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öflt für die 7 «spalte« Zeile für Reklamen 30 Pfennig. —
43. Jahrg.
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schluß der Kleingewerbetreibenden von den Börsentermingeschäften angenommen, davon § 65 betr. Ausnahmebestimmungen für Getreide und Müllereierzeugnisse in namentlicher Abstim- mung mit 240 gegen 124 Stimmen. Die Artikel 3a, 4, 5 uni» 6 wurden debattelos genehmigt.
Die JnsertionSgebübr beträgt für die 7«fpalt«e gdle oder deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. — Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, NnwersttätSbuchdruckerei Inhaber Dr. C. Hitzeroth, MarbMg, Markt 21. — Telephon65.
ersinnen vermag, schaffte ich herbei. Und bann, — dann sagst Du mir auch, wann die Hochzeit sein soll, nicht? Ich habe versprochen, die stimmung darüber Dir allein zu überlassen und das werde ich halten, aber allzu lange darfst Du mich nicht warten lasten. Was soll uns auch die Verzögerung, wenn wir doch einmal zusarn- menqehören für das ganze Leben?"
Er zog feine Braut aufs neue an sich, und dabei entging ihm die tiefe Blaste, die sich über das schmale, junge Gesicht breitete.
Ein leises Beben ging durch die schlanke Gestalt B"n draußen vernahm man das Heran- rollen eines Wagens. Sylvia richtete sich lauschend auf; bann warf sie einen raschen Blick durch bas Fenster unb wie ein Aufatmen tonte der freudige Ruf von ihren Lippen: »Ach gjlaja! — Wie schön, daß sie kommt, trotz bes schlechten Wetters."
Damit war sie auch schon zur Ture hinaus, ohne sich mit einem Wort bei ihrem Verlobten zu entschuldigen.
In unbehaglichster Stimmung blieb dieser ^.Datz diese Maja auch gerade jetzt wieder kommen muß!" murmelte er ärgerlich, und laut sich an Sylvias Vater wendend, äußerte er unmutig: „Weißt Du, Papa, daß ich nachgerade an- fange eifersüchtig zu werden auf diese geliebte Freundin; Sie wird mir in jeder Weise vollzogen, sie wird mit Liebkosungen ubethaufti während ich um die kleinste Gunst betteln muß!
„Laß sie," wehrte der Angeredete lächelnd. „Die zwei Mädchen waren sich von jeher unzertrennlich. Man könnte fast sagen, sie kennen sich schon seit sie auf der Welt sind. Diese Freund, schäft ist älteren Datums als die Deine. Selbst als ich Sylvia einer Pension übergab, wollt« sie sich nicht trennen und Maja folgte schleunig
JTT- (Fortsetzung folgt.)
Aus den Parlamenten.
Deutscher Reichstag.
Am Bundesratstische Handelsminister Dr. Delbrück. .
Die zweite Lesung des Börsengesetzes beginnt tei Artikel 2 Absatz 1. Die Zulassung von Wertpapieren zum Börsenhandel erfolgt durch eine Kommission, von deren MitgliÄrern mindestens die Hälfte aus Personen bestehen muß, die nicht berufsmäßig am Börsenhandel mit Wertpapieren beteiligt sind. Artikel 2 wurde in der Kommissionsfassung angenommen.
Nach Artikel 3 wird das Börsenregister auf« gehoben, das Börsentermingeschäft in Getreide und Erzeugnisten der Getreidemüllerei verboten. Die Vörsentermingeschäfte in Anteilen von Bergwerks- und Fabrikunternehmungen sind nur mit der Genehmigung des Bundesrates zulässig. Das Gesetz sieht Ausnahmen vor.
Bitter (Ztr.) bedauert, daß das Börsenregister aufgehoben wird.
Rösicke (kons.): Diejenigen, die Getreide produzieren, verarbeiten und Handel damit treiben, müssen jedoch die Möglichkeit haben, Lieferungs- geschäfte abzuschließen, sonst würde der ganze Handel unmöglich sein. Was seine Partei verhindern wolle, sei die Einwirkung des Börsentermingeschäftes auf die allgemeine Preisbildung. Wenn man anstelle des Vörfenregisters etwas anderes setzen wolle, so wäre bas Handels- register das beste, denn hier erfolge nicht die Eintragung blindlings und ohne Grenze.
