Mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
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Man abonniert auf die täglich erscheinende „Oberhessrsche Bettung* bei allen Postämtern und unfein ZeitungSstellen in Kirchhain und Wetter sowie bei unserer Expedition — Markt 2L — Der Bezugspreis beträgt durch die Post 2,25 Mk. (ohne Bestellgeld), bet unfern Zeitungssteüen und der Spedition 2 Mk.
Marburg
Mittwoch. 26. Februar 1908.
Die JnsertionSgebühr beträgt für bte 7gespaltene Zeile oder deren Raum 16 Pfennig, für Rellamen 80 Pfennig. — Truck und Verlag: Joh. Aug. Koch, Unwersttätsbuchdruckerei Inhaber Dr. 6. Hitzeroth, Marburg, Markt 21. — Telephon 66.
43. Jahrg«
Der heuttgen Nummer Liegt bei KreisbLatt Nr. 16.
Erstes Blatt.
Aus den Parlamenten.
Abgeordnetenhaus.
Das Abgeordnetenhaus setzte am Montag die Einzelberatung des Kultusetats fort und führte zunächst die Beratung des Kapitel» ^Medizinalwesen" zu Ende. Die Abgg. v. Botz (kons.), Dr. Keil (nl.), Peltasohn (freis. Vgg.) und Eyßling (freis. Vp.) forderten eine Besserstellung der Kreisärzte. Holle sagte dies für die allgemeine Beamtengehaltsaufbesserung zu und versprach, auch der Pensionsberechnung künftig den festen Betrag von 2500 J*. zugrunde zu legen. Abg. Dr. v. Heydebrand (kons.) bat, bei der Anstellung und Besoldung der Kreisärzte auch auf die Leistungsfähigkeit der Beteiligten ' Rücksicht zu nehmen. Abg. Münsterberg (freis.
Vgg.) wünschte Vermehrung der Hebammen aus dem platten Lande, ebenso forderten die Abgg. Heydweiller (nl.) und Schmedding (Ztr.) Besserstellung des Hebammenwesens. Kultusminister Holle bat, von einer gesetzlichen Regelung des Hebammenwesens abzusehen, um den Kommunen nicht neue Lasten aufzubürden. Leistungsschwache Gemeinden sollen vom Staate Unterstützung erhalten. Andererseits sollte aber das Gebührenwesen durch einen besonderen Entwurf geregelt werden. Auf die Anfrage des Abg. v. Conrad (freikons.) erwiderte ein Re- oierungskommissar, die Bekämpfung der Granulöse solle künftig über Ostpreußen hinaus ausgedehnt werden. Gegenüber den Bemerkungen des Abg. Frhrn. v. Wolff-Metternich (Ztr.) gab Geheimrat Abel bekannt, daß in Berlin ein staatlicher Weinkontrolleur tätig sei und daß Entsprechendes auch für die Regierungsbezirke Merseburg und Magdeburg und die Provinz Schlesien geplant sei. Beim Kapitel „Universitäten" stellte Abg. Hackenberg (nl.) in Abrede, daß bei der Besetzung der evangelischen Theologieprofessuren eine Bevorzugung der kritischen Richtung behauptet werden könne.
Abg. Strosser (kons.) befürwortet Besserstellung einzelner Univerfitätsbeamten. Dem Vorredner stimme ich darin zu, daß die Unterscheidung in positive und kritische Professoren nicht überall leicht ist. Die Unterscheidung , in Gläubige und Ungläubige mache ich mir nicht zu eigen. Meine Behauptung, von Greifswald abgesehen, überwiege überall die kritische Richtung, stützt fich auf die Mitteilungen der verschiedensten Zeitungen. Wir wollen hier nichts wie Parität. Wünscht die große Masse des Volkes positive oder kritische Geistliche? Sie will positive Geistliche. (Lebhafte Zustimmung rechts.) Die Geistlichen sollen von der Kanzel nicht Steine statt Brot geben. (Beifall rechts.)
Abg. Schröder-Cassel (nl.) forderte Lehrstühle für soziale Medizin. Abg. Münsterberg (freis. Vgg.) bedauerte, daß die Zahl der Studierenden stärker zugenommen habe als die der Professoren. Dies erkannte der Minister Holle an, bestritt aber, daß daraus auf einen Mangel
21 iSiadiöcud veriwien.i
Die weiße Frau von Oldensloe.
