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mit dem Kr-isblatt kür die Kreise Marburg und Kirchham

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M 81 Sonnabend, 4. April 1908. 9

Bestellgeld), b«i unfern Zeitungsstellen und bet Expedition 2 Mk. _____________________

Der heutigen Nummer liegt bei Kreisblatt Nr. 27.

Ans den Parlamenten.

Deutscher Reichstag.

Ein in allen Teilen gut besetzter Sitzungs­saal, gedrängt volle Tribünen und die Anwesen­heit des Reichskanzlers kündigte einen sogenann­ten großen Tag an. Wer aber erwartet hatte, die zweite Beratung des Reichsvereinsgesetzes Verde zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen .Block" undAntiblock" führen, der sah sich ent- täuscht. Es sprachen im wesentlichen nur di« Gegner der Vorlage, ihre Freunde faßten sich kurz und beschränkten sich auf kurze Erklärungen. Zunächst ergriff in der 138. Sitzung der Abge­ordnete Triinborn das Wort. Er befürwortete «inen vom Zentrum und fast gleichlautend auch von den Polen eingebrachten Antrag, wonach Ausländer bei uns freies Vereins- und Ver­sammlungsrecht gewährt werden solle. Abg. Heine (Soz.), der an dem Entwurf in der Kom- tnissionsfassung keinen guten Faden ließ, hatte mit außergewöhnlicher Unruhe des Hauses zu kämpfen. Als alle Ermahnungen des Präsiden­ten zur Ruhe nichts fruchteten, verließ der Redner die Tribüne, ließ sich aber herbei, zurück­zukehren, nachdem Graf zu Stälberg die Abge­ordneten aufgefordert hatte, ihre Unterhalt­ungendraußen fortzusetzen". Hierauf bekämpfte Staatssekretär v. Bethmann-Hollweg die er­wähnten Ausländer-Anträge; solche Bestimmun­gen, wie deren gefordert seien, beständen in keiner Vereinsgesetzgebung der Welt. Nachdem der Abg. Hieber (natl.) erklärt hatte, daß seine Fraktion am Kompromiß festhalte und darum alle Abänderungsanträge ablehnen werde, und Dr. Müller-Meiningen namens der linkslibera- len Fraktionsgemeinschaft eine gleiche Erklär­ung abgegeben hatte, trat der Pole Drejski mit großer Schürfe gegen den Entwurf auf und wurde darin von dem Abgeordneten Bindewald (Refp.), dessen Leidenschaftlichkeit wiederholt das Haus zu stürmischem Gelächter hinriß, un­terstützt. Im Gegensatz hierzu sprachen sich die Abag. Graes (wirtsch. Vgg.) und Zimmermann (Refp.) für die Vorlage aus. Eine kurze Epi­sode war noch durch den Abg. Bindewald hervor­gerufen, der die hessische Regierung angegriffen hatte und dem mit auffallender Schärfe der hessische Bevollmächtigte, Geheimrat v. Neid- Hardt entgegentrat. Die gewerkschaftlichen Be­denken gegen die Vorlage trug alsdann Abg. Legin (Soz.) vor. Hierauf wurde die Diskussion über Paragraph 1 geschlossen. Die Abänderungs­anträge wurden abgelehnt und der Paragraph in Kommissionsfassung in namentlicher Ab­stimmung mit 194 gegen 164 Stimmen ange­nommen. Es begann hierauf die Beratung des Paragraph la verbunden mit 9a, die nach kurzen Bemerkungen der Abgeordneten H«in« und Trimborn (Ztr.) und unter Ablehnung der Abänderungsvorlage angenommen wurden. In der nun folgenden Diskussion über Paragraph 2 ergriff Abg. Schiffer (Ztr.) das Wort.

J «Nachdruck verboten.)

Die Freundinnen.

Originalroman von Irene v. Hellmuth.

(Fortsetzung.)

