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Deutscher Reichstag.

; In der 102. Sitzung, die noch schlechter als die vorangegangenen Sitzungen besucht war, wurde die Beratung des Postetats fortgesetzt. Als erster Redner trat der Abgeordnete Lattmann ^(wirtsch. Vgg.) auf und verlangte für die Be­amten größere Bewegungsfreiheit unter voller Aufrechterhaltung der notwendigen Disziplin. Ferner kam er auf die Gehaltserhöhung der Be­amten zu sprechen und stimmte schließlich ver­schiedenen Wünschen zu, die der konservative Fraktionsredner kundgegeben hatte, so der Er­höhung der Assistentengehälter, der Ostmarken» zulage u. a. Schließlich erklärte er sich für die Einführung von 2 Pfundpaketen zu billigem Portosatze. Der Pole Kulerski, der im übrigen ebenfalls für Gehaltsaufbesserungen eintrat, brachte rein gewöhnlich polnische Schmerzen vor und beklagte sich namentlich wegen der angeb­lichen Maßregelung eines Briefträgers, der für einen polnischen Kandidaten gestimmt habe. Nachdem der Abgeordnete Werner (Reformp.) das Recht der Beamten, sich mit ihren Wünschen und Beschwerden auch an Parlamentarier zu wenden, betont hatte, berichtigte Staatssekretär Kraetke die Angaben des polnischen Redners und stellte fest, daß die Pensionierung des erwähnten Briefträgers schon vor den Wahlen beschlossene Sache war, da der Beamte bereits 71 Fahre zählte. Weiter wandte sich der Staatssekretär gegen die Behauptungen, als bedrücke er seine Beamten. Er berücksichtige vielmehr stets be­reitwillig deren erfüllbare Wünsche. ZurKin­dermuhme" lasse er sich allerdings nicht herab- würdigen; man müsse ihm schon ein eigenes Urteil zutrauen. Hieraus betrat der Abgeord­nete Dr. Struve (frs. Vp.) die Tribüne, sprach gegen die Verteuerung des Verkehrs und brachte verschiedene bereits geäußerte postalische Wünsche erneut zum Ausdruck. Der Redner ging sodann auf denFall Schellenberg" ein und bemerkte, daß der Vertrauensarzt einer Behörde, der sich zur Sozialdemokratie bekenne, naturgemäß auch die Folgen davon zu tragen habe, daß aber das Vorgehen der Postverwaltung auf da» schärfste zu mißbilligen sei, worauf Staatssekretär Kraetke erwiderte, daß die Verwaltung, die kei­nesfalls zugeben könne, daß Beamte sozialdemo­kratisch sich betätigen, sich dies auch von Ver­trauensärzten verbitten müsse. Abg. Dr. Eick­hofs (srs. Vp.) trat noch einmal dafür ein daß den Beamten das Recht zustehen müsse, sich mit ihren Beschwerden an Parlamentarier zu wen­den. Auch diesem Redner blieb der Staatssekre­tär des Reichspostamts die Antwort nicht schul­dig, sondern bemerkte, man solle dann doch der­artige Anliegen in der Petitionskommisston und nicht im Plenum vorbringen. Als letzter Red­ner des Tages brachte der konservative Abgeord­nete von Treuenfels ein der konservativen Partei von dem Abg. Kopsch zur Last gelegtes Ver­sprechen betreffend Gehaltserhöhungen für Post­assistenten zur Sprache. Solche Versprechungen mache die Partei nicht; der hieraus bezügliche Brief sei vom Sekretär eines Provinzialvereins aus eigene Faust ohne Auftrag und ohne Vor­wissen der Parteileitung geschrieben worden. Der Redner stimmte sodann dem Staatssekretär in der Behandlung desFalles Schellenberg" durchaus zu. Ein Mann, der einen Kandidaten der Bebelschen Partei wähle, sei nicht würdig, in einem Vertrauensverhältnisse zur Behörde zu stehen. Rach dieser mit großer Entschiedenheit vorgetragenen sehr wirkungsvollen Rede vertagte stch das Haus gegen 4 Uhr auf Montag 1 Uhr. Man hofft, in dieser Sitzung den Postetat zu er­ledigen.

deutsches Reich.

