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Diese bedeutenden Vorteile werden sich mit den Vorteilen verknüpfen, die der Bezirksverband erreicht, wenn die Landesheilanstalt ihren» eigentlichen Zweck wieder ausschließlich zuriickgegeben wird. Sie ist ursprünglich keineswegs gedacht als Stützpunkt für den psychiatrischen Unterricht, der doch llniversttätssache ist. Die Verbindung mit der Universität hat stch nur aus der Lage der Anstalt in der Nähe der Stadt Marburg ergeben. Wäre die Heilanstalt an einem entfernteren Orte erbaut, würde die Uiliverfität
iche Institut in Marburg ernstlich ins Auge zu assen und die im vorigen Jahre gegebene Zu- age einzulösen.
Marburg
Somttag, 1. Mtrz 1908.
Die Turnvereine in Marburg.
s. Eine Erinnerung von L. Müller, «Fortsetzung.)
Zum Andenken an den am 9. November 1848 in der Brigittenau bei Wien erschossenen demokratischen Abgeordneten bewegte stch eines Abends im Frühjahr 1849 ein Zug von Mitgliedern des alten Turnvereins und des demokratischen Vereins von dem Erampp'schen Haufe an der Hosstadt nach dem Renthofe, wo man eine Eiche pflanzte, die aber von den bayrischen Exkutionstruppen im November 1850 adge«
Meine Herren, ich möchte nut» noch den schon erwogenen Plan der Errichtung einer psychiatrischen Universitätsklinik in Marburg kurz erörtern. Ausführlicher auf die Gründe einzugehen, welche für ein psychiatrisches Institut sprechen, und die Vorteile darzulegen, welche damit für den psychiatrischen Unterricht zu erreichen wären, kann ich mir versagen, da ich im vorigen Jahre die einschlägigen Verhältnisse vor de»n Hohen Hause eingehend auseinandersetzen durfte. Die damals von mir vertretene Forderung war: Errichtung einer vollen psychiatrischen Klinik, möglichst in der Nähe der übrigen Kliniken, und vollständig« Trennung de» psychiatrischen Unterrichts von der Landesheilanstalt des kurhesst- schen Bezirksverbandes. Der Anfang müßte dazu durch die Erwerbung eines geeigneten Grundstückes gemacht werden. Daß dieses inzwischen geschehen, ist mir nicht bekannt geworden. Ein Jahr ist dahingegangen, ohne daß die Angelegenheit der Verwirklichung um einen Schritt näher gerückt wäre. Die Verbindung des psychiatrischen Unterrichts mit der Landesheilanstalt wie überhaupt die Benutzung der Anstalt als Klinik für Geisteskranke ist jedoch aus die Dauer unhaltbar. (Abg. v. Pappenheim: Sehr richtig!) Das Interesse, welches der Staat an der besseren Ausbildung der jungen Mediziner als Psychiater zu nehmen hat, deckt sich vollständig mit dem Interesse des Bezirksverbandes, daß seine Landesheilanstalt von dem Beiwerk des psychiatrischen Unterrichts befreit wird. Die Errichtung einer psychiatrischen Universitätsklinik gewährleistet die bessere Ausbildung der jungen Psychiater und wird ohne Zweifel zur Beseitigung des Mangels an Psychiatern beitra-
nehmen. ~ .
Zur Erhaltung des Instituts ist vor allen Dingen die Bereitstellung anderer, in jeder Hinsicht geeigneter Räume notwendig. Das wäre
Weshalb'» b<»tit auch wär wohlgetan Und gar nicht könne schaden. Wenn jedesHaus ein Zuchthaus war. Für all die Demokraten.
Denn soviel Stern am Himmel stehn, Gibts ja von dem Gelichter
Befreit es auch jetzt säuberlich .
Vom Barte die Gesichter.
Ach stünden nur die Barte noch!
Wer wollte darum schelten, ••• stüt das was er im Stillen war Mußt jeder frei dann gelten.
