mit dem Mreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
«nd dm HkAagm: „M-rarisck-r A«rngrr", „z-ndwirtschaftlich- Anlage“ w» „Illukrierks Senntageblatt*.
Marburg
ffrcitgfl. 17. April 1908.
Man abonniort auf die täglich erscheinende „Oberhessische _ ~ Zeitung" bei allen Postämtern und unfern Zeitungsstellen in Äß Uz Kirchhain und Wetter sowie bei unserer Expedition — Markt 21.
*'■=* v — Der Bezugspreis beträgt durch die Post 2,25 Mk. (ohne
Bestellgeld), bei unfern Zeitungsstellen und der Expedition 2 Mk.
Die JnsertionSgebübr beträgt für die 7gespaltene Zeile
oder deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 80 Pfennig. — m CYaÜta Druck und Verlag: Ioh. Aug. Koch, Universitätsbuchdruckerei xlöljTy«
Inhaber Dr. C. Hitzeroth, Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
Zweites Blatt.
Bilanz der letzten Landtagstagung.
Das Abgeordnetenhaus hat vom 26. November 1907 Lis 9. April 1908 getagt. An den 94 Nichtferientagen (ausschließlich der Sonn- und Feiertage) haben zusammen 531 Sitzungen stattgefunden, nämlich 74 Plenarsitzungen, einschließlich von 2 Abendsitzungen, 51 Sitzungen der Abteilungen, 108 Sitzungen der Kommissionen, 290 Sitzungen der Fraktionen und 8 Sitzungen der Seniorenkonvents.
Dem Hause find an Regierungsvorlagen zugegangen: der Staatshaushaltsetat für das Etatsjahr 1908 nebst Etatsgesetz und 34 Einzeletats, 1 Nachtrag zum Staatshaushaltsetat für das Etatsjahr 1908 mit den Teuerungszulagen, 20 sonstige Gesetzentwürfe, 1 Staatsvertrag, 4 Verordnungen, 24 Reckmungsvorlagen, Rechenschaftsberichte, Denkschriften usw.
Die Etatsvorlagen, der Staatsvertrag, die Rechnungsvorlagen usw. find sämtlich erledigt worden.
Von den 20 Gesetzentwürfen hat die Staatsregierung 13 zunächst dem Abgeordnetenhause und 7 zunächst dem Herrenhause vorgelegt. Davon sind 18 von beiden Häusern übereinstimmend angenommen worden. Darunter sind als Hauptstücke die Ostmarken-Vorlage, das Polizei- kosten-Eefetz, das Gesetz zumSchutze der Mineral- und Thermalquellen, das Eisenbahnkreditgesetz mit seiner — um 50 Millionen gekürzten — Halbmilliardenforderung und das Gesetz zur weiteren Aufschließung der staatlichen Steinkohlenfelder im Dortmunder Revier. Ein Gesetzentwurf ist im Abgeordnetenhause unerledigt geblieben und einer (die Kieler Stadterweiterung) vom Herrenhause abgelehnt worden.
Von den Regierungsvorlagen sind neben verschiedenen Teilen des Staatshaushaltsetats 24 Vorlagen an Kommissionen zur Vorberatung überwiesen worden, welche 11 schriftliche und 35 mündliche Berichte erstattet haben.
Selbständige Anträge sind 37 eingebracht worden, einschließlich von 13 Resolutionsanträgen, die zur Beratung des Etats gestellt, aber zur besonderen Beratung verwiesen wurden. — Von den Anträgen waren 4 auf die Annahme von Gesetzentwürfen gerichtet: von diesen wurde einer nicht erledigt 3 aber durch Annahme dieser Gesetze im Abgeordnetenhaus verabschiedet, darunter die vom freiko-servativen Aba. Holtz ausgegangene Jnitiativ-Vorlage zur Abänderung der Wegeordnung für Westpreußen.
Von den übrigen 33 Anträgen, unter denen sich , ebenfalls wichtige Anträge von freikonservativer Seite befanden, wie die Anträge über die Dezentralisierung der Verwaltung, die Lehrerbesoldung, über die Verpachtung der Bahnhofsbnchhandlungen (Antrag Brütt) usw., wurden erledigt: 11 durch Annahme von Reso-
18 (??n<t)5ru(f Verboten.)
Die Freundinnen.
Drigrnattoman von Irene v. Hellmuth.