Der Kaiser empfing am Samstag den Staatsseretär des Innern Staatsminister Dr. v. Bethmann-Zollweg zum Vortrag über ver- schieden« Fragen des Automobilwesens, insbe­sondere über die Schwierigkeiten bei den Grenz­abfertigungen auswärtiger Automobile. Ferner besuchte der Kaiser das Katserin-Friedrichs- Haus. Diesmal galt der Besuch einem Vortrage des Berliner Biologen Professor Hertwig und gleichzeitig der seit kurzem im Hause installier­ten, für die deutsch-chinestsche Medizinschule be­stimmten Schanghai-Ausstellung.

Prinz Adalbert wieder gesund. Nachdem Prinz Adalbert von Preußen von seiner Er­krankung wieder genesen ist, begibt er sich auf dem Landwege nach Vigo, um sich dort am Mitt­woch auf dem KreuzerDanzig" einzuschifsen und seinen Dienst als Wachtoffizier wieder an­zutreten.

Bo« Kriegsminister. Wie dieN. E.-C." erfährt, führt Kriegsminister v. Einem während seiner Beurlaubung die Geschäfte seines Ressorts zum große« Teile weiter, indem er stch big nicht

eiligen Sachen nach Aegypten einschicken läßt. Hieraus ergibt sich, wie unbegründet die aufge­stellte Vermutung war, daß der Urlaub des Kriegsministers nur ein Vorläufer seines Ueber- tritts in den Ruhestand sei.

Der preußisch« Minister des Innern von Moltke, der an Influenza erkrankt war und eine Zeit lang das Bett hüten mußte, ist jetzt wieder hergestellt und hat die Geschäfte seines Ressorts in vollem Umfange wieder übernommen.

Die Tätigkeit der Ostmarkenkommisiion der Herrenhauses. Berlin, 15. Febr. Die Ost- markenkommisiion des Herrenhauses nahm de­finitiv in zweiter Lesung mit 14 gegen 11 Stim­men die Ostmarkenvorlage nach ihren Beschlüßen in der ersten Lesung an. Sie entschied sich de­finitiv dahin, an den Beschlüssen des Abgeord­netenhauses folgende Aenderungen vorzuneh­men: § 13 lautet: Dem Staate wird das Recht verliehen, zur Sicherung der gefährdeten Grund­stücke des Deutschtums Grundstücke im Wege der Enteignung zu erwerben. Ferner wird ein § 13a eingeschaltet, nach welchem von der Ent­eignung ausgeschlossen sind: Gebäude und Grundstücke, soweit sie Eigentum von Kirchen, Religionsgemeinschasten und milden Stiftungen sind; ferner Grundstücke, welche zu einem mehr als zehn Jahre bestätigten Familienfideikommiß gehören; ferner Grundstücke, sofern dem Eigen­tümer ein Eigentumsrecht daran seit mehr als zehn Jahren zusteht oder durch Ueberlassungs- vertrag von den Eltern oder dem Ehegatten übertragen war; endlich Grundstücke, welche der Erbe erster und zweiter Ordnung im Sinne der 88 1924 und 1925 B. G. B. kraft Testament oder gesetzlicher Erbfolge erwarb. Ferner wurde eine Resolution angenommen, die Staatsregierung zu ersuchen, baldmöglichst eine organische Re­organisation der Ansiedlungskommtssion für Po­sen und Westpreußen in die Wege zu leiten und hierbei den Einfluß der beteiligten Oberpräst- denten zu verstärken, sowie eine Mitwirkung der Organe der Selbstverwaltung herzustellen. Tritt das Plenum diesen Beschlüssen bei, so muß die Vorlage an das Abgeordnetenhaus zurück­gehen, in dem stch bekanntlich die Parteien auf der Grundlage geeinigt hatten, daß der Regier­ung die Enteignungsbefugnis für 70 000 Hektar ohne örtliche und zeitliche Beschränkung gegeben würde. Die nächste Plenarsttzung des Herren­hauses soll Ende des Monats stattfinden.

