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«Nachdruck Betßoren.f

Ihnen," war seine stereotype Redensart gewor­den. Doch der junge Sänger antwortete höch­stens mit einemKamel" oderEinfaltspinsel", und dann blieb alles wieder wie es war.

Franz traf einmal, als er gerade verschie­dene Besorgungen für seinen Herrn zu machen hatte, mit dem alten Fritz zusammen. Es stellte sich heraus, daß die beiden einstmals bei dem­selben Regiment gedient und manches zusammen erlebt hatten. Sie erkannten sich auch gleich wieder, denn sie waren damals gute Kamera­den gewesen und die Begrüßung fiel demgemäß auch sehr herzlich aus.

Na, nu sage mir mal, Fritz, was Du denn eigentlich jetzt treibst," fragte Franz.

Der Angeredete richtete sich stramm empor und erwiderte nicht ohne Stolz:Ich hah' es nicht schlecht getroffen, Kamerad, habe einen guten Posten bei dem reichen Fabrikanten und Fabrikbesitzer Reinau, dem Millionär, da bin ich als Kutscher.Lakai" nennt mich unser gnä­diges Fräulein immer; unb Du? Wie kommst denn jetzt Du plötzlich hierher?"

Ich bin mit meinem Herrn, dem Opern­sänger Walter hier, den ich auf ollen Reisen be­gleiten muß. Er ist nun freilich noch kein Millionär, aber er wird es sicher noch werden," äußerte Fritz wichtig.

Du Deinen Herrn, den kenn' ich", rief Fritz lebhaft.Er ist un» schon verschiedenemale begegnet, wenn wir, mein Fräulein und ich, nach Neunlinden fuhren. Ein schöner Mann ist er übrigens. Dein Herr," fügte Fritz wohl­wollend bei.

Das will ich meinen," entgegnete Franz und sein Freund und Regimentskamerad fuhr eifrig fort:

Mein Fräulein muß den Herrn Walter übrigens schon länger kennen, denn die beiden begrüßten einander so vertraut und herzlich wie zwei alte Bekannte. Damabs wäre ich bei­nah« mit ihm in Streit gerate», denn er nannte

aufrichtig;ach, es war doch eine schöne Zeit da. mals, als wir jung und forsch waren. Erin- nerst Du Dich noch ai meine Kathrine und was die für herrliche Sachen zu kochen verstand? Ach, die besten Bissen hat sie mir heimlich zugesteckt. Möchte wohl wissen, was aus ihr geworden ist."

Die Kathrine? Wo die jetzt ist, das kann ich Dir gleich sagen," warf Fritz lebhaft ein. Die ist Wirtschafterin bei dem Herrn v. Brandt draußen in Neunlinden. Ich glauhe nicht, daß sie dort Gelegenheit hat, Schätze zu sammeln. Ich habe sie schon öfters gesehen und ich sage Dir: alt ist die geworden, alt und dick und häßlich obendrein."

Ja, meinst Du denn, daß wir jünger und schöner geworden find in der langen Zeit? Bilde Dir nur nichts ein, Fritz!"

Die beiden Diener waren so ins Plaudern geraten, daß sie kaum bemerkten, wie die Zeit verging. Sie standen in einer sehr lebhaften Straße mitten auf dem schmalen Gehsteig, und mancher der zahlreichen Passanten ärgerte sich, daß er, um auszuweichen, auf die Straße hinab­treten mußte. Mancher Puff und Rippenstoß gab Zeugnis davon. Und endlich öffnete sich im Parterre des Hauses, vor dem sie standen, ei« Fenster, und eine scheltende Frauenstimme klang heraus:

Das hat aber nun lang genug gebauert! Soll ich den Herren vielleicht einen Stuhl brrn- gen, damit sie sich setzen können?"

Na, na, man wird doch noch zusammen plaudern dürfen?" rief Fritz giftig.

Ja aber nicht gleich eine ganze Stund«! Da "hei^t es immer, die Weiber tratschen, wen« aber so ein paar alte Schwaronierer beisammen, stehen, ist an kein Ende mehr zu denken!"

So ein Drache," murmelte Franz schickt« sich aber doch an, weiter zu gehen. An bet nächsten Ecke blieben sie wieder stehe«.

(Fortsetzung folget

Die Freundinnen.

Originalroman von Irene v. Hellmuth.

(Fortsetzung.)

