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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marbmg und Kirchhain
«nd den KeUage»: ,,Literarischer An,eiger". ^-udmirtsch-stlichr H-it-g.« a»d .Zu-stri-rte» zmmt-g-bl<E.
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Der heutigen Nummer liegt bei Kreisblatt Nr. 25.
Aus den Parlamenten.
Deutscher Reichstag.
•’ Der Reichstag erledigte am Donnerstag zunächst nach den Vorschlägen der Kommission die zweite Beratung des Ergänzungsetats (Aus- ,gaben für Bekleidung von Truppen, sowie Vergütungen an Postagenturen), und setzte dann die »weite Lesung des Etats de» Reichskanzlers und wer Reichskanzlei mit der Besprechung über die innere Politik fort. Staatssekretär Kraetke wandte sich nochmals mit aller Schärfe gegen den neulich vom Abg. Bebel erhobenen und heute vom Abg. Singer (Sog.) erneuerten Vorwurf, seitens der Postverwaltung werde das Briefgeheimnis verletzt und nannte diese Behauptung auch heute wieder eine leichtfertige Verdächtigung. Abg. Lattmau« (wirtsch. Vgg.) erklärte, die vorgestrige Rede des Abg. Naumann habe nach Abzug des Blendwerks seiner Leredsamkeit nur ein vollendetes Beispiel seiner Demagogie geboten. Was die Resolution Albrecht, betr. Aenderung der Ausweisungsbe- ftimmungen, betreffe, so müsse es der Polizei auch weiter belassen werden, im Interesse des Staatswohles lästige Ausländer rücksichtslos Und geräuschlos hinauszuexpedieren. Der Reso- dltion Hompesch (Sicherung des Wahlgeheim- niffes) stimmten seine Freunde jedoch zu. Ab- kehnen müßten sie aber die von Herrn Naumann befürwortete Resolution Albrecht, betr. Einführung des Reichstagswahlrechtes in allen Einzelstaaten. Das Recht, Vereine zu bilden, müsse den Beamten gewährt werden, keinesfalls aber dürften hier sozialdemokratische Bestrebungen geduldet werden. Darauf nahm Reichskanzler Fürst Bülow das Wort, um sich besonders der Frage der Wahlrechtsresolutionen zuzuwenden. Rechenschaft über bundesstaatliche Angelegenheiten habe er hier nicht abzulegen. Ein Eingriff in die Wahlrechts-Verhälniffe der Bundesstaaten würde verfassungswidrig sein. Auch in der Schweiz und Amerika würde das unzulässig sein. Dies vorausgeschickt, bemerke ich noch: meine Erklärung im preußischen Abge- ordneienhause war keine Kritik des Reichstagswahlrechts. Sie machen aus dem Reichstagswahlrecht ein Dogma, einen Fetisch. Soll ich Ihnen erst beweisen, daß es ein für alle Staaten und Verhältnisse paffendes Wahlrecht überhaupt nicht gibt? Herr Naumann übte vorgestern Zensur: Wahlrecht in Süddeutschland la, Preußen Illb, Mecklenburg Vb. (Große Heiterkeit.) Die verbündeten Regierungen denken an keine Aenderung des Reichstagswahlrechts. Aber was für das Reich gut ist, braucht es noch nicht für die Einzelstaaten zu sein. Im Reiche wirken alle an den großen nationalen Aufgaben mit, hier ist also das allgemeine gleiche Wahlrecht berechtigt. Die bürgerlichen Parteien sollten sich doch in Preußen darüber klar sein, daß, wenn dort das Reichstagswahlrecht eingeführt würde, dies auf
(Nachdruck verboten.)
Die Freundinnen.
Originalroman von Iren« v. Hellmuth.
