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mit dem Kreisbtatt für die Kreise Marburg ««d Kirchhain

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Marburg

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Sonntag. 8. März 1908.

Die Jnsertionsgebühr beträgt für die 7gespaltene Zelle

oder deren Raum 16 Pfennig, für Reklamen 90 Pfennig. in AfnhYff Druck und Verlag: Joh. Bug. Koch, UnwersttätSbuchdruckerei **'* Inhaber Dr. ®.Hktzeroth, Marburg, Markt 21. Telephon 56.

Man abonniert auf bit täglich erscheinend«Oberhess >sch e/> -,x Zeitung" bet allen Postämtern und unfern Zeitungsstellen t

JlO 58 Kirchhain und Wetter sowie bei unserer Sxpedrtron -Markt St

e/," WO Der Bezugspreis beträgt durch die Post 2,36 Mk. (otm

Bestellgeld), bet unfern Zeitungsstellen und der Expedition 2 Mi

Zweites Blatt. -

Die Tätigkeit der Ansiedelungs» Kommission.

Dem preußischen Abgeordnetenhause ist so« eben die fällige Denkschrift über die Ausführung des Anstedelungsgesetzes für das Jahr 1907 ju» gegangen. Es ist dieser Vorlage zu entnehmen, vast das Eüterangedot im Berichtsjahre 407 Euter mit 138110 ha betrug. Die Durchschnitts« Stoße der angebotenen Güter war demnach 39 ha; das gesamte Landangebot umfaßte 166 537 ha oder 29^ Quadratmetlen.

Der Ankauf ist 1907 eingeschränkt worden, »eil die Mittel des Anfiedelungsfond» zur Neige gingen. Es wurden 10 Rittergüter, 16 sonstige Güter und 24 Bauernwirtschaften mit einet Gesamtfläche von 9390 ha erworben. Un­ter den Rittergütern befinden stck 3 Staats­domänen, die gegen Erstattung des durch Schätz, png ermittelten Wertes abgetreten find. Die Übrigen Grundstücke find im freien Grundstück»« »erkehr gekauft worden.

Der Gesamtankauf betrug:

1903 42 052 ha für 42344060

1904 33 109 83 943 000

1905 34 661 41 030 000

1906 29 670 42 214 000

1907 9 390 14 161000

Unter Hinzurechnung der Erwerbungen aus den Vorjahren umfaßt der Landerwerb der An« fiedelungskommisston am Schlüsse de» Jahres 1907: 1. an Gütern 814 484 ha zum Kaufpreise von 279 439 342 und 2. an bäuerlichem Besitz 20 899 ha zum Kaufpreise von 27 263 095 M. Zusammen also 335 383 ha oder 59 Quadrat­meilen zum Kaufpreise von insgesamt 806 702 437 J*.. Hiervon stammen au» deutscher Hand: 357 Eutsbezirke, 103 Landgüter, 288 Bauernwirtschaften. Aus polnischer Hand: 153 Eutsbezirke, 31 Landgüter und 220 Bauern­wirtschaften. Der Durchschnittspreis für di« im Jahre 1907 angekauften Besitzungen stellte stch bei Gütern auf 1471 .st, bei den Grundstücken auf 1860 J*., bei dem gesamten Ankäufe auf 1508 ha. Gegen die Jahre 1903 (Durchschnitts­preis 1007 .st), 1904 (1025 -st) und 1905 (1184 -st) ist der Durchschnittspreis für das Hektar also erheblich gestiegen.

Das Besiedelungsgeschäst hat stch auf der Höhe der Vorjahre gehalten.

Es sind 6161 AnsiÄelungsgesuche eingegangen

gegen 6786 im Jahr« 1906,

6429 1905 und

6210 1904.

Fragebogen über ihre persönlichen Verhält­nisse haben

3644 Bewerber eingesandt gegen 3737 im Jahre 1906, 3316 1905 und

2612 1904.

81 <Nachdruck verboten.)

Tie weiße Frau von Oldensloe.

Original-Roman von O. Elster.

(Fortsetzung.)

Ich schaute mich um, al» sei ich aus einem wunderbaren Traume erwacht.

