Die Jnsertions oder deren Raum
43. Jahrg.
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meines Va-
Ach, das ist
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kriegt..."
„Der Herr Förster schoß noch, verwundet war," sagte Peter, „und dein mausetot geschossen."
Meine Mutter schauderte. In
Zu« Königsmord in Liffaborr.
Die Berfassungskämpse in Portugal haben «ine furchtbare Entwicklung genommen. Gestern ^Sonntag) morgen ging uns folgendes Tele- igramm des Wolffschen Bureaus zu, das wir so- ßort durch Extrablatt bekannt gaben:
. Berlin, 2. Febr., 6 Uhr morgens. Aus Lissabon rvÄid gemeldet: König Carlos und der Thronfolger wurden nach Rückkehr aus Villa- vicosa von einer Gruppe Bewaffneter erschaffen. Der Jnsant Manuel wurde leicht verwundet. Die Königin blieb unverletzt.
Lissabon, L Febr. Nach 5 Uhr nachmittags traf der König mit seiner Familie aus Villa- vicosa hier ein. In dem Augenblicke, wo der offene Wagen aus der Praca do Commercio in die Arsenalstraße einbog, schoß eine Anzahl mit Karabienern bewaffneter Leute auf den Äönig und den Kronprinzen, die sterbend in das Marinearsenal geschafft wurden, wo ste bald verschieden. Die Polizei tötete aus dem Platze drei der Königsmörder, deren Leichname nach dem Ralhause geschafft wurden. Das Königspaar, der Thronfolger und Jnfant Manuel waren in demselben Wagen. Als die Schüße fielen, erhob sich die Königin, um den Kronprinzen zu decken. Der König und der Kronprinz wurden von drei Schüssen getroffen. Jnfant Manuel wurde leicht verwundet. Die Königin blieb unverletzt. Die Leichen des Königs und des Kronprinzen wurden in zwei geschloffenen Landauern um 9 Uhr abends in das Palais Neceffidades geschafft, von Munizipalkavüllerie eskortiert.
Lissabon, 2. Febr. Hebet das Attentat auf die königliche Familie wird weiter gemeldet: Der König erhielt drei Kugeln, die eine in den Racken, die zweite in die Schulter und die dritte in den hals. Letztere durchschlug die Schlagader und führte den Tod herbei. Der Kronprinz erhielt ebenfalls drei Kugeln in Kopf und Brust. Der Jnfant Manuel wurde am Kinn und am Arme verletzt. Als man mit dem König in dem Marinearsenal eintraf, war er bereits tot. Der Kronprinz lebte zwar noch, verschied aber als- tald. Die Königin und der Jnfant begaben sich um 7 Uhr ins Schloß zurück. Der Platz vor dem Marinearsenal, das Rathaus und die Bank von Portugal sind militärisch besetzt. Der Ordonanzoffizier des Königs, Graf Francisco Bigu- eira, der zu Fuß neben dem Wagen herging, tötete durch einen Schuß einen der Königsmörder, ein Polizeibeamter einen anderen in der Nähe de Rathauses. Ihre Persönlichkeiten sind noch nicht festgestellt Man glaubt, daß der eine ein Franzose, der andere ein Spanier ist. Die Mörder bedienten sich 44kalibriger Karabiner mit Nepetiervorrichtung für fünf Schüffe.
Zu obigen, heute morgen durch Extrablatt veröffentlichten Meldungen gingen noch folgende weitere bei uns ein:
Berlin, 2. Febr. Anläßlich des Todes des Königs von Portugal wurde eine Hoftrauer von drei Wochen angeordnet. Der für Mittwoch angesetzte Hofball fällt aus.
Madrid, 2. Febr. Heute fand ein außerordentlicher Ministerrat statt. Nach Schluß desselben begab sich der Ministerpräsident zum König nach Sevilla.
Paris, 2. Febr. Aus Madrid wird gemeldet, daß die spanische Regierung im Hinblick auf eine allerdings unwahrscheinlich angesehene revolutionäre Bewegung in Portugal an der Grenze große Sicherheitsvorkehrungen getroffen habe.
