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«jj bee 56 066 Francs-Preis der Millionäre ^deakon-Deutsch, als er ihm gelang, in ge­schloffenem Kreis zwei hohe, in einer Entfernnng ton 500 in aufgepflanzte Fahne zu umfahren, so gelang es ihm Lieser Tage, Liese Leistung mehr als zu verdoppeln: Er umfuhr tatsächlich rn heiem Flug zweieinhalbmal die Fahnenstrecke; abgemessen betrug die Strecke 2500 m, da er aber im Bogen fuhr gab die KommissioninossrzreU zu, daß er eine freie Fahrt von übe: 4000 m, und zwar in u".gesähr 4 Minuten, zurückgelegt hatte. Damit stehen ihm weitere 25 000 Francs zu, die her Pneumalitfabrirant Michelin für die größte freie Fahrt, die im Aersplan zurückgelegt werde, ausgesetzt hat, vorausgesetzt, daß nicht noch grö­ßere Entfernungen bis Jahresende erzielt wer­den. Und Farman ist überzeugt, daß er selbst bald seinen neuen Rekord schlagen wird. Er mutz zunächst ein größeres Wasserreservoir an feinem Antoinett-Motor anüringen; er konnte nicht länger fliegen, weil das Wasser nicht wei­ter ausreichte. Die Motorfrage ist bisher der wunde Punkt für Aviatorea und Aeroplane; Farman hatte es mit einem anoeren Motoren­versucht, mutzte aber wieder zum alten seine Zu­flucht nehmen. Würden die leichten Antoinette- Motoren wirklich 50 Kilometer leisten, wie an­gegeben wird, Farman flöge schon über Bäume und Häuser, und nach dem Puy-du-Dome gefah­ren sein, wofür Michelin einen 250 000 Francs- Preis ausgesetzt hat! Delagrange, Farmans Freund, der genau nach dessen Modest einen zweiten Aeroplan konstruierte, hatte ebenfalls feinen Tag des Trii mphs; er brachte es auf einen Flug von 1500 m in Kreisform und brauchte 2% Minuten! Dann aber kam eine neue Ueberraschung! Farman und Delagrange bestiegen zusammen einen ihrer Aeroplane, und zum ersten Male hob einschwerer als Luft" zwei Männer zugleich vom Boden; es gelangen mit dieser verdoppelten Last Flüge von 20 und 30 m. Das zahlreich auf dem Exerzierplatz von Jssy-les-Moulineux den Experimenten beiwoh­nende Publikum bereitete, was begreiflich ist, den beiden fliegenden Männern Ovationen.

Gehorche der Polizei. Eine bemerkenswerte Entscheidung hat das Kammergericht in einem Rechtsstreit getroffen, indem es sich um die un­bedingte und sofortige Befolgung einer polizei­lichen Anordnung handelt. Als vor einiger Zeit in Berlin ein Mann festgenommen wurde.

entstand ein Auflauf. Anter den versammelten Personen befand sich Auch ein Hilfsrichter L, dem das Auftreten der Polizeibeamten nicht ge­fiel. Als der Polizeibeamte den Herrn K. auf­forderte, sich zu entfernen, leistete dieser nicht Folge, sondern verlangte, auf der Wache als Zeuge vernommen zu werden. Wegen Zuwider­handlung gegen die Stratzenpolizeiordnung wurde der Hilfsrichter angeklagt und verurteilt, weil er der Aufforderung des Schutzmanns ohne weiteres hätte Folge leisten müssen. Herr K. legte Revision beim Kammergericht ein und be­tonte, er habe nicht Widerstand geleistet, sondern nur als Zeuge vernommen werden wollen. Das Kammergericht wies die Revision zurück. Straf­bar mache sich, wer den zur Erhaltung der öffentlichen Ordnung, Ruhe und Sicherheit auf der Straße erlassenen Anordnungen der Aus­sichtsbeamten keine Folge leiste. Eine Nach­prüfung der Notwendigkeit und Zweckmäßigkeit solcher polizeilicher Anordnungen erscheine nicht zulässig.

Letzte Nachrichten.

_ Darmstadt, 1. April. Der Sroßherzog und bte Großherzogin find um 9 Ahr 30 Minuten nach Rußland abgereist; eine Verabschiedung auf dem Bahnhofe fand nicht statt.

Emden, 1. April. Bei der Reichstagsftich- wahl erhielt Fegter (frf. Vgg.) 12 687 Stimmen und Eroeneoeld (deutschsoz.) 9015 Stimmen. Fegter ist somit gewählt.

