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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

wt» den KeU»,e«: ^z»-e«rischrr A^-igrr",z-»dwirtsä,astliche Keil««,« «ad .Zlluftrirrte» Snnntns-blatt".

Man abonniert auf die täglich erscheinendeOberhessisch« Zeitung" bei allen Postämtern und unfern Zeitungsstellen m L 54 »irchhainund Wetter sowie bei unserer Expedition Markt 21.

*' Der Bezugspreis beträgt durch die Post 2,25 Mk. (ohne

Bestellgew), bei unfern Zeitungsstellen und der Expedition 2 Mk.

Marburg

Mittwoch. 4. März 1908.

Die JnsertionSgebühr beträgt für di« 7oespaltene Zeile oder deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen to Pfennig. Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, Unlversttälsbuchdruckerei Inhaber Dr. C. H itzero th, Marburg, Markt 21. Telephon üb.

43. Jahrg.

Zweites Blatt.

Bestellungen ffit den Monat Marr auf die *

»Oberhesfifche Zeitung" nebst ihren Beilagen werden von unjerer Expedition (Markt 21) unseren Ausgabestellen in Kirch­hain, Neustadt und Wetter, sowie von allen Postanstatten und Landbriefträgern ent­gegengenommen.

Unsere Vieheinfuhr im Jahre 1907.

Unsere Einfuhr von Pferden sowohl wie von allen übrigen Tiergattungen ist im verflossenen Zähre erfreulicherweise überall zurückgogangen. Bei der Pferdeeinfuhr zeigt sich die Wirkung des besser nach dem Werte abgestuften Zollschutzes in besonders günstigem Lichte, da allein die kleinen, billigen Pferde (unter 1.40 Meter Stock­matz, Durchschnittspreis 224 <M), welche wir im Lande selbst nicht mit Nutzen züchten können, eine nennenswerte Einfuhrsteigerung um 4571 Stück gegenüber dem Vorjahre aufweisen. Trotzdem ist die Gesamtzahl aller eingeführten Pferde mit 127 639 Stück um 28 285 hinter der vorjährigen Einfuhrziffer zurückgeblieben.

Gegenüber einer noch vor kurzem von demo­kratischer Seite verbreiteten Nachricht, datz wir aus dem in Flcischüberflutz schwelgenden Aus­lande sogar Pferde zur Stillung unseres Fleisch­hungers einführen mutzten, ist es bemerkenswert, datz die Zahl der eingeführten Schlachtpferde um 65 Proz. abgenommen hat und auf 11 Stück im ganzen gesunken ist. Umgekehrt bestanden zwei Drittel unserer Pferdeausfuhr (4398 von 6920 Stück) aus solchen Schlachtrotzen und hatte hier sogar eine Ausfuhrsteigerung um 1265 Stück stattgefunden. Das Ausland scheint demnach viel mehr auf den Genuß von Hottehüh angewie­sen oder erpicht zu sein.

Rindvieh weist in allen Gattungen eine Ein­fuhrverminderung auf, die sich im ganzen dem Jahre 19t6 gegenüber mit 205 872 Haupt auf 65 427 Haupt beläuft.

Die Einfuhr an Schafen und Ziegen ist nie bedeutend gewesen und immer stark hinter unserer Ausfuhr zurückgeblieben. Im Jahre 1907 wurden nur noch 10 900 Schafe resp. Läm­mer und 1060 Ziegen eingeführt (Ausfuhr 56121 Stück) das sind 1312 Stück weniger als noch im Jahre 1906.

An Schweinen hätten nach den Bestimmun­gen der Handelsverträge Rußland 130 000, Oesterreich-Ungarn 80 000 Stück zu uns herein- bringen dürfen. Tatsächlich ist aber Rußland

27 iNachdruck »erboten.i

Die weiße Frau von Oldensloe.

Original-Roman von O. Elster.

(Fortsetzung.)

Ich erbat mir einige Tage Bedenkzeit. Ruhe­los ging ich umher, aber ich wußte mir keinen Rat. Als dann der Oberförster nochmals auf mich eindrang und mir die Porteile auseinan- dersetzte, welche mit aus meiner Fügsamkeit in den Willen der Gräfin entstehen sollten, da willigte ich ein; denn ich sah, daß ich gegen die Umstände nichts ausrichten konnte.

Die Folge war, daß ich einen bedeutend höheren Gehalt als die anderen Förster bezog.

