könnte.
, .(Foytsetzung felgt)
Strengere Bestrafung der Roheits- und Sittlichkeitsverbrechen.
Die vielfach zu milde Bestrafung der Roheits- und insbesondere der Sittlichkeitsverbrechen ist bei der Beratung des Reichsjustizetats wieder zur Sprache gebracht worden. Es wurde dabei u. a. auch auf die englische Justiz hingewiesen, die die persönliche Ehre in weit höherem Matze schützt, als dies bei uns der Fall ist. Wenn zugegeben werden muh, haß unsere Strafbestimmungen in dieser Hinsicht »iel zu milde sind, und datz besonders das mindeste Strafmatz und die weitgehende Zulasiung mildernder Umstände den berechtigten Anforderungen keineswegs entsprechen, so ist es doppelt notwendig, datz die Richter mit grötzerer Strenge ihres Amtes walten und den Roheitsverdrechern gegenüber kein unangebrachtes Erbarmen an den Tag legen. Um h.erauf hinzuwirken, hat — wie soeben amtlich bekannt gemacht wird — das bayerische Staatsministerium folgende Kundgebung erlassen: „Es wird häufig darüber geklagt, datz gegen Personen, die der Verübung roher und unsittlicher Handlungen schuldig gesprochen werden, auf zu milde Strafen erkannt wird. Die Klagen beziehen sich hauptsächlich auf Fälle der Begehung solcher Handlungen gegen Frauen »der Kinder und namentlich auf Fälle, in denen die Tat unter Mißbrauch eines Abhäns-igkeits- verhältnisses verübt wu-de. Zu ihrer Rechtfertigung wird ans die verhältnismäßig schweren Strafen hingewiesen, mit denen oft geringfügige Eingriffe in fremde Vermözensverhäl niste geahndet werden. Die Entscheidung darüber, welche Strafe in einzelnen Fällen angemessen ist, steht zwar den Gerichten zu, das Gesetz räumt aber der Staatsanwaltschaft das Recht ein, durch Antrag und Ausführungen auf diese Entscheidung einzuwirken. Hiervon den richtigen Gebrauch zu machen, ist die besondere Pflicht der Staatsanwaltschaft. Sowohl bei der Vorbereitung der öffentlichen Anklage und wahrend der gerichtlichen Voruntersuchung als auch in der Hauptverhandlung mutz sie auf die Ermittelung der Tatsachen hinwirken die für die Bestimmung
der Strafe wichtig sind. Kommt sie nach ge- wisienhafter Prüfung aller Umstände des Falles zu dem Ergebnis, daß eine Bestrafung der Schuldigen am Platz ist, so hat sie dies bet der Stellung und Begründung ihres Antrages in der Hauptverhandlung mit vollem Nachdruck geltend zu machen. Dabei muß sie in der Verübung roher und unsittlicher Handlungen gegen Frauen und Kinder namentlich auch deren größere Schutzbedürftigkeit, auf die Unersetzlichkeit des angerichteten Schadens und auf die Niedrigkeit der Gesinnung, in der die Begehung solcher Handlungen gegen Frauen uub Kinder überhaupt und besonders dann zutage treten, wenn die Tat unter Mißbrauch eines Ab- hängigkeitsverhältnisies verübt wird, das gebührende Gewicht legen, um eine oer Schwere der Tat entsprechende Bestrafung herbeizuführen, die auch das öffentliche Rechtsbewußtsein als ausreichende Sühn« der Tat empfindet." Dieser Erlaß ist sehr bemerkenswert. Er wird hoffentlich gute Folgen zeitigen und auch andernorts in den deutschen Bundesstaaten Nachahmung finden. Damit allein aber ist es nicht getan. Vor allen Dingen wird bei der bevorstehenden Reform der Strafgesetzgebung auf strengere Normierung der Strafen für Roheits- und Sittlichkeitsverbrechen als auch für Beleidigungen Bedacht genommen werden müssen.
Tränen. „Und mein Vater?"
„Oh, er lebte in der Residenz und heiratet- zwei Jahre nach Deiner Geburt die jetzige Frau Gräfin, die ihm ein großes Vermögen zubrachte."
„Und weiß die Gräfin ..."
