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Man abonniert auf die täglich erscheinende Oberhessrsche .z. xk /x Bettung" bei allen Postämtern und umern Zertungsstellen m
JVo 98 Mrch i> ain und Wetter sowie bei ^serer Expedition - Marit21
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WchM AilMg mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain m.» Keilage«: Literarischer A«!'i»er», „z«i»«irtschaMch. K-il-ze« mU> ^»«strirrte, S-mri-s-tl-tt«.
Marburg
, n,. ar..f 1nAO Druck und Verlag: Joh. «ug. Koch Unioersitätsbuchdruckerei ‘
Sonntag, 26. Apm 1908. Inhaber Dr. 6. Hitzeroth .Marburg, Markt 21. — Telephon 56.
Zweites Glatt.
Bestellungen für die Monate Mai und Juni aus die .Lberhessische Zeitung" nebst ihren Beilagen werden von unserer Expedition (Markt 21) unseren Ausgabestellen in Kirchhain, Reustadt und Wetter, sowie von allen Postanstarten und Landbriesträgern ent« gegengenommen.
lieber Schulsparkassen.
Man schreibt uns:
Die vielen Anregungen, die in letzter Zeit von Volkserziehern und sozialpolitischen Vereinigungen zur Pflege des Sparsinns gegeben wurden, haben dazu beigetragsn, daß von kommunalen Behörden Spareinrichtungen der verschiedensten Art getroffen wurden. Den größten Erfolg haben unstreitig die Schulsparkaffen auf- zuweisen, welche in Verbindung mit der theoretischen Anleitung zur Sparsamkeit die konsequente Pflege des Sparsinns durch systematische Eewöhnung am vollkommensten erreichen.
Viel Segen haben alle derartige Einrichtungen gebracht; mit großem Danke sind sie überall wo man sie einrichtete, von der Bevölkerung benutzt worden. Sie haben geholfen, Kummer und Sorge zu mindern; sie haben aber auch, und das ist der Hauptnutzen, der Jugend kräftige Anregung gegeben für Fleiß, Sparsamkeit, für Ordnungsliebe, Mäßigkeit, für Bekämpfung der Naschhaftigkeit, für wirtschaftliche Strebsamkeit. Von den befürchteten schlimmen Folgen, Verleitung zu Neid, Geldgier, Diebstahl verlautet überall nichts. Nur ein falscher Betrieb könnte daran schuld sein. Freilich ist keine menschliche Einrichtung vollkommen; auch die beste unterliegt dem Mißbrauch. Aber neben geringen etwaigen liebeln ist hier so viel Segen vorhanden, daß dieser vor allem in die Augen fällt und jene übersehen läßt.
Zur Klärung der Ansichten seien hier kurz die Haupteinwendungen der Gegner besprochen. Wenn von gegnerischer Seite behauptet wird, die Schulsparkaffe verleite das Kind zum Betrug und Diebstahl, so wird dem von langjährigen Praktikern widersprochen. Das Kind wird doch leichter durch die verlockenden Auslagen der Zuckerläden und Konditoreien, sowie durch den Automaten zum Diebe, als durch die Sparkasse. Das unredliche Kind sucht sich erfahrungsgemäß einen sinnlichen Genuß zu verschaffen und legt
24 «Nachdruck verboten.»
Die Freundinnen.
Originalroman vcn Irene v. Hellmuth.
(Fortsetzung.)
Wie eine Mutter, die ihre Kinder behüten und beschützen mutz, um sie vor dummen Streichen zu bewahren, kam sich Maja vor.
Ein leichtes Schnalzen mit der Zunge trieb die munteren Pferdchen zur Eile an, der Wagen flog die letzte, kleine Anhöhe hinan und hielt mit einem Ruck vor dem alten Herrenhause.
Ringsum regte sich nichts. Wie ausgestor- ben lag der weite Hof mit dem dürftigen Rasenrondell in seiner Mitte. Nur ein paar Hühner, durch den heranrollenden Wagen aus ihrer trägen Ruhe aufgescheucht, liefen gackernd hierhin und dorthin. Auch der Hofhund hob den Kopf und blinzelte mit schläfrigen Augen nach dem jungen Mädchen. Doch als er sah, daß es kein Fremder war, der in den Hof eintrat, legte er den zottigen Kopf wieder auf die Pfoten und schlief weiter. Langsamer und nachdenklicher als sonst ihre Art war, stieg Maja die Treppen empor. Man konnte glauben, das Haus sei ausgestorben, so still war es überall.
