is ** x w । N r g g ."-tu um * -- ‘j.Tr -.. - irrmm
Erstes Blatt
t
14
(»ZuOjv^ud verboten.»
» tu
l r
r. t
4
;
i..
i!
Obligatorische Gesellenprüfung.
r Der Ausschuß des deutschen Handwerke- und Gewerbekammertages hat an den Reichstag eine Eingabe gerichtet, in der er um Einführung der obligatorischen Gesellenprüfung bittet. Zu dieser Petition bemerkt die schon mehrfach gekennzeichnete „Deutsche Mittelhands-Korrespondenz": „Die Frage der obligatorischen Eesellenprüf- Mng ist eine Prinzipien- und eine Zweckrnätzig- keitsfrage. Als Prinzipienfrage hängt sie mit der Frage des allgemeinen Befähigungsnachweises zusammen. Sollte die Forderung des deutschen Handwerks- und Eewerbekammertage» fo, wie sie von vielen Seiten beurteilt wird, auf- zufassen sein, daß die obligatorische Gesellenprüfung nur die erste Etappe zur Einführung des allgemeinen Befähigungsnachweises darstellen soll, so würde di« Forderung des Handwerks- kammertages den schwersten Bedenken begegnen. Bevor man daher zu dieser Forderung ernstlich Stellung nehmen kann, müßte man vom deutschen Handwerks- und Gewerbekammertage eine offizielle Erklärung verlangen, wie er sich zur Frage des allgemeinen Befähigungsnachweises stellt, ob er diesen in Köln nur einstweilig hat fallen lassen, und ob er ihn- als erstrebenswertes Ziel immer noch vor Augen schwebt, oder ob er sich für immer von ihm lossagen will. Sodann ist die Forderung des deutschen Handwerks- und Gewerbekammertages eine Zweckmäßizkeitsfrage. Wird die obligatorische Gesellenprüfung zum Nutzen oder zum Schaden des Handwerks dienen? Daß die Gesellenprüfung nur einen beschränkten Wert haben kann, steht ohne weiteres fest. Sie kann sich nur auf bestimmte technisch« Fertigkeiten erstrecken, nicht aber auf die Befähigung zum Geschäftsmann. Sie bietet also keine nennenswerte Garantie für die spätere Tüchtigkeit und das Fortkommen der Geprüften. Andererseits aber ist es nicht ausgeschlosien, daß die Wirkung der oblig„lorischen Gesellenprüfung die sei, daß der Andrang der Lehrlinge zu den -Fabriken noch mehr zunimmt, und der Lehrlingsmangel im Handwerk dadurch noch mehr Verstärkt wird."
Hierzu bemerkt die „Voss. Ztg":
„Eine bestimmte Wirkung dürste die obligatorische Gesellenprüf'>"g allerdings haben, und zwar die, daß die leider vielfach sehr einseitige Ausbildung der Handwerkslehrlinge, über die so häufig geklagt wird, dadurch entschieden ge- besiert würde. Der Handwerksmeister dürste dann nicht mel». i.ie das bisher bedauerlicher-
Deutsches Reich.
— Mitglieder-Bestand des Reichstages. Vom Verzeichnis der Bevollmächtigten zum Bundesrat sowie alphabetischem Verzeichnis der Mitglieder des Reichstages mit angehängter Fraktionsliste ist die 4. Auflage (2. Legislaturperiode, 1. Session 1907/08) erschienen. Danach war am 10. Februar nur das Mandat des verstorbenen Fürsten Knyphausen (1. Hannover) erledigt. Die Fraktionsliste weist 61 Deutsch- Konservative, 25 MitgliÄ»er der Reichspartei, 6 der deutschen Reformpartei, 19 der Wirtschaft!.
Vereinigung, 105 des Zentrums nach, ferner 20 Polen, 54 Rationalltberale, 43 Sozialdemokraten sowie an Mitgliedern der Freisinnigen Vereinigng 14, der deutschen Freisinnigen Volkspartei?. Keiner Fraktion gehören außer dem Präsidenten 14 Abgeordnete an, nämlich 5 Elsässer, 3 Lothringer, 1 Däne, 1 bayrischer Bauernbündler, 1 hessisches Mitglied des Bundes der Landwirte, 1 Liberaler und das frühere Mitglied der nationalliberalen Fraktion Abg. Held. Somit stehen — die Mehrheit würde 199 sein — gegenwärtig dem Zentrum, den Polen und Sozialdemokraten 168 Stimmen von Fraktionsmitgliedern zur Verfügung, zu denen in manchen Fragen noch einige „fraktionslose" Herren kommen würden. Der sog. kleine Block, die Linksliberalen, umfassen 49 Fraktionsmitglieder.
