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mit dem Kr-isblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
m» de» Keilagea: ^Literarischer A»,eiger-, „z»»d»irtschastlich« «#> «zinstrierte» §*nrfee»M«tt*.
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Deutscher Reichstag.
Die Fortsetzung der ersten Lesung der Vieh- Ieuchengesetznovelle beginnt mit einer Rede des Sozialdemokraten Scheideman», die vielfach das Gelächter des Hauses erregt« und die schließlich ♦em Redner, als er das Abgeordnetenhaus eine Verrückte Karikatur einer Volksvertretung «annte, einen Ordnungsruf eintrug. Den ver- Dientermaßen ausgelachten „Genossen" löste der Dbg. Dr. Hoeffel (Reichsp.) ab, der den Wunsch Kusspricht, die Kommission möge an dem Ent- swurfe noch mancherlei verbessern. Hierauf trat Dr Mugdan (srs. Bp.) auf, um die Meinung Nochmals zu widerlegen, al» handle es sich bet per Vorlage um «in agrarisches Gesetz oder gar pm einen Deckmantel für Verfolgung agrarischer Sonderinteresien. Staatssekretär v. Bethmann- Kollweg sprach seine Befriedigung darüber aus, »aß alle Parteien sich bereit erklärt hätten, in her Kommission an dem Zustandekommen des Gesetzes mitzuwirken. Wenn betont worden sei, haß manche Bestimmungen des Entwurfes zu «art wären, so könne er das nicht gelten lassen. Wohl gebe er zu, daß die Tierhalter Belästigun« tzen ausgesetzt seien, aber strenge Vorschriften schafften die geringsten Belästigungen, und Wilde bei der Abwehr von Seuchen sei nicht Angebracht. Was den von konservativer Seite tzeäutzerten Wunsch nach Regelung des Abdecker» wesens betrifft, so bezeichnete der Staatssekretär die Ablösung des Avdeckerprivilegs als Ange« Wesenheit der Landesgesetzgebung, kündigte aber Dine reichsgesetzliche Vorlage betreffend die Be» feitigung von Kadavern und Abgrenzung der Abdeckereibezirke an. Es sprachen noch die Abgeordneten Bindewald (Reformp.), Zaworski !(Pole), Bogt-Crailsheim (wirtsch. Vgg.), der ■ unerschöpfliche und in allen Fragen fachkundig« ! Abgeordnete Eothein (frs. Vgg.), Recklin (Els-- < Kothr.). Dann ging die Vorlage an ein« Kom- znission. Nächste Sitzung Dienstag: Telefunken» Korlage und Scheckgesetz.
Preußischer Landtag.
Abgeordnetenhaus. Tirr
(£s wurde in der 2. Beratung de» Entwurfs Pes Staatshaushaltsetats für das Jahr 1908 Fortgefahren. Hebet die Neuregelung der Organisation der Ceneralkommisstonen sprach zu« «Nächst Abg. Eyßling (frs. Vp.), der u. a. ver« flangte, daß die Vermessungsbeamten aus ihre Dorbildung geprüft werden sollten. Abg. von Bockelberg (kons.) verlangte ebenfalls die ^Reorganisation der Eeneralkommissionen. Den [unteren Instanzen dürften keine entscheidenden Defugnisse beigelegt werden. Die Generalkom- smissionen müßten dem Verwaltungsorganismus feingefügt werden. Abg. Freiherr von Zedlitz« Pleukirch (freik.): Wenngleich man auf eine grundlegende Reorganisation noch werde warten grüssen, sei doch zu wünschen, daß vorläufig durch ein Zwischengesetz den gröbsten Mißständen ^geholfen werde. Der Landwirtschaftsminister
lNachdruck verboten.)^
- Unter der Maske.
. Roman von Lady Georgina Robertson,
\ (Fortfetzung.)
Run kam sie an einzelnen Arbeiterwohn- Hngen vorbei, der Weg verlor sich mehr in» fßiüne, noch eine halbe Stunde und Southwald War erreicht.