Sylvia stand beim Eintritt der Freundin auf und ging ihr entgegen. Sie hatte stark ge- rötete Augen und sah sehr blaß aus.
„Was ist Dir?" fragte Maja besorgt, „wie geht es Deinem Vater?"
„Gott sei Dank, es geht ihm wieder besser, « hat die Nacht gut geschlafen!"
„lind doch weinst Du?"
„Stdr was weißt Du, Majal Das Lebe» hier «ann ich kaum noch ertragen, man behandelt «ich wie eine Verbrecherin, wie eine Ausge- stotzene! Der Varer zürnt mir noch immer, er spricht, kaum ein Wort mit mir; der Onkel sagt, ich müßte es um de» Vaters willen tun und Hugo zurückkaufen. Hugo warte bloß darauf;
das unredlich Erworbene meist in Leckereien an. Zudem wird gerade durch das vereinfachte Markensystem des Lehrers Reinirkens-Effen, auf welches weiter unten besonders hingewiesen ist» die Verwendung unredlich erworbenen Geldes völlig unmöglich gemacht. Die einzelnen Marken werden durch den Datumstempel entwertet. Das Kind muß das Sparkassenbuch, das sonst in der Schule aufbewahrt wird, allmonatlich den Eltern vorzeigen und von diesen unterschreiben lassen. Dieselben können also genau nachprüfen, wie viel Geld das Kind sparte und wann dieses eingezahlt wurde. Die Gegner behaupten ferner, durch die Schulsparkaffen würden die sozialen Gegensätze verschärft. Wenn die verschieden hohen Beträge der Kinder die einzigen Dinge wären, durch welche die Standesunterschiede zum Ausdrucke kommen, dann müßte die Schulsparkaffe von der Schule serngehalten werden. In der Tat richtet sich aber beinahe alles bei den Kindern nach dem Stande und der Vermögenslage der Eltern, Kleidung, Benehmen, Sprache, Schulutensiilien, Frühstück und dergleichen. Alles dieses hat das arme Kind täglich vor Augen. Mancher dieser Gegenstände ist sein sehnlichster Wunsch und könnte am ehesten seinen Reid erwecken. Allein in den meisten Fällen kommt hier der Standes- und Vermögensunterschied dem Kinde kaum oder doch nicht in der gehässigen Weise zum Bewußtsein, selten bringen Reid und Geringschätzung tiefe Spaltung hervor und arm und reich spielen friedlich miteinander. Da soll nun die Schulsparkaffe plötzlich einen tiefen Riß verursachen. Die Erfahrung hat gelehrt, daß die armen Kinder viel eifriger sparen als die reicheren. Ueberdies ist der Standes- und Vermögensunterschied bei den Kindern unserer Volksschulen in der Regel nur gering. Im übrigen kommt es hier auf den Lehrer an; er wird das arme Kind mit seinen selbstcrworbenen Kupferpfennigen besonders loben gegenüber dem beffergestellten, das reichlichere Beträge einzahlt.
Die Schulsparkaffen sind von hohen Behörden stets warm empfohlen worden. Sie erfreuen sich selbst der hohen Protektion Sr. Majestät des Kaisers, welcher bei Gelegenheit seines Geburtstages im Jahre 1906 die Errichtung einer Schul- sparkaffe auf seinem Gute Cadinen anordnete. Ebenso haben auch Bismarck und Moltke dieselben für praktisch befunden und auf ihren Besitzungen eingeführt. Die Preffe ist sich ebenfalls ihrer hohen volkserziehlichen Bedeutung bewußt und empfiehlt, namentlich in jüngster Zeit, ausnahmslos die Schulsparkaffen als ein Werk von weittragender sozialer Bedeutung. Zum Schluffe seien die Erfolge einiger Kaffen hier angeführt.
