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E i.
Preußischer Landtag.
Abgeordnetenhaus.
(15. Sitzung am 21. Januar 1908.) Am Ministertische: von Rheinbaben.
»Nachdruck öctb»ten.)
Unter der Maske.
Roman von Lady Georgina Robertson.
tttorNetzun».)
an eine Kommission von 14 Mitgliedern. — Mittwoch: Sozialdemokratischer Wahlrechtsantrag.
’ „Sie find nicht Lady Chesleigh, Sie sind eine Betrügerin. Sie haben ihren Ausdruck, ihre Stimme angenommen, aber sie selbst liegt au) dem Grunde des Meeres."
Daß es doch so wäre!,, rief Ellen mit einem Eifer, der nicht mißzuverstehen war und in dem Herzen ihrer Cousine die Furcht vor der Wahr«
eT/ hob Ellens Kinn und fah ihr tief in die Augen. ,
„Wenn Du wirklich Ellen bist," sagte sie tonlos, „wer bin ich denn?"
Er lag ein solcher Schmerz, eine solche Der« zweiflung in ihrer Stimme, daß Ellen erschrak.
„Mathilde, meine einzige, liebe Freundin, die mir stets näher als eine Schwester geftanben hat hast Du kein Wort des Willkommens für mich?" , ., , „
„Ich bin verwirrt, übermannt, ich kann es nicht glauben. Wie kannst Du Ellen fern? Nein, es ist ein Betrug, Ellen wurde nie in solcher Verkleidung zu mir kommen. Sie ist tot.
„Ich wollte. Du hättest recht," war die trau- rige Antwort. „Aber ich bin wirklich Derne unglückliche Cousine Mathilde, sprich ein freund- Hches Wort mit mir, Du bist meine einzige Hoffnung. „Ich bin so töricht, so schlecht gewesen, sage mir doch, daß Du Dich freust, mich wiederzusehen."
Mathilde legte die Hand an die Stirn.
„Was bedeutet diese Verkleidung," sagte sie bart. „Was soll ich davon denken, daß Du unter uns lebst, während wir Dich als tot beweinen? Denkst Du nicht daran, daß Deiner Mutter Haar vom Kummer gebleicht ist. Dein Vater rede Freude em Leben verloren bat und Der» Krnd
«di hem Kreisblatt für die Kreise Marbmg und Kirchhain
deutscher Reichstag.
Nach einer kurzen und nicht gerade belang- I teilen Debatte wurde zunächst die Novelle zum I Telegraphengesetz betreffend die Einbeziehung I der drahtlosen Telegraphie in die Reichsgesetz- I Hebung an eine Ugliedrige Kommission verwie- 1 -en. Aus der einleitenden Rede des Staatssek- I itctöts Kraetke ging unbestreitbar die Notwen- I jtdgkeit des Entwurfs hervor, und naturgemäß I sprachen sich alle Redner einstimmig dafür aus. I Bon konservativer Seite erklärte der Abgeord- I ßreteEuen die Zustimmung zu der Vorlage, deren I Erledigung im Plenum befürwortend: da ftdoch I der Nationalliberale Junck namens seiner Frak- I tzion Kommissionsberatung forderte, wurde dem- I gemäß beschlossen. Es folgte die zweite Beratung der Majestätsbeleidigungs-Vorlage, die in I der Kommission noch einige Milderungen ersah- j ren hat. Dem Zentrumsvertreter Roeren gingen I diese Milderungen aber noch nicht weit genug, I er erklärte jedoch gleichwohl dem Entwürfe tn I seiner jetzigen Fassung zustimmen zu können: ebenso der Abgeordnete Brunstermann (Rchsp.) I Der Sozialdemokrat Heine vertrat einen soeben I »on seiner Fraktion eingebrachten Antrag aus I vollständige Aushebung der Paragraphen So bis 101 103 und 104 des Strafgesetzbuches, die noch I der oehäsfigen Agitation der Sozialdemokratie einigermaßen im Wege stehen. Das Dreisteste von dem Redner war, daß er es wagte, den.Königsberger Redakteur, der den nichtswürdigen Ausdruck „Schandsäule" geprägt hat, zu rechtfertigen. Man sieht also, der *•’ oisionist Heine und der Radikale Mehring ..j einander wert. Staatssekretär Dr. Sttebrrbing wies den Vorredner und seinen Antrag kurz und bünbtg zurück: dann rechnete unter dem Lärm der „Genossen Abgeordneter Dr. Osann (natl.) mit der Schand- fäulenpartei