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Zweites Blatt
Herr Graf. Ihr in )t, offen und frei hä! ja jetzt auch frei I Zii
Sunde liebt «ich Nicht
„Und doch schienen Sie vorhin selbst Bedenken zu tragen, auf meinen Vorschlag der Adoption einzugehen?"
„5a, aber aus einem ganz anderen Grunde/
,Karf ich den Grund nicht wissen?" __
„3a, Sie sollen alles wissen,
Deutsches Reich.
— Ein englisches Urteil über die deutschen Eisenbahnen. Bei den neulich stattgehabten Verhandlungen des englischen Parlaments über die auch in England geplante Verstaatlichung der Eisenbahnen, bemerkte Mr. Llond George, der Präsident des englischen Handelsamtes gegenüber den von einem Abgeordneten vorgebrachten Bedenken, daß die Verstaatlichung der Eisenbahnen ein Entgegenkommen gegenüber dem Programm der Sozialisten bedeute u. a.: Wer waren die Männer, die in anderen Staaten für den Ankauf der Privatbahnen eingetreten sind? In Deutschland war es Fürst Bismarck der den Sozialismus bekämpft und gehaßt hat ünd nicht Mitglied der sozialdemokratischen Partei gewesen ist. Er betrachtete die Frage lediglich vom Standpunkte des allgemeinen deutschen Interesses und die Erfahrungen der letzten 30 Jahre lasten sein Vorgehen als einen riesigen Erfolg erscheinen. Die Eisenbahnen haben sich in Deutschland als eine wertvolle Stütze für die einheimische Industrie gegenüber der ausländischen erwiesen. Ihre Tarifpolitik hat weit mehr als die der englischen Bahnen die Interessen der gesamten Volkswirtschaft gewahrt. Die Mitglieder einer von hier nach Deutschland entsandten Kommission haben unabhängig voneinander festgestellt, daß die deutschen Verfrachter mit dem bestehenden Staatsbahnsystem durchaus zufrieden sind und eine Rückkehr zu dem früheren Privatbahnsystem ebensowenig wünschen wie wir etwa ein Wiederaufleben der früheren Privatpostanstalten." — In ähnlichem Sinne haben sich bereits vor einigen Jahren auch einige Mitglieder des Repräsentantenhauses in den Vereinigten Staaten ausgesprochen. Hier war von Abgeordneten, die die Jnteresten der großen Eisenbahngesellschaften vertraten, dasStaatsbahnwesen Deutschlands und insbesondere seine Tarifpolitik und deren nachteilige Wirkungen auf Handel und Verkehr in den schwärzesten Farben gemalt worden, worauf der Abgeordnete John I. Esch aus Wisconsin unter anderem erwiderte: „Wenn man die Reden dieser ausgezeichneten Mitglieder
„Wie soll ich Sie verstehen? Was hat Amal- gunde damit zu schaffen?"
„Ich trug Bedenken, Ihren edelmütigen L erschlag anzunehmen, weil — weil ich Amalgunde nicht wie eine Schwester lieben könnte . . ."
„Richt wie eine Schwester?"
„Stein, sondern wie dasjenige Wesen, von dem man das höchste Glück seines Lebens erwartet _ wie meine Braut — meine Gattin. . ."
Das Wort war gesprochen. Ich atmete tief auf, und stand in zitternder Erregung da.
„Und davon haben wir nichts geahnt?" fragte der Graf, wie in einem Traum befangen. „Und weiß Amalgunde von Ihrer Liebe?"
„Ich glaube, sie ahnt sie — aber ich habe niemals gewagt, von meiner Liebe zu sprechen — und jetzt — jetzt ist ja doch alles vorüber .. . sie selbst sagte es ja vorhin ..."
Des Grafen Augen ruhten mit tiefem Ernst auf mit. Dann reichte er mit die Hand und sprach mit vor Rührung bebender Stimme:
„In dieser Stande habe ich Sie erst ganz kennen und lieben gelernt, Eundokar. Ich danke Ihnen für Ihre Mitteilung — ich danke Ihnen aus vollem Herzen. Lasten Sie uns für heute unsere Unterredung abbrechen — wir sind beide verwirrt und betäubt — es war zu viel auf einmal. Sie sollen meinen Entschluß in einigen Tagen hören, bis dahin bitte ich Sie, noch hier zu bleiben. Wollen Sie mir das versprechen?"