In der Stadt Breslau, wo schon seit dem Jahre 1881 Schulsparkaffen bestehen, sparten die Kinder der katholischen und evangelischen Ge
er sei gern bereit, mir zu verzeihen. Die Tante aber hält mir vor, daß unser Einkommen nicht einmal hinreiche, Arzt und Apotheker zu bezahlen und fragt mich ironisch, ob ich mir etwa ein« bill>e, daß sie es tun würde. Das einzige Mittel zur Errettung aus unseren traurigen Verhältnissen sei die Verbindung mit Hugo. Der könnte bezahlen. Seit ich vorgestern Hugo wieder bei der Tante sah, habe ich solche Angst! Man will mir das Joch noch einmal aufzwingen!"
Ach was, das ist ja Unsinn!" rief Maja eifrig. „Warum läßt Du Dich so quälen? Es wird ja ohnehin bald anders werden!"
„Was wird anders werden?" fragte Sylvia ungläubig. „
Maja biß sich auf die Lippen. „Das war dumm," murmelte sie.
„Wenn sie es zu arg treiben dann läßt Du alles laufen wie es will und kommst zu mir! Ach das soll ein Leben werden, ich würde mich königlich freuen! Alle Tage ein anderes "Vergnügen ! Theater, Konzerte, Bälle — was Du willst!"
Sylvia sah die Freundin vorwurfsvoll an, während ihre großen Augen sich wieder mit Tränen füllten.
„Und mein Vater? Du kannst im Ernst glauben, daß ich ihn dieser herzlosen Frau über- laffen könnte, daß ich vergnügt wäre, wenn ich den alten Mann diesen endlosen Quälereien preisgeben müßte? Rein, Maja, für so oberflächlich hältst Du mich gewiß nicht."
Könnten wir Deinen Vater nicht auch mit- »ehmen? Bei uns würde er sich gewiß wohler fühlen."
Sylvia lächelt«.
Mit zu Dir, in Deines Vaters Haus? Rein Maja, diesen Vorschlag möchte ich $apo nicht machen. Er nähme ihn auch gar nicht an. Du meinst es ja gut, ich weiß, aber daran ist gar nicht i» denken.- . .....
meindeschulen im verflossenen Jahre 47 069 X. Seit Gründung der Kaffen ergaben die Gesamteinzahlungen die enorme Summe von 560 397 X. In einer einzelnen Klaffe der Schule Alten- bergshof-Effen-Ruhr (Arbeiterviertel) sparten 45 Kinder in iy2 Jahren 1283 X. Die Jugend der Stadt Viersen (Rhld.) sparte im Jahre 1906 18 017,85 X. Seit Bestehen der Kaffen, seit 4 Jahren betrugen dort die Einlagen 71 563,17 X Besonders günstige, für Jndustrieorte vorbiw- liche Erfolge hat die Schulsparkasse des Amtes Aplerbeck in Westfalen zu verzeichnen. Von den 6342 Kindern, welche die dortigen Schulen besuchen, sparen 3974, also t2,6 pEt.. Die Spareinlagen betrugen im Jahre 1906 49 034,78 X Seit dem 24jährigen Bestehen der dortigen Kaffen beliefen sich die Eesamtersparnisse aus 873 277,07 X Interessant sind die Teilnehmerverhältnisse der Schulkinder an den Spareinlagen nach dem Stande und dem Berufe der Eltern. Von den Kindern der Beamten sparten 67,6 pEt. Die Einlagen des letzten Jahres betrugen pro Kind 16,24 X Die Kinder der Grundbesitzer waren mit 79 pEt. und 27,37 X durchschnittlicher Einlage beteiligt, während die Kinder von Geschäftsleuten und Handwerkern mit 73 pEt. und 21,49 X Einlage beteiligt waren. Wie sehr die Arbeiterbevölkerung diese Einrichtung begrüßt, geht aus der hohen Beteiligungsziffer der Kinder von Bergleuten und Fabrikarbeitern hervor. Von 3683 Kindern der Bergleute sparten 2250. Ihre Gesamteinlagen im verflossenen Jahre beliefen sich auf 21 085,98 X also auf 9,37 X pro Kind. Die Kinder der Fabrikarbeiter sparten durchschnittlich 10,54 X
Bei der Pfennig-Sparkaffe, die seit dem Jahre 1883 in Stuttgart besteht, wurden im Jahre 1907 139 289 X eingelegt.