Kampf (fieif. 93p.): Mit diesem Gesetze falle das Vörsenterminregister. Weniger erfreulich feiert die Bestimmungen über die verbotenen Termingeschäfte in Getteide. Daß der Lieferungshandel in Getreide eine Notwendigkeit sei, könnten sämtliche landwirtschaftliche Genossenschaften bestätigen. Wenn seine Partei unter dem Zwange der Verhältnisse diese Bestimmungen hinnehme, so geschehe es in der Hoffnung, daß der Tag nicht fern sei, wo diese Fehler erkannt werden. (Beifall links).
Weber (natlib.): Das Börsentermingeschäft an sich habe mit dem Spiel, noch weniger mit den Differenzgeschäften an sich etwas zu tun. Seine Partei meine, daß der klein« Gewerbetreibende mit Spekulationsgeschäften an der Börse nichts zu tun haben soll. Dem Mittelstände helfe man am meisten, wenn man einen Diskont von 3 Bis 4 % sichere. Durch das Gesetz werde die Börse endlich unabhängig von den Börsen in London unb Paris. (Lebh. Beifall links.)
Frank-Mannheim (Soz.) konnte sich mit ben Arbeiten der Kommission nicht befriedigt erklären. Seine Partei sei besonders verwundert, daß man den Leuten unter 18 Jahren den Besuch der Börse nicht verbiete.
Herrenhaus.
Zur Beratung stand gestern anleihegesetz. , , . . . .
Eisenbahnminister Brettenbach bemerkte, daß man die Verwaltung mit der Ausstattung der Bahnen in den zurückliegenden Jahren zu knapp gchalten habe. Im Etatsjahre 1908 f?r ten von den 220 Millionen nur 170 verwendet, die gestrichenen 50 Million^, das Jahr 1909 vorgesehen werden. Auch in oen kommenden Jahren werde der Fahrpark weiter vermehrt werden müssen. Finanzminister Frhr. v. Rheinbaben bittet, an dem Grundsätze von 1902 nicht zu rütteln, daß nur die Kosten für Eisenbahn-Neubauten aus Anleihemitteln entnommen, die Ausgestaltung bestehender Bahnui dagegen aus etatsmäßigen Mitteln Beitritten werden, v. Hertzberg beschwerte sich nach Vor- bringung einiger lokaler Wünsche über dr« schlechte Behandlung der Raucher auf den Bahnen Der Entwurf auf Abänderung der Ge- neralkonzession für die von der evangelischen Landeskirche sich getrennt haltenden Lutheraner beantragte die Kommission anzunehmen. Nachdem auch der Kultusminister Dr. Holle der Kommissionsvorlage zugestimmt hatte, wurde sie angenommen. — Schluß 4i/> Ahr.
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Aus ben Kommissionen des Reichstags.
Die Kommission des Reichstages für di« Münznovelle nahm eine Resolution an, es sei daraus hinzuwirken, baß künftighin bei den Reichsmünzen den Anforderungen in tunst tert- scher Hinsicht mehr als bisher eine entsprechende Ausstattung gegeben werde, und daß zur Erlangung künstlerischer Entwürfe ein allgemeines Ausschreiben zu erlassen sei. Hierbei wäre be- sonders eine handlichere Form des Funfmark» stückes anzustreben.