Bereits am 11. August waren
Urteile, darunter 17 Todesurteile gefallt wor- ben Mele Fluchtversuche Wurden von Rastadt unternommen, weshalb die Wache angewiesen wurde, aus jeden Gefangenen, der sich am Fenster ^Auf^die Kasematten in Rastadt bezieht stch das folgende Glicht von Dr. von Femmberg. Kein Sonnenblick, kein Himmelsgruß, Kein Freundeswort aus diesen Mauern,
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entweder des psychiatrischen Unterrichts ganz entbehren, oder es müßten dann weit erheblichere Mittel aufgewandt werden. Also dank den Ein. richtungen des Bezirksverbandes, die er bereit, willigst der Universität zur Verfügung gestellt hat, ist bisher die Erteilung des psychiatrischen Unterrichts in Marburg ohne große Kosten für den Staat ermöglicht worden.
Wenn nun auch jetzt der Bezirksverband die Forderung einer Trennung des psychiatrischen Unterrichts von der Landesheilanstalt mit Nachdruck erhebt, so kann die Unterrichtsverwaltung doch des Entgegenkommens des Bezirksverbandes dabei versichert sein. Im vorigen Jahre hat der Regierungsvertreter die Mitwirkung des Bezirksverbandee bei der Neuordnung des psychiatrischen Unterrichts in Marburg angerufen; sie ist ihm aus dem Munde meines Frakttons- freundes v. Pappenheim, zugleich berufenen Vertreters des Beztrksverbandes, gern zugesichert worden; aber bei allem Entgegenkommen darf der Bezirksverband nun endlich erwarten, daß ein Anfang in dieser dringlichen, hochwichtige» Angelegenheit gemacht wird, damit sie in absehbarer Zeit ihrem guten Ende entgegengefuhrt werde. Der Bezirksverband kann neue und bessere Räume für den Unterricht nicht beschaffen — das liegt auch außerhalb des Rahmens seiner Aufgabe —; er muß aber darauf bestehen, daß die dem Unterricht dienenden Räume baldigst frei werden, damit für die bauliche Weiterentwicklung der Landesheilanstalt die notigen Anordnungen getroffen werden können. Es ist schlechterdings nicht möglich, in dies-r Hinsicht frei zu verfügen, solange die Anstalt dem Unterricht dienen muß. Ich glaube durchaus tm Sinne des Bezirksverbandes zu sprechen wenn ich der Auffassung Ausdruck verleihe, daß, fall» eine Aenderung nicht in sichere Aussicht gestellt werden sollte, eine Kündigung des bisher bestehenden Verhältnisses der Landesheilanstalt zur Universität von selten des Bezirksverbande» wird erfolgen müssen. An diese Erwägung möchte ich die Bitte knüpfen, der Herr Minister wolle die Entschließungen, welche hierüber zu fassen sind, nicht länger hinausschleben und sw die Bereitstellung der notigen Mittel Sorge, tragen.
Es liegt mir auch am Herzen, den nun w aere Zeit erwogenen Neubau des Physikalische« Instituts in Marburg dem Wohlwollen de» Herrn Ministers zu empfehlen. Die Raume des Instituts genügen nicht mehr dem Bedürfnis, infolgedessen war ein Erweiterungsbau geplant. Da aber Bedenken aus der Beschaffenheit de» alten Gebäudes gegen eine Erweiterung sich ergaben, wurde ein vollständiger Neubau auf einem anderen Platz in Anregung ^bracht und, da ferner die Kosten eines Neubaus unttr Einrechnung des Kaufpreises für das °lte C^mtw die Kosten de» ursprünglich beabsichtigten Erweiterungsbaues nicht unverhältnismäßig über»
Landtagsavgeordneter Geheimrat von Wegelem zum Kultusetat.
Artikel: Universität Marburg.
D (Stenographischer Bericht.)
