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Erstes Blatt.

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al» Hypothekengläubigerin unter sehr günstige» Bedingungen einnimmt. Es ist dies die gleiche Art der Hypothekenregulierung, wie sie in Pose« und Westpreußen die Anstedlungskommisfio« mit Hilfe der Bauernbank und der Mittel« standsbank in Posen mit großem Erfolge durch­führt. Die Vorlage wird jedoch, wie wir zu­verlässig erfahren, dem gegenwärtigen Landtage nicht mehr zugehen.

welches man wahrlich für weniger nervös hatten durfte. __

Es ist merkwürdig, daß man gerade den Figaro" als Kronzeugen aufrufen muß, um klar zu machen, daß der deutsche Kaiser wie jeder Privatmann da» Reckt hat, Privatbriefe zu schreiben. Bei un» hat man natürlich die be­kannten konstituionellen Bedenken. Da soll so­fort wieder der Reichskanzler schließlich auch 8ie Privatbriefe des Kaisers gegenzeichnen. Man liest solche Bedenken keineswegs bloß imVor­wärts", auch Blätter wie derHann. Courier" sprechen sie aus.

Taktlos aber kann man wohl das Benehmen des englischen Lord nennen, der den Brief einer ganzen Reibe von Diplomaten und auch sogar Damen zugänglich gemacht hat.

'SBie das Sfeutersche Bureau erfährt, wird, bevor das Unterhaus zusammentritt, ein Mi­nisterrat abgehalten werden, der dem Verneh­men nach die Angelegenheit des Briefes des Kaisers nach allen Richtungen hin prüfen wird. Lord Tweedmouth werde seinen Kollegen den ganzen Fall unterbreiten.

Marburg

Dienstag, 10. März 1908.

mit dem E........- tarbmg und Kirchhain

««d de« Keilage«: .Merarifchrr Ary-iger«Kmrdwirlschaflliche Keilage- ««dJUnstriertes z-mrürs-bktt«.

Der Brief des Kaisers an Lord Tweedmouth.

Die englische Presse hat den Vorstoß der ^kimes" wenig unterstützt. So schreibt der »Standard":

Weder die Mitteilung Asquiths noch die Er­klärung des deutschen Auswärtigen Amtes könnten als befriedigend oder abschließend an­gesehen werden. Da wir festen Glaubens find, daß der Kaiser allein die Interessen des Frie- dens und der englisch-deutschen Freundschaft im Auge gehabt hat, als er an Lord Tweedmouth schrieb. So hoffen wir, daß er ins Künftige sich auf den mehr herkömmlichen Apparat des diplomatischen Verkehrs zur Förderung seiner anerkennenswerten Ziele stützen wird.

DieMorningpost" schreibt: Weder das Ober­haus noch das Parlament werde voraussichtlich eine Veröffentlichung des Briefes verlangen, der nur habe geschrieben werden können infolge eines ganz natürlichen Mißverständnisses be­züglich der besonderen Stellung^ welche ein bri­tischer Minister einnimmt Ein solches Ver­langen werde so aufgefaßt, als enthalte es eine Rüge Sr. Majestät, die gänzlich über jede Kom­petenz steht, rmg auch sicherlich außerhalb der Absicht sei. Das Parlament möge indessen Recht haben, daß die Regierung besondere di­plomatische Mittel ergreifen müsse, um den Kaiser mit dem Wesen der ministeriellen Ver­antwortlichkeit in England v^raut zu machen.

DieNation", ein häufig amtlich inspirier­tes, wöchentlich erscheinendes Blatt, bespricht die Mitteilung über den Brief des Kaisers und sagt: Es liegt eine besondere Roheit in der Charakterisierung von Mitteilungen, die nie­mals ans Licht zu kommen bestimmt worden und die unmöglich veröffentlicht werden können und in denen, wenn wir schon das Aergste an­nehmen wollen, irgend eine familiäre Phrase gebraucht worden sein mag, in die man eine Absicht hineinlegen kann, die weit entfernt ist von der Absicht des Schreibers. Des Kaisers Temperament ist wohlbekannt, er spricht und schreibt freimütig und i^ulsiv, aber notorisch ist ja, daß er seit vielen Monaten sich bemüht hat, die politischen Beziehungen zwischen Groß­britannien und Deutschland zu verbessern. Wir glauben keinesfalls, daß er bei der Abfassung des Brieses den Zweck ungehöriger Einmischung verfolgt hat. Das Blatt fügt hinzu, Lord Tweedmouth müsse aufqefordert werden, zu er­klären, wie ein durchaus privates Schreiben hat bekannt gegeben werden können.