„Ja, ich verspreche es*
,Zch danke Ihnen. Und nun verkästen Sie mich, ich mutz mit mit selbst ins Reine kommen."
Er gab mir nochmals die Hand, die ich gern in ehrerbietigem Kuß an die Lippen geführt ' Litte. Dann wandte et sich ab und verließ ba» Jimmer, durchwühlt von einem Sturm der verschiedensten Gefühle unb Gedanken.---
. (Fortsetzung folgt)
„Herr Graf," sagte ich stockenb und zögernd und mit dem Ausdruck kämpfend, „Sie waren vorhin so gütig, mir einen Vorschlag zu machen."
„Welchen Vorschlag?"
„Sie wollten . . . ich sollte ... Ihren Namen tragen, ich sollte Ihr Sohn werden..."
„Ja, altes Unrecht sollte durch diese Adoption gesühnt werden. So war es zwischen meiner Mutter und mir verabredet worden. Jetzt verstehe ich meine Mutter! Jetzt weiß ich, daß sie beiden Teilen gerecht werden wollte. Das geht nun nicht mehr an.“
„Weshalb nicht, Herr Graf?"
Er sah mich groß an.
„Weil dadurch das wirkliche Unrecht nicht gesühnt wird," sagte er nach einer W"ile. „Weil die Unehre welche auf dem Namen, auf dem Leben Ihres Vaters lastet, nicht von ihm genommen wird. Es wäre ein neuer Betrug, den wir der Welt vorspiegelten. Ich mag mich nicht dazu hergeben. Lassen Sie mich den geraden Weg gehen, er kann uns beiden nut zur Ehre gereichen. Morgen schon werde ich nach bet Residenz fahren, um die geeigneten Schritte vorzubereiten. Der Herzog wird mit ein gnädiger Herr fein ..."
„Nein, nein,“ tief ich in Verzweiflung, „es darf auf keinen Fall geschehen."
Marburg
Somitag 22. März 1908.
des Hauses hört, so sollte man glauben, daß bet deutsche Handel still steht, baß die einst machtvollen Städte dem Verfall entgegengehen und daß das mächtige Kaiserreich selbst im Niedergang begriffen ist. Was ist die Wahrheit? Welche Nation in Europa hat die größten Fortschritte im Handel und Gewerbe in den beiden letzten Jahrzehnten gemacht? Deutschland! Welche Nation ist unser gewaltigster Mitbewerber auf den Weltmärkten geworden? Deutschland! Welche Nation hat den am höchsten entwickelten Binnenverkehr? Deutschland! Wenn einmal Tränen geweint werden sollen, so verschwende man sie nicht, indem man über Deutschland weint."
— Soziademokratie und Mord. Wir hatten an der Hand der „Adreste an das Schweizer Volk“ und ihre Unterschriften festgestellt, daß die Führer der deutschen Sozialdemokratie die Attentatstaktik der rustischen Sozialdemokratie billige. Nun entschuldigt sie der „Vorwärts" mit der feinen Unterscheidung, daß die Bruderparteien, die ruffische Sozialdemokratie, in mehreren Beschlüsten, die Attentate einzelner, den Terrorismus verworfen habe. Die Partei, der Bromar-Vastiliev ang»hort und in beten Auftrag er ben Kondowurow getötet habe, fei bie be- Sozialisten-Revolutionäre. Diese Partei stehe der deutschen Sozialdemokratie nicht so nahe, wie die rustische Sozialdemokratie,, sie gehöre aber wie b'efe der sozialistischen Internationale an und ihre Praktizierung des Terrorismus (so!) fei kein Grund, sie davon auszu- schließen. „Denn,“ so fährt der „Vorwärts" fort, „bei Terrorismus, den die Sozialdemokraten für Länder mit einigermaßen gesicherten Rechtsverhältnissen (also auch für Deutschland, wie wir zum besseren Verständnis für Leute mit mangelndem guten Willen, zu verstehen, hinzusetzen wollen) prinzipiell verwirft, ist in Ländern wie Rußland, in denen die Regierung und Verwaltungsbehörden organisiert; Verbtechet- banden sind, in denen Bestien in Uniform tag« ich am Volke die scheußlichsten Bestialitäten verüben, als Mittel der Notwehr zulästig. Man kann seine Anwendung, wie die rustische Sozialdemokratie tut, aus taktischen Gründen abweisen, aber nicht mehr aus prinzipiellen Erwägungen heraus verbieten “ — Das sind verdächtige Phrasen, deren Hohlheit gute Kenner der rusti- । scheu Verhältnisse sofort erkennen. Immerhin stellen wir fest, daß auch nach dieser Erklärung die Sozialdemokratie den Terrorismus als Mittel der Notwehr für zulästig erklärt und daß sie seine Anwendung höchstens aus taktischen Gründen abwiese. Zu den von uns mitgeteilten Unterzeichnern des Aufrufes ist inzwischen noch der Abg. Zubeil und die Redaktion der „Neuen Zeit“ getreten. Mit diesen Unterschriften treten die Herren schützend vor den politischen Meuchelmörder Bromar-Vastiliev und die „Praktizierung des Terrorismus“, da gibt es keine Wortklauberei mehr.