Original-Roman von O. E l st e r.
(Fortsetzung.)
Eine Weile ritten wir schweigend neben einander hin. Ich war einigermaßen erstaunt über ihre Bitte; es mußte fich also doch wohl ein Geheimnis an jene Gestalt knüpfen, das die Familie aus triftigen Gründen nicht bekannt werden lassen wollte.
Auf Amalgundens Gesicht bemerfte ich einen Ausdruck der Unentschlossenheit, als kämpfe fie mit sich, ob sie mir mehr sagen sollte. Endlich sprach sie:
„Ich kann Ihnen auch die Erscheinung nicht vollständig erklären. Ich — ja auch meine Mama und mein Bruder nicht — wir sind nie in jenen halbverfallenen Teil des Schlaffes gekommen. Wenn wir den Wunsch äußerten, die alten Räume zu besichtigen, wurde uns erwidert, es sei dort nichts zu sehen, als kahle Mauern, auch sei es gefährlich, den Teil wegen seiner Baufälligkeit zu betreten. Die Schlüffe! zu jenem Schloßteil hat meine Großmutter in Verwahrung, vielleicht auch der alte, taube Parkwächter, der mit seiner eben so alten und geistesgestörten Frau einige Zimmer in dem alten Schloß bewohnt. Vielleicht ist es eines von den alten Leuten gewesen, jene Gestalt meine ich, welche Eie gesehen haben, — vielleicht auch meine Großmama .. .
»Die Frau Gräfin?7
an Professoren geschloffen werden könne. Rach einer weiteren Rede de» Abg. Eickhoff (freis, Vp.) trat Vertagung auf abend» y>8 Uhr ein. — Schluß 41/4 Uhr.
Abendfitzung vom 24. Februar 1908.
Am Ministertische Minister Dr. Holle.
Da» Haus setzt die zweite Lesung des Kultusetats bei Kapitel „Universitäten" fort.
Abg. Rofenow (freis. Vp.) wünschte Fortfall des zur Farce gewordenen Testierzwanges. Der Redner forderte für sämtliche preußischen Universitäten Ordinariate für soziale Medizin, woran Industrie und Arbeiterschaft gleichmäßig interessiert seien. Die Rechte der Fakultäten gingen vielfach zu weit namentlich hinsichtlich der Habilitterung von Spezialitäten. Den Studierenden der Rechte sollte schon aus der Universität Gelegenheit gegeben werden, sich über gewerbliche Angelegenheiten zu orientieren und der Besuch der Handelshochschulen solle auf die juristische Studienzeit angerechnet werden.
E» folgt Spezialberatung der einzelnen Universitäten.
Bei Marburg wünscht Abg. v. Regelein (kons.) Förderung des zahnärztlichen Instituts. Es liege die Gefahr nahe, daß das Institut zum Schaden der Stadt und der Patienten eingehe. Die Errichtung einer psychiatrischen Klinik in Marburg sei dringend notwendig. Das physikalische Institut sei in einem Neubau unterzubringen. Die Assistenten an den medizinischen Kliniken erhielten zu geringe Remunerationen.
Ministerialdirektor Raumann wies darauf hin, daß bei der Besoldungsvorlage die Remuneration der Assistenten erhöht werde. Außer in Berlin und Breslau gebe es bei den Universitäten keine eigentlichen zahnärztlichen Institute. Der Unterricht werde einem Zahnarzte übertragen, welcher einen Zuschuß erhalte.
Friedberg (nl.) besprach die Akademikerversammlung in Marburg, wobei die Studentenschaft dem Redner wegen internationaler Aeußerungen ein Tadelsvotum erteilte. Von der akademischen Behörde sei diesem Redner das consilium abuendi und vom Präsidium ein Verweis erteilt worden. Das sei auch von verschiedenen Universitätsprofefforen als zu hart befunden worden.
Der Regiernngsoertreter verwies darauf, daß die Disziplinarverhandlung noch nicht abgeschloffen sei.
Der Rest der ordentlichen Ausgabetl wird bewilligt, ebenso das Extraordinarium für Universitäten. Darauf wird die Weiterberatung auf Dienstag 11 Uhr vertagt.
deutsche- Äeich.
