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«(Markt 21) unseren Ausgabestellen in Kirch Hain, Neustadt und Wetter, sowie von allen Postanstalten und Lan^briesträgern ent- gegengenommen.
„Reichs-" und „Staatsanzeiger" geben de» Wechsel in ihrer letzten Nummer bekannt. Di« Insignien des dem Frhrn. v. Stengel verliehene« Ordens wurden ihm im Reichskanzlerpalai» vom Fürsten v. Bülow überreicht, der da» bei sein aufrichtiges Bedauern aussprach, dass Frhr. v. Stengel aus der Verwaltung des Reichs» schatzamts scheide, der er so hervorragende Dienste geleistet habe. Zum erstenmale ist zugreich dem Reichsschatzsekretär Sitz und Stimme im preußischen Staatsministerium gewährt worden. Dies« besondere Stellung soll zu den Bedingungen gehört haben, die Herr Sydow zur Uebernahme des schwierigen Amtes gestellt hat Seine Ernennung erfolgte am vorigen Mittwoch auf Vorschlag de» Reichskanzlers, der nur Herrn Sydow allein dem Kaiser vorgeschlagen hatte.
— Herzog Albrecht von Württemberg ist mit seinen drei Söhnen zum bevorstehenden sechzigsten Geburtstag des Königs aus Casiel in Stuttgart eingetroffen und im Residenzschloß abgestiegen.
— Ernennung. Der Kaiser hat den Ober» landesgerichtrat Heymacher in Marienwerder zum Reichsgerichtsrat ernannt.
— Ein Nachspiel zum Bülow-Brand-Prozeß. Das Landgericht I Berlin verurteilte den Redakteur Otto Weber von der „Wahrheit" wegen Beleidigung des Rechtskandidaten Wilhelm von Bülow, des Neffen des Reichskanzlers, zu zwei Monaten Gefängnis und sprach dem Beleidigten die Publikationsbefugnis zu. Der Prozeß ist eine Folge des Prozesses des Reichskanzlers gegen den Schriftsteller Adolf Brand. Da in der „Wahrheit" behauptet war, die Anschuldigungen gegen den Reichskanzler rühre von einem Neffen her, der auch seinerseits homosexueller Neigungen beschuldigt wurde. Der Angeklagte gab die Unwahrheit seiner Behauptungen zu und bat um Entschuldigung.
— Bosse-Denkmal. Das Bronzedenkmal iw Lebensgröße, das die preußische Lehrerschaft dem früheren Kultusminister Dr. Sofie als Zeichen der Dankbarkeit vor dem Deutschen Lehrerheim in Schreiberhau, für das der Minister bis an sein Lebensende das lebhafteste Interesse bekundet hat, zu errichten beschlossen hatte, soll nach der „Schles. Ztg." am 5. Juli d. I. feierlich enthüllt werden. Aus diesem Anlaß soll auch bi« diesjährige Hauptversammlung des Verein» „Deutsches Lehrerheim" am Tage nach der Enthüllungsfeier int Schreiberhauer Lehrerheim stattfinden.
— Gegen das sogenannte Schmiergelder» Unwesen richtet sich eine Resolution, die die Abgeordneten von Brockhausen, Graf von Carmer- Zieserwitz und Perniock mit Unterstützung der konservativen Fraktion des Reichstages zum Etat für das Reichsamt des Innern eingebracht
von dem raschen Ritt, ihr mildes Auge leuchtete im tiefsten Blau.
9JKin Herz erbebte. Ich fand kein Wort banaler Unterhaltung, schweigend ritt ich an
abordnung wird Kaiser Wilhelm namens des Sultans auf Korfu begrüßen. Im Pildizpalast wird jetzt ernsthaft erwogen, die Abordnung auf einem Kriegsschiff dorthin zu entsenden. Das Marineministerium ist beauftragt, sofort entsprechende Vorschläge dem Paläste zu unterbreiten. — Wie aus Kiel gemeldet wird, ist das Torpedoboot „Sleipner" am Sonnabend von Kiel nach Venedig abgegangen. Das Boot soll als Depeschenboot dienen. Am 27. Februar tritt auch die „Hohenzollern" die Fahrt nach dem Mittelmeer an. Von Venedig an, wo das Kaiserpaar an Bord der „Hohenzollern" gehen wird, soll der kleine Kreuzer „Hamburg" als Begleitschiff dienen.