die Fälle, in denen die Handwerkerorganisationen, insbesondere die Handwerkskammern der Förderung des Handwerks nicht durch Geld- unterstützungen und andere äußerlich hervortretende Mittel, sondern auf dem weniger in die Erscheinung tretenden, aber nicht minder bedeutsamen Wege der Anregung, Raterteilung gedient haben.
Außer den genannten Punkten bietet die Denkschrift noch Zusammenstellungen über die Verteilung der organisierten Handwerke» auf die verschiedenen Berufe, über die verschiedenen Arten der Innungen nach der Gewerbeart, für die sie errichtet sind, und über die Tätigkeit der höheren Verwaltungsbehörden auf dem Gebiete der Jnnungsorganisation.
Die mit graphischen Darstellungen versehene Denffchrift ist im Verlag von Earl Heymann in Berlin erschienen.
D>elmut macht es mir zur Pslich , ,, zu Ihnen zu sprechen. Ich kann ja jetzt auch frei den Grund meines Bedenkens sagen, denn Ämal«
Die JnsertionSgebübr beträgt flir de 7gespaltene Zeile
ober beten Rmnn 15 Pfennig, für Reklamen 80 Pfennig. — in cy-c*.-
Druck unb Verlag: Joh. Bug. Koch, vnwersitätsbnchdruckerei x)uMly»
Inhaber Dr. E. Hitzeroth, Marburg, Markt 21. — Telephon 55
Wirkungen des Handwerkerflefttzes.
Die im Anfang des Jahres 1905 veranstaltete Erhebung über die Wirkungen des Handwerkergesetzes (Reichsgesetz vom 26. Juli 1897) ist nunmehr in einer umfangreichen Denkschrift des Kaiserlichen Statistischen Amtes (Abteilung für Arbeiterstatistik) erschienen. Wie es in dem die Erhebung anordnenden Erlaß des Staatssekretärs des Innern heißt, sollte es sich dabei nicht lediglich um die zahlenmäßige Ermittelung der im Reiche bestehenden freien Innungen, Zwangsinnungen, Jnnungsausfchüste und Jnn- »ngsverbände, sowie der Mitglieder dieser Organisationen handeln, sondern auch darum, soweit es auf statistischem Wege möglich, einen Ueberblick darüber zu gewinnen, in welchem Umfang die einzelnen Organisationen bestrebt gewesen sind, die ihnen durch das Gesetz obligatorisch oder fakultativ zugewiesenen Aufgaben zu erfüllen, welche besonderen Einrichtungen sie hierfür getroffen haben und welche Aufwendungen für dieselben gemacht worden find. Den größten Teil der Denkschrift nimmt naturgemäß die Betrachtung der Handwerkerinnungen ein.
Im Anfang des Jahres 1905 bestanden 3164 Zwangsinnungen mit 218 468 Mitgliedern und 8147 freie Innungen mit 270 232 Mitgliedern, zusammen 11311 Innungen mit 488 700 Mitgliedern. Wie bei einer nachträglichen, aber in der Denkschrift noch mitbearbeiteten Erhebung über die Tätigkeit der Handwerkskammern nach dem Stande vom 31. Oktober 1907 festgestellt wurde, hat sich unterbesten bie Zahl ber freien Innungen um 4,8 vH., bie ihrer Mitglieber um 7,1 vH., die Zahl der Zwangsinnungen um 8,4 vH. und die ihrer Mitglieder um 2,2 vH. vermehrt.
Der größte Teil der Zwangsinnungen (1921) ist im Jahre 1899, also kurz nach Inkrafttreten des Handwerkergesetzes, errichtet worden. Die Zahl der Innungen ist in Norddeutschland verhältnismäßig viel größer als in Süddeutschland, wo bie Eewerbevereine in weitem Umfange die Vertretung der Handwerker übernommen haben.