— Eine Revision der Form der Beleidigungsprozesse. Im Justizministerium sollen Erwägungen über Abänderungen der Strafbestimmungen für Beleidigungen schweben, welche ihren Ursprung in den Erscheinungen des Harden-Pro- zesses haben. Rach den jetzt geltenden Strafbestimmungen ist eine Beleidigung nur strafbar, wenn sie eine unwahre Behauptung enthält, welche die Ehre des Beleidigten zu verletzen geeignet ist. Dieser Umstand hat durch die Führung des Wahrheitsbeweises zur Folge, daß vielfach weit zurückliegende Ereignisse an die Oef- fentlichkeit gezogen werden, die jen Kläger zu schädigen geeignet sind, ohne daß der beklagte Beleidiger ein berechtigtes Interesse an der Feststellung solcher Tatsachen hat. Diese Folgen können unter Umständen überhaupt von der Erhebung einer Beleidigungsklage abschrecken, was mit dem Rechtsgefühl keineswegs im Einklang steht. Man plant daher, auch die Behauptungen an sich wahrer Tatsachen, welche geegnet sind, die Ehre eines anderen zu verletzen, unter Strafe zu stellen, sofern der Beleidiger nicht ein eigenes Interesse an der Feststellung jener Tatsachen hatte. Eine derartige Abänderung der Bestimmungen des Strafgesetzbuches würde die Führung des Wahrheitsbeweises ausschließen.
— Zu« Urteil von Rovereto bemerkt die „Rhein.-Westfäl. Zeitung", daß „bie lächerliche Geringfügigkeit der Strafmaße befremdend sei": Man sollte danach annehmen, es hätte sich um verhältnismäßig leichte Ausschreitungen betrunkener Nachtbummler gehandelt. Demgegenüber muß man noch einmal in gedrängtem Abriß jene skandalösen Vorfälle aufrollen. Harmlose deutsche Turner haben seinerzeit ihre Ferienfahrt in jene Gebiete Tirols unternommen, wo noch vereinzelte deutsche Siedelungen ihrer heimischen Sprache und Sitte treu geblieben sind. Auf Wunsch dieser Landsleute, die sich, rings von
weise vielfach der Fall ist, die Lehrlinge sich zu möglichst bald brauchbaren, aber nur einseitig ausgebildeten Arbeitskräften heranziehen, sondern müßte sie in seinem ganzen Fache allseitig unterweisen und ausbilden."
Die „Deutsche Mittelstands-Korrespondenz" segelt bekanntlich in freisinnigem Fahrwasser; in nur zu vielen Fragen erstrebte sie etwa das Gegenteil von den Wünschen der großen Mehrheit des Mittelstandes. Wenn aber die „D. M.-K." im vorliegenden Falle die obligatorische Gesellenprüfung als Prinzipienfrage auffaßt, und diese Prüfung als erste Etappe zu dem — nicht überall mit so her Angst betrachteten — allgemeinen Befähigungsnachweis hinstellen möchte, so mag sie sich nicht unnötige Kopfschmerzen machen. Sicher hat die „Voss. Zt." darin recht, daß die obligatorische Gesellenprüfung nicht nur den zu prüfenden Lehrlingen, sondern auch den Lehrherren dieser Prüflinge bas Gewissen beizeiten schärfen würbe. Wer sich aus seiner Schulzeit ber ersten Versetzungsprüfung erinnert, bei bet es sich nach seinen heutigen Kenntnissen bemessen gewiß nicht um weltbewegende Fragen handelte, wird wißen, wie Lehrer und Lernende schon lange vor der Prüfung wetteifetten, um Halbvergesienrs aufzufrischen, vorhandenes Wißen abzurunden, Lücken auszufüllen und so vollbefriedigende Ergebniße zu erzielen. Warum dieser Wettlauf nicht auch vor Beendigung der Lehrlingszeit einsetzen soll, ist unerfindlich. Daß di« technische Fertigkeit bei der Gesellenprüfung noch lange Zeit im Vordergründe stehen wird, ist selbstverständlich. Unbegreiflich aber wird bleiben, warum die obligatorische Gesellenprüfung einen erhöhten Andrang der Lehrlinge zu den Fabriken zur Folge haben soll. Daß im Handwerksbetriebe eine sorgfältigere Ueberwachung und Ausbildung des Lehrlings garantiert ist, als in Fabriken, wird auch die „Deutsche Mittelstands-Korrespondenz" nicht gut bestreiten können. Dieser Vorzug des Handwerks wird aber durch die obligatorische Gesellenprüfung nur noch erhöht werden können.
