Erstes Blatt
lernte!
Sitzungen, die von morgen ab bis dahin stattfinden, soll u. a. erledigt werden: die Stempel- abgabe auf Kraftfahrzeuge und Teuerungszulagen in erster und zweiter Lesung, Münzgesetz und Postscheckgesetz in zweiter Lesung, Wechselprotest und Tierhaltergesetz in zweiter Lesung, Befähigungsnachweis und Matz- und Eewichtsordnung in zweiter Lesung, zweite Lesung der Kolonialbahnen und Bericht der Budget-Kommission über die Militäranwärter. Die dritten Lesungen der genannten Gesetze sollen am Donnerstag und Freitag, den 7. und 8. Mai,
formburschenschaften) hinzu.
Ein neue» Moment trat 1881 in den Vereinen deutscher Studenten hinzu: die Politik,
Vereine aller Richtungen, theologische, phrlo- logische, medizinische und juristische, schlossen sich zu Verbänden zusammen. Daß es neben ihnen auch zwei Verbände akademischer Stenographenvereine und einen Verband der akademischen Richard Wagner-Vereine gibt, sei der Vollständigkeit halber erwähnt.
Während Corps und Burschenschaften sich ihrer Tradition getreu auf die Universitäten beschränkten, haben fast alle die anderen Verbände der neuzeitlichen Entwicklung mehr oder weniger Rechnung getragen und sich auf die emporstrebenden Technischen Hochschulen, teilweise kogar auf die tierärztlichen Hochschulen ausgedehnt. Neben den alten Verbänden hat sich aber auf den Hochschulen selbstverständlich ein blühendes eigenes Verbindungs- und Ver- bendswefen ausgebildet, das zum Teil auf ein recht ansehnliches Alter zurückblicken darf.
Als gänzlich neuer Faktor ist mit Beginn dieses Jahrhunderts, die freistudentische Bewegung aufgetreten, die' eine nicht zu verkennende crotze Gefahr für das Verbindungswesen bildet. Doch begegnen die Verbände dieser Gefahr zum größten Teil schon dadurch, daß sie sich nicht einseitig dem modernen Leben verschließen, sondern berechtigte Reformen durchführen.
Das reichgestaltige studentische Verbandswesen ist in gewisier Weise ein Abbild unseres politischen Lebens. Es ist eine Kleinstaaterei, in der doch ein einheitliches Moment vorherrscht. Ueber alledem steht das allen De- meinsame: bte Liebe und Treue zum Vater-
Der heutigen Nummer liegt bei Kreisblatt Nr. 35.
der Maschinistenmaat Groth. Die vier schwerverletzten Leute wurden dem Marinelazarett überwiesen.
— Beitritt der sächsischen Staatseisenbahn. Verwaltung zur preußischen? Dresden, 29. April. Das „Dresdener Journal" schreibt: Ende voriger Woche fanden im Ministerium der öffentlichen Arbeiten in Berlin vorläufige Verhandlungen mit Vertretern des sächsischen Finanzministerium über den Beitritt der sächsi- schen Staatseisenbahnverwaltung zum preußischen, später deutschen Staatsbahnwagenverband statt. Dem Vernehmen nach machen sich zunächst noch weitere Berechnungen nötig, nach deren Fertigstellung die Verhandungen fortgesetzt wer- den sollen.
— Ein parlamentarischer Konflikt. In der Zweiten sächsischen Kammer kam es heute zu einem scharfen Konflikte zwischen dem Finanzminister Dr. v. Rüger und zwei freisinnigen Abgeordneten. Der Abgeordnete Roch griff de« Finanzminister sehr heftig an und warf ihm vor. daß er über die Verhältnisse in seiner Verwaltung nicht richtig unterrichtet sei und daß er
Marburg
Freitag. 1. Mai 1908.
Deutsches Reich.
— Der Kaiser auf Korfu. Achilleion. 29. April. Heute vormittag unternahm das Kaiserpaar mit Familie einen längeren Spaziergang. Zur Mittagstafel sind die Offiziere der „Hohen- zollern" und „Hamburg" geladen. Am Nachmittag unternahmen beide Majestäten mit Familie und Gefolge einen Ausflug in Automobilen auf den Monte Daka. Das Wetter ist schön.