(Fortsetzung.)
„Sylvia — so war es nicht gemeint!" rief Hugo, betroffen von dem seltsamen Ton. Komm zu mir, wir wollen uns ja nicht streiten! Du bist heute in gereizter Stimmung, da darf man nicht mit Dir rechten. Hast Dich wohl gezankt mit Deiner geliebten Freundin, deshalb fuhr sie so eilig davon, was? Und wer war denn der Herr, der euch bis ans Haus begleitete?"
Das sollte scherzhaft klingen, aber das Lächeln erstarb dem erschrockenen Manne, auf den Lippen. — Sylvia, die er noch nie hatte weinen sehen, die all das frühere Unglück standhaft ertragen —, sie lag pwtzlich schluchzend zu seinen Füßen und umklammerte seine Knie. Auch ihr Vater, der sich bis dahin schweigsam verhalten, sprang erschrocken in die Höhe und starrte auf die Kniende, als vermöchte er nicht zu fasten, was sich vor seinen Augen abspielte.
..Hugo," rief Sylvia bebend, „verzeihe mir, wenn ich Dir wehe tun muß — wenn ich Dir solches Leid zufüge — aber ich kann nicht an- "ets_— Du mußt es endlich erfahren — ich —“
Sie stockte eine Weile, als wollten die inhaltsschweren Worte nicht über ihre Lippen, doch dann fuhr sie rasch fort: .Zch kann Dein Weib nicht werden! — Es wäre Lüge, erbärmliche Lüge, wollte ich Dir Liebe heuchelns Ich liebe Dich nicht — habe Dich nie geliebt! Und deshalb, Hugo, bitte ich Dich, gib mich frei! Sei barmherzig! Ich flehe Dich an — glaube mir doch, ich kann nicht anders!"--Hugo faßte sich an
die Stirn, als könnte er das Gehörte nicht begreifen. Er war leichenblaß geworden und starrte immer nur Sylvia en. Der Schlag traf ihn völlig unvorbereitet.
*8™ Eotteswille« — Mädchen, {o besinne
lutionen, 1 durch Ueberwsisung an die Königliche Staatsregierung zur Berücksichtigung, 2 durch Ablehnung, 2 durch Zurückziehung, 3 infolge Ersetzung durch Anträge zum Staatshaushaltsetat, 1 durch Erklärung des Antrages als erledigt: 13 sind nicht erledigt worden. An Kommissionen wurden 21 Anträge verwiesen. Heftet 7 Anträge sind schriftliche, über 7 Anträge mündliche Kommissionsberichte erstattet worden.
Interpellationen sind 11 gestellt und sämtlich beantwortet und besprochen worden.
Petitionen sind 6397 eingegangen, davon sind zurückgezogen 6, bleiben 6391. Von den Kommissionen wurden über Petitionen 80 schriftliche Berichte erstattet und 56 mündliche Berichte vorbereitet. Davon 74 schriftliche und sämtliche mündliche Berichte int Plenum erledigt. 6255 Petitonen sind förmlich erledigt worden.
Die Abteilungen haben die Verhandlungen über 17 Ersatzwahlen von Mitgliedern des Hauses geprüft und für gültig erklärt.
Die Eeschäftsordnungskommisflon hat über ein Schreiben, betreffend die Ermächtigung zur strafrechtlichen Verfolgung wegen Beleidigung des Hauses der Abgeordneten, und über zwei Schreiben, betreffend die Genehmigung zur Einleitung von Strafverfahren gegen Mitglieder des Hauses, mündliche Berichte erstattet.
Deutsches Reich.
— Deutschland im Handel von Casablanca. Hebet den Handelsverkehr von Casablanca vom 1. August 1907 bis 31. Januar 1908 bringt der Bericht des französischen Konsuls in der marokkanischen Hafenstadt folgende Ziffern: Eingelaufene französische Schiffe 62 (51 888 Tonnen), englische 43 (28 259 Tonnen), spanische 38 (17 135 Tonnen), deutsche 19 (16635 Tonnen), italienische 7 (4683 Tonnen), sonstige 7 (1832 Tonnen). Die Ziffern für die Ein- und Ausfuhr stellen sich folgendermaßen:
Einfuhr Ausfuhr Frcs. Frcs.
