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, . _ ™„ Druck und «erlag: Joh. Aug. Koch, Universitätsbuchdruckere»
Donnerstag. 12. März 1908. Jnhaber^Dr. tt. Hitzeroth, Marburg,'Markt 21. — Telephon65.
Der heutigen Nummer liegt bei Kreisblatt Nr.20» für den Kreis Kirchhain.
Die Beamtelwewidungsvorlage
.... vor dem Reichstage.
Im Reichstage standen gestern vier Jnter- Pellationen auf der Tagesordnung, die alle den gleichen Gegenstand — Beamtengehaltserhöhung — betrafen und die Anfrage enthielten, wann die Einbringung der Besoldungsvorlagen zu erwarten sei und ob, falls ihre Einbringung erst im Herbst erfolge, in ihnen rückwirkende Kraft bis zum 1. April 1908 vorgesehen sein werde. Auf Anfrage des Präsidenten Grafen zu Stolberg erklärte sich Staatssekretär Sydow zu sofortiger Beantwortung der Interpellationen bereit. Es wurde also in deren Begründung eingetreten, die von feiten der Jntcerpellanten kurz war. Bon konservativer Seite gab der Abgeordnete Freiherr von Richthofen-Damsdorf mit warme, t, eindringlichen Wörter dem Wunsche Ausdruck, daß die zugesagtc Beamtenbesoldung so bald als möglich in energischer Weise durchgeführt werden möchte. Graf von Oriola (natl.), der hierauf die Resolution seiner Partei zu begründen hatte, polemisirte dabei gegen das Zentrum, das wohl für die Besol- dungserhöhungen gestimmt habe, aber für Eteuererhöhungen, die zu diesem Zwecke nötig seien, nicht zu haben wäre. Schließlich meinte tr, um die Deckung der Gehaltsaufbefferungen zu ermöglichen, sollten die Matrikularumlagen gesteigert werden. Diesem Wunsche schloß sich der Begründer der freisinnigen Interpellation Abg. Schrader an, während der Abg. Spahn, dem die Motivierung der Zentrumsinterpellation oblag, die Behauptungen des Grafen Oriola zurückwies, die Steigerung der Matrikularumlagen für untunlich, dagegen die Vermehrung indirekter Reichssteuern für erforderlich erachtete. Nunmehr ergriff unter allgemeiner Spannung der neue Reichsschatzsekretär Sydow das Wort zur Beantwortung. In fast anderthalbstündigen Ausführungen legte er dar, daß die verbündeten Regierungen in Verbindung mit den Besol- dungsaufbesierungen so schleunig wie möglich eine umfassende Reichss inanz-Rr form in die Hand nehmen werden, so daß der Reichstag im Herbst sich damit werde befassen können. Damit die Beamten durch die Verzögerung der Vorlage nicht schlechter gestellt seien als im vergangenen Jahre, werde den mittleren und unteren Beamten wiederum eine Beihilfe gewährt werden, die allerdings auf bii späteren Gehaltserhöhungen, die rückwirkende Kraft haben sollen, anzurechnen sein würden. Der Staatssekretär legte weiterhin die Notwendigkeit dar, mit der
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Die weiße Frau von Oldensloe.
Original-Roman von O. Elster.
l Fortsetzung.)
Das Kontor war mit einer Doppeltüre versehen, die mein Onkel sorgfältig verschloß, sodaß «in Lauschen unmöglich war.
„Setze Dich, Eundokar," sagte er, immer in dem Ton eines geheimnisvollen und wichtig tuenden Ernstes. Dann schloß er einen feuersicheren Schrank aus und holte mehrere Papiere hervor, setzte sich auf den Sesiel vor den Schreibtisch, klopfte auf die Papiere, sah mich verschmitzt und lächelnd an und sagte: »Mas meinst Du, was ich hier habe?"
„Wie kann ich das wisien?"
Er erhob die Papiere. ,Lch halt« hier ein Vermögen in der Hand . .
„Sprich nicht in Rätseln, Onkel," entgegnete ich ärgerlich. „Du schriebst mir, daß es sich um «ine Erbschaftsangelegenhett meines Vaters handele."
