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mit bem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

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gütungen für Aussichtsratsmitglieder mit 5,6 und die Erbschaftssteuer mit 10,3 Millionen Mk. Dem Mehr von 1,9 steht demnach ein Gesamt- weniger von 29 Millionen Mk. gegenüber.

Die gesamten bisher aufgeführten Einnah­men waren im Etat mit 1187,5 Millionen Mk. angesetzt. Sie haben 1203,6 Millionen Mk. er­bracht. Den Ueberfchüssen von 52,7 Mill. Mk. bei Zöllen und Verbrauchssteuern, 3,2 Millionen beim Spielkartenstempel usw., zusammen 55,9 Millonen stehen an Fehlbeträgen 12,7 Mill, bei den Ueberweisungssteuern und 27,1 Mill, bei den neuen Steuern, zusammen 39,8 Mill- gegenüber, sodaß hier ein Ueberschuß von 16,1 Millionen Mk. verbleibt.

Aber auch dieser wird noch verringert, wenn Post- und Eisenbahneinnahmen in Betracht ge­zogen werden. Zwar die Eisenbahnverwaltung hat bei einer Einnahme von 121,2 Millionen einen Ueberschuß von 3,3 Millionen Mk. abge­worfen, die Post ist aber mit 597,1 Millionen hinter dem Etatsansatz um 13,1 Millionen zu­rückgeblieben, sodaß sich hier ein Fehlbetrag von 9,8 ^killionen Mk. ergibt.

Rechnet man diesen von dem obigen Mehr ab, so bleibt für alle diese Einnahmezweige ein Ueberschuß über den Etat in Höhe von 6,3 Mil­lionen Mk.

Man könnte dies Ergebnis als günstig be­zeichnen, wenn man nicht zu bedenken hätte, ein­mal, daß der Reichshaushaltsetat für 1907 nur auf einer recht beträchtlichen Summe ungedeckter Matrikularumlagen balanzierte, und sodann, daß außerordentlich hohe Mehrausgaben für die Postverwaltung im letztverflossenen Finanzjahre nötig gewesen find.

Ernennungsurkunden auf Antrag des Schulver« Landes einzelne mit dem Volksschulamte nicht in unmittelbarem Zusammenhangs stehende Ver­pflichtungen, z. B. die Verpflichtung zum Un­terricht an Fortbildungsschulen aufzunehmen.

Die Wiedereröffnung der höheren Post­laufbahn. Die neue höhere Laufbahn der Reichs-Post- und Telegraphenverwaltung ist heute eröffnet worden. Der Staatssekretär des Reichs-Postamts hat soeben Vorschriften und Ausführungsbestimmungen über die Annahme, Ausbildung und Prüfung der Anwärter er­lassen die sofort in Kraft treten. Es werden zunächst 60 Anwärter angenommen. Die Meld­ung kann sofort erfolgen. Die ersten Referen­dare der deutschen Reichspost werden in etwa vier Jahren ernannt werden.

Der Teegenuß im deutschen Heere soll, wie dieMil.-pol. Korrespondenz" erfährt, auf An­regung des Kaisers hin noch mehr als bisher gefördert werden. In vielen Kantinen, beson­ders bei den Garde-Regimentern, wird Tee schon lange regelmäßig abgegeben und von den Leuten gern getrunken. Die neue Felddicnst- Ordnung trägt den kaiserlichen Bestrebungen in diesem Sinne jetzt dahin Rechnung, daß sie die Ausgabe von Tee (neben dem Kaffee) durch erfahrene Feldküchen auf langen Märschen als ratsam" bezeichnet. .

Saatenstand. Nach demReichsanzeiger ist der Saatenstand im Deutschen Reich, wenn 2 gut bedeutet, für Winterweizen 2,5, Winter­spelz 2,3, Winterroggen 2,6, Klee 2,5, Bewässer- unaswiesen 2,3, andere Wiesen 2,8. Der Winter ist für Herbstsaaten und Futterpflanzen im all­gemeinen günstig verlaufen. Weniger günstig als der Winter war dis Witterung während des Frühjahrs. Häufige Niederschläge, anhaltend niedrige Temperaturen, scharfe östliche und nord­östliche Winde, sowie zahlreiche Nachtfröste haben in den letzten Wochen das Wachstum stark zurückgehalten. Auch die Bestellung der Som­merfrüchte i!» durch zu große Nässe vielerorts erschwert und verzögert worden. Andererseits hatte man in manchen Gegenden zur Zeit der Berichterstattung die Aussaat des Sommerge- treioes beendet und bereits mit den- vegen der Kartoffeln begonnen.

