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meinen Arm.

meines Vater» an

Um die Lehrer in landwirtschaftlichen Dingen, soweit sie in Fortbildungsschulen zu lehren sind, auf dem laufenden zu erhalten und weiter auszubilden, wäre es vielleicht nicht un- angebracht, Kurse bei oen landwirtschaftlichen Winterschulen einzurichten. Diese Kurse würden allen Fortbildungslehrern leicht zugänglich sein, während dieKurse an den Landwirtschaftsschulen für die meisten zu weit gelegen sind. (Abg. Meyenschein: Sehr richtig!) Es sollte kern brauchbar schonendes Mittel unversucht bleiben, um das immer mehr als wichtig hervortretende Fortbildungsschulwesen zu heben. Die Beschlüsse des Landesökonomiekollegiums, welche auf eine kräftige Förderung dieses Zweiges der Fürsorge für unsere ländliche Jugend abzielen und sich dahin zusammenfassen lassen: kein spezieller

Rede des Landtagsabgeordneten Geh. RegierumMat von Negelein zum Landwirtschaftsetat.

(Stenographischer Bericht.)

Meine Herren, das Königlich preußische Lan­desökonomiekollegium hat in seiner letzten Tag­ung im Februar des Jahres sich unter anderem mit dem ländlichen Fortbildungsschulwesen be­faßt. Das Ergebnis der Verhandlungen scheint mir so bedeutsam, daß es mit gestattet sei, an dieser Stelle ein wenig näher darauf einzugehen.

Die früher von dem Landesökonomiekolle- aium gefaßten Beschlüsse von 1890 und 1895 wurden einer Prüfung und eingehenden Er­örterung unterzogen. Dabei wurde die Frage, ob in den ländlichen Fortbildungsschulen Fach­unterricht zu erteilen sei, verneint. Schon bei der Beratung des Gesetzes vom 8. August 1904 über den Besuckszwang in den ländlichen Fort­bildungsschulen der Provinz Hessen-Nassau wurde hier in der vom Hohen Hause eingesetzten Kommission landwirtschaftlicher Fachunterricht nicht als erstrebenswert bezeichnet; wenigstens kam die gegenteilige Meinung damals nicht nur zur vollen Geltung. Ich glaube auch Grund zu der Annahme zu haben, daß seitdem in den meisten Fortbildungsschulen kein eigentlicher Fachunterricht erteilt worden ist. Hierzu würde auch den Lehrern, die meistens dem Stande der Dolksschullehrer entnommen sind, die nötige Fachausbildung gefehlt haben. Aber es ist dankenswert, daß eine Körperschaft mit so großer Sachkenntnis wie das Landesökonomiekollegium in dieser für den Ausbau und das Wesen unserer ländlichen Fortbildungsschulen entscheidenden Frage jetzt völlige Klarheit geschaffen hat.Spe­zieller Fachunterricht in jeder Form soll ausge­schlossen sein." Durch diesen Ausspruch ist das Ziel der ländlichen Fortbildungsschule fest abge­steckt. Der Ausschluß des Fachunterrichts rst schon deshalb erforderlich, weil die ländlichen Fortbildungsschulen von jungen Leuten aus ver­schiedenen Berufen besucht werden. Der Unter­richtsstoff soll nach der An»cht des Landesökono- miekollegiums allen jungen Leuten auf dem Lairde in gleicher Weise zugänglich und dienlich sein; er darf also nicht einseitig auf einen be­stimmten Beruf zugeschnitten sein. Gewiß wer­den die ländlichen Fortbildungsschulen als eine gute Vorbereitung für den späteren Besuch der landwirtschaftlichen Winterschulen gelten kön­nen, aber nur in dem Sinne daß die Fortbild- ungsschüler im allgemeinen besser ausgebildet in diese landwirtschaftlichen Fachschulen eintreten und dadurch bessere Erfolge erzielen als andere, die seit dem Verlassen der Volksschule ihre Bild­ung nicht mehr vervollständigt haben. Der Hauptzweck der ländlichen Fortbildungsschulen ist die Erweiterung des allgemeinen Wissens, die Ausbildung des Verstandes, damit die