Um jene Zeit lernte ich Deine Mutter ken­nen. Ich war, wie Du weißt, bedeutend älter, aber Deine Mutter war eine so liebliche Er­scheinung, daß ich mich leidenschaftlich in sie ver­liebte. Ein Leben mit ihr schien mit jetzt das größte Glück, alles andere versank dagegen, so auch der Gedanke an meine Abkunft. Wir hei­rateten und genossen einige Jahre des unge­trübtesten Glückes. Freilich, in meiner Seele lebte der Gedanke an meine vornehme Ab­stammung insgeheim immer weiter und ver­stimmte mich oft und machte mich launisch. In einer unbewachten Stunde gestand ich Deiner Mutter das Geheimnis meines Lebens und fragte sie um Rat, was ich tun sollte. Sie aber lachte mich aus und meinte, wir könnten auch ohne den Crafentitel glücklich sein.

Ihre leichtherzige, aber im Grunde genom­men ganz richtige Auffassung ärgerte und ver­stimmte mich noch mehr. Ich lebte mich wieder mehr und mehr in de» Gedanken hinein, durch einen Prozeß meine legitime Abkunft von dem Grafen beweisen zu wollen, und ich beging die Torheit, einen Vetter meiner Frau, den Advo­katen Karl Lippold, in das Geheimnis zu rieben und ihn um Rat zu fragen.

um 51152 Stück hinter dem ihm zugebilligten Einfuhrkontigent zurückgeblieben und Oesterreick hat statt seiner 80 000 sogar nur 478 oder noch 1251 Stück weniger geliefert als schon im vor­hergegangenen Jahre. Der Gesamteinfuhr an Schweinen mit rund 80 000 Stück stand im letzten Jahre schon eine recht beträchtliche Ausfuhr von rund 27 000 Tieren (ca. 25 000 mehr als im Vor­jahre) gegenüber, die sich hauptsächlich nach der Schweiz richtete. Rechnet man zu diesem allge­meinen und relativ bedeutenden Rückgang der Schlachtvieheinfuhr die selbst von dem Genossen Calwer zugegebene Tatsache, daß der Fleischver­brauch im letzten Jahre bei uns wesentlich höher war als in den Vorjahren, so ergibt sich ein um so erfreulicheres Bild von der zunehmenden Leistungsfähigkeit unserer bester geschützten Vieh­zucht. Wir haben dem Auslande über 70 Milli­onen Jt weniger für lebendes Schlachtvieh zu be­zahlen brauchen und der Einfuhrwert des Aus­landviehes betrug nicht einmal mehr voll 3 Proz. der inländischen Jahresproduktion. Welcher ernsthafte Volkswirt sollte angesichts dieser Tat­sache noch den Asphaltliberalen und Demokraten Glauben schenken können, wenn sie die Möglich­keit bestreiten wollen, den inländischen Fleisch­bedarf bis zum letzten Rest durch die Jnlands- produktion zu decken.

Zum Schluß mag wohl bemerkt werden, daß auch die Zahl der eingeführten Gänse mit 7 207 373 Stück um 1776 500 Stück geringer war als im Vorjahre. Dieser starke Rückgang lässt sich allein wohl auf die unsicheren Verhält­nisse in Rußland zurückführen, da der Eänse- einfuhr nach wie vor kein Zoll im Wege sieht. Zurückgegangen ist aber auch die übrige Eeflü- geleinfuhr um über 8000 Doppelzentner, was vielleicht als erfreuliches Anzeichen für die durch unsere EeflLgelzuchtvereine begünstigte Erstark­ung der Jnlandsproduktion gedeutet werden darf. Immerhin bleibt hier noch ein weiter Spielraum für gesteigerte Tätigkeit übrig, da der Einfuhrüberschuß an Hühnern, Enten und Tauben fast 137 000 Doppelzentner im Werte von über 41 Millionen JA betrug.

Attisches Äeich.

