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mit dem KreisbLatt für Vie Kreise Marburg und Kirchhain

im» de« Keil«gen:Mer-rischer Anzeiger«,z<m»«irtsch«Mche Keil«,«« nnbIllnftrierte» S-nnlngedlntt«.

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Marburg

Dienstag 14. April 1908.

Die Jnsertionsgebühr beträgt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 80 Pfennig. Druck und Berlaq: Joh. Aug. Koch, UniversttätSbuchdruckerei Inhaber Dr. C. Hitzeroth, Marburg, Markt 21. Telephon 55

43. Jahrg,

& Deutsches Reich.

Str Aufenthalt des Kaisers auf Korfu. Ach'leion-Korfu, 11. April. Das Wetter ist heute schön. Der Kaiser begab sich vormittags 10 Uhr SO Min. im Automobil nach Korfu und machte einen Besuch auf den dort ankernden griechischen und den beiden englischen Kriegsschiffen. Der Kaiser richtete gestern nach dem Frühstück auf derHohenzollern" ein sehr herzliches Tele­gramm an die Königin von Griechenland, die heute nach Rußland abreist, in dem er von dem herzlichen Empfang spricht und sein Bedauern ausdrückt, daß er die Königin diesmal nicht sehen könne und ihr glückliche Reise wünschen. Die Kaiserin machte mit der Prinzessin Viktoria Luise einen Spaziergang durch das Dorf Eusturi. Nach der Mittagstafel hielten sich die Majestäten auf den Terrassen des Schlosses auf, von wo sie eine wundervolle Aussicht über die Insel und das Meer genossen. Nachmittags um 5 Uhr be­gaben sich beide Majestäten und Prinz August Wilhelm in Automobilen nach der Stadt Korfu zu einem Besuch im dortigen königlichen Schlosse. Achileion, 12. April. Zur gestrigen Abend­tafel war noch der griechische Kapitän z. S. Sach- turis geladen. Heute früh traf Prinz Oskar mit seinem militärischen Begleiter Major Graf Soden ein; er wurde vom Prinzen August Wil­helm im Automobil aus Korfu abgeholt. Um 10 Uhr fand Gottesdienst in der Kapelle statt, welche Kaiserin Elisabeth eingerichtet hat. Zur Mittagstafel war Militäroberpfarrer Eoens ge­laden, der den Gottesdienst abgehalten hatte. Der Geheime Legationsrat v. Rekowski ist zum Königlichen Kammerherrn ernannt worden. Am Bormittag regnete es. Um 4 Uhr nachmit­tags empfingen die Majestäten im Achileion den Besuch des Königs, des Kronprinzen und der Kronprinzessin von Griechenland. Sie unter- yahmen später einen Spaziergang. Athen, 11. April. In der Deputiertenkammer entbot der Präsident dem deutschen Kaiser anläßlich seiner Ankunft in Korfu unter dem Beifall der Abge­ordneten einen herzlichen Willkommensgruß.

Kürst Bülows Reife. DerNordd. Allg. Ztg." zufolge benutzte Fürst Bülow die einstün- dige Frist seines Aufenthaltes in München dazu, vm mit dem bayrischen Ministerpräsidenten einen Spaziergang durch die Stadt zu machen. Nach herzlicher Verabschiedung setzte Bülow die Reise fort. Der Reichskanzler und die Fürstin Bülow, begleitet von dem Gesandten v. Flotow, trafen gestern in Rom ein. Am Bahnhof waren zur Begrüßung erschienen Generalsekretär des Ministeriums des Aeußeren Bollati, das Per­sonal der deutschen Botschaft und der preußischen Gesandtschaft u. a. Fürst Bülow besichtigte die Villa Malta und machte um 7 Uhr dem Minister Tittoni einen Besuch, den dieser mor­gen int Palazze Caffarelli erwidert. Heute

15 «Nachdruck verboten.)

Die Freundinnen.

Originalroman von Irene v. Hellmuth.

(Fortsetzung.)

SBie ich mich freue," sagte Kathrine wieder, ,Haß ich Sie auch mal zu sehen bekommen habe; Lilly hat mir schon so viel von Ihnen erzählt."