— Der Kaiser hat für die Ueberschwemmten in Malaga 10 000 Franks überwiesen, die der deutsche Konsul in Malaga dem Gouverneur für die Notleidenden überreicht hat. Die deutsche Kolonie in Malaga hate in einem Aufruf um Unterstützung gebeten, unter Hinweis auf die tatkräftige Hilfe die alle Kreise der Stadt beim Untergang von S. M. Schiff „Eneisenau" den deutschen Schiffbrüchigen geleistet haben. Jetzt hat der Kaiser zuerst sich dankbar gezeigt. Durch die über Malaga hereingebrochene Katastrophe, eine fürchterliche Ueberschwemmung, sind hauptsächlich Stadtteile betroffen worden, in denen sich Läden und Werkstätten befinden, so daß Tausende nicht allein ihren Hausrat verloren, sondern auch ihre Warenbestände, Werkzeuge, Geräte usw. Deshalb wendet sich auch die deutsche Kolonie in Malaga an die Landsleute in der Heimat mit dem Hinweise, daß Beiträge an die Deutsche Bank in Berlin oder an das Kaiserlich deutsche Konsulat in Malaga erbeten werden.
— Zum Wechsel im Reichsschatzamt Die erbetene Entlassung des Staatssekretärs Frhrn. v. Stengel erfolgte in einem Handschreiben des Kaisers, das nach dem „L.-A." folgenden Wortlaut hat:
Wir, Wilhelm, von Gottes Gnaden Deutscher Kaiser, König von Preußen usw., usw., usw., tun kund und fügen hiermit zu wissen, daß wir im Namen des Reiches unseren Staatssekretär des Reichsschatzamts, Wirkt. Geh. Rat Frhrn. v. Stengel die nachgesuchte Entlassung aus dem Reichsdienst in Gnaden mit Pension und unter Bezeigung der Zufriedenheit mit seiner Dienstführung zu erteilen und ihm in besonderer Anerkennung der von ihm geleisteten Dienste das Eroßkreuz des Roten Adlerordens zu verleihen geruht haben.
Urkundlich haben wir diesen Abschied Allerhöchst vollzogen und mit dem Kaiserlichen Ju- fiegel versehen lassen.
Gegeben Berlin, 20. Februar 1908.
Wilhelm.
Bülow.
Deutsches Reich.
— Zum Aufenthalt des Kaiser» auf Korfu im April dieses Jahres meldet ein Telegramm der „Köln. Ztg." aus Konstantinopel: Eine Sonder-
ihrer Seite.
Da sah sie mich mit schelmischem Lächeln von der Seite an. „Sie sind ja so schweigsam, Herr Doktor," sagte sie. „Ist Ihnen ein Abenteuer begegnet, das Sie in solch schweigendes Sinnen versenkt hat?"
„Ein liebliches Abenteuer ist's, in dem ich mich befinde," hätte ich ihr zurufen mögen! „Ich reite mit,einer goldlockigen, blauäugigen Prinzessin durch einen goldenen Zauberwald und goldene Grüße flattern auf uns nieder. Und die Prinzessin lacht mich mit leuchtenden Augen an, und mein Herz jubelt ihr meine Lippen schweigen, denn
zu verstehen; errötend wandte
ab und gab ihrem Pferd einen leichten Schlag, so daß es rascher mit ihr dahintrabte.
Ich kam zur Besinnung. Ich durste ja nicht sprechen, was mein Herz dachte und träumte.
„Verzeihen Sir, Komtesse," sagte ich, „wenn ich so schweigsam bin. Ja, es ist mir ein Abenteuer begegnet, ich habe in letzter Nacht die weiße
bleiben mußte.
„Was fangen wir beide Vereinsamte fragte Amalgunde lächelnd. „Ich denke, lassen die Pferde satteln und teilen in Wald. Es ist ein solch köstlicher Morgen!"