. Dazu war es aber noch zu ftüh. Ellen kannte hie Gewohnheit ihrer Cousine noch von damals, Pe wußte, daß sie nach dem Esten noch eine [Stunde in den Park ging, während Sir John .hie Zeitung las, und Lady Marstone ein Schläf- 'chen hielt. Diese Zeit mußte benutzt werden, Honst wußte Ellen nicht, wie sie Mathilde treffen «olltr^ und ihr eine Botschaft zu senden, war tzu gefährlich. Sie setzte sich an den Weg auf seinen Rasenhügel und ließ ihr früheres Leben jgn sich vorüberziehen.
j Al» sie ihrer glücklichen Jugendzeit gedachte, ,dn die alles um sie her sie erinnerte, fing sie jan, bitterlich zu weinen. Die ganze Sehnsucht Ihres Herzens nach ihrer Heimat, nach ihren <dten Eltern brach hervor. Und doch taten ♦ie Tränen ihr gut. Nachdem sie sich ausgeweint 'Latte, sah sie ihrem Unternehmen mit gutem Mute entgegen.
I „Es ist doch zweierlei," sagte sie sich, „ob Dran eine Sünde begeht, oder ob man dann Mter die Folgen davon tragen muß."
Der Nachmittag war nicht mehr so drückend Heiß, die Sonne sank, um ein leichter Wind füllte die Luft ab. Ellen schritt langsam weiter, hi» Wagen begegnete ihr, sie erkannte schon von todtem die Livree des Kutschers und preßte die LaM auf» Herz. Aber er war leer, niemand M Ärigen saß darin.
von Arnim stellte diese Abhilfe, soweit sie sich im Verwaltungswege ermöglichen lasse, in Aussicht. Abg. Dr. Schröder (nall.) wünschte, daß di« älteren Spezialkommissionssekretäre bei Besetzung der neuen, mit 4200 Mark dotierten Stellen in erster Linie Berücksichtigung finden. Auch diesem Wunsche wurde vom Minillertische durch Ministerialdirektor Wesener wohlwollende Beachtung zugestchert. An der weiteren Debatte, die keine neuen Momente brachte, betätigten sich noch die Minister von Arnim und die Adgg. Zunghenn (natl.), Dr. Wiemer (frs. Volksp.l, Busch (Zentr.), Riesch (freik.) und Heine (natl.). Der Abgeordnete Tourneau (Zentr.) regte an, der Entvölkerung des Landes zu Gunsten der Städte durch Ansiedelung der Arbeiter zu bekämpfen. Hierauf wurde das Kapitel „Eeneral- kommisfionen" angenommen. Es folgte das Kapitel „Landwirtschaftliche Lehranstalten". Der Berichterstatter von Arnim-Züsedom (kons.) verlangte, daß die Regierung noch mehr als bisher für das landwirtschaftliche Schulwesen helfend eintrete. Es muß auch für Heranbildung des geeigneten Lehrpersonal» für die ländlichen Fortbildungsschulen gesorgt werden. Abg. Dr. Müller (freik.) stellte mit Genugtuung fest, daß nach eigener Erklärung des Ministers, von einer Vereinigung der tierärztlichen mit der landwirtschaftlichen Hochschule keine Rede sein könne. Abg. Eyßling (frei). Lolksp.): Für die Dolks- schullehrer, welche als Lehrkräfte auch für die Fortbildungsschulen in Betracht kämen, sowie für die ländlichen Mädchenfortbildungsschulen müßten ebenfalls Mittel bereit gestellt werden. Abg. Hirt (kons.) erkannte die gute Wirkung der landwirtschaftlichen Schulen an und rühmte ferner die Ackerbauschulen die Haushaltungs- und besonders die landwirtschaftlichen Fortbildungsschulen. Der Landwirtschaftsminister v. Arnim bemerkte, daß die Ausbildungskurse für die Volksschullehrer ausgedehnt werden würden. Auf die obligatorische Gestaltung des Fortbildungsschulunterrichts in den verschiedenen Landesteilen dürfe die Regierung keinen Druck aus« üben. Die verschiedenen Wünsche auf Unterstützung würden nach Möglichkeit Berücksichtigung finden. Zur Sache sprachen noch wiederholt die Abgg. Busch (Zentr.), Dr. Schröder (natl.) und Dr. Heydewiller (natl.) Abg. Dr. Re- woldt (freikons.) trat für Besserstellung der Lehre an den landwirtschaftlichen Mittelschulen ein. Nachdem Abg. Dr. Faßbender (Zentr.) bie bester« Ausgestaltung des Eartenbauunterrrchts angeregt hatte, gab der Abg. Hammer (küns.) seinem Bedauern darüber Ausdruck, daß die in Aussicht genommene Verstaatlichung der Eärt- nerlehranstalt Wildpark, nach ihrer Verlegung nach Dahlem, nicht erfolgt sei. Geheimrat Förster erwiderte, daß die Verstaatlichung unterblieben sei, weil man glaube, daß die Schule als selbständiges Institut sich freier bewegen könne. Abg. Hammer (kons.) meinte^ die Verstaatlichung scheitere nur an dem Widerstände des Finanzministers. Wenn der Staat alle Kosten trage, möge er auch sein Aufsichtsrecht ausüben. Alle Parteien stehen auf dem gleichen Standpunkt. Abg. Ernst (ftf. Vg.) sagte,
Endlich das Parktor. Ellen umfaßte die eisernen Säulen wie liebe Bekannte. Aus dem Pförtnerhaus trat eine alte Frau und fragte, ob sie etwas im Schloß zu tun habe.
