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Marburg

43. Jahrg.

April 1908.

Freitag 10.

Zweites Blatt

«Nachdruck oerbottn.i

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lin erheblich benachteiligt wenn auch augen­blicklich nicht. Minister v. Moltke erklärte: Für die Staatsregierung sei es nicht erwünscht, sich in dauernden Prozessen mit der Reichshauptstadt zu befinden, deshalb sei die Summe pauschaliert worden Oberbürgermeister Bender-Breslau wünschte es gesetzlich festgelegt zu sehen, was aus den Beamten der zu verstaatlichenden Polrzei- verwaltungen werden solle und daß die Pen­sionsverhältnisse dieser Beamten geordnet wur­den. Nach Verabschiedung des Polizeikostenge­setzes sollte noch die Denkschrift über die Beför­derung deutscher Ansiedelungen in Westpreutzen und Posen besprochen werden. Der Landtag soll am 9. April geschlossen werden.

Budapest, 8. April. In der großen Gemeind« Forro (Komitat Abouj-Torna) brach heute v« Morgengrauen Feuer aus, das im Sturmwind rasch um sich griff und 36 Wohnhäuser mit « Nebengebäuden einäscherte.

Paris, 8. April. In dem Dorfe Mattier bet Poitiers stürzte das Dach einer Scheune etn, in welcher eine große Anzahl von Personen zu einer Hochzeitsfeier versammelt waren. Zwei Gäste wurden getötet und mehrere andere schwer verletzt.

lassen mustte. habe durch den Gebrauch die­ses Präparates einen vorzüg- licben Appetit bekommen, so­wie eine ent- sckiedene He­bung meiner Kräfte verspürt Daher werde

So und darf man die lustige Geschichte nicht auch erfahren? Ich könnte ein wenig | Aufheiterung ganz gut gebrauchen."

Maja wechselte einen raschen Buck mit der Freundin, dann lachte sie übermütig:Ich weiß zwar nicht, ob es Sie interessiert, aber erzählen will ich es gerne; denn es ist wirklich komisch: Als wir nämlich voriges Jahr mit unserer Penstonsvorsteherin den gewöhnlichen Sommer- ausflng machten, da neckten uns die anderen immerfort mit einem gewissen Herrn, der zu bestimmten Stunden täglich an der Schule vor- überging. Da wir, Sylvia und ich, unsere Platze am Fenster hatten, so konnte es uns natürlich nicht entgehen, und die anderen behaupteten mit aller Bestimmtheit, daß er seine schmachtenden Blicke gerade immer nach unserem Fenster richte. Das konnte also nur einer von uns gelten nur wußte man nicht, welcher. Die übermütige Mad- chenschaar hörte nicht auf, von dem Herrn, dessen Name keine kannte, zu erzählen. Insge­heim schwärmten sie alle für ihn. Sie wußten bereits, daß erhimmelblaue" Augen und blonde Locken besaß. Auf dem besagten Ausflug trieben es unsere Mitschülerinnen am buntesten. Als uns endlich die Sache zu arg wurde, da son­derten wir uns von den übrigen ab und blieben weit hinter diesen zurück. Plötzlich trat ein junger Mann aus dem Walde hervor unser Unbekannter. Er hielt sich zuerst in angemesse­ner Entfernung, dann aber schritt er höflich grüßend auf uns zu und fragte nach dem Wege. Mr waren jedoch selbst nicht bekannt in der Gegend und konnten keine Auskunft geben; allein der Fremde blieb dicht an unserer Seite. Wir zitterten heimlich, daß eine unserer Mit­schülerinnen das kleine, an sich harmlose Aben­teuer entdecken könnte. Wir hatten ja keine ruhige Stunde mehr gehabt. Wir verlangsam­ten also unsere Schritte, um die anderen recht weit vorauszulassen. Nach und nach vergaßen | wir unsere Besorgnis; denn der Unbekannte