Auf Grund des sorgfältig geprüften Materials enthält die Denkschrift eine eingehende Darstellung des Jnnungslebens. Sie zeigt die verschiedenen Arten bet Mitglieder, aus denen sich die Innungen zusammensetzen, behandelt die Vorstandssitzungen ber Innungen, die Jnnungs- »erfammlungen, die Jnnungsschiedsgerichte und Einigungsämter, die Hilfspersonen (Gesellen und Lehrlinge) und ihre Tätigkeit, insbesondere die Reaelung des Lehrlingswesens' sie schildett die Tätigkeit bet Innungen auf dem Gebiete des Schulwesens, des Arbeitsnachweises, bet Herbergen, ber Jnnungsktanken- unb Unter« stützungskasten unb sonstiger gemeinnütziger Veranstaltungen; sie behandelt bie Beteiligung ber Innungen an Submissionen, bie Bestellung
von Beauftragten, bie Beschränkung bet Mit- I glieber in bet Festsetzung ihrer Preise usw so- I wie bie gesamte wirtschaftlichen Verhältnisse ber I Innungen: Einnahmen, Ausgaben unb Der- I mögen, (Eintrittsgelbet, Mitgliederbeiträge, ge- I meinschaftliche Geschäftsbetriebe, Fonds und I Stiftungen u. a. I
Aus allem tritt ein reiches Leben der Inn- I ungen hervor. Die Zwangsinnungen haben sich I bewährt unb vielfach eine noch größere Wirk- I famfeit als die freien Innungen entfaltet, wenn I andererseits auch aus der Vergleichung der An- I zahl bet bestehenden freien unb Zwangsinnun- I gen bet Schluß gezogen werben kann, daß bte I Form bet Zwangsinnungen sich nicht für alle Ee- I genben unb alle Gewerbe eignet. I
Die Finanzen bet Innungen bieten einen Beleg für bie wirtschaftliche Bedeutung dieser Handwerkerorganisationen. Die Einnahmen der I Zwangsinnungen betrugen 1904 893 Je, ihre Ausgaben 1446 353 <« (auf den Kopf eines Mitgliedes 8,09 JL). Die Einnahmen der freien Innungen betrugen insgesamt 3 245 7bb ihre Ausgaben 2 222136 M (auf den Kopf eines Mitgliedes 8 24 -4t) und ihr Vermögen 10 028 068 M (auf den Kopf eines Mitgliedes 3719 -4t). Die Einnahmen aller Jnungen zusammen betrugen also 5 150 659 -4t, die Ausgaben aller 3 668 489 -4t (auf ein Mitglied durchschnittlich 7,52 -4t) und ihr Vermögen zusammen 11794 012 -4t (auf ein Mitglied 24,18 -4t).
Bei allen Jnnungsmitgliedern waten insgesamt 691 569 Gesellen und 264361 Lehrlinge beschäftigt.
Den bestehenden 208 Jnnungsausschüsten waren im Iahte 1904 2158 Innungen (==18,9 vH. aller Innungen) mit 156176 Mitgliedern (= 31,6 vH. aller Mitglieder) angeschlosten. Die Zahl ber Jnnungsausfchüste unb ber ihnen angehörenden Innungen hat sich mit der Zeit vermehrt, so daß am 1. Oktober 1907 271 Jnn- ungsausschüste mit 2887 Innungen (= 24,1 vH. aller Innungen) bestanden.
Eine bedeutende Wirksamkeit haben die Jnnungsverbände entfaltet, insbesondere die großen Fachverbände einzelner Berufe. Im ganzen bestanden 24 selbständige Verbände, welche sich über bas ganze Reich erstreckten mit zusammen 128 Zweigverbänben. Dazu kommen noch 19 selbständige Verbände, die sich auf einen Teil des Reiches beschtäntten.
Die Selbstverwaltung der Handwerker gipfelt in den Handwerkskammern, deren rege unb fruchtbare Tätigkeit beshalb befonbets beutlich in der Denkschrift zum Ausdruck kommt, weil bte Ergebnisse bet ursprünglichen Erhebung vom Anfang des Jahres 1905 benen ber nachträglichen Erhebung vom Jahre 1907 gegenubetge- stellt werden konnten.