Die Budgetkommisfion bes Reichstages beriet heute über die Ergänzungen zum Etatsgesetz betreffend die Einführung des Postuber- weisungs- und Scheckverkehres. Die Denkschrift zur Vorlage sieht die Errichtung von neun Postscheckämtern in Berlin, Breslau, Köln, Danzig, Frankfutt a. M., Hamburg, Hannover, Karlsruhe und Leipzig vor. Staatssekretär Krätke führte dabei aus, die Verwaltung begebe sich bei der Vorlage auf eine Terra incogniteu Die Gebühren waren mit Vorbedacht so hoch normiert, herabgehen könne man immer. Od
Preußischer Landtag. I
Abgeordnetenhaus. I
Das Abgeordnetenhaus beschäftigte sich am I Dienstag, 7. April, in erster Linie mit der zwei- I ten Lesung des Nachtragsetats, betr. Teuerungs- I zulagen. Nach den Beschlüssen der Ludgetkom- mission sollen die unteren Beamten eine einmalige Zulage von 100 erhalten, die mittleren 150 M. Die Grenze von 4200 J*. fällt weg. Die Lehrer erhalten 150 M., die Lehrerinnen 125 M bei einem Grundgehalt bis zu 1200 <M. bezw. 900 M. Unverändert ist die Bestimmung geblieben, wonach die Beamten keine Zulage erhalten, die 1907 aufgebessert worden sind und ebenso die Bestimmung über die Stellenzulagen für Eisenbahnbeamte. Die Kommission lehnt alle sonstigen Anträge ab und fordert in einer Resolution eine Vorlage wegen Erhöhung der Bezüge der Geistlichen noch in dieser Session. Finanzminister Frhr. v. Rheinbaben erklärte, daß die Regierung trotz ernstlicher Bedenken den Beschlüssen der Kommission beitreten, aber alle über diese Beschlüsse hiausgehenden Anträge ablehnen werde. Kultusminister Dr. Holle sagte ebenfalls die Annahme der Kommissions- beschlüsse bezüglich der Lehrer zu und erklärte, jede weitergeh mde Forderung ablehnen zu müssen. Abg." Dr. v. Heydebrand n. b. Lase (kons.) bedauerte es, daß die Regierung den Wünschen bezüglich der Zulagen nicht weiter habe entgegenkommen können, wie es in den Beschlüssen der Kommission zum Ausdruck gekommen sei. Seine politischen Freunde würden, um das Erreichbare sicherzustellen, für Annahme der Vorlage stimmen. Im Herbst jedoch würden sie ihre jetzt zurückgestellten Wünsche wieder vorbringen und mit allem Nachdruck vertreten. (Beifall.) Auf eine direkte Anfrage des Abg Dr. Friedberg (ntl.) antwortete der Finanzminister, daß die Vorlage, betr. Aufbesserung der Beamten, Lehrer und Geistlichen selbstverständlich im Herbst dem Hohen Hause unterbreitet würde. Nach Annahme des Nachtragsetats in zweiter Lesung erklärte der Kultusminister im Hinblick auf die Kürze der Zeit in dieser Session die Geistlichenbesoldungsvorlage nicht mehr herausbringen zu können. Eine auf eine solche Vorlage bezügliche Resolution wurde daraufhin an die Budgetkommission zu- rückverwiesen und der Nachtragsetat auch in dritter Lesung bewilligt. Bei der folgenden Be-
Das klang so weich, so schmerzlich, daß bas junge Mäbchen etwas wie Mitleib empfanb.
„Du mußt mir Zeit lassen," stammelte sie leise, „es ist mir noch alles so ungewohnt" —
„Ungewohnt?" fragte er verwunbert, „unb bist doch schon seit sechs Wochen meine Braut? Wie soll ich das verstehen? An das, was man liebt, braucht man sich gar nicht erst zu gewöhnen. Du bist mir so vertraut, als wären feit unserer ersten Begegnung schon Jahre vergangen. Aber das Verstehen, die Liebe wird auch bei Dir noch kommen, nur das eine will ich wissen- Hast Du vor mir schon einen anderen geliebt, liebst ihn vielleicht noch? Habe ich einen Nebenbuhler zu fürchten?"
Sylvia errötete. Hugo bemertte es, und eine tiefe Falte grub sich in seine Stirn. Doch als das Mädchen die Augen voll zu ihm aufschlug, spielte schon wieder ein Lächeln um feinen Mund.
„Nein Hugo," versicherte die pinge Braut eifrig.
„D, bann ist alles gut! Das war es, was ich fürchtete. Ich glaubte immc/r, daß Dein Herz nicht mehr frei war. Aber jetzt bin ich beruhigt, denn lügen — nein — das kannst Du nicht!" , .
Trotz dieser zuversichtlichen Worte blickte er forschend in das schöne Gesicht Sylvias. Er streichelte liebkosend ihr weiches, glänzendes, rötlich schimmerndes Haar. Und lebhaft erzählend fuhr er bann fort: „Die Einrichtung meines Hauses ist nahezu vollendet. Deine Zimmer find schon ganz fertig. Ich will nichts verraten, aber Du wirst überrascht sein, wenn Du es siehst. Nichts habe ich gespart, überall das Schönste und Veste ausgewählt. Denn das Schönste nur ist mir gut genug für Dich. In ein paar Tagen, wenn alles fertig ist, bann kommst Du, nicht wahr, Sylvia? Dann siehst Du Dir alles an, was ich-für meine zukünftige Gattin zusammengetragen hab«. Was Nie Sieb« nur immer zu
Schultz (Rp.): Gr nehme an, daß der Bundesrat von seiner Befugnis einen weitgehenden Gebrauch machen und auch nicht von dem Verbot der Termingeschäfte ablassen werde.
