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Drittes Blatt

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Kasseler

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Rotationsdruck.

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Aus den Kommissionen des Reichstags.

In der Wahlprüfungskommiffion brachte am Freitag Abg. v. Brockhausen (kons.) den von ihm angefertigten ausführlichen Bericht über die Wahl des Abg. Schwabach (natlib.) in Memel- Heydekrug zur Verlesung, über die die Kommis­sion bekanntlich weitere Beweiserhebungen be­schlossen hat. Die Verlesung dauerte drei Stunden und soll am Dienstag beendet wer­den.

Verantwortlich für die Redaktion:

Dr. phil. Carl Hitzeroth in Marburg.

Staatssekretär Kraetke trat diesen Vorwürfen mit der Feststellung entgegen, diese Vorwürfe stützen sich nicht auf Tatsachen und seien geradezu krankhaft. Nachdem dann noch Abg. Wagner (kons.) sich gegen einzelne Aeutzerungen des Abg. Bebel gewendet hatte, schloß die Eeneraldis- kusfion. Das Flottengesetz wurde in dritter Le­sung angenommen. Darauf begann die Einzel­beratung des Etats. Beim Etat des Auswärti­gen Amts wurde auf Antrag Dr. Arend (Rp.) die erste Rate für ein Konsulatsgebäude in Tientsin gestrichen. Darauf trat Vertagung auf Sonnabend ein. Schluß 6 Uhr.

Herzogtum Bayern, welche» nunmehr ein ande­rer erhielt. Da griff Otto zum Schwert, und es entspann sich zwischen ihm und dem Kaiser ein j<tieg, der sich durch mehrere Jahre hinzog. Während des Krieges (1073), als Graf Eiso auf Hollende jenen Grafen Adalbert von der Schauenburg mit seinen vier Söhnen bewir­tete, wurde nach der Chronik des Lambert von Hersfeld, Hollende der Schauplatz einer blutigen Handlung. Graf Eiso wurde von seinen Fein­den überfallen und samt seinen Verbündeten ermordet. Von Egeno wird berichtet, er sei bei einem Straßenraub ergriffen unb geblendet worden und habe seine Tage al» ein Bettler geendet.

Die Gräfin Mathilde, Witwe des ermorde­ten Grafen Giso, war in eine zweite Ehe einge­gangen mit dem Grafen Adalbert von Sassen­berg an der Ahr, jenseits des Rheins. Infolge­dessen verließ sie mit ihrem Sohne Eiso die Burg Hollende und siedelte nach Sassenberg über.

Als Gras Eiso, Gräfin Mathildens Sohn, in das Mannesalter eingetreten war, kehrte er gegen Ende des 11. Jahrhunderts in seine Hei­mat Hessen zurück, um die in Grundbesitz be­stehende ansehnliche väterliche Erbschaft anzutre­ten. Gudensberg, Stadt und Schloß, machte er zu seinem Wohnsitz. Rach mehreren Urkunden aus den ersten Jahren des 12. Jahrhunderts war Graf Eiso Vogt von Hersfeld, es beliebte ihm aber, sich auch Graf von Gudensberg zu nennen.

Rach dem im Jahre 1109 erfolgten Tode des Grafen Adalbert von Saffenberg kehrte auch dessen Witwe, Gräfin Mathilde, wieder nach Hessen zurück und nahm ihren Wohnsitz bei Hollende. Ihr Aufenthalt an dem nicht nam­haft gemachten Orte war nur von kurzer Dauer, sie starb am 4. Dezember 1110 und fand ihre Ruhestatt zur Seite ihres ersten Gemahls, des Grafen Giso, im Monasteriunl zu Wetter.

In einer Urkunde vom Jahre 1105 wird Eraf Eiso von Gudensberg junior genannt (S. Wenck II. No. 44, Seite 54). Da er überhaupt

Danach ist anzunehmen, daß das torium, in dessen ungefähren Mitte Marburg lag, aus der Eifonischen Erbschaft stammte.

Die Burg Hollende war nicht auf Hedwig, Ludwigs Gemahlin, und somit auch nicht auf Thüringen Lbergegangen.

