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drücke mitgenommen.

Aus den Ünterred-

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Tittoni in Homburg v. d. H. und Baden-Baden erwidern wollen, was er bis jetzt wegen Häuf­ung der Geschäfte und Arbeiten in der inneren Politik habe verschieben müssen. Er kehre auch immer gern nach der ewigen Stadt zurück, wo er so lange gelebt und jetzt Eigentum erworben habe, sodaß er von sich sagen könne: Civis romanus sum. In politischer Hinsicht seien die Mächte jetzt vor allem bemüht, durch Aus­gleich zwischen den englischen und russischen Vorschlägen über die Reformen in Mazedonien zur möglichsten Beseitigung des in diesem Lande herrschenden Zustandes der Erregung beizutra­gen. Es stehe zu hoffen, daß ein praktisches Re­sultat erreicht werde. Deutschland habe auch heute im Balkan kein direktes lokales Interesse, aber den Wunsch, daß die Einigkeit der Mächte in den Balkanfragen aufrecht erhalten und kein Anlaß zu einem Konflikt gegeben werde. Der Besuch Kaiser Wilhelms II. in Venedig sei ein neuer Beweis seiner Freundschaft und seiner Zuneigung für Italien. Der Kaiser habe von seinem Aufenthalt in Jntalien die besten Ein­

ungen des Fürsten v. Bülow mit dem Minister Tittoni sei hervorgegangen, daß die schwebenden politischen Fragen von beiden unter denselben Gesichtspunkten betrachtet würden. Wie sich die Erklärungen Tittonis in der italienischen Kam­mer in vielen Punkten mit denen des Fürsten v. Bülow im Reichstage decken, so hätten auch die mündlichen Besprechungen zwischen ihnen gemeinsame Gesichtspunkte und Ziele ergeben. Das entspreche auch dem Geist des Dreibundes, dessen Ziel nach wie vor die Aufrechterhaltung des Friedens und des Status quo fei. In Be­zug auf die Beziehungen Oesterreich-Ungarns und Italiens habe es keiner Vermittelung bedurft, da es eines der unbestreitbaren Ver­dienste Eiolittis und Tittonis sei, die Bezieh­ungen zwischen Oesterreich-Ungarn und Italien wieder freundlich und vertrauensvoll gestaltet zu haben und dies ihr Bestreben sei durch die ebenfalls loyale bundesfreundliche Haltung des Ministers Freiherrn v. Aehrenthal gefördert worden.

Ordensverleihung. Bremen, 14. April. Der Kaiser verlieh 35 Angestellten des Nord­deutschen Lloyd die Denkmünze für Südwest­afrika in Stahl.

Die Reichsanleihe. Berlin, 14. April. An der Börse wurde gestern das Eesamtzeichnungs- ergebnis auf die Reichs- und preußischen An­leihen mit 710 Millionen Mark angegeben, von denen 40 Prozent mit der Eintragung in das Reichs- bezw. Staatsschuldbuch und mit Sperr­verpflichtung übernommen worden sind.

Der Alldeutsche Verband wird Ende Juni oder Anfang Juli in Berlin eine Vorstandsfitz, ung abhalten mit folgender Tagesordnung: 1. Entscheidung auf die Beschwerde des Pastors Jakobsen gegen seinen Ausschluß aus dem A.D.V- 2. Die Ergebnisse der Blockpolitik und unserer Stellung zum Block. Berichterstatter v. Lieberi. 3. Die deutsche Marokko-Politik. Berichterstatter Dr. Joachim Graf o. Pfeil. 4. Wahlen. 5. Son-

«Nochdruck verboten.)

Die Freundinnen.

Ausland.

* Die Beerdigung des Statthalters von Ea» Haien, Graf Potocki. Lemberg, 14. April. Aus Anlaß des Leichenbegängnisses des Grafen Po­tocki herrschte seit den frühesten Morgenstunden, auf allen Straßen, welche de: Trauerzug zu pas­sieren hatte sowie vor dem Statthalterpalais leb­hafte Bewegung. Auf dem Wege bis zur Bern- hardinerkirche bildeten Schulkinder Spalier. Vor der Kirche hatten sich die Spitzen der Behörden, die gesamte Beamtenschaft und zahlreiche Depu­tierte eingefunden. Vor dem Palais hielt der Landmarschall Graf Stanesl aus Badeni, nach­dem der Sarg aus dem Trauergemach getragen worden war, dem Verstorbenen einen tief« empfutldenen Nachruf, worauf der Trauerzug, welchen die Geistlichkeit eröffnete, mit den Leid­tragenden, dem Vertreter des Kaisers, Ober­zeremonienmeister Grafen Cheloniewski, dem Ministerpräsidenten Frhrn. v. Beck, den Mi­nistern v. Bienerth und Korytowski und anderen hier eingetroffenen Würdenträgern zur Bern» hardinerttrche seinen Weg nahm.