mit dem Meisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
Silagen: „Wer-rischer feiger**, „jimdwtrtfchastlich- feilage" m» „Illustrierte« S-m-tag-btatt«.
wäre zerschmettert, die Entscheidung mit einem Male gefallen, wenn statt der zwei Regimenter zwei Divisionen Reiter zur Stelle gewesen wären, in deren immer aufs neue heranstür- menden Wogen die feindliche Armee verschwunden sein würde.
Auch für uns Eardedragoner sollte die Stunde schlagen, wo uns die Trompete zum Angriff rief.
Wir hielten als Bedeckung der Artillerie bei Mars la Tour, allerdings nur ein Regiment, denn das zweite Regiment war zu anderen Zwecken verwandt worden. Von Mars la Tour bis Vionville hin bildete die Artillerie die einzige lange Feuerkette, die unaufhörlich ihre Projektile gegen den jenseits der Büsche von Trouville vordringenden Feind schleudette, der vergebliche Anstrengungen machte, die linke Flanke unserer Aufstellung zu umfaßen. Aber immer neue Massen quollen hinter den uns gegenüberliegenden Höhen hervor, Regiment auf Regiment, Division aus Division, es war das, wie wir später erfuhren, das Armeekorps des Generals Ladmirault, welcher mit 4 Divisionen bie Umfassung unseres linken Flügels ins Werk setzen wollte.
Von Moment zu Moment würbe die Lage gefährd rohenber. Infanterie, welche bet Umfassung entgegentteten konnte, wat nicht meht verfügbar bie Artillerie allein vermochte ben Ansturm bet Divisionen nicht mehr aufzuhalten, schon wurden einige Batterien gezwungen, ihre Stellung auszugeben und weiter rückwätts neue Position zu nehmen — da, im gefahrdrohendsten Augenblick treffen die Spitzen des zehnten Armee-Korps auf dem Kampfplatz ein, am äußersten linken Flügel der General von Echwarz- koppen mit der Infanterie-Brigade Wedell aus den westfälischen Regimentern 16 und 57 bestehend.
Von einem sechs Meilen langen Gewaltmärsche find die braven Truppen erschöpft, von Staub und Schweiß bedeckt, keuchend, mtt wogender Brust, stehen sie da, aber in ihre» Auge»
mando des Generalmajors Grafen Branden- bürg war dem zehnten Armeekorps zugeteilt, das aus hannöverschen, braunschweigischen unh westfälischen Regimentern zusammengesetzt war. Die Infanteriekolonnen, die im Eilmarsch von Ponta Monsson heranmarschierten, konnten erst am Nachmittag in den blutigen Kampf etn- greifen, und dem braven deutschen Armeekorps Unterstützung bringen, das seit dem Morgen sich im Kampfe mtt dem übermütigen Gegner befand. Rur die Kavallette und Artillerie war den Infanterie-Kolonnen vorausgeeilt, und hatte schon ftüher tätigen und ruhmreichen Anteil an dem heldenmütigen Kampfe genommen. Die Batterien hielten auf den gefährlichsten Posten unter dem Feuer des feindlichen Schnellfeuers aus und schleuderten dem anstürmenden Gegner ihre Granaten entgegen, und die Kavallerie verschaffte in mehreren heldenmütigen Attacken der schwer bedrängten Infanterie Luft, daß sie eine Weile aufatmen konnte, um sich dann von neuem in den Kamps zu stürzen und im zähen Ringen den Gegner Schritt vor Schritt zurückzudrängen.
Ich erinnere nur an bie glänzenbe Attacke der Husarenbrigabe Rebern, welche bie braunschweigischen Husaren bis in bas Zentrum bet französischen Stellung führte sodaß der Marschall Bazaine selbst in Gefahr geriet, gefangen genommen zu werden, und nur durch schleunige Flucht sich retten konnte, während seine Stabskavallerie sich den Husaren entgegenwarf.