Daß jene Burg, nachdem die Gräfin Ma­thilde dieselbe verlassen, bis zum Jahre 1141, wo ihrer zum ersten Mal wiederum gedacht wird, unbewohnt geblieben sein sollte, ist nicht gut anzunehmen, zumal die bereits erwähnten Eisonen, der Senior und der Vogt von Hasun» > gen, noch da waren. Vom Jahre 1141 bis 1170 war Hollende im Besitz des Grafen Boppo I. von Ziegenhain. Da in Rommels Geschichte der Hessem 1. Band, Anmerkungen S. 132, Eisonen und Ziegenhainer als verschwägett bezeichnet werden, so wäre Boppo durch dieses Familien­band in den Besitz von Hollende gelangt. Sollte es sich aber nicht so verhalten, dann war die Burg Hollende kein Allodium (freies Erbgut) sondern nur ein Lehen, welches höchstwahrschein­lich dem Erzstift Mainz zustand, mit dem Boppo, der in der Eegend begütert war und die Eisonen vor ihm sich hatten belehnen lassen. Weitere Bewohner nach Boppo sind nicht bekannt ge­worden.

Nach der Chronik des Johann Riedesel laßt die Herzogin Sophie von Brabant, Herrin u» Hessen, Hollende 1247 zerstören. Gering« Spure« der Burg sind noch vorhanden,

keine Brüder hatte, so war der senior entweder ein jüngerer Bruder seines ermordeten Vaters oder ein älterer Verwandter.

Graf Giso von Gudensberg war vermählt mit der Gräfin Kunigunde von Billstein, die ihren Gemahl überlebte. Die dieser Ehe entsprossene einzige Tochter hieß Hedwig. Ein langes Leben war dem Grafen Eiso nicht beschieden; er wird nicht viel über 50 Jahre alt geworden sein; er erlebte jedoch noch die Vermählung seiner Erb­tochter mit dem Grafen Ludwig III. von Thü­ringen, dem späteren Landgrafen.

Im Jahre 1121 kommt Eraf Eiso zuletzt le­bend vor. Nach dem Fritzlarer Unioersalkalen- darium starb Graf Eiso am 12. März zu Röh­renfurth im Amte-Melsungen; sein Todesjahr ist dabei nicht angegeben; es ist aber das Jahr 1122, denn nach einer Urkunde von diesem Jahre wird Eraf Ludwig von Thüringen Vogt von Hersfeld und Eiso sein Eehülfe (secundus Advocatus) genannt. (S. Rommel, Geschichte von Hessen, 1. Band, Anmerkungen, S. 147).

Dieser Eraf Eiso ist jedenfalls der Sohn jenes älteren Eiso und ein Vetter des Gudens­berger. Seine Mutter Hedwig vermählte sich als Witwe jenes älteren Giso mit dem Grafen Heinrich Raspe, dem jüngeren Bruder des Gra­fen Ludwig von Thüringen, der 1130 heimlich ermordet wurde. Ersterer erscheint in Urkunden aus den Jahren 1123 und 1131 als Vogt von Hasungen. Im Jahre 1137 fiel er als der letzte des Namens der Eisonen an der Seite König Lothars von Sachsen in dem italienischen Kampfe gegen die Normannen und deren Ver­bündeten bei Prännste. Seine väterlichen, aus ihn ererbten Allodien, namentlich Cassel, Datte­rode, Eschwege, Geismar, Riede u. a. gingen nunmehr auf die Allodialerben Hedwig, Gemah­lin des Landgrafen Ludwig I. von Thüringen, über.

Die Witwe des Grafen Eiso von Gudensberg, Gräfin Kunigunde von Billstein, hatte die Abtei Siegburg mit einem Landgut« in Braubach be- schentt. Zur Bestätigung dieser Schenkung seiner

Die Burg Hollende und ihre Lewotmer.

Von Dr. W. B ü ck i n g.

Im Oberlahngau, zwischen Wetter und Bie­denkopf, in der Nähe des Dorfes Treisbach, stand vor Zeiten auf hohem Eewälde die Burg Hol­lende. Im Jahre 1073, wo ihrer zuerst gedacht wird, wurde sie vom Grafen Eiso und dessen Gemahlin Mathilde und deren Söhnchen Eiso bewohnt.

