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didieren und wird höchstwahrscheinlich lau aufgestellt werden.
— Einigung in der Kommission Reichsvereinsgesetz. Dem Vernehmen über den Sprachenparagraphen des
1. April 1909 beginnend, 4 Millionen Mark al« zinsfreien Staatsbeitrag, aus dem Zwei» Millionenfonds, der vom Etatsjahr 1909 ab entsprechend zu erhöhen ist, zu bewilligen."
Die Wahlprüfungskommisfion beschäftigte sich am Mittwoch wiederum mit der Prüfung der Wahl des Abgeordneten Schwabach (natl.) tu Memel-Heydekrug. Es wurden mehrere Protest» punkte festgelegt, über die weitere Beweiserhebungen angestellt werden sollten. Die Prüfung wird am Donnerstag fortgesetzt.
gesetzes eine Einigung auf sagender Grundlage erzielt worden: Es soll zwischen alt eingesessener und fluktuierender Bevölke.ung unterschieden werden. In Bezirken, in denen nach der letzten Volkszählung mindestens 60 Prozent der Bevölkerung fremdsprachig sind, wird eine
Von Berlin nach Athen.
Unter den Balkanbahnprojekten, die jetzt im Vordergründe des politischen Interesses stehen, spielt die künftige direkte Bahnverbindung Verltn-Wien-Athen eine wichtige Rolle.
Die griechische Regierung wird jetzt ebenfalls Lei der Pforte um die Bewilligung der Fortführung der Bahn von Larissa nach Saloniki »achsuchen, die dem griechischen Bahnnetz den Anschluß an den europäischen Norden ermöglichen soll. Als die neuen Balkanbahnprojekte bekannt wurden, sagte man sich in Griechenland, daß jetzt der richtige Zeitpunkt sei, um endlich «inen langgehegten Wunsch der Erfüllung näher zu bringen. Die griechische Nordbahn ging bisher von Athen bis Larissa, jede weitere Verbindung mit dem übrigen Europa fehlte. Bis zur türkischen Grenze ist die Linie schon weitergeführt, und es fehlt nur noch die Strecke bis Saloniki, die dann eine direkte Verbindung zwischen diesem bedeutenden Hafenplatz und dem nicht minder wichtigen Piraeus schaffen wird.
Man zweifelt nicht, daß die Pforte dem Ersuchen Griechenlands willfahren wird. Die Bahn soll von einem französischen Syndikat gebaut werden. Ihre Bedeutung liegt auf rein wirtschaftlichem Gebiete, denn sie erweitert den Handelsverkehr zwischen Süd und Nord und bewirkt gleichzeitig eine bedeutende Verkürzung des Postweges nach Afrika und Asien.
Die gesamte englische Post für Indien, überhaupt die Post aus Europa, die bis jetzt von Brindifi mit dem Schiff nach Port Said geht, könnte dann mit der Bahn auf dem Landwege in viel weniger Zeit zur Hafenstadt Piraeus gelangen und von da auf dem nur kurzen Seewege nach Aegypten. Auch für den Handelsverkehr im östlichen Mittelmeer wird die Anschlußbahn eine große Ersparnis an Zeit und Kosten bedeuten. Für Deutschland und Oesterreich-Ungarn, deren Handel nach Griechenland und Kleinasten von Jahr zu Jahr zunimmt, kommt dieser Vorteil in erster Linie in Betracht.
Politische Widerstände stehen dem Ausbau der Bahn nicht entgegen. Denn weder Italien und Rußland, die ihre Querbahn von der Adria bis zur Donau haben werden, noch die Balkanstaaten Bulgarien und Serbien können in dem Anschluß Griechenlands an das allgemeine »ahnnetz eine Benachteiligung ihrer Interessen sehen. Wie verlautet, werden der österreichische and auch der deutsche Botschafter die Schritte Griechenlands bei der Pforte unterstützen. Man hofft, daß die Bahn noch in diesem Jahre in Angriff genommen werden kann, damit ste 1909
Aus den Parlamenten
Deutscher Reichstag.
Marburg .treitafl 20 MSrz 1908.
DcuWS Reich.