Das erste Morgengrauen blickte durch die schmalen Fenster, die an der einen Seite offen standen. Ein eiskalter Wind pfiff durch dieselben mich schauerte und ich trat in die Bibliothek zurück, wo ein erwärmendes Feuer in dem Ka­min brannte. Ich warf mechanisch einige Schei­ter Holz auf die Kohlen, sodaß das Feuer hell aufloderte. Dann rückte ich einen Sessel an den Kamin und setzte mich nieder. Die Stirne in die Hand stützend, versank ich in tiefe» Sinne«, ich mußte meine eigenen Gedanken erst einmal ordnen, die ganze Welt erschien mir verändett. Ich fühlte eine Mattigkeit in allen meinen Glie­dern, meine Nerven waren abgespannt und über­reizt, ich hätte weinen können, wie ein Kind.

Die tiefe Stille, die mich umfing, da» flockende Feuer, die wärmende Glut, die halbe Däm­merung, welche in dem Gemach herrschte, be­ruhigten mich allmählich; die Erregung und die darauf folgende Abspannung schläferten meine Sinne ein. Ohne daß ich es wollte und merkte, eich fest ein und fand in dem tiefen, traum-

Schlummer Erquickung,und neue Kraft.

Als ich erwachte, war heller Tag

Vor mir stand ein Diener.

Verzeihen, Herr Doktor," sagte er lächelnd, wenn ich störe. Aber die gnädigste Komteffe schickt mich, um zu fragen, weshalb Herr Doktor nicht zum Frühstück herunter kämen. Es sei ein schöner Herbsttag, ob Herr Doktor mit der Kom­teffe nicht ausreiten wollten."

Die Zahl der vorläufig abgeschloffenen Ver­träge ist unbeträchtlich hinter der des Vorjahre» zurückgeblieben, die Zahl der genehmigten und damit rechtswirksam gewordenen Verträge ist gestiegen. Es find 2076 vorläufig und 1660 Ver­träge rechtswirksam abgeschlossen, und zwar 1339 Rentenguts- und 321 Pachtverträge. Außerdem stnd 60 neu eingerichtete Arbeiter­mietwohnungen vergeben worden. Die Zahl der rechtswirksamen Renten-, Pacht- u.Mietverttäge de» Jahres 1907 beträgt somit 1720. Bi» Ende 1907 find im Ganzen 18 617 Ansiedlerverträge abgeschlossen und genehmigt. Davon find 11028 Rentenguts- und 2589 Pachtverträge. Außer­dem find 518 Mietverträge geschloffen, so daß die Gesamtzahl der genehmigten Verträge 14135 beträgt.

Die Finanzlage de, Anstedelungfond» ist folgende:

Die Gesamtausgaben de» Anfiedelungsfond» vom Jahre 1886 bi» Ende Dezember 1907 betragen 484 000 000 -st

die Gesamteinnahmen für den

gleichen Zeitraum 184 100 000

die reinen Ausgaben mtthin 349 900 000 -st

Die im letzten Vierteljahre des Rechnungs­jahre, 1907 noch zu leistenden Ausgaben finden in den noch zu erwartenden Einnahmen Deckung.

Das Drama von Allenstein.

Der Hauptmann v. Soeben hat sich dem irdi­schen Richter entzogen. Dem Freiherrn von Echruck-Rotzing, der als Psychiater den Gefan­genen beobachten sollte, hat der Unglückliche ei« umsaffende» Geständnis abgelegt und darin er­schütternd zum Ausdruck gebracht, was ihn zu der schrecklichen Tat veranlaßt hat. Gr sagte: Ich habe jene Frau für eine Art reines Heilig­tum gehalten und ihr alles, alles geglaubt. Ich habe ohne Bedenken und ohne inneres Wider­streben die größten Verbrechen für diese Frau begangen, die fie von mir haben wollte, und fühlte mich sogar glücklich dabei. Obwohl ich doch au, ihrem eigenen Munde wußte, welch' leichtfinniges Leben fie geführt, hat e, mich nicht abgehalten, fie bis zum Wahnsinn zu lieben und abgöttisch zu verehren. So hat fie mich durch ihre ewigen Klagen über Mißhandlungen ihre, Manne» dahin gebracht» daß sich in mir die Idee festsetzte, diese Frau von dem Manne zu befreien, der mir in den widerlichsten Farben erschien. Ich hätte Vaterland, Mutter, Freunde alle», all« im Stich gelaffen, wenn ich dafür diese Frau hätte eintauschen können, wie ich ja auch meine Ehre lachend in den Dreck getreten habe. Ich meine, wenn ich offen sein soll, diese Frau hat einen hypnotischen Einfluß auf mich gehabt, der mich zu ihrem willenlosen Werkzeug machte. Ich kann mir das all« nicht erklären. Ich kann « auch merkwürdigerweise nicht begreifen, daß