In jener Zeit saß auf dem deutschen Kaiser­thron Kaiser Heinrich IV, und von den deutschen Reichsfürsten war Otto von Nordheim Herzog in Bayern. Heinrich hatte dem Erzbischof Sieg­fried von Mainz den schon längst streitigen thüringischen Zehnten versprochen, um seinen Plan gegen die Freiheit der Thüringer und Sachsen durchzuführen. Ein Hauptgegner diese» Plans war jener Otto. Er hatte aber Feinde Utmeist unter den hessischen Grafen. Jener Graf Eiso auf Hollende war ein Anhänger des Kaisers, der es unternommen hatte, den Sturz Ottos zu bewirken; sein Verbündeter war Eraf Adalbert von der Schauenburg bei Hof in Nie­derhessen. Eiso bediente sich zur Ausführung seiner Jntrigue eines gewissen Junkers namens Egeno. Dieser trat am Pfingstfeste des Jahres 1070 mit der Anklage auf, der Bayernherzog Otto habe ihn dingen wollen, Kaiser Heinrich zu ermorden; er zeigte sogar ein Schwert vor, welches der Herzog ihm zu dieser Tat gegeben habe; auch erklärte er sich bereit, seine Aussage auf jede Art zu beweisen. Otto beteuerte seine Unschuld; damit aber war der Kaiser nicht zu­frieden, er gab ihm vielmehr auf, sich am 2. August j. I. von der Anklage durch einen Zwei­kampf mit Egeno zu reinigen.

Herzog Otto war zum Kampf mit seinem nichtswürdigen Gegner bereit, jedoch unter der Bedingung, daß ihm freies Geleite gewährt würde. Der Kaiser verweigerte dasselbe; und weil Otto an dem bestimmten Tage ausblieb, erklärte er ihn in di« Acht und entzog ihm das

Preußischer Landtag.

Abgeordnetenhaus.

Das Abgeordnetenhaus nahm am Freitag den Antrag des Abg. Jderhoff (freikons.) auf Einführung der ländlichen Pflichtfortbildungs- schule in Hannover nach kurzen Bemerkungen der Abg. Jderhoff, v. Savigny (Ztr.) und Schröder- Cassel (natl.) in dritter Lesung einstimmig an und setzte darauf die erste Lesung der Eisenbahn- anleihevorlage fort. Nachdem noch eine lange Reihe von Rednern neue Eisenoahnlinien befür­wortet hatten, erklärte Eisenbahnminister Brei­tenbach, das vorgetragene Material werde je nach seiner Dringlichkeit in kommenden Vor­lagen berücksichtigt werden. Eine ähnliche lange Reihe von Rednern nahm schließlich zum Kap. Zugverbindungen das Wort. Die Beratung wurde auf Sonnabend vertagt.

Herrenhaus.

Das Herrenhaus hiett Freitag gleich­falls eine Sitzung ab und erledigte Petitionen.

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Aus den Parlamenten.

Deutscher Reichstag.

