Einzelbild herunterladen
 

nni Keil-,-»: .,Lit-r«-isch-r A«r-iger«, .^-»»wirtschaftlich- s-U-s-" nu» ,ZIl»st-i-rt««

Marburg ein 'deren Raum $15 Pfennig, für Rellamsu §0P (Pfennig. jo ce.La.

M 84 » °!3eugSpVei" beträgt durch die^Post 2,25 Mittwoch. 8. April 1908. ^rhab« ^Dr. ?tz e r^o t h, Marburq^Markt 21. Telephon 55.

Bestellgeld), bei unfern Zeitungsstellen und der Expedition 2 Mk.______

Der heutigen Nummer liegt bei Kreisblatt Nr. 28.

Erstes Blatt.

Aus de« Parlamcute«.

Deutscher Reichstag.

Am Bundesratstisch: v. Bethmann-Hollweg.

Auf der Tagesordnung steht die Fortsetzung der Beratung des Vereinsgesetzes bei tz 8, be­treffend von der Polizeibehörde entsendete Be­auftragte in öffentliche Versammlungen.

Der § 8 sowie die §§ 9, 9a und 10, betreffend Auflösung von Versammlungen wurden unver­ändert nach den Kommissionsbeschlüssen ange- »omen. § 10a betrifft den Ausschluß von Per­sonen unter 18 Jahren.

Giesberts (Ztr.) bekämpft diesen Paragraph, durch welchen der Ausnahmecharakter des ganzen Gesetzes bestätigt werde. Es sei zu befürchten, daß die Heranwachsende Jugerlli viel zu spät mit der modernen Weltanschauung vertraut gemacht werde.

v. Carmer-Ziesewitz (kons.) führte aus: Seine Partei habe die Jugendlichen, soweit ste es ver­antworten zu können glaubte, mit den Rechten ausstatten wollen, wie sie in § 10a fixiert wer­den. Sie sollen wirtschaftlich in keiner Weise verhindert werden, aber in politischer Beziehung dürfe man gewisse Grenzen nicht überschreiten. Politik sei eine Sache der gereiften Leute. Das 18. Jahr sei das Mindestmaß, das gefordert wer­den müsse. Die Konservativen wünschen die große Maste der Minderjährigen von der poli­tischen Wühlerei fernzuhalten.

Hildenbrand (Soz.) erklärte, besser als der «bg. Giesberts hätte er den Antrag auf Streich­ung des § 10a auch nicht begründen können. § 10a bedeute sogar für Preußen einen großen Rückschritt. Er frage die anderen Parteien, ob die mit diesem § die Zustände in Süddeutsch­land vergiften wollten. (Große Unruhe). Den Machthabern von heute liege es ja nicht daran, die Jugend zum Patriotismus, sondern zum Byzantinismus zu erziehen. Mit Annahme des 8 10a seien die Jugendvereine überhaupt zu Grabe getragen. In Zukunft würden alle sozial­demokratischen Vereine als Vereine mit politi­schen Zwecken erklärt werden.

Everling (natlib.) betonte, daß es sich hier­bei eigentlich nicht um die Ausführung politi­scher Prinzipien handele, sondern vielmehr um die Erörterung praktischer, sowie pädagogischer Gesichtspunkte. Rach § 3 seien die Bestimmungen des § 10a für Versammlungen von Gesellen, Fa-

10 !Nachdruck verbot«.1

Die Freundinnen.

Originalroman von Irene v. Hellmuth.

(Fortsetzung.)

Maja saß eine Weile ganz still im Wagen. Ihr war, als würde vor ihrem Innern ein Schleier hinweggezogen und was sich ihr da ent­hüllte, erschreckte sie fast. Weshalb tat es ihr so wehe, wenn man von dem Manne, der ihr doch eigentlich ein Fremder war, Uebles redete? Was ging es sie an, wenn die Leute sagten, er hätte Schulden?--

Sie wußte keine Antwort auf diese Fragen. Aber erfahren wollte sie, wer ihren Vater der­artig aufgestachelt hatte.

Wer sprach Dir denn von diesen Dingen?" begann sie deshalb nach einer Weile.