Paris, 2. Febr. Auf der hiesigen portugiefi- sischen Gesandtschaft wurde einem Berichterstatter erklärt, man sei überzeugt, daß die Attentäter die Absicht gehabt hätten, auch die Königin und den Prinzen Manuel zu ermorden, um die dadurch entstandene Bestürzung und Verwirrung zur Proklamation der Republik zu benutzen.
Paris, 2. Febr. Das Ministerium des Aeu- ßern erhielt folgende Depesche vom heutigen Tage: Minister Franco hatte gestern den König Dekrete unterzeichnen lassen, durch welche neue Strafbestimmungen angeordnet werden und die Exekuxivgewalt mit der Anwendung derselben betraut wird. Diese Maßnahmen seien es vielleicht, welche die Revolutionäre zum äußersten gereizt und zur Ausführung des Attentats veranlaßt haben.
Paris, 2. Febr. Der „Temps" meint in einem Artikel über das Attentat, daß die nächsten Wahlen, falls nicht irgend ein Handstreich erfolge, eine unzweideutige Kundgebung der dynastischen Gesinnung des portugiesischen Volkes bilden werde.
Patts, 2. Febr. Der Herzog von Chartres, der Obeirn der Königin Amalie, ist sofort nach dem Eintreffen der Attentatckkachricht von seinem Schloß St. Firmin nach Paris abgereist, wo im Laufe des Nachmittags ein Familienrat abgehalten wird.
Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, UmvcrsitätSbuchdruckerei Inhaber Dr. E.Hctzeroth, Marburg, Markt21. — Telephon55.
Marburg
Dienstag. 4. Februar 1908.
m* »en Kellngen: .Mernrifcher Anzeiger«, »z<m»«irtschnftliche Keiln-e« nnd „Illnstrierte. K-mU-s-bl-tt«
gebühr beträgt füt die 7, 15 Pfennig, füt Reklamen
Diskussion über den Nachtragsetat für 1907 (Aufwendungen für Graf Zeppelinfche Luftschiff« fahrtsversuche und eine Bahnstrecke in den Reichslanden) eingetretenund nachdem der Abg. Vogt-Hall (wittsch. Vg.) sehr lebhaft die For» derung befürwortet und Abg. Hng (Zentr.) eine Zeppelinfche Auffahrt geschildert hatte, die Vor. läge in zweiter Lesung angenommen Es wurde dann die Beratung des Reichseiftnvahnetats fortgesetzt. Die Debatte bewegte sich im allgemeinen um Wünsche und Beschwerden lokaler Natur. Einige Redner wünschten die Herstellung einer Reichseisenbahngemeinschaft, so Wetzel (natl.) und Neumann-Hofer (frs. Vgg.). Heftige Vorwürfe gegen die Eisenbahnverwaltung richtete Abg. Carstens (frs. Vp.), der namentlich unter dem warnenden Rufe „caveant cons.lles", den Satz aufstellte, die Eisenbahn bezahle ihre Arbeiter und Beamten miserabel, darum fehle es ihr an ePrsonal. Dem widersprach der Präsident des Reichseisenbahnamts Dr. Schulz, noch weit entschiedener aber der Abgeordnete Ro- galla von Bibersteiu (d. kons.), der unter lebhaftem Beifall feststellte, daß die Verhältnis andere seien als sie Carstens geschildert habe. Heber Arbeiterfragen verbreiteten sich dann noch die Sozialdemokrateil Stolle, Hur und Ulrich auf der einen, Quarck (natl.), Enders (frs. Vp.) auf der anderen Seite, dann wurde die Dis- kussion geschloffen und der Etat genehmigt. Es folgte hierauf die diskussionslose Erledigung einer Reihe von Petitionen; dann wurde um 3 Uhr die Sitzung geschloffen. Nächste Sitzung Montag 2 Uhr nachmittags: Militäretat.
g <Nachdruck oeräote«.)
Die weiße Frau von Oldensloe.
Original-Roman von O. E l st e r.
(Fortsetzung.)
„Junge," sagte ste mit bebender Stimme, _roet hat Dir von der weißen Frau erzählt?"
„Der alte Peter."
