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mit dem Kreisblatt für Vie Kreise Marburg und Kirchhain

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Marburg

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43. Jahrg«

Dienstag 7. April 1908.

Die JnsertiouSgebühr beträgt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum 'iS Pfennig, für Reklamen 80 Pfennig. Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, Universitättbnchdruckerei Inhaber Dr. C.Hitzeroth, Marburg, Markt21. Telephon55.

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. 83 Kirchhain und Wetter sowie bei unserer^Sxpedrtion - Markt 21.

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Aus den Parlamenten.

Der Sprachenparagraph vor dem Reichstage.

In der außerordentlich gut besuchten 140. Sitzung wurde die zweite Beratung des Reichs- gesehentwurfs bei § 7 (Sprachparagraph) fort­gesetzt. Die Kriegsstimmung des sogenannten Antiblocks gab sich schon zu erkennen, als Prä­sident Graf zu Stolberg vorschlug, mit der Be­ratung zugleich die einer Resolution betreffend Gewährung einer Ausnahmebefugnis an den elsaß-lothringischen Landesausschuß zu verbin­den. Die Mehrheit nahm jedoch den Vorschlag des Präsidenten an. Wieder wollte Singer die Geschäftsordnung durchbrechen, als der badisch« Bundesratsbevollmächtigte Geh. Rat Dr. Riefer die Erklärung abgab, daß der bayrische Ge­sandte Graf Lerchenfeld berechtigt gewesen sei, zugleich gestern im Namen der badischen Re­gierung zu sprechen. Der Präsident schnitt aber unter Lärm derGenossen« dieses Verlangen glatt ab, indem er dem Fürsten Radziwill (Pole) das Wort zu 8 7 erteilte. Hieraus legte Abg. Eans Edler zu Puttlitz (kons.) die Stell­ung seiner Partei dar. Er erklärte, daß nament­lich die Leute in den östlichen Provinzen mehr erwartet hätten. Die Konservativen stellen in dieser Frage zwei Gesichtspunkte in den Vorder­grund: die Erhaltung der Autorität und das deutsch-nationale Moment. Die absolute poli­tische Freiheit habe sich in keinem Lande be­währt, sicher werde auch im sozialdemokratischen Zukunftsstaat keine absolute Freiheit herrschen. (Heiterkeit.) Bei den fremden Volksteilen, die unserem deutschen Volk beigemischt seien, müsse man unterscheiden zwischen loyalen und nicht loyalen. Zu ersteren gehören die Masuren, Littauer und Wenden, die zu den treuesten Untertanen der preußischen Krone gehören und deshalb ein Recht auf Erhaltung ihrer Sprache Und Nationalität haben. (Beifall rechts.) Eine Partei wie die Polen, die schließlich doch auf eine Erschütterung des preußischen Staats aus­gehen, muffe es sich auch gefallen lassen, daß sie «twas anders behandelt werden, als die loyalen Volksstämme. Wir haben es Jahre lang mit Güte und Nachsicht versucht, die Folge sei ein unerhörtes Anwachsen und Erstarken des Polen- Iums. Die Einteilung in Bezirke mit 60 Pro­zent anderssprachiger Bevölkerung sei mechanisch und könne leicht zu Trugschlüssen führen; jedoch seien die Liberalen ja für keine andere Lösung zu haben gewesen. Redner wandte sich dann in sehr wirkungsvoller Weise gegen den in der De­batte zutage getretenen Partikularismus und warnte davor, auf diesem Wege weiter zu gehen. Am die Einheit zu erreichen, müssen von einzel­nen Bundesstaaten stets Opfer gebracht werden. Preußen habe nicht zuletzt große Opfer gebracht. Auch hier gebe es fein bewährtes Vereins- und Versammlungsrecht preis, was gerade für die Konservativen ein schwerer Entschluß sei. (Sehr richtig? rechts.) Redner schloß mit der Bitte an die süddeutschen Abgeordneten, nicht den parti- kularistischen Gedanken nachzugeben. Unsere Vor­fahren hätten das Reich gegründet, wir hätten die Pflicht, es zu erhalten und auszubauen.

9 «Nachdruck Verboten

Die Freundinnen.

Originalroman von Irene v. Hellmuth.

(Fortsetzung.)