Hauptmann v. Schmettwitz war ein ge- brochener Mann. Er nahm den Abschied und zog sich von aller Welt zurück. Vielleicht hätte er sich, da seine Heranwachsende Tochter ihn mit liebender Fürsorge umgab, nach und nach wieder aufgerichtet, wäre der letzte entscheidende Schlag ihm erspart geblieben. Er hatte sein bedeuten­des Vermögen einer der angesehensten Gesell­schaften, der Kreditbank, anvertraut. Der Di­rektor derselben.genoß im weiten Umkreise das höchste Ansehen. Niemand ahnte, daß er sich in gewagte Spekulationen eingelassen hatte. Lange Zeit hindurch verstand er es, die riesigen Ver­luste geschickt zu verdecken, und als das nicht mehr möglich war, entfloh er unter Mitnahme aller flüssigen Geldmittel. Es stellte sich bald heraus, daß alles verloren war.

Was half es, daß man den ungxtreuen Di­rektor und seine Helfershelfer nach eifrigem Suchen dingfest machen konnte? Zu hoffen blieb den Betrogenen deshalb absolut nichts mehr.

Hauptmann v. Schmettwitz wollte die unfaß­bare Nachricht zuerst nicht glauben. Als er aber die Bestätigung des namenlosen Unglücks er- hielt da fluchte er nicht und tobte nicht er saß nur ganz starr und stumm, ohne sich zu rühren, in einer Ecke. Er kümmerte sich um nichts und wenn Sylvia, die damals gerade an­der Pension kam, angstvoll fragte, was nun wer­den solle, so brummte et mürrisch: Mache, was

Preußischer Landtag.

Abgeordnetenhaus.

Im Abgeordnetenhause wurde am Donners­tag, den 2. April, der Gesetzentwurf betreffend die Rechtsverhältnisie der Altlutheraner de­battelos in dritter Lesung angenommen. Nach unerheblicher Debatte wurde die Vorlage betr. die Koppelfischerei im Reg.-Bez. Eassel in erster Lesung erledigt. Ein Antrag auf Kommisfions- beratung wurde zurückgezogen, die zweite Lesung aber von der Tagesordnung abgesetzt. Dasselbe geschah mit dem Anträge Holtz (frkons.), der eine Novelle betr. die Wegeordnung für West­preußen fordert. Nachdem dann verschiedene Rechnungssachen ohne Debatte erledigt worden waren, nahm das Haus die zweite Lesung des Polizeikostengesetzes vor, welches von der Kom­mission dahin abgeändert worden ist daß die kommunalen Zuschüsse zu den Polizeikosten von zwei Fünfteln auf ein Drittel herabgesetzt wor­den sind. Ferner verlangte die Kommission von der Regierung in zwei Resolutionen 1. eine bindende Erklärung auch für die Zukunft, ob sie in Gemeinden mit königlicher Polizeiverwalt­ung das Polzeipersonal tunlichst in den Staats­dienst übernehmen wolle und 2. den Anträgen von Gemeinden mit Kgl. Polizeiverwaltung auf Ueberlasiung der Wohlfahrtspolizei tn eigene Verwaltung möglichst stattzugeben. Abg. Schulze-Pelkum (kons.) erklärte, daß seine politi- scheu Freunde, trotz mehrfacher Bedenken, den Kommissionsbeschlüsten zustimmen, dagegen die Resolutionen der Kommission ablehnen würden. Ministerv. Moltke führte aus, daß wie bisher, bei Verstaatlichung der Polizei, die Beamten möglichst übernommen werden würden. Den Uebergang der Wohlfahrtspolizei auf die Kom­munalverwaltungen sei er bereit, von Fall zu Fall in Erwägung zu ziehen. Abg. Eassel (frs. Vp.) erklärte namens seiner politischen Freunde, daß sie das Gesetz ablehnen würden, während die Redner der anderen Parteien der Vorlage zustimmten. Das Gesetz wurde in der Kommissionsfassung angenommen, desgleichen die Resolution der Kommission. Damit war die Tagesordnung erschöpft. Nächste Sitzung Frei­tag, vormittags 11 Uhr. Dritte Lesung des Po­lizeikostengesetzes; kleinere Vorlagen. Schluß 4 Uhr.

«errenhaus.

Am Ministertische Dr. Delbrück.

Auf der Tagesordnung stehen zumeist Peti­tionen. , u

Eine Petition des Reichsverbandes deutscher Eastwirtsverbände um Abänderung des Kom­munalabgabengesetzes sowie um Aufhebung der kommunalen Biersteuer wird durch Uebergang zur Tagesordnung erledigt.

Sodann nimmt das Haus debattelos in ein­maliger Schlußberatung den Gesetzentwurf betr. die weitere Aufschließung des staatlichen Besitzes an Steinkohlenfeldern im Oberbergamtsbezirke Dortmund an.