Ich sprang empor. Mit einem Male standen die Erlebniffe der letzten Nacht wieder in leb­haften Farben vor meiner Seele. Ich schaute nach dem Tisch. Dort brannte noch die Lampe, dort lagen noch die Aufzeichnungen mein« Vater» und die Briefe mein« Großvater» an meine Großmutter. Ich glaubte jeden Augen­blick die hohe Gestalt der Gräfin wieder au» dem düsteren Winkel heroottreten zu sehen; aber all« blieb still, all« war, wie am Tage vorher und doch wie verändert war mein Leben, mein Denken!

Da, lächelnde Gesicht d« Diene« brachte mich in die Gegenwatt zurück. Ich schämte mich vor ihm.

Ich laffe Komteffe Amalgunde um Verzeih­ung bitten," sagte ick, mich zusammennehmend. Ich war auf dem Sessel eingeschlafen. Aber in einer Vtettelstunde werde ich unten und bereit sein zu dem Spazierritt."

Der Diener verneigte stch und ging.

Ich brachte rasch meinen Schreibtisch in Ord­nung, verschloß die verhängnisvollen Papiere in eine Schublade und eilte dann in mein Schlaf­zimmer, u..i mich zu waschen und umzukleiden.

Mein Kopf war noch wüst und befangen. Aber al, ich mit dem fttschen Waffer Kopf, Nacken und Brust übergossen, da schwarüren die Nachwehen der gespenstischen Nacht und die goldige Herbstsonne draußen tat da» Uebtige, um meiner Seele neue Spannkraft zu verleihen. Und als ich in den Speisesaal "rat und mir Amalgunde freudestrahlend die Hand reichte, indem ste sagte:Denken Sie stch, dem armen Lothar geht e» heute viel besser, er hat eine sehr gute Nacht gehabt. Mama ist ganz glücklich. Und Eie, Langeschläfer, wo bleiben Sie so lange? Ich erwarte Ste schon fett einer Stunde . . . Da wußte ich, daß mein Ent­schluß, be: ich in dieser Nacht gefaßt hatte, un-

ich für immer au, der Liste der anständigen Menschen gestrichen sein soll!"

Durch da, Duell ohne Zeugen, zu dem ihn die hysterische Frau am Weihnachtsabend ver­anlaßte, wollte er den Major zwingen, stch mit ihm zu schießen oder sich von seiner Frau schei­den zu lassen. Die WochenschriftDer Deutsche" gibt in einer Besprechung d« Fall« ein Bild von der sympathischen Person d« Hauptmann« v. Soeben: Ein edler Mensch und Wohltäter der Armen und aller, von denen er annahm, daß fie seine Hülfe nötig hätten.Die ganze Straße, in der er in Berlin gewohnt hat, tat stch dieser Tage zusammen, um ein Gnaden­gesuch für ihn an den Kaiser zu richten; nicht die Bewohner der Bellttagen waren es, die das taten, sondern lautet kleine Leute. Außet stch konnte er geraten, wenn er unritterlichem Wesen gegenüber Schwächeren begegnete. Sah er, daß ein Mädchen geschlagen ober ein Pferd roh be­handelt wurde, dann konnte et dem Peiniger vor allem Volk an die Gurgel fahren. Jede Rückficht auf seine eigene Person verblaßte in solchen Momenten vor der eingebildeten Not­wendigkeit sein« Eingreifens zugunsten der Schutzlosen." In zwei Weltteilen hatte Haupt­mann v. Soeben den Tod gesucht, hatte tm Butenkriege meist stehend geschossen, aber nut Wunden heimgetragen, hatte bann in Maze- bonien stch ben Kugeln gestellt, ohne erlöst zu werden. Nun trifft et in bet kleinen Garnison auf eine Frau, bie ihm erzählt, ihr Mann halt« fiewie im Zuchthause". Da» Rittertum in Soeben flammt empor. Der Artikel schließt: Mit tiefem Weh im Herzen aber fragen wir am Echlusse dieses Dramas die ausländische Presse, ob fie ein Recht dazu hat, aus dem Fall (Soeben auf eine Verrottung des deutschen Heeres zu schließen, und wir bitten die deutschen Zeitun­gen, dem Geschlechte (Soeben zuzugestehen, daß « dies« gefallene Mitglied nicht aus seinem Ge­dächtnis zu löschen braucht, und daß trotz allem die Armee auf den atmen Schächer von Allenstein stolz sein darf.

