mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
m» de« Beilage«: ".Literarischer Anzeiger«, „zaadwirtschaftliche B-Uage« «,d ,ZIl«ftri-rte- Kanntagedlatt«.
Die Jns«,ti onsgebLH» Beträgt für btt 7gespaltene Zeile oder deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 80 Pfennig. — in Druck und Verlag: Joh. Ang. Koch, Untverfitätsbuchdruckerei O**9«0* Inhaber Dr. T.Hitzeroth, Marburg, Markt21. — Telephon55.
Man abonniert auf die täglich erscheinende „Oberhessische *♦<*«**♦<*
, o i Zeitung" bei allen Postämtern und unfern Zeitungsstellen in MrCdvPUvH
.80 XI Kirchhain und Wetter sowie bei unserer Expedition — Markt 21.
— Der Bezugspreis beträgt durch die Post 2,25 Mk. (ohne -WittlDÖCfl 8 91bltl 1908
Bestellgeld), bei unfern Zeitungsstellen und der Expedition 2 Mk. -VHUMUUJ, O. A«7VO.
Zweites Blatt.
-Mellungell
für das zweite Quartal 19**8 auf die »Dberhessische Zeitung" nebst ihren Beilagen werden von unserer Expedition (Markt 21) unseren Ausgabestellen in Kirch- Hain, Neustadt und Wetter, sowie von allen Postanstalten und Landbriesträgern entgegengenommen.
Umjchau im Auslande.
Reichskanzler Fürst Bülow hat mitttlerweile Wien besucht, wo er von dem durch soeben überstandene Unpäßlichkeit noch immer etwas angegriffenen Kaiser Franz Josef, sowie vom Tron- folger Erzherzog Franz Ferdinand empfangen wurde. Der ehrwürdige Beherrscher des Doppelreiches an der Donau bedarf so sehr der Schon- «ng, daß am bevorstehenden Gründonnerstag diesmal die herkömmliche Zeremonie der vom Kaiser persönlich an zwölf Greisen zu vollziehenden Fußwaschung unterbleiben muß. Im Verkehr mit dem deutschen Gaste aber zeigte der Kaiser sich herzlich und gütig wie immer, dabei ungewöhnlich frisch und aufgeräumt. Die Unterredungen des Kanzlers mit dem Freiherrn von Aehrenthal, dem österreichisch-ungarischen Minister des Auswärtigen, fanden nicht aus bestimmtem Anlaß statt, dürften aber unzweifelhaft mehrfach auch die heute brennendste aller europäischen Fragen, die mazedonische gestreift Haden. Sicherlich ergab sich dabei die völlige Uebereinstimmung der beiden mitteleuropäischen Kaiserreiche in allen Balkanangelegenheiten, besonders soweit die Lebensinteressen der eng befreundeten Türkei auf dem Spiel stehen.
Außerdem viel Akten und Tinte wurde von berufenen und unberufenen Politikern aller Länder an die Erörterung des „Falles" des für Berlin in Aussicht genommenen neuen amerikanischen Botschafters Hill gewendet, der eigentlich gar kein Fall mehr war, da er schon längst seine befriedigende Erledigung gefunden. Herr Hill war unserer Regierung bei seiner Präsentation genehm und ist ihr noch heute genehm. Dazwischen war nur ein kurzer Zeitraum einge- ,treten, in dem über die Personensrage von deutscher Seite weitere Auskünfte erbeten wurden. Das ist alles!
Auf einen leidlichen Verkehrsfuß scheinen fetzt Franzosen und Marokkaner gelangt zu sein. Wenigstens überhäufen sie sich gegenseitig mit Ueberraschungen und allen möglichen anderen Aufmerksamkeiten die im ganzen den Bewohnern des Scherifenreiches besser zu glücken scheinen als den europäischen Eindringlingen. In den letzten drei Wochen haben die Franzosen einen einzigen größeren Erfolg errungen, der leider auch zahlreichen Frauen und Kindern das Leben gekostet haben soll, da gegen Dächer und Zeltlager abgefeuerte Schrapnells zwischen Kämpfenden und Wehrlosen keinen Unterschied zu machen pflegen. Im Vormarsch auf Fez ist der von Frankreich begünstigte Sultan Abdul Asis bisher noch nicht recht vom Fleck gekommen, während Mulay Hafid unausgesetzt neuen Zulauf erhält.
