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Ansicht. Aber auch diesen eben angeführten Be­

stellen zu lassen, Zeit praktisch zu same Einkommen leben zu können.

an einer Gemeindeschule an» 1. um ihre nicht ausgenützte verwerten, 2. um das gemein» zu erhöhen und damit besser

nis und den Metallarbeiter Richard Gohk zu 2 Wochen Gefängnis; die anderen Angeklagten «raibett wegen Mangel an Beweisen freigespra» chen. Die Angeklagte» waren beschuldigt, die Broschüre des holländischen Anarchistenführers Domeka Dimoenhuis mit dem Titel jtrieg dem Kriege- in Verlag genommen, beziehungsweise verbreitet zu haben. Im Interesse der Staats­sicherheit war während der ganzen Dauer der Sitzung di« Oeffentlichkeit ausgeschlossen.

BekLmpsung de» Mkoholismus. Der Set» Land ostdeutscher Industrieller hat eine Erheb­ung über die Maßnahmen veranstaltet, die in den ihm angeschlossene» Betrieben zur Be­kämpfung des Alkoholismus getroffen sind sowie über die Erfolge, di« damit erzielt falb.

nen nichts Besseres tun als sich von ihre« FSH, rer fortreißen lassen. Cie taten es auch und ver­dienen damit besondere Anerkennung; nicht im­mer mag es leicht sein, sich neben der Wucht und Kraft des Berberfchen To« zu behaupten. Viel­leicht könnte fich di« zweite Wolin« gelegentlich etwas weniger refereiert verhalten. Niemals machte sich -et dies«» kräftigen Spiele des Franffurt« Quartetts die für Kammermusik so ungünstige Akustik de» groß« Stadtfaales gel­tend. Ab« dies« Spielweise ermöglicht auch nie das zarte Pianissimo, wie es den Böhmen eigen ifa

Die aufgeführten Quartetts waren aner­kannte Meisterwerke. Joseph Haydns Streich­quartett in G-dur, op. 17 Nr. 5, ist, wie alle Quartett» des Meisters, vor allem für di« «st« Wolin« geschrieben. Es ftsselt namentlich durch sein Adagio mit den eingestreuten klagenden Re­zitativ«» des führenden Instruments. In Beet, Hoven» Streichquartett in Fchur, op. 59 Rr. 1, kann der erste Satz weg« seiner thematischen Arbeit nicht ornug bewundert werden. Mtt un­ausgesetztem Staunen folgt man diesem Werke. Richt weniger genial ab« ist der Scherzosatz. Scheinbar kommt es darin nie zu ein« breiteren Entwicklung. Und doch ist dies« Satz mit höchst« Weisheit auf seine humoristisch-witzige Wirkung hin angelegt. Tief und voll feiner Arbeit ist das Adagio; solche Satze schuf nur Beethoven.

Wenig« leicht mochte fich das Ohr manches Hörers an das Streichquintett in G-dur, op. IM, von Johannes Brahms gewöhnen. And doch kann es keinem Musikfreunde zweifelhaft sein, daß er es hier mit einem bei bedeutendsten Werke moderner Kammermusik zu tu» hat. Be­wundernswertes genug liegt in dem Werke ver, borgen, wenn auch nicht offen zu Tage. Erst Bet häufigerem Hören wird es dem, bet zu Brahms noch kein näh«es Verhältnis gewonnen hat, zu größerer Klarheit kommen. AL« mtt diese» Werke stand eine Schöpfung von Ewigkeitswert »eben her gleichwertigen Beethovens.

Roch einmal fei auf die unübertreffliche Wiebergabe hingmviefen, die di« Meisterwerke erfuhren, und zugleich ben ausgezeichneten Künstlern gedankt für di« unermüdliche Hin­gabe, mtt d« sie ihr« große Ausgabe löste«.

