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Zweites Blatt

unserem begrützt. nehmen

revolutionärer Tendenzen gebrauchen liehen", wodurch sie den Aufsichtsbehörden berechtigte» Mißtrauen einflößten. Als ihnen nach der großen Turnerversammlung zu Hattersheim tm Jahre 1848 Metternich seine freiheitliche Ideen von Mainz aus kundgab und der Turnplatz und Turnhalle in Hanau geschloffen wurde, traten in den Märztagen d. I. die Turner offen mit ihrem politischen Glaubensbekenntnisse hervor.

Schon Anfang März war der Hanauer Turn« verein von einer politischen Bedeutung, denn als am 11. März 1848 die Hanauer Deputation von Gaffel mit den gewährten März-Errungen« schäften zurückkehrte, hatte sich in Hanau e n großer Zuzug von Bewaffneten versammelt und eine Volkswehr gebildet. Die Hanauer Zeitung schrieb damals:Die Turner, deren Verein« kurze Zeit vorher wegen einer vom Zaune ge­brochenen Ursache polizeilich aufgelöst waren, zogen setzt wieder auf ihre Turnplätze und be­grüßten den Wicdergewonnenen mit Gesang und dem Donner der Gewehrsalven. Am 11 März wurde auf dem Marktplatze von Hana« eine Rednerbühne errichtet und morgens um 10 Uhr Gottesdienst abgehalten. Die bewaffneten Mannschaften marschierten auf und umstellte« den Platz im Viereck. Die Freude war so groß, daß selbst der feierliche Akt durch Freuden« schüsse unterbrochen wurde. Als am .olgende« Tag die anwesenden bewaffneten H'^"rp» wieder in ihre Heimat zogen, hatten sich ne Bürgergarde, Turner-Schutzen und das Frei­korps versammelt. Die Bürgergarde und di« Turner gaben mit voranziehender Musik ihn« das Geleite.

Gründung de« Turnerbunde«.

Am 2.-3. April hatte der Hanauer lut* verein einen Turntag einberufen, auf den « Vereine ihre Vertreter hinsandten, »nier den«

keinem rechten Gedeihen, da die kurhessische Poli- zei stets hindernd im Wege stand und den Verern nach einem Turnerballe, der am 29. August 1847 im Saale des englischen Hofes stattfand, auf­löste. Als Grund dafür gab sie an, wegen Nicht- einreichen eines vollständigen Mitgliederverzeich- niffes und weil man in weißen Turnkleidern getanzt, habe man diese Maßregel getroffen. Der Verein vegetierte zwar weiter, aber nicht als solcher, sondern ein Mitglied hatte die Gerate gestellt und lud seine Freunde zur Leibesübung des Abends ein. Erst Anfang März 1848 trat der Turnverein wieder öffentlich auf, denn jetzt war der Bann gebrochen, und die kurhessische Polizei hatte man nicht mehr zu fürchten sie war ja weggejagt worden. Von dem Renthofe hatte man Besitz ergriffen und ohne staatliche Genehmigung auf fremdem Eigentum« einen Turnplatz eingerichtet, der sich damals an der Stelle befand, wo eben die Oberförstereiwohnung steht. Das Exerzierhaus gab eine Turnhalle, und die Geräte kamen in die Ställe. Der Rent- hof gehörte zu der Renterei und Oberförster«; es standen da die Zehntscheuern, wo die Bauern den Zehnten einliefern mußten. Zn bei ober­sten Klaffe der Bürgerschule wurde das Turnen eingeführt, an dem Schreiber dieses Anteil nahm. Der Turner Hach erteilte den Unterricht. Hach war Graveur und stand unter kurhessischem Mi- litäroerhältnis, ging 1849 mit den Hanauer Turnern nach Baden, wo er nach Unterdrückung de» Aufstandes gefangen wurde und später in die Schweiz flüchtete.

Da« Jahr 1848 brachte viele neue Turn« verein« hervor, aber die Vereinsturneret erhielt einen starken Rückschlag durch da» politische Ver­halten der Turner, die nach dem Ausdruck eine« Zeitgenoffen al» dieleichten Trups^n ,einer Arme* erschein« und sich zur Vorbereitung

mit dem Kreisblatt kür die Kreise Marburg und Kirchham

«,» de» Keilage»:Literarischer A°r-iger»,LaudmirtschafUich. Keilage« undIlluftrierte, S-nmt-g.blatt«.