Mir konnte keine schönere Aussicht geboten werden. Freudig stimmte ich zu und nach einer Viertelstunde galoppierten wir, gefolgt von einem Reitknecht, den herrlichen, wiesenartigen
spotten.
Am Frühstückstische traf ich jedoch niemanden als Komtesse Amalgunde. Der Graf war schon früh mit dem Oekonomiedirektor auf ein entferntes Vorwerk gefahren, wo ein neues Gebäude errichtet wurde. Die Gräfin Wirwe nahm das Frühstück stets allein in ihren Zimmern, die Gräfin Alexandra fühlte sich nicht wohl genug, um ihr Ruhesofa zu verlassen und Lothar hatte eine schlechte Nacht gehabt, sodaß er im Bette
Frau des Schlosses gesehen."
Sie sah mich groß an. Dann lachte sie lustig auf.
„Ach, das ist prächtig," entgegnete sie. „Jetzt hat Schloß Oldensloe auch fein Gespenst. Erzählen Sie doch, Sie Eespensterseher!"
„Wissen Sie nichts von der Sage daß eine weiße Frau ihm Schloß umgehen soll?"
„Nein, nicht das Geringste. Sie wissen ja, daß wir erst seit zwei Jahren etwa hier leben. Früher bin ich nie nach dem Schloß gekommen. Aber erzählen Sie doch!"
„Die weiße Frau soll der ruhelose Geist einer Unglücklichen sein, die von ihrem Gatten mißhandelt und betrogen wurde und deren Kind man geraubt hatte. Nicht eher soll sie Ruhe und Frieden im Grabe finden können, ehe st« nicht ihr Kind wiedergefunden hat."
„Und diese gespenstische Dame haben Sie gesehen?" fragte sie ausmerksamer.
„Ja, ich glaube wenigstens, daß sie es ist, welche des Nachts mit einem Licht in dem alten Schlosse umherwandelt und deren Gestalt ich heute Nacht auf dem kleinen verwitterten Balkon, der wie ein Schwalbenest an jenem Teil hängt, gesehen habe."
„Das ist seltsam," sagte Amalgunde und ihr Gesicht nahm einen tiefernsten Ausdruck an.
„Sehen Sie," lachte ich, „jetzt werden Sie auch ernst und schweigsam, Komtesse! Sie glauben auch also an das Gespenst? Vielleicht hegen Sie den Wunsch, die weiße Frau auch einmal z« sehen . . .«
Ich bemerkte, wie ste zusammenschauerte. Erstaunt sah ich sie an.
„Habe ich ste verletzt, Komtesse?" fragte ich besorgt.
Da reichte sie mir dae Hand herüber..
„Nein, lieber Herr Doktor," entgegnete sie und ein schwaches Lächeln kehrte auf ihre Lippen zurück. „Ich fürchte mich nicht vor Gespenstern und jene Gestalt, welche Sie gesehen haben, war sicherlich kein Gespenst. Aber wolle» Sie mir eine Bitte erfüllen?"
„Von Herzen gern!"
„Nun, so erwähnen Sie gegen Niemande«, nicht gegen meine Eltern, noch gegen meine« Bruder, am allerwenigsten gegen meine Großmama jene nächtliche Erscheinung."
„Ich werde sicherlich Ihrem Wunsche Rech«
Waldweg entlang.
Nach und nach wurde der Weg steiler und wir mußten langsamer teilen.
Es war ein herrlicher Morgen. Das Waldeslaub erglühte unter den Strahlen der Sonne wie flüssiges Gold in seinem herbstlichen Kleide. Ein leiser Wind raschelte in den Blättern, die wie goldene Grüße auf uns niederfielen.
Mit Entzücken hing mein Auge an der feinen schlanken Gestalt Amalgundens, die durch das glatte, dunkelblaue Reitkleid noch mehr hervorgehoben wurde. Ein leichter Jagdhut faß auf ihren goldenen Locken, die in wilder Fülle um Ihre Schultern wallten. Ihre Wangen glühten
nenschein über dem in herbstlicher Pracht daliegenden Park, selbst das alte Gemäuer erglühte im (Sonnengott) des Morgens und hatten durchaus nichts Gespenstisches an sich.
