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mit dem Kreisblatt für die Kreis- Marburg und Kirchhain

und den KeUageu: ^.jitrrarischrr heftig*«*, ^«»dwtrtfchastlrch, Kellas-« m» »JUuftrirrte« Kauutas-biatt«.

Man abonniert auf die täglich erscheinendeOberhessische 6111z»Die JnsertionSgebühr beträgt für bie TaefpalteBe ßeile

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JfÖ XX AitchhainundWe11et sowie bei unserer Expedition - Markt 21. _ , Druck und «erlag: Iah. «ug. Koch, Unioersetätsbuchdrulkerei w

- Der Bezugspreis beträgt durch die Post L^W Mk. (ohne «VrtitÖÄ, 14. >XCbTU(IT 1908. Inhaber Dr. L.Hitzeroth, Marburg, Markt21. Telephon55.

Bestellgeld), bei unfern ZeitungSstellen und der Expedition 2 M u

Zweites Blatt.

Die Hypothekenbewegimg in Preußen.

Die Statistik der Hypothekenbewegung in Preußen umfaßt jetzt den Zeitraum vom 1. April 1886 bis zum 31. März 1906, also von 20 Jah­ren. In diesem sind in den Städten sowie in den Landgemeinden und Gutsbezirken mit städti­schem Wesen, insbesondere in Fabrikorten und Borortsgemeinden der Großstädte, insgesamt 87 068,06 Millionen M. an Hypotheken und .Grundschulden eingetragen dagegen 18173,33 Millionen M oder 49,0 v H. der Eintragungen gelöscht worden, so daß sich ein Ueberwiegen der .Buchverschuldung um 18 894,73 Millionen <M. «gibt. In den Gemeinden mit rein ländlichem Charakter beliefen sich die Eintragungen auf zu­sammen 15 922,65 Millionen und die Eintra­gungen auf zusammen 15 922,65 Millionen J*. und die Löschungen auf 10 254,65 Millionen -st »der 64,4 v. H. der Eintragungen, mithin die Mehrverschuldung auf 5 668,00 Millionen «M.

Im Berichtsjahre, d. h. in der Zeit vom 1. April 1905 bis zum 31. März 1906, ist sowohl in den städtischen wie in den ländlichen Bezirken der Johresüberschuß der Eintragungen über die Löschungen sehr stark gestiegen, und zwar gegen das Vorjahr in ersteren um 208,70 Millionen VW, d. L um 13,6 v. H., in letzteren um 63,72 Mil­lionen -st, d. t um 15,6 v. H.; insbesondere war 1905 die Mehrbelastung in den Städten um über vier Fünftel, auf dem Lande um rund zwei Drit­tel höher als im Jahresdurchschnitte 18861905. In Stadt wie Land bilden die buchmäßigen Mehreintragungen des Berichtsjahres den höch­sten Jahreszuwachs an Hypotheken und Erund- fchnlden fett dem Bestehen der Statistik. Natur­gemäß ist der Umfang der Hypothekenbewegunz, insbesondere der Ueberschuß der Eintragungen, in den ländlichen Bezirken viel geringer, als in den städtischen, weil auf dem platten Lande nicht in dem Maße wie in den Städten durch Bebau­ung, Anlage von industriellen Unternehmungen usw. neue beleihungsfähige Werte entstehen und Überhaupt der ländliche Bodenwert nicht s» er­heblich wie der städtische zu steigen pflegt.

Nach der tabellarischen Uebersicht über den Stand der Hypothekenbewegung im Jahre 1905, den dieStatistische Korrefpondenz" veröffent­licht, weist der Regierungsbezirk Potsdam mit den großen Berliner Vororten irn Stadtgebiete bei weitem die bedeutendste Mehrverschuldung auf; sie ist dort gegen das Vorjahr um 62,01 Millionen -st emporgegangen. Es folgen mit einem Abstand von etwa 185 Millionen -st Ber­lin, wo in den 1890er Jahren die jährliche Zu­wachsziffer höher war als in allen anderen Lan­desteilen, hierauf das städtische Gebiet der Re­gierungsbezirke Düsseldorf, Arnsberg und Wies­

(Nachdruck verboten.)

Die Bleichsucht der laueren Töchter.

Von Frau Dr. med. M. Kossak.