Stikl, mein Liebling," tröstete das junge Mädchen,der Mann tut Dir nichts. Es ist ja mein Papak Und er wird Dich lieb haben, wenn er Dich erst kennt.«

Das reizende Kindergesichtchen guckte schel­misch lächelnd zwischen den Kleiderfalten hervor sodaß Reinau sich unwillkürlich halb entwaffnet fühlte

Dein Papa, Tante Maja? O, ist der aber alt! Mein Papa ist nicht so alt, und nicht so bösi Der gefällt mir viel besser! Vor Deinem Papa fürchte ich mich, er soll wieder fortgehen!"

Sie duckte sich wie spielend wieder zwischen die Falten. Maja mutzte laut auflachen über hie drollige Kleine, aber Reinau, den heute alles ärgerte, rief heftig:

Dafür habe ich aber keine Schulden, wie Dein Papa, Du Naseweis!«

Maja war bei den grimmigen Worten ihres Vaters heftig zusammen gezuckt. Sie sah er­schrocken auf Lilly. Doch diese hatte offenbar keine Ahnung, was das böse Wort bedeutete und schien nicht abgeneigt das Spiel, das ihr Ver- Snügen machte, fortzusetzen. Doch Maja schob sie etzt mit sanfter Gewalt an sich und bat mit tzinem ihr sonst ganz fremden Ernst die Freundin:

Richt wahr, Sylvia, Du bringst Lilly nach Hause?«

Als die Freundin nur zustimmend mit dem Kopfe nickte, fügte ste hinzu:Aber gib acht, daß dem kleinen Wildfang nichts passtettt"

(Lebhafter Beifall rechts und links, einiges Zi­schen bei den Polen.)

In einer längeren Rede polemisierte sodann der Abgeordnete Spahn (Zentr.) namentlich gegen die Freisinnigen, denen er vorwarf, wich­tige Prinzipien aufgegeben zu haben. Abge­ordneter Hieber (nl.) trat entschieden für die Kommissionsberatung ein. Der süddeutsche De­mokrat v. Payer, der insonderheit den Polen, aber auch den Sozialdemokraten kräftige, von den Angegriffenen mit Lärm und Zischen be­gleitete Wahrheiten sagte, erkannte das Verhal­ten Preußens gegenüber den Polen als berech­tigt und verständlich an, was die Polenfrak­tion in eine grenzenlose Erregtheit versetzte. Mit kurzen Worten sprachen sich hierauf Abg. Kolbe (Reichsp.) und der Abg. Eraef (Wirtsch. Vgg.) für bie Vorlage aus. Nachdem noch der Elsäffer Gregoire seine Resolution befiirwortete, erteilte Staatssekretär von Bethmann-Hollweg die erbetenen Auskünfte betreffend Lit­tauer und Masuren, Elsaß - Lothringens und der christlichen Arbeiterbewegung. Die Auskünfte lauteten voll zustimmend. Gegen die Vorlage sprach sodann der Elsäffer Vonderscheer, dem bald danach Abg. Dr. Müller- Meiningen (Frs. Vp.) mit einer langen, großen Lärm und vielfach Heiterkeit verursachenden Rede folgte. Mit der ihm eigenen, mit Humor gepaarten Leidenschaft wandte sich der freisin­nige Redner hauptsächlich gegen die Sozialdemo­kratie und deren unqualifizierbare Preßangriffe gegen seine Person. Abg. Delsor sprach im Na­men des Zentrums gegen die Vorlage, auch der einzige Däne des Reichstages, Abg. Hansen, konnte sich nicht enthalten, eine fließende deutsche Rede gegen den Entwurf zum besten zu geben. Hierauf folgte eine lange Polenrede des Abg. Brejski. Es sprachen noch der Abg. Hus (Soz.), dem der Staatssekretär erwiderte, und der Pole Korfanti.

Schließlich nahm der Reichstag den § 7 mit 200 gegen 179 Stimmen bei 3 Stimmenthaltun­gen in der Kommissionsfaffung an. Das Resul­tat wurde mit brausenden Hochrufen bei der Mehrheit ausgenommen.

*-

Preußischer Landtag.

Abgeordnetenhaus.