Dem Theaterdiener mochte das ebenfalls nicht entgangen fein; denn er zog sich vorsichtig einige Schritte zurück und schielte nach dem Ausgang.

Es bleibt also keine Hoffnung, daß Sie sich entschließen werden.--

Nun reißt mir aber die Geduld," schrie Walter wütend und der andere zog es vor eiligst zu erschwinden. Jetzt wagte sich auch Franz wieder aus seinem Versteck hervor.

Ich bitte um Entschuldigung, Herr Waller, aber es war unmöglich, diesen zudringlichen Menschen zurückzuhalten, er schob mich einfach bei Seite."

Ach was. Du bist ein Schafskopf, Franz, ein altes Kamel," tönte es sehr energisch von den Lippen des Sängers, ohne eine Spur von Hei­serkeit.

,I!a, heute bin ich wieder eine ganze Mena­gerie!" brummte Franz verdrießlich.Ich möchte nur wissen, was dahinter steckt."--

Eine ganze Weile schon dauerte die Krank­heit Hermann Walters. Der Intendant war der Verzweiflung nahe; den täglich liefen wohl ein Dutzend Anfragen ein, ob der bewunderte Sänger, dergottbegnadete Künstler" nicht bald wieder austreten würde. Man konnte es kaum «nnarten, Walter singen zu hören. Endlich «ach acht Tagen atmete der Intendant wieder auf. Der Künstler unternahm bereits größere Spaziergänge, und es schien, als ob er endlich auf dem Wege der Besserung wäre. Auch der redliche Fr-nz fühlte sich sehr erleichtert. Er hatte unter der Launenhaftigkeit seines Herrn unendlich viel zu leiden.

»Ich gehe fort, ich bleibe nicht mehr bei

unser Fräulein wie glaubst Du wohl, daß er sie anrief?"

Nun?" machte Franz, der der Rede seines allen Freudes mit großem Interesse gefolgt war. Hoffte er hier doch den Schlüssel für fei­nes Herrn unbegreifliche Launenhaftigkeit zu finden.

Ich war aufs äußerste empört, kannst Du Dir denken, wie der Herr, den ich gar nicht kannte, uns zurust:EutenTag, Fräulein Hafen- fratz, wie geht's dem Fräulein Zierbalg?" Nu, bitt' ick Dich, haft Du so etwas schon gehört? Mein Fräulein lachte ganz ausgelassen, und da sie auch nicht auf den Kopf gefallen ist, so quit- terte sie ganz prompt und nannte den frechen MenschenHerr Zipfel". Dies schien ihn gar nicht zu ärgern, im Gegenteil, es kam mir vor, als freute er sich darüber. Aber mich wurmte es doch, daß er uns solchen Spitznamen aufhängen wollte; deshalb sagte ich ihm klar und deutlich, wie wir eigentlich heißen. Wir brauchen uns doch so etwas nicht gefallen zu lassen, auch nicht von einem berühmten Künstler. Wie mir Fräu­lein später erzählte, wird Herr Walter einmal sebr berühmt werden."

Ist Dein Fräulein hübsch und jung?" fragte Franz, dem bei dieser Erzählung ein Licht auf­ging.

Ob Fräulein Maja Reinau hübsch und jung ist!" rief Fritz, den schon die Frage allein zu beleidigen schien.Hübsch und jung, ha, ha, Du solltest sie bloß einmal sehen, bloß ein­mal, hübsch, meinst Du? Sie ist das schönste Mädchen der Stadt, ach, was rede ich, der Stadt, des ganzen Königreichs!"

,3la, na, übertreibe nur nicht," wehrte Franz lachend, ,chaft Dune Ahnung, was es in un­serem Königreich für hübsche Mädchen gibt! Du hast eben noch nicht fj viel gesehen wie ich!

Alter Esel," brummte Fritz.

Na, ich sehe noch immer ein hübsches Mäd­chen lieber al» ei« häßliches," gestand Franz

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20 « List«

Man abonniert auf die täglich erscheinendeOberhessische Ze.tung" Bei allen Postämtern und unfern Zeitungsstellenrn Kirchhain und Wetter sowie Bei unserer Expedition Markt 21 Ter Beiuaspreis Beträgt durch die Poft 2^5 Mk. (ohne Bestellgeld), Bei unfern Zeitungsstellen und der Expedition 2 Mk.

Marburg

Mittwoch, 22. April 1908.