Wie genau erinnerte sich Ellen ihrer.
„3a, ich will jemand sprechen," erwiderte sie und ging weiter.
Die Alte schüttelte den Kopf und sah ihr nach. „Welch ein sonderbares Gesicht" sagte sie halblaut, „und doch kam es mir so bekannt vor."
Ellen ging nicht auf das Schloß zu, sondern bog links ab in den Park. Sie wollte sich das Herz nicht unnötig schwer machen.
Auf dem Turme schlug es sechs. Jetzt wurde drinnen gegessen, und es dauerte wohl noch anderthalb Stunden, bis Mathilde herauskam. Die Zeit wollte Ellen benutzen, alle ihre Lieb- lingsplätze aufzusuchen und der schönen Zeit zu gedenken, in der sie als glückliches Kind des Hauses hier weilte.
Die Sonne ging unter, die Uhr schlug acht, und von Mathilde war nichts zu sehen. Ellen hatte einen Platz gewählt, von dem aus sie einen Blick auf die nähere Umgebung des Schlosses hatte. Ganz nahe heran traute sie sich nicht, was sollte sie für Auskunft geben, wenn sie gesehen und über den Zweck ihres Hierseins gefragt wurde? .
Es war dunkler, der Mond ging auf und warf allmählich sein gespenstisches Licht auf dre Baumgruppen. Ellen mußte ihren Plan aufgeben, jetzt kam Mathilde nicht mehr. Sollte sie verreist sein? Dann war die ganze Tour vergeblich gewesen!
Langsam schritt die junge Frau näher an das Haus heran; die alten Mauern grüßten sie wie alte Bekannte. Nicht» hatte fick' verändert, jede Tür, jedes Fenster die Türme und Zinnen
daß das Bedürfnis nach ländlichen Fortbildungsschulen von Jahr zu Jahr zunehme. Man solle nach dem Muster Hessen-Nassaus auch in de« anderen Provinzen Fortbildungsschule« errichten. Nachdem der Minister von Arni» noch erwidert hatte, daß es hierzu noch an den nötigen Lehrkräften fehle, wurde auch dieses Kapitel bewilligt. Beim folgenden Kapitel .Aierärztlicke Hochschulen" wünschte der Abg. Dr. Heisig (Ztr.), daß den tierärztlichen Hochschulen das Recht zur Verleihung akiüiemischer Grade verliehen werde. Der Minister von Arnim bemerkte, daß diese Frage bereits erwogen werde. Abg. von Baumbach (kons.) klagte über die Mittel zur Bekämpfung der Schafräude. Im Regierungsbezirk Cassel hätten Schafhalter unschuldigerweise großen Schaden erlitten. Minister vo« Arni» wird die Angelegenheit untersuchen lassen. Nach Bewilligung des Kapitels vertagte sich das Haus auf Dienstag 11 Uhr: Fortsetzung der Beratung des Etats der landwirtschaftlichen Verwaltung und kleinere Etats. Schluß 4% Uhr.
Deutsches Reich.
— Dee Kaiser machte gestern morgen den gewohnten Spaziergang im Tiergarten und besuchte dann den Reichskanzler.
— Der Kronprinz ist gestern vormittag zu einem kurzen Besuche bei dem Prinzen Adalbert nach Kiel abgereist und kehrt heute nachmittag zurück.
— Reichskanzler Fürst Bülow empfing, wie die „Nordd. Allg. Ztg." meldet, gestern abend den kaiserlichen Botschafter in Konstantinopel, Freiherrn Marschall von Bieberstein vor dessen Rückreise nach Konstantinopel.