„So ist es. — Hast Du nie davon gehört, daß Dein Vater nicht der Sohn des Revierförster» Franz Decker war . . .?"
Ich erschrak. Meine Ahnung, daß der Brief des Onkels mit dem Geheimnis unserer Abkunst zusammenhinge, war richtig gewesen. Ich wünschte, der Aufforderung meines Oheims nicht gefolgt zu fein. Aber jetzt war nichts mehr zu ändern. Ich entgegnete daher: ,Zch habe davon gehört, lege aber keinen Wert darauf. Ich will Dir sogar sagen, daß ich die nachgelasienen Aufzeichnungen meines Vaters gelesen habe und daher mit all den Geschichten, Vermutungen, &iffnun«en und Enttäuschungen bekannt bin.
Reichsfinanzreform ganze Arbeit zu machen und die Beamtenvorlage erst dann einzubringen, wenn diese Reform erledigt sei. Er legte schließlich gegen eine ungemesiene Erhöhung der Ma- triklllarun.lagen entschieden Verwahrung ein und beendete unter lebhaftem Beifall seine Rede mit einem warmen Appell an den Patriotismus des Hauses, zu dem er das Vertrauen habe, daß es das Reich aus seinen Finanznöten befreien werde. Selbstverständlich fand dieser Appell bei dem nunmehr auftretenden Sozialdemokraten Singer keine Stätte. Dieser polterte und tobte länger als eine Stunde über allerlei zur Sache und nicht zur Sache gehörige Dinge. Er sprach sich bezeichnenderweise für Steigerung der Ma- trikularbeiträge und für direkte Reichssteuern aus, daß aber die Sozialdemokraten diese Steuern niemals bewilligen würden, weiß jedermann. Der Redner hätte sich also seine finanzpolitischen Vorschläge ruhig ersparen können, um so mehr, als er kaum bei der eigenen „Genossen" Aufmerksamkeit fand. Hierauf legte der Abgeordnete Freiherr von Eamp gegen den Vorredner polemisierend, den finanzpolitischen Standpunkt der Reichspartei dar, der sich im großen und ganzen mit dem des Reichsschatzsekretärs deckt. Es folgte Abgeordneter Eraef (wirtsch. Vgg.) mit langen Auslastungen, wobei er dem Reichskanzler einen Vorwurf daraus machte, nicht selbst erschienen zu sein. Demgegenüber stellte Staatssekretär Sydow fest, daß Fürst Bülow das höchste Jntereste an der heute behandelten Frage nehme, aber daß man bei seiner angespannten Tätigkeit nicht verlangen könne, daß er bet jeder Gelegenheit selbst auftrete, wo sein Vertreter dies tun könne. Sodann betrat unter allgemeiner Unaufmerksamkeit Abgeord- neter Zimmermann (Resörmp.) die Rednertribüne; der Saal leerte sich unaufhaltsam. Es sprach noch der Abgeordnete Hr. Wiemer (freis. Vp.) Schatzsekretär Sydow versicherte, die Lösung der Beamtengehaltsfrage sei stets von der Reichsfinanzreform abhängig gemacht worden. An dieser engen Verbindung zwischen den neuen Ausgaben und ihrer Deckung halten die verbündeten Regierungen fest. Nach einer weiteren Rede des Abg. Dr. Spahn (Ztr.) trat Vertagung ein.
Zum Sprachenparagraphen des Bereinsgesetzes.
Zu der Frage des Paragraph 7 des Vereinsgesetzes geht der „Vost. Ztg." aus Westpreußen von „hochgeschätzter Seite" folgende Zuschrift zu:
„Es ist wiederholt gesagt worden, daß wir die Polen, wenn wir für öffentliche Versammlungen die deutsche Sprache verlangen, dazu zwängen, geheime Versammlungen abzuhalten, die viel gefährlicher seien. Aber wer längere Zeit hierzulande gelebt hat, weiß, daß die Po-
die meinem armen Vater das Leben verbitterten."