Eine Petition des preußischen Landesverban­des der Haus- und Erundbesitzervereine um Ab­änderung und Ergänzung des preußischen Stenv pelsteuergesetzes vom 30. April 1895 dahin, daß ein Stempel rückgängig gemacht werden kann,

Du willst, mir ist alles gleich nur laß mich in Ruhe!"

In ihrer Not wandte sich das geängstigte Mädchen an den Bruder ihres Vaters, den Gutsbesitzer v. Schmettwitz auf Neunlinden. Dieser kam und wollte dem unglücklichen Bruder Vorwürfe machen, daß er leichtsinnig und unver­antwortlich gehandelt hätte. Doch Sylvia, die in wenigen Tagen aus einem spielenden, tän­delnden Kinde eine 'ielbewußte, sorgende Toch­ter geworden war, wehrte dem Onkel ernst und bestimmt:Mit Vorwürfen ist uns nicht ge­dient," lief sie ihm zu.Wenn Du keinen Rat weißt, dann tut es mir leid. Dich bemüht zu haben. Siehst Du denn nicht, wie schwer mein armer Vater ohnehin an dem Unglück trägt? Ich dulde es nicht, daß Du ihn quälst!"

Dem Onkel imponierte das sichere Auftreten der Nichte ungemein. Nach kurzem Zögern bst der im Grunde gutmütige Mann den Verwand­ten ein Asyl in seinem Hause an; denn, daß sie von der Pension allein nicht leben konnten, das sah er ein. Er wußte es wohl, es würde einen harten Kampf mit seiner Frau geben, denn Frau von Schmettwitz auf Neunlinden war als sehr geizig überall bekannt, aber schließlich mußte man ihr eben zeigen, wer der Herr im Hause war. Sie fügte sich, wenn auch nur wider­willig, in die Anordnungen ihres Gebieters.

Für Sylvia kam nun eine schwere Zeit. Si« mußte alles Ueberflüffige verkaufen, es blieb ihr die ganze Last der Sorge für den Haushalt allein, denn der Vater kümmerte sich um nichts. Ob er in der Stadt blieb oder nach Neunlinden hinausging, war ihm gleichgültig. Mit schwerem

wenn da» bezügliche Geschäft hinfällig wird oder nicht zustande kommt, wird der Regierung al, Material überwiesen.

Mehrere Petitionen der Stadtverwaltungen von Herne, Hagen, Elberfeld und Barmen, die um Befreiung der Einkommen bis zu 1200 M von der Einkommensteuer, um Abziehbarkeit von 100 statt 50 Mark für jedes Kind bei der Steuer­veranlagung und zuletzt um Beseitigung des Kommunalsteuerprivileges der Beamten, Geist­lichen und Lehrer bitten, werden der Regierung als Material Überwiesen. Verschiedene Petiti­onen von pensionierten Staatsbeamten bitten um Erhöhung der Reliktenbczüge.

Berichterstatter Oberbürgermeister a. D. Becker beantragte mit Rücksicht auf die schwe­bende gesetzliche Regulierung der Besoldungs­und Pensionsbestimmungen über die Petitionen zur Tagesordnung überzugehen. Da, Haus be- schließt demnach.

Die BörsengesetzkommissioN beendete am Donnerstag die zweite Lesung de» Entwurfs und damit ihre Beratungen. Nur bei den wichtigeren Bestimmungen fand noch eine De- batte statt, so daß die Beratung erst nach zwei Stunden beendet war. Namens der freisinnigen Kommissionsmitglieder wurde eine Erklärung abgegeben, worin diese Strafen als hart und ungerecht bezeichnet werden. Sie würden aber doch dafür stimmen, um das Gesetz nicht schei­tern zu lassen. In der Schlußabstimmung wird schließlich das ganze Gesetz in dieser Fasiung mit 15 gegen 12 Stimmen des Zentrums, der wirt­schaftlichen Vereinigung und der Sozialdemo, hatte angenommen. Der Pole war nicht an­wesend. Die Feststellung des Kommissionsbe­richts, welche von dem Abg. Dr. Weber (natl.) erstattet wird, soll am Sonnabend erfolgen. Auf die einzelnen Bestimmungen kommen wir noch zurück.