— Der deutsche Kaiser, die Kaiserin mit de« Prinzen August Wilhelm und der Prinzessin Viktoria Luise werden am 25. März, 11 Uhr 35 Min. vormittags in Venedig ankommen und auf dem Bahnhofe vom König Victor Emanuel empfangen. Darauf findet ein Frühstück im königlichen Palais statt; nach dem Frühstück begeben stch die deutschen Majestäten, die beabsichtigen, zwei Tage in strengem Inkognito in Venedig zu bleiben, an Bord der „Hohenzollern". Der König von Italien, der in Begleitung Tit» tonis am 25. März früh in Venedig eintresfen wird, fährt am Abend des 25. März wieder nach Rom zurück. Den Kaiser wird der Gesandte Frhr. v. Jenisch als Vertreter des auswärtigen Amtes begleiten.
— Der Termin der Landtagswahle« wird für die Wahlmännrrwahlen von der „Germania" auf den 4. Juni angegeben. Die „D. Tagesztg." schreibt dazu: „Auch gegenüber dieser Nachricht wiederholen wir, daß ein Beschluß noch nicht gefaßt ist. Wenn die Wai)lmänner-Wah- len wirklich am 4. Juni stattfinden sollten, so würden die Pfingstfeiertage zwischen die Wahle« der Wahlmänner und der Abgeordneten fallen und das könnte doch kaum als zweckmäßig bezeichnet werden. Wünschenswert bleibt, daß die Wahlen so festgesetzt werden, daß sie vor dem Feste vollkommen beendet sind.
— Neue Landtagskandidaturen. Wie der „Inf." zuverlässig mi+geteilt wird, beabsichtigt man auf freisinniger Seite den früheren Oberst Eädke zu den bevorste»-enden Landtagswahlen als Kandidat aufzustellen. Auch Pfarrer Neumann wird bei den bevorstehenden Wahlen kan-
Der Reichstag setzte am Mittwoch die zweite Beratung des Kolonialetats fort. Staatssekretär des Reichskolonialamts Dernburg erklärte gegenüber gestrigen Ausführungen, er erkenne die Arbeiten der Missionen gleichfalls an. Die Missionen müßten aber doch das labora mehr vor das ora stellen. Al» eine der wichtigsten Fragen für die Kolonie bezeichnete der Staatssekretär dann die Erziehung der Neger zur Arbeit. Vorläufig bedürfe man zur Lösung dieser Frage noch der Inder, um die Neger für das Wirtschaftsleben der Heimat in Bewegung zu setzen. Plantagenkulturen der Weißen seien in Afrika nur in beschränktem Maße möglich, sie sollen aber die Negerkulturen auch nicht überwiegen. Abg. Ledebour (Soz.) erklärte, seine Partei werde stets gegen die Kolonialpolitik sein, da sie in derselben nach wie vor nur eine Ausbeutungspolitik gegenüber den Eingeborenen erblicke. Abg. v. Liebert begrüßte die jetzige Entwickelung der Kolonien, meinte jedoch, ein deutlicheres Bild von der eigentlichen Entwickelung der Kolonien würde die Herausnahme der militärischen Ausgaben aus den Kolonialetat bieten. Mit Genugtuung erkenne er an, daß der Staatssekretär so sehr sein Interesse für die Pflanzer betont habe. Zu begrüßen wäre es wenn diesen Worten bald Taten folgten, da Pflanzer schon willens seien, auszuwan- Die Ausführungen des Staatssekretärs die Behandlung der Neger unterschreibe er Unerläßlich sei eine gute Behandlung, einmal den Namen Bana mtali (ungerech-
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ter Herr) erhalten habe, bekomme nie wieder Arbeiter. Man dürfe den Neger aber auch nicht zu hoch taxieren, da dauernde Arbeit ihm sehr unangenehm sei. Am nächsten liege hier das Mittel, einen moralischen Arbeitszwang durch Steuern auszuüben. Ostafrika sei ein gesundes Land, und jeder deutsche Ansiedler sei dort für uns von größtem Werte, wegen seines Umsatzes mit dem Mutterlande. Abg. Dr. Wiemer (srs. Vp.) erklärte namens seiner Freunds daß sie die Grundsätze des Programmes des Staatssekretärs billigen und diese auch für durchführbar halten. Seine Partei habe die Kolonialpolitik bisher nur um des Systems willen bekämpft. Werde dies geändert, so haben seine Freunde keinen Anlaß mehr, stch ablehnend zu verhalten. Staatssekretär Dernburg stellte in Abrede, daß er sich, wie der Abg. v. Liebe« gemeint habe, diesem in der Debatte genähert habe. Der Abg. v. Liebert habe den Standpunkt vertreten, der Neger müsse zur Arbeit erzogen werden int In- teieffe der Farmer, und die Regierung muffe den Farmern Arbeiter verschaffen. Das sei Aufgabe keiner Regierung. Er (der Staatssekretär) stehe auf dem Standtpunkte, daß die Neger in ihrem eigenen Interesse zur Arbeit erzogen werden müssen. Warnen müsse er auch davor, Ansiedler mit aller Gewalt heranzuziehen.—Wer
mit i>cm Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
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Die weiße Frau von Oldensloe.