Nachdem in der Sonnabend-Sitzung des Ab­geordnetenhauses die dritten Lesungen kleiner Gesetze debattelos erledigt waren, begründeten die Abgeordneten Freiherr v. Zedlitz (ft.) und Schiffer (ntl.) ihren Antrag auf Vereinfachung und Modernisierung der Staatsbehörden in längeren Ausführungen. In der Verhandlung stimmten alle Redner den Zielen des Antrages zu, jedoch beanstandeten die konservativen Red­ner v. Brandenstein und v. Ditfurth den Vor­schlag der Einsetzung einer Kommission zur Vor­bereitung der Reform. Die Antragsteller teilten deshalb ihren Antrag in zwei Teile, um den Gegnern der Kommission die Zustimmung zu dem Anträge im übrigen zu ermöglichen. Es sprachen noch die Abg. Röchling (natl.), Linz und Marx (Zent.), Keruth (fr. Vp.) und Schulze-Pelkum (kons.). Schließlich wurde der

Wie rührend!" spottete Reinau.

Maja sah den Vater prüfend an.

Du bist wohl soeben erst gekommen?« fragte sie, auf den Wagen deutend,was suchst Du eigentlich hier?"

Ich werde Dir das alles erklären, jetzt komm! Du fährst mit mir, Fritz mag die Ponys allein nach Hause bringen.«

Kommst Du morgen?« fragte Sylvia.

Lilly schmiegte sich bittend an Maja.

(Seit, Du kommst morgen wieder, liebe Tante? Dars ich dann wieder in Deinem schö­nen Wagen fahren? Ja? Kommst Du auch ganz gewiß?"

Ja, mein Liebling. Aber nun gehst Du auch nach Hause!"

Maja wandte sich noch oft zurück, um dem lieblichen Kinde zuzuwinken. Dieses warf den Abführenden ununterbrochen Kußhändchen nach. Maja sah den Vater betroffen und ftagend an, sie wartete noch immer auf eine Erklärung wegen seines plötzlichen llebersalles.

Das scheint ja ein recht zärtliches Verhält­nis zu sein zwischen Dir und der kleinen Range," begann Reinau endlich in spötttschem Ton, nachdem er umständlich neben seiner Toch­ter Platz genommen und sich mehrmals ge- räuspett hatte.Weshalb erzählst Du mir nie etwas von dieser innigen Freundschaft?"

Maja senkte unter dem forschenden Blick errötend die Augen. Sie konnte sich eigentlich selbst nicht Rechenschaft darüber geben, warum sie dem Vater diese häufigen Begegnungen verschwiegen hatte.

Ich dachte mir," begann ste ein wenig un- ficher, ,)) Du Dich dafür interesfieren wür­dest --8 Ste stockte. Dem Vater war die Be­

fangenheit des Mädchen» nicht entgangen. Er

erste Teil des Antrages einstimmig in der Fassung angenommen, ohne Verzug geeignete Schritte zu tun, um die Organisation, das Ver­fahren und das Rechnungswesen der Staatsbehör­den den dringenden Bedürfnissen derJetztzeit ent­sprechend zu vereinfachen, zu modernisieren und zu dezentralisieren, insbesondere auf dem Ge­biete der Schulverwaltung, sowie auf eineStärk- ung der Lokalinstanz Bedacht zu nehmen. Der zweite Teil wurde mit knapper Mehrheit abgelehnt. Es folgte der Bericht der Agrar­kommission über den Antrag Schröder-Heyd- weiller (nl.) betr. Nutzbarmachung der Mittel der Versicherungsanstalten zur Ansiedlung von Ar­beitern, sowie des Erbbaurechts zu demselben Zwecke. Nach kurzer Debatte wurde gemäß Vor­schlag der Agrakommission der Antrag mit gro­ßer Mehrheit angenommen, obwohl der Minister für Landwirtschaft hervorhob, daß bisher nur von einer Landesversicherungsanstalt (Hanno­ver) Gelder für diesen Zweck hergegeben werden. Die Debatte über den Antrag Dr. Hitze betteffs Einkommensteuer wurde abgebrochen und bis Montag 11 Uhr vertagt. Außerdem andere Jnittativanträge und Petittonen.

---*---

Die Kommission zur AWnderung des Vörsen- gesetzes stellte am Sonnabend den Bericht, der vom Abg. Dr. Weber (natl.) verfaßt worden ist, fest und erledigte damit die Kommissionsarbei­ten. Das Schicksal des Entwurfs ist noch höchst zweifelhaft, da die Polen und die Wirtschaftliche Vereinigung ihre definittve Entscheidung noch nicht kundgegeben haben.