,Er sollte etwas befferes tun," murmelte meine Mutter, sich scheu umsehend, als fürchtete sie einen Lauscher. „Sprich Du aber niemals von der weißen Frau," fuhr sie flüsternd fort, „mit keinem Menschen und namentlich nicht mit dem Vater, wenn Du nicht willst, daß ein großes Unglück über uns alle kommt."
Ich fühlte, wie meine Mutter zitterte und ich gitterte mit ihr, denn ich glaubte an die gespenstische Macht der weißen Frau, um Uebles zufügen zu können. Ich befolgte auch den Befehl meiner Mutter aus cll>ergläubifcher Furcht, wenn mich auch die Neugier quälte, mehr von der weißen Frau zu hören.
Doch andere Ereigniffe traten ein und ich vergaß das Märchen «von der weißen Frau, an das ich mich erst lange Jahre nachher erinnerte.
Es war ein stürmischer Winterabend. Der Wald war tief verschneit und die Bäume beugten sich tief unter der Last des Schnees. Wenn ein Windstoß durch den Wald fauste, dann krachte und splitterte es an allen Enden, fünfzigjährige Tannen wurden abgeknickt, als wären sie dünne Stangen, die die Hand eines Knaben zerbrechen konnte.
Mein Vater war feit Mittag im Walde. Die schüchterne Bitte meiner Mutter, bei dem stürmischen Wetter nicht hinauszugehen, hatte er rauh zurückgewiesen; in letzter Zeit hatten die Wilderei und der Holzdiebstahl im Revier wieder überhand genommen; der Vater war meb- reren gefährlichen Wilddieben auf der Spur, die
Weiter hatten ste Karabiner unter ihren Mänteln verborgen.
Die Nachricht von dem Attentate verbreitete sich mit großer Schnelligkeit in der Stadt. Alle Geschäfte sind geschlossen. Der Nachfolger auf dem Throne ist der Jnfant Manuel unter der Regentschaft der Königin Marie Amalie.
Liffabon, 2. Febr. Die Minister traten heute vormittag zu einer Beratung zusammen. Es sind zahlreiche militärische Vorsichtsmaßregln ge- troffen worden. In den Forts und in den Gefängnissen wird eine große Anzahl von Personen in Haft behalten; fortgesetzt werden neue Verhaftungen vorgenommen. Es sind noch mehrere Bomben und Waffen gefunden worden. Mehrere Militärpersonen sollen an dem Komplott beteiligt sein. Es heißt, daß der frühere Minister Alpoim in seiner Wohnung überwacht wird und daß er sein Ehrenwort gegeben habe, diese nicht zu verlassen. Futtade, ein ehemaliger Marineoffizier, jetzt Deputierter, und mehrere Führer der Republikaner wurden verhaftet.
Berlin, 2. Febr. Der Kaiser hat ein sehr warmes Beileidstelegramm an die Königin von Portugal gerichtet. — Der Reichskanzler Fürst von Bülow und der Staatssekretär von Schön haben dem portugiesischen Gesandten ihr Beileid ausgesprochen. — Auch von der kaiserlichen Regierung ist ein Beileidstelegramm an die portugiesische Negierung gerichtet worden.
Dresden, 2. Febr. Der König von Sachsen sprach sofort nach Empfang der Nachricht aus Liffabon telegraphisch der Königin Maria Amalie und dem König Manuel sein herzlichstes Beileid aus. Ebenso wurde der portugiesischen Regierung das Beileid der sächsischen Regierung durch den Staatsminister Graf von Hohenthal und Bergen übermittelt.
Paris, 2. Febr. Mekdungen aus Liffabon berichten: Die Königin habe einen Streifschuß an der Schulter erhalten, als sie den Kronprinzen mit ihrem Körper zu schützen suchte. — Die Regierung lasse nicht bloß die Republikaner und Revolutionäre, sondern auch die Anhänger Dom Miguels de Braganza sorgfältig überwachen. Minister Franco erließ heute morgen eine Prottamation über das gegen den König und den Kronprinzen verübte Attentat, sowie über die Thronbesteigung Dorn Manuels. Die militärischen Befehlshaber und die Staatswiirden- träger haben dem König den Eid der Treue geleistet; ebenso sei in.mllen Garnisonen den Mannschaften der Treüschwur abgenommen worden. Dom Manuel habe die Vollmachten des Kabinetts Franco bestätigt. Bisher sei die große Mehrheit des Volkes den Revolutionären außerordentlich feindlich gesinnt und gegen die Königsmörder höchst erbittert. Die Leichen des Königs und des Kronprinzen werden nach dem Palast des Neceffidades gebracht werden.