Die Aufhebung der Sammellager in Deutsch-Südwest. Berlin, 15. Febr. DieNordd. Allg. Ztg." schreibt:Der nach Deutsch-Südwest­afrika entsandte Spezialkorrespondent desBer­liner Tageblatts" erhebt in Rr. 75 des Tage­blatts vom 1L Febr. gegen das Gouvernement den Vorwurf des Wortbruchs, weil man die Ein- geborenen-Sammellager früher aufgezeben hatte al» die Eingeborenen nach dem Wortlaut der Proklamation vom 1. Dezember 1905 erwarten durften, und weil gegen die Zusage verstoßen sei, daß nach dem 20. Dezember 1905 keine Herero- werften mehr aufgehoben werden sollten. Beide Vorwürfe sind in keiner Weise wahr noch be­gründet. Rach dem Wortlaut der Proklamation war der leitende Gedanke, daß die Sammellager nur der ersten Rot dienen und die Eingeborenen baldmöglichst der regelmäßigen Arbeit zugeführt werden sollten. Dies entsprach auch den Wün­schen de» Reichstags, der eine Herabminderung der Kosten der Sa nmellager anstrebte und dem Arbeiterbedürfnis des Bahnbaues im Norden und Süden der Kolonie. Die Auflösung des Sammellagers Ombura ist auf die mißverständ­liche Auslegung eines Befehle durch die Lokal­behörde zurückzuführen, welcher die Absonderung des zur Arbeit wieder geeigneten Teils der Ge­fangenen, nicht die A-.flöfung des ganzen La­gers vorsah. Die Auflösung der übrigen drei Sammellager wurde in vollem Einvernehmen mit dem Präses der Hereromission verfügt. Was das Aufheben von Hererowerften nach dem 20. Dezember 1905 betrifft, so ist der mit der Mis­sion verabredete Endtermin zweimal verlängert worden, um Nachzüglern Gelegenheit zur Waf- fenstreckung zu geben. Ein Einschreiten war schließlich wegen Viehdiebstählen und Bedroh­ung drr Missionsunterhöndler unumgänglich; Patrouillen wurden jedoch nur in Gegenden ge­schickt, wo die Sammelarbeit von der Mission selbst als beendet bezeichnet worden war.

Zum Prozeß in Rovereto. In einer Zu­schrift an dieInnsbrucker Nachr." nimmt Prof. Edgar Meyer zu dem Prozeß in Rovereto Stel­lung. Er stellt fest, daß der Ausflug der deut­schen Turner nicht von ihm arrangiert und keineswegs al» Provokationszug geplant war.

Den Vorwurf der Feigheit, daß er im Prozeß nicht als Zeuge erschienen sei, weist er damit zurück, daß er aus seine Ladung als Zeuge ge­radezu gedrängt habe. Im übrigen habe er ge­gen Larcher und den Advokaten Dr. Bruguara Ehrenbeleidigungsprozesse eingeleitet.

Bon unserer Hochseeflotte. Madrid, 16. Febr. Aus Vigo wird telegraphisch gemeldet, daß das auf einer Uebungssahrt befindliche Auf­klärungsgeschwader der deutschen Hochseeflotte, bestehend aus den KreuzernPort",Roon", Friedrich Karl", Danzig",Königsberg", Hamburg", .Lübeck" undStettin" heute dort eingetroffen ist.

Zur Affäre Erandiuger. Die liberale Fraktion des bayrischen Landtages wird wegen des letzten Briefes des Erzbischofs von Bamberg an den liberalen Pfarrer Grandinger eine Ver­wahrung an den Erzbischof richten.

Das Ehrengericht gegen den Grafen Wil­helm von Hohenau. Das Ehrengericht, welches gegen den Generalleutnant z. D. Grafen Wil­helm von Hohenau auf Grund der Ergebnisse des Potsdamer militärgerichtlichen Prozesses zu ver­handeln haben wird, ist, wie dieN. G. C." mel­det, jetzt vom Kaiser zusammengesetzt worden, so daß die Spruchsitzung in naher Zeit zu er­warten ist.

Das 25 Psg.-Stück. Die Vorlage über das Fünfundzwanzigpfennigstück ist zusammen mit dem Entwurf einer Novelle zum Münzgesetz (Er­höhung der Silbermünzenkopfquote) dem Bun­desrate zugegangen und ist, wie wir hören, den zuständigen Ausschüssen überwiesen worden. Es ist anzunehmen, daß der Bundesrat auch die Entschließung über die Form der neuen Münz­gattung treffen wird, bevor die Vorlage an das Parlament geht.