— Ordensverleihungen an Parttamentarier. Unter den beim Ordensfeste Dekorierten befinden sich auch eine größere Anzahl parlamentarischer Persönlichkeiten. Es erhielten: Stern zum Roten Adlerorden 2. Kl. mit Eichenlaub: Dr. Frhr. v. d. Goltz (kons.). Stern zum Roten Adlerorden 2. Kl.: v. Kröcher, Präsident des Abgeordnetenhauses (kons.). Roter Adlerorden 2. Kl. mit dem Stern: Dr. Udo Graf zu Stolberg- Wernigerode, Präsident des Reichstags (kons.). Roter Adlerorden 2. Kl. mit Eichenlaub: Graf v. Carmer (kons.). Roter Adlerorden 2. Kl.: Dr. Krause (natl.). Roter Adlerorden 3. Kl. mit der Schleife und der Krone: Kaempf (Frs. Vp.). Roter Adlerorden 3. Kl. mit der Schleife: Dr. Friedberg (nl.), Dr. Spahn (Ztr.). Roter Adlerorden 4. Kl.: Doerksen (Rp.), Eyßling (Frs. Vp.), Dr. Hieber (nl.), Krause (Rp.), Krech (kons.), Lattmann (dsoz.), Liebermann von Sonnenberg (dsoz.), Dr. Mugdan (Frs. Vp.), Dr. Oertel (früherer kons. Abg.), Preih (Els.), Dr. Roesicke (B. d. L.), Dr. Semler (nl.), Frhr. v. Thünefeld (Ztt.), Dr. Wiemer (Frs. Vp.), Witt (Rp.). Kronenorden 1. Kl.: Graf v. Wartensleben. Stern zum Kronenorden 2.
all:: schien sie heranzuwinken und zu einem Besuche aufzufordern. Endlich sah sie Licht in Mathildens Zimmer und diese lehnte am Fenster und zog die Vorhänge zu. Gottlob, sie war nickt verreist, die Frist bis morgen war ja nicht so lang, dann mußte der Versuch erneuert werden.
Aber wo sollte Ellen die Nacht bleiben? Die große Eingangspforte war schon lange geschlossen und sie wollte sich keinen Fragen aussetzen, indem sie sich selbst öffnen ließ. Ihr fiel ein kleines Gartenhaus ein, das ihr Vater einst auf ihre Bitte bauen ließ. Dort konnte sie bleiben und den Park am nächsten Morgen von der anderen Seite verlassen, um am Abend zurückzukehren.
So verbrachte Lady Chesleigh, das verwöhnte Kind eines Millionärs, die Nacht auf den harten Bänken eines Lusthauses, welches einst zu ihrem Amüsement erbaut war.
Als sie ihre Schritte dorthin lenfte, lief plötzlich einer der großen Hofhunde auf sie zu; sie erschrack, denn Hektor verstand keinen Spaß, aber zu ihrem Erstaunen ertcnnte er sie, schmiegte sich an sie, sprang hoch und zeigte feine Freude auf alle erdenkliche Weise.
„Weich' ein Hohn auf menschliche Klugheit!" dachoe Ellen. „Mit meinem Gatten, meinem Kinde und meiner besten Freundin bin ich zusammen gewesen, habe mit ihnen gesprochen und vettehrt und keiner hat mich erkannt. Rur die» Tier erinnert sich meiner."
Hektor lag die ganze Nacht auf den Stufen des Lusthauses und lief erst zum Morgen fort, un sich sein Frühstück zu holen. Dies benutzte Ellen, um sich zu entfernen und nach Walden zurückzugehen. Sie verbrachte de« Tag dott und lenfte ihre Schritte am Abend rotebet nach Southwald.
Diesmal traf es Ellen besser. Kurz vor acht Uhr verließ Mathilde dar Schloß und schlug
Kl.: Frhr. v. Erffa (kons.). Kronenorden 2. Kl. mit dem Stern: Dr. v. Dziembowski. Mitglied des Herrenhauses. Kronenorden 2. Kl. eit Schwertern am Ringe: v. Norman« (tof.) Kronenorden 2. ÄL: Bassermann (nl.), v. Byer» (kons.), Dr. v. Heydebrand u. d. Lass (kons.), Dr. Porsch (Ztr.), Heinrich Prinz von Schönaich- Carolath (nl.). Kronenorden 3. Kl.: Bah» (nl.), v. Brockhausen (kons.), Eickhofs (Frs. Vp.), Fischbeck (Frs. Vp.), Herold (Ztr.), Münsterberg (Frs. Vgg.), Graf Praschma (Ztr.), v. Pressenti« gen. v. Rautter (kons.), Schrader (Frs. Vgg.), Dr. am Zehnhoff (Ztr.)