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über die nahe Grenze des Nachbarstaates her- überkamen und sich der Verfolgung dadurch entzogen, daß sie mit dem erbeuteten Wilde rasch über die Grenze zurückgingen, wohin ihnen mein Vater nicht folgen konnte. Aber er hatte ihre Schleichwege über die Grenze aufgespürt und lauerte ihnen jetzt auf diesen auf, um sie auf frischer Tat zu ertappen.
Den Heger, meinen alten Freund Peter, und unseren Knecht Heinrich hatte er mit in das Revier genommen, um alle Schleichwege besetzen zu können.
Die Mutter und ich saßen eng aneinander geschmiegt in dem Zimmer und lauschten auf das Brausen des Sturmes und das Krachen der brechenden Tannen. Wir sprachen kein Wort; ich war sehr müde, weil ich erst nachmittags von der Schule aus dem benachbarten Dorfe zurück- gekommen war und mich mit Mühe durch den hohen Schnee gekämpft hatte. Ich schloß die Augen, und bei dem einförmigen Tiktak der Wanduhr und dem Surren des Spinnrades unserer Magd schlief ich fest ein.
Wie lange ich geschlafen, weiß ich nicht. Plötzlich erwachte ich durch eine heftige Bewegung meiner Mutter, an deren Schulter ich meinen Kopf gelegt hatte, und hörte das wütende Vellen und Heulen unserer Hunde draußen auf dem Hofe.
Meine Mutter und die Magd liefen hinaus. Ich hörte rauhe Männerstimmen, und plötzlich einen lauten Schreckensschrei meiner Mutter. Jetzt lief auch ich auf den Hausflur und niemals werde ich den Anblick vergeßen, welcher sich mir darbot.
Auf einer Tragbahre, die man aus den Flinten meines Vaters, des alten Peter und des Knechtes, sowie aus Tannenzweigen hergestellt hatte, lag der blutige Körper meines Vaters. Meine Mutter kniete neben der Bahre und verbarg schluchzend ihr Gesicht in die Hände. Der
ters Augen leuchtete es auf.
„Hab ich ihn totgeschoffen? — gut, ich war von je ein guter Schütze, und man soll von mir nicht jagen, daß ich jemals gefehlt
Deutscher Reichstag.
In der 92. Sitzung wurden zunächst einige unwesentliche Vorlagen (Rechnungssachen usw.) erledigt, dann wurde die in der vorigen Sitzung zurückgestellte namentliche Abstimmung über die Resolution zum Marincetat samt dem sozialdemokratischen Amendement vorgenommen. Der sozialdemokratische Untcrantrag wurde mit 166 gegen 114 Stimmen abgelehnt, die Resolution in der Kommissionsfassung mit 213 gegen 67 Stimmen angenommen. Hierauf wurde in eine kurze ölte Peter und der Knecht, welcher eine Laterne in der Hand trug, deren Licht die fürchterliche Szene mit rotem Lichte übergoß, standen mit gesenktem Kopf zu Häuptern der Bahre.
Ich lief auf meinen Vater zu, der in diesem Augenblick schwer aufstöhnte; dieses Zeichen, daß noch Leben in ihm war, erweckte meine Mutter aus ihrem Schmerze.
„Bringt ihn in das Zimmer auf fein Bett" bat sie, „und bann lauf einer nach dem Schlöffe und melde den Vorfall. Der Oberförster schickt wohl einen Wagen nach dem Arzt . . ."
Die beiden Männer hoben meinen Vater au; und trugen ihn auf das Bett. Der Knecht lief nach dem Schloß, während der alte Peter, welcher mit Schußwunden umzugehen verstand, unter Beihilfe meiner Mutter und der Magd meinen Vater entkleidete, feine Wunde auswusch und einen vorläufigen, einfachen Verband anlegte.