1907 betrugen die Einnahmen der Handwerkskammern 2 825 615 -4t, die Ausgaben 2 414115 -4t und das Vermögen (der Ueberschutz der Attiva über die Passiva) 1337 417 -4t. .
Die Tätigkeit ber Handwerkskammern ist in Wahrheit noch erfolgreicher, als aus ben Ergebnissen ber Erhebung hervorgeht; denn einer zahlenmäßigen Darstellung entziehen sich alle
„Sie sehen aus der Tatsache, daß er die Angelegenheit meiner Tochter enthüllt hat, wie er die Angelegenheit auffaßt. Soll ich mich dem aussetzen daß er unseren Namen, unsere Schmach^ unsere Schuld der Oeffentlichkeit preisgißt? Wie wollen Sie ihn zwingen?"
Er hat schon einmal eine Erpressung und eine Unterschlagung, die mit dieser Angelegenheit zusammenhängt, begangen. Ich werde ihm mit der Staats-Anwaltschaft drohen, wenn er weiter spricht.“
„Und wenn Sie diese Klage gegen ihn anhängig machen wollten, würde dann nicht unsere Angelegenheit auch zur Sprache kommen? Würde nicht alle Welt erfahren, auf Grund welcher Tatsachen Ihr Onkel jene Vergehen begangen?" „
Ich sah das richtige dieser Bemerkung etn unb schwieg betroffen still.
„Sie sehen," fuhr der Graf fort, „daß es keinen anderen Ausweg gibt, als der Wahrheit die Ehre zu geben. Wir tragen keine Schuld an dem Geschehenen, wenn wir auch die Folgen tragen müssen. Der Väter Schuld erbt sich fort auf Kinder und Kindeskinder — bas erfahren wir jetzt.“
Ich war tief bewegt von bem stolzen Edelmut und der ruhigen Würde, mit der der Graf das Unvermeidliche trug. Da blitzte mtt eut Gedanke durch die Seele, und wenn er mich auch schmerzlich erregte, so erschien er mir doch die Rettung aus all diesen Wirren zu bieten Jch brachte dabei ein Opfer - das größte meines Lebens, aber ich hatte mit geschworen, Amalgunde glücklich zu machen, ihr und ihrer Familie durch die Geltendmachung meiner Reqtsaru spräche niemals Kummer zu bereite« — deshalb mußte das Opfer gebracht werden.
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Die weiße Frau von Oldensloe.
Original-Roman von O. Elster.
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„Nein, Eundokar," sprach er mit einem Stolz und einer Kraft, die mich in Erstaunen setzten, „so kann es nicht zwischen uns bleiben. Der Gedanke, ungerechtes Gut mein Eigen zu nennen, würde mich und die meinigen erdrücken. Sie sahen ja selbst, wie dieser Gedanke schon mein armes Kind erregte unb fast wahnsinnig machte. Ihnen, bem unser Name, unser Besitz gebührt, soll er auch werden — Recht muß Recht bleiben ober bie Welt geht zu Erunbe . . .
„Niemals nehme ich bas an!“
„Sie werden es annehmen müssen, schon um der Gerechtigkeit willen. Strengen Sie den Prozeß an, ich werde mich in alles fügen — um mich kümmern Sie sich nicht, meines Fürsten Gnade wird mir helfen."
„Nein, nein, Herr Graf, auf keinen Fall Sehen Sie hier — nehmen Sie die Dokumente!"
,Zch nehme Sie nicht, sie gehören Ihnen!“ „So zerreiße ich sie und vernichte mit ihnen alle meine Ansprüche für jetzt und alle Zeiten!“
Ich ließ meinen Worten die Tat folgen, zerriß die Papiere und streute sie auf den Fußboden.
Der Graf ließ es ruhig geschehen.
Mit dem Zerreißen der Papiere“ sprach et mit edlem Stolz, „vernichten Sie nicht Ihre Rechtsansprüche. Die Papiere können erneuert «erden. Sie find ja nicht der einzige, der um die Angelegenheit weiß, Ihr Oheim weiß davon ..." ... __.
„Ich werde ihn zwingen, darüber zu schwer« _jmT
Man abonniert auf die täglich erscheinende „Oberhessische
-- Zeitung" bei allen Postämtern und unfern Zeitungsstellen in JWO 7(1 Kirchhain und Wetter sowie bei unserer Expedition — Markt 21.
— Der Bezugspreis beträgt durch die Post 2,25 Mk. (ohne Bestellgeld), bei unser» Zeitungsstellen und der Expedition 2 Mk.