Seit langen, langen Zeiten ist viel über die Bleichsucht unserer jungen Mädchen gesprochen worden, und mit dem Konservativismus, welcher die Menschheit auszeichnet spricht man noch heute darüber, genau in derselben Weise, wie früher. Es ist eben eine unbestreitbare Wahr­heit, daß die Leute, wenn sie sich über irgend einen Zustand auslaffen, nie den bestehenden, sondern den verflosienen meinen. Sie Überneh­men die früher gehörten Urteile, ohne sie zu prüfen und ohne zu merken, daß sie längst nicht mehr zutreffen. Neulich hörte ich in einer Ge­sellschaft über den modernen Villenstil reden und vernahm zu meinem großen Erstaunen, daß derselbe sich durch kasernenmäßige Regelmäßig­keit auszeichnen soll. Ich bin überzeugt, daß die­ser Villenstil längst der Vergangenheit angehört haben wird, ehe das Publikum im Durchschnitt herausgefunden hat, daß er alles eher, als sym­metrisch ist.

Genau so verhält sichs auch mit der Bleich­sucht unserer höheren Töchter. Man rufe sich nur s>ie charakteristische weißlich-gelbe Gesichtsfarbe, die blutlosen Lippen und die glanzlosen müden Augen all diese Erscheinungen, die im Alter zwischen vierzehn und achtzehn Jahren beim weiblichen Geschlecht ehedem zur Tagesordnung gehörten ins Gedächtnis zurück und vergleiche damit das Aussehen der Mädchen von heute, Und man wird mir recht geben. Die Gesichter der weiblichen Jugend sind mit verhältnismäßig geringen Ausnahmen bedeutend blühender und rosiger als früher. Es liegt dies eben daran, daß mae mit dem alten Verweichlichungssystem

baden; in den übrigen Bezirken blieben die städ­tischen Mehreintragungen unter 100 Millionen -st. Auf dem Lande zeigt sich der größte Jahtes- überfchuß nicht mehr wie noch 1904 mit 86,07 Millionen -st im Regierungsbezirk Schleswig, sondern tut Bezirke Düsseldorf, der im Vorjahre mit 34,00 Millionen -st an zweiter Stelle stand; der Bezirk Potsdam nahm im Berichtsjahre be­reits den dritten (im Vorjahre mit 17,14 Mill, -st den siebenten) Platz ein.

Die städtische Mehrverschuldung ist in der Regel, und zwar zumeist um ein vielfaches, höher als die ländliche; letztere überwiegt in sechs Regierungsbezirken Gumbinnen, Ma­rienwerder, Köslin, Liegnitz, Osnabrück und Trier, ttn Bezirke Gumbinnen sogar mehrfach.

Marburx und Umgegend.

(Nachdruck aller Originalartikel ist gemäß } 18 de» Urheberrecht» nur mit der deutlichen Quellenangabe

Oberhefs. Ztg.« gestattet.)

13. Februar.

* Anmeldung neu« Fernsprechanschlüsse. Wir machen die Lefer unseres Blattes darauf auf­merksam, daß Fernsprvchanschlüsie, beten Her­stellung in der Zeit vom 1. April (Beginn des ersten Bauabschnitts) bis Ende Juli gewünscht wird, spätestens bi» zum 1. März bei der Fernsprech-Vermittlungsanstalt angemeldet sein muffen, an die die Sprechstelle angeschlosien werden soll.

* Oesfentlich« Vortrag. Montag, den 17. Februar, abend» %9 Uhr, veranstaltet der Naturheilverein im Saale des Restaurants Briel einen Vortrag Über das Thema:Auf­gaben und Ziele der Naturheilbewegung und ihre Bedeutung für die Volkskraft". Redner ist Herr P. Schirrmeister-Berlin. Nach dem Vor­trage eventuell freie Aussprache.

* Stadttheater. Fräulein Clara Albrecht, die auf nächstes Jahr an unsere Bühne ver­pflichtet ist, hat in FuldasZwillingsschwester" am Dienstag in Gießen außerordentlichen Er­folg gehabt. Man darf daher dem Auftreten der liebenswürdigen Künstlerin heute Abend mit dem größten Interesse entgegensehen.