Die Budgetkommisfion des Abgeordnetenhau­ses hat heute den Nachtragsetat, der die Teuer­ungszulagen für die Beamten enthält, erle­digt. Unter Abänderung der Regierungsvor­lage ergab sich als Endresultat folgende Gestalt­ung der Vorlage: Ausgeschlossen von der Zulage bleiben alle diejenigen Unterbeamten und mitt­leren Beamten, die bereits durch die im Etat für 1907 vorgesehenen Diensteinkommensver- besserungen eine Erhöhung ihrer Dienstein­künfte erfahren haben. Von den mittleren Be- amten werden ferner diejenigen ausgeschlosien, die den Wohnungsgeldzuschuß höherer Beamten beziehen. Alle übrigen Unterbeamten und mitt- leien Beamten auch mit mehr als 4200 M Ge­halt erhalten 150 bezro. 100 X Bei den Leh- rern und Lehrerinnen ist die Beschränkung aus diejenigen in Verbänden mit 25 oder weniger Schulstellen endgiltig oder einstweilig angestell- ten in Wegfall gebracht. Die Zulage für die Lehrerinnen ist von 100 auf 125 J*. erhöht und ferner eine Bestimmung dahin getroffen, daß alle die Lehrer und Lehrerinnen, deren Grund­gehalt weniger als 1350 bezw. 1025 M beträgt, die ganze bezw. eine Teilzulage erhalten. Das ganze Gesetz wurde schließlich mit 16 Stimmen bei 5 Stimmenthaltungen angenommen. Es wurde ferner mit allen gegen 3 Stimmen ein Antrag angenommen, der die Vorlegung des Ge-

Herzen trennte sich Sylvia von manchem wert­vollen Stück der Einrichtung, das ihr lieb und »eitraut wai, wie ein altei Freund. Doch die Tante bestand darauf, daß alles Entbehrliche verkauft wurde und das junge Mädchen fügte sich seufzend in das Unvermeidliche.

Du darfst mir nicht das Haus mit all dem Kram vollstopfen, dafür habe ich nicht Raum genug," wiederholte sie immer.Und Du mußt auch froh sein, ein paar Groschen in die Hand zu bekommen, denn wenn ihr euch auch noch so bescheiden einrichtet und wenn man in Neun- linden auch viel billiger leben kann, als in einer großen Stadt, Geld braucht man deswegen doch. Deine Toilette ist auch viel zu reichhaltig," fuhr sie dann fort und ließ ihre kalten, grauen Augen prüfend über die geschmackvoll gearbeite­ten Kleider der Nichte hinschweifen.Du lieber Gott, wozu bracht man denn so unglaublich viel Sachen! Das muß nun in Zukunft alles anders werden. In Neunlinden hast Du gar keine Ver­wendung für solchen Luxus, man lebt dort sehr einfach."

So war endlich der für den Umzug festgesetzt« Tag gekommen. Am meisten schmerzte Sylvia die Trennung von ihrer über alles geliebten Freundin. Denn da Maja in der Stadt nur we­nige Häuser entfernt wohnte war es den beiden Mädchen möglich gewesen, sich zu sehen, so ost fi« Lust hatten. Das ging nun freilich nicht mehr. Doch zum Glück konnte man Neunlinden in etwa einer Stunde erreichen, und Maja ver­sprach, ost zu kommen. Ihr standen ja jederzeit Wagen und Pferd« zur Verfügung, ein Besuch in Neunlinden bot also keine Schwierigkeiten. Fra» von Schmettwitz hiett allerdings kein«

Deuljches Reich.

Der Kaiser in Sizllien. Syrakus, 2. April. Das Kaiserpaar, Prinz August Wilhelm und Prinzessin Vittoria Luise mit Gefolge nahmen heute nachmittag den Tee in Latomia del Capu- cini und besichtigten später das Museum, wobei neben der italienischen Direktion auch Professor v. Duhn führte. Heute ttas an Stelle des Ferruccio" das italienische KriegsschiffVa­rese" hier ein. Kaiser Wilhelm wird, sicherem Vernehmen nach, nun doch die Küste von Epirus betreten, um auf Seeadler zu jagen, die zwischen den Klippen der dortigen Küste sehr zahlreich nisten. Diese Jagd ist ganz eigentümlich. Man besteigt einen Hügel, während an einer expo­nierten Stelle in Schußweite das Aas eines gro­ßen Tieres, gewöhnlich ein verendeter Esel, nie­dergelegt wird. Nach einiger Zeit lasten sich kreisende Seeadler auf dem Aas nieder und man erhält günstige Gelegenheit zum Schuß. Der Aufenthalt des Kaisers an der Küste soll angeb­lich nur wenige Stunden währen.