In der Tat, da» allgemein menschliche Be­wußtsein sträubt stch dagegen, in dem Unglück­lichen einen gemeinen Mörder zu erblicken. Wit können nach allem wohl verstehen, wie es zu dem schrecklichen Ausgange kam, aber trotzdem kann man die Tat nicht entschuldigen, noch viel weni­ger verzeihen. Daß Soeben, al» die Binde von seinen Augen fiel und er stch der ganzen Schwere seiner Schuld bewußt wurde, sein eigner Richter wurde, hat die Tat nicht entsühnt und konnte da» nicht. Die ruchlose Tat bleibt verabscheuen»« würdig, wenn uns der Täter auch in seiner menschlichen Verirrung näher gerückt erscheint.

Etwas ander« ober ist es, was an dem Drama mehr interessieren kann als die Person b« unglücklichen Täters, bas ist bie Beurteil­ungsweise, bie bie Tat Soeben» al» ein Eymp-

wiberruflich wat, unb daß ich nie im Stanbe sein würbe, bas Slück unb ben Frieben btefe» halben Geschöpfes zu stören.

Unb bann ritten wir in ben herbstlichen SBalb hinaus. Die Blätter raschetten auf uns nieber.

Es hatte in bet Nacht stark gereift unb Felb unb Wald wat mit weißem Zucker überstreut. Die Sonne blitzte auf ben Reif, taute ihn halb fort unb überall glänzte es wie von taufenb unb aberiaufenb Diamanttröpfchen.

Ich konnte nicht viel sprechen. Aber in meine Augen mußte wohl ein Abglanz jener Gefühle blinken, bie mein Herz erfüllten. Oester sah mich Amalgunde von bet Seite an. Endlich sagte |ie:

Wie wunderlich stnd Sie heute Morgen! Sie sprechen fast kein Wort unb boch leuchtet Ihr gang« Gesicht, als sei Ihnen ein unver­hofft« Glück begegnet

Das ist es auch, Komtesse," entgegnete ich. ^Jch bin seit bet letzten Nacht ein anderer Mensch geworben; ich bin mit Über mich selbst klar geworden unb sehe bie Welt jetzt mit ganz anderen Augen an, wie gestern noch.

Ich verstehe Sie nicht . . . ."

Ein groß« Glück ist mit widerfahren, denn ich darf jetzt übet Ihr Glück wachen, Kom­tesse

Aber, Doktor, so reden Sie doch ver­nünftig."

3d) kann es nicht in meinem Herzen lebt ein Gefühl, welch« ich hinausjubeln mochte in alle SBelt.

Sie sah mich erstaunt an. Dan« lachte ste fröhlich und doch befangen auf, gab ihrem Pferde einen Schlag mit der Gerte unb sprengte davon. Ich folgte ihr und eine Weile ritten wir schweigend in raschem Tempo dahin.

Plötzlich lichtete stch der Wald. Sine Wiese

tom für faule Zustände innerhalb unserer Arme« auffassen möchte. Es braucht kaum gesagt zu werben, daß bieser Fall fich zu einer derartigen Verallgemeinerung nicht eignet. Et trägt se vollkommen individuell« Gepräge, daß man den Versuch von vornherein nut bei denen ermatten darf, die au» jeder Blüte Gift zu saugen ge> wöhnt stnd. So wirst denn auch die ,^Leipz Volksztg." die Frage auf: Wer hat den Vorteil von dem Selbstmord? und antwortet: Die Gesell- schäft und in zweiter Linie der preußische Mili­tarismus hatte ein erheblicher Interesse daran, daß Herr Soeben sich zu seinen Ahnen versam­melte. Welche Skandale, welche Enthüllungen standen bevor? Ein zweit« Fotbach! Man kennt ste ja, diese kleinen Garnisonen. Und weiter heißt es: Der Wahnsinn bet holden Frau hätte fich wohl verschieben lassen. Wer kann in einer kleinen Garnison genau angeben, welche Dame bet guten Gesellschaft schon verrückt unb welche noch normal ist? Alle btefe Ent­hüllungen Jtanben bevor. Auch bet Geist b« er­schossenen Krosigk tauchte au,. Unb wem wür­ben alle diese Skandale wieder nützen? Wer würde fie mit höhnischem Behagen glossieren? Niemand ander» als die verwünschte Sozial­demokratie, beten Vertretet immer wieder im Reichstag unserem frisch lackierten Militarismus ben Firnis vom Leibe kratzen und bet Welt zei­gen, baß ein bluttrtefenber Barbar bahinter steckt.