ab. Nachdem noch Abg. Graes tRek -P.) und Dr. Müller-Meiningen sich zu der Vorlaae geäußert, erklärte Abgeordneter Dr. Wagner-Sachsen (kons.), sei,.e Fraktion werde die Vorlage annehmen, obwohl sie in der Kommission eine Fassung erhalten habe, die nicht durchweg konsequenten Anschauungen entspra^. Die weitere Debatte beschrankte sich auf die Abwehr der sozialdemokratischen Angriffe und aus Gegenwehr von sozialdemokratischer Seite. Hierauf wurde der sozialdemokratische Antrag glatt abgelehnt und die Vorlage m der Kom« missionssassung gegen die Stimmen der Sozialdemokratie angenommen. — Das Haus trat sodann in die erste Lesung des Scheckgesetzes em da, von dem Zentrumsabgeordneten Racke« sympathisch begrüßt und auch vom Abgeordneten Arnold (kons.) als den Wünschen der Partei sowie des ganzen Reichstages entsprechend freudig ausgenommen wurde. 6
Wermuth legte, nachdem auu) d*r Abgeordnete Weber dem Entwürfe zugestimmt, dessen Einzelheiten in seinen voraussichtlichen Wirkungen dar. Hierauf prüfte auch der Sozialdemokrat Dr. Frank das Wort, und dann ging die Vorlage
ohne Mutterliebe heranwächst? Rein, ich habe I kein Verständnis für Deine Handlungsweise
Ich will Dir alles erzählen, nur sprich nicht so hart, so unfreundlich mit mir, ich kann es nicht ertragen." . ,
,Jch bin nicht hart, Ellen — wenn Du wirklich Ellen bist. Ich kann es noch nicht glauben, es ist zu neu, zu überraschend."
Wollen wir uns hier auf diese Bank setzen?" bat" die junge Frau „nur einige Minuten Mathilde, Du sollst alles Horen, ich. will Dir "^Ellm*schonttsich nicht in ihrer Beichte. Don I ihrer glücklichen Kindheit, ihrer wachsenden Liebe zu Artur und ihrer Seligkeit als sie sein Weib geworden war, brauchte sie nichts zu berichten, das wußte Mathilde alles. Aber das weitere war ihr neu Sie hatte ja nM ^hnt daß Ellen von Tag zu Tag unglucklicher geworden war, als sie erkannte, daß Arturs Liebe ihrer Cousine gehörte.
Mathilde ergriff die zitternden Hände, die sich ihr bittend entgegenstreckten. JBas alles wußtest Du, Ellen?" sagte sie. »Aber Kind j warum kamst Du nicht zu mir und schüttetest Dein Herz aus? Wie viel Kummer hattest Du UltS Seitdem ich mir darüber klar war" entgegnete Ellen, „schloß ich mit meinem Lebens- ^^Md doch hatte Dein Mann Dich lieb," warf Mathilde vorwurfsvoll ein.
<ra war gut gegen mich, über Dich allein liebte er und ich wußte, bafc ich zwischen euch und eurem Glücke ftatü>. Du/kannst es nie ermessen was ich gelitten habe: konntest ®u cs» so würdest Du meine Handlungsweise verstehen. Warum führtest Du ihn damals zu wir, warum kaatest Du nicht: Er liebt ia mich, wir sind ver. lo^t. Ich würde mich so über Dein Gluck gefreut haben."
Arnim.
Die Sitzung wurde um 11(4 Ahr durch den Präsidenten von Kröche« eröffnet.
Fortsetzung der zweiten Beratung des Ent- I wurfs des Staatshaushaltsetats. Der Etat: I
Königliche Seehandlung" wird auf Antrag des 1 Abg. Eyßling (frf. Vp.) an die Budget-Kom- I Mission zurückverwiesen. Zum Etat „Münzver- l waltung" regte Abg. v. Arnim-Züsedom (koi^.) I die Prägung von 25-Pfennigstücken an und be- I dauerte, daß die Talerstücke dem Verkehr ent- I zogen worden sind. Eine Mehrausvrägung von Silbermünzen scheine dringend geboten. Abg. I Dr. Crüger (frs. Vp.) und Vorster (frkons.) I stimmten den Ausführungen des Abgeordneten I von Arnim zu. Abg. Graf Kanitz (kons.): Kern I Land befindet sich in einer so günstigen wirt- I schaftlichen Lage wie Frankreich, wo heute rwch die Doppelwährung herrsche. Der Bankdiskont betrage dort nur 3 i/2 Prozent. Eine Erhöhung des Silberumlaufes sei geboten durch Vermehrung der Neuprägungen.
