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die be- Die
Vgg.) seinen bekannten asphaltliberalen Standpunkt darlegte. Genosse David dagegen überbot sich selbst an Leidenschaftlichkeit in seiner nun folgenden Brandrede gegen Preußen und gegen — die Agrarier, die aus Eigennutz die Schiff- fahrtsabgaben aufs Tapet gebracht hätten. Minister Breitenbach führte die beiden sozialdemokratischen Vorredner, die an Beschimpfung der preußischen Regierung das Möglichste geleistet hatten, wirksam und kräftig ab, was Genosse Singer durch fortwährendes Brummen und Zwischenrufen quittierte. Abg. Vogt-Hall (Wirtsch. Vgg.) ein Württemberger, bekannte sich zu der Anführung der Schiffahrtsabgaben gerade, weil erst in Württemberg die nötigen Flußregulierungen vorgenommen werden können, wenn Schiffahrtsabgaben erhoben werden. Abg. Günther (freis. Dag.) hieb in die Kerbe der Schrader und Genossen und erklärte, daß Sachsen wegen der drohenden Schiffährtsab- gaben sehr beunruhigt sei.
x Deutsches Reich.
— Der Kaiser richtete gestern aus Otranto folgendes Telegramm an den Staatssekretär von Tirpitz-Berlin: „Ihre Meldung über die Annahme des Marineetats hat mich hoch erfreut. Ist doch hiermit ein sehr wichtiger Abschnitt im Aufbau der Marine erreicht worden. Das Bewußtsein des errungenen Erfolges im Dienste des Vaterlandes wird Ihnen und Ihren Mitarbeitern der beste Lohn für alles Mühen und Sorgen sein. Es ist mir aber ein persönliches Bedürfnis, meiner dankbaren Anerkennung Ihrer Verdienste sichtbaren Ausdruck zu geben. Ich habe deshalb beschlossen, Sie aus besonderem Vertrauen in das preußische Herrenhaus zu berufen. Indem ich Ihnen dies mitteile, ersuche ich Sie, mir Vorschläge zu Auszeichnungen für Ihre Mitarbeiter einzureichen. gez. Wilhelm L R.“
—Der Kaiser in Syrakus. Syrakus, 1. April. Die „Hohenzollern" und die „Hamburg" liefen heute in den Hafen von Syrakus ein. Am Nach- mtrtag hatten die deutschen Schiffe eine präch- tige Fahrt durch die Adria. Am Abend erhielt die „Hohenzollern" durch Funkensprache ein Telegramm aus Ankona, in dem die Deutschen An- konas durch ihren Konsul ihre Huldigung und ihre Wünsche für eine glückliche Fahrt ausdrückten. Mit Sonnenuntergang kehrte die italienische Torpedobootsdivision nach Venedig zurück. In Otranto wurde die Post an Bord genommen. Heute herrscht frischer Wind. Um 9 Uhr 30 Min. wurde Kap Sparti Rents passiert. Nachdem die „Hohenzollern" und die „Hamburg" im Hafen von Syrakus vor Anker gegangen waren, empfing der Kaiser an Bord den deutschen Konsul Marquis Bonnano, den dem deutschen Konsulat attachierten Jngeniuer Kroll und den Hafenkopitän, Fregattenkapitän Bonette. Ferner nahm der Kaiser die Meldung des zum Fregattenkapitän beförderten Komman- danten der „Hamburg", Ritter v. Mann, entgegen. Die Stadt ist beflaggt. Beim Eintreffen der deutschen Schifft spielte eine Kapelle am Ufer die deutsche Nationalhymne. — Um 5 Uhr nachmittags ging die Kaiserin und die Prinzesiin Viktoria Luise an Land. Sie besuchten die Katakomben und das griechische Theater.
— Zur Kaiserreise. Die türkischen Zeitungen bringen heute ein offiziöses Communiquü, das besagt, daß angesichts der aufrichtigen Freundschaft zwischen dem Kaiser Wilhelm und dem Sultan der Minister Turn Pascha beauftragt ist, den Kaiser bei dem Besuch der adriatischen Küste im Nam-n des Sultans zu begrüßen.. — Zwei Kavall>. eeskad,. > sind ans Adrianopel über Dedeagatfch r' Begr! ßung des deutschen Kaisers nach der lüste von Epirus entsandt worden.
