometer nördlich von Angra Pequena — in einer Ausdehnung von 20 geographischen Meilen landeinwärts, etwa 150 Kilometer, folgte. Mit dieser Erwerbung hatte sich Lüderitz ein Gebiet gesichert, das er zur Ausbeutung von Mineralschätzen, in erster Linie Kupfer und Silber für geeignet hielt. Diese Vermutung folgerte er aus den Kupferfunden bei Ookiep, südlich vom Oranje, sowie den bereits in seinem neu erworbenen Gebiet gemachten Erzfunden. Eine weitere Bestärkung der Richtigkeit seiner Annahme mußte Lüderitz aus dem durchaus übereinstimmenden geologischen Aufbau seines Landes mit dem südlichen. Nama- lande erblicken. Hand in Hand mit dem Abbau
Die Freundinnen.
Originalroman von Irene v. Hellmuth.
(Fortsetzung.)
Er heftete wieder seine Augen mit dreister H.'wunderung au, das sich unwillig abwendende Mädchen? "
„Zürnen Sie mir nicht, Fräulein Maja," |»ct ec rasch, als er sah, daß sie merklich kühler Surde. „Wenn es Ihnen unangenehm ist, werde 'i so etwas nicht mehr sagen. — aber Ihre un
geahnte Schönheit riß mich förmlich hin."
.Massen Sie uns gehen," sagte Maja und bemühte sich, das unangenehme Gefühl, das ihr hie Nähe dieses Menschen verursacht«, zu über- totnle.t. Er war doch der Bruder ihrer geliebten Sylvia, die ihr, den Vater abgerechnet, das Liebste war, was sie besaß. Um der Freundin willen bezwang sie auch jetzt ihren Unmut un: sagt: ablenkend: „Hier können wir doch nicht stehen bleiben. Ueberdies muß ich eilen, nach Harffe zu kommen, — Papa erwattet mich längst. Ich mache Ihnen deshalb einen Vorschlag: Kem.rn t Sie mit zu meinem Vater, er wird ebenfaus erfreut sein, Sie nach so langer Zeit begrüßen zu dürfen."
„Glauben Sie das, Fräulein Maja?"
Es war ein seltsamer B.ick, mit dem Leon von Schmettwitz die junge Dame streifte und mit dem er dann an seinem etwas schäbigen tleberrock hinuntersah.
Majr. beachtete den Einwurf nicht weiter, sie fuhr in leichtem Tone fort: „Sie speisen bei uns ju Mittag, und dann fahre ich mit meinem Lonywagen nach Neunlinden. Sie müssen nämlich wissen, ich kutschiere selbst, es macht mir viel Spatz. Ra, was Sylvia sagen wird, wenn
als äußeres Zeichen dieses Schutzverhältnisses die. schwarzweißrote Flagge gehißt werden.
Mit rastlosem Fleiß ging Lüderitz an di« Ausführung seines Vorhabens heran. Er stellte Männer wie Direttor Pohl, Dr. Hans Schiez, Dr. Schenk u. a. in seinen Dienst, um ein möglichst genaues Resulta einer wissenschaftlichen geognostischen Untersuchung der nördlich am Oranjefluß liegenden Eebirgsmassen zu erhalten und eine botanische Ausforschung seines gesamten Gebiets herbeizusühren. Kleine Expeditionen, deren Aufgabe es war, das Land zu rekognoszieren und Handelsbeziehungen mit den Eingeborenen anzuknüpfen wurden ausgerüstet; der Schoner „Tilly" mit Bohrapparaten, Bergwerks- und Ackerbaugeräten von Deutschland nach Angra Pequena entsandt und die Zufuhr
ihr Bruder so urplötzlich vor i.,r steht, darauf bin ich wirklich neugierig."
Leon von Schmettwitz schien mit Majas Vorschlag sehr zufrieden zu sein; er nickte ihr lachend und dankbar zu.