Zur Geschäftslage der polnischen Banken. DieOstdeutsche Korrespondenz" schreibt: Die Ausweise verschiedener polnischer Geldinstitute zeigen zum erstenmale seit Jahren stärkere Rück­zahlungen auf Depositen. Sollte die Geschäfts­verbindung mit dem Teil der deutschen Hoch­finanz, der polnische Beziehungen pflegt, sich ge­lockert haben? Wir würden diese Tatsache als. ein hocherfreuliches Symptom dafür buchen, daß das Enteignungsgesetz anfängt, sich den Polen fühlbar zu machen, indem es ihren Geldmarkt drückt. Und dies, ehe noch ein Fußbreit polni­schen Bodens enteignet worden ist!

Heber die Frontstellung der Sozialdemo­kratie bei den preußischen Landtagswahlen macht dieFrankfurter Volksstimme" folgende Mitteilung:Einerseits werden sich immer noch gewisse Elemente der Linksliberalen dagegen sträuben, über die nationalliberale Brücke dem Junkertum sich in die Arme führen zu lassen. Sie gilt es, schon für die Wahlmännerwahl zu uns herüberzuziehen. Aus ihren Reihen wer-

Die Reichseinnahmen 1907.

Für das Finanzjahr 1907 liegen jetzt die Er­gebnisse der hauptsächlichsten Reichseinnahme­quellen vor. Die Zahlen werden zwar sicherlich noch einzelne Berichtigungen erfahren, wie das in jedem Jahre der Fall gewesen ist; im großen Ganzen aber wird man sie als abgeschlossen be­trachten können.

Zunächst kommen dabei die Zölle und Ver­brauchssteuern in Betracht. Sie find im Etat für 1907 mit 990,5 Millionen Mk. eingestellt worden. Tatsächlich erbracht haben sie 1043,2 Millionen Mk. oder 52,7 Millionen Mk. mehr. An dem Mehr sind beteiligt: Die Zölle mit 42,6, die Zigarettensteuer mit 1,5, die Salzsteuer mit 2,5, die Branntweinverbrauchsabgabe mit 10,3, die Schaumweinsteuer mit 0,6, zusammen 57,5 Millionen Mk. Ihnen stehen Fehlbeträge gegenüber bei der Tabaksteuer mit 0,5, Zucker­steuer 0,1, Maischbottichsteuer 3,6 und Brau­steuer 0,6, zusammen 4,8 Millionen Mk. Dieses Einnahmeergebnis wird umso freudiger begrüßt werden können, als weit größere Fehlbeträge bei der Zuckersteuer und der Maischbottichsteuer befürchtet wurden.

Spielkartenstempel und Wechselstempelsteuer haben zusammen 19,1 Millionen Mk. oder ein Mehr von 3 Millionen gegenüber dem Etat abgeworfen. Die Statistische Gebühr hat den Etatsanjatz um 0,2 Millionen Mk. überschritten.

Damit sind aber vorläufig die Etatsüber­schüsse zu Ende. Gleich die Ueberweisungs­steuern weisen einen beträchtlichen Fehlbetrag auf. Die Börsensteuer hat eine Einnahme von 32,9 Millionen Mk. oder ein Weniger von 15 Millionen Mk. erbracht. Das Mehr bei der Losesteuer in Höhe von 2,3 Millionen mindert diesen Fehlbetrag nur auf 12,7 Millionen Mk. herab.

Noch beträchtlicher ist das Minus bei den neuen Steuern. Sie waren im Etat mit 92,8 Millionen Mk. ausgeworfen. Erbracht haben fie 65,7 Millionen, sodaß ein Fehlbetrag von 27,1 Millionen Mk. verbleibt. Nur der Fracht­urkundenstempel hat mehr eingebracht, als von ihm erwartet wurde. Sein Ueberschuß macht 1,9 Millionen Mk. aus. Alle übrigen hierher gehörigen neuen Steuern haben die Etatsansätze nicht erreicht. Hinter ihnen sind zurückgeblieben die Personenfahrkartensteuer mit 11,8, die Kraftsahrzeugsteuer 1,3, die Steuer auf Ver-

Marburg

Dienstag. 28. April 1908.

