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Gezahlt werde« 1. Ilnterbeamten 100 Mark; Kanzleibeamten, Zeichnern und mittleren Be- ernten bis zu 4200 Mk. Jahresgehalt 150 3Rt Die Zulage erhalten die etatsmäßig angestellten oder diätarisch beschäftigten Leamsten, sowett fie nicht bereits durch die letzten Diensteinkom- «ensverbefferungen eine Ausbesserung erfahren haben. Die einmaligen Zulagen werden bei der späteren mit rückwirkender Kraft vom 1. April 1908 ab vorgesehenen Sehaltsneuregelung ange­rechnet werden. 2. Die endgültig oder einst­weilen angestellten Lehrer erhalten 150 Mk., Lehrerinnen 100 Mk., sofern sie nicht mehr als 1200 bezw. 900 Mk. Grundgehalt beziehen. Aus den Fonds können außerdem bei der Eisenbahn­verwaltung über die daselbst vorgesehenen Mit­tel hinaus Zulagen bi« zur Eesamthöhe von 18 200 000 Mk. gewährt werden. Der dem Reichstage zugegangene Nachttagsetat lehnt stch in der Hauptsache an den des Vorjahres an. Derselbe fordert 100 Mk. für Unterbeamte, 150 Mk. für mittlere Beamte, insgesamt 21 Mill. Diese Zulagen werden bei einer etwaigen Ge- haltsresorm angerechnet; 18 Millionen entfallen auf die Reichspost.

Aus Oftafrika. DieNordd. Allg. Zig." meldet: Wir erfahren, daß sich am Kilima­ndscharo und Meru infolge der starken Nachfrage nach Farmen bereits Landknappheit geltend ge­macht hat. Die besten Plätze, insbesondere solche, die für Berieseln ngszwecke geeignet find, find alle vergeben. Wenn das Land auch zum Teil recht fruchtbar und wasserreich ist, so gibt es doch auch ausgedehnte Strecken mit steinigem Boden, und das Wasser der Bäche reicht in der Trockenheit nicht überall aus. Es scheint demnach, daß der Umfang des wirklich kulturfähigen Gebietes an den beiden großen Vulkanen in der Heimat und hie und da auch im Schutzgebiet erheblich über­schätzt wird.

Marburg uud Umgegend.

(Rachdruck aller Originalartikel ist gemäß 8 18 des Urheberrechts nur mit der deutlichen Quellenangabe »Oberhefi. Ztg." gestattet.)

Martmrg 28. März.

* Ausstellung der gewerblichen Fortbildungs­schule. Im Zeichensaale der Nordschule find die im Laufe des Schuljahres angefertigten Zeich­nungen und schriftlichen Arbeiten der Lehrlinge zur Besichtigung ausgestellt, Zeit zum Besuche der Ausstellung ist Sonntag, 29. März, von 11 bis 1 Uhr. Die Lehrherren und Eltern der Lehr­linge, wie auch alle Freunde der Schule werden eingeladen, die Ausstellung zu besuchen.

* Beim Einkauf. Unseren Hausfrauen dürf­ten einmal ein paar Winke für den Einkauf von Lebensmitteln willkommen sein. Hier sind sie. Rindfleisch muh eine blutrote Farbe auf­weisen, mit kräftigem Fett durchwachsen und zarte, lockere Fasern haben. Kalbfleisch darf Nicht zu jung sein. Erkennungszeichen zu jungen Kalbfleisches sind mangelnder Fleischgeruch, bluthaltigeres Knochenmark, weniger rot: Färb­ung des Fleisches. Der Nährwert zu jungen

Kalbfleische« ist gering, da es M viel Waffer­aehalt besitzt. Gutes, nahrhaftes Kalbfleisch ist fest, saftig und hellrot. Schweinefleisch darf nicht bleich und wässerig aussehen. Es mutz feinfaserig sein. Sein Fett mutz eine klare, weihe Farbe haben. Speck darf nicht gelb sein, sondern nur schön weih fett und kernig. Feder­vieh muh fest und fleischig sein. Die Schnitt­wunden dürfen nicht blaßrötlich aussehen. Wurst darf keinen säuerlichen Geruch haben. Ihre Schnittfläche darf nicht grau statt rosa fein und keinen gelblichen Ring haben. Gute Wurst ist ttocken, nicht beschlagen, von guter Farbe um» von appetitanregendem Geruch. Den Zustand der Fische erkennt man an den Kiemen; je röt­licher diese find, desto frischer find die Fische; je dlaffer die Kiemen, desto älter die Tiere. Die Kiemen dürfen nicht mitgekocht werden. Das Fleisch guter Fische muh fest, die Augen dürfen nicht gebrochen fein. Eier sind frisch, wenn sie eine schöne weiße oder bräunliche Farbe haben. Alte Eier sehen grau oder grünblau aus. Eier laffen sich auf ihre Güte nach folgender Methode am besten prüfen: Man nehme einen Liter Wasser, tue zwanzig Gramm Kochsalz hinein und lege dann die Eier ins Wasier; sind sie gut, schwimmen sie oben, find fie schlecht, gehen sie unter.