Man barf über einen derartigen Versuch ein­fach zur Tagesordnung übergehen unb es genügt, ihn ntebrtger zu hängen, als ein Zeichen für ben bort herrschenden Steiger, baß ihnen ein Sen» sationsprozeß, ben man erwartete, entgangen ist.

Lruijches vicich.

Zur Beamtenbesoldungsvorlage schreiben dieB. P. R.": Wenn bei (Erörterung bet Er­klärung bes Finanzministers, daß in bezug auf bie Behandlung bet preußischen Beamtenbesold- ungsootlage auf bas Reich Rücksicht genommen werben müsse, bie Meinung vertreten wurde, baß man in Preußen ohne Rücksicht auf bie Be­handlung bet Sache im Reiche vorgehen solle, wie ja bekanntlich auch im vorigen Jahre bas Reich mit ben Teuerungszulagen ohne vorherige Verständigung mit Preußen vorgegangen sei, so beruht btefe Auffassung doch auf einet starken Verkennung bet wirklichen Verhältnisse. Im vorige.: Iahte mußte aus gewichtigen Stäuben allgemeiner Politik tm Reiche inbezug auf bie Gewährung von Teuerungszulagen für untere unb mittlere Beamte im Feuer exerziert werden. E» wat, um bedenkliche Schachzüge bet Opposi­tion zu durchkreuzen, notmenbig, einen raschen Entschluß im gegebenen Augenblicke zu fassen, so bah eine vorherige Verständigung mit Preußen tatsächlich unmöglich mar. Daraus sind, wie an- zuettennen, für Preußen Unbequemlichkeiten von nicht geringer Bedeutung erwachsen. Ab«

öffntte fich vor uns, an berem Rande ein schwar­zes Kreuz stch erhob.

Ich erkannte ben Platz, hielt mein Pferb an und sagte zu Amalgunde:

Wissen Sie, wo wir uns befinden?"

Eie sah fich um unb errötete.

Ach, an bet Stelle wo Ihr Vater erschossen würbe! Das wat nicht meine Absicht . . .

Lassen Sie uns abfteigen unb zu bem Kreuz gehen," bat ich.

Wit übergaben bie Pferde bem Reitknecht unb schritten burdj bas feuchte Gras bem ernsten Wahrzeichen zu. Auf bem Kreuze staub:Hi« würbe bet Revietfötster Sundokar Decker bei Er­füllung sein« Pflicht durch rneuchelmötbetisch« Hand erschossen und zur ewigen Ruhe beigesetzt. Gott gebe ihm Frieben."

Ich hatte da» Grab schon öfter besucht; ab« noch n:e hatten mich bie einfachen Worte so tief ergriffen, wie an bem heutigen Morgen. Ja, hier hatte er den Frieden gefunden, ben sein ehr- geizig« unb die Wahrheit suchend« Herz im Leben niemals gefunden. Hier waren alle die Hoffnungen begraben, welche er im Leben für sich unb seinen Sohn, bet jetzt an seinem Grabe stand, gehegt. Hier wat das Ende all« Pläne, all« Ehrgeizes, all« Hoffens, all« Wünschens aber nicht bas Ende der Liebe; denn was Ehrgeiz, Hoffen unb Wünlchen, was hochflie­gende Pläne für Unruhe, Sünde unb Schuld be­wirkten bas sollte bie Liebe gut machen, bas sollte bie Liebe versöhnen auch üb« das Stab hinaus.

Sie find bewegt, lieb« Freund," sagte Amal- gunbe mit inniger Teilnahme. Ihres Vaters Name ist ab« nicht vergessen bet uns, mein Vater spricht oft von ihm unb nennt ihn eine« treuen, braven Menschen unb den besten Waid« nuum, den « gekonnt."

(Fortsetzung folgt.)