Die JnsertionsgeBühr beträgt für die ^gespaltene Zelle oder deren Raum15 Pfennig, für Reklamen 80 Pfennig. Truck und Verlag: Joh. Aug. Koch, Unwersttätsbuchdruckerei Inhaber Dr. C. H itzeroth, Marburg, Marti 21. Telephon 55.

43. Jahrg.

Der gelingen Nummer liegt bei Kreisblatt Nr. 32.

Golo und Silber.

Die viel beklagten hohen Diskontsätze und ähnliche Maßnahmen, zu denen sich die Reichs- bank veranlaßt fühlt, sollten in der Hauptsache dem Eeldabfluß wehren und den Eoldvorrat der Reichsbank erhöhen. Eine sichere Uebersicht über unseren Metallumlauf ist schwer zu gewinnen. Zwar werden an jedem 31. Oktober die Be­stände der öffentlichen Kassen an Gold aufge­nommen, indes nicht veröffentlicht. Doch ist in dem jetzt dem Reichstage vorgelegten Münzgesetz die Nachweisung für den 31. Oktober 1907 ab- aedruckt und gelegentlich der deutschen Silber- kommisfion vom Jahre 1904 wurden die Be­stände vom 31. Oktober 1893 mitgeteilt. Es er­gibt sich der Vergleich der Kassenbestände 1893 und 1907:

Reichsgoldmönzen -Münzen Nickelmünzen

1893 151 418000 M. 31426000 M. 1158000 M. 1907 77866960 . 29150000 M. 1222000 ,

Reichskupfermünzen Reichskassenscheine

1893 190000 M. 8882000 M.

1907 165000 , 2809000 ,

Die Bestände an Silber-, Nickel- und Kupfer­geld sind also annähern gleich geblieben, an Goldmünzen aber auf die Hälfte gesunken.

Der Reichs- und Landtagsabgeordnete Dr. Arendt von der Reichspartei folgert daraus im lag mit Recht eine starke Verminderung des Goldumlaufs.

Dis kleinen Banknoten haben den Eoldoor- tat nicht gestärkt, der Verkehr nimmt sie ungern auf; sie sind nicht an die Stelle der Goldmünzen, sondern größerer Banknoten getreten. Nach einet Zusammenstellung a. a. O. hatte die Neichsbank in Umlauf:

KaufenbmarL Hundertmark- Fünfziamark- Zwanzigmark­schein«! scheine; schauer scheine:

31. Dezember 1905

898628000 1 290761600 52686000 85820520

31. Dezember 1907

334241000 1 261236750 139286100 151157180

61387OvO20524830 +bö6/j ItO 4-115öu666Ö ü Gesamtumlauf:

31. Dezember 1906 . . . 1775 896620 M.

3L Dezember

+ .10 0^1410 ...

Der Umlauf an Banknoten hat insgesamt «m 110 Millionen Mark zugenommen, aber an Tausend- und Hundertmarkscheinen um fast 92 Millionen Mark abgenommen, während er sich in kleineren Banknoten um 220 Millionen stei­gerte. Das Postscheckgesetz könnte zur Stärkung her Goldreserven führen, weniger das Scheckge­setz, denn der Scheck ist zwar Barzahlungsmittel, «ber nur für größere Beträge.

Dagegen erwartet Dr. Arendt eine nicht un­beträchtliche Hilfe für die Neichsbank von der im Reichstag, zunächst in der Kommission, beschlos­senen Vermehrung des Silberumlaufs um etwa 360 Mill. Mark. Dazu bemertt er:Es handelt sich eigentlich gar nicht um eine Erhöhung, son­dern um die Wiederherstellung der langjährigen Kopfquote. Wir hatten in Deutschland seit 1879 an Talern die im Verkehr die Rolle von Scheidemünzen spielten und Silberscheide- münzen zusammen 20 Mark pro Kopf im Um­lauf. Da aber keine Neuprägungen stattfanden, die Bevölkerung ständig stieg, die Versorgung der Kolonien, die Abstoßung der österreichischen Taler, die Ausprägung von Gedenkmünzen, die aus dem Verkehr verschwanden, die natürlichen Verluste und Abgänge hinzukamen, so sind jetzt höchstens 14 Mark für den Kopf vorhanden, und dadurch ist ein empfindlicher Silbermangel im Verkehr und bei der Reichsbank entstanden. Ein nicht unerheblicher Teil der Verminderung des Barvorrats der Reichsbank in den letzten Jah­ren ist auf die Abnahme ihres Silbervorrats zu rechnen. Vom 31. Dezember 1903, wo die Reichsbank 4 Proz. Diskont hatte, bis 31. De­zember 1907 mit iy2 Proz. sank der Barvorrat von 793 Millionen auf 704 Millionen, dabei aber der Silbervorrat von 235 Millionen auf 206 Millionen, von der Eesamtverrninderung von 89 Millionen Mark fallen mithin 29 Mill, auf Silber.