Eine einschneidende militärische Umgestaltung, die der Landesverteidigung bedeutende Kräfte und Hilfsquellen zuführt, hat sich in England vollzogen. Das bisherige Korps der „Volunteers" (Freiwilligen) ist aufgelöst worden, um in der neubegründeten „Territorial- Armee" aufzugehen.
u. Tellijches Reich.
— Steigerung von Einnahme und Ausgabe im preußischen Staate. In welcher Weise Einnahmen und Ausgaben im preußischen Staate während der letzten zehn Jahre gestiegen sind, zeigt eine soeben erschienene, vom Berichterstatter der Rechnungskommssion des Abgeordnetenhauses aufgestellte Uebersicht. Danach betrugen die etatsmäßigen Einnahmen im Jahre 1899 rund 2476,0 Millionen M, nach dem Etat für 1908 rund 3362,0 Millionen «M. Domänen und Forsten warfen vor zehn Jahren eine Einnahme von 105,2 Millionen, jetzt von 134,8 Millionen
ab, die direkten Steuern 199,9 und 290,3 Millionen die indirekten Steuern 89,9 und 115,5 Millionen <4i, die Berg-, Hütten- und Salinen- kerwaltung 182,6 und 262,2 Millionen M, die Eisenbahnverwaltung 1347,9 und 2052,5 Millionen M. Der Überschuß der Eisenbahnoer- Waltung im Ordinarium belief sich 1899 auf v ,6 und 1906 auf 678,7 Millionen M. Ver
hältnismäßig am stärksten ist danach die Einnahme aus den direkten Steuern gestiegen, was sowohl für die Finanzgebahrung wie für die Entwicklung der Wohlhabenheit der Bevölkerung günstig ist. Die etatsmäßig dauernden Ausgaben beliefen sich 1899 auf 2321,9 Millionen M und 1908 auf 3173,9 Millionen J*., die etatsmäßigen einmaligen auf 109,9 und 188,1 Millionen M. Für 1907 hatten die letzteren mit 297,1 Millionen «-K den höchsten Stand erreicht. Unter den Einzelausgaben figurierte die Verzinsung der öffentlichen Schuld in 1899 mit 233,4 Millionen M und 1908 mit 275,6 Millionen, die Tilgung der öffentlichen Schuld mit 39,0 und 47,5 Millionen, die Summe der Staatsverwaltungsausgaben mit 485,0 und 790,2 Millionen oft, die Betriebs- usw. Kosten der Eisenbahnverwaltung mit 784,8 und 1345,6 Millionen, die einmaligen Ausgaben der Eisenbahnverwaltung mit 58,0 und 107,8 Millionen. Die letzteren hatten im Jahre 1907 mit 186,0 Millionen M ihren Höchststand erreicht. Auffallend wird unter den Ausgaben die starke Entwicklung, die sowohl die Staatsverwaltungs- als die Eisenbahnbetriebsausgaben erfahren haben. Die Zahlen für die Matrikularbeiträge mit einander in Vergleich zu stellen, ist nicht angängig, da auf diesem Gebiete in der Zwischenzeit durch das Reichsfinanzgesetz von 1904 eine große Aen- derung herbeigeführt worden ist. Die Staatsschuld betrug beim Beginn 1899 rund 6600,2 Millionen M und 1908 rund 7963,7 Millionen M. Die Eisenbahnkapitalschuld machte beim Beginn des Etatsjahres 1899 rund 4666,3 Millionen und beim Beginn 1907 nur. rund 2712,2 Millionen M aus.