Auölüttd.

Zum bevorstehenden Jubiläum des Kai­sers Franz Joseph. Wien, 15. Febr. Die offi­zielleWiener Abendpost" wiederholt den be­kannten Wunsch des Kaisers Franz Joseph, sein Jubiläum nicht durch festliche Veranstaltungen, sondern ausschließlich durch gemeinnützige wohl­tätige Stiftungen zu begehen und fordert die Gesellschaft aus, nicht durch einzelne Gaben und Unternehmungen die Kräfte zu zersplittern, son­dern sie zur Schaf,ung eines großen bleibenden Werkes zu vereinigen. Auch der Ministerrat be­schäftigte sich mit der Angelegenheit und beschloß eine umfassende Fürsorgeaktion für Kinder als Ziel der Bestrebungen zu empfehlen. Der Ar­tikel zählt eine Reihe sozialer und humanitärer Aufgaben dieser Kinderfürsorgeaktion aus und fordert zum Zusammenwirken aller nationalen und sozialen Kräfte unter weitestgehender Mit­wirkung der Bevölkerung auf.

* * Aus Portugal. Lissabon, 15. Febr. Das Kabinett trat heute zum erstenmale im Beisein des Königs zusammen, um laufende Geschäfte zu erledigen. Vorher empfing der König verschie­dene Deputationen, die au» der Provinz hier eingetroffen waren. Die Partei der Natio­nalisten beschloß, alle früheren Abmachungen mit anderen Parteien rückgängig zu machen und an dem Beruhigungswerke der Regierung mit» zuarbeiten. Lissabon, 16. Febr. Das Justiz­ministerium beschäftigte sich mit der Revision aller in der Diktaturperiode erlassenen Verord­nungen. Unter den zahlreichen Deputationen, die vom König empfangen werden, befinden sich solche von Schülern der verschiedenen Hoch- und Fachschulen. Die Regierung beschloß die Ent­sendung von 300 Mann der hiesigen Garnison zur Verstärkung der eingeborenen Truppen in Guinea, um die Unterdrückung der aufständischen Neger zu beschleunigen. An den Gräbern der Königsmörder fand gestern eine Demonstration von vielen Tausend Personen statt, die ohne Zwischenfall verlief.

* * Großbritannien. London, 15. Febr. Auf dem Bankett der Londoner Handelskammer hielt Kriegsminister Haldane eine Rede, in der er sagte, mit genügender Unterstützung vom Lande aus würde die Flotte immer einen ausreichenden Schutz der Küsten des Landes bilden. Aber Eng­land sei nicht mehr lediglich ein Jnselland, da es den Mittelpunkt bilde, von dem das Herzblut des großen Reiches ausströme. Er zweifle nicht, daß die gegenwärtige Politik geeignet sei, sich auf die Dauer zu bewahren.

* * Spanien in Marokko. Sevilla, 16. Febr. Der König hatte mit dem Kriegsminister eine Unterredung betreffend die Vorgänge in Mar» chica. Sie beschlossen, eine halbe Brigade Jäger

nach Marokko abzuschicken, von der das erste Ba­taillon von Algeciras abreisen wird; das zweit« Bataillon wird sich heute in Sevilla einschiffen. Der König wird im Falle der Verschlechterun­der Lage in Marokko nach Madrid zurückkehren. Das Ministerium des Aeußern veröffentlichte eine Note, in der die Gründe dargelegt werden, die zur Besetzung von Marchica den Anlaß ga­ben: Die Nichtachtung des Vertrages von 1894 durch den Maghzen, die Notwendigkeit, die feindlichen Riffftämm- mit allem Nachdruck zu verhindern, innerhalb der Grenzen des spani­schen Territoriums ihre Streitigkeiten zum Aus­trag zu bringen und vor allem die Notwendig­keit, dem Schmuggel an der Küste ein Ende ,« bereiten. Die Note wiederholt, daß die Maß­nahme eine provisorische sei, und daß die spa­nische Regierung sie rückgängig mache, sobald der Maghzen seinen Verpflichtungen nachkomme.