Frankreich 1645 786 806 399
Deutschland 96 354 1 240057
England 340 611 628 184
Spanien 212 216 233 070
Italien 4 930 90 692
Die Zahlen zeigen, daß es den Franzosen trotz allem nicht gelungen ist, den deutschen Handel in Casablanca zu vernichten.
— Elektrische Stromanlagen. Der in Aussicht gestellte Entwurf einer Polizeiordnung betreffs Einrichtung, Betrieb und Ueberwachung elektrischer Stromanlagen ist nunmehr vom Minister für Handel und Gewerbe veröffentlicht worden. Elektrizitätswerke, bei welchen die normale Leistung der Maschinen, einschließlich Reserve mindestens 1000 KW. beträgt, und elektrische Anlagen ohne eigene Stromerzeugung, bei welchen der Anschlußwert der Anlage min-
Dich doch, Du weißt nicht, was Du sprichst!" rief da Sylvias Vater in die plötzlich eingetretene Stille hinein.
Er war mit einer Lebhaftigkeit emporgefahren, die man ihm gar nicht zugetraut hätte. Das unerwartete Geständnis seiner Tochter riß ihn völlig aus seiner Lethargie. Er trat ganz nahe an Sylvia heran, schüttelte sie an den Schultern und fuhr sie zornig an: „Du hast Dein Wort aus freien Stücken gegeben und das ist heilig! Du wirst es halten! Ich rate Dir gut —" seine Stimme klang so drohend, daß Sylvia ihn ganz ängstlich anstarrte: er aber fuhr in hartem Tone fort: „Eine Schmettwitz bricht nicht ihr Wort um einer Laune willen? Das war nie Sittte bei uns, merke Dir das! Ich werde es auch von Dir nicht dulden! Ich verbiete Dir ferner, in dieser Angelegenheit noch ein einziges Wort zu reden! Ich leide es nicht, daß Du Deinen Verlobten, den ich achte und ehre, so furchtbar beleidigst! Willst Du all zu dem Unglück, das mich traf, noch mehr häufen? Fürwahr, ich bin ein beneidenswerter Vater! Der Sohn, der einst mein Stolz und meine Hoffnung war — treibt sich Gott weiß wo herum, ist vielleicht verdorben und gestorben, und nun bereitet mir auch meine Tochter so schweren Kummer! Weshalb lebe ich denn eigentlich noch?"--
Stöhnend sank er in den Lehnstuhl zurück.
„Laß sie, Papa," sagte Hugo von Trostberg mit unnatürlicher Ruhe, „Sylvia ist überreizt, sie wird sich wieder auf sich selbst besinnen, man muß ihr Ruhe gönnen. Dann wird es ihr auch zum Bewußtsein kommen, wie tief sie mich gekränkt hat. Ist sie erst meine Frau"--
Ein hartes Auflachen unterbracht ihn.
„Ich werde nie Deine Frau — nie — nie!" rief Sylvia heftig. ,Zch sagte es Dir bereits, — ich kann nicht!"
Er verschräntte die Arme auf der Brust. Man Kh es ihm an, daß et nur mit Mühe die Ruhe wahrte.
destens 1000 KW. beträgt, können auf Antrag beim Handelsminister von den amtlichen Prüfungen befreit werden. Die Unternehmer solcher Anlagen find jedoch verpflichtet, die Ueber- wachung ihrer elektrischen Anlagen Werksingenieuren zu übertragen, die die nötigen theoretischen und praktischen Kenntnisse in der Elektrotechnik nachzuweisen vermögen. Die Anerkennung eines Werksingenieurs als Sachverständigen ist beim Handelsministerium zu beantragen. Die Anerkennung kann zurückgezogen werden, wenn die Verpflichtungen nicht erfüllt werden.
— Sozialdemokratischer Personenkultus. Nach einem Berliner Blatt sind im Verlage von Lipinski-Leipzig Postkarten für die Maifeier erschienen, die folgende Darstellungen zeigen: Chrysanthemum mit Porträts Marx, Lassalle und Bebel. Text: Den Alten zur Ehr, den Jungen zur Lehr. — Bebel als Reichsschmied. Text: Ich hämmere jung das alte morsche Ding, den Staat. (Bebel als Schmied holt wuchtig zum Schlage mit dem Hammer aus, um das Reichsschild umzuformen.) — „Vorwärts", dem Ziel entgegen. Bebel als Weichensteller. — Die Festrede. Saal mit Redner, rechts Porträt Bebels. — Bebel spricht int Reichstage zum Etat. (Die Karte zeigt Bebel, wie et, umgeben vom diplomatischen Korps und den Abgeordneten, eine seiner scharfen Anklagereden hält.)