Ungewöhnlich frühe zog der Herbst ins Land. Die große Hitze und Trockenheit des vergangenen Commers war schuld daran, daß die Bäume !chon halb entblättert dastanden, obwohl man ich noch im Monat August befand. Und noch immer zeigte sich kein Wölkchen am tiefblauen Himmel, flimmernd lag der Sonnenschein auf der staubigen Landstraße, die rechts und links von dichten Buchenwäldern begrenzt war. Die ringsum herrschende Stille wurde plötzlich durch herannahendes Räderrollen unterbrochen. In schlankem Trabe fuhr ein eleganter, reizender, von zwei zierlichen Ponys gezogener Wagen dahin. In demselben saß eine anscheinend noch sehr junge Dame. Das aus weißem Loden gefertigte Kostüm verriet auf den ersten Blick den feinen Geschmack seiner Trägerin. Sie lenkte das Gespann eigenhändig und wie unschwer zu ernennen war, machte ihr dies riesigen Spaß, denn sie wandte sich oft lebhaft an den hinter ihr sitzenden Diener, der, die Arme auf der Brust verschränkt, aufmerksam jeder Bewegung seiner jungen Herrin folgte, und öfters lief die reizende Lenkerin des Gespannes, mit der ganzen Naivität ihrer siebzehn Jahre lachend:
„Nicht wahr, Fritz, ich verstehe meine Sach« ganz ausgezeichnet? Siehst Du, wie ich die feurigen Tiere im Zaum zu halten vermag? Sie gehorchen jedem Wort von tnirl Es geht ganz famos! Ich freue mich bloß wegen Papa, der Meinte, ich hielte das Kutschieren nicht fünf Mi- »uten lang aus bei meiner quecksilbernen Na- «tr. Du wirst es mir bestätigen, wenn wir
ihre Kosten geschähe! Auch in Frankreich huldigte man der Theorie, daß man durch das Rote Meer des Radikalismus zum gelobten Lande komme. Ich kenne diese Theorie vom rouge mer. Es ist nur das Unglück, daß, wer nicht Moses und Aaron zu Führern hat, leicht im Roten Meer ersaufen kann. (Große Heiterkeit.) Bei uns ist die Gefahr, daß das gleiche Wahlrecht die unduldsamste Partei zur Geltung bringen könnte. Und nun das geheime Wahlrecht. Im Reiche habe ich es selbst mit den stärksten Kau- telen umgeben, bin also gewiß an sich kein Gegner des geheimen Wahlrechts. Die preußische Regierung erkennt ja auch die Reformbedürftig- keit des preußischen Wahlrechts an. Aber sie lehnt es ab, ein Wahlrecht einzuführen, etwas zu tun, was den preußischen Staat erschüttern könnte, der da» Deutsche Reich geschaffen hat. (Bravo rechts.) Herr Bebel hat fteilich am Montag gesagt, der preußische Staat könne ruhig verschwinden, da» wäre kein Unglück. Dieser Ausspruch steht auf derselben Höhe, wie die Bebelsche Aeußerung auf dem internattonalen Sozialistentage in Amsterdam: Deutschland müffe auf demselben Wege zur Republik gelangen wie Frankreich. Darauf kann ich nur vor dem In- und Auslande erklären: Der Zusammenhang zwischen Preußen und Deutschland kann nicht zerstört werden, weder durch Angriffe von außen noch durch innere Krisen. (Lebhafter Beifall.)
Abg. Wellstei« (Ztr.) hielt die Begründung des Reichskanzlers für eine Nichtübettragung des. Reichstagswahlrechtes auf Preußen nicht für ausreichend und befürwortete die Resolution Hompesch, betr. strafrechtlichen Schutz des Wahl- geheimniffes. Präsident Graf Stolberg teilte mit es sei namentliche Abstimmung verlangt über eine Resolution Brandys (Pole), betr. Einstellung einer Summe in den Etat für Untersuchung der politischen Verhältniffe der polnischen Bevölkerung im Reiche durch eine parlamentarische Enquete-Kommission. Abg. Bruhn (dtsch. Refp.) sprach sich gegen diese Resolution aus und wandte sich ebenso gegen die sozialdemokratische Resolution. Abg. «mmel (Soz.) empfahl die Wahlrechtsresolution seiner Partei und forderte volle Koalitionsfreiheit für die Beamten. Abg. Potthoff (sreis. Vgg.) begrüßt, daß sich der Reichskanzler heute über die preußische Wahlrechtsreform bestimmter geäußert habe, als am 10. Januar im preußischen Abgeordnetenhause. Staatssekretär ». Bethmann- Hollweg kündigte eine Reform de» Staatsangehörigkeitsgesetzes mit dem Ziele an, den Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit zu erschweren und ihre Wiedererlangung zu erleichtern. Abg. Stortz (südd. Vp.) bedauerte, daß der Reichskanzler nicht wenigstens für Preußen das geheime Wahlrecht angekündigt habe. Darauf gelangte ein Schlußantrag zur Annahme. Der Etat de» Reichskanzlers wurde bewilligt. Beim Etat des Auswärttgen Amts bat Abg. Dr. Osann (natl.), bei der Besetzung der Gesand- schaften und Konsulate mehr als bisher die bürgerlichen Kreise zu berücksichtigen.