Original-Roman von O. Elster.
i Fortsetzung.)
„Herr Graf .... ich bitt« .... ich habe nie daran gedacht . . ."
Er erhob die Hand.
„Ich weiß," sagte er, ,st>aß Sie viel zu edelmütig denken, als daß Sie Ansprüche erheben sollten, worauf Sie vielleicht durch Ihre Abstammung ein Anrecht — wenigstens ein moralisches Anrecht besitzen. Aber in unseren Adern fließt doch nun einmal gemeinschaftliche» Blut und — dieses gemeinschaftlich« Blut läßt sich nicht verleugnen. Es soll auch nicht verleugnet werden und wir sind entschlossen, ein Unrecht gut zu machen, welches an Ihnen, an Ihrem Vater, an der Mutter Ihres Vaters begangen wurde."
Ich sah den Grafen sprachlos an. Noch immer wußte ich nicht, wohin et zielte.
„Ich habe," fuhr der Graf nach einer Weile fort, „den Gedanken, den mit meine Mutter eingab, reiflich bei mit erwogen, ich habe den Plan auch meiner Frau vorgelegt und sie hat sich nach einigem Zögern damit einverstanden erklätt, denn, wie ich schon sagte, sie hegt große Sympathie für Sie. Und so frage ich Sie denn: wollen Sie unser Sohn sein?"
„Herr Graf — ich — ich Ihr Sohn? Verzeihen Sie mir, ich weiß nicht, was ich erwidern foö — soviel Güte, so viel Liebe hab« ich nicht verdient."
Das Blut wallte mit so stürmisch zum Herzen, daß ich zu ersticken meinte, die Tränen traten mit in die Augen, daß ich die Hand über di« Augen legen mußte. „ , ,
„Sie sind überrascht, Eundokat — ich glaube M wohl. Und ich sehe daraus, daß Ihre Stete
aus eigener Kraft, mit eigenen Mitteln komme, der soll unterstützt werden. Eine stillschweigende (Ermunterung, in die Kolonie zu gehen, könne et jedoch nicht verantworten. Abg. Lattmann (wittsch. Vgg.) war mit dem Staatssekretär darin einverstanden, daß das Verständnis für Kolonialpolitik im Volke gewachsen sei. Et forderte die Kolonialpolitik auch im Interesse bet Arbeiter und erklärte als ihr A. und O. den Eisenbahnbau. Abg. Schrader (fts. Vp.) war mit der Stellung de» Staatssekretärs zu den Eingeborenen wie zu den eingeroanberten Weißen durchaus einverstanden.
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Preußischer Landtag.
Abgeordnetenhaus.