einmal Deinen Namen wußte ich; denn daß Deine übermütige Freundin mich mit dem an­gegebenen Namen geneckt hatte, war ja klar. Aber so viel Mühe ich mir auch gab, Dich noch­mals zu sprechen es war umsonst. Nun ich hätte Deine Spur gefunden und hätte ich es noch mit zehn solchen Pensionsvorsteherinnen zu tun gehabt, wie die Eure war. Ich war im Voraus überzeugt, daß ein Brief von mir Dich kaum erreichen würde, zumal ich ja Deinen Na­men nicht kannte. Deshalb begab ich mich selbst zu der Vorsteherin. Die liebenswürdige Dame, von der allein ich zu erfahren hoffte, was ich wiffen wollte, wies mich kurz ab, als ich ihr mein Anliegen vortrug. Freilich, die hat wohl nie in ihrem Leben erfahren, was Liebe ist, und konnte daher mein ungeduldiges Drängen nicht verstehen. Sie verweigerte mir jede Auskunft über ihre Zöglinge. Unverrichteter Dinge mußte ich wieder abziehen. Und die Zeit drängte, denn die großen Ferien nahten. Ich fürchtete, daß Du abreisen würdest, ehe ich erfah­ren konnte, wohin Du gegangen. In meiner Not wandte ich mich an den Portier. Ein Goldstück machte ihn zu meinem Dienst bereit. Ich beschrieb ihm genau jede Einzelheit, das Kleid, das Du getragen, Augen, Haare, kurz alles. Ich beschrieb ihm auch das Aussehen Deiner Freundin. Er blinzelte mich schlau und verständnisvoll an und nickte:Hm, ich weiß schon, Sie meinen die Unzertrennlichen". Er konnte mir zwar Deinen Namen sagen, doch nicht, woher Du kamst. Doch tröstete er mich damit, daß er es in einigen Tagen sicher heraus hätte. Und er hielt Wort. Glücklich war ich am Ziel meiner Wünsche. Run löste ich meinen

Man abonniert auf die täglich erschettc°nde Oberyesi,cke citunq" bei allen Postämtern und untern Zeltungsstellen in irchhain und Wetter sowie bei ''"!^^rpediti°n-Markt21. Der Bczuasprcis betragt durch die Poft 2,2s Mk. (ohne Bestellgeld), bei unfern Zeitungsstellen und der Expedition 2 WW.

Die Freundinnen.

Originalroman von Irene v. Hellmuth.

< Fortsetzung.)

Also richtig schon gefunden!" kicherte Maja leise.

Wenn das Theaterpublikum unserer guten Stadt wüßte, warum der Herr Walter nicht fingen konnte! Ha, ha, er hatte Liebeskum­mer! Na, nun werden wir ja das Vergnügen bald wieder haben, und das verdanken die Leute bloß mir allein!" Sie lachte leise auf.

Eine halbe Stunde war wohl schon vergan­gen und Maja stand noch immer regungslos auf demselben Fleck. Ein eigenartiges Gefühl, fast wie Neid, beschlich die kleine Neugierige, als fie sah, wie Walter die Geliebte auf den Mund Wie, so leidenschaftlich und innig, daß selbst Majas Herz ungestüm zu pochen anfing. Welche Wonne mußte es sein, sich so geliebt zu wissen!

Wer mich wohl einst lieben wird?" fragte fie sich lächelnd.

Und dabei tauchte aus dem Nebel, der draußen wogte, wie wehende graue Schleier, ein Erstes, fast strenges Gesicht auf mit dunkel- gluhenden Augen und einem schwermüttgen Zug Um den Mund. In tiefes Sinnen versunken stand das junge Mädchen da und starrte unbe­weglich hinaus in den herbstlichen Wald; kein Lau4, kein Ton war vernehmbar.