Maja saß neben dem Lager; sie hielt des Kindes Hand in der ihren. Und während drau­ßen ein heftiger Regenguß herniederprasselte, der Herbststurm heulend durch den Wald fuhr und die gelben Blätter von den Zweigen riß, erzählte Maja der kleinen Patientin alle Mär­chen, die sie noch von ihrer Kinderzeit her kannte. Lilly lag ganz still in den weißen Kissen. Auch Herr v. Brandt rührte sich nicht. Er satz dem jungen Mädchen gegenüber. Seine Augen hingen unverwandt an dem rosig ange­hauchten Gesichte der eifrigen Erzählerin. Er schien sich gar nichts anderes zu wünschen, als nur immer so sitzen und sie ansehen zu dürfen.

Die alte Kathrine hatte rasch eine Kanne duftenden Tees bereitet. Sie deckte den Tisch und stellte Brot, Butter, Schinken und alles nötige zurecht. Herr v. Brandt bat seinen Gast, zuzulangen. Maja ließ sich nicht lange nötigen, sie hatte in der Tat Hunger bekommen. Sie machte für den Hausherrn appetitliche Brötchen zurecht und versorgte das Kind, kurzum, sie waltete am Teetisch wie ein rechtes Hausmüt­terchen und kam sich ungemein wichtig dabei vor.

Ah, so gut hat es mir lange nicht ge­schmeckt," versicherte Herr v. Brandt mehrmals.

Die Dämmerung brach an. Maja hatte ganz vergessen, daß es längst Zeit war für die Heimfahrt. So lange durfte sie nicht ausblei­ben, wollte sie den Vater nicht ernstlich böse machen.

abend findet bei Donna Laura Minghotti ein Familiendiner statt, an dem Fürst und Fürstin Bülow teilnahmen. Heute vormittag um 11 Uhr wird Fürst Bülow eine Audienz beim Kö­nig haben. Morgen abend findet ein Diner bei dem Minister Tittoni zu Ehren Bülows statt, am Dienstag abend ein Diner im Quirinal.

Fürst Bülows angebliche Taktlosigkeit. DieNordd. Allg. Ztg." schreibt: Bei dem vom Reichskanzler Fürsten v. Bülow veranstalteten Diner waren die Herren zum Teil mit ihren Damen, zum anderen Teil, unter ihnen auch bürgerliche Parlamentarier, ohne ihre Damen geladen. Ueber diesen Unterschied werden in einem Berliner Blatte Kombinationen ange­stellt, als wende der Reichskanzler bei der Ein­ladung der adeligen und bürgerlichen Abgeord­neten verschiedene Maßstäbe gesellschaftlich.>r Schätzung an. In Wirklichkeit liegt die Sache so, daß mit ihren Frauen diejenigen Herren ein­geladen waren, die auch für die Frauen ihre Karten abgegeben hatten. Daß es gerade dem Fürsten Bülow fernliegt, gesellschaftliche Unter« fdjiebe zwischen adelig und bürgerlich zu machen, ist so allgemein bekannt, daß er vor der Unter­stellung des Gegenteils in der Presse sicher sein sollte. Alle Dementis werden allerdings das Auftauchen und Verbreiten solcherNachrichten" nicht hindern, die, wenn sie auch das Zeichen der Unmöglichkeit auf der Stirn tragen, sich doch politisch ausbeuten lassen.

Huldigung der deutschen Bundesfürsten vor Kaiser Franz Josef. Wie die Korrespondenz Wilhelm meldet, kann nunmehr die Huldigung der deutschen Bundesfürsten, an deren Spitze Kaiser Wilhelm stehen wird, als feststehende Tatsache betrachtet werden. Wie weiter mitge- teilt wird, werden außer dem deutsche:: Kaiser zu der Huldigung noch 14 bis 16 regierende deutsche Fürsten in Wien anwesend sein, um dem Monarchen am 7. Mai ihren Glückwunsch ge­meinsam und persönlich darzubringen. Die deutschen Fürsten treffen in der Mehrzahl schon am 6. Mai im Laufe des Abends in Wien ein. Ein Teil ttufft erst am 7. früh ein. Alle Sou­veräne werden in der Hofburg ihr Absteigequar­tier nehmen. Nur der deutsche Kaiser und die Kaiserin, die am 7. Mai früh auf der Rückreise von Korfu über Triest in Wien eintreffen und auf der Station Penzing aussteigen, werden in Schönbrunn wohnen. Sie werden jene Aparte- ments beziehen, die Kaiser Wilhelm I. im Ok­tober 1873 innehatte, als er anläßlich der Welt­ausstellung in Wien weilte. Alle deutschen Bundesfürsten werden auf dem Bahnhof offiziell empfangen und sich mittags am 7. Mai im Schönbrunner Schlosse mit Kaiser Wilhelm zur Huldigung von Kaiser Franz Josef vereinigen. An diesem Abend wird ein Galadiner bei dem Kaiser statffinden. Hieran werden das deutsche Kaiserpaar, die regierenden deutschen