* Ein Hessenfest in Amerika. DerHessen- Darmstädter Zeitung" in Newyork entnehmen wi: folgende Schilderung:Allgem. Hessischer Volksfest-Verein von Hudson County, N. I. Ihren alten Ruf, daß sie ein gar fröhliches Völk­chen seien, haben die Hessen am letzten Montag auf ihrem Fornilienkränzchcn, welches in Mar­tin Schindlers Halle, 371 Zentral Avenue, Jersey City Heights, N. I., stattfand, aufs Beste be­währt, und die vielen Besucher, welche die prachtvoll dekorierte Halle bis auf das letzte Plätzchen füllten, amüsierten sich vortrefflich. Die Hudson County Hessen sind selbstverständlich ob des glänzenden Erfolges ihres Kränzchens hoch erfreut. Nachdem die Festlichkeit programm­gemäß durch eine Ouvertüre der Kreutzschen Mu­sikkapelle eröffnet worden war hielt Ehrenpräsi­dent Dr. Konrad Pfannenschmid (ein echtes

gebrochen hat. Einst saßen die Mädchen fort­während im Zimmer und hüteten sich ängstlich vor jedem rauhen Lüftchen, heute treiben sie allerhand Sport, laufen bei jedem Wind und Wetter draußen umher, schlafen vielfach bei offenem Fenster usw. Außerdem essen sie sich auch unbefangen satt, was früher nicht für fein galt Dessenungeachtet es läßt sich nicht leug­nen sind sie auch heute noch bleichsüchtig, nut ist ihre Bleichsucht gänzlich anderer Natur, als ehedem, sie macht sich äußerlich in völlig ver­schiedener Art geltend und hat, kurz gesagt, die Form der Nervosität angenommen. Vielleicht ist der heutige Zustand der Dinge noch schlimmer, als der einstige, denn die Bleichsucht ohne Kom­plikationen wurden die Mädchen in der Regel bei zunehmendem Alter, meist nach der Verhei- heiratung los, die jetzige vermittelte aber ver­bleibt ihnen meist als Mitgift fürs ganze Le­ben, ja, sie nimm1 eigentlich immer noch zu.

Woher kommt das?

Die Ursache ist die unruhige Lebensweise, welche die Mädchen führen. Während der Win­tersaison besuchen sie Abend für Abend Gescll- schastey, Bälle, Konzerte, Theatervorstellungen und dergleichen mehr, am Tage machen sie so und so viele Visiten, hören Vorträge und neh­men Unterricht in allen erdenklichen Dingen, dazu kommt dann noch die an sich ja sehr ge­sunde Beschäftigung mit dem verschiedentlichsten Sport, die immerhin aber noch dazu beiträgt, ihnen jedes körperliche und geistige Ausruhen unmöglich zu machen. Das Dasein eines moder­nen jungen Mädchens gleicht einer wahren Hetz­jagd, geteilt zwischen Vergnügen und Arbeit. Das heißt, es fällt schwer zwischen beiden zu unterscheiden, denn diese sogenanntengesell­schaftlichen Pflichten" sind ja schließlich auch

Marburger Kind) die Begrüßungsrüie. Aus der reichen Fülle des ansprechenden Programms sind in erster Linie die Solo-Vorträge von Frau Dr. Wolfsttrn-Offermann (Sopran) und Fräu­lein Annie Sievers (Alto) zu erwähnen. Beiden Damen wurde ob ihres trefflichen Gesanges der wohlverdiente Beifall aller Anwesenden zu Teil. Auch die schönen Liedervotträge eine» Doppel- Quartett» de» Jersey City Liederkranz" und die Mufikvorttäge desApollo Streichquartetts" gefielen sehr gut und wurden kräftig applau­diert. Präsident Karl Rodenhausen, der lebens­lustige Hessen-Darmstädter (aus König t. O ), Überreichte im Laufe des Abends dem Ehrenmit­glied Ex-Mayor Adolf Lankering von Hoboken das Ehren-Diplom, welches Mitglied Peter Hoff­man in recht sinniger Weise hergestellt hatte. Dasselbe trägt die hessischen Farben, die Wid­mung des Verein», das Bild des Ehren-Mit- gliedes und eine Ansicht des Städtchens Ridda in Hessen-Darmstadt, in welchem der bewährte Kriegsveteran von 1870/71 von einet schweren Krankheit, die er sich infolge der großen Stra­pazen im Kriege zuzog, Genesung durch liebe­volle Pflege fand. Sichtlich ergriffen nahm Herr Lankering das Diplom mit dem Versprechen entgegen, auch fernerhin den Verein, soviel es in seinen Kräften stehe, fördern zu helfen. Das weitere Ehtenmttglied, Ex-Mayor Edw. Hoos von Jersey City, erfreute die Anwesenden durch eine kernige Ansprache. Die Pausen wurden durch Vorträge des Komikers Gleich ausgefüllt. Rach Beendigung des Programms fand eine Verloofung von wertvollen Geschenken zu Gun­sten der Kasse des Vereins statt und hierauf trat der Tanz in feine Rechte. Von befreunde­ten Gesellschaften waren gut vertreten: Die Hudson County Settion, die Five Corner Schützen-Komp., bet Jersey City Liederkranz u. A Das Arangements-Komittee für bie so präch­tig verlaufene Festlichkeit beftanb aus folgenben Herren: Ehrenpräsident Dr. Konrad Pfannen­schmid, Vorsitzender; Präsident Karl Rodenhau- sen ex officio; Christ. (Sudes, Sekretär; Georg Schwind, Schatzmeister; Henry Spatz, Gustav Teschner und Georg Ritsert."

