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Abg. Dr. Arendt (freikons.) einen Antrag, das Reichsdiätengesetz auf das Abgeordnetenhaus zu übernehmen. Abg. Dr. Frhr. ». Ersfa (kons.) sprach sich namens der Mehrheit seiner Freunde gegen den Antrag au», der schließlich der Ee- schäftsordnungskommisfion überwiesen wurde.
Freitag: Quellenschutzgesetz.
Aus de» Kommissionen des Reichstags.
Die Budgetkommission des Reichstages genehmigte in der Weiterberatung des Etats für Südwestafrika zunächst die Einnahmen. Bei den Ausgaben weist Erzberger vor allem auf da» Mutterland hin. Dernburg antwortete, deren Notwendigkeit sei allgemein anerkannt: es schwebten darüber Verhandlungen. Bei dem Titel „Verpflegung der im Dienste der Verwaltung stehenden Eingeborenen (pro Kopf und Tag eine Mark) werden von den 397 850 Mark 59 495 Mark gestrichen. Für die Rechtspflege werden 112 000 Mark verlangt, davon 100 000 Mark zur Verpflegung der Staatsgefangenen. Für Kirchen- und Schulzwecke werden 192120 Mark gefordert, 42 200 mehr: dafür soll die Schule in Windhuk zu einer Realschule und später zu einem Realgymnasium erhoben werden. Neugefordert find ferner fünf Lehrer. Der Titel wird genehmigt. Beim Kapitel „Militärverwaltung" beträgt die Eesamtforderung 24993000 Mark, d. h. 11467 000 Mark mehr. Der Abg. Semler stellte einen Antrag, der eine erhebliche Ermäßigung bezweckt; er glaube nicht an einen neuen Aufstand, nur di« Räuberbanden machten Sorge. Der Antrag, der u. a. die Vorbereitung zur Umwandlung von zwei Feld- in zwei Pionierkompanien und eine entsprechende Verminderung der Stäbe verlangt, wurde mit großer Mehrheit angenommen. Bei der Forderung von 4 Millionen zu Frachtkosten wurden 765 000 Mk. gestrichen. Die nächste Sitzung findet morgen statt. — In der Sitzung der Börsenkommisiion des Reichstages wurde der Börsenregisterzwang unter Ablehnung der Regierungsvorlage und aller Milderungsvorschriften in der durch das bisher geltende Gesetz vorgeschriebenen Weise aufrecht erhalten und demgemäß die §§ 54 bi» 65 des geltenden Gesetzes wiederhergestellt. — Die Wahlprüfungskommission erklärte am Donnerstag die Wahl des Abg. Herzog (wirtsch. Bgg.) in Rinteln-Hofgeismar für gültig. — Die Kommission des Reichstags erledigte den § 129 für die Eewerbeordnungsnovelle, der den Kreider Personen umschreibt, welche Lehrlinge au»- bilden dürfen. Es wurden auf Grund von Anträgen der Abg. Linz (Reichsp.), Malkewitz (kons.) und Euler (Ztr.) verschiedene Abänderungen und Zusätze beschlossen, welche eine noch größere Sicherung der ordnungsmäßigen Ausbildung der Lehrlinge im Handwerk bezwecken. Insbesondere wurde die Bestimmung eingefügt, daß die zuständigen Handwerkskammern vor der Entscheidung gehört werden sollen. Gehört die betreffende Person einer Innung an oder besteht in ihrem Wohnort für ihren Eewerbezweig eine Innung, so soll die Handwerkskammer vorher diese hören. Die Erlaubnis soll auch nur wider- ruflich erteilt werden.
Siegftied Heksche, der Blockjüngling, der nach Kr«th auf die Bühne stolperte, den Rest de» Krethschen Wafierglases ausleerte und unter verständnisinnigem Beifallsgeheul der Maltzan- gilde ein paar Unflätigkeiten gegen Stadthagen ausstieß. In persönlichen Bemerkungen wuschen die Eenofien Heine und Stadthagen den diversen Blockbrüdern di« schmutzigen Köpfe. Daß der Block Schluß machte, nachdem die Kreth und Heksche ihren geistigen Unrat abgeladen haben, gehört so zum Wesen des neuhottentottischen Parlamentarismus wie die lachhasten Unbequemlichkeiten und groben Parteilichkeiten, di« sich der Hottentottenhans auf dem Präsidentenstuhl alias Johannes Kämpf wieder einmal in ungezählter Masie zu schulden kommen ließ.