StGrungen ihres Berufes durch Familienzuwachs rechnen. Und nicht allein mit dem Vorgang selber, sondern auch mit den vermehrten Pflich­ten. Wo soll das aber hinsühren, wenn der Vor­mittag und einige Nachmittagsstunden ganz b« außerhäuslichen Tätigkeit gewidmet sinb und die Kinder zu Hause mtt Zahnbeschwerden, Ma­sern und and«en Krankheiten ohne behütende Mutterliebe sich quälen müssen? Man wird mir antworten:Ja, die erwerbende Frau hat dann auch die Mittel sich genügend Hilfe zu ver­schaffen." Wenn darin aber der Schrei nach dem Kinde bestände, daß man dieses nachher ohne direkt zwingende Gründe Fremden überläßt, so wäre das wieder eine durchaus ungesunde und die sozialen Verhällnisse nicht verbessernde An­schauung. Soviel mir bekannt ist, existi«t z. B. in Italien nicht das Eheverbot für die Berufs­lehrerin. Mir sind zwei dementsprechende Fälle bekannt. Eine junge Lehrerin an einer höheren Schule heiratete einen an derselben Schul« ange­stellten Zeichenlehrer und setzt nun ihre Lehr­tätigkeit fort. Ich unterhielt mich mit ihr üb« alle Eventualitäten. Sie antwortete mir:Bei uns gibt es sehr gute Mädchen, ein solches würde dann auch meinen Haushalt und mein etwaiges Kind besorgen." Wie fich die Verhältnisse bei der jungen Frau nun wirklich gestaltet haben, ist mir leid« nicht bekannt, jedenfalls sprach sie damals ohne alle Erfahrung. Der zweite Fall ist folgender: Die sehr intelligente Frau eines

strebungen einer verheirateten Frau kann ich durchaus nicht völlig zustimmen, wenn wir an die rein prakttfche Seite dieser Existenzfrage denken. Die Frauenrechtsbestrebungen hatten hauptsächlich das Ziel vor fich, der unverheirata- ten, unversorgten Frau die Wege zu ebnen, ihre Gaben zu verwerten und ihr alle möglichen Be­rufsarten zur Exiftenzerhaltung zu erschließen. Dieser edle Zweck ist fast erreicht, die Konkurrenz zwischen Mann und Frau wird immer größer, i die weiblichen Lehrberufe find sogar schon iibet- füllt. Die einzelnstehende Frau muß tüchtig kämpfen um auf der Höhe zu bleiben und ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Weshalb soll nun auch die verheiratete Frau, die an ihrem Mann Stütze, Ernährer und den besten Freund hat oder wenigstens haben soll, die Konkurrenz noch verschärfen? Bietet der Hausfrauen- und I Mutterberuf nicht befriedigende Arbeit und An- I regung genug, ist die Frau dabei nicht auch die I Schaffende, Mitwirkende, und ««langt dies I etwa nicht auch volle Hingabe, Tattraft und | einen hohen klaren Sinn? Ich finde, daß die I Haussrauentätigkeit viel zu gering von der I Mutterschutzbewegung bewertet wird. Die in | Dr. Stöckers Buch:Die Frau und die Liebe" I und auch in ihrem Vortrage immer wieder ge- I priesene Musterehe der Brownings hatte den | Ursprung ihres Glückes sicher nicht nur aus dem | dichterischen Schaffen der beiden herzuleiten, I sondern aus ihrer gegenseittgen beglichen Liebe I und vollen Anerkennung ihrer persönlichen Vor- I züge Grundbedingungen, die eine jede Ehe I glücklich gestalten. Man wird mir auf meine I Ausführungen entgegnen können, daß es tausend I und aber tausend Frauen gibt, die in der Eh« I ihren Beruf fortsetzen müssen, wie Wäscherinnen I ufw., Geschäftsfrauen usw., Künstl«innen, und I dabei doch gute Mütter werden. Diese Berufe | stehen ab« auf völlig and«« Stufe, wie die I

i» Eingang erwähnten, ste gewähre» doch mehr I

persönliche Freiheit. So kündigte eine Auf­wärterin, die im 5. Monat ihrer Erwartung war, den Dienst, weil ihr Mann es nicht mehr erlaubte in ihrem Zustand Kohlen zu tragen. Gewiß ein rührender Mann! Und sollten nicht auch die gebildeten Männern Scham empfinde» bei dem Gedanke» durch ihre Frau eine Verbesse­rung ihr« Lebensführung bewerkstelligen z» lassen, indem sie ihre und des werdenden Kindes Gesundheit nicht schont, fonbetn alle Mühsal« der verheirateten und lebigen Frau zusammen- ttägt? Der hierburch vergrößerte Verbienst wird aber auch roieb« geschmälert durch die Mehraus­gaben an selbstänbiger Köchin, zuverlässigen Kinderpflegerin, Flickerin usw., und so wäre im Grunde alle Anstrengung umsonst.