Das Abgeordnetenhaus setzte am Mittwoch die dritte Lesung des Etats beim Ministerium de» Innern fort. Abg. Rosenow (fts. Vp.) legte die Stellung feiner Freunde zur Wahlrechts- frage nochmals dahin fest, sie erstreben das Reichstagswahlrecht, aber nicht durch Straßen- demonstrationen, sondern mit dem Sttrnmzettel in der Hand. Die Bemerkungen des Redners Über den bekannten Fall der freireligiösen Gemeinde zu Breslau veranlaßten den Minister v. Moltke zu der Erklärung, nicht religiöse oder politische, sondern verfassungsrechtliche Bedenken haben zur Nichtbestätigung des jener Gemeinde zugefallenen Legats geführt. Abg. Fischbeck (frs. Vp.) rollte nochmal» die in zweiter Lesung besprochene Frage der Verpachtung einet Jagd im Kreise Erünberg auf und rief damit die Abgg. Reinecke-Sagan (fteikons.) und Quehl (tonff) auf den Plan, die feine Angriffe mit großer sachlicher Schärfe zurückwiesen. Ein Schlußantrag machte dieser Besprechung ein Ende. Die Etats der Domänen, der Forst- und der Berg-, Hütten- und Salinenverwaltungen wurden ohne erhebliche Debatte bewilligt. Beim Etat der Handels- und Eewerbeverwaltung forderte Abg. v. Strombeck (Zentr.) Meisterkurse auch in kleinen Städten, während Abg. Meyer- Diepholz (natl.) um Aufhebung des Erlasses bat, nachdem der Fortbildungsschulunterricht nicht in den Abendstunden erteilt werden darf. Beim Eisenbahnetat trugen eine Reihe von Rednern lokale Wünsche vor. Auch der Bauetat wurde ohne erhebliche Erörterung bewilligt. Donnerstag: Fortsetzung.
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Aus den Kommissionen des Reichstags.
Antrag zur dritten Beratung des preußische« Staatshaushaltsetats. Der Abg. v. Bieberstein (tonff) hat, unterstützt von einem Teile der konservativen Fraktton beantragt, „die Königliche Staatsregierung zu ersuchen, um bas Zustandekommen der durch den Beschluß des Preußischen Landes-Oekonomiekollegiums vom 8. Februar 1908 befürworteten Ansiedlungsbank für Ostpreußen zu fördern, unter der Voraussetzung, daß Provinz, Kreise und Eeneralland- schast zusammen Leistungen in gleicher Höhe rechtsverbindlich beschließen, in drei Raten, vom
mit einem leichten Lächeln hinzu, „Sie werden für Ihre Schwester schon brüderlich sorgen."
Mir pulste das Blut in den Ohren. Der Gedanke, daß Arnalgunde meine Schwester fein sollte, daß ich an sie nut mit brüderlichen Empfindungen denken sollte, war mit unfaßbar. Ich sah ja den großen Edelmut des Grafen sehr wohl ein, ich erkannte auch den ungeheuren Vorteil, bet mit aus bet Aboption erwuchs, ich erkannte, baß bie Gräfin-Witwe, welche biefen Gedanken angeregt hatte, auf diese Weise mir eine Sühne verschaffen wollte, ohne das Geheimnis ihres verstorbenen Gatten preiszugeben, und ich erkannte dankbar das Vertrauen an, v1 ches sie in meine Verschwiegenheit gesetzt halt- aber die Vorstellung Amalgunden meine Su^qtet nennen zu müssen, ließ mir den Plan dieser Adoption unannehmbar erscheinen.
Und doch — wie sollte ich alles dieses dem Grafen klar machen? War es nicht die größte Undankbarkeit, wenn ich feinen edelmütigen Vorschlag zurückwies?
Konnte ich andererseits den wahren Grund meiner Weigerung angeben, ohne einen falschen Schein auf mich zu werfen? Und wußte ich denn, ob Arnalgunde mich wieder liebte? Hatte sie mich in den letzten Tagen nicht in auffallender Weise gemieden? War sie mir nicht mit der strengsten Förmlichkeit entgegengetreten? Ja, war in ihren Augen nicht oft ein Ausdruck von Stolz, Hochmut und gar Haß aufgeblitzt, wenn wir uns zufällig begegneten?
Wäre es nicht anmaßend von mit gewesen, von einet Liebe zu Amalgunden zu sprechen, obgleich alle Anzeichen dafür sprachen, daß sie meine Liebe nicht erwiderte? Ich befand mich in solcher Verwirrung, daß ich vergeblich nach Worten suchte.
Der Graf sagte im gütigen Tone: ,Zch fordere jetzt keinen definitiven Entschluß von Ihnen, Gundokar. lleberlegen Sie in aller
fertiggestellt ist.