Erst die jetzt ganz nahe klingende Stimme Walters riß die einsame Träumerin aus ihren Eedankeiu

den sofort ersucht, etwaige Empfangsvorbereit­ungen einzustellen. Nachmittags unternah­men die Majestäten eine Fahrt im Automobil nach Hagioi Deka und zurück nach Easturi. Hier, am Elisabethbrunnen, verteilte die kaiserliche Familie Ostergeschenke an die Bewohner Gastu­ris. Vor der Abendtafel empfing der Kaiser den österreichischen Kontreadmiral und Chef des eingelaufenen Geschwaders v. Ziegler. Zur Abendtafel waren geladen: v. Ziegler mit seinem Stabschef, dem Linienschiffskapitän Nje- goban und mit seinem Flaggenleutnant Petter. Am 26. April fand vormittags Gottesdienst in der Kapelle statt, den der Privatsekretär und evangelische Hofprediger des Königs von Grie­chenland, Honig, abhielt. Es nahmen daran teil der König und die Kronprinzessin von Grie­chenland. Zur Mittagstafel waren geladen: der König, der Kronprinz und die Kronprinzessin von Griechenland, Admiral Jngenohl von der Hohenzollern" und Pfarrer Honig. Dieser er­hielt den Roten Adlerorden vierter Klaffe.

lehrerberufung. Die letzte Ausfübrungs- anweisung des Kultusministers zum Volksschul­unterhaltungsgesetze enthält auch Bestimmungen über die Lehrerberufung. Danach haben die Gemeindebehörden, also Gutsbesitzer, Schulvor­stände, Schuldeputattonen der Aufsichtsbehörde jede einzelne Vakanz möglichst bald anzuzeigen, sobald das Ausscheiden der Lehrkraft durch Pen­sionierung usw. feststeht. Die von der Schul­aufsichtsbehörde zu stellenden Fristen sind so zu bemessen, daß einerseits den Wahlberechtigten genügende Zeit zu den etwa erforderlich wer­denden Ermittelungen bleibt, andererseits, so­weit nicht ein Ausscheiden durch den Tod erfolgt, eine Zwischenzeit von dem Ausscheiden bis zur Wiederbesetzung möglichst vermieden wird. In größeren Gemeinden, in denen ein häufiger Wechsel eintritt, können die Fristen für meh­rere Stellen zusammen festgesetzt werden. Ob in Schulverbänden mit mehr als 25 Schulstellen eine Ausschreibung der Stelle vorzunehmen ist, hat die Schulaufsichtsbehörde im einzelnen Falle oder ein für alle Male zu bestimmen. Mit den Wahlvorschlägen sind erforderlichenfalls die sämtlichen eingegangenen Meldungen (Melde- tisten) der Schulaufsichtsbehörde einzureichen. Für die Wahlen in Schulverbänden mit 25 oder weniger Schulstellen hat die Schulaufsichts­behörde vor der Bezeichnung von drei Befähig­ten sich zu vergewiffern, daß die Betreffenden zur Uebernahme der Stellen bereit sind. Mit dem Wahlvorschlag haben die Schulverbände die Wahlverhandlungen der Schulaufsichtsbehörde einzureichen. Die Schulaufsichtsbehörde hat ein­gehend zu prüfem ob die getroffene Wahl dem Interesse des Schulwesens entspricht. Die Gründe für die Versagung der Bestätigung müffen erhebliche sein. Sie brauchen aber nicht nur in der Person des zu Bestätigenden zu lie­gen, sondern können auch aus den allgemeinen Jntereffen der Volksschule hergeleitet werden. Findet die Schulaufsichtsbehörde keine Bedenken, so hat sie die Ernennungsurkunde auszufertigen. In dieser ist lediglich die Anstellung für den Schulverband auszusprechen. Die Rechte und Pflichten der Lehrer bestimmen sich im übrigen nach den Gesetzen und den zu ihrer Ausführung erlaffenen Anordnungen. Es ist zulässig, in die

Lettisches Reich.

Der Kaiser auf Korfu. Achilleion, 25. April. Die Kaiserin und Pttnzessin Viktoria Luise besuchten gestern abend die Kirche in Easturi, wo aus Anlaß des griechischen Karfrei­tags ein feierlicher Gottesdienst und Prozession stattfa.rd. Heute morgen begaben sich der Kaiser und Prinz August Wilhelm mit sämt­lichen Herren des Gefolges an Bord desSleip- ner" nach Albanien. Der Kaiser machte dem Vertreter des Sultans, Turkhan Pascha, auf deffen Jacht bei Santi Quaranta einen Besuch, besichtigte dann die dortige Garnison der türki­schen Truppen und richtete an den Sultan ein in sehr warmen Worten gehaltenes Telegramm. Nach d"r Rückreise zum Achilleion empfing der Kaiser den griechischen Ministerpräsidenten The- otokis, der zur Mittagstafel geladen wurde. Außer dem Ministerpräsidenten waren noch der Präfett von Korfu, Metaxas, und der Bürger­meister Collas zur Tafel geladen. Theotokis erhielt das Eroßkreuz des Roten Adlerordens, der Präfekt Metaxas den Roten Adlerorden 2. Kl., Bürgermeister Collas den Kronenorden 2. Xl. Nachmittags unternahm das Kaiserpaar einen Spaziergang. Der Kaiser hat, da die Nachrichten über den gegenwärtigen Gesund­heitszustand in Bari unsicher lauten, die Reise dorthin aufgeben. Die dortigen Behörden wur-