Die französische wie die deutsche Presse be­handeln die Angelegenheit mit Ruhe. In Frankreich betont man, daß die Sache nach den Erklärungen Asquiths keine Bedeutung mehr habe. DieTimes" halten ihre Behauptung trotzde:.r aufrecht. Der Zweck ist durchsichtig. Man will einesteils wieder einmal nach der alten Manier des Herrn Blowitz gegen Deutsch­land Hetzen, andererseits solle dadurch dem jetzigen liberalen Ministettum Schwierigkeiten bereitet werden.

Paris, 8. März. Der Direttor desFi­garo", Camette, verurteilt in seinem Blatte scharf den Lärm, welcher in England wegen des Kaiserbriefes erhoben werde und sagt: Ein Teil der englischen Presse bietet gegenwärttg ein Schauspiel, welches man, wenn es vorkäme, in England ohne weiteres als lächerlich bezeichnen würde. Man muß in der Tat anerkennen, daß das englische Volk, welches gegen die Unüber­legtheiten andere Völker so strenge ist, sonst mei­stens Ruhe und Würde zu zeigen pflegt. Der Brief des Kaisers an Lord Tweemouth ist durch­aus begreiflich. Es handelt stch um einen Pri­vatbrief, in welchem der Kaiser, dessen Vorliebe für Marinefragen bekannt ist, mit einem her­vorragenden Fachmann einige diesbezügliche Punkte erörtette. Er sprach als See­mann zu einem Seemann und unterhielt sich mit ihm über einen Gegenstand, dessen Erörier- ung ihm gewiß mehr als jedem anderen zusteht: über die deutsche Marine. Der Kaiser ist be­kanntlich ein glänzender und mitteilsamer Plan- derer. Er hat mit Lord Tweewotth korrespon­diert, wie er sich mit ihm nach einem Diner in Windsor oder im Buckingham-Palast unter­halten hätte. Hat er nicht während seines Aufenthaltes in England persönliche Beziehun­gen mit der offiziellen Welt und der englischen Aristokratie angeknüpft. Hat man denn al» Kaiser nicht mehr das Recht, seinem Freunde zu schreiben. Es ist unglaublich, daß ein derairttger Gedanke so viele Auseiandersetzungen und Streitigkeiten verursacht hat i« einem Lande,

Die JnsertionSgebühr beträgt für bi« 7«fpaltette Zeile ober deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. jq Druck und Verlag: Joh. Ang. Koch, llnioerfitätsbnchdruckerei 1O**9*B< Inhaber Dr. C. Hitzero th, Marburg, Markt LI. Telephon 55.

Deutsches Reich.