— Kreisassistenten. Nachdem der Staats- haushaltsetat für 1908 genehmigt ist, ist es möglich, Krsisafststenten in den Bureaus der Landratsämter anzustellen. Diese Anstellung ist von der Ablegung einer Prüfung abhängig. Mili- täranwärter, die für die Anstellung in einer erledigten Kreisasststentenstelle in Aussicht genommen sind, werden von dem Regierungspräsidenten zu einer 6 Monate dauernden informatorischen Beschäftigung einberufen. 3 Monate sind in den Bureaus der Regierung zuzubringen, 3 beim Landratsamte, für dessen Bureau ihre Anstellung beabsichtigt ist. Wird der Anwärter dann vom Regierungspräsidenten angenommen, so erfolgt eine weitere Beschäftigung als Probedienstleistung bei demselben Landratsamte aus noch 6 Monate. Soweit landrätliche Privatgehilfen für die Besetzung von Asststentenstellen in Betracht kommen, erfolgt die Zulassung zur Prüfung durch den Regierungspräsidenten auf Antrag des Landrats und ebenfalls auf Grund eines von diesem auszustellenden Zeugnisses. Die Privatgehilfen sollen mindestens 10 Jahre im landrätlichen Bureau tätig gewesen und in allen Zweigen des landrätlichen Bureaudienstes vorzüglich ausgebildet sein. Nach dem 45. Lebensjahre soll eine Zulassung nicht mehr stattfinden. Zur Prüfung können auch Anwärter für den Sekretariatsdienst, welche die vorgeschriebene Prüfung einmal oder zweimal nicht bestanden haben, unter Verzichtleistung auf die Vorbereitungszeit oder unter entsprechender Abkürzung derselben von dem Regierungspräsidenten zugelassen werden. Für jeden Regierungsbezirk wird eine Prüfungskommission am Sitze des Regierungspräsidenten errichtet^ sie wird dem Regierungspräsidenten unterstellt. Die Prüfungskommission besteht aus einem Oberregierungsrat oder Regierungsrat, einem Landrat und einem Kreissekretär.
— Das Kriegsministerium und der Abg. Paasche. In den letzten Tagen wurde in der Presse vielfach der Vermutung Ausdruck gegeben, der Abg. Paasche sei zur Abgabe seiner bekannten Erklärung im Reichstage in der Sitzung am 30. v. M. durch Drohungen veranlaßt worden, die mit seinem Verhältnis als ehemaliger, mit der Berechtigung zum Tragen der Uniform verabschiedeter Offizier des Beurlaubtenstandes zusammenhängen. Diese Vermutungen find aber unbegründet. Eine derartige Einwirkung hat nicht stattgefunden. Der Tatbestand ist vielmehr folgender: Nach der Rede des Abg. Paasche in der Sitzung des Reichstags am 3. Dezember v. I. ersuchte ihn das Kriegsministerium um das erforderliche Material, um der Angelegenheit nachgehen und event. die Schuldigen zur Verantwortung ziehen zu können. Hierzu erklärte sich der Abg. Paafche bereit. Die Ermittelungen führten aber zu keinem Ergebnis, da — wie der Genannte in feiner Erklärung vom 30. März selbst ausdrücklich hervorhebt — feine Informationen sich nachträglich nicht als zutreffend erwiesen. Unter diesen Umständen sprach das Kriegsministerium dem Abg. Paasche die Erwartung aus, daß er eine entsprechende Richtigstellung werde eintreten lassen, da das Kriegsministerium sonst gezwungen wäre, feineifeits im Reichstage auf die Sache zurückzukomMN.
Dieser Erwartung hat der Abg. Paasche in der Sitzung des Reichstags vom 30. März in loyaler Weise entsprochen.
Ausland-
** Rußlands Finanzen. In einem Petersburger Telegramm der „Köln. Ztg." von heute äußerte der Finanzminister Kokowozew mit Bezug auf die Aussprache des Grafen Witte in einer Privatversammlung des Reichsrates sich über die Finanzlage Rußlands günstig. Der Finanzminister denkt, den sich etwa ergebenden Geldbedarf durch eine innere Anleihe von hoch gerechnet 200 Millionen Rubel zu decken. Beim Andauern der jetzt in Rußland herrschenden Eeldflüssigkeit dürste nach seiner Ansicht dies ohne nachhaltigen Einfluß auf den russischen Geldmarkt vonstatten gehen. Eine ausländische Anleihe erklärte der Minister in diesem Jahre nicht zu planen, trotz aller anderslautenden Nachrichten, die er übrigens nicht immer von neuem widerlegen wolle.
** Funkentelegraphische Verbindung zwischen Petersburg und Wladiwostok. Das russische Kriegsministerium ist, wie sich Londoner Blätter aus Petersburg berichten lassen, mit dem Plan einer funkentelegraphischen Verbindung zwischen Petersburg und Wladiwostok beschäftigt. Bisher ist die Angelegenheit allerdings noch nicht über die ersten Anfänge, die Prüfung der technischen Möglichkeit und das Studium der Geländeverhältnisse, hinausgelangt. Von dem Ergebnis dieser Vorarbeiten wird es abhängen, ob die Militärbehörde den Gedanken weiter verfolgt.
Stfurfnirf; und Umgegend.