„Dein Vater hat Aufzeichnungen Hinterlasten?! — Und davon hat mir Deine Mutter und hast Du mir nie etwas gesagt?"
„Meine Mutter kannte die Aufzeichnungen nicht."
„Und wie bist Du in ihren Besitz gekommen?"
„Das tut nichts zur Sache. Genug, daß ich sie gelesen habe, daß ich auch die Rolle kenne, welche Du in dieser ganzen Angelegenheit, auf die ich, ich wiederhole es, nicht den geringsten Wert lege, gespielt hast."
„So — hm — so weißt Du also, daß Dein Großvater der Graf von Oldensloe war?"
„Ja . . .“
„Und Deine Großmutter ein schottisches Land- mädchen namens. . ."
„Edith Macleean — ja, ich weiß das alles. Aber welchen Wert hat diese Geschichte aus alter Zeit noch für mich? Am besten ist es, man gibt sie der Vergestenheit anheim."
„Du sagtest, Du wüßtest auch die Rolle, welche ich gespielt habe . . ."
,Ja. Und ich sage Dir, daß, wenn Du diese Rolle bei mir weiter spielen willst, dies vergebliche Mühe ist. Ebensowenig, wie mein Vater, laste ich mich auf einen Erpressungsversuch ein."
„Nicht so hitzig, mein Sohn," entgegnete mein Onkel mit hämischem Lachen. „Dein Vater war ein Dummkopf, und auch Du scheinst von derselben Art zu sein. Aber die Verhöltniste haben sich jetzt verändert. Was wir damals nicht wußten, wisten wir jetzt. Gras Oldensloe war mit Edith Macleean in rechtmäßiger Weise verheiratet, Dein Vater war sein legitimer Sohn, Du bist der legitime Enkel. „Was sagst Du nun?"
lenversammlungen, in denen ausschließlich polnisch gesprochen wird, gerade deshalb recht eigentlich geheime Versammlungen sind. Was nützt mit das, wenn in einer Versammlung in einer Sprache verhandelt wird, die ich nicht verstehe, und die ich nicht spreche? So wie mir, geht es allen Deutschen. Wir sind von den polnischen Versammlungen ausgeschlosten, für uns sind diese öffentlichen Versammlungen geheim.
Wenn wir schon nicht selbst zu den Polenversammlungen gehen, so möchten wir doch wenigstens wisten, was in solchen sogenannten öffentlichen Versammlungen gesprochen wird. Erfahren wir das nun? Keineswegs! Denn auch die deutsche Preste kann über solche Versammlungen nie was Rechtes berichten. Es berichten über die Versammlungen wohl die polnischen Zeitungen. Wie? Das entzieht sich jeder Kontrolle, und was hilft es uns Deutschen? Wir können sie ja nicht lesen. Die deutschen Zeitungen können sich unmöglich an allen Orten polnisch sprechende Korrespondenten halten, und so fehlen genügende Berichte auch in der Preste. Ist das noch Oeffentlichkeit? Die polnischen Versammlungen entziehen sich vollständig der Ueberwachung durch die deutsche Oeffentlichkeit, sie spielen sich hinter der Wand der polnischen Sprache ganz im geheimen ab. Wir in der Ostmark, die wir uns mit den Polen auf nationalpolitischem Gebiete nicht nur, sondern auch auf wirtschaftlichem Gebiet herumschlagen müssen, wir haben gegen die Verhandlungen in den polnischen Versammlungen keine Möglichkeit, den dort vorgetragenen Verleumdungen und Verhetzungen innerhalb oder außerhalb jener Versammlungen entgegenzutreten; denn wir erfahren auf keine Weise, was dort gesprochen worden ist.
Und nun noch eins. Wenn in einem Wahlkreise ein polnischer Abgeordneter gewählt wird, wie das in meinem Wahlkreise wiederholt geschehen ist, dann sind wir Deutsche vom Reichstag einfach obgeschnitten. Denn unser Herr Abgeordneter spricht nur in polnischen Versammlungen in polnischer Sprache. Uns Deutschen fehlt dann jeder Zusammenhang mit ihm. Wir hören seine. Bericht nicht. Unser gutes Recht, ihm zu entgegnen, ihn zu interpellieren, geht einfach verloren. Wir haben eben keinen Abgeordneten. Wir Deutsche sind in dem politischen Kampfe gegen die Polen wehrlos, wenn das politische Leben sich nicht in einer auch uns verständlichen Sprache abspielt."