In der Ünterrichtskommission des Abgeord­netenhauses wurden die Leitsätze für das Lehrer­besoldungsgesetz einsttmmig angenommen. Der Beschluß der Ünterrichtskommission hat folgen­den Wortlaut: Das Haus der Abgeordnetem wolle beschließen: die Königliche Staatsregier­ung zu ersuchen, bei der Neuordnung des Lehrer­besoldungswesens von folgenden Leitsätzen aus­zugehen: 1. Das Diensteinkommen der Lehrer und Lehrerinnen muß ihrer Vorbildung, sowie der Schwierigkeit und Wichtigkeit des Lehramts entsprechen. 2. Das Diensteinkommen der Lehrer soll in Stadt und Land gleich sein, ebenso das der Lehrerinnen; höhere Sätze sind unter beson­deren Umständen zulässig. Bisheriges Einkom­men darf nicht geKrzt werden. Wo mit dem Lehramt ein Kirchenamt organisch verbunden ist, muß das Grundgehalt entsprechend der aus dem kirchlichen Amte erwachsenden Mühewalt­ung, welche nach angemessenen Einheitssätzen zu bewerten ist, höher bemessen werden. 3. Die Wohnungsentschädigung hat den am Schulorte bestehenden Mietpreisen zu entsprechen. Für das Ruhegehalt ist wie bei dem Wobnungsgeldzu- schuß der Staatsbeamten ein Durchschnittssatz zu­grunde zu legen. 4. Für die Aufbringung der Besoldungen ist Sorge zu tragen, daß die Schul- verbände mit Ausgaben für die Lehrerbesoldung nach Maßgabe ihrer Leistungsfähigkeit belastet werden und so einer Ueberlastung der leistungs­schwächeren Verbände vorgebeugt wird. 5. Die für die Anrechnung der Dienstzeit an Privat­schulen aufgestellten Grundsätze sind einer Revi­sion zu unterziehen.

setzte sich kerzengerade auf und zog mit einem plötzlichen Ruck die Zügel so straff an, daß die Pferde in rasendem Galopp den Berg hinab­sausten und die Insassen des Wagens in Gefahr gerieten, herausgeschleudert zu werden. Herr v. Brandt, der gerade im Begttff war, nach Hause zu gehen, stand mit schreckensbleichem Ge­sicht mitten auf der Straße und machte Miene, sich den Tieren entgegenzuwerfen. Doch Maja rief ihm schon von weitem zu:Ohne Sorge, Herr v. Brandt, die Pferde gehen nicht durch! Ich bitte Eie, treten Sie rasch auf die Seite!« Sie wintte ihm lächelnd einen Abschiedsgruß zu. Er aber stand und schaute dem davonrollen­den Wagen nach, so lange et denselben sehen konnte. Aber den Blick voll banger Sorge hatte Maja aufgefangen und es war ihr eigentümlich warm dabei geworden.

Was dentt sich denn eigentlich dieser Mensch?" brummte Reinau verdrießlich. ,Hch werde wohl die Pferde noch im Zaum halten können? Der wird doch nicht glauben, daß ich seine Hilfe dazu nötig habe? Was gaffte er Dich denn so an? Wer war denn das?"

Maja erwiderte arglos:Der Herr dort? Das war der Vater des kleinen Mädchens, das ich vorhin an der Hand führte--

Diese Worte übten eine ungeahnte Wirkung aus, Maja konnte heute aus dem Vater nicht klug werden.

Also der," rief Reinau heftig,na ja, ich hätte es mir denken können!"

Er wandte sich noch einmal zurück. Aber von dem Gegenstand seines Zornes war nichts mehr zu sehen.

Deshalb diese Angst um Deinteures" Le­ben, die ihm so deutlich auf dem Gesicht geschrie­ben stand. Freilich, «r hofft hoch statt, »ft

x Deutsches Reich.