— Fürst Bülow i« Venedig. Venedig. 29. April. Ministerpräsident Eiolittt begab sich heute vormittag nach dem Hotel „Britannia", wo er mit dem Reichskanzler Fürsten Bülow eine zweistündige Unterredung hatte. Sodann fand bei dem Reichskanzler ein Frühstück statt, an dem außer dem Fürsten und der Fürstin von Bülow und Eiolitti teilnahmen: der Präfekt von Venedig, Conte Nasalli Rocca, der Kabinettschef Eiolittis, Eommendatore Rossi, Senator Blasern«, Donna Laura Minghetti, Gräfin Eugenie Wallnitz und die Gesandten v. Jagow, v. Bülow und v. Flotow.
— Fürst Bülow. Aus einer Unterredung, die Fürst Bülow in Venedig mit dem Schriftsteller Sigmund Münz über allerlei hatte, erwiderte der Kanzler auf die Bemerkung, daß er wohl nur selten dazu käme, ein Buch zu lesen: Sie irren; ich hole mir, wenn möglich, jeden Tag ein gutes Buch aus meiner Bibliothek und rette mich für ein Stündchen aus der Flucht der Erscheinungen in das Ewige des Geistes hinüber.
— Fürst Eulenburg soll gegen die Zeugen Ernst und Riedel im Münchener Prozeß Anzeige wegen Meineides erstattet haben.
— Arbeitsdispositionen des Reichstags. Der Seniorenkonvent des Reichstage» stellte das Programm für den gestern begonnenen Zwischenabschnitt der laufenden Tagung fest. Die Vertagung auf den Herbst soll am Freitag, den 8. Mai, stattfinden. In den acht
Aus dem Reichstage.
Auf der Tagesordnung der 145. Sitzung stand an erster Stelle die dritte Beratung des Gesetzentwurfs über die Beschäftigung von Hilfsmitgliedern im Reichs-Patentamte. Die Vorlage wurde nach unerheblicher Debatte endgültig angenommen. Hierauf wurde in die zweite Lesung der Novelle zum Unterstützungswohnfitzgesetze eingetreten. Abg. Stolle (Soz.) verurteilte die ganze Art des Unterstützungswesens und forderte die Bildung größerer Armenverbände. Der Abg. Kreth (kons.) begrüßte den Entwurf als Erfüllung alter, dringender Wünsche mit Genugtuung und erhoffte von den neuen Bestimmungen eine erhebliche Entlastung armer Heimatgemeinden. Dem sozialdemokratischen Redner trat der konservative Abgeordnete sehr wirksam entgegen; die Behauptung, daß der Entwurf „agrarisch" sei, führte er unter lebhaftem Beifall gründlich ad absurdum. Auch der Abgeordnete Horn (natl.) widersprach dem sozialdemokratischen Redner und erklärte sich für die Vorlage; ebenso geschah dies seitens der Abgeordneten Kölle (wirtsch. Vgg.) Dörksen (Rp.), (Euro (freis. Vgg ), Hug (Ztr.). Damit schloß die Diskussion, worauf die von der Kommission
Der Wert der beiden Abkommen über Nord- und Ostsee.
Die beiden Abkommen über die Nordsee und die Ostsee sind unterschrieben und publiziert worden. Ueber ihre Bedeutung ist viel gestritten worden; man hat fie ebenso über- als unterschützt. Ein Urteil der mittleren Linie dürfte hier das richtige treffen. Es ist wahr daß durch die beiden Abkommen die Zahl derjenigen kleinen Papiere, über die der Zwang der Ereignisse irgend einmal obdachlos hinweg- aehen wird, um weitere zwei — und die Zahl ist seit Verträge dieser Art in Mode gekommen find, nicht gering - vermehrt worden ist. Es können Ereignifie kommen aus Konstellationen und Notwendigkeiten heraus, die ein solches Papier nicht aufzuhalten vermag. Wenn dies auch richtig fein mag, so läßt es doch genug Wirkungsraum für diese Verträge übrig, und aibt noch kein Recht, sie für bedeutungslos oder teines diplomatisches Feuerwerk zu erklären. Denn nicht alles, was historisch geschieht, geschieht mit unausreichbarer Logik, mit zwingender Notwendigkeit — es gibt Ereignifie, die mehr zufällig durch eine Verkettung kleiner Umstände entstehen und verhindert werden könnten, wenn noch irgend etwas, wie z. B. so ein kleines Papier eines Earantievertrages hinzutrete. Wenn irgendwo, so gilt in der diplomatischen Geschichte der Satz, daß kleine Ursachen große Wirkungen haben. Hier kann alles, auch das unscheinbarste, von großem Wert sein. Ob es diesen beiden Verträgen beschieden ist, als bloßes Papier achtlos mit Füßen getreten zu werden, oder als wichtige Friedensgarantie schwere Ereignifie zu verhüten, kann nicht der Augenblick, sondern erst die Geschichtsschreibung der' Zukunft zeigen.