Der Reichstag nahm am Freitag in nament- Acher Abstimmung die Resolutton der Polen auf Einsetzung einer Enquete-Kommission zur Un­tersuchung der politischen Verhältnisse der polni­schen Bevölkerung mit 158 gegen 148 Stimmen bei 2 Stimmenthaltungen an und trat darauf in die dritte Lesung des Etats. In der Eeneral- diskussion erklärte zunächst Schatzsekretär Dr. Sydow die Zustimmung der verbündeten Re­gierungen zu der Reichstagsresolution über die Gleichstellung der expedierenden Sekretäre. Abg. Speck (Ztr.) sprach sich gegen die Einführung direkter Reichssteuern aus und hielt eine Reichs­einkommensteuer für einen schweren Eingriff in die Finanzhoheit der Einzelstaaten. NeueSteuer« Vorschläge zu machen, sei Aufgabe der verbünde­ten Regierungen. Oberster Grundsatz müsse da­bei aber ausgleichende Gerechtigkeit sein. Abg. Eraf Kanitz (kons.) lenkte nochmals die Auf­merksamkeit auf das Kohlensyndikat, dessen Preispolitik nach wie vor die Kohlen im In­lands »erteilte und dadurch der deutschen In­dustrie den Wettbewerb erschwere. Während bisher das Streben dahin ging, den Export un­serer Industrien zu fördern, würde jetzt dieses Bestreben durch mächtige Syndikate lahmgelegt. Gegen deren Preispolitik müsse endlich gesetz­geberisch eingeschritten werden. Abg. David (Soz.) legte den verbündeten Regierungen die Schuld an der schlechten Finanzlage de» Reiches gut Last und forderte die Einführung direkter Steuern für das Reick und für die Beamten die staatsbürgerlichen Rechte ohne jede Beschränk­ung. Im weiteren Verlauf seiner Rede ver­breitete sich der iRebnet nur noch über die Wahl­rechtsfrage und forderte das Reichstagswahlrecht für Preußen. Abg. Schrader (fieif. Vgg.) meinte, ohne dirette Reichssteuern in irgend einer Form werde eine Finanzreform sich nicht durchführen lassen. An den Ausgaben lasse sich schwer sparen, das wäre nur möglich durch ein gemeinsames Streben der Völker nach Vermin­derung der Rüstungen. In der Wahlrechtsfrage fei ein freiheitlicher Kurs in unserer Politik der beste Weg, den der Reichskanzler einschlagen sollte. Die Abg. Bebel und Singer (Soz.) er­neuerten den Vorwurf, dir Post verletzte da» Briefgeheimnis, namentlich bei Briefsendungen en und von sozialdemokratischen Abgeordneten.

Ludwig von Marburg, Thammo von Weimar und Ludwig von Cappel; jedenfalls waren e» Burgmannen, die den Grafen an den Rhein begleitet hatten. (S. Lakomblet, Urkundenbuch des Niederrheins 1, Nr. 371).

Stadtverordneten - Sitzung.

)( Marburg, 27. März.

Aus der heuttgen Sitzung standen 13 Punkte.

Es erfolgte zunächst die Abhörung der Rech­nung der Stadthauptkasse pro 1905. Einnahme 987 649 «Al, Ausgabe 871218 «Al, Mehreinnahme 56 431 <*. Der Stadtverordnetenvorsteher

machte einige Mitteilungen über die vorgekom­menen Etatsüberschreitungen, die nachträglich noch genehmigt wurden.

Die Waisenhauskasse schließt ab in Einnahme mit 11547,51 «Al und in Ausgabe mit 11527,26 «Al, Ueberschuß 20,31 «AL Die Eas- werkskasse schließt ab mit 82131,35 «M Einnahme und 82 342,11 «M, Ausgabe, Mehrausgabe 209,76 «AL .. u

Der Verpachtung des Geländes Ecke Bregen- und Savignystraße wurde heute ohne weiteres zugestimmt, da die Schulspielplätze jetzt als all­gemeine Spielplätze sreigegeben find und eine Einrichtung des als Spielplatz in Betracht kom­menden Geländes nicht mehr nötig ist.

Der städttsche Desinfektor ist darum einge, kommen, die Gebühr für Desinfettonen von 3 auf 4 zu erhöhen. Die Vorlage wurde ange­nommen.

Durch Magistratsbeschluß ist einem Beamten des Elektrizitätswerkes gestattet worden, elek­trisches Licht in seiner Wohnung anzubringen. Die Kosten hierfür übernimmt die Stadt, womit die Stadtverordneten einverstanden waren.

Weiter handelte es sich um den Abschluß eine» Vertrages mit dem Hospital St. Jakob, der Witwe Elisabeth Höchel und dem Stein­deckermeister Johann Heinrich Wilhelm Dauber wegen Erwerbs eines Tausches von Grundeigen­tum an der Kirchspitze. Nachdem die Stadtver­ordneten die Pläne eingesehen hatten, gab der Stadtv. Eeßner Bericht über die gestern stattge­fundene Ortsbefichttgung. Die Vorlage wurde angenommen.

