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iNachdruck verbo.eni

(Fortsetzung folgt.)

Wünschen ist bei den rechtsstehenden Parteien noch nicht eingezogen. Hie gilt wie in aller Po- Ifttt der Satz:Mann mit zugeknöpften Taschen, Dir tut keiner war zulieb. Hand wird nur von Hand gewaschen, Wenn du nehmen willst, so gib." Parteien und Regierung werden fest­bleiben in einer Frage, die weder im gepriesenen England noch im Lande der republikanischen Freiheit so gelöst ist, wie es in Deutschland die Freisinnigen wünschen. Wer in diesen Ländern in öffentlicher Versammlung zu sprechen wünscht, mutz dies französisch oder englisch tun. Zn Frankreich ist sogar das Erscheinen von Zeitun­gen in fremder Sprache verboten. Wir Deutsche aber stehen auf der Höhe des Prinzips und um­fangen die Polen liebevoll, wenn sie auch immer wieder uns schmähen und immer wieder laut und deutlich sagen, datz sie nur den einen Wunsch hegen, mit allen Mitteln die Deutschen zu ver­drängen.

Der § 7 des Vereinsgejetzes.

Am Montag hat die Reichstagskommission ♦en tz 7 des Vereinsgesetzes, der sich mit. der Re- gelung der Sprachenfrage befaßt, in erster Le- h»ng abgelehnt. Die Freisinnigen hatten bean­tragt, dem § 7 folgende Fassung zu geben:

1. Die Verhandlungen in öffentlichen Ver­sammlungen sind in der Regel in deutscher Sprache zu führen. 2. Wenn in einer öffent­lichen Versammlung in einer fremden Sprache verhandelt werden soll, so haben die Veran­stalter die nach § 3 Abs. 1 erforderliche An­zeige mindestens dreimal 24 Stunden vor dem Beginn der Versammlung bei der Polizei­behörde zu erstatten. Bei der Anzeige mutz die Absicht, in fremder Sprache zu verhandeln, mitgeteilt werden und die Bezeichnung dieser fremden Sprache selbst erfolgen. 3. In den Versammlungen, für welche die in Rr. 3 vor­geschriebene Mitteilung durch den Veranstalter nicht erfolgt, ist der Gebrauch einer fremden Sprache nicht erlaubt. 4. Die Anzeige gemäß Nr. 2 wird durch die öffentliche Bekannt­machung nicht ersetzt. 5. Ohne die ausdrück­liche Einwilligung des Veranstalters oder des Leiters einer öffentlichen Versammlung darf in derselben in einer nichtdeutschen Sprache nicht verhandelt werden. 6. Die Landesgesetz­gebung kann die Einhaltung der Bestimmun­gen in Nr. 2 bis 4 ganz oder teilweise erlasien.

Die Punkte 2 bis 5 wurden mit den Stimmen des Zentrums, der Polen, der Sozialdemokratie und des Freisinns gegen die der Nationallibe­ralen und der rechtsstehenden Parteien ange­nommen. Durch diese Annahme war die grund­legende Bestimmung in Punkt 1 wertlos und gegenstandslos geworden. Die konservativen und nationalliberale Redner hatten kein Hehl daraus gemacht, daß sie den Ausnahmebestim­mungen nicht würden zustimmen können. So war es für sie geboten, ja selbstverständlich, daß sie den verböserten Paragraphen ablehnten, da­mit eine Lücke entstand.

Ob es nun bis zur zweiten Lesung zu einer Verständigung kommt, wird abzuwarten bleiben. Mißlänge die Verständigung, so wäre jedenfalls das ganze Gesetz gefährdet. Denn unmöglich kann die Regierung in dieser natio­nalen Kern- und Ehrensrage in eine Verwässerung bis zur Wirkungslosigkeit willigen.

Das hätten sich die Freisinnigen schon vorher zur Not selbst sagen können. Ebenso wie sie darüber sich hätten klar sein müsien, daß sie in dem Grundsätze, die deutsche Sprache als Ver- sammlungssprache festzulegen, dieser uralten Forderung des deutschen Liberalismus, sich nicht hätten mit den Blockgegnern gegen die Regier­ung und gegen ihre eigene besiere Vergangen-

Aus bett Par!«menten.

Deutscher Reichstag.