31 Monatsbeiträge der acht Wahlkreise, 38190 31 für Mitgliederbeitragsmarken ä 5 Pf. Die Ausgaben setzen sich aus folgenden Posten zu­sammen: An den Parteivorstand 168 229,60 31, Agitationskommission 58 961,85 «Al, Preßkom­mission 444,82 «Al, Lokalkommission 350 «Al, an die Stadt- und Eemeindeverordneten 4552,07 «Al, Drucksachen 29 824,02 31, Agitation für Groß- Berlin 14 402 31, Auslagen für die Kreise 5733,57 3i; Verwaltung 7096,31 «Al, gemischte Unkosten 1270,51 «Al. Durch einen Vergleich der finanziellen Leistungen bej einzelnen Wahlvereine mit denen des Vorjahres wies, wie derVorwärts" mit­teilt der Redner nach, daß die Leistungsfähigkeit gestiegen sei. Dieses Steigen der Leistungsfähig­keit der Vereine dürfte ein Spiegel der Steige­rung der Leistungsfähigkeit ihrer Mitglieder fein. Denn, daß diese recht leistungsfähig fern müssen, zeigt die Mitteilung, daß der Verband am 31. Dezember 1906 46 968, am 31. Dezember 1907 schon 82 427 Mitglieder hatte, also wohl im Durchschnitt rund 73 000. Allein an diesem einen Wahlverband lieferte also durchschnittlich jedes Mitglied über 3 31 ab. In dem Bericht wrrd ausgeführt, daß man wünsche und hoffe, daß im

I bevorstehenden Landtagswahlkampf das Prole­tariat mit aller Schärfe die Antwort auf die Ab­weisung der Wahlreform geben werde.

wußte so viel zu erzählen, daß wir aus dem Lachen nicht mehr herauskamen und die Zeit wie im Fluge verstrich. Doch dabei achtete nie­mand auf den Weg, und zu unserem Schrecken mußten wir bald entdecken, daß wir uns grum>- lich verlaufen hatten. Dem jungen Manne be­reitete das anscheinend großen Spaß, er wußte uns zu trösten und versicherte, er werd» uns unversehrt nach Hause bringen. Daß es wegen der Verspätung tüchtige Schelte geben wurde, wußten wir im Voraus, denn unsere Vorsteherin verstand keinen Spaß. Na, kurz und gut, wir kamen glücklich in der Pension an. Als die Stadt vor uns auftauchte, da fragte der ^remde: ,,-^ch möchte nun doch gar zu gerne wisien, mit wem ich die Ehre hatte und wem ich die ange­nehm verlebten Stunden verdanke, die ich nie vergesien werde!"

Dabei schaute er immer nur Sylvia an, Mich würdigte er kaum eines Blickes mehr. Das war mir zu viel. Er hätte sich doch eigentlich zuerst vorstellen sollen. Ich gab Sylvia heim­lich einen Wink, zu schweigen, knixte und gab, vor Lachen halb erstickt, Auskunft:Ich heiße Liese Hasenfratz und hier, meine Freundin, Fräulein Zierbalg!" Er verneigte sich, als hätte er das Ernsthafteste vernommen.Mein Name ist Zipfel Martin Zipfel," versicherte er, ohne eine Miene zu verziehen. Wir wußten ja, et sprach ebenfalls die Unwahrheit, aber was tat's? Er blieb von da der Herr Zipfel.

Maja machte hell auflachend eine kleine Pause, und Hugo, der sehr ernst zugehört hatte, fragte:

Und Sie haben den Herrn noch öfters ge­sehen?"

Allerdings," gab Maja zu,aber immer nur vom Fenster aus, denn wir waren ja be­wacht wie die Gefangenen."

Aber damit ist Ihre Geschichte doch nicht zu Ende?" forschte Hugo sichtlich erregt.

Jjlein, und das ist es eigentlich, weshalb

Die Freundinnen. Originalroman von Irene v. Hellmuth.

< Fortsetzung.)

Inzwischen hatte draußen eine lebhafte Be­grüßung stattgefunden. Das Lachen und Plau­dern drang bis herein in das stille Zimmer. Maja schien in sehr übermütiger Stimmung zu sein, und das mußte ansteckend auf die Freundin ] wirken. Lachen und Scherze flogen hin und her. Nrm in Arm traten die beiden Mädchen end­lich ins Zimmer und Hugo wunderte sich im stillen über das veränderte Aussehen seiner Braut Wie reizend ihr das heitere Lachen stand'' Er vermochte kaum den Blick abzuwen­den von dem lieblichen Mädchenpaar; denn auch Maja bot mit ihren Erübchenwangen und den prahlenden Augen einen herzerfreuenden An­blick. . .