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nach Hause kommen, daß ich ganz allein, ohne Deine Hilfe gefahren bin, nicht Fritz? Da wird mein Herr Papa schon Respekt bekommen!"
Der Alte nickte seiner jungen Herrin eif- ttg zu:
„Et, gewiß werde ich das, Fräulein, gewiß!"
Er schien bei der jungen Dame in großer Gunst zu stehen: sie unterhielt sich mit ihm wie mit einem lieben Bekannten. Was Wunder auch! So lange sie denken konnte, kannte sie das gute, alte, runzliche Gesicht, das sich in all der Zeit kaum verändert hatte, höchstens, daß ein paar Striche auf der Stirn und um die Augen hinzugekommen waren, seit er das fleine Fräulein auf seinen Armen getragen, oder auf seinen Knieen geschaukelt hatte. Er erinnerte sich noch genau an jene Zeit: Wie war er vorsichtig umgegangen mit dem kleinen Mädchen, als könnte er an dem herzigen rosigen Ding etwas zerbrechen! Als er das erste Mal das zappelnde, in weiße Spitzen gehüllte Kindchen aus seinen Armen tragen durste, war er nicht wenig stolz. Ganz verklärt schaute er auf das süße Gesichtchen, aus die großen, schwarz bewimperten Augen, die so klug in die Welt blickten. Er vermochte den Blick nicht davon abzuwenden Und immer, wenn ihm das Kindermädchen zufällig in den Weg lief, ließ er seine Arbeit im Stich und bettelte:
„Geh, gib mir unser Kleines ein wenig, es ist ein gar zu liebes, herziges Dingi-
Obwohl die Wärterin ihn darob stets einen alten Narren schalt liefe sie es doch immer gutmütig geschehen daß et das Kind kurze Zeit hin und bet trug. Als die Kleine den Namen Maja erhielt, wat bet Alte ganz gerührt und nickte zustimmend mit dem Kopf:
Preußischer Landtag. Abgeordnetenhaus.
Das Abgeordnetenhaus nahm am Donnerstag die Entwürfe über die Gebühren der Hebammen und über die Erweiterung des Stadt- steifes Effen in dritter Lesung ohne Erörterung an und widmete den Rest der Sitzung der Fortsetzung der ersten Lesung der Eisenbabnanleihe- vorlage, die wiederum zahlreiche Abgeordnete aller Parteien veranlaßte, neue Bahnlinien für ihrer Wahlkreis zu fordern. Aus den vielen Einzelwünschen sei hetvorgehoben, daß Abg. ». Baumbach (kons.) die seit 40 Iahten geforderte Linie Hetsfeld-Hombetg-Alsfeld in Erinnerung bringt. Ferner wünscht et Wetterführung der Bahn Zimmersrode—Treysa. Abg. Werner (dtsch. Reformp.) schließt sich den Ausführungen des Abg. v. Baumbach an. Ferner weist Abg. Stackman« (kons.) darauf Hirn daß der südöstliche und der ganze nördliche Teil de» Kreises Wetzlar der notwendigen Bahnverbindungen entbehre.
Der Kaiser in Venedig.
Uebet den Aufenthalt des Kaisers, bet Kaiserin, der Prinzen August Wilhelm und bet Prinzessin Viktoria Luise liegen folgende Meldungen vor:
Venedig, 26. März. Der Kaiser begab sich heute früh um 10 Uhr mit dem König von Italien, bet ihn von bet „Hohenzolletn" abholte, in dem italienischen Königsboot zu Besichtigungen. Die Kaiserin unternahm eine Eondel- fahrt und besichtigte die Paläste Eiovanelli und Martinengo. Auch Prinz August Wilhelm und Prinzessin VUtoria Luise unternahmen am Vor- msttag Besichtigungen.