Ich erinnere an den Todesritt der Brigade Bredow, welche mit goldenen Lettern in die Eeschichtctafel der deutschen Reiterei für ewige Zeiten cingegraben sein wird, ein Ritt, der durch die ganze Aufstellung des Feindes ging, mehrere Regimenter zerschmetterte, die feindlichen Batterien zum Schweigen brachte und den Vormarsch eines ganzen feindlichen Armeekorps vereitelte. Wie betäubt stand der Feind nach dieser Heldentat der deutschen Reiter; stundenlang schwiegen hier seine Batterien, der Feind
Welschen umgeben, nach gelegentlicher Berührung mit Deutschen aus dem Reiche sehnen, um ihr Wesen wieder aufzufrischen, sind unsere Turner nach dem Fersental gezogen. Unsere Touristen wurden in jenen armen Gegenden bisher immer gern gesehen, auch von ben Welschtirolern; benn sie brachten Geld unb bescheidenen Wohlstand ins Haus. Erst als die zügellose Verhetzung der italienischen Jrredenta auf jene österreichischen Gebiete Übergriff, veränderte sich bie Lage. Die jämmerlichen Ausschreitungen in Calliano, Triest usw. zeigten plötzlich er- schreckenb, wie sehr der Boden Oesterreichs dort unterwühlt ist. Rohe Horben, aufgewiegelt und vorzüglich organisiert durch Vertreter italienischer „Bildung", warfen sich plötzlich auf bie wehrlosen deutschen Reisenden. Mit Steinen, Revolvern, anilingefüllten Eiern ging man ihnen zu Leibe. Mehrere ernstliche Verletzungen wurden ihnen beigebracht. Auch die österreichische Polizei, die — spät genug! — zur Hilft herbeieilte, wurde insultiert; hochverräterisch« Drohungen gegen Oesterreich, dessen Untertanen die Exzedenten find, wurden ausgestoßen. Ein wichtiges österreichisches Staatsintereße stand also unverkennbar auf dem Spiel. Doch wi« haben die Hüter der öffentlichen Ordnung im Reiche des Doppeladlers dieser Tatsache Rechnung getragen? Gleichsam zur Verhüllung ihrer unangebrachten Milde haben die drei erkennenden Richter einen einzigen der Landfriedens- brecher zu einem Monat schweren Kerkers verurteilt. Wegen Verleitung zur falschen Zeugenaussage wurde in einem anderen Falle auf vier Wochen einfachen Kerkers erkannt. Die krasse Ehrenbeleidigung zweier Wachtleute, begangen von einem Ingenieur, soll ihre Sühne in — zwei Wochen Arrest finden. Für die blutige Mißhandlung eines Reichsdeutschen, des Professors Meyer, wird gegen den Attentäter eine Ordnungsstrafe von drei Tagen Arrest verhängt! Was nützt uns demgegenüber bie achtungsvolle Behanblung bet Ueberfallenen durch bas Gericht? Wir falb in unserem nationalen Empfin- ben tief verletzt, daß derart grobe Ausschreitungen, begangen auf dem Boden eines verbündeten Staates gegen Bürger des Verbündeten, nicht angemessener befttaft worden sind. Das gibt jenen Befürchtungen Nahrung, die eine fortschreitende Unterdrückung des Deutschtums in Oesterreich zu erkennen glauben. Die Ernte aber wird nicht der österreichische Staat -einheimsen, sondern den Vorteil aus dieser Entwicklung werden jene Elemente ziehen, die seine Zersplitterung und Auflösung bezwecken. Soeben kommt das Telegramm, wonach der Staatsanwalt di« Nichtigkeitsbeschwerde eingereicht haben soll. Man wagt nach dem ganzen bisherigen Verlauf«
leuchtet ungebrochener Mut und der Wunsch, gegen den Feind geführt zu werden.
Ein Eeneralstabsoffizier sprengt Über das Feld dem General von Schwarzkoppen zu. Er überbringt einen Befehl des kommandierenden Generals v. Voigts-Rhetz und weist mit der Hand nach der Anhöhe, auf welcher ein festungsartiges Gehöft — die Farme Ereyere — sich erhebt und neben der die dichten Kolonnen des Gegner» hervorquollen.