Die Kleinsiedlung soll nicht forciert werden, Entwtck-

dafür, daß keine Beseitigung, sondern eine Aenderung dieser Steuer in Aussicht zu nehmen ist, liegen auf der Hand. In diesem Augenblick«, wo die Einnahmen des Reiches so weit hinter seinem Bedarf an Deckungsmitteln für die ot« deutlichen Ausgaben zurückbleiben, erscheint e» völlig ausgeschloffen, ohne zwingenden Grund auf die Einnahme aus der Fahrkartensteuer zu verzichten. An sich ist auch eine etwas stärker« Belastung des Personenverkehrs durchaus ge­rechtfertigt. Die Betriebsausgaben aller Bahnen sind in den letzten Jahren beträchtlich gestiegen. Während sie z. B. in Preußen noch im Jahre 1906 von den Verkehrseinnahmen 62,67 Prozent aufzehrten, werden sie im laufenden Jahre sich auf etwa 67 Prozent dieser Einnahmen steigern. Ein sehr beträchtlicher Teil dieser Steigerung der Betriebsausgaben steht in ursächlichem Zu­sammenhangs mit der Vermehrung des Per­sonenverkehrs. Da dieser sich auch früher schon nicht voll rentiert hat, ist daher eine mäßige Er­höhung des Fahrpreises die wenigstens eine« Teil der Steigerung der Betriebsausgaben aus- gleicht, wirtschaftlich nicht mehr als gerechtfer­tigt und entspricht auch durchaus den Regeln der Billigkeit. Die Mängel der Fahrkartensteuer bestehen aber bekanntlich darin, daß man au» sozialen Rücksichten die notwendigen Eruiw- regeln kaufmännischer Behandlung der Sache außer Acht gelaffen hat. Die Folge der starken Progression der Fahrkartensteuer nach oben in Verbindung mit der Freilaffung der vierten Klaffe hat nun bekanntlich zu der starken Ab- Wanderung des reisenden Publikums aus de« höheren in die niederen Wagenklaffen geführt, was die Ursache eines starken Ausfalls an Ern- nahmen aus dem Personenverkehr bei allen deutschen Bahnen gewesen ist. Eine Aenderung. der Fahrkattensteuer wird daher vornehmlich das Ziel verfolgen müffen, dem Reiche die Ein­nahmen aus der Fahrkartensteuer zu erhalten, zugleich aber eine Schädigung der Finanzen der Bundesstaaten durch eine ungünstige Ruckwirk. ung der Fahrkartensteuer auf die Einnahmen

I aus dem Personenverkehr zu verhüten. Daß I beide Ziele sehr wohl zusammen erreicht werden I können, zeigt das Beispiel anderer Länder, u. a. I Oesterreichs, wo die Fahrkartensteuer einen sehr I guten Ertrag liefert, ohne die Verkehrseinnah. I men der Eisenbahnen zu schmälern.

I Die Geheimhaltung funkentelegraphrscher Nachrichten. Wie mangelhaft es noch mit der Geheimhaltung funkentelegraphischer Machrrch« ten bestellt ist, hat anläßlich des Königsmorde,

| in Lissabon der auf der Reise nach Rewyork be­findliche Herausgeber des PariserMatin", Herr Lauzanne, überzeugend nachgewiesen. A»

I Bord des Schnelldampfers Lorraine befindlich, I hat er auf der Höhe von Lizard den Nachrichlen- I austausch zwischen englischen Kriegsschiffen unk I bald darauf es war kurz nach 9 Uhr abend«

nach Pariser Zeit den Beginn eines Ge- I spräches, das von der Station auf dem E'ffel« I türm mit dem von Casablanca ankernden 'ran- I zösischen Kriegsschiffe Klöber eingeleitet wurde, I wahrgenommen. Die von dem Kriegsschiff nach I Patts gegebene Antwort lautete dahin, daß zwei

Brief aus Windhuk.