Für Deutschland besteht der Hauptwert der beiden Abkommen in dem moralischen Eindruck ihres Abschlufies. Es wird Leute geben, welche behaupten, Deutschland hätte würdiger gehandelt, dieser neuen Mode von Status quo Verträgen, vermittels welcher seinerzeit von einigen Staaten versucht worden ist, den Eindruck einer, wenn auch nicht tatsächlichen, so doch moralischen Einkreisung des deutschen Reiches zu erwecken, gänzlich fernzubleiben, durch Nichtachtung und vornehme Zurückhaltung die eigene Stärke gegenüber solchen papiernen Einkreisungsversuchen, zum Ausdruck zu bringen. Wir sind nicht dieser Meinung. Als Unsicherheit kann die Bereitwilligkeit Deutschland die Friedensgarantien, die die beiden Abkommen bedeuten, zu geben, schwerlich ausgelegt werden. Wohl aber wäre eine vollständige Ablehnung aller derartigen Abkommen durch die deutsche Politik von der ausländischen Presse weidlich ausgebeutet
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Die deutschen Studentenverdänve.
Der „Philister", welcher das Studentenleben nicht aus eigener Anschauung kennt, kann sich den deutschen Studenten gemeiniglich nur tut: bunter Mütze auf dem Haupte und buntem Band um die Brust vorstellen. Er pflegt auch keine Unterschiede zu machen, für ihn ist jeder Träger einer bunten Mütze einfach ein Student. Von der reichgestaltigen Gliederung unseres deutschen Studentenwesens haben weite Kreise unseres Volkes, die nicht irgendwelche Berührungspunkte mit der akademischen Wett haben, kaum eine Ahnung. Seltsamer Weise: denn kaum ein anderes Volk nimmt so freudig und bewundernd Anteil an alle dem, was seine studierende Jugend angeht, als das deutsche. Wo sich Gelegenheit bietet, einen studentischen Aufzug zu sehen, da strömt die Mafie zusammen, um sich an dem eigenartigen, farbenprächtigen Bilde zu berauschen, und es ist eine altbekannte Tatsache, daß in allen Kreisen der Bevölkerung Vereine bestehen, die in mehr oder minder vollkommener Weise studentische Sitte, studentischen Brauch nachahmen. Sie alle „kneipen" nach studentischer Weise, kennen ihren .Komment" und tragen ihren Bierzipfel, vielleicht gar bei besonderen Gelegenheiten ihre „Couleur".
Unbewußt bezeugen alle nicht akademisch gebildeten Stände unseres Volkes durch die Nachahmung studenttscher Sitten ihr Jnterefie tn dem akademischen Leben.
Wie alles bestehende, so ist auch das deutsche Studententum einem beständigen Wechsel unterworfen gewesen und noch unterworfen. Das studentische Verbindungswesen und das die einreinen Verbindungen zu Gruppen zusammen«
worden um alten Märchen von geheimen krie- I vorgeschlagene Resolutton angenommen die Re- mfnnVn ^piitir6Ianb5 uta neue Kraft solution der Sozialdemokraten abgelchnt wurde.
genug I Artikel 1 Nr. 1 bis.3 wurde sodann angenom- aehört Wir glauben ja nicht, daß die ausländische Prefie sich durch das Nordseeabkommen aufhalten lafien wird, ihre alte Melodie von deutschen Annexionsgelüsten gegenüber Holland und Belgien von neuem zu pfeifen. Indessen wird der Eindruck, den dieses alberne Gerede tn den kleinen Staaten macht, durch den Nordsee- rertra i gewiß verringert werden, zumal die Diplomatie Hollands und Dänemarks genau
älteren Schwestern.