Im Reichstag begann am Dienstag die Be­ratung des Etats des Reichsamts des Innern. Dazu lagen nicht weniger als fünfundzwanzig Resolutionen vor. Erster Redner aus dem Hause war der Abg. Eiesberts (Zentr.). der die Mitarbeit des Zentrums bei den einzelnen sozialpolitischen Vorlagen der letzten Jahre be­sonders betonte, gleichzeitig aber auch mit Wor­ten des Dankes das unermüdliche Wirken des früheren Staatssekretärs Grafen Posadowsky auf sozialpolitischem Gebiete rühmend hervorhob. um darauf die Resolutionen seiner Partei zu befürworten. Auch die nachfolgenden Redner ge­dachten mit warmen anerkennenden Worten des Grafen Posadowsky, gleichzeitig auch dem neuen Staatssekretär ihr Vertrauen aussprechend. Zu­nächst Abg. Pauli-Potsdam (kons.), der sich darauf noch mit Ausführungen des Vorredners beschäftigte und im Gegensatz zu diesem meinte, daß die Fälle zahlreicher seien, wo Streikende arbeitswillige Arbeiter belästigten. Er frage den Staatssekretär, ob Schritte zum Schutze der Arbeitswilligen in Aussicht genommen seien. Abg. Dr. Stresemann (natl.) wünschte eine Re­gelung unserer Handelsbeziehungen zu Amerika, da das letzte provisorische Abkommen für Deutsch­land keine Vorteile gebracht habe. Auch ein Ab­kommen mit Kanada wäre zu begrüßen. Den Syndikaten dürfe nicht das Recht zugesprochen werden ohne Kontrolle eine Preispolitik ledig­lich nach ihren eigenen Vorteilen zu betreiben. Abg. Schmidt-Berlin (Soz.) verbreitete sich über die zunehmende Arbeitslosigkeit in den Städten und verlangte Abhilfe von der Regierung. Mitt­woch: Fortsetzung. Schluß 6 Uhr.

Preußischer Landtag. 8bgeorbnetenbau#.

Im Abgeordnetenhause wurde am Dienstag die Enteignungsvorlage endgültig den parla-

heit verschwören dürfen. Hätte wirklich noch ein I Zweifel in der Berechtigung dieser national I selbstverständlichen Forderung auf freisinniger I Seite bestanden, so hätte ihn die Naivität des I Polen Brejski beheben müssen, der dem gesetz- I lichen Begriffedeutsch" im Abschnitte 1 folgende I kindliche Auslegung verleihen wollte:Als I deutsch find alle Sprachen und Mundarten zu be- I handeln, welche im Deutschen Reiche von Reichs- I angehörigen als Muttersprache gesprochen I werden." I

Pan Brejski konnte den Freifinnigen gar I nicht deutlicher als hierdurch" zu Gemüt? führen, I daß die Gegner der deutschen Verhandlungs- I spräche den nationalstaatlichen Charatter des I Deutschen Reiches verleugnen und es auf den Standpunkt eines Nationalitätenbundes hin- I unterdrücken wollen.

Da sie den edlen Polen nicht glauben wollten, I was sie mit ihrem Schildbürgerstreiche getan haben, mögen die Freisinnigen dies nun der So­zialdemokratie glauben!

DerVorwärts" lobt über den grünen Klee hinaus ihren gescheiten Streich. Er schreibt:

Es ist eine verdiente, aber zehnfach und hundertfach verdiente Ohrfeige, die dieser Beschluß der Kommission der preußischen Re­gierung vorsetzt. Der auf den Fischbeck gekom­mene Freisinn, der um des Blocks willen, um | der Stellung als Regierungspartei willen den letzten Rest von Liberalismus stückweise dran­gab, er hat hier eine Ablehnung gewagt, die den Block aufs höchste gefährden kann! Das hat er getan um des Sprachenparagraphen willen! Selbst die Hörigen des Blocks ver­sagen den preußischen Knebelmeistern den Ge­horsam. Ein Brandmal für diese, das unver­wischbar bleibt, selbst wenn die Hörigen schließlich doch noch zu Kreuze kriechen sollten!" Daß diesmal auch eigenste Jnteresien der Re­volutionspartei auf dem Spiele stehen, zeigt die folgende Auslastung:

Die Arbeiterschaft (lies: die Sozialdemo­kratie!) hat neben den Polen besonderen Grund, den Sprachenparagraphen zu verdammen. Er ist auch zur Erschwerung ihrer Organisations­und Aufklärungsarbeit zu verwenden und die preußische Reaktion pflegt nichts umkommen zu lasten, was ihr dienen kann. Die Arbeiterschaft wird deshalb auch aus diesem Eesichtspuntt den Strich durch den § 7 freudig zustimmend begrü­ßen. Und si? wird während der ganzen Dauer der Beratung des Entwurfs auf der Wacht zu bleiben haben, um dem Freisinn den Nacken zu steifen und ihn am Umfallen zu hindern."

Es ist vorauszusehen, fällt der § 7, so fällt das ganze Gesetz, und dies enthält, das kann auch der verbistenste freisinnige Doktrinär nicht leugnen, wesentliche Zugeständnisse an die aller­dings schwer zu befriedigende Linke. Die Poli­tik des mutigen Zurückweichens vor freisinnigen

Lruiiches Meid).

Der Kaiser begab sich gestern vormittag ny2 Uhr zum Schlesischen Bahnhofe, wo er die durchreisende Kaiserin-Witwe von Rußland be» grüßte und im Zuge bis nach Charlottenburg be­gleitete.

Zur Reise des Kaisers. Aus München wird gemeldet, an maßgebender Stelle sei die Meldung eingetroffen, Kaiser Wilhelm werde am 25. März München pastieren und über den Brenner und Venedig nach Korfu reisen.

Da» deutsche Kronprinzenpaar wird, rote verlautet, im Sommer drei bis vier Wochen in England Aufenthalt nehmen.

Der neue preußische Gesandte in Hamburg. Wie dieNordd. Allg. Ztg." hört, ist für den sreigewordenen Posten eines preußischen Ge­sandten in Hamburg der bisherige Gouverneur

Tie weiße Frau von Oldensloe.

; Original-Roman von O. Elster.

< Fortsetzung.)

Sie wissen aber noch nicht alles. Hören Sie mich an. Zuerst die Erklärung meines plötz­lichen Erscheinens. Martin, der den Auftrag hat, mir sogleich jeden Vorfall in jenem Teil des Schlosses, wo die Unglückliche wohnt, zu melden, zeigte mir an, daß er gehört habe, wie die Jrr- sinige sich mit jemand in dem alten Archiv unter­halte habe. Da wußte ich, daß die Stunde der Vergeltung gekommen. Ich kleidete mich rasch an und begab mich durch den Park in das alte Schloß und in das Archiv. Ich sah meine Pa­piere durch und fand, daß die Aufzeichnungen Ihres Vaters fehlten. Ich ahnte, daß Sie die­selben genommen und trat auch durch jene ge­heime Tür bei Ihnen ein meine Ahnung Hat mich ..icht betrogen. Dort liegen die Aufzeich­nungen Ihres Vaters und Sie misten nun, daß das gleiche Blut in Ihren Adern fließt, wie in den Adern meiner Kinder. Und nun frage ich Sie: welche Sühne verlangen Sie von mir?

Sie sind schuldlos, Frau Gräfin, der, von dem ich Sühne verlangen könnte, weilt schon lange nicht mehr unter den Lebenden."

Ich habe seine Schuld auf mich genommen," sagte sie stolz.Und vergesten Sie nicht, daß ich es war, welche die Mutier Ihres Vaters hier in ewiger Gefangenschaft hielt, daß ich es war, welche die Aufzeichnungen Ihres Vaters Ihnen vorenthielt. Ich bin also die Schuldige und beuge mich Ihrem Urteil."

Ich maße mir kein Urteil über Sie und Ihre Schuld an, Frau Gräfin," entgegnete ich bewegt, von ihrer stolzen Selbstanklage.

Wollen Sie Geld?"

Ja, Eundokar," sprach die Gräfin mit tiefer bebender Stimme.Sie sind Graf Oldensloe und mein Sohn, meines Sohnes Kinder sind namen­lose Geschöpfe und ich ein lügnerisches, ver­brecherisches Weib..."

,^)h, sprechen Sie nicht fo, Frau Gräfin!" rief ich tief erschüttert und sank in den Sessel zurück, die Augen mit der Hand bedeckend.