Aus Windhuk wird derDeutschen Kolonial- tzeitung" von Anfang Januar geschrieben:

Das scheidende Jahr gibt Anlaß, Rückschau zu halten und zu fragen: Was hat es uns ge­bracht? Im Vergleilb zu seinen kriegsdurch- tobten Vorgängern ist es ja friedlich verlaufen. Bis auf eine kleine schwarze Wolke, die nach Kalahari wärts ihre Schatten wirft, war der politische Himmel heiter. Das Jahr 1907 war ein Jahr der Genesung für unsere Kolonie, und es ist tatsächlich nicht zuviel gesagt, wenn man behauptet: Dieses Jahr hat den Beweis er­bracht, daß aus unserer Kolonie etwas werden wird. Ein Land, das sich von solch erlittener Unbill so rasch wieder erholt, trägt einen gesun- I Tape Croß zu denken, den Keim in sich und gibt die besten Hoffnungen I uch in Bezug auf die Größe der Farmen zeigt für die Zukunft. Ein ruhiger, steter Geschäfts- I die Regierung den Farmern ein befferes Ent- gang hat dem Hasten und Treiben Platz gemacht. I gegenkommen als früher. Man will je nach der Wenn auch der eine und andere mit Wehmut I Lage der Farm auch über die 5000 Hektar hin- der goldenen Zeit, die gewesen ist, gedenkt/so I ausgehen. Es ist ja auch ganz undenkbar, daß gilt es doch, dankbar zu sein, daß der erwaitere I z. $. ein Farmer in dem regenärmeren Süden Rückschlag nicht so stark eingesetzt hat, wie man I mit solch einem Läppchen Boden etwas anfangen befürchtete. Zeige, was du kannst und was du I könnte.

bist, war die Losung des nahezu verfloffenen j Kurz und gut, wir treiben jetzt im richtigen Jahres, und unser Land mit seiner strebsamen I Fahrwasser in Bezug auf unsere Vesiedlung,- und wettergebräunten Bevölkerung ist den ge- I Politik, stellten Forderungen gerecht geworden. Jeder I ehrlich und nüchtern denkende Mann muß die» I sondern man will hier einer gesunden zugestehen. I lung freien Lauf laffen.

Die Kriegsjahre haben uns doch manches ge- I Daß die Liebig Co. sich auch in lehrt, wozu sonst Jahrzehnte nötig gewesen I Lande niederlassen will, wird freudig wären, und so ist es auch hier wieder wahr ge« I Auch die Minen-Unternehmungen worden, daß jedes Unglück ein verschleierte» I jetzt festere Gestalt an. In Tsumeb wird emsig Glück ist. I gearbeitet. Zum Schmelzen des Kupfers holt

Auch von feiten der Landesverwaltung hat I sich jetzt die Otavi-Minen-Kompagnie ihr- man erkannt, daß die neue Zeit andere Anfor- I tiges Eisenerz längs der Bahnstrecke. Di« derungen stellt; man ist kolonial prattischer ge- I Kupferlager bei Otjizonjati östlich Okahandja worden. Gewiß wird es diesem oder jenem ein- I werden jetzt auch intensiver ausgebeutet. Reben gefleischten Bureaukraten schwer, sich in das Un- I der Tsumeb-Mine scheint uns dieses Unterneh- vermeidliche zu finden, aber das ficht uns nicht I men eine gute Zukunft zu haben. Ruhig und weiter an. I stetig hat man begonnen und setzt jetzt energisch

An der Spitze unserer Verwaltung steht ein I ein. Hoffentlich wird auch die Eorobmine am kerniger Mann, der allem unnötigen Kram von unteren Kuistb jetzt ebenfalls aktiver.

Herzen abhold ist, ein Mann, der unentwegt I Wer die benachbarte Kapkolonie und deren seinem vorgefteckten Ziele nachfolgt. Je mehr I Entwicklungsgeschichte kennt, der muß unum- man die Zügel seiner kundigen Hand überläßt, I wunden bekennen: in Deutsch-Südwestasrika um so beffer. Das böse Dreinregieren und die I brauchen wir uns unserer Entwicklung nicht zu schlimme Bevormundung hat unser« Lande I schämen.

mehr geschadet, -tis man dentt. I Und nun zum Schluß nochmals der unver-

Mit den günstigsten Eindrücken vom Süden I meidliche Simon Copper, dieses Enfant terrible unserer Kolonie ist Herr von Schuckmann kurz I unserer Kolonie. Er hat ja, wie bereits be­vor Weihnachten nach Windhuk zurückgekehrt. I kannt, wieder von sich hören laffen. Mut ist ja Er hat sich nicht immer aus den Verkehrswegen I bekanntlich nicht seine beffere Seite, aber an gehalten, sondern ist auch querfeldein geritten I Verschlagenheit ist er groß. Wenn es wahr ist,