,D«s ist immer noch die Keine Maja von ehemals, die alle Leckerbissen mit dem ersten besten Vetteljungen teilen wollte und die stets davon lief, wenn in der Küche Tauben gerupft wurden, weil sie das nicht sehen konnte. Und wenn ich als übermüttger Bengel in des Vaters Gatten einen Spatzen totgeschossen hatte, dann weinte sie um das niedliche Tierchen heiße Tränen und begrub es eigenhändig unter irgend einem blühenden Strauch."
Er lachte laut auf. Als ob diesem ftechen Cpatzenvolk nicht ganz recht geschehen wäre!"
Maja sah ihn ernst und vorwurfsvoll an.
„Ich kann noch heute kein Tier leiden sehen, tut mir in der Seele weh."
„Und sicher haben Sie auch Mitleid mit den Menschen, die leiden müssen," versetzte er rasch.
„Aber gewiß, mit denen erst recht."
„Nun sehen Sie, ich wuß:e es ja, — da können Sie gleich ein gutes Wett tun, Fräulein Maja."
Er wollte ihre Hand fassen, doch sie entzog ihm dieselbe mit einer raschen Bewegung. Halb unwillig wandte sie sich ab. Ec beachtete es kaum, ftndern fuhr leise und eindringlich fort: „Ich — ich leide nämlich auch!"
„Sie? — O —!“
„Ja, — ich, Maja —I"
„Sind Sie krank?"
Er nickte eifttg: „Ach, wenn Sie wüßten, wie sehr!«
„Aber was fehlt Ihnen denn?"
Das junge Mädchen hatte umoilMrlich rote»
bis zur Arisdrist schifften. Dort blieb Jselin zurück, um mittelst Wagen die Reise nach Angra Pequena zurückzulegen. Lüdetttz aber entschloß sich mit Steingröver in dem unsicheren Schiffchen zu der tollkühnen Fahrt von Alexanderbai — unweit der Oranjeflußmündung — auf de« Meerwege nach Angra Pequena. Bei diesem geradezu unfinigen Wagnis fanden beide den Tod.
Fünfundzwanzig Jahre sind inzwischen seit der Erwerbung von Angra Pequena ins Land gegangen. Aus dem Lüderitzland wurde durch Zufügung des übrigen Groß-Namalandes, sowie des Damara- und Ovambolandes unser heutiges Deutsch-Südwest-Afrika. Wenn auch die Anfangs übertriebenen Erwartungen auf Gold-, Silberund Diamantenfunde sich nicht — vielleicht noch nicht — erfüllten, so können wir doch mit berechtigtem Stoz auf unser viel geschmähtes Süd* west blicken, dessen wahren Wert die breiten Schichten des Volkes erst in kommender Zeit zn würdigen verstehen lernen. Der Reichtum des Landes ist neben den bis jetzt im Abbau begriffenen rentablen Kupferminen in erster Linie der Viehbestand. Wer die vielhundertköpfigen Schaf- und Ziegenherden über das klippige, so dürftig scheinende, und doch mit so nahrhaften Futterbüschen und Kräutern bedachten welligen Hügelland dahinziehen steht, das prächtige Großvieh beobachtet, das gleichfalls in stattlichen Herden den Wohlstand des Farmers bildet, der wird begreifen, daß solch ein Land des Ausbaues wert ist. Noch befindet sich unser Schutzgebiet im Entwicklungsstadium. Den erbitterten KLmp* fen der Eingeborenenstämme unter sich folgte der gemeinsam gefühtte Krieg gegen die weiße Rasse. Alles Erscheinungen, die zu erwarten waren, die kommen mußten.