Der heutigen Nummer liegt bei Kreisblatt Nr. 21.
Preußischer Landtag.
Abgeordnetenhaus.
Das Abgordnetenhaus erledigte am Donners- tag zunächst den Etat des Finanzministeriums. Bei den dauernden Ausgaben mißbilligte Abg. Frhr. v. Zedlitz (frkons.) die Vermehrung der «tatsmäßigen Regierungsratsstellen. Finanzminister Frhr. v. Rheinbaben erwiderte, bisher seien zu viele außeretatsmäßige Stellen vorhanden gewesen. Abg. Dr. v. Dziembowski-Pomian (Pole) berechnete die Kosten der Polenpolitik des Staates. Finanzminister Frhr. v. Rheinbaben erwiderte, beim Schutz des Deutschtums im Osten fei die finanzielle Seite nicht ausschlaggebend. Er halte es für feine Pflicht, die stetige Polenpolitik des leitenden Staatsmannes zu unterstützen. Nach unwesentlichen Bemerkungen des Abg. Goldschmidt (frs. Vp.) forderte Abg. Dr. Hahn (B. d. Landw.) eine Dividendensteuer, um auch das Großkapital angemessen zu den Steuerlasten heranzuziehen. Abg. Frhr. ». Zedlitz (freikons.) warnte, die Kulturaufgaben aus Sparsamkeitsgründen zu vernachlässigen. Abg. Kölle (b. k. F.) klagte über die vorjährige Ver- «teilung der Teuerungszulagen. Beiden Rednern trat Unterstaatssekretär Dombois entgegen. Abg. Dr. Friedberg (natl.) begründete einen Antrag, als Teuerungszulagen den höheren Beamten 10, den mittleren 12y2 und den unteren 15 Prozent Hres Gehalts zu bewilligen. Nach kurzer Erörterung ging dieser Antrag an die Budgetkommission. Abg. Henning (kons.) bat, das Berliner Opernhaus auch für den Fall zu erhalten, daß «inst an anderer Stelle ein Neubau erstehe. V«im Etat de» Abgeordnetenhauses begründet«
Ausland.
— Anläßlich seines «0jährige» Regier»»««. Jubiläums hat Kaiser Franz Joseph, wie gemeldet wird, nach anfänglichem Widerstrebe» den ihm zugedachten Huldigungsfestzug im Ju»t d. I. genehmigt und sein Erscheine» t» Aussicht gestellt.
Lie Hrvfchastsneuer des Fürsten Hoheulohe-Langendurg.
Ueber die Nichtentrichtung der Erbschaftssteuer beim Tode seiner Gemahlin von seilen de« früheren Statthafters von Elsaß-Lothringen Hai sich eine sehr unerfreuliche Diskussion in de, Presse ergeben. Die Sache liegt so: Der Staats- sekretär hatte zwei Wohnsitze, den einen — Langenburg in Württemberg, den anderen in Straßburg. Es erscheint selbstverständlich, daß nur einmal die Steuer von der Hinterlassenschaft der Fürstin entrichtet werden konnte, die übrigens nur in Schmuckgegenftänden bestand, also kein großes Objekt ausmacht. Als die Sache von der demokratischen Presse ausgebeutet wurd«, wies der Fürst in einem Schreiben darauf hi», daß er lange vor dem Tode der Fürstin, und zwar schon vor dem Januar 1906 den Unter» staatssekretär von Schraut, Vorstand der Finanzabteilung aufgefordert habe, ihm ein Gutachten über eine Steuerpflicht in Elsaß-Lothringen ab« zugeben. Dieses Gutachten spreche sich dahin au», daß für den Fürsten keine Verpflichtung bestehe, in Elsaß-Lothringen eine Erbschaftssteuer zu bezahlen, daß vielmehr die württembergische Gesetzgebung hierbei maßgebend sei, weil de, Wohnsitz der Fürstin Langenburg nicht Straßburg sei. Er habe keinen Grund, an der Richtigkeit dieses Gutachtens zu zweifeln, da er unbe- stritten alswürttemvergischerStandesherr seinen Wohnsitz in Langenburg habe. In Langenburg hab« er die gesetzlichen