O," rief sie überrascht, ,,Du hast nut Ja gar nichts von der Anwesenheit Demes Bräu­tigams gesagt! Ich habe Sie nun wohl m einer recht intereffanten Unterhaltung gestört.^ wandte sie sich mit schelmischem Lachen an Hugo, ihm die Hand reichend.Sie müssen schon ent­schuldigen, Herr von Trostberg, daß ich ,so plötz­lich hier herein geschneit bin! Wenn ich hatte ahnen können--

Ach bitte, mein gnädiges Fräulein," unter­brach Hugo die Rede Majas,eigentlich müßte ich Ihnen dankbar jein; denn Sie haben in un­glaublich kurzer Zeit fertig gebracht, was mir trotz aller Mühe nicht gelingen wollte, nämlich Sylvia heiter zu stimmen. Sie ist ja jetzt völlig verwandelt!" , ,, . ..

Es klang doch eine leise Bitterkeit aus feilten Worten, und Sylvia schien den Vorwurf auch zu fühlen; denn sie verteidigte sich lachend:

Maja weiß auch immer so drollige Sachen zu erzählen, das reißt mich stets mit fort.

reden und eS auch für mich und meine Kinder weiter gebrauchen.

Hochachtungs­voll Ändrie' en Plärrer Unter­schrift beglau­bigt. Frauk»

sutt^O ,^"n. September 1907. Ev. vsarramt von St Nicolai, Wodstarth. Bwson, das Belle und Billigste für Kmnke und Schwatze ist in Apotheken, Drogerien ufw. das Paket zu drei Alk. erhältlich, welch es für circa 14 Taue ausreicht._______j

Vergnügungs-Anzeiger

»»»»rtotr-Sntwurf bet Frankfurter Stadttheater.

Frankfurter Schauspielbaus.

Freitag, 10. April. 7 Uhr:Manövertage."

Samstag, 11. April, 7 Uhr:Meisterm."

Sonntag, 12. April, 3% Uhr:Doktor Klaus.

7 Uhr:Meisterin."

Montag, 13. April, 7 Uhr:Minna von Barn- Helm." _

Dienstag, 14. April, %7 Uhr:Faust. Frankfurter Opernhaus.

Freitag, 10. April, 6 Uhr:Die Walküre."

Samstag, 11. April, 7 Uhr:Der Freischütz

Sonntag, 12. April, M>4 Uhr:Dw lustige

Witwe." 7 Uhr:Violetta (La Tramata.) Montag, 13. April, 6 Uhr:Siegfried.

Dienstag, 14. April, 7 Uhr:Die Judin." Königliches Sbeater zu Castet.

Sonntag,. 12. April, 7 Uhr:Der EvangeN- Moiitag, 13. April, Ty? Uhr:Der Richter o« Diens?Ei4. April, 7V2 Uhr: »Der Freischütz/' Mittwoch, 15. April, 7y? Uhr:Nathan der

Weise" _

Sonntag, 19. April, 6% Uhr:Die Walküre." Montag. 20. April, 6y2 Uhr:Faust.

Ans den Paramenten.

Preußischer Landtag. I

Abgeordnetenhaus. I

Im Abgeordnetenhause wurde am Mittwoch I her Gesetzentwurf, bett. Erweiterung des Stadl- I kteijes Kiel, erledigt. Es folgte die Beratung I des Antrages Camp, bett. Gewähtung ftetet I Fahrt für Wahlmänner bei den Landtags- I wählen. Die Vudgetkommission beantragte, den Antrag Eamp der Regierung zur Erwägung zu I überweisen, und zwar in der Fasiung, daß den I Wahlmännern freie Fahrt von ihrem Wohnort nach dem Wahlort und zurück, am Tage vor und nach der Wahl gewährt werden soll. Abg. Frhr. v. Gamp (freit.) ersuchte, den Antrag der Kom­mission zum Beschluß zu erheben. Außerdem bitte er den Antrag dahin zu erweitern, daß den Wahlmännern freie Fahrt auch am Wahltage gewährt und daß ihnen, wo die regelmäßigen Züge keine angemesiene Verbindung bieten, Ertrazüge gestellt werden. Abg. Frhr. v. Erffa sköns.) erklärte, das Amt eines Wahlmannes aber fei ein Ehrenamt, das ohne jegliche Ent­schädigung ausgeübt werden müsse. Der Antrag Eamp wurde angenommen. Die Beratung bet Denkschrift über bie Beförberung beutscher An­siedelungen in Westpreußen und Posen wurde fortgesetzt. Abg. v. Oldenburg (kons.) ersuchte die Regierung, mehr als bisher die deutschen Bauernsöhne bei der Ansiedelung zu beruckstch- ligen und mehr auf Ansetzung eines wirklich ge- «ianetenAnsiedlermaterials, als auf Besiedelung großer Flächen zu sehen. Das Haftpflichtgesetz wurde von bet Tagesoidnung abgesetzt, da es «egen bes am morgigen Tage bevorstehenben Schlusses bes Landtages in dieser Session doch nicht mehr erledigt werden kann. Der Antrag Dr. v. Woyna (freit.) betreffend die Errichtung einer Versuchsstation zur Erforschung der indu­striellen Verwertung der preußischen Moore, in Angliederung an die technische Hochschule in Hannover, wurde angenommen. Schluß 3 Uhr.