Stolze war doch heute mit seinem Sohn bei mir, und da erfuhr ich von der Sache."

Ach so," machte Maja geringschätzig und zuckte die Achseln.Die Herren haben, wie es scheint, über Herrn v. Brandt Erkundigungen 'eingezogen, aber was man ihnen da gesagt hat, stimmt doch nicht so ganz. Nur kann ich nicht begreifen, daß Du den Verleumdungen dieser Menschen so unbedingt glaubtest und daß Du es duldetest, daß man mich derartig verklaschte. Bosheiten sind es, die die Rachsucht diktierte. Ich an Deiner Stelle hätte die beiden einfach hinauswerfen lassen! Daß jene Herren nur auf mein Geld spekulieren, ist mir klar und müßte auch Dir klar sein. Diese Herren hast Du nicht 'durchschaut, aber was sie Dir von Herrn von Brandt übles erzählten, das hast Du sofort für bare Münze genommen. Du hast Dich ganz um­sonst aufgeregt, lieber Vater, und Du weißt doch, wie schädlich Dir das immer ist. Wenn ich ein-

brikarbeitern usw. nicht maßgebend. Redner schloß mit den Worten, er verzichte darauf, daß Leute unter 18 Jahren sich bei uns politisch be­tätigen, wünsche aber, daß sie sich im Stillen auf die Politik vorbereiten.

Mugdan (frs. Vp.) meinte, die übergroße Mehrzahl seiner Freunde stimme für den § 10a weil sie ihn nicht losgelöst vom Ganzen, sondern als integrierenden Teil im Ganzen betrachte.

Hierauf wurde § 10a mit 200 gegen 161 Stimmen bei einer Stimmenthaltung in der Kommistionsfastung angenommen.

Bei der Beratung der §§ 11 und 11a betreff. Strafbestimmungen, wobei die Kommission die Strafmaxima ermäßigt hatte, bekämpften Fer- vers (Ztr.), Sachse (Soz.), Kirch (Ztr.) und »rejeski (Pole) die Kommissionsbeschlüste. Hie­rauf wurde der Paragraph in der Komisfions- fastung angenommen. § 12, nach dem die Vor­schriften dieses Gesetzes keine Anwendung auf die durch das Gesetz oder die zuständigen Behör­den angordneten Versammlungen finden, wurde ebenfalls angenommen. § 13 und 14, welch Letzterem zufolge der Vorstand dem Amtsgericht auf Verlangen jederzeit eine von ihm vollzogene Bescheinigung über die Zahl der Vereinsmit­glieder einzureichen hat, wurde ebenfalls ohne Debatte angenommen. § 15 enthält die Auf­führungen der bisher giltigen §§ des Wahlge­setzes. Es folgt § 16. Abg. Heine (Soz.) be­gründet einen Antrag, die Bestimmungen des Reichspreßgesetzes und des elsässisch-lothringi­schen Preßgesetzes bezüglich des Publikations­wesens aufzuheben. Trzcinsky (Pole) trat für die Beseitigung der landesrechtlichen Vorschrif­ten über religiöse und kirchliche Vereine, Ver­sammlungen, Orden und Kongregationen ein.

Köhler (wirtsch. Vgg.) meinte, die Bestimm­ungen griffen in das hessische Vereinsrecht ein, welches der reichsgesetzlichen Regelung nicht ohne weiteres unterliegen werde. Seine Partei werde diese Frage der Entscheidung der Gerichte zu überlasten haben.

Staatssekretär v. Bethmann-Hollweg trat der Auffastung Köhlers entgegen. Hervorragende Strafrechtslehrer hätten sich der Auffassung der Regierung 'Ängeschlossen. Daraus werden die §§ 15 und 16 unverändert angenommen.

Emmel (Soz.) beantragte die Einfügung eines neuen Paragraphen 17, wodurch die Lan­desgesetze durch die das Versammlungsrecht we­niger eingeschränkt würde, in Kraft bleiben und nur durch ein besonderes Reichsgesetz aufgehoben werden sollen. Der Antrag wurde nach einer Reihe persönlicher Bemerkungen abgelehnt.