* Bund vaterländischer Arbeitervereine (Ber- fin SW. 11 Hasenplatz 10). Der Bund vater­ländischer Arbeitervereine, der zu Pfingsten in Hamburg gegründet wurde und nach schwerer Vorarbeit seit einigen Monaten durch seine Ge­schäftsstelle, Berlin SW. 11, Hafenplatz 10, eine rege Tätigkeit entfaltet, hat nach zwei Richtun­gen hin Erfolge gehabt. Einmal haben alle Vereine, die bei der Gründung beteiligt waren, einesteils sehr erheblichen Zuwachs an Mtt- glierdern zu verzeichnen, fürs andere ist es, trotz schwierigster Verhältniffe gelungen, eine ganze Anzahl von neuen Vereinen ins Leben zu rufen und die Gründung anderer Vereine steht nahe bevor. Man darf es auch als einen Erfolg des Bundes bezeichnen, dah in unserer nichtsozial­demokratischen Arbeiterschaft die Abneigung gegen Ausstände immer mehr wächst. Gewiß ist der Grundgedanke des Bundes: Unter Treue zu Kaiser und Reich, Ablehnung von Klaffenhah und Klaffenkampf und Aufrechterhaltung der Arbeiterrechte im vollsten Umfange den wirt­schaftlichen Frieden zwischen Unternehmern und Arbeitern nach Möglichkeit zu pflegen, kern­deutsch und vernünftig und wird stch durchrin- ?en. In prattischer Beziehung hat derBund" ereits eine Versicherung gegen plötzliche und schwere Unfälle in der Familie seiner Mitglie­der, und eine Krankengeldzuschußkaffe tritt mit April ins Leben. Versicherung gegen unver­schuldete Arbeitslosigkeit (gegen Terrorismus) ist ein ferneres Ziel des Bundes. Der Arbeits­nachweis des Bundes hat bereits feine Zentrale in Berlin und knüpft Verbindungen an über das ganze Reich . Zu wenig bekannt ist es noch, daß auch einzelne Arbeitsnehmer, also nicht nur Lohn-, sondern auch Gehaltsempfänger, Mit­glieder des Bundes werden können uns zwar durch Einsendung von 2,40 M an die obenge­nannte Geschäftsstelle oder durch Abonnement auf die Halbmonatsschttft des BundesDeutsche Treue" bei der Kaiserlichen Post, verbunden mit einem schriftlichen Aufnahmegesuch an die Ee-

schSstsstelle. itttbe* Abonnement Ist gedeckt: Beitrag, Zeitungsbezug, Anspruch auf Notsall- unterstützung, Raterteilung, Verttetung vor dem Reichsarbeitsamt und Arbeitsvermittlung.

--- Lohra, 27. März. Die hiesige Gemeinde- Verttetung, welche gestern Abend zusammentrat, um über den Wahlprotest, welcher von einem Wähler der zweiten Klaffe an den Eerneinde- vorstand eingereicht war. zu beraten, hat diesen Wahlprotest mit 7 gegen 5 Stimmen al« be­gründet erklärt. Es wird nunmehr für die zweite Wahttlasse ein neuer Wahltermin ange­setzt werden. Auch ist von drei Wählern der dritten Klaffe ein Einspruch gegen die am 17. März stattgefundene Stichwahl zwischen den zwei Kandidaten der dritten Klaffe erhoben worden.

Willershausen bei Lohra, 27. März. Die hiesigen Ortseinwohner haben gemeinsam eine Viehwage beschafft, welche vor dem Dorfe an der Straße nach Lohra ausgestellt werden soll.

= RÜchenbach, 27. März. An die Stelle des zum 1. April nach Höchst bei Frankfurt versetzten Lehrers Horn ist ein junger eben vom Semi­nare abgegangener Lehrer hierher überwiesen worden. Leider kann der Mann keine Kost hier im Orte bekommen.

[) Aus dem Kreise Kirchhain, 25. März. Die amtlrche Feststellung des Viehbestandes nach der Zählung am 2. Dezember v. Js. im Kreise Kirchhain hat ergeben: 1875 Pferde, 6 Esel, 16 386 Rinder, 10 783 Schafe, 16 376 Schweine, 2509 Ziegen, 56 586 Federvieh, 1232 Bienen­stöcke.

[] Emsdorf, 25. März. Die in diesem Jahre ausscheidenden Mitglieder der Gemeindever­tretung: Joh. Josef Pfeiffer II., Richard Paul und Viktor Pfeiffer wurden wiedergewählt.

[] Roßdorf, 25. März. Zu Eemeindeverord- neten wurden gewählt: 1. Abteilung: Anton Ried; 2. Abteilung: Aloysius Jansen und Fried- rich Ludwig Horst; 3. Abteilung: Heinttch Rau.