Und nun möchte ich zum Schlüsse noch die Frage stellen: Will denn die Lehrerin ob« Be­amtin wirklich aus rein« Freude am Beruf« diese» in der ihr ermöglichten Ehe fortsetzen, od« wirt» st« nicht gern alles aufgeben um dem «wählten Manne eine treue, fleißig« Hausfrau zu fein, und lieb« die eigenen als die fremden Kinder erziehen? Frl. Dr. Stöcker hat ja selbst die Bejahung zugegeben, indem sie Frensse» zitierte, der dasselbe Prinzip vertritt. Warum also eine Sache ins Leben rufen, die von d« schaffenden Partei gleich wieder verworfen wird?

Die alten Sinnsprüche behalten auch in unse­rer Zeit noch recht: ,Man kann nicht zwes» Herren dienen", jedenfalls nicht so, wie es für beide Teile ersprießlich wäre. Für die ledige Frau, sei sie nun Mädchen, Witwe oder geschie­den, schaffe die Zeit aber immer mehr freie Bahn, damit sie im Kampf ums Dasein auf eignen Füßen stehen kann, wenn ihr der Halt an eigener Familie versagt ist.

Frau Elsa». BlanSensell

österreichischen Eisenbahnvorschlag an fich nichts einzuwenden ist, darf nicht als unabweisbar sicher gelten, daß das europäische Konzert in Mazedonien gestört wird. Die Wirtang des österreichischen Vorschlages auf die bestehenden internattonale» Vereinbarungen kann erst richtig beurteilt werden, wenn etwas mehr dar­üb« bekannt ist, wie er die Signatarmächte des Mürzsteg« Programm« beeinflussen wirt».

8e» Meckatz Hafid. Tanger, 19. Febr. Mulay Hafid hat ben Gouverneur von MeSnes, Asbascha, zmn Gouverneur von Fez ernannt mit dem Befehl, eine starke Mahalla in jene» Be­zirk zu bilden und vorzurücken, um Rabat zu be­legen.

** Kampfe in Marotte. Paris, 19. Febr. Admiral Philibert bestätigt, Laß arm Quedtama- stn ein Gefecht gegen ben Mdalera-Stamm statt­fand. Die Attion d« französischen Truppe» »erbe von ben Mzab unterstützt, die sich tags zuvor unterwarfen. Die D«luste bet Mbalera seien ziemlich empfindlich. Ebenso Lestättgt Ad­miral Philibert, daß Oberst Taupin am Ift, und 17. Februar eine bedeutende marokkanische Ab­teilung in di« Flucht schlug, die ihn im Defil« von Berreboh, 25 Kilometer südöstlich von Feda- lah, angegriffen hab«. Die französischen Trup­pen trieben den Feind mit dem Bajonett sieben­mal zurück. Zwei Offizier« und mehrere Man» wurden getötet; 3 Offiziere und 20 Mann wur­den »«letzt. Die Madrid« Blätter verifffent- lichen ein Telegramm aus Tang«, daß El Ter- res, nachdem ihm durch den spanischen Geschäfts- träg« die Besetzung von Marchiea mitgeteilt worden sei, namens des Sultans dagegen pro­testiert hab«. Der Machfen habe 30000 Pesetas geschickt, damit eine Mahalla Marchica wieder besche.

Fünftes Konzert des Akademischen Konzertverems.

Wie zu erwarten war, gewährte das gestrig« Konzert de» Stab. Konzertvereins, ein Kammer» mufik-Abend bes Frankfurter Streichquartetts, ben vollendetsten Genuß. Sowohl der Wert der vorgetragenen Werk«, als auch das vorzügliche Zusammenspiel der Werten Prof. Felix Berber, Konzertmeist« Willem Meyer und Prof. Fritz Bassermann, zu denen sich als D«treter be» er­krankten Cellisten Herr Prof. Julius Klengel aus Leipzig unb im Quintett Herr F. Küchl« gesellten, gestaltete den Abend zu einem der ge» nußreichsten der zu End« gehende» Konzert­saison.