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Nun muß ich aber eilen, nach Hause zu kommen," rief sie erschrocken. Lilly, die bisher ganz still gelegen, brach in Tränen aus.

Du solltest immer bei uns bleiben, Tante Majal" klagte sie.

Aber Lilly, wie unbescheiden Du bist, rief Herr v. Brandt.Das verstehst Du nicht, Kind! Fräulein Maja ist an andere Umgebung ge­wöhnt. Sie würde sich bei uns sehr bald lang­weilen. Wie dürften wir hoffen, daß es ihr hier gefallen könnte! Hier in diesen ärmlichen Verhältnissen! Was hätten wir der verwöhn­ten Tochter eines so reichen Mannes zu bieten!"

Er sprach das Letztere mehr zu sich selbst als zu der Kleinen, die natürlich den Sinn seiner Worte gar nicht verstand. Seine Augen blickten wieder finster und um seinen Mund lagerte sich ein herber, bitterer Zug. Die vorige Heiterkeit war plötzlich verschwunden und in seine Stirn grub sich eine tiefe Falte.

Und wenn ich Ihnen nun die Versicherung gebe, daß es mir hier sehr gut gefallen hat, wird dann die finstere Wolke wieder verschwin­den, die auf Ihrer Stirn lagert?" lächelte Maja. Wissen Sie, daß Ihnen ein heiteres Gesicht viel besser steht, als die Leichenbittermiene, die Sie immer zur Schau tragen? Die kleidet Sie gar nicht und ein mürrisches Gesicht mag ich nicht leiden! Ich habe nur fröhliche Menschen gern!"

Sie sind eine Zauberin!" murmelte er und feine Züge erhellten sich wieder.

Als Maja gegangen war, kam es ihm vor, als sei es plötzlich finstere Nacht um ihn her ge­worden. Mit raschen Schritten eilte die junge Dame nach dem Herrenhause, wo Fritz schon voll Ungeduld auf sie wartete. Auch Sylvia war höchst verwundert über das lange Ausbleiben bei Freundin. . _

Fürsten und die Mitglieder des Kaiserhauses teilnehmen. Die Abreise der Gäste erfolgt am 7. Mai abends.

Bon den preußischen Ressort-Ministern, die beim Beginn der eben abgelaufenen zwan­zigsten Legislaturperiode im Amt waren, be­findet sich an deren Ende nur noch einer: der Finanzminister Freiherr von Rheinbaben, auf seinem Posten. Alle übrigen 6 Ressortmini­sterien, die des Innern, des Kultus, der Justiz, der öffentlichen Arbeiten, für Handel und Ge­werbe und der Landwirtschaft, haben im Laufe der Legislaturperiode den Chef gewechselt.

Einweihung der Hohkönigsburg. Die Einzelheiten des Programms für die Feier der Einweihung der Hohkönigsburg sind nunmehr festgesetzt. Der Mittelpunkt der Feier, nämlich die Enthüllung des großen Wappens Sr. Maj. des Kaisers am Haupt-Torbau, wird umrahmt von einer historischen Kostümdarstellung, die die Uebergabe der Burg an die Sikkinger im Jahre 1533 zum Gegenstände hat. Die Schlüssel der Burg werden dem Kaiser von dem Staats­sekretär des Innern, Staatsminister Dr. von Bethmann-Hollweg, mit einer Ansprache über­reicht.