— Vom P. ndesrat. Im Rrichsamt des Innern sand 1. unter dem Vorsitz des Staats-
Alls den Parlamenten.
Deutscher Reichstag.
Zn der 137. Sitzung wurde zunächst namentliche Abstimmung über die Anträge
Marburg
Freitag. 8. April 1908.
Bestellungen
für das zweite Quartal 1908 auf die „Oberhessische Zeitung" nebst ihren Beilagen werden von unserer Expedition (Markt 21) unseren Ausgabestellen in Kirchhain, Neustadt und Wetter, sowie von allen Postanstaiten und Landbriesträgern ent« gegengenommen.
treffend Ostmarkenzulage vorgenommen.
Annahme der v. Eampschen Resolution mit dem
Man abonniert auf die täglich erscheinende „Oberhesftsche ... Zeitung" bei allen Postämter,, und unfern Zeitungsstellen m
J6fo 80 Kirch h aln und Wetter sowie be, unserer Expedition - Markt21.
*'*"*• OU _ Der Bezugspreis beträgt durch die Post 2,25 Mk. lohne
Bestellgeld), bei unfern Zeitungsstellen und der Expedition 2 Mk.
auch im Winter, — hörst Du? Und daß nichts imstande sein soll, uns zu trennen, nichts, — daß Du fest zu mir halten willst, wie es auch komme!"
Sylvia hatte das alles in heftiger Erregung hervorgestoßen. Jetzt zog sie die Freundin fest an sich und küßte sie leidenschaftlich.
Maja war ganz bestürzt. So aufgeregt hatte sie Sylvia noch nicht gesehen; sie gab sich alle Mühe, etwas auszusinnen, was das Mädchen zerstreuen und beruhigen könnte; aber es wollte ihr gar nichts einfallen.--
Es war freilich ein großes Unglück gewesen, das die Familie betroffen. Sylvias Mutter, eine schöne, sanfte Frau hatte dem Gatten ein großes Vermögen zugebracht. Sie machten ein großes Haus, gaben Gesellschaften und wurden überall gern gesehen. Die Ehe war eine sehr glückliche und als Hauptmann v. Schmettwitz seinen Erstgeborenen auf den Armen halten durfte, da hätte er mit keinem Fürsten getauscht.
„Ein Sohn, — ein strammer Junge!" jubelte er immer wieder. „Das gibt einmal einen tüchtigen Soldaten, er soll, gleich seinem Vater, des Königs Rock in Ehren tragen!"
Als ihm dann zehn Jahre später ein Töchterchen geboren wurde, bedauerte er von Herzen, daß es nicht ebenfalls ein Sohn war.
„Der König braucht tapfere Soldaten," pflegte er zu sagen, „was soll ich mit dem Mädel ansangen?"
Fest behielt er das Ziel im Auge, das er feinem Knaben schon bei der Geburt gesteckt. Er erzog ihn mit militärischer Strenge. Doch der Junge zeigte sich, je älter er wurde, desto halsstarriger und trotziger und verweigerte in verschiedenen Fällen den Gehorsam. Al, et aber dem Vaetr rundweg «klärte, er würde ans lei»
Herrenhaus.