Ich mußte über meine Eespensterfurcht lachen und wollte während des Frühstücks meinem liebenswürdigen Gastgeber die Gespenstergeschichte erzählen und über meine Eespensterfurcht
Man abonniert auf die täglich erschemende „Oberhesslsche eitung" bei allen Postämtern und unfern Rettungsstellen m Kirchhain und Wetter sowie bei unserer Expedition — Markt 21. — Der Bezugspreis beträgt durch die Post 2,25 Mk. (ohne Bestellgelds, bei unfern Zeitungsstellen und der Expedition 2 Mk.
Die weiße Frau von Oldensloe.
i::, Original-Roman von O. E l st e r.
,T (Fortsetzung.)
Al» ich eines Nachts sogar auf einem verwitterten Balkon, der hoch über den Parkbäumen an der Mauer hing und sich scharf gegen den mondhellen Himmel abhob, eine weibliche Gestalt erblickte, welche die Arme wie bebend gegen den Mond erhob und dann plötzlich zu- sammenfinkend verschwand, da kamen mir allerlei wunderliche Gedanken von Eespenster- erscheinungen und plötzlich fiel mir das Märchen von der weißen Frau ein, welches mir vor langen Jahren der alte Peter erzählt hatte.
In der Stille der Nacht, bei dem gespenstischen Licht des Mondes, das alle Schatten ins Ungeheuerliche verlängerte und einen magischen Schimmer um alle Gegenstände wob, bei dem Rauschen der alten Bäume und dem leisen Plätschern des Springbrunnens, das aus dem dunklen Park heraustönte, vermochte ich mich eines leisen Schauders bei dem Gedanken an diese gespenstische Erscheinung nicht zu erwehren.
Wie, wenn diesem Märchen eine wirkliche Tatsache zu Grunde lag? Wenn ich hier einem Geheimnis des alten Schlosses auf die Spur gekommen war? Wenn in jenem alten Gemäuer der Zeuge einer Tat umherwandelte, die das Helle Licht das Tages, die die Oeffentlichkeit zu scheuen hatte?
Ich vermochte die ganze Nacht nicht zu schlafen, und spähte unausgesetzt nach dem Balkon oder suchte nach dem ruhelos umherwandernden Licht. Aber in dieser Nacht erschien das Licht nicht, nnb auch die Gestalt auf dem Balkon ließ sich nicht wieder sehen.
Gegen Morgen entschlummerte ich endlich inb al» ich erwachte, erglänzte strahlender Eon
bau der Vereinigung für staatswissenschastliche Fortbildung zu einer Akademie, die dem Kultusministerium zu unterstellen fei. Der Kultusminister erkannte die Erfolge der Vereinigung an und sagte ihr weitere Unterstützung zu. Für eine Aenderung der Organisation liege kein Grund vor. Da» Kapitel wurde angenommen. Beim folgenden Kapitel .Technisches llnter- richtswesen" behauptete Abg. Dr. Beumer (nl.), daß das System Riedler, welches das Schwergewicht auf die konstruktive Ausbildung lege, an der Charlottenburger Hochschule Fiasko gemacht habe. Die Industrie wolle keine Charlottenburger Ingenieure mehr, die Studierenden wanderten an andere Hochschulen ab. Ministerialdirektor Nauman« versprach die vorgebrachten Klagen zu prüfen. Abg. Münfterberg ffrs. Vgg.) trat für Gleichstellung der technischen Hochschulen mit den Universitäten ein. Der Kultusminister erwiderte, daß eine völlige Gleichstellung wegen Verschiedenheit der Ziele nicht möglich sei. Das Präsentationsrecht der Universitäten zum Herrenhause beruhe auf gesetzlicher Grundlage. Nach Annahme dieses Kapitels wurde über das Kapitel „Medizinalwesen" beraten. Es wurde von vielen Seiten eine Gehaltserhöhung der Kreisärzte und eine Vermehrung der hauptamtlichen Kreisarztstellen gefordert. Der Kultusminister wies auf die fortwährende Vermehrung der vollbesoldeten Kreisarztstellen hin und sagte eine Berücksichtigung der geäußerten Wünsche zu. Abg. Quehl (konsZ klagte übet die komplizierten, oft nur von Sachverständigen zu verstehenden Verfügungen auf dem Gebiete des Medizinalwesens und über das schematische Vorgehen bei der Untersuchung von Nahrungsmitteln. In den großen Städten sei die Nahrungsmittelkontrolle nötiger, wie in den kleineren und aus dem Lande. Abg. Marx (Ztr.) befürwortete ganz besonders eine strenge Weinkontrolle für die großen Städte. Das Kapitel wurde ebenfalls angenommen. Das Haus vertagte sich auf Montag, den 24. Februar, vormittags 11 Uhr. Fortsetzung der zweiten Lesung des Kultusetats. Schluß 4y2 Uhr.