Zum § 17 beantragen die Nationalliberalen das Gesetz am 15. Mai 1908 in Kraft zu setzen. Dieser Antrag wurde angenommen.

--*--

mal eineLiebschaft" habe," sie legte einen spöttischen Nachdruck auf das Wortso sollst Du der erste sein, der es erfährt. Habe ich Dir nicht sofort von den Bewerbungen Albert Stol­zes erzählt?"

Als der Vater, schon halb überzeugt, ihr leb­haft zunickte, fuhr sie lachend fort:Na, siehst Du! Und wenn ich wieder dergleichen merke, dann melde ich es Dir sofort!"

Es gelang ihrem lebhaften Geplauder wirk­lich, den Vater zu beruhigen.

Und von einem einem Verhältnis zwi­schen Dir und diesem Herrn ist also keine Rede?" fragte er noch ein wenig mißtrauisch.

.Mein nein Papa. Gewiß nicht! Du darfst ganz ruhig fein!*'

Vollständig versöhnt langten sie zu Hause an.

IV.

Es war ein trüber, regnerischer Tag. Syl­via saß mißmutig am Fenster und sah hinaus in das Nebelgeriesel. Den Wald, der jenseits der Straße begann, vermochte man kaum mehr zu unterscheiden. Er schien von einem dichten wallenden Schleier eingehüllt. Die Schwaben sammelten sich schon zum Zuge in das ferne Land. Eifrig, geschäftig flogen ste hin und her, als gäbe es vor der Abreise noch manches zu be­sorgen.

Sylvia verharrte regungslos auf ihrem Platze. Der Vater saß stumm im Lehnstuhl am Ofen. Sein Haar war schon völlig ergraut, die Wangen zeigten eine fahle Blässe. Die Augen lagen tief in den Höhlen. Völlig teilnahmslos blickt« er vor sich hin. Auch das Mädchen am Fenster wandte kaum de« Kopf, als Frau von Schmettwitz in das Zimmer trat.

Na, natürlich, das konnte ich mir denken, daß Du wieder da fitzest und di« Hände in den Schoß legst!" rief fie, noch unter der Tür stehend,

Preußischer Landtag.

Abgeordnetenhaus.

Am Ministertische: v. Rheinbaben.

Der Antrag Hitze, der die Grenzen für die Steuerermäßigung weiter ziehen will, wurde weiterverhandelt und der Regierung überwiesen. Dann wurden Rechnungssachen erledigt. Brütt (kons.) bekämpfte die gegenwärtige Art, den Bahnhofsbuchhandel monopolartig zu gestalten. Ein Regierungskomissar verteidigt das jetzige System der Verpachtung. Der Antrag Schiffer betreffend die strafrechtliche Behandlung jugend­licher Personen, an dem die Kommission mehrere Aenderungen vorgenommen hat, wurde in der Kommisstonsfassung angenommen. Der Antrag Hammer (kons.) betreffend Aenderung der Be­stimmungen über das Verdingungswesen, wird in der Kommisstonsfassung angenommen. Da­nach soll bei der Ermittelung von Preisen für die Unterhaltungsarbeiten an staatlichen Bau­ten dem Handwerk seitens der staatlichen Be­hörden Einwirkung durch Heranziehung Sach­verständiger zugestanden werden. Zu dem fol­genden Antrag Hammer betreffend Aenderung des Warenhaussteuergesetzes beantragte Funck (frs. Vp.) die Kommission solle ihren Bericht schriftlich erstatten. Der Antrag wird nach kurzer Debatte abgelehnt. Hammer (kons.) em­pfahl den Kommissionsantrag. Eahensly (Ztr.) hielt es für richtig, soweit zu gehen, wie es der Kommistionsantrag wolle. Lusensky (natlib.) hielt eine Verbesserung des Warenhausgesetzes für nötig. Ein Regierungsvertreter sagte Er­wägung der Anregungen des Antrages zu. Eckert (freikons.) stimmte dem Kommissionsan­trag zu. Funck (frs. Vp.) bekämpfte denselben. Darauf wurde der Kommissionsantrag ange­nommen.

Herrenhaus.