♦♦ Antimilitaristisches aus Frank.eich. Paris, 14. April. Die Vertreter der der Arbeiterbörse angehöttgen S^dikate wählten gestern in die Aufsichtskommission entschiedene Antimilitari­sten, von denen drei erst kürzlich die ihnen wegen antipattiottscher und antimilitaristischet Treibereien zuerkannten Gefängnisstrafen ver­büßt haben. In Murat wurde die aus dem Präfetten, de n General Kordrain und anderen Amtspersonen bestehende Eestellungskommission von den Gestellungspflichtigen und ihrer Musik» kapelle auf dem Bahnhof mit der Internatio­nale empfangen. General Kordrain sprach den Gestellungspflichtigen und dem Bürgermeister sein lebhaftes Befremden über die Kundgebung aus.

** Das Urteil im Tcrroristenprozeß von Barcelona. Madrid, 14. April. Im Terroristen« Prozeß von Barcelona wurde vergangene Nacht das Urteil gesprochen. Gegen den Hauxtange» klagten Rull, sowie gegen dessen Mutter und Bruder lautet auf Todesstrafe; die übrigen An­geklagten, darunter der Vater Rulls, wurden zu Freiheitsstrafen von 17 Jahren bis zu vier Monaten verurteilt. Zwei Angeklagte wurden freigesprochen.

* Wirtschaftliche Beziehungen zwischen Dane, mark und Frankreich. Paris, 14. April. Die seit längerer Zeit zwischen der dänischen und der französischen Regierung schwebenden wirtschaft­lichen Verhandlungen sind zu Ende gekommen

Mit »cm Krcisblatt für die Kreis- Marburg und Kirchham

K-Ugea- Literarischer A«,-igr^.««.»wirtschaftliche Seilage« nnb .Mustrirrte« S,«ftag,l>latt«.

Die Karten wurden beschlagnahmt; es konnte nachgewiesen werden, daß jener Mensch wirklich falsch gespielt hatte und so wurde et in sicheren Gewahrsam gebracht. Wie lange er brummen mußte, habe ich nicht erfahren."

Und mit dem soll ich Aehnlichkeit haben?" fragte Sylvia, die sehr blaß geworden war. Na, hören Sie, sehr schmeichelhaft für mich ist dies gerade nicht," versuchte sie zu scherzen.Wie n denn jener Mensch?"

ie blickte gespannt auf Walter, ein Zittern durchlief ihren schlanken Körper.

Ach, lassen Sie die Geschichte ruhen," wehrte Walter eifrig ab, offenbar bemüht, Sylvia auf andere Gedanken zu bringen, da er sah, wie er­regt sie war.

Die jungen Leute sprachen nun von den ver­schiedensten Dingen, doch Sylvia gab manchmal verkehrte Antworten. Sie hörte kaum, was Walter erzählte; denn ihr längst verschollener Bruder, von dem sie nie mehr gehört, kam ihr plötzlich in den Sinn. Wenn er so tief gesunken wäre, daß er zum Falschspieler wurde? Wenn er wiederkehrte als ein Verkommener, als ein Ausgestoßener? Sie schauerte leise in sich zu­sammen. O, nur das nicht, nur das nicht! Leichter, das fühlte sie, ließ sich der Verlust ihres Vermögens ertragen, als der Verlust der Ehre! Und der Vater dachte ebenso, das wußte sie. Ein schmerzliches Mitleid mit dem Vater, dem gebrochenen alten Manne, quoll ihr im Herzen auf. Hatte er noch nicht genug gelitten? Wartete auch noch die Schande auf ihn? So grausam konnte doch das Geschick nicht sein. Nach­dem es dem alten Manne alles genommen, sollte er auch des letzten beraubt werden, seiner Ehre? Das würde er nicht überleben. Aber wohin verlor sie sich mtt ihren Gedanken? War es nicht Unsinn, sich so zu quälen?--

den unter Ausschluß bet Oessentlichkeit durch­geführt.