Die Ruhe ist wieder hergestellt. Rastlos arbeiten deutscher Fleiß und deutsche Intelligenz an der Weiterentwicklung des Landes. Und nm dort, wo die Lüderitz-Expedition vor 25 Jahren an öden, nackten Felsgestaden seine Anker aus* warf und mühsam auf langsam dahinschleichenden Ochsenwagen sich den Weg ins Innere suchte, blicken heute die weißen Häuser von Lüderitz- bucht, weht stolz die deutsche Flagge auf den Handels- und Speditionshäusern, auf den Verwaltungsgebäuden der Regierung. An Stelle des Ochsenwagens ist die Bahn getreten, welche den Reisenden und die Waren ohne Beschwerden durch die sandige Namib führt und das Farmland erschließt.
Wenn Lüderitz auch die Entwicklung seiner Landerwerbung bis zum Ausbau der zweitgrößten deutschen Kolonie nicht ahnen konnte, so wird in den Annalen der deutschen Kolonialgeschichte doch die Unternehmungslust des Bremer Eroßkaufmanns. seine käufliche Erwerbung von Angra Pequena als die gegebene Initiative angesehen werden müssen, die Deutschland veranlaßte, in Afrika festen Fuß zu fassen. So schuldet das deutsche Volk dem wackeren Lüderitz nationalen Dank, welcher bereits durch die Umtaufe von Angra Pequena in Lüderitzbucht äußeres Gepräge erhalten hat. Der Name dieses Mannes ist somit für alle Zeiten mit unserem südwest»
Man abonniert auf die täglich erscheinende „Oberhessrsche . . , Zeitung" bei allen Postämtern und unfern Zeitungsstellen m
104 Kirchhainund Wetter sowiebeiunserer Expedttwn -Markt21. _ Der Bezuqsprers betragt durch die Post 2,25 Mr. (ohne Bestellgeld), bei unfern Zeitungsstellen und der Expedition 2 Mk.
Die Erwerbung von Angra Pequena vor 25 Jahren.
Ein kolonialer Gedenktag.
Von Konrad Fischer, Warmbad (Deutsch-Sürdwest-Afrika).
Vor nunmehr fünfundzwanzig Jahren vollzog sich am 1. Mai 1883 zu Bethanien im Groß- ftamaland die kontraktlich festgelegte käufliche Erwerbung von Angra Pequena vom Bethanier- iäuptling Joseph Fredericks durch den Bremer Kroßkaufmann Adolf Lüderitz. Mit dieser Er- . perbung wurde der Grundstein zu unserem heutigen Südwestafrika gelegt und es ist nicht nur Pflicht des Chronisten, diese Entstehungs- stschichte unseres Schutzgebiets nach einem fünfmdzwanzigjährigen Werdegang ins Gedächtnis urückzurufen, sondern auch Dankespflicht gegen enen weitschauenden, großzügig veranlagten mb unternehmungslustigen Lüderitz, der leider o traurig ums Leben kommen sollte und nicht pie Früchte seiner Tat ernten sollte.
Für eine Bezahlung von 200 Gewehren nebst Patronen und 100 Pfd. Sterling wurde Angra Pequena mit einem Landstreifen von fünf pkeilen „nach allen Richtungen hin", wie es im Vertrag lautet, Eigentum eines deutschen Kaufmanns, der sich erfolgreich bemühte, für sein Unternehmen den Schutz der deutschen Regierang zu erwirken.
Hatten schon lange zuvor deutsche Missionen eine ersprießliche Tätigkeit in Südwestafrika entfaltet und sich wegen der blutigen Stammes- streitigkeiten zwischen Hereros und Hottentotten öfters schutzbittend an ihre heimatliche Regier- stng gewandt, so konnte diese wegen der 1876 leitens der Kapregierung erfolgten Schutzherrschaftserklärung über das Damara- und Groß- Ramaland, den Gesuchen leider keine wirksame Folg: geben. Efft die erbitterten Zusammenstöße der Eingeborenenstämme in den Jahren 1880/81 brachten eine diplomatische Lücke in hie Beziehungen der Kapkolonie zu den Eingeborenen. Der damalige Bevollmächtigte des Kapgouvernements Palgrave, der gerade einer