Das Silber empfiehlt sich besonders zur Lohnzahlung; der Arbeitgeber sollte das Gold in die Banken, Silber in den Verkehr bringen, um die Reichsbank zu stärken. Dr. Arendt emp­fiehlt die Zurückhaltung der goldenen Zehn­markstücke in der Reichsbank, wie es einst von Dechend getan habe. Die Krone nutze sich außer­dem überaus leicht und zehnmal so schnell wie die Doppelkrone ab. Der Aussatz, der ernsteste Beachtung verdient, schließt mit der Annahme, daß das kleine Münzgesetz der Reichsbank nach und nach 100 Millionen Silber und 50 Milli­onen Gold und kleine Roten zuführe. Ent­schließe man sich zur Zurückhaltung der Zehn­markstücke und was er aus dem Münzgewinn der Silberprägungen anstrebe zur Beseitig­ung der Reichskassenscheine, so könne der Reichs- bankbestand stch um 300 Millionen verbessern und damit einen Stand erreichen, der abgesehen von den Rückwirkungen des Auslandes uns einen billigen Diskont ermöglich«.

Deutsches Reich.

Der Kaiser auf Korfu. Achilleion, 20. April. Nach der gestrigen Abendtafel hielt der Kaiser im Kreise der hier anwesenden Hofgesell­schaft einen freien Vortrag über den Admiral Nelson und die Seeschlacht bei Trafalgar, zu wel­chem neuere Studien des englischen Kapitäns, Mark Kerr, des Kommandanten desJrnpla- cable", die Anregung gegeben haben. Der Vor­

trag wurde durch die in Kreide gezeichneten Skizzen der Eefechtsstellungen der englischen und der verein, französischen und spanischen Flotte er­läutert. Am Morgen arbeitete der Kaiser allein, er machte später mit der Kaiserin einen Spazier­gang. Nach der Mittagstafel begaben sich die Majestäten mit Familie und Umgebung in Automobilen nach Korfu und gingen bann an Bord derHohenzollern", wo, wie in früheren Jahren, ein Eier- und Apfelsinensuchen für die Mannschaften der Kaiseryacht stattfand. Die auf demMeteor" vor Korfu eingetroffenen Mitglieder des Vereins Berliner Kaufleute und Industrieller richteten ein Huldigungstelegramm an den Kaiser, für das der Kaiser in einem huld­vollen Telegramm durch den Vertreter des Zivil­kabinetts danken ließ.

Fürst Bülows Reise. Rom, 18. April. Fürst und Fürstin o. Bülow reisten stach Venedig ab. Am Bahnhof war außer dem deutschen diplo­matischen Korps der Minister des Auswärtigen, Tittoni anwesend.

Prinz Ludwig von Bayern wird auf Ein­ladung des Kaisers Mitte Mai auf dem Kreuzer Hertha" eine Kreuztour auf der Ostsee aus« führen.

Kriegsminister o. Einem befindet sich, wie derL.-A." erfährt, bereits auf der Rückreise und wird etwa Mitte Mai seine Dienstgeschäfte wieder in vollem Umfange aufnehmen.

Dernburgs Reise nach Südwestafrika. Staatssekretär Dernburg wird anfangs Mai von seinem Urlaub zurückkehren und nach Erledigung der Kolonialbahnvorlagen seine Reise nach Süd­westafrika antreten.

Ein Bismarckdenkmal bei Bingen. Bingen, 20. April. Heute tagte hier der große Ausschuß für das am Rhein zu errichtende National-Bis- marck-Denkmal. Die Versammlung war trotz der Feiertage sehr gut aus allen Teilen Deutsch­lands besucht. Es wurden die nötigen Ausschüsse gebildet und ein Aufruf beraten, der demnächst in allen größeren Blättern Deutschlands erschei­nen soll und der zu Beiträgen für das geplante Werk aufordert. An die Sitzung schloß sich ein gemeinsames Mahl im Hotel Viktoria und spä­ter eine Besichtigung der Elisenhöhe, welche als Standort des zu errichtenden Denkmals in Aus­sicht genommen ist.