Keine Erhöhung der Zivilliste. Die Kreuzzeitung" erklärt die Blättermeldung, der zufolge dem Abgeordnetenhause eine Vorlage betreffend die Erhöhung der Zivilliste des- nigs von Preußen zugehen werde, für absolut falsch.

Fürst Bülow beim Papste. Fürst Bülow wird, wie dieT. R." bestimmt mitteilt, bei einem etwaigen Osteraufenthalt in Rom, dem Papst einen Besuch machen.

Zum Tode des Hamburger Bürgermeisters Dr. Mönckeberg. Der Staatssekretär des Kolo­nialamts, Dernburg, richtete an den Senat ein Schreiben, in welchem er dem Senat sein herz­liches Beileid anläßlich des Ablebens des Bür­germeisters Dr. Mönckeberg ausspricht und der Förderung gedenkt, welche Dr. Mönckeberg den Beziehungen der Freien- und Hansestadt Ham­burg zu den deutschen Kolonien hat angedeihen lassen, die ebensowenig vergeßen werden, wie das rege Jntereste, welches Dr. Mönckeberg in der Angelegenheit der Errichtung des Kolonial­instituts in Hamburg für die koloniale Sache an den Tag gelegt hat. .

_ Veränderung im Reichsmarineamt. Am 1 April ist zu den bestehenden 5 Departements des Reichsmarineamts, an deren Spitze je ein Direktor im Range eines Admirals steht, em sechstes getreten, indem die nautische Abteilung zu einem nautischen Departement erweitert wurde.

Bon unserer Flotte. Der Staatssekretär des Reichsmarineamts Admiral v. Tirpitz begab sich gestern abend auf Einladung des Chefs der Flotte, des Prinzen Heinrich von Preußen, zur Teilnahme einer Eefechtsbesichtigung von Linienschiffen der Hochseeflotte nach Kiel.

Kutschierpferde, weil man das nach ihrer Ansicht nicht nötig hatte.

Zu Fuß gehen ist viel gesunder, pfleg« ße zu sagen,und auch viel billiger. Wozu hätte denn der Mensch zwei Beine, wenn er sich im Wagen spazieren fahren lassen wollte!"

Sie besaßen daher nur ein paar schwerfällige Ackergäule, die sie zum Feldbau brauchten.

Sylvia war noch nicht sechs Wochen in Neun, linden, als die Tante schon mit allerlei Heirats­plänen' hervortrat. Sie sorgte mit großem Eifer, das Mädchen sobald als möglich wieder los zu werden. Und als sie bemerkte daß ein benach­barter Gutsbesitzer sich ernstlich um Sylvia be­warb da redete sie der Nichte so lange zu, 6ts diese endlich in die Verlobung mit Herrn Hugo von Trostberg willigte.

Die Tante freute sich innerlich ungeheuer über den gelungenen Plan. Denn wenn Sylvia heiratete, nahm sie selbstverständlich auch ihre» Vater mit sich in das neue Heim, und man war auf diese Weise die Verwandtschaft wieder los. Sie hatte kaum gehofft, daß sich die ihr unan­genehme Sache so schnell würde erledigen lasten. Daß Herr Hugo von Trostberg viel älter war als Sylvia, erschien ihr durchaus kern Hindernis. Die Nichte machte eine gute Partie das war Die Hauptsache. Frau von Schmettwitz war eine fiöäft prosaische Natur, die für romantische In- gendschwärmereien kein Verständnis hatte! Und außerdem war Herr Hugo von Trostberg bis Über die Ohren in Sylvia verliebt, was wollte diese denn ^och mehr? Die Sache war nach der Meinung der Zante in bester Ordnung.

- (Fortsetzung folgt.)

setzes über die Erhöhung der Bezüge der Geist­lichen noch in dieser Session verlangt, und zwan trotzdem die Regierung den Antrag als nicht mehr realisierbar bezeichnete.