Von den 316 Schulgemeirck>en Sachsen-Meiningens haben 296 Schulsparkaffen. Die Zahl der Sparer beträgt dort 35 594, das sind 73 pEt. der Gesamtzahl. Die Einlagen beliefen sich zu Anfang des Jahres 1907 auf 503 334 X.
Der Sparverein für Konfirmanden in Neumünster zählt 4817 Sparer. Die Einlagen des Jahres 1906 beliefen sich auf 33 200 X.
Der Osnabrücker Sparverein für Kinder zählt 4263 sparende Kinder mit einer Einlage von 157131 X. Seit dem 20jährigen Bestehen dieses Vereins beliefen sich die Eefamteinlagen auf 604 449 X.
Die Schulsparkasse des Amtes Eickel i. W. hatte im verflossenen Jahre einen Zugang von 5579 X. Der Bestand betrug am Ende des Jahres 1907 46 536 X.
In einem 300 Einwohner zählenden Dörfchen des Hunsrück wurden an einem Nachmittage des Kirchweihfestes für 95,75 X Sparmarken an die Kinder verausgabt. In dem Pfarrbezirk, zu dem
„Aber jetzt komm, wir wollen ein wenig ins Freie."
„Ich möchte lieber hier bleiben, der Vater ist sonst ganz allein," meinte Sylvia zögernd.
„Daraus wird für heute nichts," tief Maja ungeduldig. „Deswegen fahre ich nicht nach Neunlinden, um mich ins Zimmer zu setzen. Und Dir tut ein wenig frische Luft dringend not."
„Aber es ist heute recht kühl und unfreundlich," warf Sylvia ein.
„Jawohl, das weiß ich. Deshalb beeile Dich, daß wir fortkommen, das Warten ist nicht angenehm."
Sylvia verstand zwar nicht, was die Freundin meinte, aber sie fügte sich schweigend.
Bei der Wahl des einzuschlagenden Weges gab es wieder eine kleine Meinungsverschiedenheit. Maja folgte ohne zu fragen dem schmalen Fußpfad, der zu dem Häuschen des Herrn von Brandt führte, Sylvia dagegen wollte zur Lui- senhöhe.
„Dahin können wir ein anderes Mal auch," entschied Maja; „ich muß ohnehin nach meiner kleinen Lilly sehen."
„SD, das Kind ist wieder ganz wohl. Mußt Du denn immer die Hälfte der kostbaren Zeit, die uns bleibt, dem Kinde widmen? Du verwöhnst die Kleine ganz unvernünftiger Weise. Ich glaube Du hast Lilly lieber als mich. Du gehst jetzt so oft zu ihr."
„Bist Du eifersüchtig? Du wirst noch manchmal froh sein, wenn ich zu Lilly gehe."
Das verstand Sylvia nun wieder nicht. Sie warf einen fragenden Blick auf die Freundin, die ihr heute so sonderbar vorkam. Sie wurde nicht recht klug aus ihr.
JEßarum eilst Du denn so?" fragte Sylvia wieder. „Kannst Du es gar nicht erwarten, bi» Du Deinen Liebling in der Nähe hast? Sag ein« «al aufrichtig, ist « Wirklich nut das Kind,
dieses Dörfchen gehört und der 2000 Seelen um* faßt, wurden in den iy2 Jahren seit Einführung des Sparsystems für 10 768 X Sparmarken au die Kinder verausgabt.
In Grieth, Niederrhein, betrugen die Erspar« niste in iy2 Jahren rund 5000 X. In Kray bet Steele sparten 5 Klaffen in 1 Jahre 4873 X. In Stoppenberg beliefen sich die Ersparniffe an 6 Systemen in 2 Monaten auf 6400 X.
In den westlichen Vororten Berlins find mehr als 75 pEt. der Kinder an den Schulsparkaffen beteiligt.
Aehnliche Erfolge wurden in fast allen Orten erzielt, wo man Schulsparkaffen gründete.