- Mei^e Herren, schon mehrmals habe ich von .dieser Stelle aus Gelegenheit genommen, die Verhältnisse des Marburger Zahnärztlichen llni- persitätsinstitutes zu beleuchten. Auch in diesem Jahre bin ich genötigt, darauf zurückzukommen, ,»a, wie mir scheint, an der Entwicklung dieses ! Institutes öffentliche Interessen in erheblichem Umfangs beteiligt sind. Die Studierenden der Zahnheilkunde haben von Jahr zu Jahr zugenommen; diese Zunahme beweist das Bedürfnis für das Bestehen des Institutes; sie beweist aber auch das Interesse, welches das Institut für die Universität bietet. Man könnte versucht sein, in Rücksicht auf die Zahl der Studierenden von »inet beginnenden Blüte des Institutes zu reden, wenn die sonstigen Zustände danach angetan wären, diese Ausdruckswelse zuzulassen. Leider kann man einer solchen Auffassung sich nicht hin» geben.
Ich möchte heute davon absehen, näher ein« zugehen auf Aie Bemessung der Zuschüsse, welche dem Leiter des Instituts zufließen; hierüber habe ich mich früher schon geäußert; es ist ja in dieser Hinsicht auch schon etwas geschehen: die Bezüge sind mäßig aufgebessert, wenn auch eine volle Entschädigung dem Leiter für seine Aufwendungen nicht gewährt wird. Aber abgesehen von der Vergütung, wenn ich so sagen soll, von den Gehaltsverhältnissen des Leiters, die verbesserungsbedürftig und für den Fortbestand de» Instituts doch von Belang sind, ist vor allen Dingen auf einen Umstand hinzuweisen, der sich wirklich als ein Krebsschaden darstellt; das ist die ungenügende Unterbringung des Instituts. Hierzu hat im vorigen Jahre bei Beratung des Etats für Universitäten der Herr Regierungsvertreter auf meine Ausführungen geantwortet,
Würde das Institut eingehen, so wäre damit die Universität in erster Linie geschädigt. Aber auch die Stadt Marburg würde eine Einbuße erleiden, schon durch den Abzug der Studierenden, die sich der Zahnheilkunde gewidmet haben. Die Stadt gleichwie die Universität wäre um ein Institut ärmer, während es doch zu wünschen —--------...... ... .
ist daß die kleineren und mittleren Städte durch I gen, wie er namentlrch an den Anstalten de» ein« gerechte und zweckmäßige Verteilung der | Casseler Bezirksverbandes hervorgetreten jjt staatlichen Anstalten gehoben werden.
Schließlich würden die Bewohner der Stadt und ihrer weiteren Umgebung ebenfalls geschädigt da ihnen die Möglichkeit genommen wird, sich zahnärztlich in ausgezeichneter Weise behandeln zu lassen und, soweit sie unbemittelt sind, unentgeltlich zahnärztliche Hilfe in Anspruch zu
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Drittes Blatt.
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, ..... . gesichert sein.
Weitere Berbesierungen mögen dann später folgen, soweit die Finanzlage es gestattet. In Riichicht auf das mehrseitige öffentliche Interesse, welches hierbei in Frage kommt, gestatte ich mir, wiederholt die dringende Bitte an die Unterrichtsverwaltung auszusprechen, die Beschaffung geeigneter Räume für das Zahnärzt-
waren vor allen Freischaren am besten ausgerüstet. Richt mtt Unrecht schrieb Stolze: Die Turner, gerüstet mit Schwert und Gewehr, Wie schritten sie trutzig und patzig daher;
Den Hut aufgeschlagen, krakehl auf dem Ohr, Wie ragte die Feder, die rote, empor.
Am 2. Jun» kam der Redakteur August Becker aus Gießen als Abgeordneter des demokratischen Vereins und des Bürgerbundes in Biedenkopf nach Marburg, wo er die Parole des Hanauer Turnvereins: „Auf nach Baden, gegen die Preußen!" in einer großen Volksversammlung in der Reitbahn kundgab.