Im Erdgeschoß der Fachschule sollen bauliche Veränderungen getroffen werden, die den Stadt­verordneten an der Hand von Zeichnungen deut­lich gemacht wurden. Der Kostenaufwand be­trägt einschließlich sonstiger Einrichtungen etwa 1800 «Al, die zum Teil auf die Waisenhauskasse übernommen werden. Man war damit einver­standen. Der folgende Puntt betraf Bewilligung der Kosten für Aufstellung eines Lageplanes mit Höhenkurven am Weinberg. Es wurde hierbei mitgeteilt, daß wegen dieser Angelegen­heit schon früher Eingaben gemacht worden seien, da es sich darum handelt, hier einen ordnungsmäßigen Weg zu schaffen, teils für die dortigen Gartenbesitzer, teils auch um einen stu­dentischen Neubau dort zu fördern. Stadtv. Eeßner machte ebenfalls wieder Mitteilungen über eine große stattgehabte Ortsbesichtigung. Ganz von der Hand kann man die Sache nicht weisen, denn e» sei nicht ausgeschlossen, daß das fragliche Terrain einmal bebaut würde. Zur Herstellung des Weges feinen vielleicht 2000 «Al nötig. Stadv. Storck meinte, mit dem Bauen dort würde es wohl nicht zu eilig fein, weil es sehr teuer würde. Der Oberbürger­meister erklärte hierzu, daß der Magistrat ja nur 180 «Al für einen Plan verlange und weiter

Man abonniert auf die täglich erscheinendeOberhessische 8eituna" bei allen Postämtern und unfern Zeitungsstellen Ui

HZ Kirch Hain und Wetter sowie bei unserer Expedition - Markt 21.

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Bestellgeld), bei unfern Zeitungsstellen und der Expedition 2 Mk.

Schwiegermutter reiste Eraf Ludwig von Thü­ringen zwischen den Jahren 1122 und 1130 ans den Rhein. Unter den vielen Zeugen, die der! Handlung beigewohnt haben, kommen auch einige Edelleute aus Oberhessen vor, nämlich,

nichts. Man denke daran, zu sehen, ob sich der Weg hier nicht weiter führen lasse, an eine Ver­breiterung des Weges und Einverleibung des­selben in den Stadtbebauungsplan fei nicht z» denken, fügte hinzu, daß es gut fei, wenn man solche Lagerpläne habe, dann könne man bei Ansuchen um Anlage von Stra­ßen auch auf Unterlagen basierende Auskunft geben.' Nach dieser kurzen erklärenden Ausein­andersetzung wurde die Vorlage genehmigt.

Da gegen die Stadt wegen der durch bi« Kanalroste herbeigeführten Unglücksfälle schon mehrere Prozesse entstanden sinh. hat man be­kanntlich damit begonnen diese Roste anders zu legen Bezüglich der Kosten hat der Magistrat Beschlüsse gefaßt, die der Stadtverordnetenvor« steher zur Verlesung brachte. Ueber die Art und Weise, wie die Kanalroste jetzt gelegt werden, gab Beigeordneter Schimpfs entsprechende Er. klärungen. Der Stadtverordnetenvorsteher meinte, in der Altstadt würde man laut Ord­nung über die Unterhaltung der Straßen von den Anliegern wohl nichts fordern können, diese müßte deshalb geändert werden. Es wurde geltend gemacht, daß man, um weiteren Unan­nehmlichkeiten aus dem Wege zu gehen, für Ab­hülfe sorgen müsse. Stadt. Hering glaubte, daß man von den einzelnen Anliegern in diesem Falle nichts nehmen dürfe, das wäre eine un­gerechte Belastung. Da Mißverständnisse ent­standen, wurde erklärt, daß nur in denjenigen Fällen, in denen die Schächte gelegentlich der Herstellung der Bürgersteige erfolgte, die Äoften dem Anlieger mitverrechnet wurden, in jedem anderen Falle fei es Sache der Stadt, Die An­gelegenheit wurde schließlich zurückegestellt.

(Fortsetzung im ersten Blatt.)

Marburg rtier Vieren1 Simm fl16 P?ermig, fSr Iftettamen Pfennig. sq

,nrtn Druck und Verlag: Joh. Lug. Koch, Unwersttätsbuchdruckerei

Sonntag, 29. Marz 1908. Inhaber Dr. L.Hitzeri,th, Marburg, Markt21. Telephon55.