In diesen Verbänden gewann auch zuerst das „schwarze Prinzip" Lebensfähigkeit neben dem „Couleurprinzip"; in beiden Gruppen bestehen ferbentragende und nichtfarbentragende Sonderverbände, von denen der Sondershäuser Verband (schwarze Gesangvereine) sich sogar ter zu bestehen ' I an die dritte Stelle unmittelbar hinter Corps
Die beiden ältesten Verbände der Corps und und Burschenschaft stellen konnte.
der Burschenschaften beherrschten in den ersten Die große Zeit von 1870/71 nut ihren Fol- Jahrzehnten allein das Feld. Eigenartiger gen brachte für das studentische Verbindungs- Weise trugen die ersten Verbindungen, die sich I wesen einen neuen Aufschwung. Der Ernhetts- neben ihnen auftaten, konfessionellen Charatter. I gedanke gewann unter den Einzelverbindungen, Die älteste konfessionelle Verbindung ist die noch soweit sie noch nicht Verbänden angehötten, gebeut« bestehende Erlanger „Uttenruthia", die wattig an Boden. Im Laufe der nächsten bereits im Jahre 1836 gegründet ist. Von katho- Jahre gelang zunächst der Zusammenschluß der liicker Seite wurde das konfessionelle Moment farbentragenden Turnvereine (1872), dann der dann im Jahre 1851 in das Studentenleben I der schwarzen (1883). Schon 1M1 hatte sich die hineingetragen und zwar mit der Gründung Deutschs Burschenschaft neu geeinigt, und 1883 der „Aenania". Die letzten konfessionellen Ver- | trat der Allgemeine deutsche Burschenbund (Re- bindungen sind die beiden bestehenden jüdischen Verbände, die allerding» beite erst «Mexe« Datum» sind.
men, ebenso der Rest des Gesetzes. Es folgte die zweite Beratung des Vogelschutzgesetzes, zu dem Abänderungsanträge vorliegen. Einer davon, betreffend Ausnahmebehandlung von Dompfaffen (Gimpeln) wurde von dem Abg. Binde, wald (Reformp.) begründet. Nach kurzen Einwänden des Bundesratsvertreters v. Jonqutöre» wurden die Paragraphen 1—4 angenommen, der ytöinmaue nouanos u,iv . Antrag der Reformpartei aber abgelehnt. Ohne
Ätinpr Anteil der deutschen Politik I Debatte wurden auch die Paragraphen 5—7 er- ntat’ inu In fben Verhandlungen sondern auch ledigt. Ueber die Bestimmungen des Paragraph erledigt werden, a!? der Initiative zu diesem Vertrag zukommt. 8 betreffend den Dohnenstieg entspann sich eine _ Der neue Direktor des katholischen deut. Beständen in Deutschland wirklich solche kriege- I Diskussion. Abg. Feldmann (kons.) legte dar, I |^en Hospizes in Jerusalem. Köln, 29. April,
rische Pläne gegenüber den angrenzenden Nac^ I daß ein Verbot des ^"^??vogelfanges I ^ch der „Köln. Volksztg." wählte der Vorstand
barstaaten, so müßte die deutsche Regierung doch I Zweck habe, wenn es international erfolge. I ^es Deutschen Vereins vom heiligen Lande an
gewiß mit Dummheit geschlagen sein wollte sie I Stelle des verstorbenen Paters Schmidt in einer
die Verwirklichung ihrer eigenen Plane durch I Die Sßaljlprüfun96tommMfion "klarte am I ttern {uet im erzbischöflichen Palais abgehal- unnötige Verträge erschweren oder verhindern. Mittwoch die Wahl des Abg. Lehmann-Wiesba- zsotttandssitzung zum Direktor des katho.
In der Wirkung auf die kleineren Staaten, I den (Soz.) für gültig.________________________ I deutschen Hospizes in Jerusalem den bis»
^nen gegenuberdie herigen Direktor des Priesterseminars in Fun.