— Der Kaiser hatte gestern Vormittag eine Besprechung mit dem Staatssekretär des Auswärtigen, von Schoen, und danach mit dem Reichskanzler Fürsten von Bülow.
— Der Kaiser und die Kaiserin sandten anläßlich des Heimganges v. Esmarchs an deffen Witwe (bekanntlich eine Tante der Kaiserin) folgendes Telegramm: „Wir sprechen Dir unser von Herzen kommendes Beileid aus. Gott tröste Dich in Deinem tiefen Schmerz. Wir haben den Herrn Geheimrat stets verehrt. Wilhelm und Viktoria."
„Ja, sie geht zuweilen in das alte Schloß und bleibt oft tagelang darin. Sie wissen ja, Großmama liebt die Einsamkeit."
„Freilich. Aber so spät in der Nacht . . ."
„Es ist fteilich merkwürdig. Aber Großmama ist von jeher seltsam gewesen und ich weiß nicht — seit einiger Zeit wird sie immer wunderlicher. Sie läßt sich jetzt ja kaum noch sehen, und empfängt Niemanden als Papa."'
Das war richtig. Seit ich im Schlosse war, hatte ich die Gräfin-Witwe kaum zwei- oder dreimal gesehen und dann hatte fie mich mit so wunderlichen Augen angeblickt, daß ich mich des Eindruckes nicht erwehren konnte, ich fei ihr durchaus nicht angenehm und willkommen.
„Ich weiß aus früherer Zeit," sagte ich, „daß die Frau Gräfin sehr wohltätig war und ckllge- mein verehrt wurde. Ihr verdanke ja auch ich die Möglichkeit des Studiums. Ich hab« ihr nie meinen Dank aussprechen können, aber fie kann versichert sein, daß ich ihr stet« dankbar bleiben werde."
„Ihre Wohltätigkeit ist ja auch jetzt noch eine große," entgegnete Amalgunde. „Aber fie hat sich auch mehr als früher von den Menschen zurückgezogen. Die Verwaltung der Herrschaft ruht jetzt ganz in der Hand meines Vaters. Aber nicht wahr, Sie erfüllen mir die Bitte."
.Herzlich gern. Wenn ich gewußt hätte, daß die Frau Gräfin das alte Schloß öfter besuchte, würde ich überhaupt über jene mir auffallende Erscheinung nicht gesprochen haben."
„Ich danke Ihnen und nun lassen Cie uns heimkehren — es ist schon spät geworden,"
— Herzog Albrecht von Württemberg, bisher kommandierender General de» XI. Armeekorps in Cassel, wurde zum kommandierenden General de» XIIL (württembergischen) Armeekorps ernannt.
— Der Staatssekretär iw Reichsschatzamt Exzellenz Sydow hat gestern die Geschäfte seine» neuen Amtes übernommen.
— Der schrifttiche Nachlaß Dr. Hintzpeter», bildet augenblicklich den Gegenstand einer gerichtlichen Unte.suchung. Ein Diener Dr. Hintz- peters, Joses Antoine, wurde unter dem Verdacht, sich Papiere angeeignet zu haben, verhaftet. Die Polizei in Bielefeld hatte ermittelt, daß Antoine, der aus Lesse in Lothringen stammt, erzählt hat, er besitz« Briefe de» Kaisers an seinen ehemaligen Lehrer. Die Polizei beschlagnahmte einen Brief des Kaisers an Hintzpeter bei dem Sohne eines Wirtes in Bielefeld, mit dem Antoine verkehrte. Dieser erklärte, den Brief von Hintzpeter geschenkt erhalten zu haben, so daß die Staatsanwaltschaft den Verhafteten roieber freilassen mußte. Man forscht indessen weiter, da man vermutet, daß Briefe in dem Besitz anderer Leute find. Die Tagebücher sind seinerzeit von Hintzpeter, wie sein Schwiegersohn, Börries v. Ditfurth, versichert, verbrannt worden.