Am Ministertische: Holle. Zum Kültusetat lag ein Antrag des Prof. Dr. Niehues-Münster vor, welcher die Regierung ersucht, die Wilhelms-Universität in Münster durch Einführung einer medizinischen Fakultät zu einer Voll-Uni- verfität auszugestalten. Oberbürgermeister Wilms-Posen bat, die Provinzialmuseen mehr als bisher zu berücksichtigen. Eeneralfeldmar- schall v. Häseler regte an, daß nicht das 14. sondern das 15. Lebensjahr den Austritt aus der Volksschule bringen soll. Dafür möge der Unterricht nicht mit dem 6. sondern mit dem 7. Lebensjahre beginnen. Die Zeit zwischen der Schul- und Militärzeit müsse den Knaben Fort- bildungs- und Fachunterricht bringen. Minister Holle dankte für diese wertvollen Anregungen. ProfefforReinke-Kiel trat erneut für Einführung des biologischen Unterrichts in den Ober- klassen der höheren Lehranstalten ein. Oberbürgermeister Bender-Breslau verlangte größere Freiheit der Selbstverwaltung für die Organe der Schulverwaltung. Minister Holle verteidigte die staatliche Schulaufsicht und betonte, daß der Staat auf die seit Jahrhunderten geübte und ohne Beeinträchtigung berechtigter Jnter- effen anderer Kreise geführte Schulaufsicht nicht verzichten könnte. Gras v. Mirbach dankte dem Minister für den Schutz, den er dem preußischen Volksschulwesen in seiner heutigen bewährten Gestalt habe angedeihen lasten. Eeneralfeldmar- schall Graf v. Häseler wünschte eine bestere Ausgestaltung des Turnunterrichts auf dem Lande. Nach Schluß der Beratung wurde der Etat im ganzen uno das Etatsgesetz angenommen. Es folgte die Beratung des Antrages des Herzogs von Trachenberg auf Anbahnung einer Reform der allgemeinen Landesverwaltung. Ein Zusatzantrag Graf Eulenburg wünscht die Reform in dem Sinne, daß unnötiges Schreibwerk und „zuviel Regieren" beseitigt, der Instanzenweg vereinfacht und eine Verminderung von Behörden und Beamten herbei geführt werde. In seiner Begründung eremplizifierte Herzog von Trachenberg auf England, dem Staat des gesunden Menschenverstandes, wo man ein Ding wie unsere Landesverwaltung nicht kenne. Diese könne bei uns freilich nicht beseitigt, aber doch wesentlich vereinfacht werden. Das Haus erledigte dann noch das Hebammengesetz, sowie einige kleinere Vorlagen und Petitionen.
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Die Wahlpriifungskommission erledigte am Mittwoch endlich die Feststellung des weiteren Berichts über die Wahl des Abg. Schwabach (natl.) in Memel-Heydekrug. Die Kommission beantragte weitere Beweiserhebungen, insbesondere über die von dem Abg. Schwabach für seine Wahl aufgewandten Geldmittel, die mehr als 50 000 M. in den sechs Wochen der Wahlagitation betragen haben sollen, und über die Verwendung dieser Geldmittel, insbesondere zur Gewinnung der litauischen Stimmen in der Stichwahl.
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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
mt» den KeiI-g-»- .M-r»o>scher A^rigir«. „r<m»wirtsch-Mch- I-Ua-e« und „Illich-i-rtr- Kmmtag-blatt«.
Amendement Ablaß erfolgte mit 163 gegen 142 Stimmen. Hierauf wurde zum zweiten Punkt der Tagesordnung: Interpellation Albrecht (Soz.) und Ablaß (freis.) wegen der Einführung von Schiffahrtsabgaben übergegangen. Begründet wurde die erste Interpellation vom Abgeordneten Franck-Mannheim (Soz.) Der Abg. Kämpf (frs. Vp.) trat als ein scharfer Gegner der Schiffahrtsabgaben auf, diese Abgaben seien Lrrfassungsmäßig nicht zulässig. Staatssekretär ’i, Brthmann-Hollweg verlas im Namen des Reichskanzlers eine Erklärung, wonach die Frage der Verfastung noch nicht zum Austrag gebracht worden sei. Die preußische Regierung werde nach Beendigung der Verhandlungen mit den Einzelstaaten gegebenenfalls den Weg der Reichsgesetzgebung beschreiten. Hierauf ergriff der preußische Verkehrsminister Breitenbach das Wort. Geplant sei u. a. die Bildung von Zweckverbänden mit eigener finanzeller Verwaltung und gemeinsamer Stromkaste. Von der Verwirklichung des Programms werde die Entwickelung unseres Wasserstraßennetzes abhängig gemacht werden. Juristische, theoretische Bedenken dürften dabei nicht hinderlich sein. Der Geist der Reichsverfassung stehe auf der Seite der preußischen Regierung; aber um jeden Zweifel auszuschließen, werde eine Verfastungsänderung herbeizuführen sein. Nachdem der Antrag auf Besprechung angenommen war, trat Abg. Beriten« berget (Ztr.) sehr entschieden für Schiffahrtsabgaben ein und betonte als Bayer, daß daran auch Süddeutschland ein Interesse habe, um an das große deutsche Wirtschaftsgebiet angeschlosten zu sein. Abg. Kreth (kons.) sprach seine Befriedigung mit den Erklärungen der beiden Minister aus und meinte, das Vorangehen Preußens in dieser Frage werde unserem ganzen nationalen Wasterverkeyr zum Vorteil gereichen. Der Genosse Franck habe die Frage lediglich vom Standpunkte Mannheimer Kirchturminteresten behandelt. Als nächster Redner trat wieder ein Bayer, der Abg. Wölzl (natl.) auf der ebenfalls für die Einführung der Schiffahrtsabgaben sich aussprach, worauf der Abg. Schrader (frs.