und ihrer Lösung noch nicht näher gerückt waren. Die Schulen, welche zwei Jabrr-hut- hindurch wenig zahlreich blieben, haben sich in den letzten zehn bis zwölf Jahren ganz außerordentlich ver­mehrt; in vielen Gemeinden sind sie zu einer ständigen Einrichtung geworden. Auch die Ge­setzgebung hat sich mit ihnen beschäftigt und den Vesuchszwang grundsätzlich gebilligt, wenn auch diese Maßregel erst in einer einzigen Provrnz Eingang gefunden hat; jedoch ist in Aussicht ge­nommen, sie in nächster Zeit auch noch in einer oder zwei anderen Provinzen einzuführen. Dre ländlichen-Fortbildungsschulen haben sich in der öffentlichen Meinung durchaerungen. Ihre vor­teilhafte Einwirkung auf die geistige und sitt­liche Hebung der jungen Leute auf dem Lande wird wohl jetzt von niemand mehr verkannt. Für sie entfalten die Staats- und Kreisbehörden sowie die Gemeinden eine lebhafte Fürsorge. Für ihren Fortbestand, ihre weitere günstige Entwicklung und Verbreitung ist die Grundlage geschaffen. Aber manches muß noch geschehen, um die ländliche Fortbildungsschule so weit emporzuheben, daß sie in vollstem Matze wirksam

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchham

Marburg

Mittwoch. 25. März 1908

Den er Ihnen heute Nachmittag machte. Dann bilden wir eine Familie, und alles Un­recht, alle Schuld ist dann gesühnt. Ich werde dann wieder einen Bruder haben, den ich ebenso lieb haben werde, wie den armen Lothar."

Ich wagte ihr nicht in die Augen zu sehen.

Ich kann Ihr Bruder nicht werden, Amal- gunde," sagte ich leise.

Sie sah mich erstaunt und erschrocken an, dann wandte sich ihr Blick hilfesuchend nach dem Platze, wo die Eräfin-Witwe gestanden. Doch diese hatte still das Zimmer verlassen.

Sie können mich nicht als Schwester lieb haben?" fragte sie stammelnd.Haben wir nicht stets gute Freundschaft gehalten?"

Ja, Amalgunde, und diese Freundschaft soll stets zwischen uns bestehen bleiben! Aber eine solche Freundschaft duldet keine Lüge zwischen uns, keine neue Schuld soll zwischen uns treten, wir haben genug an der alten Schuld zu trägem Und eine Schuld lüde ich auf mich, wollt- ich das neue Leben, welches wir beide beg.üneir sollen, mit einer Lüge belasten. Amalgunde, ge­denken Sie jener Stunde, wo wir an dem Grabe meines Vaters standen! Was ich damals nicht auszusprechen wagte, nicht aussprechen durfte, was Sie aber in dem Blick meiner Augem m dem Beben meiner Stimme erkennen mutzten, heute mutz es ausgesprochen werden damit e» klar wird zwischen uns. Ich liebe Sie, Amal* -unbe, aber nicht wie ein Bruder ferne Schwe«

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im Winter zu später Abendstunde, sozusagen I bei Nackt und Nebel. Über Land retten, UN. Artz I bildungsschulen zu besichtigen. Hohe Anetten« I nung dem, der das tut! Aber es kann von nie* | mand verlangt werden. Die jetzt vielfach nahe* I zu bedeutungslose Schulaufsicht könnte belebt I werden, wenn den Kreisschulinspektoren Tage.

1 gelder und Reisekosten oder vielleicht eine I Dienstaufwandentschädigung bewilligt wird mit I der Verpflichtung, die ländlichen Forrbildungs* I schulen zu besichtigen und ihre Förderung ernst« I lich sich angelegen sein zu lassen. Eine ent» I sprechende Dienstanweisung in bezug auf die I Anforderungen, die bei den Besichtigungen zum I Nutzen der Schulen geltend zu machen sind, wäre I hinzuzufügen. Es ist zu hoffen, daß hierdurch I der Fortbildungsschulunterricht eine neue An* I regnng und nachhaltige Förderung erfahren I könnte. Die Mittel dazu wären nicht uner« I schwinglich. Der Staatszuschutz für die land* I lichen Fortbildungsschulen brauchte nicht allzu erheblich erhöht zu werden; auch könnte ja zu« nächst in einigen BeMken der Anfang gemacht werden, wo die Fortbildungsschulen etwas dichter gesät find, gewissermaßen, um ohne große Kosten eine Probe anzustellen und Erfahrungen zu sammeln. Ich nehme an, daß eine solche Ord­nung der Aufsicht mit den Leitsätzen des Landes­ökonomiekollegiums in Einklang zu bringen ist. Denn es handelt sich bei den Kreisschulinspek« toren um staatlich besoldete Beamte, die ihre Bezüge für die Aufsicht über die ländlichen Fortbildungsschulen ebenfalls aus der Staats- lasse empfangen würden. Eine weitere Förder. ung könnte meines Erachtens das ländliche Fort­bildungsschulwesen erfahren, wenn, wie der Raiffeisenverband im Regierungsbezirk Cassel es anstrebt, Wiederholungskurse für die Lehrer an den Fortbildungsschulen in der Art eingerichtet werden, daß sie für die Lehrer leicht zu erreichen sind z. V. in der Hauptstadt des Regierungs» bezi'rks oder abwechselnd in anderen passend ge­legenen Orten des Bezirks. Die Unterweisung könnte im Fortbildungsunterricht bewährten Kräften übertragen werden. Hierbei wäre dann das Hauptgewicht auf die pädagogische Ausbild­ung zu legen, die sehr wichtig ist, (Abg. Meyen* schein: Sehr richtig!) da die Schüler über dre in der Volksschule angewandte Pädagogik be­reits hinausgewachsen stnd.