Dr. Böhm« (wirtsch. Vgg.) begründet einen Antrag: Personen, deren Gewerbebetrieb über den Umfang bes Kleingewerbes nicht hinausgeht, gehören, auch wenn sie in bas Handelsregister eingetragen find, nicht zu den Kaufleuten im Sinn dieser Vorschrift. Durch Annahme dieses Antrages würde das Hauptbedenken seiner Freunde gegen das Gesetz entkräftet.
Handelsminister Dr. Delbrück: Es sei die Be- obachtung gemacht worden, daß vielfach in das Handelsregister infolge einer weitherzigen Auffassung Personen eingetragen seien, die nicht als Vollkaufleute angesehen werden könnten. Daher sei der Wunsch gerechtfertigt, daß solche Personen ausgeschlossen werden. Unter diesen Umstanden habe er vom Standpunkte der Regierungen gegen den Antrag Köhler keine Einwendungen zu erheben. Der Minister ging dann aus die §§ 65 unb 66 ein, bie ben Eetreibeterminhanbel betreffen unb war ber Ansicht, baß hier nur das Spielgeschäft getroffen werden solle. Das Gesetz Bringe dem Handel große Vorteile.
Mommsen (frs. Vgg.) betonte, daß eine lebenskräftige Börse für die Allgemeinheit notig fei. Die beiden Zentrumsabgeordneten Spahn und Bitter meinten, das Gesetz öffne dem Börsenterminhandel wieder Tür und Tor, zum Schaden der Arbeiterbevölkerung. Dieser letzteren Behauptung trat Dove (frs. Vgg.) entgegen und sprach über die Vorteile des Gesetzes für die Produktenbörse.
Herold (Ztt.) sprach seine Verwunderung über die Haltung der Konservativen aus und bedauerte, daß Dr. Hahn nicht anwesend sei (Rufe: ist schwer krank!), um seine Rede aus ber ersten Lesung zu wieberholen.
Hanbelsminister Delbrück wiberlegte eine Bemerkung bes Vorredner, daß er sich über den tm Antrag Böhme berührten Puntt in der ersten und zweiten Lesung verschieben ausgesprochen habe. ErunbsLtzlich sollen nur Vollkaufleute zu Börsentermingefchäften zugelassen werden.
Dr. Rösicke (kons.) gab zu, daß die Rechte mit dem Zentrum oft in wirtschaftlichen Fragen zusammen gegangen sei. Die Haltung der Konservativen resultiere aus der Ueberzeugung, daß auch jetzt der Landwirtschaft genützt werde. Die Zentrumsanträge würden auch das reelle Lieferungsgeschäft unb bamit bie Landwirtschaft schädigen. Die unberechtigten Geschäfte verhindere der § 66, der daher sehr wichtig sei. Die kleinen Gewerbetreibenden werden ja durch einen Zusatz geschützt werden.
Herold (Ztr.) trat nochmals scharf gegen Dr. Rösicke auf und vindizierte seiner Partei das
^.Soll ich"keinen Kuß bekommen, Sylvia?" fragte er ein wenig enttäuscht, und blickte ihr forschend in die Augen.
„Du siehst doch, wir sind nicht allein —"
Aber Papa ist ja bloß da; der achtet doch nicht auf uns, bas weißt Du. Unb außerdem: Habe ich nicht bas Recht, meine Braut zu küssen?"
Fast heftig zog er sie in seine Arme. Mit sichtlichem Wiberstreben ließ bie junge Braut die Liebkosungen über sich ergehen.