. — Bom Ratenkampf der große« Schiffahrt» gesellschaften. Köln, 20. Jan. Zu der hier abgehaltenen Schiffahrts-Konferenz erfähtt di« „Kölm Ztg." daß die daran beteiligt gewesene, festländischen Linien einstweilen davon abge. sehen haben, gegenüber dem Ratenkriege unre, den englischen Gesellschaften ebenfalls Preisermäßigungen vorzunehmen. Diese werde, allerdings unvermeidlich sein, wenn di« englischen Linien sich nicht verständigen sollte«. Dagegen scheint jetzt eine Grundlage gewonnen zu fein, auf der bald eine Verständigung zwischen der Cunard-Linie und der White-Star-Linie er- hofft werden kann, womit auch die unerläßlich« Vorbedingung zu der allgemeinen Konferenz i» London erfüllt wäre.
Nach dem Kasseler Sturm.
Aus der Haltung der Bayern namentlich a» Schluß der Cassels- Versammlung war zu enb nehmen, daß sie dem Flottenverein den Rücke» kehren würden. Das scheint aber, wie eine Korrespondenz von zuverlässiger Seite erfahre» haben will, nicht stattfinden zu sollen. Ma» nimmt in führenden bayrischen Kreisen e«, daß auch die außerordentliche Hauptversammlung be, bayrischen Landesverbandes noch nicht den Beschluß des korporativen Austritte» fassen wiiM Man will das Verbleiben im Eesamtverein vo, der neuen Vorstandswahl, die in 4—5 Monate, in einer ordentlichen Hauptversammlung i, Danzig vorgenommen wird, abhängig mache« e Es wird gemeldet, daß die Lage in Bayern als sehr schlimm angesehen wird, man ist aUgemet, erbittert Es läßt sich aber gar nicht verkenne«, daß die schlimme Lage einzig und allein durch die völlig unkluge Art der Bayern herbeigeführl ist. Der Versuch einer Demütigung Keim, mußte mißlingen, nachdem in Köln doch Fried« geschlossen war. Maßvolle Forderungen würde, in der Versammlung eher Gehör gesunde» haben. Man hätte so auch viel leichter die Er, kenntnis zum Durchbruch bringen können, daß von General Keim tatsächlich Fehler begangen find und sein Ziel um so sicherer erreicht, was in der leidenschaftlichen Verhandlung unmöglich wat
den Weg nach der alten Kastanienallee, ihrem Lieblingsplatz, ein.
Ellen hatte sich an einen bet Baumstamm» gelehnt und als ihre Cousine langsam vorbeiging, rief sie ihren Namen.
Mathilde war so in Gedanken versunken daß sie nichts hörte und Ellen mußte ihren Ruf wiederholen.
Dann blieb sie stehen, die Stimme schien ihr bekannt vorzukommen, es konnte aber nur ei» Spiel ihrer Phantasie sein. Ellen war dort oben. Unwillkürlich richtete sie ihre Blicke zu«
Himmel. , .
„Mathilde," sagte die junge Frau noch einmal und trat vor. Einge Augenblicke pande» beide sich gegenüber und sahen sich an. Mathilde war totenbleich, endlich sagte sie: "Mts, Moore, was führt sie hierher?"
Und noch einmal nannte Ellen den Namen.
„Wer find Sie?" schrie Mathilde auf. ,6k. kommen zu mir mit Ellens Stimme und dem Es- sich einer Fremden. Um Gottes willen, wer find Sie?" „ „
Ellen konnte nicht antworten, sie schlug bis Hände vors Gesicht und schluchzte laut.
„Wer sind tote?" wiederholte Mathilde, zog ihr die Hände von den Augen und sah sie lang« durchdringend an. „Es ist etwas Bekannte» in Ihren Zügen und Sie haben dre Stimm« meiner Cousine. Wenn ich nicht so bestimmt wüßte, daß sie tot ist, so würde ich schworen, daß Eie Lady Chesleigh find."
„Ich bin Lady Chesleigh," sagte Ellen leife hie unglücklichste Frau auf Gottes Erde."
Ein Schrei entrang sich Mathildens Lipp«! und sie ließ die Hände, die ste noch umklammert hielt, los.
(Fortsetzung folgt.)