Hchm-Nassau und '^achöarlMcte.

8. Betzigerode, 12. gebt. Verhaftet wurde hier ein auf der Durchreise befindender Schwei­zer, der tags zuvor von seinen Kollegen auf dem Gute Sr. Durchlaucht des Prinzen Ph. v. Hanau in Oberurf beherbergt wurde. Aus Dankbarkeit für die erwiesene Gastfreundschaft bekleidete er sich vollständig mit den neuen Kleidungsstücken der betreffenden Schweizer.

§ Gieße«, 12. Februar. Bei dem am 11. unb 12. b. M. ftattgefunbenen Markte waren 1384 Stück Rindvieh und 180 Stück Schweine aufgetrieben. Der nächste Markt findet am 25. und 26. d. M. statt.

Marsberg, 11. Febr. Das Herrn General- direktor Lob gehörige Schloß Wildenberg bei Brunskappel ist bis auf die Mauern niederge­brannt. Der Schaden ist sehr groß, aber durch Versicherung gedeckt.

Arbeit, und die Unterrichtskurse, bei denen man ihnen die heterogensten Dinge, mundgerecht gemacht übermittelt, sie ihnen gleichsam auf dem Präsentierteller entgegenträgt, können ebenso­gut als gesellige Unterhaltung, wie als etwas anderes bezeichnet werden. Ernstes, zielbewußtes Arbeiten erheischen sie jedenfalls nicht. Die jungen Wesen hören von Dingen von denen sie bisher keine Ahnung gehabt und da der Nürn­berger Trichter leider immer noch nicht erfun­den ist, so nehmen sie von dem halb oder gar nicht verstandenen Wissensmaterial eigentlich nur fertige Urteile auf, um damit in der Ge­sellschaft glänzen zu können. Wenn man ein junges Mädchen manchmal bezüglich eines wis­senschaftlichen Gegenstandes, der ihm ganz fern liegt, einen von tiefster Gelehrsamkeit zeugenden Ausspruch machen hört und es dann veranlaßt, sich weiter über die Sache zu äußern, so ist man meist erstaunt übet bie geradezu phänomenale Abwesenheit der elementarsten Kenntnisse, die sich unter all der scheinbaren Weisheit birgt. Es ist der Dilettantismus in seiner schönsten Blüte, gepaart mit völliger Interesselosigkeit auf wis­senschaftlichem Gebiet. Ein Mensch kann sich ja doch auch nicht für buchstäblich alles interessieren. Unsere jungen Mädchen aber sollen alles verste­hen, und darum läßt man sie an allem naschen. Gar zu viel Naschwerk verdirbt jedoch bekanntlich den Magen. Die Beschäf­tigung mit tausenderlei Dingen führt notwendigerweife zur geistigen Zer­fahrenheit und Nervosität die sich dann wieder durch Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, allgemeine Mattigkeit, Schwere in den Gliedern und reiz­bare, melancholische Stimmung bemerkbar macht und weiterhin auch durch Appetitmangel. Jeder ättere Mensch erfährt e» ja an sich selbst, datz

BrnUt/'cjtcs.

Kaiser Wilhelm als Entdecker. Dielägt. Rundschau" schreibt: Heinrich v. Kleist ist zu seinem DramaPrinz Friedrich von Homburg durch ein Gemälde von Karl KreischmatDer Große Kurfürst und Prinz Friedrich von Hom­burg nach der Schlacht bei Fehrbellin" angeregt worden das sich 1800 auf der Berliner Kunst­ausstellung befand. Obwohl Friedrich Wil-