„Ich glaube, sie weiß, daß Du der Sohn ihres Gatten und der unglücklichen Edith bist. Deshalb lebt sie so zurückgezogen hier im Schloß, um selbst über das Geheimnis wachen zu können . . ."
Erschöpft sank ste in die Kisten zurück und schloß die Augen. Ich wollte sie noch mehr fragen aber ich sah, daß ihre Kraft zu Ende war.
„Morgen, morgen," flüsterte sie mir zu, „wenn ich noch lebe ..."
Du kannst Dir vielleicht nicht vorstellen, in welche Gemütsverfastung diese Mitteilungen meiner Pflegemutter mich versetzten. Du weißt ja nicht daß ich von jeher von einem zügellosen falschen' Ehrgeiz beseelt war, daß ich alle im Rang über mir stehenden Menschen, alle, bte in Glanz und Reichtum lebten, beneidete ja fast Hatzte. Anstatt meinen Ehrgeiz zu befriedigen und mir durch Fleiß und fortwährendes Streben eine höhere Stellung im Leben zu verschaffen, hatte ich das Erbteil, welches Franz Decker mir Hinterlasten, durch törichte Prahlereien auch Eroßtun und Aeußerlichkeiten verschwendet, sodaß ich jetzt fast »ichts mehr besaß, al» meinen Gehalt,
Marburg
Dienstag, 3. März 1908.
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Mein Mann ging sofort auf diesen Vorschlag «in. Ich zögerte, indesten waren die Anerbietungen so verlockend, daß ich schließlich meine Einwilligung gab. Wir zogen in das einsame Waldhaus und nahmen Dich mit. Nach einigen Wochen meldeten wir Dich als unser Kind bei dem Pfarrer an, und Du wurdest als unser Sohn auf den Namen Eundokar Decker getauft. Niemand kümmerte sich darum, wann und wo Du geboren. Der Graf war ärgerlich, daß wir Dir seinen Namen gegeben hatten, aber es war nicht
mehr zu ändern."
„Und was wurde aus meiner Mutter?" fragte ich mit bebender Stimme.
„Das ist das Traurigste an der Geschichte, entgegnete sie. „Sie genas körperlich von ihrer Krankheit, aber ihr Geist blieb zerstört, ebenso wie ihre Schönheit vernichtet war. Sie lebte in tiefster Einsamkeit im Schloste weiter, nur bedient von Martin und desten Frau. Zuweilen sah ich sie, und wenn sie dann ihre lichten Stunden hatte, dann weinte ste herzzerbrechend und flehte mich an, ich möchte ihr ihren Sohn wieder verschaffen, den man ihr geraubt. Sie glaubte nicht an den Tod ihres Kindes; ste behauptete auch, daß sie durch eine regelrechte Heirat mit Deinem Vater verbunden sei. Wir hielten das für krankhafte Einbildung — denn in Wirklichkeit hatten wir anfangs die Erzählung des Grafen von seiner heimlichen Vermählung nicht geglaubt — aber mit der Zeit sind mir doch Bedenken ausgestiegen und ich glaube jetzt auch fest au diese Heirat. Der Martin, der damals in England stets um den Grafen war, «achte zuweile» ganz feltsame Andeutungen.
Aus den Parlamenten.
Deutscher Reichstag.