Die maritime Befichtigungsreise der Bud­get-Kommission des Deutschen Reichstages wird derMil.-pol. Korrespondenz" zufolge am 11. oder 12. Juni beginnen und acht Tage dauern. Die Abgeordneten sind Gäste des Reichsmarine­amts. Die gemeinsame Abreise von Berlin er­folgt in besonderen Salonwagen. Die erste Sta­tion ist Danzig, wo die Werftanlagen angesehen werden. Wohnung nehmen die Budgetkommis- stonsmitglieder dort an Bord des Norddeutschen LloyddampfersDerfflinger", der für die ganze Zeit der Ost- und Nordseefahrt ermietet ist. Von Danzig geht die Reise nach Kiel, durch den Kaiser Wilhelm-Kanal nach Cuxhaven. dann nach Holland und endet in Wilhelmshaven. Später wird die Budgetkommission einer Ein­ladung des Kriegsministerium nach Metz folgen, um sich dort von dem Fortgang der neuen Be­festigungsanlage zu überzeugen, für die der Reichstag viele Millionen Mark bewilligt hat. Der Gedanke dieser Landbestchtigungsreise ist von dem Eeneralinspekteur der Festungen, Ge­neral der Infanterie von Beseler, ausgegangen.

Die Landtagswahlen. Eine ministerielle Verfügung stellt es in das Belieben der einzel­nen Ortsbehörden, bei Aufstellung der Wähler­listen für die bevorstehende Wahl zum Abgeord­netenhause entweder die Steuersätze für das ver­flossene oder das laufende Jahr in Ansatz zu bringen, jedoch müssen die einzelnen Steuergat­tungen ein und demselben Jahre angehören.

Vom Flottenverein. Berlin, 12. April. In der heutigen Sitzung des Eesamtvorstandes des Deutschen Flottenvereins wurde nachstehende Resolution widerspruchslos angenommen: Ee-

Lilly wollte mich durchaus i'.icht fortlassen," entschuldigte sich diese.

Es war schon längst angespannt und noch immer konnten die jungen Mädchen mit Plau­dern kein Ende finden.

Maja warf mehr als einmal verwunderte, forschende Blicke auf die heute ungewöhnlich lebhafte Sylvia. Was mochte ihr nur begegnet fein, daß sie so heiter aussah, daß ihre Augen leuchteten wie nie zuvor? Maja vermochte sich das nicht zu erklären.

Na, heute werden wir aber Schelte kriegen vom Herrn Papa," meinte Fritz, und ließ die Peitsche üf*er den Rücken der Pferde tanzen.

Die jungen Tiere griffen tüchtig aus und in rasendem Galopp flog der Wagen dahin.

Zwei Tage lang harte es in Strömen ge­regnet. Auch am dritten Tage wollte sich das Wetter nicht aufhellen, aber Maja ließ sich nun nicht länger mehr halten. Obwohl die Land­straße vollständig aufgeweicht war, fuhr sie am frühen Nachmittag nach Neunlinden. Sie war kaum vom Wagen gesprungen als ihr Sylvia fdjon entgegeneilte.

Gott sei Dank, daß Du da bist," rief sie der Freundin entgegen.

Maja zog sie mit sich fort.

Ich habe Dir eine wichtige Neuigkeit mitzu­teilen," begann Maja sogleich.Ich konnte kaum die Zeit erwarten, bis ich hier war. Ich habe nämlich herausgebracht, wer und was unser Herr Zipfel ist!" Sylvias Augen hingen mit ge­spanntem Interesse an dem Gesichte Majas.

Nun, so sprich doch!" klang es ungeduldig.

Es ist der bekannte berühmte Tenorist Walter, von dem die Zeitungen spaltenlange Berichte bringen voll Lobeserhebungen Über den Wunderbare» Wohllaut feiner herrlichen

mäß § 2 feiner Satzungen ist der Deutsche Flot­tenverein ein Verein, der zwecks Schaffung ein« starken Flotte vaterländische Aufgaben zu ttt« folgen hat und über den Parteien und Konfes­sionen steht. Nachdem die drei anwesenden Mit­glieder des alten Präsidiums die Erklärung ab­gegeben haben, daß sie unter den jetzigen Ver­hältnissen eine Wiederwahl nicht annehmen könnten, wurde ein Antrag der thüringischen Landesverbände auf Wiederwahl des alten Prä­sidiums abgelehnt und eine Kommission zur Vorbereitung der Wahl eines neuen Präsidenten gewählt. Der geschäftsführende Ausschuß, (gez.) Busley. Ravenä.