Das Ergebnis der großen juristischen Staatsprüfung. ImJustiz-Min.-Vl." wird der Jahresbericht des Präsidenten der Justiz-Prüf­ungskommission über das Ergebnis der großen juristischen Staatsprüfung im Jahre 1907 ver­öffentlicht. Danach hat der Umfang der Ge­schäfte eine noch nie vorher beobachtete Höhe er­reicht. Die Zahl der Prüfungsaufträge, welche an die Kommission gelangt find, betrug 1285 ge­gen 1216 im Jahre 1906 und 705 im Jahre 1897. Mit Einschluß der am vorigen Jahresschlüsse in der Prüfung verbliebenen 802 Referendare hatte sich die Kommistion mit 2087 (i. I. 1906 1941) Prüflingen zu beschäftigen, von denen 158 die Prüfung ganz oder zum Teil zu wiederholen

Lippold ging mit einem wahren Feuereifer auf die Sache ein. Er zog Erkundigungen über Erkundigungen ein, wofür ich ihm beoeutenbe Summen zahlen mußte. Deine Mutter erfuhr es und wurde unwillig; ich entgegnete ihr heftig, zum ersten Male kam es zwischen uns zu einem ernsthaften Streit.

Nach einem Jahre erklärte mit Lippold, daß ein Prozeß zu keinem Resultate führen könne, wenn ich nicht noch mehr Argumente anführen könne. Auch kostete der Prozeß eine große Summe Geldes, die ich wohl kaum aufzubringen vermöchte. Dann machte er mir den Vorschlag, durch die Drohung, die ganze Geschichte zu ver­öffentlichen, von der Gräfin eine größere Geld­summe zu erpresten.

Mit Verachtung wies ich seinen Vorschlag zu­rück. Ich war kein Erpresser und Schwindler, konnte ich nicht auf rechtmäßige Weise in den Besitz des mir gebührenden Namens gelangen, so lag mir an dem Gelds gar nichts.

Ich entzweite mich mit Lippold, der mich verächtlich und über meine Dummheit lachend, verließ.

Ich habe ihn seitdem nicht wieder gesehen. Der Gedanke an das mit und meiner Mutter zu- gefüßte Unrecht verließ mich aber von da an nicht wieder. Ich fand keine Ruhe mehr, ich suchte auf alle mögliche Weise den Schleier des Eeheimnistes zu lüften, ich wurde der finstere, launische Mann, als welcher Du mich kennen gelernt hast ich opferte das stille Glück und den Frieden meiner Familie der Idee, wie ich wohl zu meinem Rechte gelangen könnte.

Bislang ist es mit nicht gelungen, eine neue Spur aufzufinden. Vielleicht glückt es mir noch, dann find diese Aufzeichnungen Überflüssig Ich habe aber dieses für Dich, mein Sohn niederge- schrieben; denn seitdem vor einigen Tagen die Kugel des Wilddiebes meinen Hut durchlöcherte, der Wilddieb bekam dafür eine Kugel in die

hatten. Von den geprüften Kandidaten bestan­den 1029 die Prüfung, und zwar 5 mit Auszeich­nung, 106 mit der Zensur gut und 918 mit der Zensur ausreichend. Nicht bestanden haben die Prüfung 219 Kandidaten, darunter 27 zum ersten Male. Der Prozentsatz der Nichtbestan­denen betrug 17,5 v. H. gegen 15,9 i. I. 1906, 18,1 i. I. 1905, 18,7 i. I. 1897 und 19,6 i. I. 1887. Von den einzelnen Oberlandesgerichts­bezirken hatte das Kammergericht die meisten bestandenen Kandidaten mit 222; dann folgten die Bezirke Köln mit 127, Hamm mit 113 und Breslau mit 109, während auf Cassel nur 2 9, auf Posen 28 und auf Marienwerder 23 ent­fallen. Die Zahl der Prüfungstermine betrug 210 gegen 188 im Jahre 1906.

Stärkere Heranziehung von weiblichen Lehrkräften zum Volksschulunterricht. Die kon­servativen Abgeordneten von Brandenstein und von Kefiel haben zu der dritten Beratung des Kultusetats folgenden Antrag eingebracht: Das Haus der Abgeordneten wolle beschließen: Die Königliche Staatsregierung zu ersuchen, für Ausbildung und Heranziehung von weiblichen Lehrkräften für den Elementarunterricht in weit stärkerem Maße als bisher Sorge zu tragen, ins­besondere auch eine wesentliche Vermehrung der staatlichen Lehrerinnenseminare herbeizuführen.

Allölülld.