Die Taufe des neuen Linienschiffes. In Gegenwart des Kaisers, des Eroßherzog» und der Großherzogin von Baden und des Prinzen Heinrich der Niederlande lief das Linienschiff Ersatz Bayern um 11 Uhr in Wilhelmshaven glücklich vom Stapel. Der Oberpräsident von Hessen-Nassau Hengstenberg hielt die Festrede. Die Großherzogin taufte das Schiff .Ikassau". Vom Kaiser wurde nach dem Taufakte im Offi­zierskasino ein Frühstück gegeben, bei dem zwi­schen dem Kaiser und dem Eroßherzog von Ba­den Trinksprüche gewechselt wurden. Der Kaiser begleitete die badischen Herrschaften zur Bahn. Der Eroßherzog und die Großherzogin von Baden statteten vor ihrer Abreise dem Schiff Deutschland" einen Besuch ab und nahmen an Bord den Tee ein. Der Kaiser und Prinz Heinrich von Preußen nahmen abends mit dem Prinzen Heinrich der Niederlande und den Herren der Umgebung an einem Herrenabend im Marineoffizierkasino teil. Bei dem Stapel­lauf hielt der Oberprästdent Hengstenberg nach­stehende Rede:Allerdurchlauchttgster, aller­gnädigster Kaiser^ König und Herr: Als neues Glied deutscher Wehrkraft zu See, ein erzgefüg­tes Zeugnis schaffensfreudiger Arbeit und tech­nischen Können» steht das stolze Schlachtschiff vor uns, bereit, dem Meere, damit seinem Be­rufe übergeben zu werden. Du sollst fortan die deutsche Flagge durch die Weiten des Welt­meeres tragen, sollst im friedlichen Wettbewerb der Völker des Vaterlandes überseeische Inter­essen wirksam vertreten und ihm im Verkehr der Nationen zur See die Achtung sichern, die ihm gebührt. Saevis tranqulllus in undis: ruhig im wilden Wogenbraus. Dies Wott, daß Dich auf Deinen Fahrten geleiten möge, war der Sinnspruch des edlen Wilhelm von Äassau- Oranien, dessen Wiege in dem Lande stand, des­sen Namen Du auf Allerhöchsten Befehl künftig führst. Mit freudigem Stolz werden die Be­wohner dieses Landes Kunde von dem huld­vollen Enadenbeweis Eurer Kaiserlichen König­lichen Majestät erhalten und dankerfüllten Her­zens die Ehre empfinden, daß eines der stolze­sten Schiffe der Kaiserlichen Marine künfttg den Namen ihrer geliebten Heimat tragen wird. Fern vom Gestade der See, im Herzen Deutsch­lands gelegen, bringt auch zu ihr das Rauschen de« Ozeans, der mächtige Pulsschlag des Welt­handelsverkehrs, denn auf des Rheines Wasser­straße, der ihre Reben umkränzten Berge um­spült, vollzieht sich der gewaltigste Güteraus­tausch zwischen dem Binnenland und dem Meer. Dein Name, Du stolzes Schiff, soll aber auch er­innern an das erlauchte Fürstengeschlecht, das in den Aufzeichnungen der Weltgeschichte manch ruhmvolles Blatt füllt. Es soll auch das Ge­dächtnis wachrufen an die edlen Männer aus Nassau-Oranifchem Stamme, die treuen Strei­ter für ihres Glauben» und ihres Landes Frei­heit, die Ahnen des Hohenzollerngeschlechtes, deren Erzbilder da» Königsschloß der Reichs- Hauptstadt schmücken; er soll einen Kranz treuen Gedenkens flechten um Luise Henriette, des gro­ßen Kurfürsten unvergessene Gemahlin. Droben auf des Niederwaldes lichten Höhen, hält schwertgegürtet die Germania schirmend die Kaiserkrone über das deutsche Land als Wacht am Rhein; sei Du an den deutschen Meeres­küsten und auf den Weiten des Ozeans in fried­lichen Tagen, rote, wenn Dein Kaiser und Kriegsherr Dich ruft, in Kampf und Sieg ein treuer Wächter über de« Vaterlandes Sicher­heit und Ehre!

Der Kaiser kehrte gegen Mitternacht an Bord derDeutschland" zurück. Gestern früh um

8 Uhr machte der Kaiser einen einstündigen Spaziergang und hielt um 10 Uhr Gottesdienst. Bei dem Besuch der Werftanlagen, der vor­gestern Nachmittag stattfand, überreichte der Kaiser persönlich dem Werftkupferschmied Stöhr die diesem verliehene Rettungsmedaille. Der Kaiser fuhr nachmittags um 4y2 Uhr an Bord derDeutschland" nach Helgoland. Der Kreuzer Berlin" begleitet dieDeutschland". Abend» um 7% Uhr traf er vor Helgoland ein. Die Schiffe ankern hinter der Düne. Die See ist be­wegt. Vor der Abfahrt aus Wilhelmshaven stattete der Kaiser der Werft einen einstündigen Besuch ab und besichttgte dieNassau" und die Eneisenau". Prinz Heinrich der Nieder­lande ist gestern früh wieder abgereist.

Die Kaiserin rst zum Besuche des Prin­zen Joachim von Preußen am Samstag in Plön eingetroffen. Von Plön aus gedenkt die Kaiserin nach Schloß Grünholz bei Glücksburg weiterzureisen, um die Familie des Herzogs Friedrich Ferdinand von Schleswig-Holstein zu besuchen. Dort ist inzwischen Prinz August Wilhelm von Preußen zum Besuche seiner Braut eingetroffen.