Venedig, 26. März. Der Kaiser und der König besuchten heute Vormittag einige Museen. Der Kaiser folgte heute Mittag der Einladung der Gräfin Morosini zur Tafel. Der Kaiser verlieh dem Generalmajor Ttombo den Kronen- otben erster Klasse.
Venebig, 26. März. Die Kaiserin, Prinz August Wilhelm unb Prinzessin Viktoria Luise besichtigten heute Vormittag bie Scuola bi San Rocco unb Santa Maria bei Ftati, wohin sie sich in Eonbeln begaben. Nachmittags um 5 Uhr wat Tee an Vorb bet „Hohenzolletn.
Rom, 26. März. Der Präsibent bet Abge- orbnetenkammer verlas in bet heutigen Sitzung folgende Depesche des Königs: Ich bestätige den Empfang der liebenswürdigen Depesche Eurer Exzellenz, von bet ich bem deutschen Kaiser Kenntnis gegeben habe. Seine Majestät spricht mit mir bet Abgeordnetenkammer für bie liebenswürdige Begrüßung seinen Dank aus. Ihr seht geneigter Viktor Emanuel.
R o m, 26. März. „Popolo Romano" schreibt: Welches auch immer der Charakter der Zusammenkunft sein möge, Rom sendet der Kaiserlichen Familie ehrerbietigsten Gruß und die auftich-
„Eanz recht," sagte er, „das paßt für unser Kleines, denn recht wie ein Maienröslein steht es aus!“
Man neckte das Heranwachsende Mädchen öfters mit seinem alten Bewunderet: denn wo et die zierliche Gestalt erblickte hielt et mit der Arbeit inne unb sah ihr nach, bis sie seinen Augen entschwanb. Glückselig tat er alles, was sie von ihm verlangte unb fügte sich in alle Launen des verwöhnten Trotzköpfchens. Was in seiner Macht lag, tat et fiir basfelbe; Fräulein Maja wat seine Augenweide und er trug die Bewunderung für sie offen zur Schau, obwohl ihm das seitens der Herrschaft manchen Tadel eintrug:
,/Du bestärkst das Kind in seinem Eigensinn," schalt Majas Vater oft, wenn Fritz den Fürsprecher machte bei den kindlichen, Wünschen, die dem kleinen Fräulein aus irgend einem Grunde versagt werden mußten.
Maja setzte fteilich in den meisten Fällen ihren Willen durch. War sie doch das einzige Kind eines Mannes, der über ungezählte Reichtümer verfügte. Und et vergötterte das Mädchen geradezu. Der ausgedehnte Betrieb seines großen Geschäftes brachte auch manche Aufregung und manche Unannehmlichkeit mit sich, so daß der rastlos tätige Mann manchmal mit verfinstertet Stirn fein elegantes Heim betrat, daß et verstimmt und ärgerlich im Zimmer auf und ab lief. Wenn bann aber Maja sich zärtlich an ihn hing, bie lachenben von Lebenslust strah- lenben Augen zu ihm ausschlug unb innig bat: „Liebet Papa, bitte, bitte, nicht ein so finsteres Gesicht machen! Du weißt, ich kann das nicht leiden! Schnell, schnell, die Falten auf Deiner Stirn müssen verfchwinden," bann wat (eine Greiztheit wie weggeblasen.
tigften Glückwünsche. Rom wünscht bet deutschen Station zunehmenbe Größe. Die Sympathie unb bie Bewunbetung für Kaiser Wilhelm beim italienischen Volke ist so festgewurzelt, baß es jedes Mal, wenn et den itaienischen Boden betrete, ein Gefühl lebhafter Genugtuung empfindet, wie eine Familie bei Ankunft eines treuen genialen Freundes. Die Zusammenkunft in Venedig sei ein neuer Beweis der Festigkeit bet zwischen den beiden Dynastien unb ben beiden Stationen bestehenden herzlichen Beziehungen, die keine auch nur vorübergehende Wolke trüben kann. Die Zusammenkunft fei eine neue Bestätigung der vollkommenen Harmonie der Mächte des Dreibundes, der heute mehr als je in der ganzen Welt al» ein Friedensbündnis angesehen wird.