Die diesjährigen großen Manöver der bri­tischen Flotte fallen überwiegend in die zweite Hälfte des Jahres. Den Anfang machen taktische Hebungen des fünften Kreuzergeschwaders in Verbindung mit 36 Zerstörerbooten der Heimat­flotte. Die Hebungen finden unter dem Ober­kommando des Chefadmirals der Kanalflotte statt. Am 3. August besichtigt König Eduard die Heimatflotte; gleichzeitig werden 166 kriegs­mäßig ausgerüstete und bemannte Schiffe auf der Höhe von Cowes ein zweitägiges Manöver ausführen. Endlich sind für den Monat Oktober kombinierte Hebungen an der schottischen Küste vorgesehen. Daran nehmen teil die Kanalflotte, die Atlantische Flotte, ie Linienschiffe der Nore-Station, das fünfte Kreuzer-Geschwader und zahlreiche Fahrzeuge der Kleinschiff-Flotte. Diese Manöver werden längere Zeit in An­spruch nehmen und taktischer und strategischer Natur sein.

** Die Auslieferung russischer Verbrecher ab­gelehnt. Wie dieMnch. N. N." erfahren, ist der Antrag der russiscken Regierung, die in München verhafteten Rusten, die hier bei einem Tifliser Raub entwendete Rubelnoten umwech- seln wollten, seitens der bayrischen Staatsregier­ung dahin beschieden worden, daß die Regierung nicht in der Lage sei, dem Verlangen nach Aus-

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Brust weiß ich, daß ich im Walde meines Le­bens nicht mehr sicher bin. Man lauert mir auf, ich weiß es, und eines Tages wird man mich erschossen im Walde finden.

Deshalb schreibe ich dies für Dich nieder. Der Tod soll mich nicht überraschen und nicht zu­gleich das Geheimnis meines Lebens mit in das Grab versenken.

Lebe wohl, mein Sohn, und denke in Liebe Deines durch die Hngerechtigkeit der Welt un­glücklich gewordenen Vaters, der sich vor der Welt nennen mußte Gundokar Decker."

Ich war betäubt und verwirrt von den Ent­hüllungen. Die Stirn in die Hand begraben, faß ich da und suchte mir klar zu werden, wie ich mich nach diesen Mitteilungen weiter zu ver­halten haben würde. Die Enthüllung war so einschneidend, daß sie meinem Leben eine ganz andere Richtung geben mutzte. Jetzt verstand ich tfteinen unglücklichen Vater! Jetzt verstand ich die mancherlei Andeutungen, die mir dunkel ge­blieben und fast schon aus dem Gedächtnis ent­schwunden waren. Jetzt verstand ich das Wesen meines Oheims und die Gespräche zwischen ihm und meiner armen Mutter. Ich erinnerte mich, wie diese stets einen bestimmten Plan meines Oheims und Stiefvaters bekämpft hatte, und worauf anders konnte dieser Plan hinauslau­fen, als mittelst der Geburt meines Paters von der Gräfin Witwe Geld zu erpressen? Das paßte ganz zu dem Charatter meines Onkels. Hnd dann dachte ich an die unglückliche Mutter meines Vaters, jetzt meine einzig lebende nahe Blutsverwandte, welche ein ganzes langes Leben lang in dem alten Gemäuer eingefchlotzen gewesen war, bewacht von den mißtrauischen Blicken eines scheinbar rohen und habsüchtigen Menschen und beobachtet durch die scharfen, strengen Augen der Gräfin, die keinen Flecken auf dem Namen ihres Gatten, ihrer Kinder dul­den wollte, »nd deshalb die unglückliche Frau

liefeiung zu entsprechen. Die Gründe dafür lie­gen nach dem klaren Wortlaut des geltenden Auslieferungsvertrages in dem Hmstand, daß sich die Verhafteten nachgewiesenermatzen zur Zeit des Tifliser Verbrechens und schon lange vorher in der Schweiz aufhielten und daß somit die Identität der Verhafteten mit den Tätern nicht. gegeben ist. Nunmehr werden die zustän- digen deutschen Justizbehörden Über die Frage zu befinden haben, ob sich die Verhafteten durch die Versilberung der in ihrem Besitz befindlichen Rubelnoten gegen bas beutsche Strafgesetz ver­gangen haben und im Jnlande strafrechtlich zu verfolgen sind. Die Einleitungen zur Verfolg­ung dieser Angelegenheit sind bereits getroffen. Die Verhafteten werden inzwischen in der Hast verbleiben.