Bisher verhielten sich die Schulbehörden und die Lehrpersonen dieser sozialen Einrichtung gegenüber vielfach ablehnend, obwohl sie von dem erziehlichen Einfluffe dieser Kaffen in deren wirtschaftlicher Bedeutung vollauf überzeugt sind. Dies hat seinen berechtigten Grund in der Unzweckmäßigkeit vieler Sparsysteme, welche eine umständliche Listenführung und viele unnütze Schreibereien erfordern und die Lehrpersonen wesentlich belasten. Dies gilt namentlich von den Spareinrichtungen mit Quittung»* büchern. Jedoch ist auch das Sparmarkensystem in seiner gebräuchlichen Form sehr zeitraubend.
Um so freudiger ist es zu begrüßen, daß diese Schwierigkeiten durch das vereinfachte Markensystem des Lehrers Reinirkens (Effen-Ruhr) vollständig beseitigt wurden.
Dassebe wurde bisher in mehr als 150 Städten und Landgemeinden eingeführt und hat von Schulbehörden und Fachleuten die günstigste Beurteilung erfahren. Der wöchentliche Zeitaufwand beträgt nach diesem System nut 3—5 Minuten. Die Kosten bet ersten Einrichtung betragen pro Kaffe nut 1,60 Mark. Die zur Verwendung kommenden Marken werden zu 20 Pfg. das Tausend geliefert. Ls würde zu weit führen, das System hier ausführlich zu besprechen. Interessenten erhalten auf Wunsch Musterhefte und Anleitungen. Ebenso ist der Erfinder gern bereit, da wo die Einrichtung von Schulsparkassen geplant ist, Vorträge über dieses Thema zu halten und in jeder Beziehung Auskunft und Rat zu erteilen.
Die Not unserer Zeit erfordert tatkräftige Hilfe, Männer der Tat. Mögen denn auch diese Zeilen aufmuntern zu dem Werke, das znm Segen der Jugend geschaffen.
Achte das Kleine nicht klein, Es bewahrt die Keime des Großen. Pfennig auf Pfennig gespart Türmt sich zum silbernen Berg.
Ist nur die Jugend gewonnen zu emsigem Spare», Lebt in der Zukunft gewiß Froh ein zufriedenes Volk.
das Dich so anzieht, — oder hat Herr v. Brandt auch teil daran?"
Maja errötete.
„O, Du — Du bist boshaft, Du verdienst meine Liebe wirklich nicht!"
Damit trat sie in das kleine Haus ein. Di« Freundin, die im Begriff stand, ihr zu folgen, schob sie ungeduldig wieder hinaus.
„Du bist dort nötiger," sagte sie lachend und wies nach der kleinen Bank hinter dem Hause. Diese war leer und Sylvia begriff noch immer nicht, um was es sich handelte; als aber unter den Bäumen die hohe, kraftvolle Gestalt Walters auftauchte, flog ein helles Rot über Sylvias blasses Gesicht. Der junge Mann kam beim Erblicken der beiden Mädchen rasch näher. Er streckte Sylvia beide Hände entgegen. Diese stand da, ohne sich zu rühren. Maja schlüpfte nun rasch ins Haus und zog die Türe hinter sich zu. In dem halbdunklen Flur blieb sie aufatmend einige Sekunden lang stehen. Sinnend strich sie sich die Löckchen zurecht die ihr in die Stirn hingen.
„Was die zwei sich jetzt wohl alles sagen werden?" fragte sich Maja lächelnd. „Ich möchte gar zu gern wissen, wie es bei einer echten, rechten Liebeserklärung zugeht. Doch möchte ich nicht stören. Was mache ich da ? Halt ich Habs.
Nach diesem kurzen Selbstgespräch eilte Maja ein paar Stufen hinauf, wo sich ein kleines rundes Fensterchen befand. Von da aus konnte sie alles Überblicken, ohne doch selbst gesehen zu werden, da die Neste der Bäume den Ausguck ziemlich versteckten. Vorsichtig späht« die Neugierige hinaus. Richtig, dort standen die zwei Verliebten. Walter hielt Sylvias Hand in bet seinen unb sprach dabei eifrig auf bas junge Mäbchen ein. Was er sagte, konnte die Lauscherin nicht verstehen, aber der Blick und die Haltung bes jungen Mannes verrieten beut» licker als Worte, was zwischen ihm unb bat Mädchen besprochen »utb«. (Forts, folgt.)