Herrenhaus.

Am Ministertisch: Dr. Delbrück. Das Quellen- schntzgesetz wurde angenommen. Es folgte die Beratung des Polizeitostengesetzes. Die Sp-zial- beratung setzte beim § 2 ein, der von den un­mittelbaren Kosten der örtlichen Polizeiver­waltung handelt. Von diesen Kosten sollen für Berlin 5 Prozent, als nicht auf der Polizeiver­waltung beruhend, abgesetzt werden. Ober­bürgermeister Kirschner-Berlin bat um Ab­lehnung bes Paragraphen, soweit er bte Stadt Berlin betrifft. Wenn die Berechnungen der Regierung richtig sind, so soll mit der Streichung ein Gescheut weg, auf das Berlin gern verzichte. Durch diese Bestimmung, die Berlin außerhalb des gemeinen Rechts stelle, werde die Stadt Ber-

Veranlwortlich für die Redaktion:

Dr. phil. Carl Hitzeroth in Marburg.

wir so lachen mußten," erzählte Maja weiter. Als ich heute mit meinen Ponys bte Straße dahinfuhr, denken Sie, wen ich da treffe Un­seren Herrn Zipfel. Er hat mich auch sofort wie­der erkannt und tief mir lustig zu:Ah guten Tag, Fräulein Hasenfratz, wie geht, Ihrer Freundm, dem Fräulein Zierbalg F Sehr gut, Herr Zipfel," gab ich lachend zuruck, 'ich fahre eben zu ihr."Bitte, bestellen St« meine untertänigsten Grüße!" rief er unebet. Als mein alter guter Fritz hätte, welchen Na­men Herr Zipfel mir beilegte, glaubte er natur, lich an eine Beleidigung, sprang so schnell e, konnte vom Wagen herab und pflanzte sich dicht vor dem erstaunten Herrn auf.Wie sagten Sie, daß das Fräulein heißt?" schrie et ihn erbost an.Na, wie anders als graulen Hafen- ftatz!" gab jener mit einer Grimasse zurück.

Ich bitte mir mehr Respekt aus!" schrie Fritz wütend.Ich bulde es nicht, baß man mein Fräulein beleidigt! Das ist Fräulein Remau, die Tochter des berühmten Fabrikaten Rei- nau daß Sie es nur wissen! Merken Sie sich das! Und die Freundin ist Fräulein v. Schmett- witz auf Neunlinden!" Spruchs und kletterte befriedigt wieder auf feinen Sitz. Das hatten Sie sehen sollen. Erzählen läßt sich bas gar nicht so. Es war zu komisch."

Maja schüttelte sich förmlich vor Lachen, auch Sylvia stimmte mit ein. Nur Hugo von Trost­berg schaute ziemlich bebrückt batetn. .

Meine kleine Geschichte finbet anscheinend nicht Ihren Beifall?" fragte Maja.

H>'"o schüttelte verbrossen ben Kopf und mui -te etwas wieBackfischstreiche". Er konnte auch seinen Mißmut kaum verberge« und die Unterhaltung wollte trotz Maja, sprühender Laune nicht wieder in Fluß kommen. Sylvia war sehr wortkarg und st'.ll geworden. Sie atmete erst wieder erleichtert auf, als ihr Verlobter sich bald darauf empfahl.

(Fortsetzung folgt.)

Man abonniert auf di« täglich erscheinendeOberhessisch« _ , .... Zeitung" bei allen Postämtern und unfern Zeitungsstellen m

$0 86 Kirchhain und Wetter sowiebei unserer«Ed,twn-Markt2

~ - Der Bezugspreis beträgt durch bte ^oft 2,2o JUtt. tonne

Bestellgeld), bei unfern Zeitungsstellen und der Expedition - Mk.