Der Reichstag setzte am Sonnabend die erste Lesung der Eewerbenovelle fort. Abg. Pach- nicke (frs. Vgg.) berührte zahlreiche Einzelheiten der Vorlage, befürwortete die Verkürzung der Arbeitszeit für Arbeiterinnen und begrüßte die Ausdehnung der Gewerbeaufsicht auf die Hausindustrie. Seine Partei erwarte von den Novellen eine Steigerung der Leistungsfähigkeit der Arbeiter und damit eine Befruchtung des ganzen Wirtschaftslebens. Direktor vom Reichsamt des Innern Caspar erklärte, die Ausdehnung der Verordnungsbefugnisie des Bundesrats hinsichtlich des Arbeiterinnen- und Jugendlichen- Schutzes habe sich bisher nicht auf die reinen Familienbetriebe bezogen wie dies der Abg. Molkenbuhr gestern behauptet habe. Abg. Schmidt-Altenburg (Rp.) war im wesentlichen mit der Vorlage einverstanden, meinte jedoch, in Anbetracht der einschneidenden Verordnungen sei eine Anhörung der Beteiligten notwendig. Abg. »ehrens (wirtsch. Vgg.) betonte besonders die Notwendigkeit eines besieren Schutzes für die Frauen und bedauert« das Fehlen eines Wöch- nerinnenfchutzes in dem Entwurf. Abg. Mantz (frs. Vp.) gab der Hoffnung Ausdruck, auch die Sozialdemokratie werde ihre Mitarbeit an dem Gesetze nicht versagen und ebenso der Zentralver- band der Industriellen. Einverstanden seien feine Freunde auch mit der Ausdehnung des Arbeiter-
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mit dem Krcisbl-itt kür die Kreise Marburg und Kirchhain
»m. K-U.gr- - '„Literarisch-. Am-i-rr". »r-mdmirtschafuich- S«u«,e» >n.d Kmmt-g-bl-w'.
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Preußischer Landtag. I
Abgeordnetenhaus. I
Das Abgeordnetenhaus setzte am Sonnabend I die Einzelberatung des Etats des Innern beim Kap. „Landratsämter'' fort. Abg. Frhr. von I Zedlitz (frkons.) forderte größere Selbständigkeit I der Landräte und wünschte für dieses Amt die besten Beamten. Als Redner von der „Dumm- I heit" sprach, die die Regierung seinerzeit mit I der Maßregelung von Landräten und Regierungspräsidenten begangen habe, ersuchte Präsi- I dent v. Kröcher, diesen Ausdruck zurückzunehmen, was auch geschah. Abg. Gyßling (fts. Vp.) bestritt, daß anderen Parteien die Regierungs- I sonne bei den Wahlen mehr scheine als den Kon- I servativen. Seine Freunde fordern von den I Behörden bei Wahlen nicht Sonne, sondern Un- I Parteilichkeit. Abg. Dr. Hager (Ztr.) wünschte, die Landräte möchten ihr Amt noch mehr als seither als Lebensstellung und nicht als Durchgangsposten betrachten. Minister v. Moltke begrüßte, daß nach einem Artikel eines rheinischen Zentrumsblattes Aussicht bestehe, die Gegensätze zwischen dem Landeskriegerverband und den im Vorjahr ausgetretenen Kriegerv-reinen beizulegen. Abg. Dr. von Korn (kons.) betrachtete es als selbstverständlich, daß auch die Landrate privatim ihre parteipolitische Ueberzeugung vertreten dürfen; sonst sei der Landrat ein Staatsbürger zweiter Klasse. Nach weiteren Auseinandersetzungen wurde das Kapitel bewilligt. Beim Kapitel „Polizeiverwaltung von Berlin" lenkte Abg. Schulze-Pelkum (kons.) die Aufmerksamkeit auf das Treiben von Homosexuellen in den Straßen von Berlin und verlangte scharfes | Vorgehen gegen die Anarchisten, denen Beziehungen zu preußischen Sozialdemokraten nachgewiesen seien. Preußen dürfe kein Asyl für internationale Verbrecher werden. Minister v. Moltke teilte mit, daß es der Kriminalpolizei bisher stets gelungen sei, anarchistsche Bestreb-
Ünd jetzt mutzte ich erfahren, daß ich der Sohn des Grafen Oldensloe war, vielleicht, ja ganz gewiß der rechtmäßige Erbe feines Namens und seiner Reichtümer; denn ich war überzeugt, daß meine unglückliche Mutter das Opfer eines schändlichen Betruges geword-n und ich der legi- time Sohn des Grafen war. Mein Ehrgeiz, meine Phantasie verführte mich, die Vermutung meiner Pflegemutter und die Behauptung einer Wahnsinnigen für Wahrheit z>' nehmen und daraus meine Zukunftspläne zu bauen.
Ich bestürmte den folgenden Tag meine I Pflegemutter mit Fragen, doch die alte Fra« | wurde immer schwächer, sodaß sie mit keine Auskunft mehr geben konnte, und nach drei Tagen starb sie. m .
Der einzige Mund, der von dem Verbrechen, das gegen mich und meine Mutter begangen war, Zeugnis ablegen konnte, war für immer verstummt.