Gebühren bezahlt. Da« württembergische Erbjchastssteueramt habe auch den Nachlaß der Fürstin in Württemberg für erbschaftssteuerpflichtig erklärt. Sollten die gesetzlichen Vorschriften in Elsaß-Lothringen eine andere Behandlung verlangt haben, so sehe er der Mitteilung des Staatssekretärs hierüber entgegen. — Es läßt sich gar nicht verkennen, daß der Fürst durchaus korrekt gehandelt hat, selbst wenn die objektive Rechtslage eine andere ist. Die» behauptet wenigstens Staatssekretär v. Köller in der „Straßburger Post": Nach dem im Jahre 1900 abgeänderlen Erdjchajtssteuergesetz käme auch das Bürgerliche Gesetzbuch in Betracht, das gegenüber dem französischen Recht einen doppelten Wohnsitz kenne. Die Fürstin habe daher auch in Elsaß-Lothringen ihren Wohnsitz gehabt. Daß die Sachlage demnach zu einer Doppelbesteuerung führen sollte, ist doch kaum anzunehmen» da dies ja zu unglaublichen Konsequenzen führen müßte für Leute, die etwa an 2 und mehr Stellen als beheimatet gelten.
Wozu aber das ganze Geschrei dienen soll, merkt man aus der weiteren Behauptung der „Frkster Ztg.", die nach ihrer Meinung geeignet ist, großes Aufsehen zu erregen, daß auch der Kaiser beim Kauf des Schlosses Urville die gesetzlich beim Grundftücksverkehr fälligen „Hand- änderungsgebühren" nicht entrichtet habe. Das Blatt schreibt dazu: Der Fall wird, seine Richtigkeit vorausgesetzt, jo aufgesaßt werden müssen, daß der Bezirkspräsident von Metz es mit seiner „Untertanen"-Pflicht nicht für vereinbar hieft, von seinem kaiserlichen Herrn eine Steuer einzuziehen, zu deren Zahlung die Gesetze des Landes jeden ohne Unterschied des Ranges verpflichten." Eine Aufklärung des Falles erscheint immerhin notwendig, um derartigen demokratischen Treibereien gleich im Anfang entgegen z» treten.
. Deutsches Reich.
— Zur Mittelmeerreise des Kaisers. Zur Begrüßung des Kaisers auf italienischem Boden hat sich der Marineattachä bei der deutschen Botschaft in Rom, Kapitän zur See Rampold, nach Venedig ' begeben. Die Kaiserflottille liegt im Hafen von San Marco von diesen Tagen ab vollzählig versammelt.
— Zum Kaiserbrief an Lord Tweedmouth. Der militärische Korrespondent der „Times" bemüht sich, in einem Briefe an das Blatt seine Veröffentlichung über die Korrespondenz des Kaisers mit Lord Tweedmouth zu entschuldigen. Die „Times" druckt den Brief ohne Kommentar ob. Hier gilt der Zwischenfall für absolut abgetan. Er wird nirgends mehr erwähnt.
— Aus dem hessischen Justizwesen. Der Groß- Herzog hat der „Darmstädter Zeitung" zufolge den Senatspräfidenten beim Oberlandesgericht, Hermann Schäfer, in den Ruhestand versetzt und ihm die Krone zum Komthurkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Eroßmüttgen verliehen. Zu seinem Nachfolger wurde der Präsident des Landgerichtes der Provinz Oberhessen, Gustav Kullmann, ernannt, an dessen Stelle der Landgerichtsdirektor beim Landgericht der Provinz Starkenburg, Dr. Gustav Güngerich, tritt.
— Di« Aufbesserung der Offiziergehälter auch nrschoben. Der „Köln. Ztg." wird aus Berlin
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
>md r>e» peilage«: ^,jitrr«rischer A-r-iger», „jm»wirtsch»stlich« K-it-g." e*> „zr-strittt». z-mUae-bl-U«.
Aus de« Parlamente«.
Deutscher Reichstag.