Schiffstaufe. Kiel. 11. April. In An­wesenheit des Prinzen Heinrich und des Ver­treters des Staatssekretärs des Reichsmarine­amts, der Admiralität, der Vertreter der Pro­vinzial- und der städtischen Behörden sowie zahl­reicher geladenen Gäste erfolgte heute vormittag um 11 Uhr auf der hiesigen Kaiserwerft der Stapellauf des Panzerkreuzers E. General der Infanterie Frhr. v. d. Goltz hielt die Taufrede, worauf Frau Gräfin Blücher von Wahlstatt auf den NamenBlücher" taufte.

Frauen in einem nationalliberalen Ver­eine. Wie dieKöln. Ztg." mitteilt, hat der nationalliberale Verein in Heidelberg beschlos­sen, Frauen in den Verein aufzunehmen.

Aus Deutschoftafrika. Der frühere Ober­richter von Deutsch-Ostafrika, der jetzige Konsul Viktor Eschke, wurde von der Disziplinarkammer in Potsdam wegen Dienstvergehen zur Dienst­entlassung verurteilt. Eschke war beschuldigt, in mehreren Berichten beleidigende Aeußerungen gegen das Auswärtige Amt gebraucht und ferner durch Versendung einer Druckschrift über die früher von ihm geführten Prozesse die Absicht gehabt zu haben, unter den Berufskonsuln, die diese Schrift erhielten, Mißstimmung zu erregen. Schließlich soll Eschke sich einem Verbot des Aus­wärtigen Amts widersetzt haben.

Rus Deutsch-Südwestafrika. Nach ein« telegraphischen Meldung des Kommandos der Schutztruppe für Südwestafrika ist der Gefreit« Eiesecke infolge Schädelbruchs durch einen Un­fall am 25. März in Zeßfontein gestorben.

Ausland.

** Das Vorgehen gegen die französischen Armeelieferanten. Der Skandal der Lieferungen von verdorbenen Fleischwaren an die Arme« nimmt von Tag zu Tag größeren Umfang an. Das Kriegsministerium hat am Freitag gegen neun Lieferanten, die den verschiedensten Teilen der Provinz angehören, neue Anklagen erhoben, so daß deren Zahl schon gegen fünfzehn beträgt. Das Pariser chemische Laboratorium für Nah­rungsmitteluntersuchungen ist überhäuft mit Proben, die das Kriegsministerium in allen i ; - s -- - ... ===a

Stimme. Einengottbegnadeten Sänger" nen­nen sie ihn; da, ich habe Dein Interesse vor- aussetzend einige Kritiken mitgebracht. kannst selbst lesen, was die Tageblätter über ihn berichten. Unser Intendant schätzt sich glück­lich, den seltenen Vogel für unsere Bübne ge­wonnen zu haben, leider freilich nur für eine Spielzeit. Denn vom nächsten Jahre ab ist er an das Hoftheater verpflichtet, dessen Leiter es natürlich eilig hatte, sich das kostbare Exemplar zu sichern. Er soll do-t monatlich dreitausend Mark Gage bekommen."

Sylvia hatte schweigend, doch mit großem In­teresse zugehört.

Aber wie hast Du denn das erfahren?" fragte sie endlich leise.

Sehr einfach! Papa hat doch für diesen Winter eine Loge gemietet, damit ich das The­ater besuchen kann, so oft ich will. Na, gestern abend wurde die erste große Oper Wagners Tannhäuser" gegeben. Als der Vorhang sich hebt, wen seh' ich da neben der Frau Venus? Unseren Herrn Zipfel! Ich mußte mich ge­waltig zusammennehmen, und icki steckte in der Verwirrung mein Taschentuch in den Mund, sonst hätte ich höchst wahrscheinlich einen Heinen Schrei ausgestoßen. Aber als er dann, der Herr Zipfel, zu singen anfing, ich habe in meinem Leben noch niemals so fingen hören? Der Bei­fallssturm wollte denn auch gar kein Ende neh­men. Einen solchen Applaus hat man in un­serem Theater noch niemals gehört. Er steigerte sich von Akt zu Att, und am Schluß wurde Wal­ter stürmisch gerufen. Wenn er das nächste Mal fingt, dann gehst Du mit, nicht wahr, Sylvia? Ich hole Dich mit meinem Wagen ab Du kannst j» bei uns über Nacht bleiben und am ander«» Morgen fahre ich Dich wieder heraus. G» wir» ganz herrlich werden!" ..... 1

r (Fortsetzung folgt),