Die Vorlage des Baues des Schiffahrtskanals vom Mauersee nach der Allee,Masurischer Ka­nal", wird unverändert angenommen. Bei der nun folgenden Beratung des Entwurfs des Po­lizeikostengesetzes beantragt Oberbürgermeister Wallraf-Köln die Vorlage der Kommunalkom­mission zu überweisen. Der Minister des Innern betonte, daß in 25 Städten der Staat die Poli­zei übernommen habe. Dies sei nicht aus Will­kür, sondern aus zwingenden Gründen des Staatswohls geschehen. Finanzminffter Frhr. v. Rheinbaben betonte, daß der Staat 27 Mill, zu der Polizei der Städte zuzahle. Die Stadt Berlin trage zu den 19 Millionen Kosten der Polizei nur 4 Millionen bei. Der Gesetzentwurf wurde der Eemeindekomisston überwiesen. Es folgen Petitionen.

Deutsches Reich.

Die Kaiserreis«. DieHohenzollern" mit dem Kaiser und der kaiserlichen Familie ist

Ich dächte, wenn man Braut ist und bald hei­raten will, hätte man alle Hände voll zu tun!"

Ein forschender Seitenblick streifte die Nichte.

Wer sagt Dir denn, daß ich bald heiraten will?" fragte das Mädchen ruhig.

Nun, ich meine, so sehr lange wird es nicht mehr dauern. Dein Verlobter läßt doch bereits alles Herrichten das ganze Haus wird renoviert und zum Empfang der jungen Herrin festlich geschmückt. Du hast nur zu bestimmen, wann Du dort einziehen willst. Hugo wartet bereits mit Ungeduld auf Deine Entschließung. Wie eine Fürstin wirst Du drüben empfangen wer­den. Die Leute können gar nicht genug des Rühmens finden, wie schön und nobel alles ge­macht wird. Du brauchst nur Deine Wäsche mit- zubringen, sonst nichts. Mir scheint. Du weißt gar nicht, welch großes Glück Dir da in den Schoß fällt. Ein anderes Mädchen würde das dankbar anerkennen, würde ihrem Verlobten aus lauter Freude um den Hals fallen. Aber Du, nicht einmal hingehen willst Du, um Dir die Herrlichkeiten zu betrachten."

Sylvia zuckte ungeduldig die Achseln.

,Mebe Tante, das schickt sich doch nicht," lachte ste spöttisch auf.

Wenn Du in meiner Begleitung hingehst, dann kann niemand etwas dagegen einwenden."

Das hat doch nicht solche Eile, Tante."

Aber Hugo würde sich freuen, ich weiß es. Er hat sich bei mir bitter über Dich beklagt."

Sylvia runzelte die Stirn.

Wirklich? Ah, das werde ich mir ver­bitten!"

Na, na, nur nicht so heftig," lenkte Frau v. Schmettwitz ein.Er sagte ja nicht» Schlim­mes, nur daß Du so kühl und zurückhaltend wärst, gar nicht wie eine liebende Braut, und daß er sich jede klein« Gunst erst förmlich er­zwingen müßte. Und das kann ich mw eigener

gestern Vormittag in Begleitung des Kreuzer» Hamburg" und des DepeschenbootesSleipner", sowie des italienischen PanzerkreuzersFran­cesco Ferrucio" von Messina nach Palermo in See gegangen.

Die Staatsregierung und die Kommunal­beamten. Die Eemeindekommission des Abge­ordnetenhauses nahm die Feststellung der Be­richte über die Petitionen betreffend die An­stellungsverhältnisse der Magistratsbureau­assistenten und betr. Aenderung des Gesetzes be- trefend die Anstellung und Versorgung der Kommunalbeamten vor. Die Staatsregierung gab folgende Erklärung ab: Die Staatsreaier- ung beabsichtigt gegenwärtig nicht eine Abän­derung des Kommunalbeamtengesetzes, das seit einigen Jahren in Geltung war, in Erwägung zu ziehen. Die amtlichen Feststellungen zeigen ein erheblich günstigeres Bild als nach der Bitt­schrift anzunehmen ist, insbesondere bezüglich der Anstellung auf Lebenszeit. Zugegeben wer­den muß. daß die Gehälter der Kommunalbe­amten häufig einer Aufbesserung bedürfen. Im Hinblick auf die sich allgemein geltend machende Verteuerung der Lebensverhältnisse und zu­gleich mit Rücksicht auf die bevorstehende Ge­haltserhöhung der Staatsbeamten hat der Mi­nister des Innern die ihm unterstellten Bc""r- den angewiesen, der Gehaltsaufbesserung Kommunalbeamten eine sorgsame Prüfung zuwenden und insbesondere den Gemein , i, vornehmlich den Städten zu empfehlen, für eine den veränderten wirtschaftlichen Verhältnissen entsprechende Gehaltsaufbesserung im Rahmen ihrer Leistungsfähigkeit und soweit dies nicht aus eigenem Antrieb erfolgt ist, erstlich Sorge zu tragen. Die Kommission überwies die Peti­tion der Regierung als Material.