Frauen und kirchliches Wahlrecht. Ro­stock, 12. April. Der Oberkirchenrar hat dem Deutschen Verbände für Frauenstimmrecht und dem Rostocker Frauenverein mitgeteilt, daß keine Veranlassung vorliege, den Frauen das erbetene ttrchliche Wahlrecht zu verleihen.

Deutsches Reich.

Ser Kaiser aus Korsu. Achilleion-Korfu, 14. April. Der Kaiser arbeitete heute vormittag Mein; er hörte den Vortrag des Chefs des Ma- rinekabinetts, v. Müller. Zur Mittagstafel tzoar Konteradmiral Jngenohl von derHohen- 'zollern" geladen. Am Nachmittag machte die kaiserliche Familie einen Spaziergang. Heute morgen ging hier ein schweres Gewitter nieder.

Kein Besuch Kaiser Wilhelms bei Papst Pius. Die aus der französischen Presse stam­mende Meldung von einem bevorstehenden Be­such Kaiser Wilhelms beim Papst Pius X. ist, swie dieRh.-Westf. Ztg." von unterrichteter i Stelle erfährt, als eine reine Vermutung zu betrachten. Wenn auch nicht ausgeschlossen ist, fbafe der Kaiser während seines Aufenthaltes im > Mittelmeer die italienische Küste noch einmal berühren könnte, so sind doch für einen Besuch .in Rom keinerlei Vorkehrungen getroffen.

Der Kaiser wird demDeutschen Boten" zufolge am 6. Juli dem hundertjährigen Jubel­fest des Leibregiments in Frankfurt a. O. bei­wohnen. Dieser Tage ist dem Regiment int Auf­trage des Kaisers sein lebensgroßes Oelbild in der Uniform des Regiments übersandt worden.

Prinz und Prinzessin Heinrich von Preu­ßen sind mit dem Prinzen Sigismund und dem Erbgroßherzog Georg von Hessen heute Mittag von Kiel zu längerem Besuch auf Schloß Hei­ligenberg bei Jugenheim eingetroffen. Die Fahrt von Frankfurt am Main nach Jugenheim erfolgte im Automobil.

Fürst Bülow in Rom. Rom, 14. April. Bei Minister Tittoni fand zu Ehren des Für­sten und der Fürstin Bülow ein Diner statt. Fürst Bülow und Tittoni tauschten Trinksprüche aus. An die Tafel schloß sich ein Empfang an. Einem Vertreter derNeuen Freien Presse" gegenüber äußerte Fürst v. Bülow, daß Zusam­menkünfte zwischen Monarchen ihren unver­kennbaren Wert hätten, selbst wenn keine be­stimmten Verabredungen getroffen werden. Die Zusammenkünfte dienten zur Stärkung der per­sönlichen Beziehungen und verliehen den Ver- itägen Temperament und Wärme. Der Drei­bund besitze in Tittoni einen tüchtigen, aufrich­tigen Anwalt.Wie schwer die Fragen auch sein mögen, die der Lösung harren, so darf ich sagen," schloß Fürst u. Bülow,Italien ist mit Deutschland und Oesterreich-Ungarn eines Willens, das Friedenskulturwerk zu fördern. Wie dieEiornale d'Jtalia" meldet, haben Fürst v. Bulow und Tittoni beschlossen, sich die russischen Vorschläge in Bezug auf Mazedonien anzueignen. Die beiden Diplomaten hoffen, England werde den Vorschlag der Ernennung eines Gouverneurs durch die Mächte fallen lassen. DieAgenzia Stefani" veröffentlicht folgende Erklärung, die Fürst v. Bülow in einer Unterredung abgegeben hat: Ueber den Zweck seiner Reise seien allerlei phantasttsche Versio­nen verbreitet worden. Er habe vor allem die Besuche seiner verehrten Freunde Giolittt und

Walter riß sie aus ihrem Sinnen.

Sie fittd ja ganz verstummt, gnädiges Fräulein, fehlt Ihnen etwas? Sie sehen so blaß aus!"

Wie besorgt seine Stimme klang!

Sylvia fuhr sich mit der schmalen Hand über die Stirn, als wollte sie unangenehme Gedanken verscheuchen und erwiderte lächelnd:Ich bin ganz wohl, ich dachte soeben an die nächste Oper, und freue mich ganz außerordent­lich darauf, Sie fingen zu hören."

Ich hoffe, Sie werden nicht enttäuscht sein," gab er heiter zurück.