Doch nein, noch lebte ein Mensch, der sogar I noch mehr wissen mußte, als meine Pflegemutter. der Parkwächter Martin.
Martin war damals ein etwa fünfundvier- I zigjähriger Mann, dem die Schlauheit und Keck- I heit aus den kleinen, verschmitzten Augen leuch- I tete. Er bewohnte damals, wie jetzt noch, den I alten Teil des Schlosies. Kurz nach seiner An- I kunft auf Schloß Oldensloe hatte er sich mit I einem Mädchen, welches aus Frankreich stammen I sollte, verheiratet. Seine Söhne besuchten Eym- I nasium und Universität, seine Tochter heiratete I einen Kaufmann in Hamburg. Er lebte in sehr I günstigen Verhältnissen, was sich kein Mensch I erklären konnte. Jetzt wußte ich den Grund | seiner Wohlhabenheit!
I Mit den Menschen verkehrte er wenig, ebenso I seine Frau, die der deutschen Sprache kaum mäch- I tig war. Wie ein Cerberus beobachtete er den I Park, zu dem er niemanden Zutritt gewährte. | Als ich, unvorsichtig genug, iha geradezu
ungen im Keim zu ersttcken. Abg. Kirsch (Ztr.) empfahl Handinhandarbeiten von Polizei und Presse bei der Aufdeckung von Verbrechen. Abg. Strosser (kons.) bedauerte, daß so viele schwere Verbrechen ungesühnt bleiben. Montag: Fortsetzung.
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Aus der Budgetkommisfio« des Abgeordnete»« Hauses.
Etat der Verwaltung der direkten Steuer». Im Steuerjahr 1907 ist bei 5 391 009 Steuer« pflichtigen (physische und nichtphysische PeZonen) der Betrag von rund 250 Millionen <M an Einkommensteuer veranlagt worden, d. t. rund 33 Millionen M mehr als im Vorjahr. Die einkommensteuerpflichtige Bevölkerung betrug 18 600 000 gegen 16 500 000 im Vorjahr, die veranlagte Bevölkerung 16 650 000 Köpfe gegen 14 600 000 im Jahre vorher. — Mit einem Ein. kommen von mehr als 3000 <M. sind veranlagt 559 000 Steuerpflichtige. Das veranlagte Einkommen betrug 11 Milliarden und 740 Millionen gegen 10 Milliarden und 300 Millionen im Vorjahr, ist also um 13 Prozent gestiegen; hiervon entfallen auf die Städte 8 Milliarden und 3 Millionen, auf das Land 3 Milliarden und 3 Millionen. — Das Durchschnittseinkommen stellt sich auf den Kopf der Bevölkerung auf 2400 in den Städten und auf 1770 <Al auf dem Lande. Von den nicht physischen Personen entfielen auf die Städte 4800 Steuerpflichtige mit rund 20 Millionen JC Steuer, auf das Land 2091 Steuerpflichtige mit rund 4 300 000 M. — Unter diesen juristischen Personen befunden sich 1960 Aktiengesellschaften, 116 Berggewerkschaf, ten, 800 eingetragene Genossenschaften, 3?00 Ge- sellschaften mit beschränkter Haftung. ‘ m Be- reich der Katasterverwaltung ist die Errichtung von 5 neuen Katasterämtern geplant, und zwar in Loebau, Westpr., Dt. Wilmersdorf, Waltrop, Gladbeck und Homberg.
schutzes auf Kleinbetriebe und ebenso mit dem zehnstündigen Maximalarbeitstag für Frauen. Oldenburgischer Bundesratsbevollmächtigter Dr. v. Addenhausen gab anläßlich einer gestrigen Behauptung des Abg. Molkenbuhr, die Reichsregierung behandele die kleineren Bundesstaaten bei der Mitteilung von Gesetzesvorlagen rücksichtslos, die Erklärung ab, im Bundesrate herrsche zwischen den größeren und kleineren Staaten das beste Einvernehmen. Abg. Werner (D. Rp.) trat für obligatorische Arbeiterausschüsse ein und verlangte einen besseren Schutz der wirtschaflich Schwachen. Abg. Dr. Fleischer (Zentr.) befürwortete eine internationale Verständigung über den Arbeiterschutz. Abg. Contze (natl.) glaubte nicht, daß die Heimarbeit in der Zigarrenindustrie durch Verordnungen verdrängt werden könne. Abg. Geyer (Soz.) höhnte über die arbeiterfeindliche Tendenz der Vorlage und empfahl Veseittgung der Heimarbeit namentlich bie der Zigarrenfabrikation. Darauf trat Vertagung auf Montag ein. Schluß 6 Uhr.