bereits unterzeichneten Kontrakt, der mich für diesen Winter schon nach der Residenz verpflich­tete, das heißt, ich bat um Aufschub bis nächstes Jahr. Kein Mensch begriff natürlich meine Handlungsweise, niemand verstand, weshalb ich gerade hier sein wollte, wo ich mich in pekuniä­rer Hinsicht viel schlechter stehe, als am Hof­theater. Man kam mir indes in der liebens­würdigsten Weise entgegen und bewilligte mir ein Jahr Urlaub mit dem Hinweis, daß ich nächste Saison bestimmt einzutrefsen hätte. Die Stelle als erster Heldentenor am hiesigen Stadt­theater erhielt ich natürlich sofort und mit Freu­den, als ich mich darum bewarb. So kam ich hierher. Ich sah Dich wieder und fühlte mich unendlich glücklich. Niemals kam mir der Ge­danke, daß ein anderer mir zuvorgekommen sein könnte. Da riß mich die plötzliche Nachricht von Deiner Verlobung aus allen Himmeln! Sie traf mich wie ein Keulenschlag! Tag und Nacht ließ es mir keine Ruhe mehr. Immer grübelte ich darüber nach, was ich beginnen sollte. Es war ein fürchterlicher Zustand! Unfähig, mich auf: zuraffen fühlte ich, daß etwas in mir zerbrochen war. Am liebsten wäre ich weit fortgegangen, und doch ich konnte nicht. Nicht einmal mein« geliebte Musik konnte mich trösten meine Exi­stenz schien vernichtet. Und immer trieb es mich mit unwiderstehlicher Gewall hierher. Ein selbstquälerischer Trotz hatte sich meiner bemäch­tigt. Ich wollte Dich sehen und jenen anderen, der mein kostbares Kleinod an sich geriffen hattn Ich ahnte ja nicht, daß sich alles noch so glücklich gestalten würde. Nun habe ich endlich wM

Ziel erreicht!

.^Fortsetzung folgt.)

Wie viel Mühe es mich gekostet hat, auszu- kundschaften, wo Du wohnst und wer Du bist, davon hast Du keine Ahnung," sagte er eben, mit Sylvia auf dem kleinen Bänkchen Platz neh­mend das dicht am Hause stand. Da die hintere Mauer außer der kleinen, verdeckten Rundung kein Fenster aufwies, glaubten die beiden sich völlig unbeachtet.

Es war also kein Zufall, der Dich in un­sere Gegend führte?" lächelte Sylvia, stch dicht an den Geliebten schmiegend.

,£>, nein, glaubtest Du an einen solchen?" Gewiß. Ich konnte doch nicht ahnen Daß ich Deine Spur verfolgte?" unter­brach er sie.Ja, wußtest Du denn nicht, daß Du von der ersten Stunde an einen unauslösch­lichen Eindruck auf mich gemacht hast? Als wir uns damals, gelegentlich Eures Sommeraus­flugs trafen, war das auch fein Zufall. Ich hatte Euer Vorhaben ausgekundschaftet und folgte Euch vorsichtig, denn ich war sch-damals in Dich verliebt, obgleich wir nie ein Wort zusam­men gewechselt hatten. Mir fehlte jede Eelegen- beit, Dich sprechen zu können. Und mit welcher Ungeduld wünschte ich fie herbei! Ihr watt ja völlig abgeschloffen von der Welt. Endlich war mir das Glück günstig. Und als ich bemerkte, daß Ihr Euck von den anderen Mädchen zurück- zoget, da näherte ich mich schleunigst. Die Stun­den, die ich damals in Deiner Nahe zubringen durfte, hatten genügt, mich vollends in Deinen Bann zu ziehen. In jener Nacht schloß ich kein Auge. Dein Bild verfolgte mich überall. Ich war wütend auf mich selbst, da ich versäumt hatte. Dich zu fragen nach Deiner Heimat. Nicht

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