„Laß das für diesmal," wandte Sylvia mit finsterem Gesicht ein. „Papa hat heute wieder seinen schlimmen Tag, da bleibt man ihm am besten fern. Du kennst das ja und zu Dir kann ich offen darüber sprechen. O, Du weißt nicht, was ich leide! Papa ist seit unserem großen Unglück ein völlig anderer geworden! Tagelang sitzt er in seinem Zimmer und starrt vor sich hin oder murmelt unverständliche Worte. Ich fürri: mich manchmal vor ihm, wenn ich allein bei ihm bin. Beständig macht er sich die schrecklichsten Vorwürfe, als ob er für die Schlechtigkeit anderer verantwortlich wäre. Was kann er denn dafür, daß bei dem Zusammenbruch der Kreditbank unser ganzes Vermögen verloren ging, daß der große Krach alles verschlang? Tausende von Menschen wurden dadurch um ihre ganze Habe betrogen, sie meinen, klagen mit uns, aber was hilft es uns? Das Geld bekommen wir dadurch nicht wieder. Wir wurden an einem einzigen Tage zu Bettlern und mutzten schließlich froh sein, als mein Onkel uns hier eine Heimstätte bot. Platz genug hat er ja in seinem großen Hause; so ersparen wir wenigstens die hohe Miete. Freilich, den Winter hier auf dem Lande stelle ich mir schrecklich vor. Da wird es sehr einsam hier sein. Ich fürchte mich beinahe davor. Und was hatte ich von diesem Winter für Freude erwartet! Was hatten wir für Pläne gemacht, nicht, Maja? Und nun mit einem Schlage ist alles, alles aus! Nun fitze ich hier und habe mich mit einem Menschen verlobt, den ich nicht lieben kann, — niemals lieben werde! Ach Liebste, wenn ich Dich nicht hätte, es wäre geradezu trostlos! Du bist mein einziger Sonnenstrahl, Maja! Wenn Du bei mir bist vergeste ich auf Stunden allen Kummer! Versprich mir, daß Du recht oft kommen willst,
nen Fall Sold- u rden geriet dieser außer sich vor Wut. Tret. aP#i Abmahnungen seiner sanften Frau und de- n < nderen Verwandten beschloß er, den trotzigen In g-n zu zwingen. Er übergab ihn ein’* Anstall und von dort traf eines Tages die niederschmetternde Kunde ein, daß der Kadett Leon v. Schm cktwitz heimlich auf und davon gegangen sei. Er hatte nach einem wohlerwog- neu, längst vorbereiteten Plan gehandelt, sonst wäre ihm der Streich bei der stren» gen Aufsicht nicht gelungen. Er war als ein schlauer, geriebener Bursche in der ganzen Anstalt bekannt, hatte sich von einem vermögen, den Kameraden Geld geborgt, sich heimlich Zivilkleider angeschafft und die Uniform zuruckgelassen. Spurlos war er verschwunden, als hätte der Erdboden ihn verschlungen.
Ob der Vater auch tobte und sich in den lebhaftesten Verwünschungen gegen den ungearteten Sohn erging, ob et ihn auch verfluchte wegen der Schmach, die er ihm angetan, —„der Sohn kam deshalb doch nicht zurück. Der königstreue Soldat vermochte wohl niemals den Schlag ganz zu überwinden. Wenn sich mit der Zeit auch der milbe Gram legte, der ihn anfangs beherrschte, so liefe der Streich doch seinen Stachel zurück. Und damals fing das Unglück an. Frau v. Schmettwitz kränkelte, ein heftiges Nerven, fieber kam zum Ausbruch, von dem sie nie mehr ganz genas. Zwar erholte sie sich körperlich wieder, aber ihr Geist blreb umnachtet Jahre- lang lebte sie still und in sich gekehrt dahin, aber schließlich stellten sich heftige Tobsuchtsfälle ein, so dafe der tiefgebeugte Gatte sich entschließen mußte, die geliebte Frau einer Nervenheilanstalt zu übergeben. Dort wurde sie nach einigen Jahren durch den Tod erlöst. i
.(Fortsetzung folgt) ,
Preußischer Landtag.