Ein Protest gegen das kommende Börsen- gesetz. Mannheim, 6. April. Die hiesige Han- delskammer sandte folgendes Telegramm an den Deutschen Reichstag: Die Mannheimern Handelskammer protestiert im Interesse bes durch sie vertretenen Getreidehandels mit aller Entschiedenheit gegen die von der Börsenkom- Mission des Reichstages gefaßten Beschlüsse, durch deren Annahme dem Getreidehandel und der Mühlenindustrie in Deutschland die schwer­sten Schädigungen zugefügt werden. Insbeson­dere würde durch die Fassung der §§ 66 und 77 b das handelsrechtlich erlaubte Lieferungsgeschaft nahezu unmöglich gemacht und infolgedessen zeitweise ein Mangel an Getreide (?) und eine VerteuerungdesBrotes (!!?) herbeigeführt werden, was auch im Kriegsfall« von den verhängnisvollsten Folgen sein könnte/ (Armes Deutschland!)

Aus Württemberg. Der Wechsel im Fi- nanzministerium vollzieht sich, wie derSchwab. Merkur" meldet, noch vor Ostern. Für den aus dem Dienst scheidenden Dr. von Zeyer wird Hof- kammerpräsident von Geßler zum Finanzmini­ster ernannt, für dessen Stelle Staatsrat von Scharpff ausersehen ist.

lleberzeugung bestätigen. Ich mußte ihm recht geben! Mädchen, besinne Dich! Wenn Du fortfährst Deinen Bräutigam so zu behandeln, dann löst er vielleicht die Verlobung wieder auf!"

Sylvia lachte bitter.

Sei ohne Sorge, Tante das wird nrcht geschehen. Und wenn er es täte, ich hielte es für kein Unglück. Es wäre vielleicht das beste für uns beide."

Die Dame schlug entsetzt bte Hande über dem Kopf zusammen.

Na, da hört sich aber alles auf! Ein sehr großes Unglück wäre es sogar! Du weißt nicht, was Du sprichst! Was willst Du denn eigentlich? Ein Prinz wird kaum kommen, um Dich auf sein Schloß zu führen! Als ob man eine solche Partie wie Hugo von Trostberg auf Weinfelden alle Tage bekäme. Der Mensch sitzt völlig schulden­frei auf seinem großen Gut, hat weder Eltern noch Geschwister, ist ganz unabhängig, dazu im Besitze eines großen Vermögens, und Du Du hieltest es für kein Unglück, ihn nicht zu be- kommen? Da mache mir einer einen Vers dazu! Das verstehe ich nicht! Nun, Schwager, wandte sie sich an Sylvias Vater, der sich mit keiner Silbe an der Unterhaltung beteiligte, ,,f» rede doch auch ein Wort, was meinst Du dem» zu solchem Unsinn?"

Beunruhige doch den Vater nrcht, Tante, fiel Sylvia rasch ein,noch ist es ja nrcht so wett. Ich werde Herrn Hugo v. Trostberg auf Wein­felden heiraten, aber drängen lasse rch muh nicht! Man soll wir Zeit lassen."

Die resolute Dame hatte eine scharfe Be­merkung auf der Zunge, als fie sah, wie Syl­via leicht zusammenzuckte.

Was hast Du denn?" fragte fie, neugierq an das Fenster tretend. ,, ...

(Fortsetzung folgt.).