(Nachdruck aller Originalartikel ist gemäß 8 18 des Urheberrecht» nur nut der deutlichen Quellenangabe „Lberheff. Ztg." gestattet.)
Marburg. 7. April.
* Vor der Konfirmation. Es geht allmählich auf Ostern zu, und damit rückt auch der Konfirmationstermin immer näher. Tausende von Jungen und Mädchen erhalten jetzt die besonderen Vorbereitungsstunden. Sie werden vom Geistlichen erteilt und find nicht als eine Art Mehr-Schulunterricht anzusehen, sondern ste sollen vorwiegend seelsorgerischen Charakter tragen. Das ergibt stch ohne weiteres aus dem Ziel dieser Vorbereitungszeit. Die jungen Menschenkinder gehen ja der Konfirmation entgegen. Das heißt, sie sollen sich da freudig-zum Glauben ihrer Kirche bekennen, und zugleich sollen ste geloben, solchem Glauben gemäß zeitlebens zu wandeln. Wenn man aber die Wahrnehmung macht, wie häufig schon ein paar Jahre nach der Konfirmation, manchmal sogar schon Wochen und Monate hinterher, von geistlich- kirchlichem Sinn bei den Kindern alles verflogen ist, und wie das Leben von so vielen jungen Leuten so äußerlich wie möglich genommen wird, da sollte man überzeugt werden, wie notwendig es ist, schon vor der Konfirmation darüber nachzudenken, ob und wie diese Kinder dann spater in ihrem Christentum verlieft und befestigt werden können. Es ist gewiß sehr nötig und selbstverständlich, daß Eltern und Angehörige mit aller Sorgfalt die Verufsfrage erörtern. Aber der Mensch lebt nicht bloß vom Eeldver- dienen. Die sittlich-religiösen Stimmungen und Grundsätze sind auch eine hochwichtige Sache. Man lebe es den Kindern gerade jetzt im Blick auf die Konfirmation vor, was ein ehrliches, gläubiges Christentum verlangt. Zum mindesten aber hüte man sich vor leichtfertiger Kritik gegenüber der Kirche und ihren Einrichtungen. Die jungen Seelen werden dann heillos verwirrt, und es ist überhaupt traurig, wenn das Haus einer kirchlichen Entfremdung irgendwie Vorschub leistet. Möchten unsere Heranwachsenden Kinder auch innerlich treu behütet werden, und wer sie wirklich lieb hat, der wird ihnen auch den Konfirntationssegen nicht verleiden wollen, sondern wünschen, daß er ihnen möglichst lange erhalten bleibe.
* Wann beginnt der Sonntag? Ein sehr bemerkenswertes Urteil hat der erste Strafsenat des Kammergerichts in Berlin gefällt. Er hat entschieden, daß der Sonntag nicht etwa um 12 Uhr Mitternacht beginnt, sondern erst mit den Morgenstunden (Sonnenaufgang). Die Nacht zwischen Samstag und Sonntag unterscheide sich in nichts von den werktäglichen Nächten. Die allgemeine Sonntagsfeier beginne erst frührnor- gens. Ausgenommen find nur die großen Feste und ernsten Feiertage, wie Weihnachten usw. Diese beginnen Mitternacht 12 Uhr. Es können somit Tanzlustbarkeiten geschlossener Gesellschaften am Sonnabend von 12 Uhr mitternachts an im allgemeinen nicht verboten werden, auch nicht xolizeilich.
* Arbeiterjubiläum. Man teilt uns mit: Am 4. April feierten die Eisenbahnmaschinen« putzer Jost Niederhöfer und H. Sause im Wag- nerschen Lokale ihr 25jähriges Arbeitsjubiläum im Dienste der Staatseisenbahn-Verwaltung. Daß die Jubilare bei ihren Vorgesetzten, Beamten und Mitarbeitern sehr beliebt sind, ging aus den zahlreich erschienenen Gästen hervor. Die fidele Stimmung wurde durch keinen Mißton gestört und dauerte bis in die frühen Morgenstunden. Als bleibendes Andenken wurde Herrn Niederhöfer ein Sopha und Herrn Sause ein Vertikow mit dem Wunsche gestiftet, daß sie in derselben Rüstigkeit und Frische ihr 50jähri- ges Arbeitsjubiläum feiern möchten.