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rein von ehrgeizigen Plänen ist. Ich bante Ihnen — hören Sie mich weiter. Die Vorsehung hat uns unseren Sohn genommen. Mit ihm starb auch ber Erbe unseres alten Namens unb wenn sich meine Tochter einmal vermählte, käme diese Herrschaft an eine Familie, welche mit der unserigen nichts gemein hat. Aber in Ihnen lebt noch ein Sproß der Oldensloe, wenn Sie auch den Namen nicht führen können. Sie sind mein Neffe, dasselbe Blut fließt in Ihren Adern, wie in denen meinen Sohnes. Ihnen will ich daher den alten Namen und Besitz der Oldensloe vererben, indem ich Sie allen Rechten nach als meinen Sohn annehme und adoptiere. J/h gestehe, daß mir dieser Gedanke erst gekommen ist, nachdem meine Mutter ihn in mir erweckte. Dann aber war er mir sofort sympathisch und ich frage Sie hiermit nochmals: wollen Sie mein Sohn fein?“
„Sie — Sie wollen mich adoptieren?"
„3a, ist Ihnen der Gedanke so ungeheuerlich? Sie sind doch auch ein Oldensloe — freilich die Oeffentlichkeit braucht von dem eigentlichen Verwandtschaftsverhältnis, in dem wir zu einander stehen, nichts zu erfahren. Die Behörde und der Herzog, der die letzte Entscheidung zu treffen hat,, soll es jedoch erfahren, und ich bin überzeugt, daß der Herzog, der mir stet» ein gnädiger Herr war, meinen Schritt billigen wird. Das alte Unrecht wird gesühnt werden ich werde wieder einen Sohn haben."
„Und Arnalgunde?" stieß ich hervor.
Der Gras sah mich überrascht an. Dann aber sagte er: „Seien Sie unbesorgt. Die Interessen Amalgundens, die bann Ihre Schwester sein wirb, werben durchaus gewahrt bleiben. Den Grundbesitz würde sie ja auch, wenn Lcthar am Leben geblieben wäre, nicht geerbt haben; bas übrige Vermögen bleibt ihr aber auch ko ungeschmälert erhalten. Ich denke auch." fügte er
Ruhe alle Verhältnisse, und Sie werden gewiß meinem Vorschlag zustimmen."
Er reichte mit die Hand, die ich unwillkürlich ehrerbietig an die Lippen führte.
„Ich weiß," sagte er bewegt, „daß Sie mir ein guter Sohn sein werden . .
In diesem Augenblick wurde die Tüt hesttg aufgerissen und Arnalgunde trat ein.
Ihr Gesicht war blaß, aber in ihren Auge« sprühte die Flamme zorniger Erregung. Erstaunt sah der Graf zu ihr auf.
„Ich mußte Dich sprechen, Papa," sagte sie mit bebender Stimme. „Verzeih den Ungestüm meines Eintritts."
„Hatte das, was Du zu sagen hast nicht Zeit?" fragte bet Graf. „Du siehst mich in einem ernsten Gespräch mit Eunbokar . . .“
„Gerade aus diesem Grunde duldete da», was ich Dir zu sagen habe, keinen Aufschub. Durch Mama weiß ich, was Du beabsichtigst."
„Und billigst Du meine Absicht nicht?"
(Eine glühende Röte überflammte ihr Antlitz. Dann sprach sie weiter in zitternder (Erregung: „Meinet Zustimmung bedurfte es nicht. Ich würde mich Deinem Willen gefügt haben, obgleich . . . doch tut das nichts zur Sache. Jetzt aber widersetze ich mich Deiner Absicht."
„Amalgunde, welche Sprache?"
,Zch kenne jetzt das Rätsel des alten Schlosses, das Ihr so lange vor mir und Lothar geheim gehalten habt."
„Du würdest ohnehin nicht lange mehr auf bie Enthüllung biefes Geheimnisses zu warte« gehabt haben," versetzte ihr Vater lächelnd. „Ab : ich sehe nicht ein, in u cm Zusammenhang Deine Entdeckung mit meinem Plan« steht."
„So weißt Du eben nicht alles. Mit hat Doktor Lippold den ganze« schändliche« Pia» dieses Herrn da enthüllt."
(Fortsetzung folgt).
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