Finanzminister Frhr. v. Nher.^aben gab zu, daß eine Erhöhung des Silbergelbes auf 20 Mark pro Kopf erwünscht sei. Auch gegen evne | Prägung von 25-Pfenngstücken habe er nichts einzuwenden. An der bestehenden Goldwährung dürfe nicht gerüttelt werden. ,
Als der Minister seine Rede beendet hatte, erscholl aus den Reihen der Rechten immer lauter werdend der Ruf: „Taler!" Der Minister antwortete aber nicht. (Heiterkeit.)
Graf Kanitz (kons.): Es läge absolut keine Veranlassung vor, die Goldwährung zu beseitigen und an deren Stelle die Doppelwährung zu setzen: Das habe er auch nicht verlangt, sondern nur die Vermehrung des Silbergeldes.
Hierauf wurde der Etat genehmigt, desgleichen ohne Debatte die Etats der Eeneral-Ordens- kommission, des Geheimen Zivilkabrnetts, des I Disziplinarhofes, des Gerichtshofes zur Ent- I scheidung der Kompetenzkonflikte, des Gesetz- I sammlungsamtes, des Reichs- und Staatsonget« I gers und der Ausgaben für Zwecke der Landes- I Verwaltung. Bei der nun folgenden Fortsetzung I der Beratungen über den Landwirtschastsetat | wurde das Kapitel „Meliorationen" nach kurze? I Debatte, an der sich die Abgg Baensch-Schmidt. I lein (freit.). Freiherr von Zedlitz (freu.), ». | Lucke-Büttnershof (kons.) u. a. beteiligten angenommen. Es folgte die Beratung über die etn- I maligen und außerordentlichen Ausgaben , I Bei der Debatte über den sogen. „Westfonds 1 (Förderung der Land- und Forstwirtschaften den ! ui- —
Wegen Beleidigung des deutsche« Offizier» korp». begangen durch einen Zeitungsartikel im September 1907, wurde von der Budapester Strafkammer der d.edakteur Zorn vom total« demokratischen „Volksblatt" zu einem Monat Gefängnis verurteilt.
— Zur polnischen Erzbischofswahl. Dre Er« nennung des Domherrn Kloske zum Erzbischof von Posen-Enesen soll unmittelbar bevorsteh«.
— Bom Casieler Tag. Ueber bte Gründe, die bei der Hauptversammlung des Flottenvereins vom vorigen Sonntag die Bayern bestimmte. den Thüringer Antrag so schroff abzu- lehnen, verlautet: Der Antrag enthielt de« Passus daß das Präsidium bei der Wahl Keims nur in' Wahrung feiner Unabhängigkeit gehan- beit habe. Diese Wendung war für bte Bayer« unannehmbar, da sie eine gegen den Prinzen Rupprecht gerichtete Spitze enthielt, als wen« der Prinz in die Unabhängigkeit des Präsidiums eingegriffen hätte. Der Passus war für Bayer« umso unannehmbarer, als bas ^ftbtum mtt keinem Worte bent Bedauern Über den Rücktritt des Prinzen Ausdruck gegeben hatte. Die An, nähme dieses Satzes hätte notwendigerweise den Austritt der Bayern zur Folge ^hal»n müssen. Er wurde schließlich aus der Resol«. tton gestrichen; aber es blieb noch ein Ver- trauensvotum für das Präsidium darin stehe«, das für Bayern deswegen unannehmbar war, weil der bayerische Landesausschutz dem Prast- dium seine Mitzbilligung ausgesprochen hatte und von letzterem nichts geschehen war, das bte
halten bei den Wahlrechtsunruhen ferne Anerkennung ausgesprochen haben — Da heute die sozialdemokratische Interpellation über d« Wahlrecht auf der Tagesordnung steht, befind I tet man Ausschreitungen, da von der Sozra^ I demokratte Demonstrationen geplant sind. Der I Polizeipräsident erläßt eine Warnung. Weit- | gehende Straßensperrungen sind Dorgenomme« 1 worden, die ganze Schutzmannschaft ist konsta» I niert, sie erhielt Anweisung, mit aller Schärft 1 vorzugehen.