Da» Kronprinzenpaar, das bekanntlich in der dritten Woche im Mai im Rheinlande ein­trifft, wird eine ganze Reihe von Städten be­suchen, u. a. Barmen, Düsseldorf, Köln, Bonn usw., und alsdann von dort aus mit den Fürst- lich-Schaumburgischen Herrschaften die verschie­densten Ausflüge nach einzelnen Eifel- sowie oberrheinischen Orten unternehmen. Die ehe­maligen Gardisten Rheinlands wollen dem Kronprinzenpaar eine Huldigung darbringen. In Düsseldorf wird den hohen Herrschaften da« von den Provinzen Rheinland und Westfalen gewidmete Hochzeitsgeschenk, bestehend in einem silbernen Tafelaufsatz, das seinerzeit nicht recht- zeitig ferttggestellt werden konnte, überreicht.

Da» Reichspostamt und das Handwerk. Der Staatssekretär des Reichspostamts erläßt folgende handwerkerfreundliche Verfügung: Aus den erstatteten gutachtlichen Berichten habe ich mit Befriedigung ersehen, daß die kaiserlichen Oberpostdirettionen die große soziale Bedeutung der Bestrebungen zur Erhaltung und Förderung eine» leistungsfähigen Handwerkerstandes rich­tig erkennen. Zur weiteren Förderung dieser Bestrebungen bestimme ich, daß fortan in An­lehnung an die Vorschriften der allgemeinen Bestimmungen, betreffend die Vergebung von Leistungen und Lieferungen int Bereiche der Reichspost- und Telegraphei. Verwaltung bei der Vergebung von Arbeiten und Lieferungen nach Möglichkeit auch Handwerker-Vereinigungen sJnnungen, Genossenschaften) zugelassen und be­rücksichtigt werden. Nach Jahresfrist haben die Oberpostdirettionen über die gewonnenen Er­fahrungen, über den Umfang der an Hand­werker-Vereinigungen vergebenen Leistungen und Lieferungen, über die Vertragsschließung, über die Art der Zahlungsleistung usw. ein­gehend zu berichten.

Assistenten bei den Landratsämtern. Über die Errichtung von Asststentenstellen bei den Landratsämtern hat der Minister des Innern mit den beteiligten Ressorts Grundsätze verein­bart, denen nachstehendes zu entnehmen ist: Die einzurichtenden Assist entenstellen sollen den Landräten staatlich angestellte Hilfsttäfte ver­schaffen, die in erster Linie bestimmt find zur dauernden llebernahme von Obliegenheiten mehr schemattscher Art (Registratur, Führung der Militärlisten usw.), bei deren Ueberttagung indessen besondere Zuverlässigkeit und Gewissen­haftigkeit vorausgesetzt werden muß. Das Amt ist im allgemeinen a^s Lebensstellung gedacht, fo daß ein Aufrücken in andere Stellungen nicht statffindet. Die Assistenten führen die Amtsbe­zeichnungKreisasststent". Ihre Besoldung soll derjenigen der Assistenten bei den Land-- und Amtsgerichten gleich bemessen werden. Die zu schaffenden Stellen sollen zur Hälfte den Mili- täranwärtern offen stehen, zur anderen Hälfte können sie aus der Zahl der landrätlichen Pri- vatgehilfen oder mit anderen geeigneten Zivil­personen besetzt werden. Der Anstellung al» Assistent geht kein Diätariat voraus.

Ein Hilfgesetz zum neue« Anstedlungs- gesetz stellt eine Nottz derRhein.-Westf. Ztg." in Aussicht. Sie schreibt darüber: Nach diesem Hilfsgesetz sollte ein Betrag von annähernd 100 Millionen Mark bereit gestellt werden, um in den Nachbarprovinzen bet Ostmark, Schlesien, Pommern unb Ostpreußen wirtschaftlich schwache beutsche Besitzer gegenüber der Polenauswan- berung in ihrem Besitz zu erhalten, inbem man eine Schuldregulierung ihres Landgutes vor­nimmt, bei welcher die Stelle de» Gläubiger» «et die Landschaft mit staatlicher Unterstützung

Ausland.

** König Eduard ist in Biarritz zu längerem Kuraufenthalt eingettoffen.

* Internationale Eisenbahnkonferenz. Rom, 7. März. Heute fand die Schlußsitzung der In­ternationalen Konferenz für den Eisenbahn­dienst mit durchgehenden Wagen statt. Nachdem noch einige Fragen über den Wagenwechsel im internationalen Eisenbahndienst geregelt wor­den waren, wurde Danzig zum Zusammen- kunstsori der nächsten Konferenz gewählt, die vom 4. August bis zum 7. August 1908 stattfin- den soll.