Meister Klengel merkt« man nicht en, daß « eigentlich ein Fremd« im Frankfurter Quar­tett ist. Bon seinem früh«e» langjährige» Zu­sammenwirken mit Herrn Prof. B«b« tat Leip­zig« Gewandhausquarrett wird er mit der Quartettspielweise bes letzteren genau vertraut sein. Diese Spielweise ist interessant genug, um kurz betrachtet zu werden. Lehrreich ist vor allem ein Vergleich mit dem Böhmischen Streich­quartett. Bei letzterem ist alles auf feinstes Zu­sammenwirken all« Instrumente abgesehen. D« Einzeln« hält sich vorsichtig zurück, um den ® e - samt eindruck nicht irgendwie zu beeinträchti­gen. So «gibt sich jenes intime, aufs zarteste abgetönte Spiel, das wir so ost an ihnen bewun­dert haben. Anders wirtt ein von Meister Ber- b« geführtes (Quartett. Er 'sührt in bet Tat von Anfang bis zu Enbe unb versteht es wie kein zweiter, seine Kollegen mit sich fortzureißen. Ist et boch auch bet Mann dazu. Sein« kräftige, starke Akzente gebende Bogenführung, d« große, eindringliche, niemals unklare Ton, die Schnei- digkeit feines Spiels, bas nicht immer größte Wärme, wohl aber hinreißenbe Leidenschaft auf­weist, geben ihm im Quartett eine beherrschende ! Stellung, die von den anderen Mittoirkenden willig anerkannt wird. Und diese and«en tön»

ein gesundes Familienleben ist. Aber es bestehen doch viele Unterschiede, sie aufzuzählen habe ich sicher nicht erst notwendig. Ich wies in d« Dis­kussion darauf hin, daß die amtlich bezahlte Frau wie der Mann voll unb ganz in strengem Pflichtgefühl ihren Beruf auszufüllen habe, baß ihr bies aber unmöglich wäre, wenn sie neben­her als Eatttn unb Mutter wirken soll. Man stelle sich eine Lehrerin an einer Knaben- ober höheren Töchterschule vor, eine Telefonistin oder Bahnbeamtin, bis fich in Erwartung eines Aindes befinbet. Ganz abgesehen von bem in Gefahr gebrachten ästhetischen Feingefühl bet betreffenden Frau, wird auch die Ausübung ihres lehrenden ob« mit netvenangreifenden Apparaten verquickten Berufes herunter leiden, denn physisch ist bis gefunbe Frau wohl zu Haus- haktungs- ja euch zu Lanbarbetten in b« Zeit der werdenden Mutter fähig, aber wohl kaum in ber Geist, Nerven unb Körper gleichmäßig anstrengenden Tätigkeit einer Lehrerin oder Be­amtin. Fern« muß man annehmen, daß 8 Wo­chen vor der Entbindung unb wenigstens 4 Wochen nach derselben die Frau geschont w«den muß, um das zu erwartende Kind gesund zur Welt zu bringen und Zeit zur Rückbildung in den normalen Zustand zu haben. Das wäre eine Bernfsunterbrech'tng von 12 Wochen. Die Leh­rerin z. B. müßte eine Vertreterin stellen, viel­leicht nicht immer zum Vorteil dn Zöglinge, wer ab« trägt die Kosten? Soll sie die Lehrerin tragen, so wird die wirtschaftliche Verbesserung, j die sie durch ihren in d« Ehe weitergeführten Beruf «hofft, wieder geschädigt. Bezahlt es aber bei Staat, wozu er eigentlich nicht ver­pflichtet wäre, fo wirb fich wieber bie lebige Lehrerin zurückgesetzt fühlen. Krankheiten bei die; er find unvorhergesehene Ereignisse, mtt wel» chen weber dem Leit« b« Anstalt, noch bet Er» krankten Vergnügen L«eitet wird. Die ver­heiratete Beamtt» muß ab« von vornherein mtt

Sie sagte mir aber:Hätte ich Kinber, so wäre ich nicht auf solche Gebanken ge­kommen." Hi« also eine Bestätigung meta«

der Berliner Missionsgesellfchaft tätig sei« soll. Don maßgebender Seite wurde dabei zum Aus­druck gebracht, daß die Kaiserin den Ziele» des neuen Vereins ein warmes Interesse entgegen* bringe und daß die Kolonialverwaltung dem Verein ihre Unterstütz«»- nicht versage» roerbr.

Die Besteuerung der Mareuhäus«. D« weimarische Landtag nahm mit 16 gegen 15 Stimmen ben Gesetzentwurf übet bie Be­steuerung b« WarenhLffet im tzroßh«MG- Ium e an.

Deutschkaud uu> die österreichischeu Pläne. DieNordb. Allg. Ztg." druckt den Text des Ar­tikels 25 bes Berkin« Vertrages von 1878 ab unb fügt folgtnbe Bemerkung hinzu: Hiernach ist in bet Frage bet Sandschakbahn das Recht Oesterreich-Ungarns inn«halb des Status quo unbestreitbar. Es «ar vorausz'tsehen, daß Deutschland sich für die Hilft O«st«reichs in Al­geciras revanchieren würde. De» Angriffen vonseiten Rußlands gegenüb«, als seien bie Eifenbahnpläne ber österreichischen Regierung etwas Neues, wird akft jetzt «ich von Deutsch­land eirtgegengetreten.