Ausland.
** Bestattung des Erotzherzogs von Toskana. S a l z b u r g. 21. Jan. Heute vormittag et» folgte die feierliche Einsegnung der Leiche ves Grotzherzogs von Toskana. Am Nachmittag erfolgte die Ueberführung der Leiche nach de« Bahnhof. ,
Prozeß Rast. Rom, 21. Ja«. Der Prozeß Nasie hat heute seinen Fortgang genommen; den Borsitz führt Senator Manfredi. 109 Mitglieder des Gerichtshofes sind anwesend. Der Prä« sident erklärte, man werde infolge des Zwischenfalles, hervorgerufen durch die Verteidigung
i nicht erkannt! — Und, Ellen, ich gab Dir daH Geld! Das hast Du gelitten!" , , v
„Um keinen Preis möchte ich mtch wieder da« von Kennen, Du glaubst nicht, wie wohl mt< Deine Freundlichkeit tat.“ . .
„Und was bewegt Dich plötzlich. Deinen En» fchlutz, für uns alle tot zu fein, zu brechen?
eien schmiegte sich tief an das ;unge Mäd- I chen. . „ . . . ,
„Siehst Du nicht ein, mein Herz, daß es viel I leichter für mich gewesen wäre, so unter euch I weiter zu leben, als mein Geheimnis preiszu« | geben? Aber ich hatte ja gar nicht an das lln- I recht gedacht. Wie Schuppen fiel es mir erst neu, I Hu) von den Augen, als ich von Arturs Ver. I lobung mit Dir hörte. Wenn auch alle mich füx | tot halten, so lange ich es nicht wirklich bm, I gtl es keine andere Ehe für ihn. Mathilde, I noch nie habe ich Dir einen solchen Beweis met» I ner Liebe gegeben, wie heute, wo ich Dich von I einer Heirat rette, die nie Gültigkeit habe« I würde."
I Mathilde drückte stumm die Hand bet junge« | Frau und diese fuhr fort: „Ich habe Dir mein | Geheimnis anvertraut, aber Du oarsst es nie | verraten. Du mutzt Deine Verlobung aufheben, I ohne den Grund zu nennen; niemals darf übet I Deine Lippen kommen, was ich Dir r^teitte.
I Ich soll schweigen?" unterbrach Mathilde sie mit einem Schrei, „ich soll Deinem Mann- | die Frau, ich soll Deinen Eltern, bte der Gram um Dich zu »oben drückt, die Tochter ich soll Deinem Kinde die Mutter rauben jetzt, da ich
I weiß, daß sie lebt? Ich soll den Betrug, be» Du bis jetzt gespielt, mitspielen, Deine Mit-
I slbuldiae werben unb mit all diesem mein Herz I belasten? Wie könnte ich den Mut haben, Deinen Eltern in die Augen zu sehen ohne nicht i» der nächsten Minute vor ihnen zu Bode» M
I sinken und ihnen zu sagen, was ich weiß?"
I (Fortsetzung folgt*
LrulscheS Mrch. |
Der Kaiser traf von Kiel gestern abend I um 6 Uhr in Berlin ein unb begab sich in» I Schloß. |
— Dernburg in Raue«. Nauen, 2L Jan. I Staatssekretär Dernburg unb bas Kommanbo I der Schutzttuppen besichtigten heute die hiesige I Telefunkenstation. I
Ich hoffte ja, Dein Leben zu erhalten. Liebste, wenn ich Deinen Wunsch erfüllte." Mein Leben!" erwiderte Ellen spöttisch. „Es" ist mir nur zur Qual gewesen; Du hättest ! es nicht zu retten brauchen."
I „Bedenke, was Du uns allen warst," entgegnete Mathilde ernst. „Und laß mich Dich recht verstehen: Du wolltest damals auf dem Schiffe Dein Leben für mich einsetzen, weil Du hofftest, Artur würde mich heiraten, wenn Du tot wärest?"
„Ja, das hoffte und glaubte ich." *
„Und als Du gerettet wurdest, da be- schloffest Du, für die Welt unb uns tot zu sein?