di3 Schweinsberg, 5. April. In letzter Zeit ist die in unserer Nähe gelegene und zu unserer Gemeinde gehörige Ohäusermühle mehr als wie es sonst der Fall war Gegenstand der Erörterung gewesen. Es dürfte dabei nicht ohne Interesse sein, über den Namen dieser Mühle Betrachtungen anzustellen. — Der mündlichen lleberlieferung nach soll früher etwa zwei Kilometer westlich von der Mühle, in der Richtung nach dem dortigen Mardorf eine kleine Ortschaft mit Namen O h a u s e n sich befunden haben, die in Kriegszeiten, vielleicht im 30jährigen Kriege oder noch früher völlig vernichtet worden sein soll, wie es ja bekanntlich in früheren Zeitläuften manchem althessischen Dorfe ergangen ist. In den verschiedenen Werken über „Wüstungen" — Stätten vormaliger Ortschaften.— ist freilich über den Ort Ohausen nichts zu finden, indessen wurde vor mehreren Jahrzehnten von älteren Leuten noch erzählt, daß an der fraglichen Stelle, wo Ohausen gelegen haben soll, Ackerleute beim Pflügen, Erenzsteinsetzen und ähnlichen Arbeiten des öfteren auf alte Mauerreste — Fundamentmauernwerke — gestoßen sein sollen, auch Geräte — namentlich kleinere Hausgeräte und Eisen — im Boden gefunden haben, die die obige Annahme bestätigen könnten. Es wäre interessant, wenn diese Zeilen Veranlassung geben, daß von berufener Seite Nachforschungen in der betreffenden Gegend angestellt würden. Der Erdboden ist bekanntlich der beste Konservator, er birgt noch vieles, was uns über frühere, längst der Vergessenheit verfallene Stätten Aufschluß und Aufklärung za geben vermag.
Homberg a. Ohm, 6. April. Bei Bernsfeld landete vorgestern ein mit 4 Personen besetzter Luftballon. Der Aufstieg war in Mühlheim a. Rh. erfolgt.
Laasphe, 6. April. Auf unerklärliche Weise ist seit etwa 4 Wochen in Niederschelden das dreieinhalbjährige Söhnchen des Stationsvorstehers Riedel verschwunden. Am 1. April wurde der bedauernswerten Familie auch noch brieflich mitgeteilt, das Kind liege in einem näher bezeichneten Liegewerksschacht. Man forschte sofort nach, fand aber keine Spur von ihm. Für die Auffindung des Kindes sind 100 M Belohnung ausgesetzt.
Hessen-Nassau und NachbarMeke.
Homberg, 3. April. Die vorgestern hier tagende Vertrauensmännersitzung des Bundes der Landwirte stellte als Kandidaten für die bevorstehende Wahl eines Abgeordneten zum Landtag den bisherigen Vertreter des Wahlkreises, Herrn v. Baumbach-Ropperhausen, wieder auf. Da sich auch die konservative Partei diesem Beschluß anschließen wird, so würde ein Gegenkandidat keine Aussicht auf Erfolg haben.
Hersfeld, 6. April. Die seit vielen Jahren hier bestehende höhere Töchterschule ist mit dem 1. April vom Staat übernommen worden.
Witzenhausen, 6. April. Das 6jährige Söhnchen des Lübeckschen Ehepaares ist beim Spielen in die Werra gefallen und ertrunken.
Carlshafen, 6. April. In der Wohnung des Waldarbeiters Rumpf in Eottstreu brach Feuer aus, durch das das Gebäude vollständig in Asche gelegt wurde. Der Abgebrannte ist versichert.
Fulda, 4. April. Dem Volksschullehrer Herrn Hauptlehrer Vonderau ist der Titel Professor verliehen worden. Herr Vonderau betreibt als Fuldaer Geschichtsforscher und Konservator des städtischen Museums die Erforschung der Vorgeschichte Fuldas als Spezialstudium. Besonders verdient machte er sich um die Entdeckung und Freilegung der Pfahlbauten und Hockergräber in der Umgebung Fuldas.
Herborn, 5. April. Wie bekannt, wird die Neuanlage eines Friedhofes erforderlich und man ist auf der Suche nach einem geeigneten Platze. Als solcher war ein Stück Ackerland in der Kallenbach in Aussicht genommen. Das Gelände ist vom Kreisarzt untersucht und für den in Aussicht genommenen Zweck wegen feiner Lage als nicht geeignet erklärt wotbeu (H. X} >