hauen wurde I Der Zweck Beckers war, die Marburger
Am 28. Februar 1849 tagten in Rauschenberg I Turner und eine Freischar zu veranlassen, mit
die demokratischen Turnvereine und traten ah I nach Baden r» gehen und sich dort den Hanauer
Lahn-Eder-Vezirk mit dem Vorort Marburg zu- I Turnern anzuschließen. Infolgedessen bildete
sammen. Sie hatten sich I n Zentral-März- sich in Marburg ein Wehrausschuß, welcher Geld Verein angeschlossen. Als am 1. Juni 1849 von zu einer allgemeinen Volksbewaffnung sam- der provisorischen Regierung in Karlsruhe der I melte. Da aber die Marburger Turner kerne Ruf um Hilfe kam, gingen die Hanauer Turner I Lust hatten, ihre Haut zu Markte zu tragen, und zur Unterstützung des in Baden ausgeglichenen I man für das gesammelte Geld kerne Verwendung Aufstandes voran. Wohlausgerüstet Jjuviv man I hatte, rourbe es unter einzelne nach Baden in Hanau ein Korps von 400 Mann zusammen- | gehende Freischärler verteilt und ihnen als gebracht, das von dem Sprecher des Hanauer I Reisegeld mrtgegeben. Es waren deren sieben, Turnvereins, Schärtner, und Woyniti komman- I die nachts um.
diert wurde. Auch einige Marburger Studenten I lokal in der bimtgaste abmarschrerten
von den Franken und der Turner Hach hatten I Drei Tage nach genannter Volksversammlung sich ibnen anaeschlosien I kamen 28 Mann Turner von Frankenberg, feld-
Auf Wagen und Schiffen begaben sich die I marschmäßig ausgerüstet
Turner in der Nacht des 3. Juni über Aschaffen- I gagewagen hier an, um mtt den Marburger bürg nach dem Kriegsschauplätze. In dem | Turnern nach Baden zu gehen. Als sie aber fränkischen Städtchen Miltenberg wurden sie I hörten, daß diese Nicht mitwollten, zogen es festlich empfangen und bewirtet. Kaum war I auch die Frankenberger vor, nach Hause zuruck- jedoch die Kunde von deren Abmarsch in Hanau I zukehren. .
bekannt geworden, als General Peuker ihnen I Die Hanauer Turnerwehr war rn.den ersten eine fliegende Kolonne, bestehend tn Artillerie, | Wochen an mehreren kriegerischen Aktionen, wo Kavallerie und 2 Kompagnien kurhessischer In- I sie sich tapfer gehalten haben, beteiligt, so bei fantetie von Hanau nachsandte, die sie jedoch I Hirschhorn am 13. Ium; am 21. Juni waren nicht einzuholen vermochten. Als Bewaffnung I sie mit 1000 Mann Volkswehr bet dem Gefecht hatten die Turner Büchsen und Seitengewehre I bei Weghäusel, am 26. Ium kämpften sie an «nd als Bekleidung den Turnrock, grauer Filz- I der Seite der Schwmzer und der benschen Hut mit breiter Krempe und roter Feder, sogen. Artillerie tn dem Gefecht beiDurlachusw. Heckerbut. rotes Halstuch mit Schlips. Sie I Hebet den Kampf der Hanauer Turnerwehr
schreiben die Berichte: „Hirschhorn, 13. Juni 1849. Morgens 4 Uhr rückte die Schützen-Kompagnie der Hanauer Turnerwehr in dem hessischen Städtchen Hirschhorn ein und besetzte unter Leitung des Kommandanten Woynicki das dortige Schloß. Es wurden Schießscharten angelegt und 140 Büchsenschützen ihre Plätze angewiesen. Drei Tage und Nächte erwarteten wir unter ausdauernder Wachsamkeit den Feind. Endlich am 15., abends 6 Uhr, kündeten unsere äußersten Vorposten dessen Herannahen an; Woynicki ließ nur die äußersten Dosten einziehen. Bald zeigten sich die kurhessischen Terailleur«, die sobald sie unsere Feldwache erblickten, auf diese feuerten. Die Avantgarde kam nun im Gefolge mit 2 Geschützen heran, aber ein wohl- gezieltes Feuer unserer Schützen schmetterte sie teilweise zu Boden. Die Geschütze erwiderten das Feuer, aber Pferde und Kanoniere stürzten, von den Kugeln bet Hanauer Turnerwehr getroffen, zu Boden; ebenso erging es den Bayern, die mit 2 Kompagnien Infanterie und 2 Geschützen zu Hilfe eilten. Der Feind hatte 50 Tote und ebensoviel Verwundete, und i «ut kälter Schweiße Fieberguß, als die Volksroehr von dem Gebirge, dem Schloß I $ie ins tiefste Mark mir schaiwrn. gegenüber, noch zu Hilfe kam, da wurde die I faulem Stroh, dem Aase gleich, 3
Flucht vom Feind eine allgemeine. Da aber I te4 jch meine magren Glieder, auch unsere Munition verschossen war und wir I Hunger fraß die Wange bleich; ■
keinen Proviant mehr hatten, marschierten wir I frei ich, kennt kein Mensch mich wieder, am nächsten Morgen unangefochten zum Tore I s . bem Ostertag, hinaus nach Eberbach." So folgen noch meh- Ich ^umte Hauen schwebte,
tetJ>er Aufstand in Baden war niedergeschlagen I Von
und die Revolution hatte ihr Ende erreicht Wer » an D^nes Landes Mark,
nicht in die Schweiz flüchten konnte, wurde ge- Schreibe fest bort erscheinen,
f-r'ütn genommen und kam nach Rastadt tn die Rm ^ben Deutschland, groß und start, .