Ellen legte den Kopf an die Schulter ihrer Coustne und erzählte ihr mit leiser Stimme
I alles, was sie die Monate in Toulon und Paris I erlebt hatte.
I Mathilde wußte nicht, was sie sagen sollte, I so groß war ihr Erstaunen.
I „Du, Ellen," rief sie endlich, „Du, die Du so verwöhnt, so zart warst, hast all das erduwet
I und Dich selbst zu solchem Leben veruriertt?
I „Für Dich würde ich noch mehr ertragen
I haben," war die Antwort.
I Und weshalb bist Du nach allem dem in I das" Haus Deines Mannes zurückgekehrt?"
I „Kannst Du es Dir nicht denken? Weißt Du I nickt, daß es eine Liebe giebt, dre über alles I aebt — die Liebe einer Mutter zu ihrem Kinde? Die Sehnsucht nach der Kleinen ver-
I zehrte mich, sie zog mich gegen meinen Willen wieder in die Heimat. Ich glaubte, ich wurde
I weiter leben können, wenn ich Dora nur einmal gesehen hatte, ich dächte, ich könnte ruhiger
I sein, aber es war gerade das Gegenteil. Als ich I sie wiedergesehen hatte, konnte ich mich nicht I wieder trennen und so blieb ich von einem Tag I zum andern." „ . .
I „Ich bin immer noch fassungslos, rief Ma- 1 tbilde aus. „Wenn ich bedenke, daß ich Dich
L- SÄ’r&r 43 JE«.
»TÄÄ Marburg
19 Donnerstag. 23. Januar 1908.
Bestellgeld), oei unfern Zcituugsstellen und der Expedition 2 Mk.
westlichen Provinzen) forderte Abg. Frhr. v. Zedlitz (fteikons.) wie auch der Abg. Tourneau (Zentr.) die besondere Berücksichtigung der Gemeinden des Eichsfeldes (Provinz Sachsen). Dort herrscht an vielen Orten geradezu eine Wafferkalamität. Der Titel wurde bewilligt, i Der „Ostfonds", welcher zugleich mit den „Bei- I trägen zur Förderung der inneren Kolonisation I in den Provinzen Ostpreußen unb Pommern I zur Beratung gestellt wurde gelangte mit den I Abänderungsanträgen von Bioerstei« (kons.) I und vo« Bockelberg (kons.), sowie einem An- I trag Heydweiler (natl.), welcher eine aus- I gibigete Unterstützung der kleinen Rentenguter I durch die Landesoersicherungsanstalten erstrebt, I an die Budgeikommtssion zurück. I
Nächste Sitzung am Donnerstag bett 23. Fan.: Bankdiskontinterpellation Kreth (kons.), Automobilantrag, Antrag Hitze (Zentr.) wegen Aenderung des Einkommensteuergesetzes, Fortsetzung der Etatsberatung. Schluß 4% Uhr.
Aus den Parlamenten.
Die Wahlprüfungskommission des Reichstags beschäftigte sich am Dienstag ! mit der Prüfung bei Wahl des Abg. Arning (nl.), gewählt in Nienburg-Stolzenau (Han-
I turnet). Die Prüfung wurde noch nicht beendet. In der nächsten Sitzung am 22. Januar soll über die Wahl des Abg. Schwabach (nl.) in Memel- Heydekrug Beschluß gefaßt werden.
21. Jan. Die Budgetkommission des Reichstags setzte die Beratung des MUitäretats fort unb nahm zu dem Kapitel „Artillerie- und Waffen-
I wesen" eine von Erzberger (Zit.) eingebrachte I Resolutton an, nach welcher Arbeiten für bte I Militärverwaltung nur an solche Firmen zu I vergeben sind, die bezüglich der Arbeitsbeding- I ungen bie gesetzlichen Vorschriften innehalten I unb, falls Tarifverträge am Orte des Betriebes I gelten, nicht hinter ben Bestimmungen biefet I Tarifverträge zurückbleiben. Ferner soll die I Militärverwaltung bie Festsetzung ober Neuord- I nung von Arbeitsbedingungen in den Militar-
betrieben unter Mitwirkung bet Arbeiteraus- I schüffe vornehmen. Die Kommiffion nahm wei- I ter einen Antrag Croeber an, nach welchem den | Arbeitern auch an gesetzlichen Feiertagen Lohn I gezahlt werden soll. Die nächste Sitzung findet I morgen statt.