werde.

In den Schulen, wo der Besuchszwang be­reits besteht, ist zwar dafür gesorgt, datz die Schüler von der ersten Woche des Winterhalb­jahres bis zur letzten die Unterrichtsstunden regelmäßig besuchen. Aber eine ausreichende Gewähr dafür, wie der Unterricht betrieben wird welche Gegenstände er betrifft, in welchen Grenzen et sich bewegt, ist noch nicht gegeben; bas bleibt, wenn auch allgemeine Lehtplane ober Grunbzüge dafür ausgegeben sind, doch wesentlich noch dem Gutdünken bet Lehtet über­lassen. Daher ist bie Forderung des Landes­ökonomiekollegiums, für jede Schule einen Lehr­plan aufzustellen, vollkommen gerechtfertigt. Vielfach ist das noch nicht geschehen; man wird aber damit ernstlich vorgehen müssen.

Ebenso wichtig wäre eine wirksame Aufsicht. Zur Aufsicht sind jetzt schon bestimmt der Orts- schulinspektor und der Kreisschulinspettor. Diese Bestimmung wird und ich glaube damit nie­mandem zu nahe zu treten im ganzen wohl kaum eine erhebliche Bedeutung erlangt haben. Das Landesökonomiekollegium hält staatlich be­soldete Beamte für erforderlich. Der Wortlaut bet Leitsätze läßt vermuten, batz besonbere Be­amte gemeint sink» bie eigens für bie Aufsicht bet länblichen Fortbildungsschulen angestellt roerben. Wenn bas richtig ist bem Gedanken an sich ist dutchaus nicht entgegenzutreten, so fürchte ich, daß wir vielleicht noch lange auf solche Beamte werden warten müssen, da bie Beschaffung bet nötigen Mittel zu ihrer Be- solbung wahrscheinlich auf Schwierigkeiten stoßen wird. Wie kann da geholfen werden? Die Ausfichtsorgane sind, wie ich schon sagte, vorhanden, es müßte ihnen nut das rechte Le­ben die rechte Wirksamkeit eingeflößt werden. Die Aufsicht über die ländlichen Fortbildungs­schulen ist erschwert durch die Art, wie der Un­terricht sich vollzieht. Wer wird wohl, wie ine Verhältnisse jetzt liegen, ohne eine Vergütung, ohne Ersatz der Auslagen sich veranlaßt suhlen,

^.Weshalb verläßt Du Deinen Platz?" fragte die Gräfin. ~

Weil ich dem Enkel der unglücklichen Frau den ihm gebührenden Platz nicht rauben will," entgegnete sie leise.

Ich habe Eundokar hergeführt," fuhr die Gräfin fort,weil ich mit dachte, daß Du ihm manches zu sagen haben wirst, und daß hier angesichts der Mutter seines Vaters bet richtige Ort i|t"

Amalgunde senkte die Augen und eine tiefe Glut übetflammte ihr Antlitz. Dann erhob sie plötzlich die Augen mit bittendem Ausdruck zu mir und streckte mir die Hände entgegen.

Verzeihen Sie mir, Gundokat . . . ich tat Ihnen bitteres Unrecht. . . Erotzmama hat mir alles gesagt, ich bitte, verzeihen Sie mein Unge­stüm ..." ,

Ich habe Ihnen nichts zu verzeihen, Amal­gunde," entgegnete ich bewegt.Der Verdacht, daß ich unredlich, unaufrichtig gegen Sie und die Ihrigen gehandelt, kam nicht aus Ihrem edlen Hetzen, ein unedler, rachsüchtiger Mensch der feine Lust an Streit und Zwietracht hat, träufelte ihn in Ihre Seele.