Eine Steigerung btt Einnahmen der Eiftubahn. DieRorbb. Allg. Ztg." schreibt: Di« Betriebseinnahmen bet preußischen Staate» bafaien wiesen im Januar 1908 eine Zunahme von 1,J Millionen Mark im P«son«nverkehr gleich 5,7 Proz von 1,5 Millionen tat Güter­verkehr gleich 1,6 Proz. und 0,9 Millionen bet den sonstigen Einnahmequelle», im ganzen von 4,2 Millionen gegenüber dem Januar des Vor­jahres auf. Diese beiden Monate find alfer- dings insofern nicht »oll mtteinand« zu ver­gleichen, als in diesem Jahre in einem Teil des Landes d« als Festtag gefeierte Dreikönigstag cuf einen Werktag, tat Vorjahre dagegen auf «tuen Sonntag fi«L Sei einem Vergleich er­scheinen also die diesjährigen Einnahmen au» I dem Personenverkehr etwas zu hoch unb- aus bem Güterverkehr etwas zu niebrig. Man wirb für beide mit einer Steigerung von etwa 23 Proz. rechnen können, was angesichts b« wenig be­friedigenden allgemeinen Geschäftslage nicht un­günstig «scheint. An d« Gefamtfchätzung b« Betriebsergebnisse für 1907 wird durch bie Er­gebnisse bes Januars wenig geändert, zumal fich die Ausgaben nach wie vor auf einet außerge­wöhnlichen Höh« halten; so z. B. ist d« B«° brauch an Kohlen im Januar wiederum um 8,3 I Proz. gestiegen, veranlaßt einerseits durch de» I nicht unbeträchtlichen Verbrauch an d« für bie I Zwecke der preußischen Staatsbahnen wenig« I geeigneten englischen Kohle, anbeterseits ist bie Mehreinnahme zum Teil aus dem noch tarnt« I regen Kohlenverkehr entsprungen, b« zu billi- | gen Tarifen gefahren wird. Infolgedessen ist I die Steigerung der Betriebsleitung stärk« als | bie Einnahmesteigerung, was auch bei anderen I Ausgabeteilen sich sehr bemerkbar macht. I

Zum Kolonialfall Fehland sendet Rechts- I anwalt Thiel derRordd. Allg. Ztg." eine Be- I richtigung ihrer neulich auch von uns roieb«» I gegebenen Behauptung, unb führt aus, daß He« I Fehland durch Schreiben bes kaiserlichen Gou- | oemeurs, datiert Windhuk, den 27. Febr. 1907, I die Stelle eines Bezirksrichters ta Sroakopmund I übertragen worden fei. Demgegenüber hält die I Rordd. Allg. Ztg." ihre Angabe» in vollem I Umfange aufrecht. I

Reue Demonstrationen der Studenten ta I München fanden gestern gegen Prof. Barden- I hewer statt. Der Rektor drohte darauMn ben I Demonstranten mit bem Consilium abeundi. I

Urteil gegen einen Anarchisten. Die 3. Strafkammer bes Landgerichts I Berlin verur- I teilte den Redakteur Former Rudolph Oester- I reich wegen Aufreizung zu Eewalttättgkeiten, I Aufforderung zum Ungehorsam gegen die An- I Ordnungen d« Obrigkeit und Aufforderung zu I strafbaren Handlungen zu iy2 Jahre» Gefäng-

ital. Professors hat in ihr« 6jährige» findet» losen Ehe ben Entschluß gefaßt, ihr Examen zu machen unb fich

Marburg «nd Umgrgeith,

(Nachdruck all« Originalartikel ist gemäß 8 18 de» Urheberrecht» nur mit der deutlichen Quellenangabe

Otarheff. Ztg.' gestattet.)

Marburg, 20. Februar.

)( Kommunallandtag. Der Konnnunaltand» tag für ben Reg^Bez. Cassel wird am 11. Mai einberufen.

* Militärisches. Befördert zum Assistenzarzt wurde ber Unterarzt der Res. Hellmuth (Mar» - bürg), d« Unterarzt der Landro. L Aufgebot» Bierhoff (Marburg).

* Erledigte Stellen. Die zweite Schul- und reformierte Küst«stelle an d« evang. Volks­schule in Münchhausen soll sofort anderweit be» setzt werden. An der Stadtschule in Hofgeis­mar ist eine Lehrerinstelle mit einer semi­naristisch gebildeten Lehrerin zu besetzen.