„Ich denke," lachte Hugo, „ich habe doch eine Belohnung verdient dafür, daß ich in bem abscheulichen Wetter eine Stunde weit geritten bin, nur um Dich zu sehen. Ich hielt es nicht mehr aus daheim, ich hatte Sehnsucht nach Dir! Ich dachte es mir so schön, wenn Du erst ganz und für immer bei mir bist; da ließ es mir keine Ruhe, ich mußte zu Dir. Mein bestes Pferd ließ ich mir satteln, ich trieb er zur höchsten Eile an ich flog förmlich hierher, und Du — Du machst ein Gesicht, als ob Dir mein Besuch unangenehm wäre. Sag Sylvia — Du gabst mir doch Dein Wort aus freiem Entschluß, nicht wahr? Niemand drängte Dich dazu? Wie? Denn das, — bei Gott, das wollte ich nicht! Ich will keine Frau haben, die mich nur nimmt, weil ich eine sogenannte gute Partie bin!"
Sylvia schlug bei dieser direkten Frage die Augen zu Boden und war nahe daran, ihm alles zu gestehen. Unb doch fand sie die rechten Worte nicht. Sollte sie ihm sagen, daß sie nur auf Zureden ber Xante seine Braut geworden, daß ihre Armut sie brückte, baß sie geglaubt hatte, Reichtum allein sei Glück? Daß sie sich unbeschreiblich fortsehnte aus biesem Hause, fort von ber Tante in beren Nähe sie stets ein Frösteln empfanb? . _ _
Nein, — nein, bas konnte, bas bürst« st« nicht, es fehlte ihr ber Mut bazu.
„Sylvia," mahnte Hugo dringender, „hast Du keine Antwort für mich?"
Die Freundinnen.
Originalroman von Irene v. Hellmuth.
l Fortsetzung.)
Drunten im Hof schwang sich eben Sylvias Bräutigam aus bem Sattel, übergab mit einem kurzen Befehl das Pferd einem herbeieilenden Diener unb trat rasch in das Haus. Frau v. Schmettwitz wollte sich eben kopfschüttelnd entfernen, doch Sylvia bat hastig: „Bleibe doch hier — Tante, Du — störst uns gewiß nicht!"
„Ich habe keine Zeit, unb bann glaubte ich doch schon zu bemerken, daß meine Gegenwart Deinem Bräutigam nicht als unbedingt nötig erscheint. Nicht wahr, Hugo?" rief sie lachend dem eben eintretenden, stattlichen Herrn zu, „Sie bestehen nicht darauf, daß ich hier bleibe?"
Er führte galant die Hand der Dame an seine Lippen.
„Ich fürchte, Sie würden sich langweilen, gnädige Frau, denn ich habe mit Sylvia allerlei zu besprechen, was für Sie — doch kaum Interesse haben dürfte."
„Ja, ja, das kennt man schon," lachte Frau v. Schmettwitz laut, „aber wenn die interessante Unterhaltung beendet ist und Sie wollen Bei mir eine Tasse Tee trinken, solls mir eine Ehre fein!"
„Mit Vergnügen, gnädige Frau", rief er der Hinauseilenden zu, reichte Sylvias Vater flüchtig die Hand und trat dann mit aufleuchtendem Blick zu seiner Braut. Er war ein sehr stattlicher Herr. Wenn auch die Haare an ben Schläfen schon einen leisen, grauen Schimmer zeigten, so tat bas der ganzen Erscheinung keinen Abbruch.
Er versuchte Sylvia an sich zu ziehen, boch sie wich ihm aus unb reichte ihm nur die Hand, die et mit festem Druck umspannte.
~ ' ÄÄÄÄÄffi Marburg
M 85 DomerA-g. 9. April 1908.
Bestellgeld), bei unser» Zeitungsstellen und der Expedition 3 Mk. __________________________________
Verdienst um bas Zustandekommen bes Zoll- I ratung der Denkschrift betr bie Forderung deut- tarifs. Dr. Rösicke (kons.): Wenn wir ben Milch- s^r Ansiedelungen in Posen und Westpreußen, zoll machen sollen, den machen wir mit Ihnen I “irt^nie tum erfhebten
(,«m 3ent,um). (®t* 'S? ÄtKÄffi
Artikel 3 wurde mit dem Antrag auf Aus» | ste Regierungspolitri, die vor» '
chen Volk allgemein gebilligt werde. Wcuu auf die Mitwirkung bei Geistlichen zur Erreichung geordneter Zustände tm Osten rechnen wollte, könnte man bis zum Ende alle Tag« warten. Die polnische Bevölkerung fei loyal, werde aber dauernd verhetzt.