Die Kaiserreise. Messina, 4. April. Die KaiserjachtHohenzollern" sowie die Begleit­schiffeHamburg" undSleipner« und der ita­lienische KreuzerVarese", die heute früh um 7 Uhr Syrakus verließen, sind um 1% Uhr nach­mittags hier eingetroffen. DieHohenzollern" machte am Hafen von Messina an der Boje fest, dieHamburg" am Quai. Die Forts salutter- ten, dieHamburg" erwiderte den Salut. Der Kaiser hörte auf der Herfahrt die Vorträge der Gesandten Freiherrn Jenisch, des Chefs des Militärkabinetts, v. Huelsen-Häseler und de« Chefs des Marinekabinetts, v. Müller. Die Spitzen der hiesigen Behörden meldeten sich an Bord beim Kaiser. Nachmittags 3 Uhr 30 Min. begaben sich das Kaiserpaar und die übrigen Herrschfften an Land, wo sie von der Bevölke­rung mit sehr herzlichen Ovationen empfangen wurden. Die Stadt ist beflaggt, ebenso die im Hafen liegenden Handelsschiffe. Die hier befind­lichen Kriegsschiffe und die Torperdobootflottille legten Flaggengala an. Die Herrschaften fuh­ren in Wagen nach der Villa Sanderson in Pace, die im Besitz des Schwagers des Geheim­rats v. Rekowstt ist, um in den ausgedehnten Gärten, die vom Meer aus terrassenförmig in die Höhe ziehen, einen Spaziergang zu machen und dann den Tee zu nehmen. Das Kaiser­paar und die übrigen Herrschaften kehrten von der Villa Sanderson auf dieHohenzollern" mit­telst Pinassen zurück. Abends waren das Mun- cipium und die vor diesem liegende Landungs­sehr hübsch illuminiert. Der KreuzerFernando stelle sehr hübsch illuminiert. Der KreuzerFer­nando Ferruccio" ist hier eingetroffen. - Messina, 5 April. Der Kaiser hielt heute vormittag Gottes­dienst an Bord derHohenzollern« ab und machte hierauf einen Besuch auf dem Panzer­kreuzerFrancesco Ferruccio", um sich nach dem Befinden des ersten Offiziers auf demFer­ruccio" zu erkundigen, welcher bei einem Un­wetter, das das Schiff vor Vari zu überstehen hatte, verletzt wurde. Der Kaiser besichtigte nach­her dieHamburg". Nach der Mittagstafel be- gaben sich die Kaiserin, Prinz August Wilhelm und Pttnzessin Viktoria Luise nach Taormina in einem Sonderzug der italienischen Eisenbahn. Der Kaiser mit den Herren des Eefolgss begab sich zu Wagen nach Castanea, einem Dorf 1000 Fuß über dem Mee: in den Bergen, von wo sich eine prächtige Aussicht Über die Meerenge und die calabrischen Berge sowie über Sizilien bietet. Die Weiterfahrt nach Palermo soll morgen früh erfolgen. Die Begleitung soll wieder derFer­ruccio" übernehmen. Der Kaiser verlieh den Roten Adlerorden 2. Klasse dem Präsidenten Dr. Trincheri, dem Sindaco Dr. d'Arrig<-, dem Ka­pitän Merlo und dem Kapitän Passino, den Kro­nenorden 2. Klaffe dem Hafenkapitän Basso.

Keine Begegnung des Fürsten von Monte­negro mit Kaiser Wilhelm. DieNordd. Allg.

Deinem (Selbe seine Schulden bezahlen zu kön­nen! Aber er täuscht sich, der Herr Offiziers Ich halte die Augen schon offen!«

Um Eotteswillen, Vater, was sprichst Du da für ungereimtes Zeug? Ich begreife gar nicht, wie Du auf so etwas kommst!" rief Maja ehrlich erschrocken.

Ungereimtes Zeug? Na, ich danke? Ich habe mich mit eigenen Augen überzeugt, rott weit die Sache schon gediehen ist? Es war die höchste Zeit, daß ich dahinter kam? Dummköpfe rote dieser Stolze sind manchmal auch zu etwas' gut. Wäre er nicht, ich lebte ganz ahnungslos dahin! Denn diesem sauberen Patron mein gutes Geld opfern, das werde ich wahrschein­lich nicht tun!

Majas Augen funkelten vor zornige« Tränen.

Wer hat Dir denn das alles gesagt, Vater' Hinter was bist Du denn alles eigentlich ge­kommen?«

Hinter Deine Liebschaft mit diesem Herrn." Liebschaft?"

Das junge Mädchen stteß das Wort fast atem­los heraus.

Dergleichen ist wohl weder ihm noch mit jemals in den Sinn gekommen. Wir unter­hielten uns meistens von sehr ernsthaften Din­gen, wenn wir zufällig zusammentrafen. Und Schulden hat Herr v. Brandt ebenfalls nicht. Da irrst Du Dich sehr. Er würde lieber Hunger leiden als Schulden machen, bas hat er mit selbst gesagt. Ich gebe Dir bie Versicherung, baß Du keine Veranlassung hast, Dir deshalb irgenbwi« Sorgen zu machen."

Gerade Deine lebhafte Verteidigung beweist mit, daß Du ein besonderes Interesse an diesem Mann« hast," beharrte der Vater. (Forts, folgt)