Hamburg, 1. April. Die Bürgerschaft ge­nehmigte in der heutigen Sitzung gemäß dem Anträge des Senates die Errichtung eines Ko­lonialinstitutes in Hamburg im Anschluß an die wissenschaftlichen Anstalten und das Vorlesungs­wesen nach dem Abkommen des Senates mit dem Reichskolonialamte und bewilligte die erforder­lichen einmaligen laufenden Mittel. Das In­stitut soll zur Ausbildung von jährlich 20 Ko­lonialbeamten dienen.

Straßburg, 1. April. Der von seiner Frau getrennt lebende Kunstmaler Garnier aus Mül­hausen begab sich zur Mittagszeit in das Hotel, In welchem seine Frau zu essen pflegte. Nach einem Wortwechsel feuerte er mit den Worten ich mache mich selbst zum Richter" mehrere Re- oolverschüsse auf seine Frau ab und verwundete sie. Dann erschoß er sich vor den Augen der ent­setzten Gäste.

Wien. 1. April. Der Kaiser Franz Joseph nimmt an den kirchlichen Feierlichkeiten während

der Eharwoche und p» Ostern nicht teil, um jede Anstrengung zu vermeiden. Auch die Fuß­waschung der Greise durch den Kaiser in der Eharwoche unterbleibt diesmal, zum ersten Male feit sechzig Jahren.

Syrakus, 1. April. Gestern abend traf der Eleipner" mit Oberst v. Chelius hier ein, der bisher an Bord desgeratcw Wohnung hatte.

Paris, 1. April. Entgegen den von einigen Zeitungen verbreiteten Gerüchten ist, einer Meldung der Agence Havas zufolge, über die Reise des Präsidenten Fallieres nach den skandi­navischen Ländern im kommenden Sommer noch keine Entscheidung getroffen worden.

Paris, 1. April. Der den Missionaren des Heiligen Eeistordens gehörige KutterSt. Jo­seph" mit dem Bischof Künemann und fünf Mann Besatzung, sowie zwei Eingeborenen an Bord, der von Egasobil nach Dakar abgesegelt war, ist seit dem 20. März verschollen.

Rewyork, 1. April. Alle führenden Börsen bet City haben heute ihre Besuchergallerien ge­schlossen. Eine Erklärung bafür würbe nicht ge­geben, doch glaubt man, daß die Börsen wegen gewisser Umstände, die die polizeiliche Unter­suchung im Zusammenhänge mit dem Bomben­würfe vom 28. März zutage gefördert habe, es für ratsam hielten. Fremde auszuschlietzen.

Eigne Drahtmelbungen der Oberheff. Zeitung Mittags 1 Uhr.

W. Friedrichshafen, 2. April. Die Drachenstation des Reiches eröffnete den Betrieb durch eine Fahrt des DrachenbootesGna" mit verschiedenen gelungenen Drachen-Aufstiegen. 3n nächster Zeit sollen täglich Aufstiege statt- finden.

^.Dresden, 2. April. In Bismarcks­hütte wurde gestern abend ein Postillon auf dem Wege nach dem Bahnhof angefallen und seiner Larschaft von 17 000 Mark beraubt.

^V. Cherbourg, 2. April. Sin schwei­zerischer Bahnbediensteter, der zum Schaden der St. Eotthard-Vahn 400 000 Franks veruntreut hatte, wurde kurz bevor er sich einschiffen wollte, samt seiner Geliebten verhaftet. Zn seinem Koffer wurden 14 800 Franks in bar gefunden und ein Scheck auf eine Pariser Bank im Be­trage von 75 000 Franks.

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vi an mutz also auch belonöete Vorsicht anwenden und d-zu gehört, datz man am Spaziergängen ad und zu eine Fays ächte Sodener Uunetol« Pastille im Munde zergehen läßt datz man FahS ächte Sodener braucht, wenn man sich nrcht ganz behaglich suhlt und den Ausbruch eines »alarrhS fürchtet, datz man vor allem jeoe oor- hanoene Beschwerde der Stespiratwnsorgaue mit Fays achten Sodener veyarrdelt.- Teuer ift ) eine Behandlung nicht, denn die schachtel jKSk kostet ja nur -5 Psg. und ut m allen Apotheken _ Drogerien oder Mineraiwafferhdlq. zu Haden.

Seschästliche Mitteilung. 3

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Anfchlichend an obige Ausführungen möchten wir nicht verfehlen, auf den unserer Lokalauf­lage beiliegenden Prospekt der Maggi-Gesell­schaft aufmerksam zu machen.

Oeffentliche Feuermeloesteüeu befinden sich: Im Elektrizitätswerk, Rudolssplatz, in der Vasanstalt, im Hotel Pfeiffer, im Kontor de» Spediteurs August Heppe, Schwanallee, in der Wohnung des Stadtrat» Binder, Wühelmsplatz und auf d« Polizeiwach eim RathhauS.

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