Ein Weingesetz. DerReichsanzeiger" veröffentlicht den vom Reichsamt des Innern an die Bundesregierungen übersandten Entwurf eines Weingesetzes nebst Denkschrift.

Das deutsch-französische Abkommen zur Festsetzung der Grenze zwischen den Gebieten von Kamerun und Französisch-Kongo wurde im Aus­wärtigen Amt von Staatssekretär v. Schön und Botschafter Eambon unterzeichnet.

Abgelehnt. Der Lehrer Wendt in Elbing hat den ihm anläßlich seines 50jährigen Dienst­jubiläums verliehenen Hohenzollernschen Haus­orden abgelehnt.

Ein Bericht übe« die Entwicklung und Tätigkeit der polnischen Sokolvereine, den der Vorstand des Verbandes der im Deutschen Reich bestehenden Sokolvereine erstattet hat, enthält wertvolles Material für die Beurteilung der­jenigen Richtung der großpolnischen Bewegung, die sich unter dem Deckmantel von Turn- und Geselligkeitsvereinen verbirgt. Das Wichtigste und Auffälligste ist ohne Zweifel das außer­ordentlich rasche Wachstum der Sokotbewegung. Während im Jahre 1895 dem Verbände erst 26 Sokolvereine angehörten, beträgt die Zahl der angeschlossenen Vereine gegenwärtig 164; diese sind in 12 Gaue eingeteilt, und zwar find seit 1904 neu hinzugekommen der rheinisch-west­fälische, der östlich-westfälische und der hanse­atische Gau. Es besteht die Absicht, zwei Gaue in Rheinland und Westfalen zu teilen, so daß dort in Zukunft 6 Gaue statt 4 vorhanden sein werden. In dem Bericht wird dazu bemerkt: Die zahlenmäßige Entwicklung unseres Sokol- tums im preußischen Landesteii ist zweifellos. Auffallend ist es jedoch, daß sich diese Entwick­lung und zwar mit großartiger elementarer Kraft in der Fremde vollzieht, während in den ehemals polnischen Landen das Sokoltum zurückgeht." Ueber die Aufklärungstätigkeit der Sokolvereine bemerkt der Bericht:Jin Sinne des Beschlusses desDelegiertentages" vom 26. März 1905 und der auf ihm angenommenen Resolution:das Verhalten der Polizeibehör­den zwingt uns, unseren Zweck zu erweitern, d. i. unter den Mitgliedern unserer Vereine, so-' wie unter dem Volke nationale Aufklärung wachzurufen", sorgten wir für die Einführung kleiner Bibliotheken in den Vereinen und für die Verbreitung von Handbüchern des polnischen Schreib- und Leseunterrichts und der polnischen Geschichte. In der Juninummer des Verbands­organs 1905 wurde einABC über die natio­nale Aufklärung" veröffentlicht, dessen Vor­schriften und Anweisungen bis jetzt Giltigkeit haben. Eeldunterstützungen wurden gewährt bezw. kleine Musterdibliotheken übersandt an die Sokolvereine in Hombruch, Gelsenkirchen- Hüllen, Eving, Weißensee, Altenüochum, Catern- berg, Schönebeck, Neumühl, Röhlinghausen, Ear. nap, Culm, Kosten, Thorn." Die gegenwärtig vorhandenen 12 Gaue mit ihren Hauptorten sind: der Nordgau mit Hohensalza, der Mittel­gau mit Posen, der erste Westgau mit Kroto- schin, der Weichselgou mit Thorn, der zweite Westgau mit Berlin I und II, dazu gehören außerdem die Sokolvereine in Frankfurt a. £)., Kalkberge-Rüdersdorf, Leipzig, Oberschöneberg, Rixdorf, Schöneberg und Weißensee, dann der Schlesische Gau mit Kattowitz, der Rheingau mit Bruckhausen, der Südgau mit Schrirnrn, der westlich-westfälische Gau mit Lügen-Dortmund, der rheinisch-westfälische Gau mit Gelsenkirchen­

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

den KrUagen: Literarischer Aazeigrr«,x<mLwirtsch»fttich- K-Uag.« m»ILastriert., Kmmtag-biatt«.