** Neue Kämpfe in Marokko. Paris, 1. März. In einer am 29. Februar in Souk-el-Drin auf- gegebenen Depesche berichtet General d'Amad« dem Kriegsminister, daß er sich nach Souk-ett Drin am Oued-Mellah begeben habe, und zwar mit der Dirs- und der Küstenkolonne, die durch Teile der Kolonnen von Der Neschid und Fedala verstärkt gewesen seien. Seine Operationen seien unter dem Schutze von Bedeckungstruppen verschiedener Waffengattungen erfolgt. Gestern sei von Abteilungen der Medakra und zwar Im fanteristen und Reitern ein heftiger Angriff er. folgt, und er habe nach einem heftigen Gefecht einen Vorstoß unternommen, der die Feind« vertrieb. Hierbei habe es auf französischer Seit« 10 lote, darunter 2 Unteroffiziere und 8 Jäger und 23 Verwundete gegeben, nämlich 2 Offi­ziere, 2 Unteroffiziere, 18 Jäger und einen Goumier. Rach der Verjagung des Gegner, habe ihn d'Amade 7 Kilometer weit verfolgt und ihm bedeutende Verluste beigebracht. Hier­bei seien ein Zuavenunterosfizer und 2 Algerier gefallen und 13 Zuaven, davon 1 Unteroffizier und 4 Algerier, verwundet worden. D<r Kampf habe von 8 Uhr früh bis nachts gedauert.

S/iarburc und Umstrgrud.

(Nachdruck aller Originalartikel ist gemäß § 18 bei Urheberrechts nur mit der deutlichen Quellenangabe Qberdess. Ztg." gestattet.)

: .arhnrg. 3. März.

* Die Stellenlosenverflcherung im Handels­gewerbe gewinnt infolge zunehmender Krisis auf dem kaufmännischen Arbeitsmarkte für di« Handlungsgehilfen eine immer größer werdende Bedeutung. Seit zehn Jahren bemühen sich denn auch die Verbände der Handlungsgehilfen Einrichtungen zu schaffen, die ihre Mitglieder bei eintretender Stellenlosigkeit vor ihren schlimmsten Folgen bewahren sollen. Bei der Schwierigkeit des Problems nötigen alle der» artigen Versuche das weitgehendste Interesse ab. Die einzige Verficherung gegen Stellen, lostgkeit deutscher Fachverbände, die ihren Mitt

und sich selbst zu einem Leben der Abgeschlossen* heit und tiefsten Einsamkeit »«urteilte. Da» Blut stieg mir heiß in den Schläfen empor und» unwillkürlich ballten sich meine Hände zur Faust«

Da hörte ich wieder das Knarren und Rasseln« womit die geheime Tür sich öffnete. Sollt« meine Großmutter noch einmal zurückkehren?

Ich sprang auf da trat auch schon eine hohe Frauengestalt hinter dem Schranke hervor, es war nicht die Jrrfinnige, es war die Gräfin- Witwe in schwarzem Gewände, einen schwarzen Schleier um b..s Haupt geschlungen. In der Hand hielt sie ein Packet Papiere, das ich sofort als dasjenige mit dem Briefe ihres Gatten an Edith erkannte.

Frau Gräfin, Sie hier?" stieß ich erstaunt hervor.

Mit einem ernsten, traurigen Blick sah st« mich an und trat einen Schritt näher, sich mit einer Hand auf den Tisch stützend, mit der an- deren Hand das Packet Briefe an die Brust drückend.

Ich glaube wohl," sprach sie mit ernster, leicht bebender Stimme, ,.daß meine Anwesen­heit Sie überrascht. Schon lange wartete ich auf diese Stunde die Stunde der Sühne für ein Verbrechen, dessen Täter der irdischen Eerech. ttgkeit entzogen ist wohlan, ich bin bereit die Sühne für ihn aus mich zu nehmen."

,Zch verstehe Sie nicht, Frau Gräfin . . .

Sie erhob die Hand, wie um mir Schweigen zu gebieten.

Ich sehe die Papiere, welche die Aufzerch. nungen Ihres Vaters enthalten, vor Ihnen lie- gen Sie haben sie gelesen. Sie können also nicht im Untieren sein, welches Verbrechen ich meine.

Ich weiß allerdings jetzt, daß an der Mutt« meines Vaters gefrevelt worden ist." . (Fortsetzung folgt),