Die weiße Frau von Oldensloe.

Original-Roman von O. Elster.

(Fortsetzung.)

Selbst wenn es einen Ausweg aus diesem Labyrinth gab, selbst wenn ich auf alles ver­zichtete und die Vergangenheit ein Geheimnis bleiben sollte, gingen unsere Lebenswege aus­einander. Die Vergangenheit stand wie ein Ge­spenst zwischen uns, das immer in jenen Augen­blicken fein grinsendes Haupt erheben wurde, wenn sich unsere Herzen einander wieder nähern wollten. Die Vergangenheit wat die gespenstische weiße Frau, bie unglückverkiinbend ihre Hände über unser Leben ausbreitete. Da gab es keine Versöhnung! Die Vergangenheit war nuqt auszulöschen, bie weiße Frau fanb keine Ruhe, keinen Frieden ber Fluch der alten Schuw lastete auf uns allen und erdrückte unser Gluck.

In solchen düsteren Grübeleien versunken, hatte ich nicht bemertt, daß die Eräfin-Witwe durch die Türe, welche in die Bibliothek führte, eingetreten war. Als sie mich anrebete, fuhr ich erschreckt empor.

grau Gräfin Sie hier?"

Ich bin gekommen, um Ihnen in Ihrem Kummer zur Seite zu stehen," sprach sie mit fanftet Stimme.

Wie sehnte ich mich bamach, Ihnen mein Herz auszuschütten," aber ich glaubte, auch Sie hätten mich verworfen."

Wie können Sie daran denken? Weiß ich Nicht alles? Kenne ich nicht alle Ihre Gedan­ke»? Sind Sie nicht mein lieber Sohn ge­worden?"

JD meine Mutter .. .*

jungen Leute befähigt werden, später mit I größerer Einsicht and tieferem llrMl d-n Aus­gaben, die der'Beruf und bas Leben ihnen stellen, entgegenzutreten. Hierzu ist fein spe­zieller Fachunterricht weber in ber Landwirt­schaft noch in einem anderen Fach erforderlich.

Wenn nun eigentlicher Fachunterricht ausge­schlossen bleibt, so ist damit keineswegs gesagt, daß der ländliche Hauptberuf, die Landwirt­schaft in bem Fortbilbungsschulunterricht gar keine Berücksichtigung finben soll; ber Unterricht wirb Gelegenheit genug bieten, bie lanbwirt- schaftlichen Verhältnisse geniigenb in Betracht zu ziehen. Das Lanbesökonomiekollegium hat auch nickt unterlassen, Leitsätze aufzustellen, wie ber Unterricht in den Fortbildungsschulen zu hand­haben sei. Wenn ber Unterricht einerseits nicht einem speziellen Fache zugewanbt sein bars, so soll er anbererfeits nicht bloß in einer Fort­setzung bes Elementarunterrichts bestehen; er soll sich nach Form unb Inhalt scharf von ihm unterscheiben unb Rücksicht nehmen auf bie wirt­schaftlichen Vorgänge unb ben Schülern bie Kenntnis im Staatswesen, ber Gliederung ber Behörden usw. vermitteln; batz auch bie Haupt­zweige bes Elemenrarunterrichts, ber Unterricht im Deutschen unb im Rechnen, nicht entbehrt werben können, ist selbstverstänblich; nur muß ber Stoff unb bie Art seiner Behandlung ent­sprechend den reiferen Jahren der Schüler über das Ziel der Volksschule hinausgehen.

Mit diesen knappen Andeutungen kann der Inhalt des ländlichen Fottbildungsfchulunter- richts natürlich nicht erschöpft sein. Bei dem Unterricht im Deutschen, vielleicht auch der Na­turkunde und in der Kenntnis des Staats« wesens in den erwähnten Leitsätzen ist hier­für ein besonderes Wort geprägt: in ber ,Mr- gerfunbe läßt sich manches Wissensgebiet be­rühren unb in den Gesichtskreis der Schüler einführen. Aber cs darf dabei nicht zu viel­seitig verfahren werden. Daher empfiehlt das Landesökonomiekollegium die Aufstellung von Lehrplänen für jede einzelne Schule, die den Lernstoff genauer umgrenzen.