* Bolksunterhaltungsabenb. Die Vorbereit­ungen für ben Volksuntethaltungsabend am 8. März tai Turnergartensaal, an dessen Veran­staltung fich acht Vereine beteiligen, sind so gut wie beenbet. Zur Mitwirkung find tüchtige Kräfte aus unserer Bürgerschaft gewonnen wor­den. Das Programm und die Billetausgabe» stellen sollen demnächst bekannt gemacht roetben. Wir raten einem jeden, fich den 8. März zum Besuch des Volksunterhaltungsabenbs frei zu halten.

)( Sin Suttetocrteurer. Auf dem gestrigen Wochenmarkt kaufte dn fremder Händl« so viel Butter auf, rote « nur bekommen konnte. Er

I AMrrnd.

|* General Stöffels Verteidigung. Im Port-

I Arthur-Prozeß erhielt gestern Stössel das Schluß- | wort. Er sagte:Was roar für Rußland roert- | voll«: Port Arthur, das keine Festung mehr I wat, noch einige Stunden zu halten, oder das I Leben der Helden zu schonen, bie noch bem Va- I tertande nützen konnten? Beides war mit vom | Zaren anvertraut. Ich entschloß mich, 20 000 I erschöpfte, gequälte Kampf« zu «halten und I kapitulierte. Port Arthur ergab fich nicht, fon» I der» ich übergab es. Die Armee ist kdn Parla- I ment, Reden ist dort nicht gestattet. Offiziere I und Soldaten hätten weitergekämpst, wenn ich

ste in de» Tod gesandt hätte. Doch war jeder von ihnen überzeugt, daß ich nichts tun würde, bloß um meine Eigenliebe zu befriedigen. Mir ist bei Gedanke, gerichtet zu ronben, leichter er­träglich, als b« Gebaute, bas Leben d« übrig gebliebenen Verteibig« Port Arthurs auf» Spiel gesetzt zu haben." Das Urteil soll heute ! gefällt werden.

** Keine türkische Mobilmachung. Urmia, 19. Febr. Die Mitglieder d« türkischen Gtenz- kommiflion, Daniel Pascha unb Alinadir Pascha, bementieten nachbrücklich die Meldung russisch« Statt« Üb« eine Mobilmachung ta ben an Rußland gtenzenben Bezirken und and«er, von türkisch« Seite gegen Rußland getroffene Maß­regeln.

** England und Rußland auf dem Balkan. London, 18. Febr. Wie basReutersche Bureau" erfährt, ist in offiziösen englischen Kreisen Über­haupt nichts batiib« bekannt, daß, wie die rus­sische Presse berichtet, bet Abschluß eines Ver­trages Mischen England und Rußalnd üb« be» nahen Osten wahrscheinlich sei. Diese Meldung wurde ohne Zweifel durch die Lag« hervorge- tufen, welche die Eisenbahnprojekte Aehren» thals geschaffen habe, hat ab«, soweit in Eng­land bekannt ist, feine offiziell« Grundlage. Was bie Wirkung betrifft, welche die österreichisch- ungarische Erklärung auf das europäische Kon­zert in bet Frage bet mazedonischen Reformen haben könnte, so «fährt Reut« von gut unter­richteter englischer Seite, baß bie Politik bet britischen Regierung eine rein humanitäre sei unb es unvetänberlich auch bleiben unb bah« fortfahten werbe, im Einvernehmen mit ben anbeten Mächten auf bie Durchführung bet not» roenbigen Reformen in Mazedonien zu bringen. Inwieweit die letzten Ereignisse bas europäische Konzert beeinflußen roetben, sei gegenwärtig schwer zu sagen. Wähtenb biese Entwickelung bet Dinge bie Ansprüche Englanbs nicht zu än­dern vermag, bleibt abzuroatten, bis zu welchem Grade ste die Regierungen in Wien und in Pe­tersburg beeinflußt. Was die österreichisch- ungarische Eisenbahnpolitik anbetrifft, so ist man ber Meinung, baß, obgleich biese an fich nur bie legitime Entwickelung bet österreichisch- ungarischen Politik ist, unb im Berliner Vertrag schon vorgezeichnet ist, bet gegenwärtige Augen­blick nicht geeignet ist, jetzt mit einem beiartigen Plane zu kommen, wo die Mächte damit beschäf­tigt find, auf bte Pforte hinsichtlich ber Justiz­reformen einen Druck auszuüben. Da gegen ben