I wahres Volksfest, das da abgehalten wurde und Die Turnvereine in Marburg. I man fajjtc den Beschluß, es alle Jahre zu wreder- Eine Erinnerung von L. Müller. holen. Ein Gedicht, das in Wetzlar gedruckt

I-- du-ch Iah» in d-n 3«u«n SotMtuto W ÄK*

Erniedrigung zum Zwecke der Heranbildung Absatz. Es enthrelt Gruß und Erinnerung, einer wehrhaften Jugend eingefiihrte Turnen I Der Gruß lautete: begann eben volkstümlich zu werden, als Stolze- I bues Ermordung durch den Burschenschafter I Seid willkommen, sew gegrußet,

und Turner Sand im Jahre 1819 der Bewegung I Turner, heut auf Feldbergs Land!

einen plötzlichen Stillstand brachte. Deutsche! Alle ja umschließet

Demagogische Umtriebe unter den Freunden Rur ein einig Freundschaftsband,

des Turnwesens vermutend, ließen die Regier- I Das in seiner Festigkeit

ungen die Turnplätze schließen und stellten die I Reichet bis in Ewigkeit.

Anhänger Jahns, den man selber in einer I

Festung unschädlich machte, unter scharfe Polizei- I Nehmt sie mit, des Festes Weihe;

auffidjt Erst nach dem Regierungsantritte I Pflanzet sie als Laren auf

Friedrich Wilhelm IV., König» von Preußen, Am Altar der Pflicht und Treue,

der den damals noch unter Polizeiaufsicht Zum Schutz für jeden Zeitenlaui,

stehenden Jahn rehabilitierte und am 2. Juni 1 Daß den deutschen Turnergeist

1842 durch Kabinettsordre die Leibesübung zur I Alles Volk der Erde preißt!

Erziehung der männlichen Jugend anerkannte, I

blühte die Turnerei von neuem aus. Sie fand I Zur Ettnnerung sollte dienen:

aber nicht nur im Schulunterricht allgemeinen I t

Eingang sondern wurde auch eine Pslegstätte I E» schlugen die Herzen so mutig und stark

in den Kreisen junger Männer, di« sich zum I Auf Feldbergs luftigen Hohen

Turnen zusammen taten. I E» zittert die Seele, es jitteit ba» Mark,

Als ältester unb erster Turnverein in Kur- I Der Menschen unnennbares Sehnen.

heffsn ist der von Hanau zu betrachten, der da- I

wals mit dem Wiesbadener Turnverein, der I E» kehre alljährlich der Tag uns zurück, schon am 22. Juni 1846 gegründet wurde, Hand I Denn herrlich ist'» droben auf Höhen, in Hand ging und dem eine ganze Anzahl kleiner I Wo ein herrlicher Umblick die Mensche« Städte der Umgegend nachfolgten, so daß bereit» entzückt,

am 8. August 1847 ein durch den Frankfutter I Da wünscht man sich öfter zu sehen. anangiTttTs^ werden tonnte, I Nicht lange nach dem ^°^^,^tud"ten

wo sich Vereine und deputierte aus vielen Orten I gründeten in Marburg eine Anzahl Studenten zusarmnenfanden Frankfurt hatte die Kampf« und Bürgerssöhne ebenfalls einen Turnverein,

richter gestellt, und die von Damen gestifteten Auf der Wiese vom englischen Hofe richtti^man

Preise wurden' von Wen verteilt. Ls war ei« 1 «inen Turnplatz ein, der Verein kam aber zu

»*»» Marburg 43 3alirg.