[] Erfurtshaufen, 25. März. Bei der gestern stattgehabten Ergänzungswahl der Gemeinde­verordneten wurden die ausscheidenden Mit­glieder wiedergewählt und zwar: 1. Abteilung: Peter Josef Schick; 2. Abteilung: August Riehl; 3. Abteilung: Joses Rudolf Fischer.

Heffeu-Nassau und Nachbargebiete.

Homberg, 26. März. Am Montag und Dienstag fand hier unter dem Vorsitz des Herrn Seminardirettors Dr. Frenzel die Aufnahme­prüfung zum (Eintritt in die hiesige Präpa- randenanstalt statt. Hierzu hatten sich 50 Schü­ler eingefunden; von diesen wurden 38 in die dritte Klaffe, 1 in die zweite Klaffe und 2 in die erste Klaffe aufgenommen. Weiteren 6 Schülern wurde anheimgegeben, auf die neu ge­gründete König!. Präparandenschule in Esch- roege überzugehen. Nur drei Schüler genügten den gestellten Anforderungen nicht. Nach dieser Neuaufnahme hat die hiesige Präparanden- schule einschließlich des Nebenkursus eine Fre­quenz von 136 Schülern aufzuweisen.

Barnen, 26. März. Wie die Blätter melden, wird hier eine Liebesaffäre viel belacht, die sich zwischen der 17jährigen Tochter eines hiesigen

Unpolitische Tagesnachrichten.

Berlin, 27. März. Die Kriminalpolizei ver­haftete heute sieben Burschen im Alter von 13 bis 20 Jahren, die sich zum Zwecke fortgesetzter Bodendiebstähle zusammengetan hatten. Da den Burschen bereits zwei vorsätzliche Brand­stiftungen nachgewiesen find, hofft man, durch diese Verhaftung auch den Urhebern der in der letzten Zeit sich häufenden Dachstuhlbrände auf die Spur gekommen zu fein.

Mexiko, 27. März. Hier fand gestern ein ernstes Erdbeben statt, das auch in Cuanajto und Rincon gespürt wurde. Vier Personen wur­den verletzt. In der Straße San Francisco find bei vielen Häusern die Mauern geborsten oder eingestürzt. Die Nadel des Seismographen umschrieb das ganze Zifferblatt.

Mexiko, 27. März. Die Stadt Ehilapa im Staate Guerroro ist durch das auch hier ausge­tretene Erdbeben in Trümmer gelegt worden und in Brand geraten. Der Einwohner hat stch eine Panik bemächtigt. Die Verluste an Men­schenleben find noch nicht bekannt.

Fabrikanten «ch tat jüngsten Mitgliede ta Ehinesenttuppe, die gegenwärtig im Zirkus Ettinger auftrrtt, abspielte. Das junge Mäd­chen besuchte mit ihrer älteren Schwester den Zirkus und verliebte sich dabei in einen Sohn des Reiches der Mitte, der die Zuneigung der jungen Dame alsbald erwiderte. Trotzdem das Mädchen eine ernste Zurechtweisung von ihren Angehörigen erfuhr, besuchte es am folgenden Tage heimlich wieder den Zirkus und suchte eine Unterredung mit dem Geliebten ihres Herzens. Die Folge der Aussprache war, daß beide beschloffen, Barmen den Rücken zu kehren. Als am Abend die Truppe auftreten sollte, fehlte das jüngste Mitglied. Die sofort angestellten Nachforschungen hatten den Erfolg, daß man das Pärchen am Bahnhof in dem Augenblick abfaßte, als es tm Begriff war, nach Köln ab­zudampfen.

M BermiMS.

Haitische Mannszucht. Der amerikanische Maler Henry Dandham, der mehrere Jahre in Haiti zugebracht hat und jetzt in England lebt, erzählt folgendes nette Stücklein vom haitischen Heere: Als eines Tages der Kommandant der Armee die Truppen von Eonaives besichtigte; fragte mich ein Irländer, der in meiner Begleit­ung war:Möchten Sie sehen, wie ich die ganze Bande auseinandertreibe?" Ich sagte:Natür­lich." Der Irländer nahm darauf fünf Silber» stücke aus der Tasche und schleuderte sie mit einem gellenden Rufe In die Luft. Sogleich sprangen alle Mannschaften der Truppe aus dem Glieds und machten verzweifelte Anstrengungen, das Geld zu firtben. Nach einem kurzen Ge­tümmel war die Ruhe wieder hergestellt. Zwar Eilberstücke waren in den Besitz der Truppe ge­raten, die übrigen hat der Kommandant er­beutet. Dieser befahl darauf, daß der Irländer verhaftet werde, weil er in Gegenwart eine» angesehenen Fremden die Armee von Haiti i» Mißkredit gebracht habe. Der angesehene Fremde war ich. Mein Freund wurde zu dich

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