— Zur Geheimhaltung von Marinenenerungen schreibt die amtliche „Berliner Korrespondenz": Ein T?U der Tage»- und Fachpresse bringt in letzter Zeit häufig Notizen, und Aussätze über Neuerungen und Versuche auf dem Gebiete der Seerüstung, deren Geheimhaltung im Interesse der Landesverteidigung durchaus geboten ist; auch an Versuchen, Angaben über die neuen Linienschiffe und Panzerkreuzer zu erlangen und zu veröffentlichen, fehlt es nicht. Demgegenüber muß betont werden, daß es durchaus im Interesse der Marine de» Landes liegt, wenn die tatsächlichen Eigenschaften unserer neuen Schiff« auch weiter unbekannt bleiben. In zweifelhaften Fällen wird das Reichs-Marine-Amt die Zu- läsfigkeit von Veröffentlichungen aller derartigen Marineangelegenheiten gerne prüfen.
Die Marottofrage wieoer vor der französischen Kammer.
Jauräs interpelliert den Minister des Aeußern, Pichon, über das Abdul Aziz gewährte Darlehen. Jauräs fragte, aus welchen Mitteln die Marokkanische Staatsbank diesen Vorschuß gewähren werde und wie die Verwendung de» Geldes kontrolliert werden würde. Pichon erklärte, von der in bet Kölnischen Zeitung" veröffentlichten Mitteilung Muley Hafids an das diplomatische Korps in Tanger nichts zu wissen. Jaurtzs stellte sodann nur noch die eine Frage, warum d'Amade nicht die Weisungen seiner Regierung abwartete, bevor et die letzte Expedition achtzig Kilometer ins Innere unternahm. (Beifall auf der äußersten Linker.) Pichon sagte: Wit dürfen nicht das Schauspiel eine« Volke» darbieten, welches sich selbst im Stiche läßt.
Sie gab ihrem Pferde einen Schlag und sprengte in raschem Galopp davon, als wollte sie jedes weitere Gespräch abschneiden.
Es war regnerisches, stürmisches Herbstwetter eingetreten, und wir waren auf die Zimmer angewiesen. Namentlich Lothar litt unter dem kalten, feuchten Wetter, er durste das Zimmer kaum noch verlassen. Wenn das Wettet sich wieder besserte, sollte et den Süden aufsuchen; et bat mich, ihn zu begleiten. Ich glaubte ablehnen zu müssen, da meine Mittel mit nicht erlaubten, eine solche Reise zu machen und ich auch ernstlich an meine Studien denken mußte. Dann, so erklärte Lothar, würde et auch nicht reisen. Sterben, wenn es nun einmal sein müsse, könne et auch in der Heimat und es sei ihm noch liebet, hier zu sterben als in der Fremde.
Es war dies gewiß ein krankhafter Eigensinn. Aber er hatte auch eine so große Vorliebe für mich gefaßt, daß er ohne meine Gesellschaft nicht mehr leben zu können erklärte. Sein« Mutter bat mich mit Tränen in den Augen, dem Wunsche Lothars nachzugeben und der Graf bot mir mit vornehmer Offenheit Entschädigung für die Zeit, in der ich seinem Sohn Gesellschaft leistete, sowie die völlig fteie Reise an. Das erste lehnte ich ab, das zweite mußte ich wohl annehmen, wollte ich dem Wunsche Lothars und seiner Eltern willfahren. Auch Amalgunde bat mich herzlich, nur die Gräfin-Witwe sprach kein Wort.