Deutschland verspeist, liegt für Deutschland der I Deutsches Reich. I chal auf Madeira. Pater Ernst Schmitz, emen
Hauptwert des Nordseevertrages. I _ Her Kaiser auf Korfu. Achilleion. 29. I Ordensgenofien des verstorbenen Pater Schmidt,
Was den Ostseevertrag angeht so liegt hier KptiL Heute vormittag unternahm das Kaiser- I der ebenfalls der deutschen Ordensprovinz d die Sache etwas anders. Der Ostseevertrag ist I t mit Familie einen längeren Spaziergang. I Lazaristen ^gehört.
von England und Frankrercht nicht unterschrie- * Mittagstafel sind die Offiziere der „Hohen- — Ein Schiffsunglück in der deutschen Ma. ben worden England erklärt dadurch aller- tn« Hamburg" geladen. Am Nach- I eine. Kiel, 29. April. Bei einer Sprengubung dings nicht, daß es sich für dre Fragen der Ostsee I unternähmen beide Majestäten mit Fa- I vor dem Schiffe „Elsaß" gestern abend 8 Uhr tn
nicht interessiert, so wenig als Deutschland etwa m tag unternahmen. vewe MaiMare« bet vieler Bucht wurde durch Versehen in der
aber die beiden Weststaaten tn dem Ostseeab- _ Fürst Bülow in Venedig. Venedig. 29. I zeitig ent^, :t. Durch Explosion der Pa kommen fehlen, so heißt das doch immerhin, daß | April. Ministerpräsident Eiolittt begab sich trone rouu-. < getötet: der Torpedobootsmanns.
Schweden, Rußland und Deutschland der Ansicht 6eute vormittag nach dem Hotel „Britannia", maat Gustav Lowe und der Oberhetzer Wurm,
sind, daß die Ostsee in erster Linie fie angeht. * „ mtt bem Reichskanzler Fürsten Bülow I Schwer verwundet wurden: bte Torpedoober-
Hnb das ist nicht ohne Bedeutung. | eine zweistündige Unterredung hatte. Sodann | matrosen Damerow, Müller III, Wentzlasf und
der Torpedomatrose Stenzinger. Leicht verwundet wurden der Fähnrich z. S. Jürgens und
fassende Verbandswesen hat gerade im Laufe- Nennenswerten Abbruch haben die konfessio- Schon vorher war die Wissenschaft neben da» der letzten Jahrzehnte manchettei Wandlungen nellen Verbände weder den Corps noch ten | Turnen und Singen getreten, Wtssenschaftttche über sich ergehen lassen müssen, die nicht ohne I Burschenschaften tun können. Erst als die stu-
Einfluß auf das ganze Leben an unseren Uni- I dentischen Gesang- und Turnvereine ein neues
versitäten und Hoschulen geblieben sind. I Moment in das Studmtenleben trugen, be-
Jm Anfang des vorigen Jahrhunderts I gann cüt das ganze Verbandswesen eine neue
waren bte Landsmannschaften bte einzigen Re- Zeit. Zwar waren bte von ben Gesang- unb »räkentanten studentischen Verbindungswesens Turnvereinen vertretenen Ideen ia nicht eigent- an den Universitäten, nachdem sie die überlebten I lich neu; die Burschenschaft hatte sie bereits m Orden" abgelöst hatten. Innerhalb der Lands- ihrem ursprünglichen Programm gehabt ater Mannschaft unterschied man Chargierte, Bur- zurucktreten lafien. Aber Ellercht gerade des-
schen Renoncen und Füchse. Die beiden er- halb gewannen sie überraschend schnell Boden
steren bildeten bezw. nannten sich das „Corps", und heute stehen die Verbände der Gelang- und
und dieser Name verdrängte schließlich den | Turnvereine kräftig blühend neben den beiden
alten Namen Landsmannschaft ganz und gar. In den Stürmen der Befreiungskriege traten dann als neue Gruppen die Burschenschaften auf den Plan, die sich im Jahre 1818 als „Allgemeine Deutsche Burschenschaft" zusammen- schloß, aber im folgenden Jahre bereits wieder aufgelöst wurden, um allerdings heimlich wei-