Durch die Verhandlungen des Landesokono- miekollegiums zog sich die Befürchtung hindurch, es möchte an den ländlichen Fortbildungsschulen des Guten zu viel gelehrt werden. Deshalb wurde ferner die Durchführung einer geeigneten Aufsicht empfohlen. Nicht etwa in der Absicht, um die Lehrer zu ihrer Pflicht anzuhalten; im Gegenteil, dem Eifer und dem guten Willen der Lehrer wurde volle Anerkennung gezollt. Es soll gerade dem Uebereifer gewehrt werden, da­mit nicht Gegenstände in die unterrichtliche Be­handlung hineingelangen, die sich dem ländlichen Fortbildungsschulunterricht nicht anpassen.

Meine Herren, obgleich ländliche Fortbild­ungsschulen seit dem grundlegenden Ministerial- erlatz von 1876 nun schon seit mehr als 30 Jahren bestehen, möchte ich sagen, befinden wir uns mehr oder weniger noch in den Anfängen ihrer Entwicklung. Die Schulen waren im großen unb ganzen bisher sich selbst überlassen. Das mochte sein Gutes haben, solange bei bem Fortbildungsunterricht noch viele Fragen offen

~3a, nenne mich so . . . aber wenn Du mein Sohn sein willst, dann hättest Du mir voll ver­trauen sollen! Weshalb hast Du mir nichts von Deiner Liebe zu Amalgunben gesagt?"

Wie konnte ich? Würbe es nicht wie Eigen­nutz" unb Selbstsucht geklungen haben, ja, wie eine bunkle Drohung?"

Die Gräfin lächelte.Die Dichter haben recht, wenn sie den Verliebten die klare Ueber- legung absprechen," entgegnete sie.Wie hätte alles ganz anders kommen können! Aber jetzt komm, die arme Edith verlangt nach Dir. Laß uns zu ihr gehen." ,

Ich folgte ihr durch das Archiv in das alte Schloß und in die Wohnung meiner Großmutter.

Im Vorzimmer trat uns die Pflegerin ent- gegen.

Was macht unsere Kranke?" fragte die Gräfin. .... ,,

Sie hatte einen sehr unruhigen, bösen Tag, entgegnete die Pflegerin.Erst seitdem Com- tesse Amalgunde bei ihr ist, ist sie ruhiger ge­worden, unb jetzt ist sie entschlummert.

Ich glaubte meinen Ohren nicht zu trauen. Amalgunbe ist bei ihr?" fragte ich erstaunt.

3a entgegnete bie Gräfin mit leichtem Lächeln,ich habe sie selbst zu Edith geführt. Und nun tritt ein. .

Sie öffnete die Tür und etn lieblicher An­blick bot sich mir dar. Das Zimmer war durch eine Ampel sanft erleuchtet. Auf einem Ruhe­bett lag Edith, von leichten Dttken umhullt, in sanftem Schlummer. Reben ihr satz Amal­gunde auf einem niedrigen Tabouret und hielt bie fjanb ber Schlafenben in beiben Hauben.

Als sie uns eintreten sah, überflutete eine leichte Röte ihr blasses Gesicht. Sie erhob stch, inbem sie die Hand Ediths sanft auf die Decke zurücklegte und tret von dem Lager zurück.

Di« Jnsertionsqebühr betragt für bie 7gespaltene Zeile

oder deren Kaum "15 Pfennig, für Reklamen fo Pfennig. in

Druck und »erlag: Joh. Avg. Koch, Umversttätsbuchdruckei^ 1 C

Inhaber Dr. L.H'itzeroth, Marburg, Markt21. Telephon55

Ich danke Ihnen, Eundokar ... ach, ich bin jetzt so froh so glücklich... jetzt werde ich Ihre arme Großmutter pflegen! Sehen Sie, wir haben schon Freundschaft miteinander geschlossen, und sie liebt mich schon und nennt mich ihr liebes gunde aber majt wie ein wuu« Töchterchen. Unb auch Sie find mir nicht mehr ster nein, viel tiefer, viel inniger, mit einer böse, Eundokar?" heißen Sehnsucht und es würde ein Der«

,Mie könnte ich, Amalgunde?" I brechen fein, wollte ich mit dieser Liebe im Her«

Und nicht wahr," fuhr sie fort und legte in zen Ihnen die Hand als Bruder reichen. Das ist ihrer alten vertraulichen Weise die Hand auf I das Eeheimnis meines $erjens, nur b efe - jeüt nehmen Sie den Vorschlag I verhängnisvolle Stunde entschleiern konnte. Un» in>« I nun sprechen Sie mein Urteil..."

Melchen Vorschlag?" I. (Fortsetzung folgt)