** Aus Portugal. Beim König und bet Königin-Witwe fand vorgestern Nachmittag der erste Empfang seit der Ermordung de» Königs statt. Zu dem Empfang, der drei Stunden dauerte, waren zahlreiche Persönlichkeiten er­schienen.

** Das russische Geschwader ist unter dem Komando des Admirals Eberhardt auf der Reise nach Kiel von Gibraltar nach Vigo abgefahren.

* Bom Balkan. Rom, 7. März. Die Agenzia Stefani" meldet aus Salonitt vom 7. März: Der erste Dragoman des griechischen Konsulats Askitis ist gestern abend auf offener Straße durch zwei Revolverschüsse tötlich verletzt worden. Wie gerüchtweise verlautet, wird da» Verbrechen dem bulgarischen Komitee zuge­schrieben.

** Marokko. P"ris, 7. März. General Vaillard telegraphiert, daß die Umtriebe bet Harka, die sich an bet äußersten Grenze Süd- Orans gebildet haben, als eine Bewegung fana­tischer Hafidisten angesehen werden. Di» Stämme an der Grenze nehmen an der Beweg­ung nicht teil, sondern erstattet im Gegenteil genauen Bericht über die Harka, die 4000 Mann umfaßt. Es sind alle Maßregeln getroffen, um einem Angriff an der Grenze entgegenzutreten. Muley Hastds Aufforderung an die Marokka­ner, den Franzosen in vielen Teilen des Lande» Sdjroieri"Mten zu bereiten, ist also auf frucht­baren Boden gefallen. Aus Fez wird unter dem 3. März das Gerücht gemeldet, daß die Abordnung, welche Muley Hafid die Huldigung der Stadt Fez Lberbingen solle, i« die Hände des Azemmur-Stammes gefallen sei. Auch das Gerücht, daß die Mahalla des Sultans Afis herannahe, verursachte eine gewisse Erreg­ung. Der Berichterstatter desTemps" in Casablanca spricht bezüglich der geplanten Ent­sendung von algerischen und Senegalschützen, da» Bedenken aus, daß dadurch das Verhältnis des afrikanischen Elementes gegenüber dem weißen übermäßig vermehrt werde. Ein oder zwei Ba­taillone der Fremdenlegion wären nützlicher. Aus Masagan wird vom 5. d. M. gemeldet, daß, Muley Hafid etwa 80 Kilometer von der Stadt entfernt lagere, und daß sich bei Azemmur Hasi­dische Banden ansammeln, welche unaufhörlich neuen Zuwachs von Reitern erhalten. Der Gou­verneur von Azemmur habe die Abfahrt des französischen KriegsschiffesEalilde" verlangt, welches vor der Stadt kreuze, und gedroht, Ma­sagan anzugreifen, falls seine Forderung nicht erfüllt würde. Unter den Europäern und bet Mischen Bevölkerung von Masagan herrsche lebhafte Beunruhigung. Die Sache Muley Ha- fib» mache in Masagan zweifellos Fortschritte.

** Zuspitzung des japanisch-chinesischen Kon« flittes. Peking, 7. März. Japan überreichte gestern bem Leiter bes chinesischen Auswärtigen Amtes ein Ultimatum wegen der Beschlagnahme bes DampfersTatsumaru". Das Minimum bet japanischen Ansprüche ist bie Wiederher­stellung des Dampfers und der Ladung und die Zahlung einer vollgültigen Entschädigung in­nerhalb einer angemessenen Zeit. Im Falle bet Unterlassung ober Verzögerung wird Japan, entsprechend den im Ultimatum gestellten Be­dingungen, unverzüglich entsprechende Matz, nahmen ergreifen. Japan erwartet bis morgen Antwort. Es lehnt das Anerbieten Chinas eine Untersuchung anzustellen, ab und besteht auf einer Genugtuung für die Niederholung der japanischen Flagge auf derTatsumaru". E» wird eine Vermittlung nicht annehmen, da w den Standpunkt vertritt. China fei ttiuroeifeti hast im Irrtum.

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