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In der Budgetkommission des Abgeordneten- haufts wurde bei der Generaldebatte über die Aufstellung des Eisenbahnetats von verschiedenen Rednern festgestellt daß nach den von allen Parteien abgegebenen Erklärungen auf die Zustimmung des Abgeordnetenhauses zu einer dauernden Erhöhung der Einkommensteuer, die der Finanzminister plant, nicht zu rechnen sei und daß selbst diejenigen, welche nicht überhaupt von einer jeden Steuermaßnahme absehen wollen, jedenfalls nur bereit wären, einen Einkommensteuerzuschlag nut auf ein Jahr zu bewilligen.
Marburg oder bereit Raum *15 Pfennig, für IfteOanten Io Pfennig. — 43. Sato
Dienstag 25. Februar 1908. e?oth, ^Narbmq^MarltÄ — Teüphon 65.
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Aus den Parlamenten.
Preußischer Landtag.
Abgeordnetenhaus.
Da» Abgeordnetenhaus hielt am Freitag, 21. Februar eine kurze Abendsitzung ab. Die zweite Beratung des Kultusetats wurde beim Titel „Dispositionsfonds für das Elementarunterrichtswesen" fortgesetzt. Der Abg. Hammer (kons.) befürwortete die Einführung des Fechtunterrichts in den höheren Schulen, wogegen der Abg. Schiffer (ntl.) meinte, daß die Einführung eines Spezialsports zur Ausbildung des Körpers nicht zu empfehlen sei. Der Kultusminister erklärte, daß er allen Bestrebungen, die für die Leibesausbildung der Jugend geeignet sind, wohlwollend gegenüberstehe. Beim Kapitel „Äunft und Wissenschaft" besprach der Abg. von Pappenheim (kons.) die Pläne für die Neubauten auf der Berliner Museumsinsel. Al» erste Rate würden 500 000 M. gefordert, diese schlössen aber die Bewilligung weiterer Millionen in sich. Es sei selbstverständlich, daß man en die Bewilligung angesichts der Finanzlage gerade nicht mit leichtem Herzen Herangehen könne. (Die Kosten für den linken Flügel und das Mittelgebäude find auf 6 887 000 Jt projektiert, der rechte Flügel soll 3 000 000 <M. und das ägyptische Museum 1000 000 M kosten.) Es werde dadurch aber auch eine Zentrale für Kunst und Wissenschaft geschaffen, wie sie ähnlich kein anderer Staat besitzen wird. Der Kultusminister gab seiner Befriedigung darüber Ausdruck, daß die Notwendigkeit der neuen Mu- feumsbauten anerkannt worden sei. Am Sonnab nd wurde die Vorlage „Dampffährver- binbung Saßnitz-Trelleborg" in dritter Lesung debattelos angenommen. Es wurde die zweite Beratung des Kultusetats beim Kapitel „Kunst und Wissenschaft" fortgesetzt. Aber Strosser (kons.) wünschte, daß die Doubletten der Berliner Museen nicht verkauft, sonder» den Pro- vinzial-Museen überwiesen würden. Aul eine Anfrage des Abg. von Hennings-Techlin (kons.) erwiderte der Kultusminister, daß in der Rationalgallerie, die in der Hauptsache deutschen Kunstprodukten vorbehalten sei, nur wenige französische Bilder vorhanden wären. Die Abgg. Dr. Krüger-Marienburg (kons.). Schiffer (nl.) mb Dr. Arend (freikons.) wünschten einen Aus-