Die Fottsetzung der Beratung des Etats der Reichsamts des Innern begann im Reichstage am Donnerstag beim Kap. „Allgemeine Fonds", Titel Förderung der Binnenfischerei, wobei die Abgg. v. Pfette» (Ztr.) und Prinz Schönaich- Carolath (natl.) für eine der Bedeutung der Binnenfischerei entsprechende Erhöhung der Aufwendungen eintraten, während Abg. Staat (wirtsch. Vgg.) einen erhöhten Schutz der Seefischerei für erforderlich hielt. Nach einer kurzen Rede de» Abg. Hebel (Ztr.) beim Titel „Reichszuschuß für die Zentralstelle für Volkswohlfahrt", in der Redner u. a. besser« Versorgung des platten Landes mtt ärztlicher Hilfe verlangte, erklärte bei einem weiteren Titel auf «ine Anfrage Unterstaatssekretär Wermuth, das internationale landwirtschaftliche Institut in Rom werde Ende Mai d. I. zusammentreten. Zu einer kurzen Auseinandersetzung kam es darauf beim Titel „Ausgaben des Reiches für Invalidenversicherung" zwischen dem Abg. Sachse (Soz.), der den Aerzten Mangel an Mut vorwarf, auch gegen den Willen der Versicherungsgesellschaften den Bedürfttgen ihr Recht zukommen zu lassen, und Dr. Mugdan (frs. Vp.), der die Aerzte gegen diesen Vorwurf in Schutz nahm. Direktor im Reichsamt des Innern Caspar verwies bei dieser Gelegenheit auf die Erklärungen des Staatssekretärs, nach welchem eine Revision der Rentenempfänger wegen zahlreicher Simulationen notwendig war. Eine Polemik entspann sich bei dieser Erötterung auch zwischen den Abgg. Hutz (Soz.) und Dr. Mugdan (frs. Vp.) über die Frage der freien Arztwahl in der Abg. Huö bestritt, die Sozialdemokratte habe die freie Arztwahl für die Bergarberter fallen lassen. Beim Kap. „Oberseeamt" erklärte Abg. Seckscher (frs. Vp.) gegenüber früheren Behauptungen des Abg. Raab, tn der deutschen Handelsmarine und bei den großen deutschen Personenschiffahrtsgesellschaften gebe es keine seeuntüchtigen Schiffe. Die Behauptung des Abg. Hoch (Soz.), er (Redner) werde von den Reedern bezahlt, wie» der Abg. Heckscher mit Entrüstung zurück. Diese Behauptung sei bereits auch von den Hamburger Arbeiterführern zurückgewiesen worden. Nach einer Rede des Direktors Dr. v. Jonquiäres, der die Angriffe des Abg. Metzger (Soz.) gegen das Seeamt zurückwies, mißbilligte auch Abg. Hormann (frs. Vp.) die von dem Abg. Raab erhobenen Anklagen gegen die Reedereien. Abg. Raab (wirtsch. Vgg.) nahm hieraus erneut Veranlassung, seine Anklagen gegen die Reeder aufrecht zu erhalten, woraus Abg. Dr. Semler (natl.) die Reedereien gegen die Angriffe des Vorredners in Schutz nahm. Abg. Schwartz- Lübeck (Soz.) forderte Errichtung ernes besonderen Reichsseefahrtsamts. — Schluß 6 Uhr.
telegraphiert: Die Heeresverwaltung mußte die Ausführung der Absicht, dem Reichstage eine« Nachtragsetat zur Aufbesserung de» Diensteinkommens für die unteren Grade bi» einschließlich zum Hauptmann aufwärts vorzulegen, aus naheliegenden Gründen ebenfalls bis zum Herbst verschieben. Es wird jedoch daran festgehalten, daß die Gehaltserhöhung mit rückwirkender Kraft vom 1. April ab bewilligt werden und daß an ihr nicht nur die im aktiven Dienst befindlichen, sondern auch die nach dem 1. April verabschiedeten Offiziere und deren Hinterbliebenen teilnehmen sollen, doch besteht nicht die Absicht, die vor dem 1. April verabschiedeten Offiziere und deren Hinterbliebenen an den Folgen der Gehaltsaufbesserung teilnehmen zu lassen.