ihn nicht« so sehr angreift, als wenn er nicht bei einet Tätigkeit bleiben kann, sondern gezwungen ist seine Gedanken beständig anderen Dingen zuzuwenden, um wie viel mehr muß das der Fall fein im jugendlichen Alter, wenn bet ganze Organismus erst in bet Entwicklung begriffen ist. Es gehört ober zu den unbestrittenen Er­fahrungen, daß alle Störungen bes Wohlbefin­dens Anämie zur Folge haben. Keinem bet Körperteile werden die für feine Verrichtungen notwendigen Lebensstoffe in der entsprechenden Zusammensetzung und Menge zugeführt, und da­her können auch Magen und Darm nicht in ge­wünschter Weise der Verdauung obliegen, und bas Herz vermag den Blutumtrieb nicht mit bet nötigen Kraft unb Ausbauer zu besorgen. Es tritt dann eine Verringerung bet Blutmenge überhaupt ober bet wichtigsten Teile bes Blutes ein Im normalen Zustand ist das Verhältnis bet toten Blutkörperchen zu den weißen ungefähr 340 :1, bei der Bleichsucht jedoch finden sich die letzteren weit zahlreicher vor. Die roten Blut­körperchen aber find die Träger des Sauerstoffes, dieses für den ungestörten Ablauf aller Funk- tionen im Körper so überaus wichtigen Ele­ments. Bei jungen Mädchen im Entwickelungs. alter ist indessen fast durchgehend ohnehin schon nicht nur bie Zahl der roten Blutkörperchen, sondern auch ihr Gehalt an Farbstoff vermin- bert. Auch daß sich bei Anämie die Eiweiß­stosse im Blut vermindern, darf nicht vergesse» werden.

Es wird soviel darüber geredet, baß «e Kräfte bes weiblichen Geschlechtes dem akademi­schen Studium, überhaupt der Berufsbildung nicht gewachsen sind, wer bie Welt aber mit nicht von Vorurteilen getrübtem Auge ansiehh bet wirb finben, baß getobt Studentinnen

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X 3»« zweihunde rijährigen Geburtstage bes Stift«» bet Cothenius-Medaille. Der kai­serliche Pfalzgraf Christian Andreas von Eothe- nius, Leibarzt König Friedrichs des Großen und Generalstabsmebikus der preußischen Armee, geboten am 14. Febr. 1708 zu Anklam, seit 1770 Direktor der Ephemeriden der Kaiserlichen Le- opoldinisch-Carolinischen Deutschen Akademie bet Naturforscher zu Halle a. S., vermachte bet Aka­demie bie Summe von 1000 Talern mit bet Be­dingung, von den Zinsen dieses Kapitals alle zwei Jahre eine goldene, mit dem Bildnisse des Preisstifters gezierte, 60 Taler Wert habende Denkmünze der besten Beantwortung einer vom Präsidium bet Akademie aufgeworfenen Preis­frage in der praktischen Medizin zuzuerkennen. Die goldene Cothenius-Medaille erhielt u. a. Professor Dr. Haeckel in Jena (1864). Nach Reform bet Akademie-Statuten stellte das Prä­sidium jeder der neun gebildeten Fachsektionen je eine goldene Cotheniusmedaille zur Verfüg­ung. Die goldene Cotheniusmedaille haben u. a. erhalten: Der Zoologe Professor Dr. August Weismann in Freiburg i. Br. (1876), Chemiker Prof. Dr. August Michaelis in Rostock (1880), Zoologie-Professor Dr. Franz Eilhard Schulze in Berlin (1883), Dr. Ludwig Lindenschmidt, Di­rektor bes römisch-germanischen Zentral-Muse- ums in Mainz (1885), Physiker Profi Dr. Julius Hann in Wien (1888), Chemieprofesso: Dr. Otto Wallach in Göttingen (1889), Prof. Dr. Karl von ben Steinen, früher Extraordinarius an der Berliner Universität unb Abteilungsdirektor am Museum für Völkerkunde (1894), Physiker Prof. Dr. Georg Quincke in Heidelberg (18h7) Che- mieprofessor Dr. G-nil Fischer in Berlin (1898), Mineraloge Prof. Dr. Ferdinand Zirkel in Leip­zig (1899), Prof. Dr. Rudolf Virchow in Berlin zu feinem achtzigsten Geburtstage (1903), Profi Dr. Alex. Supan in Gotha (1904), Pros. Dr. Ernst von Leyden in Berlin (1905), Mathema­tiker Prof. Dr. David Hilbert in Göttingen (1906), der Direktor a. D. der deutschen See- roarte, Exzellenz Prof. Dr. Georg von Neumayer in Neustadt a. b. H., anläßlich feines 80. Ge­burtstages (1906), und der verstorbene Direktor des Meteorologischen Instituts in Berlin Prof. Dr. Wilhelm von Bezold (1907).

X Professur für Kolonialrecht. Wie wir hären ist der Wirkliche Admiralitätsrat und Vortragende Rat im Reichsmarineamt, Prof. Dr. jur. et phil. Otto Korner als außerordentlicher Professor für Kolonialrecht an bet Berliner Universität in Aussicht genommen.