Venedig, 26. März. An dem heute Nachmittag an Bord bet „Hohenzolletn" gegebenen Tee nahm auch König Viktor Emanuel teil. Nach bem Tee nahm bet König von bet kaiserlichen Familie herzlich Abschied unb begab sich unter dem Jubel des Volkes in Begleitung des Ministers des Aeutzern Tittoni zum Bahnhofe, von wo er um 6 Uhr 30 Min. die Rückreise nach Rom antrat. Abends um 8 Uhr (and an Bord der „Hohenzolletn" Tafel statt.
Deutsches Reich.
— West Bülow und das „russische Mißtrauen" gegen Deutschland. Zu den Erklärungen, die der Reichskanzler im Gespräch mit einem Mitarbeiter der „Nowoje Wremja" über verschiedene Punkte unserer auswärtigen Polittk abgegeben hat, bemerkt das russische Blatt am Schlüsse eines Leitartikels: „Der deutsche Reichskanzler wird durch die Tat zu beweisen haben, daß das europäische und russische Mißtrauen gegen Deutschland ein Irrtum wat." In bet offiziösen „Süddeutschen Reichskort." läßt Fürst Bülow darauf folgendes antworten: „Umgekehrt wird ein Schuh daraus. Deutschland hat über gute und getreue Nachbarschaft hinaus, di« es ebenso empfangen will, kein besonderes Anliegen. Die „Nowoje Wremja" aber wünscht, daß Deutschland an dem Reformwerk in Mazedonien in russischem Sinne mitwirken solle. Das läßt sich verstehen, denn Deutschland kann gerade in der Balkanpolitik manches tun, was seine eigenen Intereffen nicht erfordern, unb was es nut aus gutem Willen für bie Bedürfnisse anderer Mächte tun würde. Diesen guten Willen zu beleben, könnte die russische Preffe mit den Zielen bet russischen Politik wohl vereinbar finden und das Ihrige dazu beitragen.“
— Der Nachfolger des amerikanischen Botschafters in Berlin. Die „Tägl. Rundschau" ist in der Lage, die Nachricht des bekannten „Beil. Tagebl.", daß der deutschen Regierung der gegenwärtige Gesandte im Haag, David Jayne Hill als Nachfolger des Botschafters Charlemagne Tower nicht genehm wäre, in allen ihren Einzelheiten für erfunden zu erklären. Es wurde noch
Und wenn sie ihn dann lobte: „So — so ist es recht, Väterchen, siehst Du, es geht, wenn man will," dann zog er das liebliche Mädchen wohl leidenschaftlich an sich und sagte: „Ja, Du — mein Sonnenkind, wenn ich Dich nicht hätte, — bei Dir vergesse ich allen Aergerk"
So viel Macht Maja auch über ihren Vater besaß, dahin brachte sie es trotzdem nicht, daß et sich ganz von den Geschäften zutückzog. Der Betrieb seiner Fabriken wat sein Element, feine fiebensbebingung. Er konnte sich ein Leben ohne Arbeit einfach nicht benken. Durch bie Arbeit war er zu Reichtum unb Wohlhabenheit, zu Ehre unb Ansehen gelangt, sie war ihm so zur Gewohnheit geworben, daß er sich ihr nicht entziehen konnte, ohne sich unglücklich zu fühlen. Fetbinand Steinau Majas Vater, wat ein Mann in ben besten Jahren. Das Geschäft hatte et von seinem Vater übernommen, unb et brachte es durch Fleiß und Umsicht dahin, daß es bald zu ben ersten des Landes zählte. Den größten Kummet bereitete es ihm, daß et keinen Sohn besaß, bem et einst die Leitung des weitverzweigten Betriebes Übergeben konnte. daß einst Fremde da schaffen sollten, wo er mit Lust unb Liebe stets gearbeitet unb gesorgt hatte.
Fteilich blieb ihm bie Hoffnung, baß seine Maja sich bereinst einen Gatten wählen mochte, bet bie Fabriken in seinem Sinne weiterführte, — aber wer konnte sagen, wie sich bie Zukunft gestattete? Das eigenwillige Kinb würbe sicher nut bem Herzen folgen bei dieser Wahl, unb einen Druck wollte bet Vater auf keinen Fall auf seinen Liebling ausüben. Maja sollte glücklich werben, et wollte bazu beitragen, so vtotz in seiner Macht staub.---
e=? (Fortsetzung folgt).