So „ketzerische" Gedanken dürfte sich ein freisinniges Blatt eigentlich garnicht schreiben lasten!
Die für morgen bestimmte Sitzung der Kommission für das Vereinsgesetz, in der die zweite Lesung stattfinden sollte, ist aufgeschoben worden, weil man eine Einigung über den Sprachenparagraphen herbeizuführen sucht.
Doch wird es kaum dazu kommen, vielmehr sollen die Freisinnigen nicht nur nicht bereit fein, im § 7 (Sprachenparagraph) des Vereins- gesetzes ein Entgegenkommen zu zeigen, sondern sogar für die zweite Lesung der Kommission zu § 5 folgenden neuen Absatz beantragt haben:
Ich wußte ja schon längst, daß das, was er sagte, die Wahrheit war; dennoch war ich überrascht von seiner Kenntnis dieser Tatsache. Ich wollte sie jedoch keineswegs als wahr zugestehen und entgegnete achselzuckend: „Wie willst Du das beweisen?"
Er schlug ein amtliches Papier auseinander und reichte es mit hin. „Da hast Du den Trauschein Deines Großvaters!" sagte er lächelnd.
Mit Erstaunen las ich die beglaubigte Abschrift einer Urkunde aus dem Kirchenbuch von Roxborough, einem Dorfe der Grafschaft Berwick in Schottland, über eine Trauung zwischen dem deutschen Offizier Eundokar Lothar Oldensloe und der Edith Macleean, Tochter des Pächters William Macleean in Berwick . . .
„Wie kommst Du zu dieser Urkunde?" fragte ich nach einer Weile.
,T>as will ich Dir erklären, "entgegnete er mit einem schlauen Lächeln. „Mir ging diese Geschichte seit Jahren im Kopfe herum. Deine Mutter wollte nichts davon wisten, daß ich weitere Nachforschungen anstellte. Ich konnte erst nach ihrem Tode meine Nachforschungen fortsetzen. Ich habe viel Zeit, Mühe und Kosten aufgewandt, ehe ich durch das britische Kriegs- minisierium die Liste der Gefangenen und derjenigen Orte erhielt, wo sie interniert waren. Als ich diese Liste in Händen hielt, forschte ich in den verschiedenen Ortschaften Schottlands nach. Es war eine schwierige Arbeit; denn ich kannte den Namen Deiner Großmutter nicht, auch war es nicht wahrscheinlich, daß Dein Großvater sich in dem Orte, wo er interniert war, hatte trauen lasten. Ich scheute sogar eine Reise nach Schottland nicht, wo ich mit Hilfe eines geschickten Kollegen die Nachforschungen fortsetzte. Ein glücklicher Zufall führte uns auf die Spur, die wir eifrig verfolgte«. Das Resultat liegt vor
„Der Veranstalter oder Leiter einer öffentlichen Versammlung kann Verhandlungen tn einer anderen als der bei der Eröffnung für bte Versammlung festgesetzten Sprache untersagen."
Dieser Vorschlag ist geradezn ungeheuerlich. Dadurch könnte nämlich nichts Geringeres erreicht werden, als daß ein polnischer Agitator, der in Deutschland irgendwo eine öffentliche Versammlung abhalte, dabei die polnische Sprache als Verhandlungssprache festsetze und nun in der Erörterung den Gebrauch der deutschen Sprache untersage!"