Hessen-Nassau und Nachbargebicte.
Schlitz (Oberhessen), 18. April. Gestern Abend gegen 6 Uhr ging in dem benachbarten Orte Queck ein Luftballon nieder, der mit einem Eardeoffizier und einem Zivilisten vom Berliner Aeronautenklub bemannt war. Nachmittags 2 llht wat der Ballon in bet Reichshauptstadt aufgestiegen und hat bei starkem Wind in 4 Stunden die weite Strecke zurückgelegt. Nachdem bet Ballon von Schlitz nach Salzschlirf unb von da nach Fulda befördert worden war, kehrten die Luftschiffer von Fulda aus wieder nach Berlin zurück.
Sieben««, 13. April. In einem großen Stallgebäude des Herrn v. Pappenheim, das in bet Nähe bcs Bahnhofs liegt, brach am Freitag Abend gegen 9 Uhr Feuer aus, durch welches die darin lagernden Vorräte an Heu und Stroh vernichtet wurden. Ein früher dort beschäftigter Arbeiter soll das Feuer angelegt haften, um während des Brandes einen Einbruch in die Wohnung des Inspektors unternehmen zu können, was ihm aber, weil et dabei gestört wurde, nicht gelang.
Unpolitische Taneena^richten
Bremen, 15. April. Der Norddeutsche Lloyd beschloß, einige Nordamerika-Dampfer Halifax
„Und wenn ich Dich nicht frei gebe, was dann?"
Wie willst Du mich denn halten? Ich sage Dir, gib Dir keine Mühe, ich lasse mich nicht zwingen!"
„Sylvia, woher dieser plötzliche Sinnes- wechsel? Dein Benehmen ist mir unbegreiflich! Ich kann es mir nicht erklären! Es muß doch jemand zwischen uns getreten sein! Ja, ja, gewiß ist es so! Sylvia, ich wiederhole die Frage, die ich schon einmal an Dich stellte, — sage die Wahrheit — liebst Du einen andern?"
Diesmal schlug das junge Mädchen die Augen nieder vor dem offenen Blick des Mannes. In peinlichem Schweigen vergingen einige Sekunden.
„Also doch, — also doch, — ich dachte es mir!" stöhnte Hugo. „Und jener Mensch ist es, der da unten bei Dir stand! Ich sah es wohl, wie eure Blicke in einandertauchten, wie er Dich an= starrte! — Arn liebsten wäre ich ihm an die Kehle gesprungen! Wer ist es — wer? Rede, sprich! Ich will seinen Namen wissen!"
Sylvia antwortete keine Silbe. Nur die Hände verschlang sie krampfhaft in einander. Ihre Lippen waren fest zusammengepretzt.
„Du willst mit den Namen nicht nennen?" stieß Hugo hervor, „ich werde doch wissen dürfen, wie derjenige heißt, der mir meine Braut gestohlen hat! — Erfahren werde ich es doch, auch ohne Dich — aber dann gnade Gott dem Elenden!"--
Er biß die Zähne aufeinander, daß sie knirschten, indes Sylvia bebend seinen Arm umklammerte. „Hugo!" fuhr sie auf, „jener Mann hat nichts getan, was auch nut den Schein eines Unrechtes auf ihn laden müßte! Er würde Dich nicht verstehen, wolltest Du ihn zur Rede stellen. Nicht ein Wort haben wir zusammen gewechselt, das nicht alle Welt hören könnte! Ich sah ihn ja nie allein — —
anlaufen zu lassen. Als erster läuft der Dampfer „Lützow", der am 16. Mai von Bremen nach Newyork abgeht, Halifax an; der Dampfer befördert Kajüten- und Zwischendeck-Passagiere.
Bremen, 15. April. Der deutsche Dampfer „Kronprinzessin Cecilie" verlor am 14. April, vormittags 9 Uhr, 30 Seemeilen von East Nantucket einen Schraubenflügel seiner Backbordschraube. Er dampfte jetzt mit 20 Knoten Geschwindigkeit weiter.