Der General legt die Hand an die Mütze zum Zeichen daß et verstanden. Dann erteilte et feine Befehle. Die Batterien der Tivisions- artillerie gehen im Galopp voraus und protzen ab den vordringenden Feind mit Granaten überschüttend, daß er stutzend in seiner Vorwärts- bewegung innehält.
Jetzt wendet sich bet General an bie Bataillone bie Hörnet ertönen, in breit entwickelter Front gehen bie Bataillone unter dem heftigsten Granat- unb Schrapnellfeuer im Sturmschritt zum Angriff vor.
Wir Earbebragoner können biesen Angriff ber braven Regimenter genau verfolgen. Ein erhebenber, prächttger Anblick war es unb bet neben mir haltenbe Lothar sagte zu mir: „In solchen Augenblicken möchte man lieber Jnfan- tettst sein — sieh nur bie braven Kerle."
Unser Rittmeister wenbet sich nach ihm um.
„Warten Sie es nur ab, Oldensloe," „sagte er lächelnb, „wir kommen auch noch dran."
„Wollen es hoffen, Herr Rittmeister," ent- ßegnete Lothar.
Weiter geht bet Sturmschritt bet Bataillone. Plötzlich stutzen sie einen Moment. Doch dann verschwinden bie vorbersten Reihen in einer Seilwanbigen Schlucht, welche sich plötzlich vor ,nen aufgetan hat. Die nächsten Reiben foL gen, bie ganze Brigabe verschwinbet in ccr Schlucht, an bereit gegenseitigem Raube eine frisch herangezogene französische Division steht unb ununteÄrochen tn bie Schlucht hinein« feuert, .(Fortsetzung folgt.)
Die Weiße Frau von Oldensloe.
Original-Roman von O. Elster.
(Fortsetzung.)
Meine finnenbe Seele vernimmt mteber ben Ruf bet Hörner, bas Rasseln bet Trommeln, bas Schmettern bet Trompeten, bas dumpfe Krachen bet Geschütze, bas Prasseln bes Kleingewehrfeuers, bas Hurra ber Stürmenden, das Jubeln bes Sieger», bas Schmerzgestöhn bet Berwun- beten unb ben letzten Seufzer bet Sterbenden.
Ich sehe unb höre bas alles, unb aus bent Nebelbampf bet Erinnerung steigt ein Tag empor, in blutigrotem Glanze strahlend, dessen Name für ewige Zelten leuchtend prangen wird auf der Tafel der Geschichte de» deutschen Volkes:
Mars la Tour!
Fern fei es von mit, den Heldenkampf schildern zu wollen, den an diesem Tage das kleine oeutsch« Heer gegen eine große Uebetmacht kämpfte. Serufenete Federn haben bas vielfach schon getan, unb wer sich nähet für ben Kampf interessiert, mag jene Büchet zur Hand nehmen. Et wirb viel baraus lernen können, unb bie nachdenkliche Frage wirb in seiner Seele aufsteigen, ob bie heutige Zeit mit ihren neuen Sitten, mit ihren kleinen Interessen, mit ihrer stolzen Verachtung ber alten Jbeale im Staube fein wirb, solchen Mut, solche Tobesverachtung, solchen Gehorsam, solche Pflichttreue, solche Opferwilligkeit hervorzubringen.
Diejenigen Männer unb Jünglinge, welche en jenem Tage kämpften, bluteten unb starben, pe waren aus ber „alten“ Schule — wer weiß, Ob bie neue Schule noch solche Ehatattete tzrzieht?
Doch genug bet Betrachtungen. Ich habe es Hier nur mit meinem eigenen kleinen Schicksal DU tun unb biefes nur soll uns hier beschäftigen.
Die Gardedtagonet-Brigade unter dem Kom-
Man abonniert auf bie täglich erscheinende „6bet fjessische Die JnsertionsqebÜhr beträgt für die 7gespaltene Zeile
in Zeitung" bet allen Postämtern uno unfern Zettungsftellen in 3e<wwVPtttU ober beten Raum 15 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. —
J12. 40 ^irchh a sn und Wetter sowie bei unserer Expebitton-Markt 21. . ~ . 1nnQ Druck unb Verlag: Joh. Bug. Koch, Umversitntsbuchb«ckerei >>tlyrg«
LZL'L?-Es-iW!"-?.LNKL2K «mittag. 1<>. Februar 1908. >h°b° ________