Kasematten, darunter auch einige Marburger. Sollt 8 ^1 und laß mich rodneej
Dr. Daniel Fenner von Fenneberg schrieb . Anzahl wurden in contumaciam
damals folgendes Spottgedicht: verurteilt Von der kurhessischen Regierunff
Das Standrecht ward nun ausgeübt, I wurde dieses Urteil 1881 aufgehoben und fi» Stockstreiche gabs die Menge, 11 in der Ferne Weilenden Gelegenheit geboten
Auch wird für die Halunken schier - I in ihr« Heimat zurückzukehren. f Y Das Zuchthaus schon zu enge. I (Fortsetzung folgt.) .
die llnterrichtsverwaltung werde es sich angele- I die erste Sorge. Ist das Institut erst einmal gen sein lasten, daß nach dieser Richtung hin 1 zweckenffprechend untergebracht, so wird aller eine Besterung eintritt. Meine Herren, ich | Voraussicht nach sein Fortbestand ( zweifle nicht im geringsten, daß Erwägungen ” hierüber stattgefunden haben, daß es bei der Unterrichtsverwaltung nicht an dem guten Willen gefehlt hat; ober ein praktisch greifbares Ergebnis ist nicht gezeittgt. „ e v
Da wir anscheinend hierbei noch auf dem alten Fleck sind wie tm vorigen Jahre, so ist es jedenfalls zu verstehen, wenn bei den Beteiligten und in der Oeffentlichkeit, soweit diese für das Marburger Institut in Betracht kommt, die Meinung aufkam, daß die Unterrichtsverwaltung oder die Finanzverwaltung oder beide zusammen von den Gedanken sich leiten ließen, die zahnärztlichen Institute auf den kleineren Universitäten nicht weiter zu fördern und ihnen nut an einigen Universitäten in den großen Städten eine besondere Pflege angedeihen zu lasten. Jndesten kann von einem Aufgeben de» Instituts seitens der Unterrichtsverwaltung keineswegs die Rede sein, da ja die bisherigen Zuschüsse auch in den Etat für 1908 wieder eingestellt worden sind. Aber eine Auflösung des Instituts könnte trotzdem eintreten, wenn der gegenwärtige Leiter es einmal verkästen sollte, um an einem anderen Orte eine andere Stellung anzunehmen. Er würde damit nut dem Beispiel seiner nächsten Vorgänger folgen, die jedesmal nach wenigen Jahren das Feld ihrer Tätigkeit in Marburg räumten; dann wäre es ober doch fraglich, ob sich bald ein wissenschaftlich vollkommen durchgebildeter Nachfolger fände, der das Institut in dem gegenwärtigen Zustande Übernahme. Als früher die Zahl der Studieren» de» der Zahnheilkunde in Marburg noch gering wat mögen die Räume, in denen das Institut, seitdem es besteht, sich befindet, genügt hoben; das ist jetzt und schon seit Iahten nicht mehr der Fall; die Räume sind unzulänglich und zum Teil hygienisch zu beanstanden.