Abgeordnetenhaus.
Im Abgeordnetenhause wurde am Mittwoch, 1. April, die zweite Lesung des Eisenbahngesetzes vorgenommen. Dazu lag eine Resolution der Kommission vor, welche die Regierung ersucht, zu prüfen, wie die Bereitstellung des 30 Milli- onen-Disposttionsfonds von dem jeweiligen Vorhandensein rechnungsmäßiger Ueberschüsse unabhängig zu machen sei. Abg. v. Atnim-ZLse- dom (kons.) hatte einen Antrag eingebracht, nach welchem von den zur Beschaffung von Betriebsmitteln eingestellten 220 Millionen Mark 50 Millionen abgestrichen werden sollen. Es sei dies aus finanz-politischen Gründen notwendig, da man in jetziger Zeit mit möglichst wenig Anleihen an den Markt treten müsse. Der Antrag wurde angenommen. Nachdem auch der Rest der Vorlage ohne wesentliche Erörterung angenommen und die Denkschrift über den Kleinbahnfonds durch Kenntnisnahme für erledigt erklärt worden war, wurde sofort in die dritte Lesung des Gesetzentwurfes eingetreten. In der allgemeinen Besprechung wurden verschiedene Wünscbe bez. neuer Linien und Bauten, die nicht im Gesetzentwurf stehen, vorgebracht. Abg. Macco (natl.) beantragte, die nach dem Anträge v. Arnim (kons.) gestrichenen 50 Millionen Mark wieder in das Gesetz aufzunehmen. Abg. Frhr. v. Zedlitz (frkons.) befürwortete den Antrag. Abg. v. Arnim-Züsedom (kons.) trat dem Anträge entgegen. Er wollte der Eisenbahnverwaltung die Mittel, welche sie in diesem Jahre nötig habe, durchaus nicht vorenthalten. Da aber die qu. 50 Millionen erst im nächsten Etatsjahre gebraucht würden, sei Zeit genug vorhanden, zu überlegen, was bewilligt werden müsse, was nicht. Er bitte deshalb, den Antrag Macco abzulehnen. Hierauf wurde der Antrag Macco abgelehnt. Der Gesetzentwurf im Ganzen wurde angenommen. Die Tagesordnung war damit erledigt. Nächste Sitzung Donnerstag 1 Uhr: Polizeikostengesetz; kleine Vorlagen. Schluß halb 3 Uhr.
Die JnsertionSgebühr beträgt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum '15 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. — in cYrthTft Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, Unwersitätsbuchdruckerei Inhaber Dr. C.Hitzeroth, Marburg, Markt21. — Telephon55.
Die Freundinnen.
Originalroman von Irene v. Hellmuth.
(Fortsetzung.)
„Du tust sehr unrecht, mit solchen Gefühlen eine Ehe einzugehen," begann Maja, nachdem sie sich von ihrem ersten Schrecken etwas erholt hatte, ,T>u mußt das Band wieder lösen zu Deinem eigenen Hei!. Solche Verbindung ist ein Unglück."
Sylvia lachte bitter auf.
„An das Unglück bin ich schon gewöhnt. Meinst Du, daß es so leicht wäre, das Band zu lösen? Nein, — nein, Maja, das will ich nicht, und selbst wenn ich es wollte, man würde es zu verhindern wissen! Davon befteit mich niemand mehr, — niemand"--
Die beiden Mädchen waren während dieses Gespräches Arm in Arm langsam auf- und ab- gewandert. Fritz hatte indessen die Ponys aus- geschirrt und nach dem Stalle geführt. Jetzt fetzte et sich behaglich in die Sonne auf einen alten Baumstumpf nieder, legte die Hände um Me Knie und verharrte unbeweglich in dieser Stellung.
Maja trat auf ihn zu und sagte undlich: „Bleibe hier, in etwa einer Stunde -,-mme ich . zurück, dann fahren wir nach Hause!"
Der Alte nickte, mit den Augen blinzelnd, denn die Sonne blendete ihn.
„Wollen wir den Waldweg zur alten Mühle einschlagen?" fragte Sylvia, ihren Arm wieder in oen der Freundin schiebend.
„3a, mit ist es recht," nickte Maja, „doch zuvor will ich r^jch Deinen Papa begrüßen."