Man war bei dem alten Herrenhause ange­langt. Frau von Schmettwitz, die gerade am eFnster stand, riß ungestüm den einen Flügel auf und ref mit ihrer schrillen, unangenehmen Stimme herab:

Aber Sylvia, wo bleibst Du nur so lange? Ist bas eine Art, eins ch fortzulaufen und keiner Menschenseele etwas zu sagen? Dein Verlobter wartet schon seit einer halben Stunde auf Dich! Er ist sehr ungehalten!"

Klirr, flog bas Fenster zu.

Sylvia stanb wie erstarrt. Sie hatte es wohl bemerkt, wie Walter bei den Worten der Tante zusammengezuckt war, als hätte ihm jemand von hinten einen Schlag versetzt, und wie ein tiefes Erschrecken über seine Züge flo^. Plötzlich aber lachte er so schneidend auf, daß es dem Mädchen wie ein schmerzender Stich ins Herz drang.

Sie sind verlobt, mein Fräulein? Warum sagten Sie nichts davon? O, da gratuliere ich, meine Gnädige!"

Er verbeugte sich aber so, daß seine ironische Absicht nicht zu verkennen war und wandte sich dann ohne ein weiteres Wort zum Gehen. Es schien, als wollte Sylvia ihm nachstürzen, um ihn zurückzuhalten, doch schon im nächsten Augen»

stiges. Der Verbandstag findet Ende August oder Anfang September in Berlin statt. Auf der Tagesordnung werden voraussichtlich Be­richte stehen über: Dis Einschränkung der Ein­wanderung minderwertiger Ausländer; die Be­deutung des deutschen Geschichtsunterrichts für die nationale Erziehung und gesetzgeberische Maßregeln zum Wohle der Invaliden aus dem südwestafrikanijchen Kriege.

Verband akademisch gebildeter Lehrer. Der in Braunschweig tagende dritte Derbands- tag akademisch gebildeter Lehrer, dem nunmehr alle Vereine akademisch gebildeter Lehrer Deutschlands angehören und dessen Mitglieder­zahl 16 581 beträgt, stellte hinsichtlich der Schülerzahl der einzelnen Klassen und Anstal­ten die Forderung auf, daß die Schülerzahl der oberen Klassen 25, bei Mittelklassen 30 unb bei Unteiklassen 40 nicht übeisteigen und daß nicht mehi als 500 Schälet unter einem Direktot stehen dürfen. Aufs neue wurde einstimmig die Forderung auf Gleichstellung der Ober­lehrer mit den Richtern an den Amts- und Landgerichten im Gehalt und, wo eine Staats­und Hofrangordnung vorhanden ist, auch im Range ausgesprochen. Der feierlichen Eröff­nung des Veroandstages wohnte auch der Her­zog-Regent bei. Ministerpräsident Trieps hieß die Erschienenen im Namen der braunschweigi­schen Negierung, Bürgermeister Retemeyer im Namen der Stadt Braunschweig willkommen. Der Verbandstag beschloß, den nächsten Ver­bandstag zu Ostern 1910 in Magdeburg abzu­halten.

Sin preußischer Lehrertag. Berlin, 14. April. Unter außerordentlich zahlreicher Be­teiligung von Vertretern der preußischen Lehret- vereine aus allen Teilen der Monarchie trat heute vormittag 9 Uhr in den Konkordia-Fest- fälen (Andreasstraße) eine erste Vertreterver­sammlung des preußischen Lehrervereins zusam­men, deren Hauptberatungsgegenstand zunächst die Frage der Schulausficht und Schulleitung ist. Zur Behandlung der Besoldungsvorlage, die nicht besonderer Gegenstand der Tagesordnung ist, wird ein Antrag der Provinz Posen Gelegen­heit bieten:Der Vorstand des Preußischen Lehrervereins möge dahin wirken, daß an die Lehret Teuerungszulagen wie an die unmittel­baren Staatsbeamten gezahlt werden." Von all­gemeinem Interesse ist auch ein Vorschlag des preußischen Fortbildungsschulvereins, im Iahte 1911 in gemeinsamer Sitzung über das Thema zu beraten:Welche Anforderungen können und müssen vom Standpunkte der Fortbildungsschule an die Volksschule gestellt werden?" Endlich wird die Versammlung auch über die Aufstellung des Bosse-Denkmals auf dem Lehrethsimsgrund- stücke in Schreiberbau beschließen, dessen Enthül­lung am 5. Juli unter Beteiligung des Eesamt- vorstandes des Preußischen Lehrervereins statt- finben wird. Die Verhandlungen, zu denen nur die Vertretet des Preußischen Lehrervereins als stimmberechtigte Mitglieder zugelassen find, wet-

Originalroman von Irene v. Hellmuth, l Fortsetzung.)