— Der Kronprinz wird, wie die „Mil.-pol. Korresp." wissen will, bei Gelegenheit der gro. ßen Frühjahrsveränderungen mit der Führung des 1. Bataillons des 1. Garde-Regiments z. F. beauftragt werden. Kaiser Wilhelm hat 1884 bis 1885 das 1. Bataillon des Potsdamer Garde- Regiments geführt.
_König Eduard von England als Protektor eines deutschen Mifitärvereins. Wie der Vorsitzende des Vereins ehemaliger Vlücherhusa- ren in Stolp mitteilt, hat König Eduard von England durch Kabinettsorder vom 19. Februar das Protektorat Über den Verein übernommen und seiner besonderen Freude, dies tun zu kon- neu, dabei Ausdruck gegeben. König Eduard ist bekanntlich Chef des Husarenregiments Fürst Blücher von Walstatt. Es dürfte das der ei"- «qe Fall sein, datz ein auswärtiger regnender Fürst das Protektorat über einen deutschen Mili« tärverein führt. ___
nach den Umständen meiner Geburt fragte, geriet er in furchtbaren Zorn und schalt mich eine« Narren und einen Dummkopf. Dann wies er mir die Tür und drohte, wenn ich nicht gehen würde, den Oberförster und den Oekonomie. direkter herbeizurufen, die mit den Weg schon ^E^Lhneknirschend entfernte ich mich. Tagelang ging ich mit mit zu Rate, was ich^ beginnen sollte. Da ließ mich der Oberförster Bickert den Du ja auch noch gekannt hast, rufen und sagte mU Durch"den Martin haben die Frau Gräfin erfahren, datz ich von meiner wahren Herkunft durch meine Pflegemutter unterrichtet fei. (Es fei richtig, ich sei der illegitime Sohn des verstorbenen Grafen und jener unglucklichen Englain derin, die jetzt wahnsinnig im Schlöße lebe . Zch solle mich jedoch wegen des Schicksals meinet Mutter nicht sorgen die Gräfin lasse ihr .nichts abgehen und trage selbst bte beste Sorge für bte Unglückliche. Man habe mich nach meiner Geburt den Förstersleuten in der besten Absicht übergeben. Meine Mutter fei damals schon wahnsinnig gewesen, ich hätte doch ntch bei ihr bleiben können. Das Vergehen des Grafen solle nicht beschönigt werden; es bereite der Gräfin selbst den schwersten Kummer. Sie wolle gern gutmachen, was ihr Gemahl verbrochen aber Geschehenes könne ste nicht ungeicheher. machen. Sie wolle fernerhin für mich und wenn ich eine Familie gründete, für diese in der woh.wollend« sten Weise sorgen. Sollte ich indesten töricht genug sein bie Geschichte verlautbaren zu lasten, ober erst gar gerichtliche Schritte anstreben, dann würde sie der Sache ihren Lauf lasten, .aber die Hand gänzlich von mir abziehen und mich ihr« I Dienstes entlasten. Der Oberförster setzte wohl- meinend hinzu, daß «ir «in Prozeß nichts helft»
. ” I Der Martin erhielt auch von dem Grasen alles,
26 ö'tiwtena « w!llft Er muß jetzt ein reicher Mann
Die weiße Frau von Oldensloe. I fein. Seine »t find alle gut versorgt. - Original-Roman von O. Elster. I nicht alles," stieß ich mit halberstickter
(Fortsetzung.) I Stimme hervor. „Meine Mutter lebt auch?"
ha — Pe ist die „weiße Frau", von der soviel gefabelt wird. Aber sie ist vollständig wahnsinnig . . ."
Mir brannten bte Augen von verhaltenen