Deutsches Reich.

Aus Württemberg. Stuttgart, 8. April. Der Eroßherzoglich badische außerordentliche und bevollmächtigte Minister am Kgl. württem- bergischen Hofe, Wirkl. Geh. Rat Frhr. von und zu Bodman, ist infolge seiner Versetzung in den Ruhestand von seinem hiesigen Posten abbe­rufen worden. Aus diesem Anlaß hat ihm der König das Eroßkreuz des Ordens der Württem- bergischen Krone verliehen.

Vom Schandsäulenprozeß. Das Reichs­gericht verwarf heute die Revision des Redak­teurs Hans Marckwald von derKönigsberger Volkszeitung" der wegen Majestätsbeleidigung und wegen Beleidigung des Memler Denkmal­komitees (Schandsäulenartikel) am 4. Januar zu 1 Jahr 3 Monaten Gefängnis verurteilt wor­den war. _ , .

Zugmeldeverfahren. Aus Anlaß eines infolge unrichtiger telegraphischer Meldung her­vorgerufenen Zusammenstoßes einer Lokomotive mit einem Güterzug bat der Minister der öffent­lichen Arbeiten die Eisenbahndirektionen aufge­fordert, darauf hinzuweisen, daß beim Zug- meldeverfabren nur der in den Fahrdienstvor­schriften vorgeschriebene Wortlaut der telegra­phischen Meldungen angewendtt werden darf und daß die Annahme eines Zuges, der nicht in der vorgeschriebenen Form angeboten wird oder dessen Fahrt ein Hindernis entgegensteht, unter allen Umständen mit den Worten:Nein war­ten" zu verweigern ist. Erst nachdem die Zug- abfahrstation hierauf das Quittungszeichen ge­geben, hat die Ankunftsstation, soweit erforder­lich, Aufklärung zu geben, aus welchem Grunde sie die Annahme verweigert. ,

Bon bet antikapitalistischen Partei. Wie gut bie Sozialdemokratie es versteht, ihre An­hänger opferwillig zu machen und Geld für den I Wahlkampf zusammenzubringen, zeigt der letzte Kassenbericht des Verbandes sozialdemokratischer Wahlvereine für Groß-Berlin. Danach betrug in der Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 1907 die Eesamteinnahme 324 386,82 «Al, die Gesamt­ausgabe 290 864,75 31, bleibt ein Bestand von 33 522,07 31. Unter den Einnahmen sind 198 950

Frankfurt a O, 3. Juli 1907 Den ganzen Winter über war ich fet». nervös und blutarm, waatz ich mich für die Dauer von drei Monaten beurlauben Ich versuchte es nun mit Bitton und fehlend von dem Biofon

TL1X.71Z.Z

HchkN-Nassau und Nachbargebieke.

Gießen, 8. April. In gut unterrichteten Krei­sen verlautet bestimmt, daß der Kaiser wiederum im Mai hierher kommen und sein Regiment be­sichtigen wird.

Westerburg, 8. April. Ueber einen Schinder- hannesstreich btt bet Musterung wirb berichtet: Ein schönes Stückchen passierte auf der letzten Musterung. In einer hiesigen Wirtschaft erschien einZiehunqsbursche", ließ sich Feuer anzünden, Wasser aufstellen unb fing an, Eier abzukochen, bie er nachher mit gesunbem Appetit verzehrte. Man fragt sich erstaunt:Wo hat bet junge Mann bie Eiet her?" Als Frau Wirtin nach­her zum Küchenschtank kommt, finbet sie, baß sie ihre eigenen Eiet gekocht hat.

Elberfeld, 8. April. In bet gestrigen Stabt= Verordnetensitzung wurde die Vorlage derSchank- konzessionssteüer mit allen gegen acht Stimmen abgelehnt. Die fiter bestehenden Ptivat-Pra- parandenanstalten sollen versuchsweise auf etn Jahr durch die Stadt übernommen werden.

Unpolitische Taqesnachrichk

Berlin, 8. April. Der Polizeipräsident setzte eine Belohnung von 3000 31 aus für von Privatpersonen gemachte Angaben, die zur Er­mittelung der Persönlichkeit der heute verstückelt aufgefundenen Leiche und zur Ermittelung des Täters führen können.

Urteil

eines

Pfarrers