Eotenburg, 15. April. Der Dampfer „Eoeta- Elf" kenterte heute nachmittag, kurz nachdem er vom Kai losgemacht hatte. Von den an Bord befindlichen Personen, deren Zahl auf 30 bis 40 angegeben wird, wurden sieben gerettet. Bisher sind drei Leichen geborgen.
ÄisicMast, Vinnit imh
# Zum ersten internationalen Kongreß für Rettungswesen in Frankfurt a. M. vom 10. big 14. Juni 1908 sind nach der „Münch. Med, Wochenschr." 109 Vorträge angemeldet. Die Abteilung „Rettungswesen in den Städten" steht mit 25 Vorträgen an erster Stelle, bann folgen bie Abteilungen „Rettungswesen in Bergwerken unb bekannten Betrieben" mit 17, „Ausbilbung von Nichtärzten" mit 12, „Rettungswesen im Seeverkehr" mit 11, „Rettungswesen bei bet Feuerwehr" unb „Erste ärztliche Hilfe bei llnglücksfällen" mit 10 bezw. 11, „Rettungswesen auf Eisenbahnen" unb „Rettungswesen auf bem Lande, in Industriezentren und kleineren kommunalen Verbänden" mit je 9 Vorträgen, während die übrigen Vorträge sich auf die Abteilung „Rettungswesen im Gebirge" unb „Rettungswefen unb Sport" gleichmäßig verteilen. Die mit bem Rettungskonqreß verbundene Ausstellung von Automobilambulanzen, Krankenwagen und Rettvngsgeräten, für die bereits sehr reichliche Anmeldungen vorlie- gen, wird eine natürliche praktische Ergänzung der Verhandlungen abgeben und sehr viel neues Sieten.
V BennlWS.
Festnahme eines Falschmünzers. In Eberswalde wurde ein Drechslermeister wegen Falschmünzerei verhaftet. In seinem Hause wurde eine große Falschmünzerwerkstätte entdeckt.
Glaserei Willi. Ramberger
Hofstaat 13 (Nahe dem Gymnasium).
~ Moderne Einrahmung von Bildern Reinigen von alten Stahl- u. Kupferstichen.
Verantwortlich für die Redaktion: ^r. phil. Car' Hitzerot^ in Marburg.
„Ha, ha, Du ängstigst Dich wohl sehr um ihn?"
„Nein," klang es verächtlich und schroff zurück. „Und Hermann Walter — so scheint es mit — ist auch nicht der Mann, bet sich vor Dir fürchtet!"
Hugo stutzte bei Nennung dieses Namens.
„Hermann Walter — derselbe, der mit seiner süßen Stimme alle Herzen gefangen nimmt? Die Tagesblätter können sich tarm genug tun, seinen Ruhm zu verkünden! In der ganzen Stadt lvricht man von ihm als von einem Wunder! Er soll ja schon bei seinem ersten Auftreten Stürme von Beifall entfesselt haben! — Ach nun begreife ich alles! Er wird ja gefeiert wie ein Held! Den mußt Du ja lieben'"
Ein höhnisches, hartes Auflachen begleitete die Worte des aufs tiefste gereizten Mannes, der in gleichem Tone fortfuhr. indem er sich an Sylvias Vater wandte: „Hast Du ec gehört, Papa, wemich weichen mußte? Einem Sänger — einem Komödianten — einem Künstler! — Freust Du Dich nicht, solchen berühmten Mann in Deine Familie aufnehmen zu dürfen? Ah — welch hohe Ehre für Deinen altadeligen Namen! — Eile, und gib Deinen Segen zu dem Bunde, sonst könnte sich der große Künstler am Ende anders besinnen und eine Fürstentochter für sich begehren!"
„Hugo, Du rasest!" rief Herr von Schmettwil dem hohnlachenden Manne zu, „sonst müßtest Du wissen, daß ich zu solcher Verbindung nie mals meine Einwilligung geben werde! 3^ hoffe, meine Tochter ist klug und verständig genug, sich bas selbst zu sagen. Sie wirb es nicht wagen, ein solches Ansinnen an mich zu stellen unb täte sie es dennoch — ich müßte ihr bie lütt weisen! Sie könnte bann meinetwegen ihre« Brubet folgen. Wahrlich ich weiß nicht, ob et nicht bas beste wäre — sie ginge gleich! 34 werde so wie so bemnächst zur Grube fahren! Dann werde ich Ruhe haben!" (Forts, folgt)!