Im „lag" redet andererseits der freisinnige Volksparteiler Eickhoff Konzessionen gegenüber der Regierung das Wort. Er fetzt auseinander, daß alle Parteien großes Jntereste an dem Vereinsgefetze haben. Auf der einen Seite stehe für den Freisinn der Gewinn eines Gesetzes, das so liberal fei, daß -es sogar für Baden und Württemberg große Rechtsvorteile schasse, von Preußen und Bayern gar nicht zu reden. Aus der anderen Seite aber stehe nur der Sprachenparagraph, den die preußische Regierung nicht an« stehen würde, sich von ihrem Landtag bewilligen $u lasten, der also doch nicht vermeidbar sei. Er will unterschieden wisten zwischen solchen Gebieten, „die rein fremdsprachig^ sind, und solchen, wo fremdsprachige Elemente in frühere rein deutsche Gebiete eingedrungen sind. Das polnische Element nistet sich — eine ernste Schattenseite der industriellen Entwicklung von Rheinland und Westfalen — im Westen unseresVater- landes immer mehr ein. Bei den letzten Stadtverordnetenwahlen in Westfalen sind schon polnische Kandidaten gewählt worden. Hier ist im nationalen Jntereste in der Tat Vorsicht geboten: es muß mit aller Kraft verhindert wer- den daß altdeutsche Gebiete im Herzen unseres Vaterlandes der Polonisterung verfallen. Hier sind also nach meiner Ansicht Konzessionen gegenüber der Regierung angezeigt."
Zu diesen einigermaßen politisch «et» nünftigen Vorstellungen paßt der oben et* wähnte Antrag zu § 5 recht wenig. Wir glauben auch, daß die süddeutschen Demokraten und sonstige Stützen der „Prinzipenfesten" kaum sich zu einem Nachgeben werden entschließen können. Sie sitzen ja so fern von der polnischen Gefahr und können so gut theoretisieren.
Dir — der Trauschein Deines Großvaters, als Zeugen der Trauung sind angegeben der damalige Diener des Grafen, Mattin, und der Küster des Ortes. Dieser lebt nicht mehr. Martin lebt noch jetzt auf Schloß Oldensloe — nun, was sagst jetzt?"
Ich mußte alle meine Fassung zusammenneh« men, um nicht erregt aufzusahren.
„Die Trauung kann fingiert gewesen sein," antwortete ich, indem ich fühlte, wie meine Stimme zitterte.
Mein Onkel lachte laut auf.
„Fingierte Trauungen trägt man nicht tn amtliche Kirchenbücher ein," sagte er spöttisch. „Es steht unwiderruflich fest, daß die Trauung stattgefunden hat und daß Du der Gras Eundokar von Oldensloe bist."
„Noch eins — wie willst Du beweisen, daß mein Vater der Sohn des Grasen und der Edith Macleean ist? Er ist als der Sohn des Revier* försters Franz Decker und seiner Frau in das Kirchenbuch eingetragen."
„3)as wird uns der Marttn, seine Frau und andere Personen bezeugen können."
„Und wenn sie dieses Zeugnis verweigern?" ,Öho, man hat Mittel und Wege, sie zum
Sprechen zu bringen. Ein Meineid ist doch teilte Kleinigkeit."
„Gewiß nicht. Ebensowenig eine Unterschlag* ung."
„Was willst Du damit sagen?"
Iichts — doch erkläre mir, was Du zu tu» gedenkst?" ,
,Hm — es gibt zwei Wege: ein Prozeß mch Anerkennung Deiner legitimen Abstammung vo» dem Grafen — oder einen privaten Vergleich mit der gräflichen Familie."
(Fortsetzung folgt)
Aus den Parlamenten.
Abgeordnetenhaus.
Das Abgeordnetenhaus erledigte am Dienstag zunächst die erste Lesung des Entwurss auf Bau des Masurischen Kanals. Nachdem Minister Breitenbach die Vorlag" kurz begründet hatte, sprachen sich die Abgg. Reiner (kons.), Dr. Ditt- rich (Ztr.), G»otzel (nl.), Braemer (freitenf.), Eyßling (srs. Vp.) und Dr. Pachnicke (srs. Vgg.) übereinstimmend für den Entwurf aus. Als Gegner des Kanals äußerte sich nur der Abg. Frhr. v. Eamp (freik»".f.), der glaubte, der Kanal komme nur fünf Kreisen zugute und werde die ländliche Arbeiternot nur noch steigern. Minister Breitenbach, sowie die Abgg.