Eine Weile herrschte tiefe Sti ' in dem Ge­wölbe, unterbrochen nur durch meine hastigen Atemzüge, die ich zu unterdrücken nicht die Kraft besaß. Welche Gedanken mich in diesem Augen­blicke bewegten, ich vermag jetzr keine Rechen- schäft mehr darüber zu geben. Ich dachte an bas zerstörte Leben meiner Großmutter, an das verdüsterte Dasein meine» Vaters, den die Ahn­ung dieses Verbrechens die Ruhe und den Frie­den, das Glück und die Zufriedenheit geraubt hatte ich dachte auch an die Güte, die Liebe, welche mit in der Familie des Grafen zuteil ge­worden war, an meinen armen, tottranten Freund und mit einem Male tauchten au» dem Nebel meinet mitten Gedanken das blasse, erschreckte Gesicht Amalgundes auf, das Wesen, das ich mit tiefer, reiner Leidenschaft liebte, und ich ächzte leise auf.

Da legte sich die Hand der Gräfin auf metne Schulter und ihre tiefe Stimme sprach:

Höre mich, Eundokar Oldensloe denn mit diesem Namen will ich Dich fortan nennen Du sollst jetzt alles wissen. Ich bin der Lüge müde, ich stehe am Rande des Grabes uud will die Lüge nicht mit in die Ewigkeit hinüber nehmen. Du selbst sollst dann entlcheiden. wa» geschehen soll und muß."

Wie aus weiter Ferne hörte ich ihre Stimme. Ich preßte mich fester in den Sessel hinein art saß regungslos da.

Ich habe keine Ansprüche gegen Ihre Fa­milie, die ich verehre und liebe. Ich bitte über­haupt, von mir abzusehen, nur das Schicksal mei­ner unglücklichen noch lebenden Großmutter liegt mit am Herzen."

..Ich kann Sie versichern, daß Ihre Groß­mutter hier am Besten aufgehoben ist. Ich selbst sorge für alle ihre Bedürfnisse, es geht ihr nichts ab, keine Pflege, kein ärztlicher Bei­stand, wenn ein solcher nötig ist. Seit die alte Frau Martin nicht mehr imstande ist, sie zu pfle­gen, habe ist selbst die Pflege Übernommen."

Ich danke Ihnen von ganzem Hetzen dafür, Frau Gräfin."

,Hch verdiene keinen Dank, es war meine Schuldigkeit und sollte meine Sühne fein.

Sie haben nichts zu sühnen, Sie waren nicht die Schuldige!"

Sie richtete sich stolz empor, aber der Aus­druck eines tiefen Seelenschmerzes zuckte übet ihr schönes Gesicht.

Ich wär schuldig mehr als Sie glauben mein ganzes Leben war eine einzige Lüge, und ich besaß nicht die Kraft, die Lüge von mit zu werfen."

Frau Gräfin!"

Ja mein Leben wat eine Lüge denn ich wußte, daß ich nicht die rechtmäßige Gatttn des Grafen Oldensloe war, sondern die Mutter Ihres Vaters jenes unglückliche Wesen, das Sie vor kurzer Zett al» Ihre Etoßmuttet ken­nen gelernt haben."

Ich war sprachlos. Ich rang nach Worten. Ich war auf das Tiefste erschüttert. Richt eine leichtsinnige Handlungsweise, sondern ein Ver­brechen war an der Mutter meines Vaters, an diesem selbst, an mir begangen worden, das zwei Menschenleben vernichtet und jetzt auch seine düsteren Schatten auf mein Leben werfen 'sollte.