Sagen Sie, haben Sie Verwandte in Ber­lin?" wandte sich Walter plötzlich ohne jeden Uebergang an Sylvia.

Nein aber weshalb fragen Sie?"

Ach, ich meinte nur so. Eine flüchtige Aehn­lichkeit, weiter nichts. So etwas kann vorkom­men, zumal in Berlin. Es fiel mir nur eben wieder ein. Ich wollte Sie neulich schon fragen, habe es aber vergessen. Nun flog mir die Ge­schichte so durch den Sinn, ich weiß selbst nicht, wie ich auf einmal darauf komme. Ich hatte die Sache schon halb vergessen, merkwürdig ist es, wie ähnlich Sie jenem Menschen sehen."

Er machte eine Paufe. Sylvia sah ihn fra­gend an.Von wem fprechen Sie eigentlich, Herr Walter?"

Es war eine häßliche Szene," fuhr er ge­dankenvoll fort.Sie spielte sich in dem Re­staurant ab, wo ich Stammgast war. Ich ver­ehrte dort öfters mit einem Herrn, der sich mit Ärmlich aufgebrängt hatte und mich zu einem Kartenspiel verleiten wollte. Ich lehnte aber stets ab. Jener Mensch nun war eines Abends mit mehreren anderen in Streit geraten. Seine Kameraden beschuldigten ihn be-, betrügerischen Spiels. Abscheuliche Redensarten unb rohe <Mche mürben ausgestoßen und bald wälzte sich ein dichter Knäuel auf einander einschlagender Menschen am Boden. Sie rissen einander die Kleider vom Leibe, daß die Fetzen herabhingen. Schließlich wurde der Falschspieler Lberwättigt »nb vor die Türe geworfen, wo et blutend He» gen blieb. Die Polizei nahm sich der Sache an.

blick besann sie sich und starrte dem eilig Davon, schreitenden wie geistesabwesend nach.

Maja versuchte auf die Freundin beruhigend einzureden, erhielt jedoch keine Antwort. Sie fühlte, daß Sylvia allein zu sein wünschte und beschloß, nach Hause zu fahren.

Der alte Fritz wunderte sich nicht wenig, daß schon so früh das Anspannen befohlen wurde. Noch mehr aber wunderte er sich, daß seine junge Herrin heute so schweigsam war.

Auf der Landstraße holte der Ponywagen Walter bald ein, doch er beachtete das Gefährt gat nicht. Gesenkten Hauptes schritt et dahin, ohne nach rechts oder links zu blicken.--

Sylvia hatte inzwischen das Wohnzimmer auf gesucht; ihr Verlobter empfing sie mit fin­sterem Gesicht..

Du wußtest doch vermutlich, daß ich heute kommen würde, und dennoch gingst Du fort," sagte er vorwurfsvoll.Ich dächte, Du müßtest Dich wenigstens entschuldigen oder rechtfertigen. Dergleichen darf ich mir nicht bieten lassen, wenn ich nicht zum Hanswurst werden will. So sprich doch wenigstens ein Wort! Sylvia, hörst Du nicht?"

Soll ich Dich um Verzeihung bitten?" Han­es endlich trotzig zurück.

Sylvia, nicht in diesem Ton," bat et.D* weißt, daß ein gutes Wort von Dir alles übet mich vermag, denn ich habe Dich viel zu lieb, um Dir lange zürnen zu können. Aber Du sollst auch nicht denken, daß Du Dir alles erlauben darfst, ich bin doch ein Mann und Du--*

Und ich ach ich bin ja nut ein atme«. Mädchen, das froh fein muß, wenn Du esz« Deinem Weibe machen willst!" unterbrach sie iw, mit Höhnischem Auslachen.!

(Fortsetzung folgt);

Die JnsettionSgebühr beträgt für die 7gespaltene Zeile ober deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. jo Druck und Verlag: Ioh. Aug. Koch, Universitätsbuchdruckerei Inhaber Dr. C. Hitzeroth, Marburg, Marit 21. Telephon 55.

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Ifä Ql Kirchh ainund Wetter sowie bei unserer Expedition Markt 21. lnAO

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