Während des Reinigens der Wunde erwachte mein Vater aus feiner Bewußtlosigkeit. Mit stieren Augen blickte er sich um. Als er meine Mutter sah, wurde der Ausdruck seines Gesichtes weicher. Er streckte die Hand nach ihr aus, die sie ergriff und ausschluchzend an das Herz drückte.
„Weine nicht, Minchen," flüsterte er mit verschleierter Stimme. „Einmal mußte es so kommen, dieses Mal haben die Hallunken bester gezielt, als ich ... . aber seinen Denkzettel hat der Bursche, der auf mich schoß, doch ge
Preußischer Landtag.
Abgeordnetenhaus.
Im Abgeordnerenhause wurde am Sonnabend, den 1. Februar, die zweite Beratung des Etats der Handels- unb Gewerbeverwaltung fortgesetzt. Abg. Trimborn (Ztr.) wünschte u. a. größere Berücksichtigung ber Genossenschaften bei Regierungssubmissionen. Der Minister Delbrück erwiderte hierauf, baß erwogen werben würbe, ob es zweckmäßig erscheine, biesbezügliche allgemeine Vorschriften zu ertasten. Die Heeresverwaltung und die Eisenbahnverwaltung wären bereits bemüht, bei Submissionen den Genossenschaften größere Berücksichtigung zu schenken. Abg. Hammer (kons.) erklärte, daß seine Freund« und er keine Feinde ber Großinbustrie wären, welche ein Hauptteil ber Steuerlast trüge nut wollten sie solche Hanbwerkszwcige, welche selbst- stänbig erhalten werden können, unterstützt wissen. Eroßgewordene Handwerker, die Intelligenz ihres Standes, sollten den Handwerkskammern erhalten unb nicht zu ben Hanbelskam- mern zugelassen werben. Durch bie Lehrlings- Heime sei für einen gefunben Nachwuchs im Handwerk zu sorgen. Hoffentlich werde der kleine Befähigungsnachweis bald Gesetz werden. Um einer angemessenen Lohnsteigerung durch die sonst segensreiche Tarifgemeinschaft zu be- habe___selbst mit der Todeswunde in der
Brust..." _
„Sie dürfen nicht so viel reden, Herr Forster ..."
„Dummes Zeug — zu Ende gehts ja doch — ob eine Stunde früher oder später ist einerlei ... . weine nicht, Minchen . . . komm her Junge, ich habe Euch etwas zu sagen ..."
Wir drängten uns näher zu ihm. Er ergriff meiner Mutter Hand und legte sie auf mein Haupt.
„Sorge für ihn, Minchen," sprach er. „Erziehe ihn ordentlich, laß ihn was Rechtes ler- nen — Du weißt, was davon abhängt . . ."
„Ach, Hundekar," seufzte meine Mutter, „denk doch jetzt nicht an die alten Geschichten!"
,^ch will aber daran denken. Erzähl es dem Jungen — und ich habe alles ausgeschrieben — und dann lebt noch eine, die alles weiß, wenn dir wieder zur Vernunft kommt..."
Ein Krampfanfall drohte ihn zu ersticken; einzelne Blutstropfen traten ihm auf di« Lippen.
„Richtet mit auf," stöhnte er.
Peter hob ihn empor. Er kämpfte gewaltsam den Krampf nieder, aber bie Augen traten ihm fast aus ben Höhlen und sein Gesicht wurde aschfahl. , , „ .
„Hörst Du," flüsterte er, „ich habe alles ausgeschrieben . .. g-bs bem Jungen, wenn et gn Verstaube kommt . . . für mich könnt» 1« nicht» nützen... ich war ein armer, bummer Teufe» unb ich — ich hab Dich geheiratet...
Meine Mut-et schluchzte.
Ja, ja," fuhr er fort, „ich hatte mich H Dich' verliebt unb Verliebte sind Toren . .. aber weine nicht Minchen, die ersten Jahr« waren wir doch glücklich, vis — bis die alte Decker mir alles sagte... da faßte mich d« Teufel ... und jetzt . .. jetzt . . . haltet mich ... ich ,., sterbe ,,(Forts. folgt.)