J& 42

s«'s"u g8pr*e *8 beträgt durch i)ie%oft 2,25 ÄSe Mittwoch 19. Februar 1908..t.r%-

Bestellgeld), bei unfern Zeitungsstellen und der Expedition 2 Mk.

unb hat so manches gesehen, was bem flüchtigen | daß die Kapregierung von der Kalahari her ihm Reisenden entgeht. die Zähne zeigen will, dann dürften die Tage

Viel geredet hat er nicht, aber desto mehr ge- I seines Schelmenlebens gezählt sein. Er wird tejjen I aber von seinem Freund Scotty Smith wohl aus I

Ein dankenswerter Entschluß der Regierung I dem Laufenden gehalten werden. Diese beiden ist die Aufhebung des Befiedlungsparagraphen, I ebenbürtigen Hallunken mußten gemeinsam un- welcher ausdrückte, daß ein jeder, der sich hier schädlich gemacht werden. Von deutscher Sette eine Farm erwirbt, auch darauf wohnen müffe. aus liegen die Operationen gegen Simon Cop- Daß die Farmen nicht als Spekulationsobjette per in den bewährten Händen des Hauptmanns brachliegen dürfen, versteht sich von selbst; aber von Erckert, der mit einer bewunderungswur- es kann doch der Fall (ein, daß der Herr X. in bigen Zähigkeit dem Fuchs w den Bau rückt. Berlin oder sonstwo sein Geld in hiesigen Farm- I Möge das neue Jahr uns mit der Nachricht de- I betrieb stecken will. Sollte er nun seine Villa in glücken: Der letzte Feind unseres Landes ist be- Zehlendorf oder am Rhein mit einem einsamen I fertigt..G- Farmhaus vertauschen müffen, dann würde er I I

sich schönstens dafür bedanken. Die Hauptsache I Ä u<,:x I

für unser Land ist, daß Kapital hineinkommt. LeUlschts jlittly.

Und je mehr deutsches Kapital, um so beffer für I _ Die Offiziersbesoldungsnovelle hat am unsere Nation. Wir haben lange genug unsere I Montag der vorigen Woche dem preußischen

Kühe Fremden zum Melken überlaffen. Man Staatsministerium vorgelegen und ist dort gut

braucht da nur an die Guano-Kompagnie in geheißen worden. In der nächsten Woche wird

1 der Entwurf im Bundesrat beraten werden und

soll dann in den ersten Märztagen, zusammen mit dem Beamtenbesoldungsgesetz, dem Reichs- I tag zugehen. DieMil.-pol. Korrespondenz" teilt folgende Einzelheiten aus der Vorlage mit: Die Neuregelung der Offiziersgehälter erfolgt unter Zugrundelegung der Dienstzeit und stellt eine Verbindung von Dienststellen- und Alters­stufensätzen dar. Für die Subalternoffizrtre wird es zukünftig nur eine Eehaltsklaffe geben. Bisher betrug das Gehalt des Leutnants zwischen 1290 unb 1578 Jt, das Gehalt des Oberleutnants 1890 M jährlich. Nach der Novelle beginnt in I Zukunft der Leutnantsgehalt mit 1500 J*. jähr­lich und steigt unabhängig von der Beförderung zum Oberleutnant, von vier zu vier Jahren um je 300 M bis zu einem Höchstgehalt von 2100 <AL Für die Hauptleute ist ein Grundgehalt von 4000 Jt gegen das bisherige Anfangsgehalt (2. Klaffe) von 3402 J*. vorgesehen. In zwei­maligem Steigen um je 600 »M erreicht der Hauptmann mit acht Juhren Dienstzeit in seiner Charge das Höchstgehalt von 5200 =M (bisher 4602 M der Hauptleute 1. Klaffe). Eine Eryöh- ung der Gehälter für Stabsoffiziere tm Range eines Bataillonskommandeurs soll erst beantragt werden, wenn die gleich hoch besoldeten Zivil­beamten des Reiches ebenfalls aufgebeffert wer­den können. Einschließlich der Löhnungsver- befferungen für Unteroffiziere betragen die vom Kriegsministettum anzufordernden Mehrkosten etwa 11 Millionen Mark. Der Gesetzentwurf sieht den 1. April 1908 als den Termin für die Gehaltsaufbesserung vor. Die nötigen Mittel sollen durch eine Anleihe aufgebracht werden.

Die Fahrkartensteuer. Die bereits wider­rufene Meldung, daß die Fahrkartensteuer gänz­lich abgeschafft werden soll, beruht wahrscheinlich auf einem Mißverständnis betreffs einer Aeußer- ung die der Minister der öffentlichen Arbeiten I in der Sitzung des Abgeordnetenhauses vorn 13. Januar über diese Frage getan hat. Er teilte damals mit, daß eineRevision" bet Fahrkartensteuer erwogen werde. Die Grunde