So blieb ich denn auf Schloß Oldensloe, di« Genesung Lothar» «bwartend, der an einer st«-
Pichon erhob Einspruch gegen die von einem Teile der Presse verbreitete Panik, die sich sogar in den Wandelgängen der Kammer geltend mach«. Jaurds erwiderte, der Minister habe die Kolonialkämpfe Englands und Hollands erwähnt, aber dieser Vergleich sei wahrlich nicht zulässig. Aber Sie geben das Blut der Soldaten und das Geld Frankreichs aus; und zu welchem Zweck? Sie wissen doch, daß ein internationales Abkommen Ihnen verbietet, Marokko zu erobern! (Lebhafter Beifall links.) Pichon beantwortete Jaurös Interpellation ferner dahin, daß Frankreich an dem internationalen Einverständnis, das den Beifall Jaurös gefunden hab«, nicht ohne Anteil war. Pichon erklärte, es sei unmöglich, den Aufttag Muley Hafids an den Journalisten Houel ernst zu nehmen. Hafid predige überall den heiligen Krieg. Pichon las hier einen Brief Muley Hafids vom 18. Januar vor. Darin erklärte Hafid daß Abdul Asis von der ganzen Nation einstimmig abgesetzt sei, und er beansprucht das Recht, die Schutzherrschast über die Marokkaner auszuüben. Möge Muley Hafid doch seine Kaids mit Gründen zu uns senden, die gewichtig genug sind, um in Verhandlungen einzutreten. Pichon verlas die Anweisungen, Mulay Hafid von den Absichten Frankreichs in Kenntnis zu setzen. Der Minister sagte, General d'Amade trage nur Erfolge davon. (Lärm auf der äußersten Linken.) Der Minister erinnerte daran, daß Frankreich mit Einschluß des Gefechtes am 18. Februar bisher 57 Tote und 217 Verwundete hatte, unter denen sich 14 Offiziere befanden. Der Redner forderte die äußerste Linke auf, den französischen Truppe« und ihren Generalen, die sich bewunderungswürdig geschlagen hätten, mehr Vertrauen zu schenken. (Lebhafter Beifall links und im Zenttum.) Es handle fich um ein nationales Werk. Daher ersuche er die Kammer, der Regierung Vertrauen zu schenken. (Lebhafter Beifall links und im Zentrum.) Jauräs f.agt, ob die Fortsetzung der Aktion in Marokko das Recht Frankreichs sei und ob es in seinem Jntereff« liege. Die Politik der Regierung sei eine P 0 - litik der Hintergehung und Täuschung. (Beifall auf her äußersten Linken). Die Frage wurde darauf in eine Interpellation umgewandelt. Constant (Sozialist) kritisierte de« Plan der Regierung und brachte einen Antrag ein, welcher dem Bedauern darüber Ausdruck gibt, daß fich die Regierung nicht an die Drude erteilten Weisungen gehalten habe. Pichon wiederholte darauf, daß die Instruktionen für d'Amade die gleichen seien. Das Ziel Frankreichs sei die Organisation der französisch-spanischen Polizei in den Hafenplätzen. Es sei nicht auf die Eroberung Marokkos gerichtet oder darauf, nach Fez oder Marrakesch zu marschieren. (Beifall in der Mitte und aus der Linken.)
General Picquart zeigte, daß General d'Amade viele unterworfen und seine Stellungen behauptet habe. Die Rückmärsche, welche zu dem Zweck der Verproviantierung notwendig gewesen seien, seien auch nicht halbe Niederlagen. Oberfi Taupin sogar habe es ermöglicht.
len Erkältung mit Fieber erkrankt war, sodaß an eine Abreise vorläufig nicht zu benb" * war. Am Tage war ich fast stets bei dem armen Loth«; den Abend brachte ich auf meinen Zimmern zu, mit meinen Studien beschäftigt.
Ich hatte mir in der Bibliothek in dem alte« Turm ein ruhiges und stimmungsvolles Studierzimmer eingerichtett Ich fand dort einige seltene Werke alter Philosophen und Schriftsteller, die ersten Ausgaben der lateinischen und griechischen Dichter, ich vertiefte mich in dieselben, sodaß ich ost noch spät nach Mitternacht an dem mächtigen runden Tisch in der Mitte des Gewölbes saß, umringt von den alten Schweinslederbänden, während draußen der Sturm um den alten Turm brauste und in den Winkeln und Erkern des alten Schlosses pfiff und heulte.
Ich glaubte zuweilen in der tiefen Stille, di« mich umgab, außer dem Sausen des Sturmes raschelnde Töne zu vernehmen als scharre und kratze Jemand an einer verschlossenen Türe; bann folgte wohl ein leises klagendes Wimmern, dc» fich langsam entfernte und nach und nach erstarr
Zuerst erschreckten mich diese Töne und ich dachte unwillkürlich an die geheimnisvolle Erscheinung in dem alten Schloß. Ich untersucht» das Gewölbe, fand aber keinen anderen Au», gang als den nach dem neuen Teile des Schlosses und beruhigte mich in dem Gedanken, daß diese seltsamen Töne wohl von Ratten oder Mäuse« herrühren könnten, die in dem alten Gemäu« ihr Spiel trieb««,
(Fortsetzung ffllgQ