mentarischen Kämpfen entzogen, wenn auch erst nach einet nochmaligen lebhaften Besprechung. Abg. Stychel (Pole) richtete erneut scharfe An­griffe gegen die Regierung, die den Polen ihre materiellen und ideellen Güter stückweise nehmen wolle. Die Polen haben aber bisher aller Un­terdrückung standgehalten, und sie werden auch bei der Enteignung als Sieger hervorgehen. Finanzminister Frhr. ». Rheinbaben wies die Uebertreibungen des polnischen Redners zurück und forderte die Polen auf, sich endlich rückhalt­los zum preußischen Staate zu bekennen. Aehn- lich riet Abg. Dr. v. Heqdebtand (kons.) den Polen in kurzer Rede sich damit abzufinden, daß sie unabänderlich Bürger eines deutschen Staates find. Die Abgeordneten Dr. Pötsch (Zenit.) und Keruth (stets. Vp.) gaben Et. Höningen gegen, die Abgeordneten Lu. sensky (natl.) und v. Dewitz (freikons.) für die Vorlage ab. Nach kurzer Einzelberatung, in der u. a. Abg. Graf Praschma (Zentr.) der Meinung Ausdruck verlieh, die 70000 Hektar der Vorlage werden die Bedürfnisse der Ansiedlungskommis­sion nur 2% Jahre befriedigen, wurde der Ent. wurf in der Eesamtabstimmung gemäß den Her. renhausbeschlüssen mit den Stimmen der Kon­servativen und Nationalliberalen angenommen. Das Haus begann die zweite Lesung des Etats der Seehandlung. Abg. Borstet (freikons.) em­pfahl, die mittleren Provinzbanken zu Agenten bet Seehandlung zu machen. Abg. Faßbender (Zentr.) warnte vor zu starker Ausdehnung des Depositenverkehrs der Seehandlung. Auf Aus­führungen des Abg. Dr. Crüger-Hagen (ft. Vp.) sprach sich Finanzminister Frhr. von Rheinbaben gegen Agenturen der Seehandlung in der Pro­vinz aus. Abg. v. Arnim (kons.) lehnte die Ge­danken einer Fusion zwischen Seehandlung und Preußenkasse ab. Nach weiteren Reden der Abgg. Dr. Friedberg (natl.) und Dr. Arendt (freikons.) empfahl noch Abg. Dr. Hahn (B. d. L.) die kleinen Provinzbankiers mit der See- I Handlung in Verbindung zu bringen, um diese Mittelstandsexistenzen noch sicherer zu fundamen. tieren. Der Etat wurde bewilligt.

Frau Gräfin!" rief ich empört.

Verzeihen Sie, wenn ich diesen Gedanken hegte. Aber schon einmal ist ein Verwandter von Ihnen, Ihr Stiefvater zu mir gekommen, um in Ihrem und Ihrer Mutter Namen Geld von mir unter der Drohung zu fordern, wenn ich das Gew nicht zahle das Geheimnis unserer Fa­milie der Oeffentlilykeit zu unterbreiten."

Wann kam mein Oheim zu Ihnen?"

Die Gräfin nannte den Winter, in dem meine Mutter gestorben war und ich erinnerte mich jetzt deutlich der Szene am Krankenbette meiner Mutter, als mein Onkel von der Reise zurückkehrte. Ich wußte jetzt, daß mein sau­berer Onkel unseren Namen mißbraucht hatte, um für sich Vorteile herauszuschlagen.

Seien Sie versichert, Frau Gräfin," ent­gegnete ich mit einem Gefühl der Beschämung, daß sowohl meine Mutter, wie auch ich von der Handlungsweise meine» Oheims nichts wußten. Ich habe allerdings von ihm nach dem Tode meiner Mutter ein kleines Kapital erhallen, welches die Rente repräsentieren sollte, welche mit Ihre Güte gewährt hatte. Ich habe davon meine Studien bestritten und lja6e Ihrer stet» in Dankbarkeit gedacht."

Und das Geld, welches ich Ihrem Oheim für Ihre Mutter gegeben?"

Ich habe es nicht erhalten und weiß nicht» davon."

So hat Ihr Oheim das Geld unterschlagen es mußte nach dem Tode Ihrer Mutter Ihnen zufallen. Es ist gut, sprechen wir nickt mehr davon. Ich freue mich, daß mein Verdacht gegen Sie unbegründet war. Aber was wollen Sie jetzt tun?

, Ich weiß es nicht."

Mollen Sie Ansprüche gegen uns gellend machen?"

Man abonniert auf die täglich erscheinendeOberh essis ch e Heituno" bei allen Postämtern und unfern Zeitungsstellen in Kirchhain und Wetter sowie bei unserer Expedition -Markt 21. Der Bezugspreis beträgt durch die Post 2,25 Mk. (ohne Bestellgeld), bei unfern Zeitungsstellen und der Expedition 2 Mt.

Marburg L

Donnerstag 5. März 1908.