— Dr Lima». Ueber den früheren Ehef- redatteur der „Leipz. N. Nachr.", der wegen seiner verschiedenen Aussagen im Moltke-Har- den-Prozeß sehr stark angegriffen war, lesen wir in diesem Blatte: Der „Leipz. Volksztg." ist folgende Berichtigung zugegangen: In der ersten Beilage zu Nr. 31 der Leipziger Volkszeitung vom 7. Februar findet sich ein Artikel, in dem die Behauptung aufgestellt wird, daß „der Verein Deutscher Studenten seinen Alten Herrn Dr. Liman nun endlich doch herausgeschmissen hat". Diese Behauptung entspricht nicht den Tatsachen, wahr ist vielmehr, daß Dr. Liman nach wie vor Alter Herr des Kyffhäuser-Verbande» der Vereine Deutscher Studenten ist. Berlin, 7. Mürz 1908. Pastor Otto Baumann, Schriftführer de» A.-H.-Bundes Greifswald. — Wir fügen dieser Feststellung hinzu, daß auch die übrigen gegen unseren Mitarbeiter gerichteten Angriffe an zuständiger Stelle, nämlich von dem Vorstand« des Deutschen Schriftsteller-Verbandes in Gemeinschaft mit einer größeren Anzahl hervorragender Persönlichkeiten, unter denen fich fünf höhere Richter befanden, eingehend geprüft worden sind und daß sein Verhalten ttn Harden- Prozeß zwar als unüberlegt und unvorsichtig, seine Handlungsweise aber nicht als ehrenrührig erfunden wurde. Von denselben Herren wurde festgestellt, daß die gegen Herrn Dr. Liman wegen seiner Aufsätze in den „Leipziger Reuest. Nachr.", den „Zeitftagen" und der Londoner „Finanzchronik", welche er au» Anlaß der Jour- nalistenfahtt nach England geschrieben hatte, erhobenen Vorwürfe der Doppelzüngigkeit usw. völlig unbegründet find. „Die Vergleichung der tn Frage kommenden Aufsätze ergibt nichts, was der journalistischen Ehrenhaftigkeit widerstreitet." Das einstimmig gefällte Urteil ist uns von hem Vorsitzenden des Deutschen Schriftsteller- Verbandes, Herrn Viktor Blüthgen, zugestellt worden.
— Ein Ueberfall in Deutsch-Südwestaftika. Aus Deutsch-Südwestaftika wird amtlich gemeldet: Am 8. März wurde eine deutsche Patrouille die aus einem Sergeanten, drei Reitern und zwei Eingeborenen bestand, bei Kubub (zwischen Koes und Gazis am Westrande der Kalahari) von etwa 25 Hottentotten erschossen. Der nach Norden abziehende Gegner wurde durch Oberleutnant Müller mit 26 Rettern verfolgt. Auch in diesem Falle dürfte es sich, wie bei früheren Ueberfällen in jener Gegend, um Leute Simon Köpers handeln. Die kleinen Karasberge wurden von einer Kompanie abgesucht, nachdem dott in letzter Zeit eine Hottentottenbande ver- schiedene Viehdiebstähle verübt hatte. Der Patrouille gelang es, der Bande sämtliches gestohlenes Vieh und Eingeborenengerät abzunehmen. Von dem Kommando der Schutztruppe sind die erforderlichen weiteren Maßnahmen zur Unschädlichmachung der erwähnten Banden in di« Wege geftitet worden.
— sSev Sauherdenton. Die „Königsberger Bolkszritt.--n", ein Genossenblatt, leistet sich in einer Pe- - . .-gen den Konservativen Kreth, der wegen , -er rednerischen Erfolges den Genossen besordcrs im Magen liegt, und gegen den Freisinnigen Heksche folgenden Erguß: Zu der Justizdebatte gehört eine Krethrede wie der Kuhmist zur Dorfstratze. Kreth ist zu sehr Elown, um als Scharfmacher ernst genommen zu werden, und wiederum zu dumm und plump, um selbst als Clown dem januschauerl'chen Oldenburg oder dem Sonnenberger Liebermann erfolgreiche Konkurrenz zu machen. Nur dadurch, daß die parlamentarische Junkerschaft durch di« bekannten Tierlaute ihre Zustimmung £U den Ausbrüchen des Krethinismus kundgibt, gewinnt das blöde und zugleich brutale Geschwätz des Blockbruders des Mugdanesen Bedeutung. Wie weit übrigen» der Krethinismus auch auf der linken Blockseite Schule gemacht, bewies
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