* * Von Malay Hasid. Köln, 15. Febr. Nach einem Telegramm, das derKöm. Ztg." aus Tanger zugegangen ist, hat Mulay Hafio an das diplomatische Korps einen Appell geiandt, dem Blutvergießen bei Casablanca ein Ende zu be­reiten. Er hoffe, daß Frankreich seine Opera- tionen einstellen und sich in die Angelegenheit zwischen dem Volke und Abdul Asis nicht mehr einmischen werde.

* * Eine neue marokkanische Anleihe bei Frankreich. Eine Note derAgence Havas" meldet: Die marokkanische Staatsbank stimmte heute einmütig dem Beschluß zu, daß El Makri der von ihm vorgelegte Vorschuß von 2Milli­onen Franks gewährt werde, der ausschließlich zur Bezahlung des Soldes für die marokkani­schen Garnisonen in den Häfen bestimmt ist. Der Beschluß wurde gefaßt mit Rücksicht aus die In. teressen der Fremden, die unter den etwaigen Unruhen leiden könnten, falls die scherisischen Truppen keine Soldzahlung erhielten. Di« Staatsbank sorgt für die europäischen Inter- essen in Marokko, die sie zu vertreten hat und hält es für ihre Pflicht, jeder Gefahr vorzubeu- gen. Der Beschluß der Bank kann von der fran- zösischen Regierung, welche mit Spanien den Auftrag erhielt, für die Sicherheit der marokka- Nischen Häfen zu sorgen, nur mit Genugtuung begrüßt werden.

Marburg nlld Umgegend.

(Nachdruck aller Originalartikel ist gemäß § 18 de» Urheberrecht» nur mit der deutlichen Quellenangabe Qberhesi. Zig.' gestattet.)

ikattmtg 17. Februar.

)( Universität. Wie wir vor einigen Tagen meldeten, hat Herr Prof. Dr. Weiß einen Ruf an die Universität Heidelberg erhalten. Wir erfahren weiter, daß der Gelehrte sich entschlossen hat, den Ruf anzunehmen. Dem Vernehmen nach ist der Lehrauftrag des a. o. Professors für gerichtliche Medizin an der hiesigen Universität, Kreisarzt für die Kreise Marburg und Kirch­hain, Dr. med. Heinrich Hildebrand, aufSo» ziale Medizin" ausgedehnt worden. Das Lehr- fach der sozialen Medizin war bisher nur in Berlin (Geh. Rat M. Kirchner) und Bonn (Prof. Th. Rumpf) vertreten. Neuerdings ist auch Prof. Dr. Ernst Ziemte in Kiel beauftragt worden, über soziale Medizin zu lesen.

* Bom Flottenverein. Am 28. Februar wird im großen Stadtsaale Graf Bernstorfs überUnsere Flotte, »hre Entwick­lung und Bedeutung" sprechen. Da der Tag sehr passend gewählt ist, darf man aus eine der Bedutung des Redners entsprechende zahlreiche Zuhörerschaft rechnen. Näheres wird noch bekannt gegeben. Der ausführliche steno­graphische Bericht über die Casseler Versamm­lung des Deutschen Flotten-Vereins ist im Druck erschienen und an sämtliche Landesverbände, Hauptausschüsse usw. versandt worden, so daß jede Ortsgruppe je ein Exemplar erhält. Wei­tere Exemplare stehen den Mitgliedern des Ver­eins zur Verfügung und sind durch die Präsidial- Geschäftsstelle gegen Einsendung des Selbstkosten­preises von 30 Psg. zu beziehen.

* Die Hebung deutscher Studentenkunft hat bekanntlich ein Unternehmen des Kgl. Landes­gewerbemuseums in Stuttgart zum Ziele, welches durch eine Preisausschreibung und durch eine damit verbundene große Ausstellung neu« Grundlagen schaffen wird, um Kneipausstat­tungswesen und studentische Dedikationsgegen» stände auf ein höheres künstlerisches Niveau zn heben und Studentenkreise mit den Künstler, kreisen zu gemeinsamer fruchtbringender Tärig» teil zusammenzuführen. Ein über alle deutsche«